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“Was ist das, kotzen?”

18.10.2010, 12.40 | von abspann

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– „Du bist wirklich zum Kotzen.“

– „Was hat er gesagt?“

– „Er hat gesagt, Sie wären wirklich zum Kotzen.“

– „Kotzen? Was ist das, kotzen?“

Die letzten Worte aus Jean-Luc Godards Meisterwerk À bout de souffle (dt. Außer Atem). Dann stirbt Michel an den  Folgen eines Schusswechsels mit der Polizei. Patricia schaut ungläubig in die Kamera, streicht sich über die Lippen. „Kotzen? Was ist das, kotzen?“  Dann Stille. Luftholen. Es kehrt Ruhe ein. Zeit zum atmen. Der wohl charmanteste Kinotod der Geschichte. Gut, dass mit ihm auch der prägendste Film der Nouvelle Vague in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert..

Was vorher geschah: Nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei sucht Michel Unterschlupf bei der jungen Amerikanerin Patricia. Sie ist Studentin, arbeitet beim Herald Tribune und kann den Avancen des Ganoven nicht widerstehen. Als die Polizei um ihre Mithilfe bittet, gerät sie in einen Gewissenskonflikt. Ein Film über Verrat und Tod, Liebe und Lügen.

Er ging raus auf die Straße, entzog sich der Studioaufnahmen, ließ die Kamera wackeln und Szenen springen. Mit Á bout de souffle brach Godard die Regeln und stellte sich gegen die Konventionen und “Papas altes Kino”. Er verhalf dem Schauspieler Jean-Paul Belmondo (in der Rolle des Michel) zum Durchbruch und machte Jean Seberg (in der Rolle der Patricia) als unkonventionelle Frau mit Verstand zum Vorbild einer ganzen Generation. Sie waren Hipster und Intellektuelle, Existenzialisten und Lebenskünstler in einem. Die Nouvelle Vague war geschaffen.
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Der chauvinistische Ganove, stets mit Hut auf dem Kopf und der Zigarette im Mundwinkel und die zarte Amerikanerin mit raspelkurzem Haar und philosophischer Attitüde: Nicht nur modisch eins der interessantesten Filmpaare der 60er Jahre. Auch die Rodarte-Schwestern ließen sich von ihnen inspirieren und huldigten dem Kultfilm mit einer Neuauflage des berühmten “New York Herald Tribune”-Tees. “The New York Herald Tribune top is iconic to the film; it is pivotal in creating the idea of the innocent American in Paris that Godard eventually rejects,” so Kate Rodarte (via). Das schmucke Stück gibt’s seit dem 8. Juni bei Barney New York für (nicht ganz so günstige) 125 $ zu erstehen. Aber mal unter uns: Das Shirt könnte auch ein tolles DIY-Projekt fürs Wochenende werden..

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1 Kommentar
  1. [...] mich fasziniert (man muss dazu sagen, dass ich eine Schwäche für die 50er und 60er Jahre habe).  Die letzten Worte des Films waren es schließlich, die meine Faszination für diesen Mann entfacht haben. Der charmanteste [...]

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