Brain Blah //
Die Social Media Luxus Problematik

29.11.2016 um 14.55 – Gesellschaft Leben Mode

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Ein Instagram Post, den ich vergangene Nacht in einem Anflug von Schlaflosigkeit niedergetippt hatte, erschien mir noch beim Upload als überaus logisch, durchaus angebracht und dingend notwendig. Nur ist gut gemeint, längst nicht automatisch gut gemacht, was sich alsbald in den darauffolgenden Kommentaren zeigen sollte und mich für einen kurzen Augenblick zunächst ernsthaft an meiner geistigen Konstitution zweifeln ließ und dann an der Fähigkeit, mich für jedermann und -frau verständlich auszudrücken. Deshalb versuche ich es auf diesem Kanal ein zweites Mal, mit ein bisschen mehr Raum für die Erklärung meiner Beweggründe – Obwohl ich ehrlich gesagt vornehmlich eine ganz grundsätzliche Hasskappe auf Soziale Medien und deren Mutation zur Pest für Körper und Seele hegte (vermutlich auch, weil ich selbst Teil davon bin) und noch dazu zu viel Cola getrunken hatte.

Aber jedenfalls schrieb ich irgendetwas von wegen „Leute. Eine Designertasche macht euch nicht glücklicher als ein Spaziergang durch den Park. Vor allem, wenn ihr erst 20 seid. Und wenn ihr doch so ein teures Taschenscheißerchen kauft, dann achtet zumindest darauf, dass es euer Herz mit echter Freude erfüllt, etwa, weil es für einen bestimmten Abschnitt in eurem Leben steht, einen großen Schritt, weil es euch aus welchen Gründen auch immer so richtig etwas bedeutet und dadurch zu einem bescheuerten aber lieb gewonnenes Symbol heranwächst. Aber nicht nur wegen des Logos. Oder etlicher Influencer. Die meisten von ihnen müssen für diesen Luxus nämlich noch dazu einen (nicht in Geldscheinen abzählbaren) Preis bezahlen, den die allermeisten Menschen überhaupt nicht zahlen wollen würden.“ Ich beschloss ganz einfach, das müsse endlich mal gesagt werden und am besten auch immer wieder. weiterlesen

#Labellove // Neues von Rouje:
Von Samt, Grobcord & Jeanne Damas

19.10.2016 um 15.04 – Mode

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Als Jeanne Damas 2014 zum allererstem Mal über unseren Bildschirm tänzelte, war’s im gleichen Moment auch schon um uns geschehen: Wir waren verknallt bis in die Fußspitzen – und das aus einem einfachen Grund: Jeanne Damas ist nicht nur ein bisschen verrückt, so natürlich schön, dass wir Grün werden könnten vor Neid, spielt gekonnt mit ihrer lasziven Seite, wirkt so leichtfüßig und trotzdem stark, sondern strahlt auch das Bild einer Französin von nebenan aus, mit der wir uns bei Rotwein und Parisiennes am liebsten jeden Abend verquatschen möchten. Vor gut einem halben Jahr launchte die schöne Brünette mit den stets übermalten Lippen und den ungekämmten Haaren ihr eigenes Modelabel Rouje – und schon damals überzeugte sie mit Kreationen, die uns seither ein Stück näher zu ihren schlichten, sehr weiblich geschnittenen Outfits bringen.

Jetzt geht’s in Runde zwei und bei Rouje wurde aufgestockt: Mit Grobcord, Samt und zarten Transparenzen. Ein Blick in den Online Shop verrät: Hier finden wir klassische Zweiteiler, Mini-Röcke, glitzernde Blusen und vor allem taillierte Midi-Kleider, die so sehr die Handschrift einer Jeanne Damas tragen, dass man gar nicht anders kann, als plötzlich verliebt zu sein. Welch ein geschickter Schachzug! weiterlesen

Fair Shopping // Ein virtueller Rundgang
durch die Welt von Manufactum

Manufactum

Seit neun Jahren wohne ich bereits in meinen eigenen vier Wänden, habe einst ziemlich spartanisch und Birke-Furnier-inspiriert gelebt und meine Küche mit meiner liebsten Heimatfreundin geteilt, bin nach Berlin gezogen und fand mich in einem über Wochen nahezu leeren WG-Zimmer wieder, zog wieder um und zwar in die DIY-Bude meines Freundes und stellte dort alles mit meinen Habseligkeiten auf den Kopf. Seither ist viel passiert, Möbel sind im hohen Bogen wieder aus der Wohnung geflogen, wurden weiterverkauft oder verschenkt, Neues und Gebrauchtes ist dazugekommen und so langsam kann ich behaupten: Wir sind angekommen – und haben eines gelernt: Auf Wertigkeit setzen, zahlt sich am allermeisten aus. So umgibt mich bei meinem Rundumblick durch die eigene Wohnung mittlerweile ein Haufen Lieblinge, (für mich) kostbare Sammlerstücke und langlebige Zeitgenossen, die ich noch mit in meine AltersWG schleppen werden.

