Filmtipp: Unmade Beds

– 22.02.2012 um 17.58 – Allgemein Film

Unmade Beds Movie Filmtipp: Unmade Beds

Was passiert, wenn wir iTunes auf “zufällige Wiedergabe” stellen? Es kommen Songs zum Vorschein, die Erinnerungen bei uns wecken. Wie bei „Hello“ von Michiel Huisman – seine Stimme und der Gitarrenklang lassen bei Nike, die mir in diesem Moment gegenüber sitzt, und mir den „das-kenn-ich-doch-Funken“ in den Augen blitzen. „Haste Unmade Beds gesehen?“

Und schon ist der Filmtipp für den heutigen Mittwochabend geboren. Ein großer Film über das Vergessen und die ewig andauernde Suche der verkappten Mittzwanziger – nach was auch immer.

Axl aus Madrid ist nach London gekommen um seinen Vater zu finden. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit kommt er in einer von Künstlern besetzten Lagerhalle unter und feiert sich dort Nacht für Nacht seine negativen Gedanken aus dem Kopf. Auch die Belgierin Vera versucht zu verdrängen. Von ihrer letzten Liebe verlassen, baut sie einen Schutzpanzer um sich auf, um ja keine Gefühle zuzulassen. Als sie eine Romanze mit einem Unbekannten beginnt, gehen die beiden einen Deal ein: niemand darf den Namen und die Geschichte des Anderen wissen – Hauptsache anonym.

 

Axl und Vera, zwei, die stellvertretend für unsere “wer-sind-wir-eigentlich-und-wo-wollen-wir-hin-Generation” stehen. Der argentinische Regisseur Alexis Dos Santos greift dabei auf scheinbar zufällig ausgewählte Charaktere zurück, die er über einen gewissen Zeitraum begleitet. Und wahrscheinlich funktioniert der Film auch deswegen so gut. In jedem von uns steckt ein bisschen Axl und Vera. Exzessiv leben, lieben und leiden, Mauern bauen und wieder einreißen.

Unmade Beds“ (2008) ist thematisch eher eine leichte Kost, die durch einzigartige Schlüsselszenen und großartige Musik den Film zu meinen Lieblingen macht. Absolute Favoritenszene: das erste Treffen von Axl und Vera auf einer Party in der Lagerhalle. Während des ersten Gesprächs zwischen den Beiden trägt sie einen Elchkopf – unschlagbar gut!

Kollektives Generationenleiden ist vorprogrammiert. Und irgendwie ist es ja auch schön zu wissen, dass wir mit unserem Gedankenzirkus nicht allein sind.

Bilder via und via.

// TEXT: Jessica Oemisch (unsere neue Praktikantin!)

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