Lesestoff: Drei Cover zieren das neueste Interview Magazin

Wenn ein Magazin gleich mit mehreren Cover-Seiten um die Ecke schnellt, werden wir zwei gleich ganz raschelig und fallen geradewegs aufs Marketingkonzept der Macher herein: Welches finden wir schöner, welches würden wir kaufen und welches ausgewählte Cover darf zukünftig den Bestand der heimischen Magazinwelt aufwerten? Folgerichtig beschäftigen wir uns schon viel intensiver mit dem Magazin, bevor wir uns überhaupt mit dem Inhalt auseinandersetzen. Der optische Augenschmaus ist eben doch nicht ganz unwichtig und wenn dann noch inspirierende Persönlichkeiten wie das Designer-Duo Dolce & Gabbana, der Designkollegen Jean-Charles de Castelbajac und Isabel Marant sowie  Sänger der Band The xx, Alex Katz, das Printwerk zwischen den hübschen Papierdeckeln schmücken, steht der nächste Kioskbesuch eh schon fest auf dem Tagesplan.

Die Rede ist diesmal vom deutschen Interview Magazin und das hat sich für die Septemberausgabe eben gleich drei Powerfrauen aufs Titelblatt geholt: Supermodel Linda Evangelista, die deutsche Schauspielerin Nina Hoss und Model Alex Yuryeva. Wir können uns tatsächlich noch nicht recht entscheiden, schwanken aber wohl zwischen den ersten beiden Ladies. Und ihr?

Und überhaupt: Die Septemberausgabe aus dem deutschen Interview Hause verspricht eine Gute zu werden, denn wir treffen nicht nur auf Tilda Swinton im Gespräch mit Kurator Olivier Saillard, die ihr gemeinsames Museumsprojekt „The Impossible Wardrobe“ vorstellen, sondern erfahren von der Muse ebenso Privates und Kurioses – z.B. „warum sie bis heute ihre Schnürsenkel falsch bindet.“

Lenny Kravitz erklärt im Interview mit Editor at Large Naomi Campbell, warum Teenies glauben, er sei ein reiner Schauspieler und sie noch nie was von seiner Musik gehört haben. Und Bestsellerautorin Cornelia Funke diskutiert mit Berlins hippstem Gastronom Boris Radczun („Grill Royal“) über Hässlichkeit von Buchcovern und ihre Probleme mit der Triologie „Herr der Ringe“.

Ja, vielleicht sind es vor allem wieder die internationalen Geschichten, die im ersten Moment ein Stück weit aufregender erscheinen. Wir allerdings freuen uns auf die wohl verdiente Portion nationaler „Stars“ und hätten zukünftig gern mehr davon! In jedem Fall eine Ausgabe, die vor allem wegen ihrer Cover-Wahl einmal mehr unser Interesse weckt. Wir sind gespannt auf die Umsetzung und das Ergebnis – morgen mehr – am Kiosk für runde 6 Euro!

 

4 Kommentare

  1. maike

    mich würde mal eher interessieren, wie so die verkaufszahlen auf dem dt markt von dem magazin sind. denn besonders gut ist es nicht. jede 2. seite ist werbung, das format ist unpraktisch und die artikel + interviews schwach bis hin zu uninteressant. aber es gehört wohl zum guten ton zu betonen, dass man es daheim rum liegen hat. mit der betonung auf ‚rumliegen‘ dann bitte.

    und welches cover ihr euch ausschneidet um es dann mit nem flohmarktrahmen im flur aufzuhängen? das 3. . das ist so stark gephotoshoped, dass man sich als frau gleich darüber im klaren ist, dass man weder solche wangenknochen wie bei 1, noch diesen dumm-lasziven gesichtsausdruck von 2 haben muss/will/kann.

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  2. Sarah Jane Artikelautor

    Liebe Maike,

    würdest du dir einfach mal diesen, dann und wann aufploppenden, respektlosen Unterton verkneifen, bitte? Merci. Wie bereits erwähnt, finde ich diese Ausgabe mal wieder interessant. Ich hab sie ja auch noch nicht gelesen, mich spricht der Inhalt dennoch an. Es gab natürlich auch Ausgaben, die ich nicht so hinreißend fand – die wiederum wurden hier allerdings auch nicht erwähnt. Aber, dass wir tagtäglich mit Bildern konfrontiert werden, die in der Post-Production nachgearbeitet wurden, dürfte bekannt sein, oder nicht? Da sind obige drei Cover wohl kein besonders herausfallendes Ergebnis.

    Was das Format angeht: Sicher ist das unpraktisch und nicht gerade bahntauglich – aber das wird den Beteiligten wohl bestens bewusst sein. Ich finde es eine willkommene Abwechslung. Zur Werbung: Das Magazin liegt mit 6 Euro noch im „günstigeren“ Bereich, da liegt es auf der Hand, dass Werbung zur Haupteinnahmequelle zählt, oder? Noch dazu: mich stört sie gar nicht. Im Gegenteil: Sie funktioniert ebenso wie beworbene Produkte im Magazin und ich kann mich mit der Gestaltung und der Ästhetik ebenso auseinandersetzen. Zu den Verkaufszahlen kann ich mich nicht äußern, aber ich denke natürlich auch, dass es das Magazin recht schwer hat, da nicht gerade eine breite Masse angesprochen wird.
    Liebst, Sarah

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  3. Anna

    Nur am Rande, und weil es mir immer wieder begegnet:
    das Wort „Triologie“ gibt es nicht, es heißt Trilogie.

    Zum Magazin: Ich war am Anfang sehr gespannt und dann doch etwas enttäuscht. Aber ich gucke doch immer mal wieder rein…

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