Das komische Gefühl beim Tragen einer Lammfell-Jacke.

24.09.2013 Allgemein, Mode, Outfit, Wir

lammfelljackeSo weit ich das aus meiner Erfahrung beurteilen kann, sind Vegetarier keinesfalls die besseren Menschen. Wir sind beinahe Heuchler, zumindest viele von uns. Die einen knabbern trotz ihrer Tierliebe genüsslich am Fisch-Burger, ich hingegen trage Echtleder – und neuerdings auch eine alte Jacke meiner Mutter, die nicht nur aus Leder, sondern obendrein auch noch aus Lammfell gefertigt wurde. Zum Thema Pelz beispielsweise, gab es hier schon etliche Diskussionen und auch hier scheiden sich die Geister. Manch einer findet es gar fürchterlich grausam, Pelz zu tragen – egal ob Second Hand oder eben nicht. Das Argument: „Ihr setzt alle eine Statement damit – FÜR Pelz. Trendsetter, die zum Vintage-Tier greifen unterstützen den Trend und damit auch das Geschäft mir neuem Pelz.“ Andere schreien: „Quatsch! Second-Hand ist erlaubt und überhaupt, wieso sollte ich den Mantel meiner Uroma nicht tragen dürfen?“. Wie aber sieht’s mit Lammfell aus?

Während meines Besuchs in der Heimat reichte mir meine Übergangsjacke gegen die Kälte nicht mehr aus, weshalb meine Mutter mir ihre alte Jacke zusteckte. Seither frage ich mich: Ist das ok? Und woher kommt das warme Baby-Schaf-Haar?

Der große bunte Bildschirm hat mich bei der Recherche mehr oder weniger unbefriedigt zurückgelassen. Was tut man also? Einen Agrarwirten anrufen – der muss es ja schließlich wissen. Erstmal: Lammfell wird nicht ausschließlich von Lämmern, also Baby-Schafen gewonnen, denn als Lamm gilt alles, was die 40 Kilogramm-Marke noch nicht überschritten hat. Aha, ein Pluspunkt fürs Gewissen an dieser Stelle, aber es geht noch weiter. Genauso wie das Leder, aus dem die meisten unserer Schuhe gefertigt werden, ist auch das meiste Fell an den bekannten camelfarbenen Jacken eine Art Abfallprodukt – wobei ich dieses Wort in Hinsicht auf die Tatsache, dass wir hier von Lebewesen sprechen, irgendwie absurd finde. Wie dem auch sei. Dieses Abfallprodukt entsteht, weil Menschen nunmal gerne Fleisch essen, auch das der kleinen und größeren Lämmer. Ich zähle zwar nicht dazu, aber ich bin auch kein Moralapostel, also ist auch bis hier noch alles in Ordnung. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass Schafe im Allgemeinen ein relativ schönes Leben haben. Jendenfalls im Vergleich zu anderen Nutztieren, so sagte man mir. Da es sich um Herdentiere handelt, leben sie zumeist auch in solchen und dürfen ihr kurzes Leben relativ sorgenfrei in der Natur verbringen – bis dann der Schlachter kommt.

Und jetzt? Ist es okay, Lammfelljacken zu tragen, wenn man gleichzeitig gegen Felle wettert? Jein. Jeder von uns, der Lederschuhe besitzt, eine hübsche Tasche oder sonst etwas aus Tierhaut sein Eigen nennt, kann sich quasi auch Haut und Haar eines Lammes umlegen. Dadurch wird’s nicht schlimmer oder besser. Eigentlich scheint es sogar recht konsequent, das gesamte Tier zu nutzen, statt die Reste nach dem Heraustrennen des Fleisches ungenutzt zu verbrennen. Rechtfertigt unser Fleischkonsum also das Tragen von totem Tier? Nee. Wo wir wieder bei unseren so omnipräsenten Doppelmoral angelangt wären.

