Film-Tipp: Mit Woody Allens „Match Point“ den Schnee-Frühling überleben.

22.03.2013 Allgemein, Film

Ganz ehrlich: Eine meiner allergrößten Bildungslücken (abgesehen von den Grundlagen der Mathematik und gewissen Bereichen der Geographie) ist vermutlich das weite Feld der Filmindustrie. Haste den einen Film da schon gesehen? Nein. Kennste den? Nein. Wie heißt noch mal dieser eine Schauspieler? Keine Ahnung. Es nicht einmal so, als hätte ich kein Interesse am Bewegbild. Ganz im Gegenteil. Ich bin bloß zu schläfrig für’s Filmegucken. Setzt man mich auf ein Sofa, fange ich spätestens nach einer halben Stunde an zu schnarchen. Die meisten Streifen, „die man gesehen haben sollte“ kenne ich also nur teilweise. Bloß, wenn’s richtig klick macht, überstehe ich die im Schnitt 90-Minuten-Beflimmerung. Zuletzt geschehen bei „Match Point“, für dessen Regieführung und Drehbuch Woody Allen verantwortlich zeichnet. Bei dem Wetter da draußen ist es jetzt auch egal, dass ich ganze acht Jahre zu spät dran bin. Den verlängerten Winter überlebe ich nämlich wirklich nur in muckeligen Räumen mit viel Kerzenschein.

„Match Point ist ein Film über das Glück. Über die Widersprüche von Ehrgeiz und Leidenschaft. Und über die Straflosigkeit.“ Woody Allen.


Aber auch über die Grenze zwischen Gut und Böse, über die verlorene Moral einer Gesellschaft, über die Schwäche des Menschen, die Anwesenheit von Glück und die Abwesenheit von Gerechtigkeit, auch ein bisschen über Pech und den Zufall, ein Film über Entscheidungen und Taten, die dein Leben verändern. Oder auch nicht. 

Ich bin kein Filmkritiker und leider funktioniert mein Gehirn heute nur semi-gut, also erzähle ich euch nur ganz fix was dazu: Chris, ein gescheiterter Profisportler aus einfachen Verhältnissen bekommt einen Job als Tennislehrer in einem dieser elitären britischen Clubs und freundet sich rasch mit dem stinkreichen Tom an. Tom wiederum hat eine wohlhabende, reizende Familie, in die er den sympathischen und Opern-interessierten Chris alsbald integriert. Die Folge: Chris küsst nicht nur Toms Schwester, die er später noch heiraten wird, sondern auch dessen Verlobte Nola, gespielt von Scarlett Joahnson. Die Affäre gerät außer Kontrolle als Tom sich schließlich von Nola trennt. Nola will Chris endlich für sich allein haben und wird schwanger, während seine eigene Frau beinahe am scheinbar aussichtslosen Baby-Wunsch zerbricht. Liebe versus Leidenschaft, sozialer Status versus Abenteuer, Sicherheit versus Ungewissheit. Außer der verliebten Nola und dem Ehebrecher Chris ahnt niemand etwas. Und dabei soll es auch bleiben. Chris wird zum Mörder, seine Taten bleiben ungesühnt. Weil er Glück hat. 

Zunächst einmal klingt das ein bisschen platt, ist es aber ganz und gar nicht. Woody Allen schafft es, uns auf ekligste Weise zu verwirren. Wir bangen plötzlich mit den Falschen, sympathisieren mit dem Bösen. Charaktere wachsen uns in einem Moment ans Herz, sind uns aber schon im nächsten ein fieser Dorn im Auge. Auf welcher Seite stehen wir? Und kommt es wirklich nur darauf an, wieviel Glück man hat?

 

Wer „Match Point“ noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen, und: Falls noch wer einen Film-Tipp für mich habt, gern her damit <3 

4 Kommentare

  1. Priselotta

    Also ich habe Match Point auch noch nicht gesehen und dabei studiere ich „‚was mit Medien“. 😉 Ich werde ich aber schnellstens auf meine Muss-ich-noch-sehen-Liste schreiben.

    Meine Filmtipps wären zum einen Mozart & the Whale mit Radha Mitchell und Josh Hartnett – zwei Autisten, die sich verlieben, aber eigentlich gar nicht wissen wie das mit der Zweisamkeit geht.
    Und zum anderen ist Der Clou ein absoluter Filmklassiker! Feinste Gangsterkomödie mit Paul Newman, Robert Redford und Scharfsinn. 😉

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