HOME > features > Recap: HOUSE OF VANS

Recap: HOUSE OF VANS

k-mb_vans_hov_boiler_room_20130116_2.jpg
 

HOUSE OF VANS - 3 Nächte voll Musik, Fotografie, Street Fashion und Skateboard Culture

Dass wir romantische Gefühle für Vans hegen, liegt vermutlich auch ein Stück weit an dieser Skepsis gegenüber der Erwachsenenwelt und an ziemlich vielen Erinnerungen. Als mir zum ersten Mal der Arm brach, beim Basketballspielen, da trug' ich Vans an meinen Füßen. Als mir jemand mit seinem Ellbogen die Nase zertrümmerte während Rage Against The Machine "Killing in the name of" schrien, da trug ich Vans. Als mir zwei Jahre später sämtliche Bänder im Knöchel rissen, weil ich es für eine gute Idee hielt, dem Sonnenaufgang nach einer schnapsgetränkten Nacht auf vier Rollen entgegen zu jagen, da waren Vans an meiner Seite. Es muss Liebe sein. Weil jede einzelne dieser Kleinkatastrophen Teil der fetten Jahre ist, Ausdruck von dem Chaos, das wir für immer in uns tragen wollen. Nennt uns pathetisch, aber Vans haben uns damals durch die Pubertät gebracht und bewahren uns Heute davor, im Sumpf der piekfeinen Risiko-Verweigerer unterzugehen. 

vans.jpg
 

Vielleicht haben wir uns deshalb dazu entschieden, den Fashion Week Mittwoch im House of Vans zu verbringen, statt zwischen Candle Lights und Champagner. 47 Jahre Brand-Geschichte mussten ausgeschwitzt werden, Modeselektor, Boys Noize, Gesaffelstein und Brodinski und davor noch Hercules and Love Affair sorgten dank der Koorp mit dem Boiler-Room für den passenden Soundtrack zum Exzess, dazwischen noch mehr Beats und gute Menschen, Kunst, Skateboarding und Street-Fashion. Große Trauer, dass wir nicht schon am Dienstag zur Firmamet Party antreten konnten, dafür schafften wir es am Donnerstag nach den BESA Awards noch kurz zur Abriss-Feierei in die heiligen Hallen, oder eher: Ins Stadtbad Oderberger, das drei Tage lang zum House of Vans mutierte. 

Wir waren wirklich da und wir hatten wirklich Spaß, nur leider sahen wir nicht sonderlich gut dabei aus, weil wir von all den Drinks und der Liebe in der Luft so heillos beschwippst waren: 

vans_3.jpg
 
vans_5.jpg
 
vans_6.jpg
 
vans_7.jpg
 
vans_9.jpg
 

VANS VINTAGE AUSSTELLUNG

Henry Davis und seine Sammler-Stücke

Wen und was wir außerdem ziemlich fantastisch fanden: Henry Davis, Inhaber des Londoner Vintage-Stores "The Other Side of The Pillow", der uns die Brand-Geschichte mit seiner Mini-Ausstellung im House of Vans noch ein bisschen mehr ins Herz brannte. Tagsüber gab's im Stadtbad quasi noch mehr zu sehen als bei Nacht (bloß weniger gut aussehende Bartträger), nämlich ein Sammelsorium an Schuhen und Fotografien, das uns Schweißperlen des Neids von der Stirn tropfen ließ. Besagter Henry präsentierte uns zum Beispiel rar gesähte Vans-Fundstücke inklusive diverser Samt-Modelle, wahrhaftiger Clownsschuhe, Animal-Print-Sneaker und bestickter Unikate, die wir liebend gern aus der Vitrine entwendet hätten. Haben wir aber nicht. Stattdessen sind wir weiter geschlendert zum Schaufenster vom Gründer und Kurator des Skateboard Museums: Jürgen Blümlein

vans1.jpg
 
vans4.jpg
 
vans7.jpg
 
vans2.jpg
 
vans1.jpg
 

Skateboard Museum: Jürgen Blümlein

Drei Tage House of Vans, drei Hardcore-Vans-Sammler: Oben genannter Henry und nun der Zweite im Bunde und eventuell auch der Krasseste von allen: Jürgen Blümlein, Gründer und Kurator des Skateboard Museums. 


