Entdeckt: Resort 2013 Trend – Die neue Transparenz bei Céline, Boy by Band of Outsiders & Acne – Do oder Don’t?

12.06.2012 um 16.52 – Allgemein Mode Trend
Bild links: Céline via style.com, Bild rechts: Boy by Band Of Outsiders.

Wie lange wir nun schon mit Transparenzen liebäugeln. Plötzlich waren sie da. Und sie blieben, bis heute. Aber wie es in der Mode eben ist, muss immer neuer Input her, neue Ideen und Visionen. Hat sich dann eine wunderbare Finesse wie die des unschuldigen Blicks durch leichte Stoffe hindurch, einmal als Dauerbrenner etabliert, wird Innovation irgendwann zur Schwierigkeit. Die drei Brands CélineBoy by Band of Outsiders und Acne beweisen mit ihren Resortkollektionen für das kommende Jahr allerdings, dass es immer irgendwie weiter geht. Dass es nur kleinen Weiterentwicklungen bedarf, um eine komplett neue Optik zu schaffen.

Die Sache mit der „Neuen Transparenz“ bezeichnen wir an dieser Stelle ganz salopp als das Phänomen des  „Zwei-in-Eins-Outfits“, denn so einfach die Rechnung, so gut das Ergebnis: Bei Celine lautet die Devise: Hose über Hose, Top über Top. Band of Outsiders stülpt das eine Kleid einfach über das farbenprächtige andere. Wir sind Fans des neuen Looks, aber wie ist es um dessen Alltagstauglichkeit bestellt? Machen oder sein lassen? weiterlesen

MBFWNY: Vera Wang AW 12 | Trend – Transparenz & Radlerhosen

16.02.2012 um 14.34 – Allgemein Mode

Für ihre letzte Kollektion erntete Vera Wang reichlich Kritik. Die verträumten, Alice-im-Wunderland-inspirierten Entwürfe würden den Ansprüchen einer mit beiden Beinen im Leben stehenden Frau nicht gerecht werden, hieß es. Zu viel Transparenz und Klimbim, außerdem diese gewöhnungsbedürftige Farbwahl – von der Alltagstauglichkeit ganz zu schweigen. Ganz still und heimlich reihten wir uns in die enttäuschte Riege Wang-Kritiker ein, denn viel anfangen konnten auch wir mit Alledem nicht.

„La Wang“ schein sich die allgemeine Enttäuschung zu Herzen genommen zu haben. Obwohl die amerikanische Designerin mit chinesischen Wurzeln ihre Liebe zu durchscheinenden Stoffen weiterhin ganz offen propagiert, schafft sie es diesmal einen Bogen zwischen straßentauglicher Eleganz und exzentrischer Detailkunst zu schlagen. Angelehnt an prunkvolle Bogenformen alter Kirchen ziehen sich architektonische Fotoprints und Material-Spielereien durch die gesamte Herbst/Winter Kollektion der kommenden Kältesaison. Überraschenderweise sind es vor allem die Radlerhosen, die sich losgelöst von jeglichen Kindheitstraumata plötzlich in unsere Herzen katapultieren. Als „unangemessen luftig“, könnte man auch diese zarten Kreationen wieder bezeichnen – wir wollen aber nicht so streng sein: Dann ziehen wir eben einen Pulli drüber. weiterlesen

NY Fashion Week: Tribals und Transparenz bei Falgune & Shane Peacock

14.02.2012 um 15.28 – Allgemein Mode

„I think if you need to be different, you need to stand out, you need to look different and you need to feel different and that feeling only comes in what you wear. It’s an outlook. It’s something that everyone likes, to be different.“ Wohlmöglich behält Shane Peacock mit ihrer Theorie zum Anders-Sein recht. Bloß müssen wir uns im Normalfall gar nicht so sehr um unsere Einzigartigkeit bemühen – ein Unikat ist schließlich jeder von uns, ganz egal was die Kleidung nun nach außen trägt. Sollte der Stoff, der uns umhüllt, aber ebenfalls originell ist, dann haben wir natürlich nichts gegen ihn einzuwenden – vor allem dann nicht, wenn er vom Ehepaar Peacock stammt.