Warum ich euch das alles erzähle? Weil streng genommen alles mit meiner ersten hochwertigen Berlin-Anschaffung angefangen hat: Nämlich mit meinem Kaffeehaus-inspirierten Garderobenständer, in den ich mich bei meinem allerersten Manufactum-Besuch vor sechs Jahren Hals über Kopf hereinverknallte. Mein Freund zeigte mir diese kleine Perle voller schöner Dinge und von jetzt auf gleich war klar: Hier gibt es einfach alles, wonach das Herz verlangt: Kupferfarbene Töpfe, die schönsten Seifen, hochwertige Möbel, nachhaltige Kleidung oder ausgewählte Lebensmittel. Hier trifft Tradition auf alle Bereiche des Lebens, während Designklassiker sich mit Neuentdeckungen vermählen. Und weil wir zwischen all den schnellen Komsumgütern, den kurzlebigen Liebschaften und einer schier unendlichen Auswahl an täglichen Neuerscheinungen gerne mal wieder für ein wenig Durchatmen sorgen wollen, haben wir uns mit dem „Warenhaus der guten Dinge“ oder wie wir es nennen würden: „Dem wohl schönsten und vielfältigsten Concept Store für Nachhaltigkeit und Designklassiker“ zusammen getan und zeigen euch in den kommenden Monaten, was Manufactum eigentlich genau zu bieten hat. Und mit einem kleinen Rundumschlag machen wir heute den Anfang:  weiterlesen

NYFW // So war’s: Die BOSS Womenswear S/S 2017 Show by Jason Wu

19.09.2016 um 13.02 – Mode

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Als Jason Wu vor drei Jahren das Amt des Creative Directors für die Frauenlinie von BOSS übernahm, hatte er es schwer: Mit BOSS verbinden wir schließlich vor allem gut sitzende Herrenanzüge – aber Womenswear? Wu schaffte den Spagat, und entwickelte sukzessive das Bild der BOSS Frau: Von klaren, architektonischen, ja sogar strengen bis maskulinen Looks (in Anlehnung an das Anzug-Imperium) bis hin zu weichen, anschmiegsamen und vor allem femininen Silhouetten. Nach sechs Kollektionen unter Wu muss sich die Frauenlinie BOSS also keinesfalls mehr hinter den schnieken Zweiteilern der Herren verstecken, sondern steht längst für sich selbst. Genau das bewies am vergangenen Mittwoch die Runway Show zur Sommerkollektion 2017: Passgenauigkeit traf auf körperferne Schnitte, nahezu monochrome Looks in rot, blau und grün verschmolzen zu einem bunten und handbesticktem Blumenmeer und Plissee, zarte Transparenzen, sportliche Details und wohldosierte Cut-Outs sorgten für ganz viel Hier und Jetzt und für die perfekte Symbiose aus Präzession und Leichtigkeit.

Die #BOSSGirls der Stunde? Ein Match made in Heaven: Die Models und Kumpelinen Karlie Kloss und Toni Garrn sorgten für Blitzlichtgewitter, während Streetstyle-Liebling Tommy Ton die Looks der weiblichen BOSS Gäste gleich vor der Türe festhielt (dazu später mehr). Um gleich auf den „See now / Buy now“-Trend mit aufzuspringen, gab’s ganz nebenbei erwähnt die neuinterpetierte BOSS Bespoke Bag Soft gleich im Anschluss der Show online zu kaufen. Inspiriert von David Hockney’s Pool Serie kreierte Jason Wu seine bislang wohl farbenprächtigste und zugleich entspannteste Linie für das deutsche Unternehmen aus Metzingen. Und wir durften uns das Ganze hautnah und live vor Ort ansehen: weiterlesen

