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Zara in der Kritik – und wieder ist er da: der Gewissenskonflikt

22.08.2011, 13.10 | von
Zara Zara in der Kritik   und wieder ist er da: der GewissenskonfliktZara Lookbook für August.

Zara und Co. gehören zweifelsohne zu den ganz fixen Modehäusern, welche Trends vom Laufsteg in kürzester Zeit adaptieren. Binnen zwei Wochen kann so vom Entwurf bis zum fertigen Stück produziert und verkauft werden. Rasend schnell haben wir also die Möglichkeit, kostengünstig an unsere Haben-Wollen-Stücke zu gelangen, ohne dabei unserem kompletten Geldbeutel zu plündern. Jüngsten Anschuldigungen zufolge beschäftigt Zara in Brasilien allerdings “Arbeitnehmer unter Bedingungen, die an Sklaverei grenzten”, so ein Sprecher der Arbeitsaufsicht. Dabei agiere der spanische Moderiese ganz geschickt und engagiere ein Subunternehmen, das nicht gleich mit Zara in Verbindung gebracht werde. Dieser Subkonzern arbeite mit illegalen Schneiderateliers, und ließe “im Schnitt 14 Stunden am Tag unter entwürdigenden Bedingungen” arbeiten.

Und was machen wir? Wir kaufen weiter fleißig ein, lassen uns gerne von den neuen Trendstücken wie Neopren, spitzen Krägen, Two Tone Muster und dunklem Blau in den Bann ziehen – dabei stehen wir wieder einmal fragend vorm Geschäft.

Denn ganz ehrlich, was tun, wenn das Portemonnaie eben nicht ausreichend gefüllt ist, um sich komplett mit Designer- oder Fair-Trade-Stücken einzudecken, die ihren Fokus auf eine nachhaltige Produktion und den sorgsamen Umgang mit den Arbeitnehmern legen? Kann man nicht nahezu jedem Unternehmen wie H&M Co so etwas nachsagen? Und auch Luxus-Marken ankreiden? Denn wenn namenhafte Designer mit Pelz und dem neuen Must Have Schlangenleder locken, dann werden auch hier Tiere gequält, ausgerottet und auf Kosten anderer produziert. Wieso kritisiert das denn beinahe niemand?

Zara1 Zara in der Kritik   und wieder ist er da: der GewissenskonfliktZara Lookbook für August.

Ein Preis bleibt oft ein Indikator für Qualität. Ein hoher Preis bedeutet aber nicht, dass das Produkt unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt und vermarktet wird. Ein Produkt, das “Made in…” (Europa) produziert wurde, impliziert also nicht, dass das Stück in jedem Fall sauber in Produktion gegangen ist, und dubiose Zulieferer und Zwischenhändler der Unternehmen auf keinen Fall unter menschenhenunwürdig arbeiten lassen!

Wir als Konsumenten wissen meist nicht, wer mit wem zusammen arbeitet und wie dort hergestellt wird. Zara und Co., aber auch teure Designer stehen unter wahnsinnigem Konkurrenzdruck und die unverhältnismäßigen Gewinnspannen müssen sich für die höheren Etagen weiterhin lohnen. Wir bleiben also weiter ratlos, können uns nachhaltige Stücke oft nicht leisten, können aber zumindest darauf achten, uns mehr zu informieren und vielleicht hie und dort weniger beim Schweden oder Spanier zu kaufen und uns eben doch mal ein paar Groschen für korrekte und trotzdem schöne Stücke beiseite zu legen – denn zumindest auf ein 5 Euro Shirt können die meisten von uns doch vielleicht verzichten, oder?

Das neueste Zara Lookbook macht es mir dennoch schwer, aber aufgrund der wieder aufploppenden Nachricht um menschenunwürdige Produktionen, werde ich es mir wohl verklemmen. Bis zum nächsten Lookbook?

Tjaja. Der Konsument hat die Macht. Hat er !?

 

Zitate via Stern.

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1 Kommentar
  1. also die auch noch.
    ich finde es abartig, wie menschen mit dem leid anderer menschen ihr geld verdienen. das sollte man keinesfalls unterstützen. wenn es dafür auch nur einem einzigen arbeiter besser geht, würde ich liebend gern auf mein ach so tolles neustes trendteil verzichten. mode kann und darf nicht wichtiger sein als menschenwürde und -rechte. dann halt second hand kaufen, selbermachen, oder sich vorher informieren. zum beispiel hier auf der “weissliste”: http://weissliste.twoday.net/topics/die+weissliste/
    das werd ich direkt mal bloggen.
    danke für den hinweis.

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