Die beiden Turteltäubchen gründeten ihr Brand im Jahr 2008, mitten in Indiens wichtigster Hafenstadt Mumbai, inzwischen sind ihre Kleider auch in der Celebrity-Szene angelangt. Zurecht? Für den kommenden Herbst setzen Falgune & Shane  jedenfalls erneut auf  Tribal-Symbolik und treffen damit bei uns genau ins Schwarze. So richtig einzigartig ist das Ganze nicht wirklich, schließlich hat sich schon so manch ein Modemacher  von indigener Völkerkunst inspirieren lassen. Unserer Euphorie tut das allerdings keinen Abbruch, denn zwischen all den Einheitsbrei kommen uns die Traumroben für abendliche Anlässe ganz gelegen – auch wenn wir sie Zeit unserers Lebens bloß aus der Ferne bestaunen werden. Was wir außerdem lernen: Auch vier Augenbrauen in einem einzigen Gesicht können ganz schön gut aussehen. weiterlesen

Verliebt in: Transparenz + Maxi-Länge | Shakuhachi Prefall

05.01.2011 um 12.33 – Allgemein Mode

Heute Morgen bin ich doch tatsächlich von der warmen Sonne und einem strahlend blauen Himmel inklusive Vogegezwitscher geweckt worden. Gleich musste ich an meinen Lieblingstag im Jahr denken, nämlich den Tag, an dem man zum allerersten Mal nur mit Pulli und Jeans bekleidet aus dem Haus gehen kann, ohne zu frieren. Bedeutet: Ich hab mächtig Lust auf Frühling. Die Kollektion des australischen Labels Shakuhachi hat mich dann wenige Minuten später vollends aus dem Winter gebeamt. Die transparent-fließende Stoffe der knöchellangen Kleider und Röcke gehören zu meinen absoluten Prefall-Favoriten, aber am liebsten würde ich sie schon an den ersten sonnigen Nachmittagen des Jahres ausführen. Besonders die obrigen Modelle, hochgeschlossen in meinen Dauer-Lieblingsfarben Rost und Creme, haben mir ein bisschen den Kopf verdreht.  weiterlesen

Fair Shopping // Ein virtueller Rundgang
durch die Welt von Manufactum

Manufactum

Seit neun Jahren wohne ich bereits in meinen eigenen vier Wänden, habe einst ziemlich spartanisch und Birke-Furnier-inspiriert gelebt und meine Küche mit meiner liebsten Heimatfreundin geteilt, bin nach Berlin gezogen und fand mich in einem über Wochen nahezu leeren WG-Zimmer wieder, zog wieder um und zwar in die DIY-Bude meines Freundes und stellte dort alles mit meinen Habseligkeiten auf den Kopf. Seither ist viel passiert, Möbel sind im hohen Bogen wieder aus der Wohnung geflogen, wurden weiterverkauft oder verschenkt, Neues und Gebrauchtes ist dazugekommen und so langsam kann ich behaupten: Wir sind angekommen – und haben eines gelernt: Auf Wertigkeit setzen, zahlt sich am allermeisten aus. So umgibt mich bei meinem Rundumblick durch die eigene Wohnung mittlerweile ein Haufen Lieblinge, (für mich) kostbare Sammlerstücke und langlebige Zeitgenossen, die ich noch mit in meine AltersWG schleppen werden.

Warum ich euch das alles erzähle? Weil streng genommen alles mit meiner ersten hochwertigen Berlin-Anschaffung angefangen hat: Nämlich mit meinem Kaffeehaus-inspirierten Garderobenständer, in den ich mich bei meinem allerersten Manufactum-Besuch vor sechs Jahren Hals über Kopf hereinverknallte. Mein Freund zeigte mir diese kleine Perle voller schöner Dinge und von jetzt auf gleich war klar: Hier gibt es einfach alles, wonach das Herz verlangt: Kupferfarbene Töpfe, die schönsten Seifen, hochwertige Möbel, nachhaltige Kleidung oder ausgewählte Lebensmittel. Hier trifft Tradition auf alle Bereiche des Lebens, während Designklassiker sich mit Neuentdeckungen vermählen. Und weil wir zwischen all den schnellen Komsumgütern, den kurzlebigen Liebschaften und einer schier unendlichen Auswahl an täglichen Neuerscheinungen gerne mal wieder für ein wenig Durchatmen sorgen wollen, haben wir uns mit dem „Warenhaus der guten Dinge“ oder wie wir es nennen würden: „Dem wohl schönsten und vielfältigsten Concept Store für Nachhaltigkeit und Designklassiker“ zusammen getan und zeigen euch in den kommenden Monaten, was Manufactum eigentlich genau zu bieten hat. Und mit einem kleinen Rundumschlag machen wir heute den Anfang:  weiterlesen