Lala Berlin S/S 17 // „I AM JUNGLE“

11.08.2016 um 9.34 – Mode

lala berlin ss17 thisisjanewayneLeyla Piedayesh, die wir gerade erst für ein Interview trafen, ist den meisten ihrer deutschen Kollegen und Kolleginnen einen gewaltigen Schritt voraus, nicht nur wirtschaftlich betrachtet, das interessiert uns hier nur nebenbei, was wir meinen, ist vielmehr das Ausarbeiten immer wieder neuer Visionen, das niemals Stillstehen und Umdenken und Wagen. Vor zwei Saisons etwa hat die Designerin aufgehört, Berlin mit Runway Shows den Bauch zu pinseln, stattdessen gab es Installationen, Akustikkonzerte und Videokunst als Vorboten der kommenden Kollektionen. Das ist anders, das ist mutig, das ist wie Leyla selbst, nämlich auch ein bisschen schräg, aber auf die beste Art und Weise.

Und so kommt es, dass wir neuerdings unseren Blick Richtung Kopenhagen wenden müssen, sofern wir denn das modische Treiben Lala Berlins in voller Blüte zu bestaunen bedenken. Auch hier, vor den schönen Dänen und Däninnen, den mitunter treuesten Kunden des Labels, würde Leyla niemals in Mittelmäßigkeit abdriften, natürlich nicht. Kein geringeres als das pompöse „Elefanttårnet“ aka Elephant Gate diente diesmal als Show Location gleich am ersten Tag der CPH Fashion Week. Und auch im Angesicht der neuen Optik verbeugen wir uns knietief mit Knicks: weiterlesen

Short News // Mit H&M Studio, STRING Plex & noch mehr Interior

10.08.2016 um 12.28 – Allgemein

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Alle News der vergangenen Tage auf einen Blick, die unter keinen Umständen verpasst werden sollten – darunter u.a. mit dem neuen H&M Studio Lookbook für den Herbst, dem ikonischen String-Regal aus Plexiglas, Musik von Roosevelt und den neu aufgelegten Klassikern von Barbour. weiterlesen

MBFWB: Hien Le Spring/Summer 2017 // Teva Sandals & Stripes forever

29.06.2016 um 11.21 – Mode

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Für die Schauen des Berliner Designers Hien Le müsste es meiner Meinung nach interaktive Möglichkeiten der digitalen Begutachtung geben, einen 360° Betrachtungswinkel zum Beispiel, einen in den Bildschirm integrierten Ventilator, der lauen Sommerwind durch die Fotos bläst und einen Touchscreen, der Haptik fühlbar macht. Weil es all das (noch) nicht gibt, kann ich an dieser Stelle nur an eure Phantasie appellieren, das reine Anschauen der Bilder kommt dem Gefühl, dass da mit der Frühjahr/Sommer Kollektion 2017 am gestrigen Morgen mitschwang, nämlich nur sehr sporadisch nahe. Schön war es, das zum einen. Aber auch hoffnungsvoll, tragbar und unbeschwert, ganz so als stünde die gezeigte Mode für die Befreiung von der momentan herrschenden gesellschaftlichen Dunkelheit. Wolkenweiß und Glasblau, ein bisschen Puder und Mauve, mehr braucht es nicht, wenn bildhauerische Schaffensprozesse durch Überlagerungen, Aussparungen und changierende Transparenzen zu Kleidung geformt werden. Und dann ist da ja noch Teva.

Ihr erinnert euch vielleicht, vor zwei Jahren und auch vor einem noch, hagelte es für unsere neu entdeckte Leidenschaft für alteingesessene Alltags-Sandeln mehr Hohn als Lob. Wir gaben unserem Freund Hien in Gedanken also selbstredend mehr als hundert High Fives, als das erste Model in ebendiesen Objekten der ultimativen Geschmacks-Diskussion den Runway betrat. Kein Schuh hätte besser gepasst, nicht nur der Optik wegen, sondern vor allem aufgrund der Botschaft: Macht euch locker, macht euch frei, geht raus und entdeckt die Welt. weiterlesen

