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Interview mit Nneka \"Sometimes I\'m pissed off\"

Text: Nike Van Dinther, Fotos: Sarah Gottschalk

Nneka ist eine kleine Frau mit großen Plänen und einer Willenskraft, die gigantischer ist als der Weg zwischen beiden Ländern, in denen sie sich zuhause fühlt: Deutschland und Nigeria, weiß und schwarz. Nneka sagt, sie sei beides. Halb, halb eben, vielleicht ein bisschen mehr Afrika als Hansestadtkind. Entscheiden mag sie sich nicht, bloß eins weiß sie genau: Musik ist der Knotenpunkt, Musik ist Alles und Nichts, Hass und Liebe, alles zur gleichen Zeit.

Als sie mit 19 Jahren nach Hamburg kommt, weiß sie noch nicht, dass es sich lohnen wird zu singen, bis der nächste Morgen anbricht. Sie ahnt vielleicht, dass ihr Debütalbum Victim Of Truth ein paar Jahre später gehört werden würde, aber vom richtigen Durchbruch, der mit der nächsten LP No Longer at Ease folgen sollte, hat sie nichtmal träumen wollen. Die Single "Heartbeats" wurde rauf und runter gespielt, auf Konzerten und Festivals, in vibrierenden Wohnzimmern und Clubs. Plötzlich kennt die Welt Nneka. Jeder, der Soul mag, Hip Hop, Highlife, Jazz, Rap oder Reggae, summt leise ihre Lieder mit, bewegt sich zu Afro-Beats und geht unter mit dem Bass. Nneka schöpft aus dem Vollen, lässt sich nur schwer in Schubladen stecken. Ein bisschen Talib Kweli schwingt da mit, Mobb Deep, Fela Kuti und Lauryn Hill stecken auch in ihren Songs. Zu verdanken hat sie ihren Erfolg wohl am allermeisten sich selbst - und DJ Farhot, der als Produzent lange Zeit an den Reglern drehte. Immer im Ohr: Nnekas Stimme, die von Liebe singt und von Gott, von Korruption, sozialer Ungerechtigkeit und Rassismus.

Nach drei Jahren Atempause meldete sich Nneka endlich mit ihrer neuen LP Soul is Heavy zurück. Über die aktuelle Single "My Home" sagt Nneka: "Es geht darum, innere Balance zu finden und sich im eigenen Leben wohl zu fühlen."

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Nneka kurz vor ihrem Konzert im Kesselhaus, Berlin. 
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