NYFW // So war’s: Die BOSS Womenswear S/S 2017 Show by Jason Wu

19.09.2016 um 13.02 – Mode

boss by jason wu

Als Jason Wu vor drei Jahren das Amt des Creative Directors für die Frauenlinie von BOSS übernahm, hatte er es schwer: Mit BOSS verbinden wir schließlich vor allem gut sitzende Herrenanzüge – aber Womenswear? Wu schaffte den Spagat, und entwickelte sukzessive das Bild der BOSS Frau: Von klaren, architektonischen, ja sogar strengen bis maskulinen Looks (in Anlehnung an das Anzug-Imperium) bis hin zu weichen, anschmiegsamen und vor allem femininen Silhouetten. Nach sechs Kollektionen unter Wu muss sich die Frauenlinie BOSS also keinesfalls mehr hinter den schnieken Zweiteilern der Herren verstecken, sondern steht längst für sich selbst. Genau das bewies am vergangenen Mittwoch die Runway Show zur Sommerkollektion 2017: Passgenauigkeit traf auf körperferne Schnitte, nahezu monochrome Looks in rot, blau und grün verschmolzen zu einem bunten und handbesticktem Blumenmeer und Plissee, zarte Transparenzen, sportliche Details und wohldosierte Cut-Outs sorgten für ganz viel Hier und Jetzt und für die perfekte Symbiose aus Präzession und Leichtigkeit.

Die #BOSSGirls der Stunde? Ein Match made in Heaven: Die Models und Kumpelinen Karlie Kloss und Toni Garrn sorgten für Blitzlichtgewitter, während Streetstyle-Liebling Tommy Ton die Looks der weiblichen BOSS Gäste gleich vor der Türe festhielt (dazu später mehr). Um gleich auf den „See now / Buy now“-Trend mit aufzuspringen, gab’s ganz nebenbei erwähnt die neuinterpetierte BOSS Bespoke Bag Soft gleich im Anschluss der Show online zu kaufen. Inspiriert von David Hockney’s Pool Serie kreierte Jason Wu seine bislang wohl farbenprächtigste und zugleich entspannteste Linie für das deutsche Unternehmen aus Metzingen. Und wir durften uns das Ganze hautnah und live vor Ort ansehen: weiterlesen

Lala Berlin S/S 17 // „I AM JUNGLE“

11.08.2016 um 9.34 – Mode

lala berlin ss17 thisisjanewayneLeyla Piedayesh, die wir gerade erst für ein Interview trafen, ist den meisten ihrer deutschen Kollegen und Kolleginnen einen gewaltigen Schritt voraus, nicht nur wirtschaftlich betrachtet, das interessiert uns hier nur nebenbei, was wir meinen, ist vielmehr das Ausarbeiten immer wieder neuer Visionen, das niemals Stillstehen und Umdenken und Wagen. Vor zwei Saisons etwa hat die Designerin aufgehört, Berlin mit Runway Shows den Bauch zu pinseln, stattdessen gab es Installationen, Akustikkonzerte und Videokunst als Vorboten der kommenden Kollektionen. Das ist anders, das ist mutig, das ist wie Leyla selbst, nämlich auch ein bisschen schräg, aber auf die beste Art und Weise.

Und so kommt es, dass wir neuerdings unseren Blick Richtung Kopenhagen wenden müssen, sofern wir denn das modische Treiben Lala Berlins in voller Blüte zu bestaunen bedenken. Auch hier, vor den schönen Dänen und Däninnen, den mitunter treuesten Kunden des Labels, würde Leyla niemals in Mittelmäßigkeit abdriften, natürlich nicht. Kein geringeres als das pompöse „Elefanttårnet“ aka Elephant Gate diente diesmal als Show Location gleich am ersten Tag der CPH Fashion Week. Und auch im Angesicht der neuen Optik verbeugen wir uns knietief mit Knicks: weiterlesen

Short News // Mit H&M Studio, STRING Plex & noch mehr Interior

10.08.2016 um 12.28 – Allgemein

short news

Alle News der vergangenen Tage auf einen Blick, die unter keinen Umständen verpasst werden sollten – darunter u.a. mit dem neuen H&M Studio Lookbook für den Herbst, dem ikonischen String-Regal aus Plexiglas, Musik von Roosevelt und den neu aufgelegten Klassikern von Barbour. weiterlesen

