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Fräulein Magazin

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Ein liebevoll aufbereiteter Artikel über die Symbolik von Blumen.

Foto: Peter Langer
Illustration: Tricia Le Hanne 

Magazininhalte werden aber nicht nur durch Texte, sondern auch durch die optische Gestaltung des kleinformatigen Magazins transportiert: Tanzende Buchstaben im Dada-Stil, Collagen als Hommage an die 80er und Retro-Elemente ziehen sich durch das gesamte Konzept des detailverliebten Designs. Ganzseitige künstlerische Arbeiten werden nicht in ihrer Ganzheit präsentiert, sondern rebellisch im gesamten Heft verstreut. Erst, wenn der Leser am Ende des Magazins angekommen ist, gibt ein Portrait überraschend Aufschluss über die Werke - Verwirrungstaktik wird zum Stil-Element. Was in anderen Publikationen oft stiefmütterlich behandelt wird, erhält diesmal einen ganz neuen Stellenwert: Das Inhaltsverzeichnis wird aufwendig illustriert und erzählt seine ganz eigene Geschichte. „Must-Haves“ werden nicht emotionslos aneinandergereiht, sondern liebevoll aufbereitet. Natürlich kommt auch die Mode nicht zu kurz: "Jede Ausgabe bekommt ihr eigenes Titelfräulein, das im Heft sowohl Designerstücke, als auch persönliche Lieblingskleider präsentiert." Sieht so aus, als sei für Lesestoff und Augenschmaus en masse gesorgt. Man darf sich also nicht von dem Gedanken irreführen lassen, dass das adrette Fräulein altbacken oder gar kleinkariert sei - optisch wie auch inhaltlich geht es hier zwar vor allem um Tradition und alte Stilregeln, Brüche und experimentelle Ausflüge verleihen dem Gesamtprodukt aber die Note einer völlig neu erfundenen Modernität. Eine Modernität, in der alt und neu Hochzeit feiern.

Wenn wir das nächste Mal entspannt und völlig ungeniert durch die Straßen flanieren, während wir unsere neu errungene Frauenzeitschrift lässig zur Schau tragen, dann handelt es sich dabei vielleicht schon um die allererste Ausgabe von „Fräulein“ - wir haben bereits einen Blick hinein werfen dürfen und finden: sie ist sogar ein ausgesprochen liebenswertes Fräulein. Nur eine Sache fehlt: Horoskope - aber damit können wir leben.

Ein kleines Interview mit Barbara Krimm, der Art Direktorin des Magazins, haben wir auch noch schnell erhaschen können. Sie steht auf Ron Sexsmith, Männerkleidung und tschechische Märchen. Mehr gibt's hier.