Beim Betrachten seines Fundus finden wir uns in einer Welt zwischen Rollschuhen, Skate-Decks, Trickots und Sk8 His wieder, die ihr Leben im Grunde schon hinter sich haben und genau deshalb die besten Geschichten erzählen. Blümlein verzichtet auf das adrette Einkartonieren seltener Modelle und feiert stattdessen jede einzelne Gebrauchsspur. Natürlich mögen wir das, denn nur wer Narben hat, hat was erlebt. Ist bei Schuhen ja genau genommen nicht anders als bei uns Menschen. Highlight der Blümlein-Sammlung: Ein "Old Skool" Modell in Patchwork-Optik, das einst ein enger Freund an den Vans-Fanatisten verschenkte.

Noch mehr Skateboard-Passion gibt es nur bei Jürgen Blümlein, der vor allem in Berlin alsGründer und Kurator des Skateboard Museums einigen bekannt sein dürfte. Ebenfalls bis in die achtziger Jahre reicht seine Sammlung bereits zurück und so fanden wir bei ihm etwa auch die Vans-Rollschuhe zwischen Trickots, Shirts, Skate-Decks, Mood-Bildern und den eindeutig am intensivsten getragenen Sneakern. 
Denn Fantum bedeutet für Blümlein eindeutig nicht, seine Sneaker ordentlich einkartoniert auf Regalen in eine Reihe zu stellen; vielmehr verrät jedes Modell, dass es bereits weit herum gekommen und viel getragen wurde. Mit dabei auch ein Paar customized Vans des Style 38, der heute besser bekannt als Sk8 Hi ist. Und auch der Old Skool ist in seiner alten Erscheinung vertreten und macht als Style 36 eines der Highlights der Sammlung aus: Einstmals ein Geschenk von einem Freund, besteht der Style 36 aus einem einzigartigen Patchwork-Muster verschiedenster Stoffe. 
Drei Tage House of Vans, drei Hardcore.Vans-Sammler: Oben gennanter Henry, 
Während auch wir hier abends mit Vans das Bergfest der Events in der Pop-Up-Location feierten, hatten wir bereits tagsüber in den alten Hallen des Stadtbades in der Oderberger Straßen vorbeigeschaut, um uns auf das zu konzentrieren, was Vans sonst noch und am meisten ausmacht: Sneaker und Skateboarding Apparel. Passend zu den drei Nächten hatten hier ebenfalls drei der spannendsten Vans-Sammlerihre Vitrinen bekommen, um in ihnen ihre Highlights (und für uns einige amüsante Überraschungsentdeckungen) zu präsentieren - ob überdimensionale Vans-Clownsschuhe oder altmodische Rollerskates, zwischen der breiten Übersicht aus Klassikern, Raritäten und allem, was rund um die Sammelleidenschaft noch zum Lifestyle gehört, war einiges bisher Unbekanntes in der Vans-Vintage-Ausstellung zu entdecken.
Jedes Schaufenster eine andere Welt - der Pariser Fotograf und Regisseur Dimitri Coste, der Londoner Vans-"Archäologe" und Vintage-Store-Betreiber Henry Davies sowie der Gründer des Skateboard Museums Berlin Jürgen Blümlein bewiesen hier auf engstem Raum, wie weit Sammelleidenschaften gehen können. Wir haben uns die 200 Styles starke Vintage Apparel- und Schuh-Kollektionen aus 47 Jahren Brand-History genauer angesehen.
vans1.jpg
 
vans2.jpg
 
vans3.jpg
 
vans4.jpg
 

Weiter geht's auf der nächsten Seite mit dem Vans-A-Holic: Dimitri Coste!