MBFWB: Hien Le Spring/Summer 2017 // Teva Sandals & Stripes forever

29.06.2016 um 11.21 – Mode

hien le ss 17 thisisjanewayne

Für die Schauen des Berliner Designers Hien Le müsste es meiner Meinung nach interaktive Möglichkeiten der digitalen Begutachtung geben, einen 360° Betrachtungswinkel zum Beispiel, einen in den Bildschirm integrierten Ventilator, der lauen Sommerwind durch die Fotos bläst und einen Touchscreen, der Haptik fühlbar macht. Weil es all das (noch) nicht gibt, kann ich an dieser Stelle nur an eure Phantasie appellieren, das reine Anschauen der Bilder kommt dem Gefühl, dass da mit der Frühjahr/Sommer Kollektion 2017 am gestrigen Morgen mitschwang, nämlich nur sehr sporadisch nahe. Schön war es, das zum einen. Aber auch hoffnungsvoll, tragbar und unbeschwert, ganz so als stünde die gezeigte Mode für die Befreiung von der momentan herrschenden gesellschaftlichen Dunkelheit. Wolkenweiß und Glasblau, ein bisschen Puder und Mauve, mehr braucht es nicht, wenn bildhauerische Schaffensprozesse durch Überlagerungen, Aussparungen und changierende Transparenzen zu Kleidung geformt werden. Und dann ist da ja noch Teva.

Ihr erinnert euch vielleicht, vor zwei Jahren und auch vor einem noch, hagelte es für unsere neu entdeckte Leidenschaft für alteingesessene Alltags-Sandeln mehr Hohn als Lob. Wir gaben unserem Freund Hien in Gedanken also selbstredend mehr als hundert High Fives, als das erste Model in ebendiesen Objekten der ultimativen Geschmacks-Diskussion den Runway betrat. Kein Schuh hätte besser gepasst, nicht nur der Optik wegen, sondern vor allem aufgrund der Botschaft: Macht euch locker, macht euch frei, geht raus und entdeckt die Welt. weiterlesen

Fashion Week Berlin // Vor der Show mit…
Leyla Piedayesh von lala Berlin

27.06.2016 um 10.29 – Berlin box1 Menschen Mode

lala berlin

16 Jahre ist es her, da entstand aus einer Laune heraus Berlins wohl bekanntestes Modelabel: lala Berlin. Leyla Piedayesh war gerade mit ihrem Studium fertig und wollte mehr, bloß in welche Richtung es gehen sollte, das wusste die Designerin mit den persischen Wurzeln am Anfang eigentlich noch gar nicht. Also strickte sie – und fand auf einem Berliner Flohmarkt den Schlüssel zu ihrem kleinen DiY-Projekt: Mit selbstgestrickten Pulswärmern legte sie los, mir Dreieckstüchern und Kufiya-inspirierten Prints machte sie weiter. Heute arbeiten 50 (!) Mitarbeiter*innen für ihre Designs, für die beste Vermarktung und den Schlüssel zum Ziel, den Vertrieb. Mit Köpfchen, Anspruch, Ehrgeiz und der perfekten Symbiose aus traditionellem Handwerk, großartigem Styling und schönsten Präsentationen hat sie das geschafft, wovon die meisten ihrer Kollegen nur träumen können. Nach Berlin steht Kopenhagen an – und ganz frisch jetzt auch Paris.

Bevor die große Fashion Week Tour diese Woche also startet, haben wir uns mit der ziemlich großartigen Leyla noch flott in ihren frisch bezogenen Büroräumen im Wedding zum kleinen Plausch getroffen. Wer allerdings denkt, so kurz vor der Modewoche würde es bei lala Berlin drunter und drüber gehen, der täuscht: Hier herrscht wunderbare Gelassenheit, Teampower sei dank. Wir hatten also ziemlich viel Zeit, um über Leylas Anfänge zu sprechen, über ihre Definition von Erfolg, über Selbstvertrauen und ihre Pläne für ihr persönliches Lebenswerk. weiterlesen

