Musik: Drei Tage New York – Ein Mixtape.

13.05.2013 Allgemein, Mixtapes, Musik



Auf dem Rückflug nach Berlin musste ich ziemlich lange darüber nachdenken, ob New York City (und ich meine nicht Brooklyn oder Queens) wirklich so etwas wie eine große Liebe ist, ob dieser Ort all sein Lob verdient hat und ob man dort wirklich glücklich werden kann, wenn man nicht Investment Banker oder Beyoncé ist. Kann man. Das gilt für viele, aber nicht für mich.

Man könnte jetzt einen Essay verfassen, Pro und Contra-Listen führen, aber mir reicht dieses Gefühl, dass ich untergehen würde in der Masse, dass mich all die Menschen in den Wahnsinn treiben würden und Geld hier ziemlich viel mehr bedeutet als bei uns. Viel, viel mehr. In Berlin kann man selbst als Harz 4ler noch am Leben teilnehmen, wer mittelloser Student ist, hat trotzdem Zutritt zu den schönsten Bars der Stadt. In NYC hingegen überkam uns dieses fiese Gefühl der Isolation. Wer nicht dazu gehört, darf nicht mitspielen, und selbst wenn man wollte, man könnte es nicht. Utopische Mieten, utopische Preise, massenhaft Konsum. Kein soziales Auffangnetz und diese offensichtliche Klassengesellschaft. Man darf bestimmt darüber streiten und ich als einfacher Tourist habe im Grunde ja auch keine Ahnung. Für mich steht trotzdem fest: New York, ich liebe dich. Aber nur auf Zeit.

 

Aufwachen in New York:

 

Bill Withers – Lovely day from Anton Blåbärspaj on Vimeo.

 

Busfahren:

 

Nosaj Thing – AQUARIUM from on Vimeo.

 

Upper Eastside Shopping:

 

 

Nach einem Abend im Brooklyn, im Hotelzimmer:

 

 

Mein Wecker, wirklich wahr:

 

Frank Ocean – „Forrest Gump“ from Ancient Eye Media on Vimeo.

 

Melancholie:

 

 

Spazierengehen:

 

 

 

Kaffee holen um’s Eck:

 

 

Konzert mit Blick über New York City. So viel Gänsehaut:

 

 

Am Rockaway Beach:

 

 

Rückflug:

 

 

10 Kommentare

  1. Vidi

    Da bin ich ja mal gespannt.
    Meine Kollegin hat mir auch gepredigt das man nyc überspringen kann und nach boston gehen soll.

    Lg Vidi

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  2. Frl. Mueller

    „Massenhaft Konsum“ … das Gefühl hatte ich da auch … und trotzdem kein Geld, die Straßen vom Flughafen in die Stadt gescheit zu teeren … arme USA, so kam mir das vor, vor allem, nachdem ich in Singapur war (der Konsum dort sei jetzt mal dahingestellt *ähem*) Liebste Grüße

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  3. Merle

    Liebe Nike, das ist jetzt nicht böse gemeint, aber bitte erklär mir mal, wie man als Hartz 4ler noch großartig am Leben teilnehmen kann?

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  4. Nike Jane Artikelautor

    Liebe Merle,
    ich meine das so: Ich zum Beispiel, ich teile mir morgens in aller Frühe ein alteingesessenes, super preiswertes Café mit im Schnitt drei weiteren Stamm-Kunden, die mir mittlerweile freundlich „Hallo“ sagen – und alle bekommen sie Harz4. Das Café ist zwar preiswert, bei uns jungen Menschen im Kiez aber trotzdem äußerst beliebt, ja fast schon „hip“, dort ist es unfassbar lecker und wunderschön. Diese Freude teilen wir Nachbarn also, egal wie es um unser Konto bestellt ist. In Berlin kann man auch mit wenigen Mitteln ein vergleichsweise gutes Leben führen – das weiß ich, weil ich selbst mit nichts in der Tasche hierher gekommen bin. Die Lebensqualität ist hier schlichtweg höher. In NYC wäre das kaum möglich – abgesehen davon, dass wir vier ganz sicher keine Nachbarn wären. Denn ein soziales Auffangnetz gibt es dort nicht.