Ich möchte an dieser Stelle weder das Essen von Fleisch, noch das Tragen von Echtleder verurteilen. Tu ich ja selbst, echtes Leder tragen. Nachdenken ist trotzdem keine schlechte Idee. Ob ich die Jacke meiner Mutter weiter tragen werde? Ich weiß es noch nicht genau, das Gefühl bleibt ja das selbe. Es wäre allerdings kleinlich von mir, es aus obrigen Gründen nicht zu tun – dann müsste ich schon endlich konsequent sein und durchweg vegan leben – allerdings scheiterte ich daran bisweilen kläglich und hielt es aufgrund meiner Käseliebe niemals länger als sechs Monate aus. Und siehe da, ich bin kein Stück besser als jene, über die ich schimpfe.

28 Kommentare

  1. Antonia

    Ein guter Artikel. Ich persönlich trage kein Echtfell/Pelz, aus oben genannten Gründen, esse kein Fleisch, aber ich liebe Leder. Bin ich jetzt inkonsequent? Vermutlich ja. Es ist wirklich schwierig, den für sich richtigen Weg zu finden. Aber ich denke ähnlich wie du über diese Dinge nach, frage mich, inwiefern ich einen für mich richtigen moralischen Weg finden kann. Dein Artikel hat mich nochmal zum Nachdenken angeregt, eine Lösung habe ich aber auch (noch) nicht. Danke!

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  2. bina

    Schöner Artikel über ein Thema, das viele von uns bewegt. Ich lebe vegetarisch, seitdem ich 14 bin. Versuche es seit fast einem Jahr vegan und scheitere immer im Urlaub daran. Auf Leder verzichte ich nicht komplett. Achte aber darauf. Tja, konsequent inkosequent. Es ist schwer. Aber man merkt, dass ein Wandel stattfindet. Vielleicht stellt sich die Industrie ja auch bald darauf ein und wir können wunderbare Imitate kaufen. Deinen Mantel würde ich tragen – wegschmeissen hilft ja nun auch niemandem mehr!

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  3. Sue

    Ich kaufe Accesoires wie Gürtel, Schuhe + Taschen nur aus Leder, weil es einfach hochwertiger aussieht und länger hält als Kunstleder. Ich bin auch keine Vegetarierin, aber ich esse Fleisch eigentlich nur einmal die Woche (ich nenne es „back zum Sonntagsbraten“), weil ich finde, Fleisch sollte etwas Besonderes sein und wertgeschätzt werden. Ich kaufe es auch nicht im Supermarkt, sondern nur beim Fleischer ums Eck, den ich auch gefragt habe, wo er sein Rohfleisch herbekommt. So viel zur moralischen Beruhigung meinerseits.

    Ich würde nie jemandem meinen „Weg“ aufdrängen wollen, aber ich finde, viele Leute legen bei Fleisch, Leder und Pelz zweierlei Maß an. Ohne Fleisch geht es angeblich nicht (ich sag nur die Diskussion um den Veggie-Day, bei der einige ja schon Schaum vorm Mund hatten..), Leder ist super, wenn man es sich leisten kann, aber Pelz ist (meist) böse. Dieses unreflektierte Pauschalieren geht mir ziemlich auf die Nerven, zumal man ja auch bei diesem Thema kaum diskutieren kann, ohne dass das Wort Mörder oder so fällt. Deswegen beiße ich mir eigentlich immer auf die Zunge, wenn es darum geht, aber weil ich hoffe, dass es auf eurem Blog nicht so ist, kommentiere ich hier trotzdem.
    Ich finde übrigens, dass euer Blog es sehr gut geschafft hat, zwischen fashionable sein und trotzdem eine Diskussionsplattform bieten, zu stehen. Chapeau dafür, ich komme jeden Tag hier vorbei!

    Zurück zum Thema: ich frage mich manchmal, ob nicht auch das Tragen von Kunstfell/Kunstleder irgendwie ein Stück weit verlogen ist. Weil meiner Meinung nach dahinter die Aussage steht, dass man gerne Fell/Leder tragen möchte, es aber aus verschiedenen Gründen nicht tut. Läuft das aber nicht auf dasselbe hinaus, das man schlussendlich Fell/Leder propagiert? Ich will jetzt keine Diskussion um Geld aufmachen, denn wer sich kein Echtleder etc. leisten kann, will damit auch nicht sagen, dass er eigentlich Tiere schützen möchte. Aber wer Kunstmaterial aus Tierliebe trägt, bringt meiner Meinung nach trotzdem damit zum Ausdruck, dass er am liebsten doch Leder tragen würde, es aber aus moralischen Gründen nicht tut.

