BIRTHDAY BASH //
Happy 68, David Bowie!

08.01.2015 box3, Menschen, Mode, Musik

David Bowie happy birthdayAch, David Bowie. Du hast mir mein audiovisuelles Dasein bisher schon ganz schön versüßt, am allermeisten natürlich mit Heroes, dem Soundtrack zu meinem ersten Jahr Berlin, der Lieblings-WG und weingetränkten Küchennächten mit Miracoli. Ab und zu haben wir sogar deine Lieblingsbücherei in Schöneberg besucht und Feste gefeiert, ganz im Sinne von „Space Oddity“.

Dass du allerdings wirklich und wahrhaftig einer der “einflussreichsten Popkünstler der jüngeren Musikgeschichte” bist, und zwar auch in modischer Hinsicht, leuchtete mir erst etwas später ein und zuletzt 2013, als Jean Paul Gaultier eine Hommage an dich über den Laufsteg schickte oder Kate Moss uns als Ziggy vom VOGUE Cover entgegen lächelte, 2014 widmete der Martin-Gropius Bau dir sogar eine eigene Ausstellung, zu Ehren der wunderbaren Liebesgeschichte zwischen dir und Berlin. Heute wirst du 68 und nicht viel hat sich geändert, du machst nämlich noch immer Musik und singst „Where are we know?“ – eine berechtigte Frage. Aber zurück zum Anfang:

IANAC-KATE-MOSS-DAVID-BOWIE-VOGUE

1947 in Großbritannien geboren und mit Jazz und Rock’n’Roll-vernarrten Verwandten groß geworden, gelingt es “David Robert Jones” erst 1969, die wohlverdiente Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen, seiner Weltraumballade “Space Oddity” sei Dank. Bis dahin war die Welt wohl einfach noch nicht reif für psychedelischen Pop à la David Bowie. Dann kommt der Glam Rock, dieses schillernde Gender-verwischende Phänomen, welches Bowies Alter Ego “Ziggy Stardust” hervorbringt – eine Figur, dessen Ruhm im Album “The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars” gipfelt, eine Figur, die zwischen Bisexualität, Sexsymbol und Ambivalenz umher taumelt. 

Mitte der 70er schleicht sich Funk und auch ein bisschen Soul in seine Kompositionen. Irgenwann zieht Bowie mit Iggy Pop nach Berlin und lässt sich fortan mehr vom Krautrock inspirieren. Das in der Hauptstadt Erlebte wird in “Low”, “Heroes” und “Lodger”, der Berliner Album-Trilogie, der auch Brian Eno sein Talent beisteuert, verarbeitet. Der blonde Schmächtling schlüpft ironischerweise in die Rolle des Thin White Duke – Kokain ist zu dieser Zeit der ständge Begleiter seines Ruhms.

Dann sind die Drogen passé. Es wird lauter und rockiger, die 80er Jahre brechen an und Bowie liefert den Soundtrack zu “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”, singt zusammen mit Queen und verschreibt sich schließlich der experimentellen Popmusik. Und hätte er nicht schon immer über dieses irrsinnige Talent verfügt, allem und jedem seinen ganz eigenen Sound zu verpassen und Genres miteinander zu vermählen wie kein zweiter, man hätte ihn wohl als Kommerz-Popper verschrien. Macht man aber nicht mit prägenden Künstlern, Bowie blieb also verschont.

In den 90ern prägten sogar Hip Hop, Jazz und elektronische Klänge die Musik des Briten, das Ergebnis war und ist ein eklektisches Stück Musikgeschichte, sagen die Experten. Aber Bowies Reise ist noch lange nicht vorbei, ’99 erscheint “hours….”, 2001 trennt er sich von seinem Plattenlabel und wechselt zu ISO. Auftritte beim Hurricane Festival folgen, dann wird Bowie krank und meidet die Medienpräsenz, verständlich. Bisweilen wurde „Bowie“ gefühlt eine Trillion Mal als Referenz, Idol oder Quell der Inspiration genannt, und zwar nicht nur von kleinen Fan-Fischen, sondern von anderen Größen der Branche. Mehr Ruhm geht ja kaum. Bis er 2006 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird.

2011. Gerüchte über ein neues Album, genauso wie ein, zwei und drei Jahre zuvor. Ob wir mehr Bowie wollen? Nein, irgendwie nicht, finden viele. Vielleicht würde noch mehr den Zauber zerstören, vielleicht wäre das einfach zu viel des Guten, wer weiß.

Dann 2014 und boom. Bowie is back und hat sogar Tilda Swinton mit im Gepäck. Am 30. Studioalbum „The Next Day“ scheiden sich die Geister. Aber so ist das immer, wenn Helden nicht gehen wollen:

2015 wird übrigens ebenfalls bowisch, denn Chloé verkündete jüngst: Die Helden ihrer Preffall 2015 Kollektion sind David als Ziggy Stardust und Kate Bush. Glam Rock trifft Gypsy:

chloe-Kopie

Und noch mehr Musik:

David Bowie – ‚Space Oddity‘ original video [1967] from Naga Shadow on Vimeo.

„Ziggy Stardust“ 1973 from David Bowie on Vimeo.

Und ein paar aktuelle Lieblingsteile vom obigen Bild, passend zum Anlass:

1. Clutch von Stella McCartney
2. Hose von Stine Goya
3. Socken von Henrik Vibskov
4. Pullover von Zoe Karssen
5. Gestreifter Blazer von Topshop
6. Hut von Topshop
7. Jumpsuit mit Sternen von Moschino Cheap & Chic (70% off)

HAPPY BIRTHDAY, BOWIE!

BIRTHDAY BASH //
Happy 68, David Bowie!

  1. Christina

    hach ja, David ist großartig!
    Ich habe glücklicherweise auch die Ausstellung im Gropius-Bau gesehen – der Wahnsinn!! So lange bin ich noch nie in einem Museum gewesen 😉
    Und im Übrigen veredelt Mr. Bowies Musik jeden Soundtrack, hab ich letztes Jahr festgestellt, siehe Walter Mitty und Guardians of the Galaxy…

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