Social Media Battle //
Alte Hasen vs. junges Gemüse

05.05.2016 um 18.23 – Gesellschaft Mode Technik

digital influencerManchmal, wenn das Internet über Social Media oder wir Blogger_innen über Veränderungen in der digitalen Welt schreiben, frage ich mich, wer von euch wohl längst mit rollenden Augen vor dem Bildschirm sitzt. Man kann sich auf der einen Seite nämlich köstlich darüber amüsieren, wie bierernst scheinbar nebensächliche Themen zuweilen diskutiert werden, andererseits haben wir es hier faktisch mit einem mittlerweile millionenenschweren Business zu tun: Wer viele Follower vorzuweisen hat, etwa auf Instagram, rüttelt häufig heftig am Kooperations-Baum. Das ist neu. Früher galt: Je höher der Traffic auf der eigentlichen Website, desto besser – Social Media existierte ausschließlich als positive Begleiterscheinung. Heute jedoch läuft der Hase oft komplett anders herum, die hellsten Sterne am Himmel der sozialen Medien kommen gar komplett ohne Webseiten aus. Instagram-Ikonen und Snapchat-Profis lassen vorrangig schöne Bilder statt getippten Content sprechen. Und zwar sehr zur Sorge der schreibenden Blog-Front. Auch ich erbrach mich erst jüngst verbal auf das Phänomen mit dem gelben Geist – bis ich prompt zur Bekämpfung meiner offenbar frühzeitigen Vergreisung zum Selbsttest überredet wurde und schließlich höchst vergnügt aus der Woche voller „Snaps“ hervor ging. Es kommt womöglich also nicht darauf an, was wir konsumieren, sondern wie wir konsumieren. Wie berechtigt ist aber die mitunter handfeste Kritik an diversen, sagen wir mal, „Fast-Media“-Stars, die seit geraumer Zeit über unsere Smartphone-Displays hüpfen?

Sarah fragt sich derzeit beispielsweise öffentlich, ob der leichtfüßige Bunte-Bilder-Feed, der inzwischen in die Hände von Facebook übergangenen ist, womöglich geradewegs zum Wertverlust von Blogs und damit auch des geschriebenen Wortes führt, Masha gruselt sich ein wenig vor der Macht all jener, die ihr gesamtes Leben für Snapchat abfilmen und bei unseren Kolleginnen von Journelles geht es aufgrund des inflationär gebrauchten Begriffs „Digital Influencer“ heiß her. Die ersten beiden Diskussionen ließen mich beim Lesen mit dem Kopf nicken wie ein nach Futter suchender Spatz; da ist viel Wahres dran und die Kratzbürste in mir gab sich hoch erfreut über so viel Ehrlichkeit. Spätestens mit dem Gesprächsstoff-Beitrag von Jessie ließ sich aber ein kerniger Beigeschmack zwischen den Zeilen heraus lesen: Nämlich die omnipräsente Angst von uns alten Hasen, das junge Gemüse könne uns irgendwann von der Bildfläche verdrängen. weiterlesen

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PRESS DAYS BERLIN //
Topshop & Topman für den Winter 2016

28.04.2016 um 11.09 – Event Lookbook Mode

topshop Topman_Thisisjanewayne

Topshop ist längst mehr als bloß eine Modekette aus Großbritannien: Topshop ist Multistore, Nachwuchsförderung, Beauty-Tempel, Kollaborationsspezialist und Runway-Linie zugleich. Binnen kürzester Zeit hat es der Brite geschafft, Vogue-Grande-Dame Anna Wintour in ihre Schauen zu holen oder Kate Moss, Cara Delevingne und alle anderen großen Models unter seine Fittiche zu kriegen und in regelmäßigen Abständen für Aufruhe zu sorgen. Mainstream sein und trotzdem stetig für Krawall zu sorgen, gehört längst zum Erfolgskonzept und so widmen wir uns heute endlich auch einmal der Topman-Linie, die so schillernd und an „Die Wilden 70er“ erinnert, wie sonst eigentlich nur Modehäuser wie Gucci oder Prada. Kommerziell bleiben und trotzdem niemals langweilig werden, ihr Credo scheint aufzugehen.