    Versteht man, was ich meine? Bitte das Ganze auch nicht falsch interpretieren: nur, weil ich kein Problem mit Leder habe, verstehe ich, dass es viele gibt, die das einfach nicht abkönnen. Deshalb würde ich mich sehr über eine Diskussion freuen, vielleicht denke ich ja auch in die falsche Richtung.

    Liebe Grüße, Sue

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  4. Möp

    Man unterstützt ja auch die Massentierhaltung auch als Vegetarier, wenn man noch Eier und Milchprodukte isst (und ja auch das angebliche „Bio“ ist Massentierhaltung, wenn man sich mal mit der EG Verordnung auseinandersetzt, sieht man die Unterschiede sind verschwindend gering zur konventionellen Haltung), da kann man dann auch Leder tragen. Ob das nun alles richtig ist, ist eine andere Frage. So lange aber viele Menschen Fleisch essen werden ja auch die Haut und das Fell der Tiere „übrig* sein. Da finde ich es schon sinnvoller wenn dies auch verwendet wird.Anders sieht es natürlich bei Haut und Fellen von Tieren die nur für das Fell sterben, das finde ich nicht okay. In den Gegenden wo man Pelz trägt weil es wirklich kalt ist und nicht weil man es hübsch findet sich ein Totes Tier umzuhängen, wird von den Einheimischen ja schließlich auch das ganze Tier verwertet.
    Ich hab mir aber auch schon mal die Frage gestellt was passiert wenn alle Menschen vegan wären? Gäb es dann noch Kühe, Schweine und Hühner, wenn es sich für niemanden mehr lohnt sie zu halten. Ich bin kein Vegetarier, aber ich habe das Glück auf dem Land zu wohnen und hier vor Ort einen Bauern (übrigens kein Biobauer) mit einem Hof mit eigener Schlachterei und Direktvermarktung zu haben, bei dem darf man in den Stall gehen und sich anschauen wie die Haltungsbedingungen sind. die Tiere stehen alle auf der Weide und er geht sehr gut mit Ihnen um. Daher kaufe ich mein Fleisch/Eier/Milch nur da, weil ich weiß das es den Tieren gut geht.
    Ich finde es ist ein schwieriges Thema und die Verbraucher rennen leider meiner Meinung nach lieber jedem Trend hinterher als sich selbst zu informieren. Ich habe Ernährungswissenschaften studiert und kenne mich deshalb ganz gut aus zumindest im Lebensmittelsektor. Aber viele kaufen ja z.B. Bio weil es gesünder ist, ihrer Meinung nach…was Quatsch ist, es geht dabei ja eigentlich um die Anbauweise, die den Boden schont. aber egal die meisten kennen ja nicht mal den unterschied zwischen EG-Bio, Bioland und Demeter, Fairtraide(was mit Bio im übrigens rein gar nichts zu tun hat) aber meinen sie würden sonst was gutes für ihre Gesundheit, Umwelt oder Tierschutz tun , dabei haben sie sich nicht einmal die Verordnungen durchgelesen oder auch nur mal nen Hof besucht der nach einer bestimmten verordnung produziert….aber ich schweife ab 😀