    Weißt du, was ich meine?
    Liebste Grüße,
    Nike

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  5. Debbie

    Ja, New York ist sehr teuer und sicher kann man dort gesellschaftlich nicht so zusammenleben, wie man es in Berlin kann, allerdings muss ich hier fest zu meiner zweiten Heimat halten. New York ist nichts für jeden und jeder der als Tourist nach NYC reist, kann die Stadt auch leider nicht so miterleben, wie sie sein kann.
    Ich habe eine Zeit in Manhattan gelebt und habe New York von der schönsten Seite miterlebt, ich mag die Offenheit der Menschen, die multikulturelle Atmosphäre, den Drive der Leute ebenso wie die Entspanntheit und die ruhigen Plätze jenseits aller touristischen Sehenswürdigkeiten und Midtown. New York kann ganz anders sein, als das, was man sich vorstellt oder wie man es schon mal erlebt hat. Ich versuche zweimal im Jahr mindestens für 4 Wochen hinzufliegen und würde mir jemand ein Visum sponsern, ich wäre wohl für immer weg… New York, wir sehen uns spätestens für einen Monat, für mich zur verlängerten Fashion Week, im September!
    Ich kann aber nachvollziehen, warum du New York nur auf Zeit liebst. Und Berlin, das kleine New York von Deutschland (so sagt man), ist ja dann auch nicht die schlechteste Alternative…

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  6. Merle

    Liebe Nike, danke für deine Antwort (und ich möchte an dieser Stelle mal sagen, wie toll ich es finde, dass ihr euch immer die Mühe macht auf Fragen, Anmerkungen usw. zu antworten)!
    Ich verstehe, wie du das meinst. Trotzdem muss man meiner Meinung nach mit solchen Äußerungen sehr vorsichtig sein, denn Hartz 4 und die Beiträge, die einem damit zustehen, reichen leider in den meisten Fällen nicht wirklich für ein menschenwürdiges Leben und echte gesellschaftliche Teilhabe. Schaut man sich mal die Aufschlüsselung des Regelsatzes an (http://www.sozialleistungen.info/medien/statistiken/regelbedarfsrelevante-verbrauchsausgaben.html#tab-statistik-tabelle), dann sieht man, dass z. B. genau 1,39 € für Bildung und 22,78 € für Verkehr vorgesehen sind. Das sagt doch schon alles!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass man in Berlin damit noch besser über die Runden kommt, als in anderen Städten, trotzdem sollte man aus einem morgendlich konsumierten Kaffee nicht auf wirkliche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben schließen, denn dazu gehört dann doch noch deutlich mehr!
    Allerdings kenne ich diese Personen nicht und kann ihre persönlichen Lebenssituationen nicht beurteilen, aber jetzt mal so allgemein gesprochen…

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  7. Mr. XOX

    Hallo, ich bin durch Zufall auf diesen Blog gestoßen. Und zufällig bin ich seit kurzem auch in der Situation von dem sogenannten „Hartz4“ leben zu müssen. Ich wohne nicht in Berlin, aber ich kenne Berlin und was „Nike“ sagt, kann ich mir durchaus vorstellen… man kann von dem geringen Geld einigermaßen Leben. Die großen Sprünge sind nicht drin, aber wenn man sparsam ist und sich hin und wieder zurückhält mit z.b. irgendwelchen Discobesuchen oder Konzerten kann man auch davon leben. Teure Klamotten, teure Lebensmittel, großer Urlaub usw. das kann man sich alles abschminken. Das ist einfach nicht drin mit dem Geld.

    Man muss einfach umdenken und sich den Gegebenheiten anpassen, dann kann man auch mit Hartz4 am Leben teilhaben. Vielleicht nicht in jeder Stadt oder an jedem Ort… aber in Berlin kann ich mir das „noch“ vorstellen.

    Und was am Leben teilhaben für den Einzelnen bedeutet ist dann auch eher subjektiv und relativ.

    Ich bin dann mal wieder weg.

    MfG

    Mr. XoX

    PS: Die Playlist ist eher traurig als schön.

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