Und so blieben unsere Augen gestern unweigerlich an retro-inspirierten Hemden der Männerkollektionen kleben, bevor wir uns der Runway-Linie „Unique“ für die Mädels zu wendeten. Im Showroom von Häberlein und Maurer: weiterlesen

Paris // Über H&M & kleine Schritte
hin zu mehr Nachhaltigkeit

29.03.2016 um 16.42 – Mode

hm conscious exclusiveWenn wir über H&M reden, meinen wir vor allem den Fast Fashion Giganten, der ständig neue Ware liefert und Trends binnen weniger Wochen assimilieren und auf den Markt werfen kann, der am Konsum-Rad dreht wie nur wenige seiner Konkurrenten. Mit Nachhaltigkeit hat das Konzept der schnellen, erschwinglichen Mode auf den ersten Blick wenig zu tun – und trotzdem engagiert sich das schwedische Unternehmen bereits seit der frühen 00er Jahre für einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen der Welt, für fairere Arbeitsbedingungen und Innovationen, die den Markt von innen heraus zu einem gesünderen machen sollen. Der Vorwurf des Green Washings, also des Gutmenschtums zu PR-Zwecken, liegt da selbstverständlich nahe. Warum sonst sollte sich ein derart erfolgsorientierter Konzern, dessen erstes Ziel es selbstverständlich ist viel zu verkaufen und billig zu produzieren, schon aufrichtig um die Sorgen der eigenen externen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen scheren? Oder gar um die Natur. Dass Menschen auf der anderen Seite des Erdballs für unser schnelles Mode-Vergnügen leiden, ja sogar sterben müssen, ist ein nur allzu gern tabuisierter Fakt – dem Erfolg der vertikalen Textilunternehmen tut dieser Umstand allerdings keinen Abbruch, zu einfach ist es, im Kaufmoment den Denkapparat auszuschalten. Bis jetzt. weiterlesen

MBFWB // Schnappschüsse aus
dem Berliner Mode Salon

28.01.2016 um 9.46 – box2 Mode

mode salon

Vor genau einem Jahr öffnete der Berliner Mode Salon zum allerersten Mal seine Pforten – und ist schon jetzt nicht mehr wegzudenken. Das Kronprinzenpalais verwandelt sich seither in eine kleine Schatzkiste, die uns auf drei Etagen die Crème de la Crème der deutschen Modebranche und ihre Kreationen der kommenden Saison kredenzt: Zum Anschauen, Fühlen und Schnacken. Hier wird nicht nur präsentiert, hier erfährt man auch mehr von den Köpfen hinten den Stoffen, ihren Visionen und Intentionen. Eine etwas andere Messe also, die so furchtbar schön persönlich ist, dass wir uns eine Berliner Fashion Week schon jetzt nicht mehr ohne vorstellen mögen.

Kein Wunder, dass der Berliner Mode Salon auch dieses Jahr unser persönliches Highlight wurde – und das nicht zuletzt dank der unfassbar schönen Kollektion von Odeeh und dem perfektesten Gesamtkonzept von Tim Labenda. Wir sind für euch in drei Stunden durch die Etagen gefegt und haben selbstverständlich eine feine Ladung Schnappschüsse mitgebracht. Et voilà: The Very Best of „Der Berliner Mode Salon“: weiterlesen

MODE ORAKEL // Was Zara, H&M & Co demnächst kopieren könnten

23.11.2015 um 17.42 – Mode Trend

top trends ss16

Ich weiß nicht genau, wann ich zum ersten Mal kurz darüber nachdachte, der Modewelt und ihrer scheinbaren Hochnäsigkeit den Rücken zu kehren, wann ich zum ersten Mal sicher war, die Anna Wintours dieser Welt hätten sie nicht mehr alle beisammen. Auslöser war dieses mittlerweile ziemlich berühmte Zitat der fiktiven Grande Dame des amerikanischen VOGUE-Pendants gespielt von Meryl Streep (ich ging damals noch davon aus, im echten Leben liefe der Hase sehr ähnlich):

„I see, you think this has nothing to do with you. You go to your closet and you select out, oh I don’t know, that lumpy blue sweater, for instance, because you’re trying to tell the world that you take yourself too seriously to care about what you put on your back. But what you don’t know is that that sweater is not just blue, it’s not turquoise, it’s not lapis, it’s actually cerulean. You’re also blindly unaware of the fact that in 2002, Oscar de la Renta did a collection of cerulean gowns. And then I think it was Yves St Laurent, wasn’t it, who showed cerulean military jackets? And then cerulean quickly showed up in the collections of eight different designers. Then it filtered down through the department stores and then trickled on down into some tragic “casual corner” where you, no doubt, fished it out of some clearance bin. However, that blue represents millions of dollars and countless jobs and so it’s sort of comical how you think that you’ve made a choice that exempts you from the fashion industry when, in fact, you’re wearing the sweater that was selected for you by the people in this room. From a pile of “stuff.”“ weiterlesen