Fashion Week Berlin // Vor der Show mit…
Leyla Piedayesh von lala Berlin

27.06.2016 um 10.29 – Berlin box1 Menschen Mode

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16 Jahre ist es her, da entstand aus einer Laune heraus Berlins wohl bekanntestes Modelabel: lala Berlin. Leyla Piedayesh war gerade mit ihrem Studium fertig und wollte mehr, bloß in welche Richtung es gehen sollte, das wusste die Designerin mit den persischen Wurzeln am Anfang eigentlich noch gar nicht. Also strickte sie – und fand auf einem Berliner Flohmarkt den Schlüssel zu ihrem kleinen DiY-Projekt: Mit selbstgestrickten Pulswärmern legte sie los, mir Dreieckstüchern und Kufiya-inspirierten Prints machte sie weiter. Heute arbeiten 50 (!) Mitarbeiter*innen für ihre Designs, für die beste Vermarktung und den Schlüssel zum Ziel, den Vertrieb. Mit Köpfchen, Anspruch, Ehrgeiz und der perfekten Symbiose aus traditionellem Handwerk, großartigem Styling und schönsten Präsentationen hat sie das geschafft, wovon die meisten ihrer Kollegen nur träumen können. Nach Berlin steht Kopenhagen an – und ganz frisch jetzt auch Paris.

Bevor die große Fashion Week Tour diese Woche also startet, haben wir uns mit der ziemlich großartigen Leyla noch flott in ihren frisch bezogenen Büroräumen im Wedding zum kleinen Plausch getroffen. Wer allerdings denkt, so kurz vor der Modewoche würde es bei lala Berlin drunter und drüber gehen, der täuscht: Hier herrscht wunderbare Gelassenheit, Teampower sei dank. Wir hatten also ziemlich viel Zeit, um über Leylas Anfänge zu sprechen, über ihre Definition von Erfolg, über Selbstvertrauen und ihre Pläne für ihr persönliches Lebenswerk. weiterlesen

Social Media Battle //
Alte Hasen vs. junges Gemüse

05.05.2016 um 18.23 – Gesellschaft Mode Technik

digital influencerManchmal, wenn das Internet über Social Media oder wir Blogger_innen über Veränderungen in der digitalen Welt schreiben, frage ich mich, wer von euch wohl längst mit rollenden Augen vor dem Bildschirm sitzt. Man kann sich auf der einen Seite nämlich köstlich darüber amüsieren, wie bierernst scheinbar nebensächliche Themen zuweilen diskutiert werden, andererseits haben wir es hier faktisch mit einem mittlerweile millionenenschweren Business zu tun: Wer viele Follower vorzuweisen hat, etwa auf Instagram, rüttelt häufig heftig am Kooperations-Baum. Das ist neu. Früher galt: Je höher der Traffic auf der eigentlichen Website, desto besser – Social Media existierte ausschließlich als positive Begleiterscheinung. Heute jedoch läuft der Hase oft komplett anders herum, die hellsten Sterne am Himmel der sozialen Medien kommen gar komplett ohne Webseiten aus. Instagram-Ikonen und Snapchat-Profis lassen vorrangig schöne Bilder statt getippten Content sprechen. Und zwar sehr zur Sorge der schreibenden Blog-Front. Auch ich erbrach mich erst jüngst verbal auf das Phänomen mit dem gelben Geist – bis ich prompt zur Bekämpfung meiner offenbar frühzeitigen Vergreisung zum Selbsttest überredet wurde und schließlich höchst vergnügt aus der Woche voller „Snaps“ hervor ging. Es kommt womöglich also nicht darauf an, was wir konsumieren, sondern wie wir konsumieren. Wie berechtigt ist aber die mitunter handfeste Kritik an diversen, sagen wir mal, „Fast-Media“-Stars, die seit geraumer Zeit über unsere Smartphone-Displays hüpfen?

Sarah fragt sich derzeit beispielsweise öffentlich, ob der leichtfüßige Bunte-Bilder-Feed, der inzwischen in die Hände von Facebook übergangenen ist, womöglich geradewegs zum Wertverlust von Blogs und damit auch des geschriebenen Wortes führt, Masha gruselt sich ein wenig vor der Macht all jener, die ihr gesamtes Leben für Snapchat abfilmen und bei unseren Kolleginnen von Journelles geht es aufgrund des inflationär gebrauchten Begriffs „Digital Influencer“ heiß her. Die ersten beiden Diskussionen ließen mich beim Lesen mit dem Kopf nicken wie ein nach Futter suchender Spatz; da ist viel Wahres dran und die Kratzbürste in mir gab sich hoch erfreut über so viel Ehrlichkeit. Spätestens mit dem Gesprächsstoff-Beitrag von Jessie ließ sich aber ein kerniger Beigeschmack zwischen den Zeilen heraus lesen: Nämlich die omnipräsente Angst von uns alten Hasen, das junge Gemüse könne uns irgendwann von der Bildfläche verdrängen. weiterlesen

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PRESS DAYS BERLIN //
Topshop & Topman für den Winter 2016

