PFW // Bilder des Tages:
Die Demo auf dem Boulevard Chanel

30.09.2014 Mode

chanel

Kaum ein anderer trifft den Nagel so präzise auf den Kopf wie Monsieur Karl Lagerfeld – und kaum ein anderer liebt es so sehr mit vermeintlichen Tabus zu brechen, gar eine solch große Öffentlichkeit zu adressieren. Ihr erinnert euch an die gleichgeschlechtliche Ehe und an den Fast Fashion Rüffel im vergangenen Jahr? Dann dürfte ihr von Lagerfelds Botschaft in diesem Jahr keinesfalls enttäuscht sein: He for She, Frauenrechte und ein kleiner Reminder in eigener Sache: Schon Coco Chanel setzte sich gegen eine Männerwelt durch und schaffte es, ihr Modelabel zu einem Imperium wachsen zu lassen – selbstverständlich alles leicht überspitzt und mit typischen Dreh zu Chanel. Aber dass das Traditionslabel so rasend schnell auf Emma Watsons Rede und das Projekt „HeforShe“ reagiert, verwirrt uns außerordentlich und überrascht uns noch ein Stückchen mehr. Zufall oder geplanter Coup?

Wir jedenfalls sind ganz schön platt und ein klein bisschen sprachlos von so viel Engagement, auch wenn die Ganze Aktion leicht in eine schiefe Seitenlage zu rutschen droht. Ein Video vom Boulevard Chanel im Grand Palais, vom Streik der Models und von ein paar Kreationen gibt’s natürlich ebenfalls für euch. Am Ziel vorbei oder auf den Punkt – was sagt ihr?

7 Kommentare

  1. Nina

    Die message ist unklar und genau deswegen ist es wieder so ein großartiger, aktueller Schachzug von Karl Lagerfeld: Mode ist politisch, aber es ist ihr egal. Die Plakate reichen von schlau „make fashion not war“ bis albern „Boys should get pregnant too“. Aus feministischer Sicht finde ich es immer schwierig, wenn Marken (Nike, Dove, always …) mir Frauenpower verkaufen wollen. Jahrelang wurde uns eingeredet wir wären zu fett und müssten was gegen unsere Cellulite unternehmen. Die neue Marketingstrategie heißt: seid stark und selbstbewusst. Stärke zieht man aber nicht aus einem Sport-BH von Nike oder einem Chanel Jäckchen. Das sollten wir nicht vergessen. Und das tut Ihr Janes auch nie, wenn ich mir Eure Reihe „Girlcrush“ so anschaue, sehr cool!

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  2. Eva

    Ich finde, dass die Modeindustrie den weiblichen Körper schon oft genug als Objekt verwendet hat, um ihre Produkte zu verkaufen. Karl tut das schon wieder. Er verwendet seine Models als Projektionsfläche und eine Kampagne, die solche Erfolge erzielt hat, einfach so für seine Zwecke. Es mag zwar sein, dass dadurch der Feminismus wieder etwas hipper wird, oder die Aktion noch mehr aufsehen bekommt, aber ich finde es trotzdem grenzwärtig. Zumindest hab ich bis jetzt noch nie von einem feministischen Karl Lagerfeld gehört. Ich weiß nicht, ob es nicht schädlich ist, Menschen da draußen zu haben, die sich zum Feminismus bekennen, weil er gerade in ist, ohne zu wissen, was er genau bedeutet…

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  3. Marlene

    Ich finde es geradezu zynisch, eine Armada haargenau identischer weiblicher Körper zu nutzen, um Vielfalt, Toleranz und Freiheit propagieren zu wollen und samt den unangebrachten Schildern fühlt sich das für mich an wie eine wenig subtile Feminismus-Parodie.

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  4. Katja

    Ich finde es toll, gerade in Paris und nach all den Demonstrationen im letzten Jahr in Frankreich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe so ein Zeichen zu setzen. Auch wenn es der Marke dient.

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  5. Katharina

    Nach dem Motto „Nur keine Presse ist schlechte Presse“ gönne ich dem Feminismus die Aufmerksamkeit. Mehr als das Abgreifen eine aktuellen Stömung wirds bei Karl aber kaum sein – da hab ich einfach schon zu viele frauenfeindliche Kommentare von dem Mann gehört.

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  6. Chael

    Ich finde es sehr dreist von Hr. Lagerfeld sich feministischer Slogans zu bedienen und gleichzeitig über Frauen zu lästern, die nicht wie Models aussehen. Es können sich sicher einige daran erinnern, dass er zB Adele nahegelegt hat abzunehmen …. Oder in The September Issue schlug er vor, dass reduzierte Ware nur in extra Stores angeboten werden soll, da nur Ich-akezptiere-jeden-Preis-Kundinnen das Recht auf Luxusläden haben.

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