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Festival des deutschen Films 2011 – Tag 1: Ein Märchenabend

17.06.2011, 12.37 | von abspann

Herausgeputzte Damen und Herren (die einen etwas steif, den anderen hatte das reichhaltige Getränkeangebot am Thresen bereits die Zunge gelockert), dazwischen hin und wieder ein Paar von Kamerateams umschwärmte Fernsehkorrespondenten. Mittendrin – und irgendwie etwas verloren in diesem ganzen Tohuwabohu: ABSPANN.

Auf der Suche nach dem filmischen “Rheingold” fanden wir uns gestern Abend auf der Parkinsel in Ludwigshafen wieder. ABSPANN wurde zum “Festival des deutschen Films” geladen! – Der erste rote Teppich in diesem Jahr, von dem wir euch live berichten werden.

Wollen wir es dem leitenden Festivaldirektor Dr. Michael Kötz einmal verzeihen, dass er bei seiner Eröffnungsrede doch nicht die geladenen Gäste namentlich begrüßte. Stattdessen Dank an Freunde und Förderer und die in diesem Jahr ganz besonders hochgehaltene Beziehung mit der Landesregierung, vertreten durch Ministerin Doris Ahnen, die durch finanzielle Unterstützung einmal selbst Teil der Erfolgsgeschichte werden wollte.

In diesem Jahr geht das Filmfest in Ludwigshafen in die 7. Runde. Natürlich führte Märchenonkel Kötz bei dieser aufdringlichen Zahlensymbolik sogleich die Festivalgründung und dazu die Mär von Schneewittchen und ihren 7 Zwergen an. Die schon wie ein Mythos erzählte Geschichte, wie hier auf der Parkinsel, in dieser “Oase” im Rhein, schließlich der Standort auserkoren wurde, erfüllt den Festivaldirektor noch immer (und zu Recht!) mit Stolz. Schneewittchentypisch stiefmütterlich wird das Festival jedoch nicht behandelt. Ganz im Gegenteil: “Schneewitchen” (was an diesem Abend tatsächlich zu einem gängigen Synonym für das Festival des deutschen Films wurde) scheint zu einer kleinen Perle unter den Filmfestivals in Deutschland heranreifen.

“Schneewittchenfilme” wurden zur Eröffnung vorerst jedenfalls nicht gezeigt. Den Filmen Christian Petzolds, denen (laut Programmheft) dieses märchenhafte Siegel von seinem deutschen Regie-Kollegen Dominik Graf verliehen wurde, werden erst ab Samstag mit dem ersten Teil der „Dreileben“-Trilogie („Etwas besseres als den Tod“) im Programm laufen. – Eine Reihe, der wir schon jetzt ganz gespannt entgegenhibbeln. Mit “Schenk mir dein Herz” durfte ein Film mit ganz anderem Zuschnitt das diesjährige Festival eröffnen. Eine romantische Komödie über den an Gedächtnisverlust leidenenden Schlagerstar Alexander Ludwig (Peter Lohmeyer), der durch die “Musiktherapie” seines Klinikgenossen Heinrich (gespielt von Swing-Legende Paul Kuhn) aufgepeppelt wird und zu einem neuen, aufrichtigen Lebensweg zurückfindet. Dieser leichtfüßige, ironische und charmante Musikfilm, der am Ende jedoch das Motiv des Vergessens – Nicht Vergessens ein wenig überstrapazierte, war jedoch gerade für ein breites Eröffnungspublikum ein geeigneter Auftakt. Wir schließen deshalb auch gar nicht aus, dass die Regisseurin Nicole Weegmann vielleicht auch dieses Jahr (wie schon 2009 mit “Ihr könnt euch niemals sicher sein”) den Publikumspreis des Festivals einheimsen könnte. Die Ohrwürmer hatten sich an diesem Abend jedenfalls schon während des Films in die Gehörgänge der Zuschauer eingenistet, dass so ziemlich jeder gespannt auf die Live-Performance durch die anwesenden Schauspieler wartete.

In den nächsten Tagen erwartet uns unter den Festivaldächern,  auf die gestern Abend noch der Regen trommelte, dann eine richtig spannende Auslese auf uns: Ein paar Berlinale-Gewinner (“Wer, wenn nicht wir”, “Schlafkrankheit”), ausgezeichnete Dokumentationen (“The Green Wave”), Überraschungsfilme (“Dreileben”, “Das rote Zimmer”, “Im Alter von Ellen”) und vieles, vieles mehr. Für euch mittendrin, diesmal nicht so verloren, sondern voll bei der (Lieblings-)Sache: Wir natürlich!

Das gesamte Programm und noch viel mehr Infos findet ihr hier!

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“Schenk mir dein Herz”, D 2010, Regie: Nicole Weegmann, Drehbuch: Ruth Thoma, Kamera: Sten Mende, mit Peter Lohmeyer, Paul Kuhn, Mina Tander u.a.

Fotos: Philipp Scheid, Festival des deutschen Films/Norbert Bach

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2 Kommentare
  1. [...] 60 Jahre Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg. – Die große Schwester des Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ist am vorletzten Sonntag mit einer rauschenden Party und verdienten Preisträgern zuende gegangen. [...]

  2. [...] auf der Parkinsel von Ludwigshafen am Rhein ausmacht: Das Intime, Heimelige, Gemütliche. Ja. Das Festival des deutschen Films ist echt gemütlich. Ein Festival mit ganz viel Charme. –Und das, obwohl die Filme nicht immer [...]

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