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  5. daniela

    Liebe Nike,
    da du dir noch nicht ganz sicher bist, solltest du dir vielleicht noch ein paar Infos zu diesem Thema durchlesen: http://www.peta.de/tierkinder
    und vielleicht auch allgemein zum Thema Leder:
    http://www.peta.de/web/leder_eine.1846.html
    Jeder entscheidet für sich selbst und muss mit seinem Gewissen leben. Ich habe für mich und mein Leben entschieden auf alle tierischen Produkte zu verzichten… wobei „verzichten“ in meinem Fall nicht das richtige Wort ist, denn es fehlt mir an nichts und ich sehe keinen Nachteil – es ist einfach meine Art zu leben. Bis vor drei Jahren dachte ich noch, dass es OK sei Second Hand Lederschuhe zu tragen und Käse zu essen. Dann habe ich mehr und mehr zu diesem Thema gelesen, gesehen, viel darüber nachgedacht und konnte die Fakten nicht mehr ausblenden. Für mich ist Leder nichts Abstraktes mehr, ich sehe das Leid, das dahinter steht und ich möchte auf gar keinen Fall zu diesem Leid beitragen oder mich mit der Haut eines gequälten Lebewesens schmücken. Das erscheint mir mit all den Informationen, die ich im Kopf habe, als etwas total Absurdes und Schreckliches.
    Ich verurteile niemanden, der eine andere Meinung hat, denn das steht mir nicht zu, aber ich wünsche mir, dass sich jeder mit den Fakten zu diesem Thema auseinandersetzt und nicht einfach nur die unbequeme Wahrheit ausblendet.
    Danke für deinen Artikel.
    Liebe Grüße
    daniela

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  6. Svenja

    Ich halte es wie Bina, also ernähre mich vegan und trage ab und an Leder – also ganz konsequent bin ich leider nicht.

    Trotzdem verstehe ich nicht, warum du den Unterschied zwischen Baby- und ausgewachsenem Schaf machst. Ist das eine weniger „süß“ als das andere? Das mit der guten Haltung stimmt übrigens nur zum Teil. Google mal zum Thema Schafstransporte per Schiff aus Australien und Neuseeland. Da möchte man weinen!

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  7. Lena

    Ich esse auch kein Fleisch, trage aber nur echtes Leder und echten Pelz. Man mag mich inkonsequent nennen, damit kann ich gut leben. Ich hatte zu dem Thema schon einige Diskussionen, ein richtig oder falsch gibt es da In den Augen vieler Leute nicht. Es mag hart klingen, aber ich bin der Meinung, man sollte generell bei dem Thema Mode immer wieder auch mal den Kopf einschalten. Und ich finde es schlimmer, wenn Menschen sterben, die gerade mal 30 Jahre alt werden. Weil sie nach vielen Jahren in einer Fabrik in China oder Indien durch Chemikalien beim färben, das sandstrahlen von Jeans oder durch 18 Stunden arbeiten ohne eine richtige Pause einfach am Ende sind. Das ist für mich das größere Problem als eine Jacke, die es nur gibt, weil eben Fleisch gegessen wird. Natürlich ist es schrecklich, was mit Tieren teilweise passiert, aber für mich ist ein Menschenleben einfach nochmal etwas anderes. Es sind Lebewesen wie mir auch und so mancher Tierschützer Würde hier jetzt groß aufschreien, aber es ist eben meine Meinung.

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    1. Augustine

      Die Problematik, die du oben mit der Jeansherstellung ansprichst, gilt in gleichem oder sogar grösserem Masse auch für die Herstellung bzw. Verarbeitung von Leder. Hier ein Link dazu: http://www.tier-im-fokus.ch/info-material/info-dossiers/leder/#zwischentitel_04 und ein Zitat daraus: „Doch stellen diese Billigwaren für jene, die sie produzieren, ein erhebliches Risiko dar. Bereits Ende der 1990er Jahre war zu lesen, dass ein Grossteil des auch in der Schweiz verkauften Leders von indischen Kindern hergestellt wird, die infolge des Umgangs mit giftigen Chemikalien erkranken – eine Situation, die sich bis heute nur unwesentlich verbessert hat (vgl. Brockmann 2000; Bellwinkel-Schempp 2006).“

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      1. Lema

        Ja das stimmt. Ich habe mich vielleicht nicht ganz deutlich ausgedrückt. Generell die Bedingungen, unter denen Kleidung hergestellt wird, finde ich oft für die Menschen sehr unwürdig und absolut nicht okay. Die Jeans war nur ein Beispiel. 🙂

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  8. Laura

    Ich nehme an, dass aufgrund eurer Erfahrung mit wutentbrannten Kommentaren oder was auch immer diese unfassbare Vorsicht herrscht. Jeder Artikel fängt mit einer sinnigen und interessanten Problemstellung an und endet dann doch nur mit, „lasst uns alle ein bisschen mehr nachdenken“- woher diese Angst vor einer klaren Meinung? Und wenn man keine klare Meinung hat, dann sollte man vielleicht gar nicht über ein Thema sprechen, denn verwirrt genug was all diese Belange betrifft ist man dann schon selber zu genüge.

