Stop acting like a pussy.

– 18.03.2011 um 14.00 – Allgemein Leben Trend Wir

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Männer müssen aussehen, als könnten sie im Wald überleben, erklärte mir einst eine gute Freundin. Klingt logisch. Die Realität sieht aber anders aus.

In den 50ern und 60er Jahren war der Mann noch stark und sah ebenso aus. Er hatte alles unter Kontrolle, die Zügel fest im Griff. Vielleicht liegt die optische und geistige Veränderung des “starke Geschlechts” also an der Krise. Heute sei die Männerwelt verunsichert und ängstlich, heißt es. Wahrscheinlich ist es aber auch die selbstbewusste Dame von Welt, die dem Wandel des Männerbilds einen ordentlichen Ruck verpasst hat – schließlich ist sie aus der unterwürfigen Rolle herausgeschlüpft und stellt sich wacker den Tücken der Welt. Aber muss “Mann” deswegen gleich zum Mädchen werden?

Nennt mich konservativ. Engstirnig oder desillusioniert – ein Fan von männlicher Kosmetik und Skinny Jeans an behaarten Beinen werde ich niemals werden. Es will sich meinem Verstand einfach nicht eröffnen, dieses Phänomen der Verweiblichung unserer geliebten Max Mustermänner. Klar, ich bin für eine gesunde Portion Emanzipation, aber muss ich deshalb akzeptieren, dass mein potentieller Freund mehr Gesichtscreme im Badezimmerschrank beherbergt als ich? Muss ich dünn gezupfte Augenbrauen, akkurat gescheitelte Geheimratsecken, rosa Hemden und Handtaschen deshalb mögen? Nein. Aber ich schätze, ich muss akzeptieren, dass ich mit meiner Meinung zwar nicht allein dastehe, kann aber zugleich auch nicht sonderlich viel Zuspruch erwarten. Es ist normal geworden, dass Mann sich pflegt und kleidertechnisch mit der Verwischung von Geschlechterrollen spielt. Jeder darf und muss tun und lassen, was er will – es Zeit, aufgeschlossener zu werden, sage ich mir tagtäglich.

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So richtig klappen tut’s nicht. Ganz egal wie selbstbewusst ich bin, oder nicht, egal wie emanzipiert – ich wünsche mir, dass Schminke, Pinzette und jegliche Art von Accessoires uns Damen vorbehalten bleiben. Ich möchte auch weiterhin breite Schultern bewundern, mir die Tür aufhalten lassen und in bärtige Gesichter schauen. Ich will Mädchen bleiben und mich anlehnen dürfen, ohne als schwach zu gelten, statt mit dem Liebsten das Glätteisen zu teilen. Ich hätte gern, dass Mädchenkram Mädchenkram bleibt. Was ist denn bloß verkehrt an der Rarität der “echten Kerle”?

Seit dem letzten Sommer dürfen engstirnige Menschen wie ich allerdings wieder aufatmen: Egal, ob bärtig oder nicht, ob James Dean-Like oder mit fescher Haar-Tolle bestückt: Die Zeichen stehen wieder auf propagierter Männlichkeit und auch in der Mode hält das kantige Exemplar wieder Einzug. Ich gestehe: Ich bin ein klein bisschen froh.

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Wrangler.

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Niclas Gillis

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James Dean

Fotos via, via, via und via.

4 Kommentare

  1. xtina.r@freenet.de'christina

    bin absolut deiner meinung! gegen skinny jeans habe ich nichts, aber leggins, die mittlerweile an so einigen pubertierenden männlichen bloggern auftauchen, finde ich echt schlimm :)

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  2. carbon.made@web.de'jen

    Gott (oder besser: Nike), danke für diese Worte! Nach dem Artikel auf LesMads und im Zeit Magazin mit Jürgen Teller, wo die große Androgynisierung ausgerufen wurde, habe ich schon befürchtet, jetzt geht’s endgültig den Bach runter. Alle Menschen sollen gleich sein, nicht gleich aussehen. Oder so. Ich jedenfalls will auch lieber viele Haare und Bierbäuche, als super skinny boys.

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  3. laebaiuo@spaml.de'?

    Ihr Frolleins habt offensichtlich zuviel Zeit und Identitätsprobleme, daß Ihr Euch an der Vielgestaltigkeit der Männerwelt echauffieren müßt…

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