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Nachgehakt: Wie produziert ihr eigentlich, H&M?

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Ein Baumwollfeld. 
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Die neue H&M Conscious Collection ist ab April im Handel. 
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Näherinnen in Bangladesh via ARD. 
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Gepflückte Bio-Baumwolle. 

Von Nike van Dinther & Sarah Gottschalk

Es ist immer einfach, mit dem Finger auf Jemanden zu zeigen. Speziell dann, wenn andere es dir gleichtun. Er ist eben schnell gefunden: Der Übeltäter, der Bösewicht, der Spielverderber – So war es schon damals in Kindertagen, und so wird es vermutlich für immer sein. Zugegeben, wir müssen unterscheiden zwischen vermeintlichen Banalitäten und wirklichen Straftaten.

Doch in keinem Fall dürfen wir das kritische Hinterfragen all dessen vergessen - das sorgfältige Beleuchten unterschiedlicher Meinungen. Denn der unbequemere Weg bringt oft mehr Licht ins Dunkle als das unreflektierte Rezitieren fremder Stimmen.

Die schwedische Modekette H&M zum Beispiel ist eine beliebte Zielscheibe, wenn es um das Thema “schlechter Produktionsbedingungen geht. Wenn Kinderarbeit auf der Nachrichten-Agenda wieder ganz weit nach oben rutscht, wenn rasch ein Schuldiger ausfindig gemacht werden soll. Das wissen wir nicht erst seit Artikeln aus der “Zeit“ oder der “Vice“, sondern speziell auch aus dem kürzlich gesendeten Beitrag der ARD, „Markencheck“.

Wir machten uns also auf den Weg zum schwedischen Moderiesen, um auch die sogenannte „Gegenseite“ öffentlich zu Wort kommen zu lassen, aber vor allem: Um endlich Antworten auf all unsere Fragen zu finden.

Wie kann ein H&M-Shirt eigentlich so günstig sein? Wieso sind viele Fabrikarbeiter so jung? Warum stehen die Produktionsbedingungen ständig unter Beschuss? Und wie schaut’s eigentlich mit nachhaltigen Materialien im „Hennes & Mauritz“-Wunderland aus?

Dass die Modelandschaft eben mehr als diese Traumwelt aus hübschen Kleidern, großartiger Handwerkskunst und hinreißenden Präsentationen ist, sollte uns klar sein. Jede Medaille hat eine Kehrseite, auch diese. Viele kleine Unternehmen haben das inzwischen begriffen und auch große Konzerne, die unter ständiger Beobachtung stehen, ziehen peu à peu nach – und schmücken sich gern mit zertifizierten Belegen von unabhängigen Gutachtern.

Der Impuls, etwas verändern zu wollen, lässt sich in jedem Fall als ein positiver erster Schritt werten, der nicht zu unterschätzen ist: Das Handeln von Modegiganten schlägt schließlich weitaus größere Wellen als das kleiner Brands – selbst wenn jene diesen neuen Weg längst implementiert haben. Ihre Publicity-Macht reicht schlichtweg nicht an jene der Großen heran.

Sicherlich stehen wir vor einem undurchsichtigen Netz aus Subunternehmern und externen Lieferanten und wir wissen sehr wohl, dass jeder Fehltritt von allen Seiten bis auf’s Härteste verurteilt werden muss. Was wir aber nicht vergessen sollten: Lieferanten arbeiten immer für eine Vielzahl von Auftraggebern. Beschuldigen wir den Schweden also des unkorrekten Handelns, so ist er damit in den meisten Fällen nicht alleine. Ob teure oder billige Kollektionen - hergestellt wird oft in ein und der selben Fabrik.

Aber halten wir fest: H&M experimentiert bereits seit den 90er Jahren mit biologischer Baumwolle, lancierte zunächst die Garden Collection und brachte im vergangenen Jahr erstmalig die „Conscious Collection“ auf den Markt, die ausschließlich aus nachhaltigeren Materialien besteht und im April 2012 erneut in die Läden stürmt. Ziel des Moderiesen ist es zudem, bis 2020, die gesamte Baumwolle aus „nachhaltigeren Quellen“ zu beziehen und somit vollständig auf Baumwolle aus biologischem Anbau, recycelte Baumwolle und die so genannte „Better Cotton“ zu setzen.

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