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Liebe Laura,
      nein, nein, das hält uns nicht von einer klaren Meinung ab! Aber meist beschäftigen mich Themen, über die ich mir seit langem den opf zerbreche und einfach zu keiner Lösung komme, mehr als jene, zu denen ich seit Jahren eine klare Meinung vertrete – deshalb sind mir die Diskussionen darüber so wichtig! Und wie man sieht, stehe ich glücklicherweise nicht alleine da. Viele Köpfe kommen meist schneller zu einer Lösung als nur ein einziger.
      Danke trotzdem für dein Feedback, das versteh ich ja auch! Beim nächsten Mal haue ich vielleicht mehr auf die Kacke, jawohl.
      <3

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  9. Esther

    Ich glaube so lange auf der Welt Fleisch gegessen wird, ist es nicht das verwerflichste Leder aus Tierhaut von „Nutztieren“ zu tragen. Da käme es mir weitaus verwerflicher vor den armen Fuchs oder die kleinen anderen Tierchen für ihre Felle zu töten, welche garantiert hinterher nicht noch auf irgendjemandes Teller landen.
    Im Grunde genommen finde ich auch die reine Tatsache, dass der Mensch Fleisch isst, nicht so verwerflich wie manch anderer. Es ist der Kreislauf der Natur, dass sich bestimmte Rassen von anderen ernähren. Ich weiß, wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der das Nahrungsangebot so überwältigend ist wie nie zuvor und wir könnten auf Fleisch verzichten, da wir doch mittlerweile kultivierter als nie zuvor sind und uns unsere Nährstoffe auch über andere Lebensmittel besorgen können. Aber ich finde die vegetarische/vegane Lebensweise ist keine echte alternative, schaut man sich nur ein mal an, was der Anbau von beispielsweise Soja in vielen Ländern anrichtet.

    Unser Konsum zieht doch in 99% der Fälle eine schlimme Konsequenz nach sich, sei es die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte, die Zerstörung der Umwelt oder die schändliche Haltung/Ausrottung der Tierwelt. Sollte ich mir also deswegen echt den Kopf darüber zerbrechen, ob Mama sich vor 20 Jahren eine Jacke aus Lammfell gekauft hat? Ich glaube nicht. Wir haben einfach nur verlernt Dinge wertzuschätzen, das wurde uns durch Massenkonsum regelrecht rausgeprügelt.

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      1. Esther

        Ja, es war zugegebenermaßen ein schlecht gewähltes Beispiel, dennoch gibt es tausend weitere Beispiele wie z.B. Palmöl, dass wohl fast jeder täglich in irgendeiner Weise benutzt oder zu sich nimmt. Ich wollte ja auch einfach nur sagen, dass man als Veganer genau so wenig das recht hat mit dem Finger auf andere zu zeigen nur weil man keine Tierprodukte mehr verwendet. Es ist löblich, natürlich, aber danach seinen Horizont enden zu lassen ist auch eine Art selbstbetrug und ich frage mich ob die eine Lederjacke oder das eine Paar Lederschuhe was die nächsten Jahre meine Winter erträglicher macht mich wirklich zu einem so schlechten Mensch macht.

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  10. MaxPower

    Also die Verwendung von unterschiedlichen Ressourcen und die
    Herstellung unterschiedlicher Produkte, die als einzigen gemeinsamen
    Nenner die Verarbeitung des „Rohstoffs Tier“ haben, kann, darf und
    sollte man ruhig individuell betrachten und bewerten. Moralische
    „wenn, dann…“ Implikationen helfen da nur demjenigen weiter, der
    sich im Grunde sowieso einfach und billig aus der Affäre ziehen möchte!