28.04.2016 um 11.09 – Event Lookbook Mode

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Topshop ist längst mehr als bloß eine Modekette aus Großbritannien: Topshop ist Multistore, Nachwuchsförderung, Beauty-Tempel, Kollaborationsspezialist und Runway-Linie zugleich. Binnen kürzester Zeit hat es der Brite geschafft, Vogue-Grande-Dame Anna Wintour in ihre Schauen zu holen oder Kate Moss, Cara Delevingne und alle anderen großen Models unter seine Fittiche zu kriegen und in regelmäßigen Abständen für Aufruhe zu sorgen. Mainstream sein und trotzdem stetig für Krawall zu sorgen, gehört längst zum Erfolgskonzept und so widmen wir uns heute endlich auch einmal der Topman-Linie, die so schillernd und an „Die Wilden 70er“ erinnert, wie sonst eigentlich nur Modehäuser wie Gucci oder Prada. Kommerziell bleiben und trotzdem niemals langweilig werden, ihr Credo scheint aufzugehen.

Und so blieben unsere Augen gestern unweigerlich an retro-inspirierten Hemden der Männerkollektionen kleben, bevor wir uns der Runway-Linie „Unique“ für die Mädels zu wendeten. Im Showroom von Häberlein und Maurer: weiterlesen

Paris // Über H&M & kleine Schritte
hin zu mehr Nachhaltigkeit

29.03.2016 um 16.42 – Mode

hm conscious exclusiveWenn wir über H&M reden, meinen wir vor allem den Fast Fashion Giganten, der ständig neue Ware liefert und Trends binnen weniger Wochen assimilieren und auf den Markt werfen kann, der am Konsum-Rad dreht wie nur wenige seiner Konkurrenten. Mit Nachhaltigkeit hat das Konzept der schnellen, erschwinglichen Mode auf den ersten Blick wenig zu tun – und trotzdem engagiert sich das schwedische Unternehmen bereits seit der frühen 00er Jahre für einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen der Welt, für fairere Arbeitsbedingungen und Innovationen, die den Markt von innen heraus zu einem gesünderen machen sollen. Der Vorwurf des Green Washings, also des Gutmenschtums zu PR-Zwecken, liegt da selbstverständlich nahe. Warum sonst sollte sich ein derart erfolgsorientierter Konzern, dessen erstes Ziel es selbstverständlich ist viel zu verkaufen und billig zu produzieren, schon aufrichtig um die Sorgen der eigenen externen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen scheren? Oder gar um die Natur. Dass Menschen auf der anderen Seite des Erdballs für unser schnelles Mode-Vergnügen leiden, ja sogar sterben müssen, ist ein nur allzu gern tabuisierter Fakt – dem Erfolg der vertikalen Textilunternehmen tut dieser Umstand allerdings keinen Abbruch, zu einfach ist es, im Kaufmoment den Denkapparat auszuschalten. Bis jetzt. weiterlesen

MBFWB // Schnappschüsse aus
dem Berliner Mode Salon

28.01.2016 um 9.46 – box2 Mode

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Vor genau einem Jahr öffnete der Berliner Mode Salon zum allerersten Mal seine Pforten – und ist schon jetzt nicht mehr wegzudenken. Das Kronprinzenpalais verwandelt sich seither in eine kleine Schatzkiste, die uns auf drei Etagen die Crème de la Crème der deutschen Modebranche und ihre Kreationen der kommenden Saison kredenzt: Zum Anschauen, Fühlen und Schnacken. Hier wird nicht nur präsentiert, hier erfährt man auch mehr von den Köpfen hinten den Stoffen, ihren Visionen und Intentionen. Eine etwas andere Messe also, die so furchtbar schön persönlich ist, dass wir uns eine Berliner Fashion Week schon jetzt nicht mehr ohne vorstellen mögen.