    Einen klugen Menschen, der sich eine (1) gute und teure Lederjacke anschafft,
    mit der Absicht diese, mit vollem Bewusstsein des hochwertigen Rohstoffes,
    Jahre, ja vielleicht Jahrzehnte zu tragen mit einem konsumsüchtigen Teenie
    zu vergleichen, der sich pro „Saison“ ein Dutzend verschiedener billig
    Accessoires mit Leder (oder Pelz) kauft, die anschließend nicht mehr im
    Trend liegen und im Schrank verschwinden, halte ich für gewagt.

    Desweiteren sollte man, meiner Meinung nach (auch wenn dies jetzt
    zynisch klingen mag), tunlichst unter einer „Vollverwertung“ von großen
    domestizierten (und daher „artgerecht“ gehaltenen) „Nutztieren“ wie
    einem Rind und dem perversen Fangen, Quälen und Abschlachten von
    Kleinsttieren wie Nerzen zur Pelzgewinnung unterscheiden. Letzteres ist
    nun wirklich ein absolutes No-Go und spielt weitaus einige Ligen höher
    in der Moralfrage als die Verwendung von Leder. Spätestens an dieser
    Stelle funktioniert die Selbstrechtfertigung nicht mehr!

    PS: Die Gewinnung der Rohstoffe und die Herstellung von Plastik (welches
    in synthetischen Stoffen Verwendung findet) und vor allem deren
    Weiterverarbeitung ist da ja ebenfalls eine nicht zu unterschätzende
    Moralfrage. Mir persönlich ist ja -ehrlich gesagt- ein paar, unter „würdigen“
    Bedingungen hergestelltes Paar Lederschuhe immer noch lieber, als diese
    Plastiksneaker, für die in Südost-Asien ganze Bevölkerungsgruppen
    „versklavt“ werden.

    Antworten
    1. jen

      genauso sehe ich das auch.
      Die Alternativen zu Leder und Fleisch sind mitunter genauso schlimm in Produktion und Konsequenz – die „Lösung“ ist ein informierter, reflektierter Umgang mit allen Konsumgütern, wobei weniger ist mehr sowie regional statt global die Leitsätze sein sollten.

      Antworten
  11. Esther

    Mein Kommentar sollte übrigens nicht den Eindruck erwecken als sei mir alles egal, weil sowieso alles schlecht ist. Ich wollte damit einfach nur sagen, dass ein Schritt in die richtige Richtung wohl eher der wäre, die eigene Konsumgier einzuschränken und sich in allen Bereichen des Lebens darauf zu besinnen, was wirklich notwendig ist und was nicht. Das geht von Kleidung bis hin zu Lebensmitteln und den anderen Alltagsfreuden.

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  12. Noemi Janine

    Spannend diese Fragen habe ich mir schon oft gestellt. Ich esse Fleisch aber in eher kleinen Mengen und nicht jeden Tag. Und ich bin der Meinung, wenn wir schon Tiere töten, um sie zu essen, dann sollen wir sie gefälligst auch ganz gebrauchen dh. Knochen zu Maizena, Fleisch zu Essen, Leder und Fell zu Jacken, Taschen und Schuhen. So habe ich auch kein Problem damit eine Echtlederjacke zu tragen, solange es zb Kuhleder ist. Bei exotischen Leder und Fellen, bei welchen die Tiere nur dazu gezüchtet werden hört es bei mir aber auf. Was ich aber nicht wirklich verstehen kann, ist wenn Vegetrarier oder Veganer, die wegen dem Tierwohl keine Fleisch-/Tierprodukte essen, nicht auch auf Leder und Fell verzichten, dazu müssen die Tiere ja leider auch sterben.

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  13. CAROLA

    ohgott, das kenn ich! hab von meiner oma 2 wunderschöne krokoledertaschen vererbt bekommen
    u. ich kann sie einfach nicht tragen. auch wenn die Taschen schon über 30 Jahre sind…

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  14. Annika

    Ich hab mich mittlerweile damit abgefunden, das meine Sachen öfter mal etwas Platikgeruch haben. Ich selbst esse keine Tiere, verzichte weitesgehend auf alle anderen tierischen Lebensmittel und habe Schweren Herzens auch meine Lederjacke weggegeben.
    Ich würde eigentlich auch niemals jemanden verurteilen, aber das tragen von Pelz finde ich einfach unfassbar schlimm. Den Hund auf Arm und den getöteten Fuchs am Körper … ohne Worte.
    Letztens gab es bei peta ein wirklich wirklich schlimmes Video zu Thema Australische Schafwollgewinnung.
    Den Link poste ich nicht, weil das Video echt ne Nummer zu hart ist.
    Aber auf der peta FB Seite kann man es finden.