Kein Wunder, dass der Berliner Mode Salon auch dieses Jahr unser persönliches Highlight wurde – und das nicht zuletzt dank der unfassbar schönen Kollektion von Odeeh und dem perfektesten Gesamtkonzept von Tim Labenda. Wir sind für euch in drei Stunden durch die Etagen gefegt und haben selbstverständlich eine feine Ladung Schnappschüsse mitgebracht. Et voilà: The Very Best of „Der Berliner Mode Salon“: weiterlesen

MODE ORAKEL // Was Zara, H&M & Co demnächst kopieren könnten

23.11.2015 um 17.42 – Mode Trend

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Ich weiß nicht genau, wann ich zum ersten Mal kurz darüber nachdachte, der Modewelt und ihrer scheinbaren Hochnäsigkeit den Rücken zu kehren, wann ich zum ersten Mal sicher war, die Anna Wintours dieser Welt hätten sie nicht mehr alle beisammen. Auslöser war dieses mittlerweile ziemlich berühmte Zitat der fiktiven Grande Dame des amerikanischen VOGUE-Pendants gespielt von Meryl Streep (ich ging damals noch davon aus, im echten Leben liefe der Hase sehr ähnlich):

„I see, you think this has nothing to do with you. You go to your closet and you select out, oh I don’t know, that lumpy blue sweater, for instance, because you’re trying to tell the world that you take yourself too seriously to care about what you put on your back. But what you don’t know is that that sweater is not just blue, it’s not turquoise, it’s not lapis, it’s actually cerulean. You’re also blindly unaware of the fact that in 2002, Oscar de la Renta did a collection of cerulean gowns. And then I think it was Yves St Laurent, wasn’t it, who showed cerulean military jackets? And then cerulean quickly showed up in the collections of eight different designers. Then it filtered down through the department stores and then trickled on down into some tragic “casual corner” where you, no doubt, fished it out of some clearance bin. However, that blue represents millions of dollars and countless jobs and so it’s sort of comical how you think that you’ve made a choice that exempts you from the fashion industry when, in fact, you’re wearing the sweater that was selected for you by the people in this room. From a pile of “stuff.”“ weiterlesen

Fair Friday Wishlist // Von veganer Seide,
Minigewächshäusern & alles am besten Jetzt

Fair Fashion

Et voilà: Hier ist er, mein allererster Beitrag bei This is Jane Wayne und gleich dazu noch die Premiere einer neuen Kategorie aka der kleinen Schwester der klassischen Wishlist: Die Fair Friday Wishlist. Hier werde ich euch über all die nachhaltigen Schönheiten auf dem Laufenden halten, die einen Platz auf meinem Wunschzettel gefunden haben. Denn es ist ja so: Nur weil man sein Leben grüner und bewusster gestaltet, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich keine wunderbaren und glücklichmachenden Dinge mehr wünscht. Alles, was ich hier vorstelle, ist vegan und in 98% der Fälle möglichst umweltfreundlich und sozial verträglich produziert.

Jedenfalls ist heute Freitag. Und es ist warm. So einen milden November hatten wir noch nie – zumindest nicht seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Auch wenn das Ganze nichts Gutes über unser erhebliches Erderwärmungsproblemchen aussagt, bedeuten Thermometeranzeigen über 10 Grad immerhin, dass Zwiebellook, elektrisierte Haare und Bommelmütze noch ein bisschen auf ihren Auftritt warten dürfen. Den aktuellen Celsiusverwirrungen von Mutter Erde zum Trotz begegne ich dem „Winteranfang“ am liebsten in unaufgeregten Farben, einem Traum von Mantel, festem Schuhwerk, Motivation in Herznähe und zwei hübschen grünen Details für die eigenen vier Wände. weiterlesen

Hijab Fashion //
Mode mit Kopftuch

hijab fashionGerade einmal zwei Sekunden ist sie zu sehen. Weite schwarze Hose, ein altrosaner Mantel, die große Sonnenbrille im Gesicht. Und ein Kopftuch verdeckt ihre Haare – Millionenfach wurde H&Ms Video „Close The Loop“ angesehen und geteilt. Aber nicht etwa wegen der Recycling-Botschaft, sondern weil endlich einmal eine große Modekette Muslimas direkt als Kundinnen anspricht. Für die 23-jährige Mariah Idrissi, die in dem Spot als Model zu sehen ist, schließen sich ihr Interesse an Mode und ihre islamischen Überzeugungen nicht aus: Lippenstift und Nasenpiercing sind okay, Kopftuch Pflicht und ihre Füße möchte sie lieber nicht zeigen.

Nach und nach wächst die Nische, in der Mode und der Islam vereinbar sind. Was in Großbritannien schon längst dazugehört, steckt in Deutschland noch ein bisschen in den Kinderschuhen. In England sind Modebloggerinnen wie Dina Tokio oder Amena Khan längst zu Designerinnen avanciert, die ihre nicht immer muslimischen Kundinnen mit weiter Kleidung, auffälligem Schmuck und modernen Tüchern versorgen. weiterlesen

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