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  15. anna

    ich finde es schön, dass hier noch fragen gestellt werden! hinterfragt wird. klar, konsumieren wir alle gerne. aber…. und eben ja, blogger haben eben, wie alle publizierende, eine gewisse verantwortung. wenn ALLE BLOGS ab und an mal Fragen stellen würden, schön wärs.
    Krass finde ich da im Vergleich den gestrigen Post von Cloudy zum Thema Angorapullis. … und leider kam auch nach Kritik / Nachfragen in den Kommentaren keine Antwort von Cloudy.
    http://www.lesmads.de/2013/09/shoppingsuche_die_kuscheligsten_angora_pullover_-_mit_mindestens_zwei_drittel_angora_anteil.html#comments

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  16. Franziska

    Eine schöne Jacke, habe ich auch. Warum soll es ein komisches Gefühl sein. Ich finde sie warm und angenehm zu tragen. Wenn sie Dir nicht behagt, versuche es mit einem Fuchspelz.
    All die Vorurteile sollten wir vergessen, die Popularität von Pelzen steigt und wir können wieder unbedenklich Pelze tragen.

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  17. Conny

    Ein wenig spät – aber vielleicht liest es ja noch jemand. Ich habe mich intensiv mit den gängigsten Pulloverfasern auseinandergesetzt und die Vor- und Nachteile diskutiert. Auch in den Kommentaren wurden noch einige interessante Infos genannt – eine schöne Diskussion.

    http://www.fashionvictress.com/2013/10/14/100-acryl-100-zum-kotzen/

    Auch wenn der Artikel hier schon ein paar Wochen alt ist, ich finde es passt perfekt dazu – vielleicht sieht es ja noch jemand.

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  18. ugg italia

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  21. Angi

    Auch wenn der Beitrag schon alt ist, Echtpelz zu kaufen finde ich nicht richtig, allerdings macht es für mich einen Unterschied ob es von einem Tier stammt, das auch zum Verzehr gedacht ist und dessen Fell quasi übrigbleibt und eben die Haltungsbedingen für die Tiere selbst.
    Ein geerbtes Stück würde ich jetzt nicht wegschmeisen, wozu, lebendig wird das Tier davon ja nicht mehr (ja meine Katze liegt sehr gerne auf so einem geerbtem Stück – Sie darf das und ihr gehört es jetzt), allerdings würde ich Felle von Tieren die nur ausschliesslich zur Fellproduktion gezüchtet wurden nicht tragen.
    Bei Kaninchen, Hase und Schaf hätte ich da jetzt keine Probleme, da diese – egal was andere davon halten – sowieso verzehrt werden.
    Wichtig wären hierbei die Haltungsbedingungen, da wäre Bedarf damit man nachvollziehen kann, wie das Tier vorher gehalten wurde.
    Und ja, ich trage auch Leder, allerdings nicht von Exoten.
    Eine Bekannte von mir und so makaber das klingen mag, hält Tiere auf artgerechte Weise auf einem Hof (Futter, Freilauf usw.) und ja hin und wieder wird auf dem Hof auch mal ein Huhn von ihr selbst geschlachtet und anschließend verzehrt – ich finde das in Ordnung und bin beeindruckt von der Tierhaltung und auch davon das sie es selbst tut und sie wertschätzt/pflegt ihre Tiere durchaus.
    Sicherlich mag der ein oder andere jetzt empört aufschreien, aber doch so einige kaufen ihr Fleisch im Supermarkt, da hat es nur jemand anderes getötet und die Bedingungen dazu sind immer weniger human wie eben auf diesem Hof (keine Transportwege, schnelles, fachgerechtes töten und keine Massenschlachtungen die Angst und Streß deutlich erhöhen).

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