Frage der Woche //
Calvin Klein, warum Justin Bieber?

14.01.2015 box3, Kampagne, Mode

justim bieber calvin kleinIch habe nichts gegen Justin Bieber, ich finde den kleinen Rotzlöffel sogar ganz niedlich, zumindest den Bieber von früher, der einst auf Youtube Coversongs trällerte. Für alles andere kann er ja nichts. Vermutlich wäre jeder Zweite hier ob so viel Ruhm und Geld nicht nur leicht übergeschnappt, sondern sogar in der Psychiatrie gelandet, Pardon. Außerdem bin ich keineswegs Fan davon, Menschen jeglicher Art, also auch sämtliche Celebrities, öffentlich an den Pranger zu stellen, wirklich nicht. Deshalb muss diesmal ein Brand dran glauben.

Calvin Klein, sagt mal, ihr Kreativdirektoren und Pipapo, was habt ihr euch denn eigentlich bei dieser Kampagne gedacht?

Gerade erst wurde doch das Image eurer leicht vertrutschten Marke ganz erste Sahne-mäßig aufpoliert. #MyCalvins, das Re-Issue-Project mit MyTheresa, das Heraufbeschwören alter Shirt-Ikonen, all die Models und Blogger und Social Media-Sternchen, die sich sexyhexy auf ihren Betten räkeln, selbstverständlich CK-Bra tragend – soll das jetzt wirklich umsonst gewesen sein? Welche Zielgruppe wollt ihr denn jetzt eigentlich erreichen? Eventuell müsste man sich hier nämlich entscheiden. Superduperbreite Masse (12 Millionen Follower only Instagram), Kids und Pubertisten, die neidisch auf Biebers Frauenfänge sind? „Belieber“? Damit die Kasse ordentlich klingelt? Na gut, das sehe ich ein, da hat die spitze Fashionista-Truppe keine Chance.

10731718_234582660075036_1294563382_nBild via justinbieber Instagram

Dann allerdings hättet ihr Justin auch einfach Justin sein lassen sollen, statt ihn aufzublasen wie einen Hulk Hogan und damit ausnahmsweise mal bei Teenager-Jungs für Komplexe zu sorgen. Kampagnen-Partnerin Lara Stone hat derweil ganz andere Probleme an der Hacke, das Model kassiert seit der Veröffentlichung der „erotischen Aufnahmen“ nämlich Morddrohungen. Was für eine riesengroße Scheiße, durch und durch. Da nützt auch kein sich als „Belieber“ outender Karl Lagergeld, kein König des Kommerz, den ich eigentlich so sehr schätze und verehre, der sich allerdings angesichts eines ernst gemeinten Katzen-Auto-Kalenders mit Choupette in der Hauptrolle, eines Labels namens „KARL“ und so manch seltsamer Ausuferung so langsam aber sicher auch ein bisschen zum Narren macht. 

8 Kommentare

  1. Veronika

    Jep, in allen Punkten volle Zustimmung! Und die Sache mit Karl, seiner leicht schielenden Choupette & dem Opel Kalender: örks, kann ich nur sagen. Abgesehen davon das es mich an Alfons Schubeck erinnert der für Geld praktisch seine Gourmet Kochehre über Bord wirft und alles an Angeboten annimmt was viel Kohle bringt, finde ich die Fotos abolut belanglos und fad. Und irgendwie ist die Verbindung Katze-Auto auch unsinnig…verträgt sich im Real Live eigentlich auch sehr schlecht, Straßenverkehr und Katzen, jaja.

    Antworten
  2. Lela

    Naja, ich vermute mal auch bei einem David Beckham wird ordentlich retuschiert bei seinen Unterwäsche Fotos.
    Nur Bieber ist halt so ein Milchbubie, da fällt es natürlich besonders auf wenn geschummelt wird.

    Antworten
    1. Jan

      Da muss ich dir leider ins Wort fallen. Die Kampagnen von Beckham werden oft außerhalb von Studios aufgenommen, da haben Paparazzos leichtes Spiel. Na klar, die Bilder werden alle später noch nachbearbeitet – aber da liegen dann keine Welten dazwischen.

      Antworten
  3. Mila

    Och, na ja. Ich finde ja dass CK es aller „Bemühungen“ zum Trotz gar nicht erst geschafft hat, sich als Marke ein neues Gesicht zu geben. Da war ein kurzes Aufhorchen und dann peng. Zu meiner Wahrnehmung der Marke passt Justin Bieber als Kampagnengesicht also eigentlich wie die Faust aufs Auge: ein bisschen prollocoole Pseudo-Hipness. Wenn ich mir so anschaue, wer derzeit im real life mit rausblitzenden Calvin-Buxen rumläuft, ist auch die Zielgruppe voll getroffen. Und dass es CK ihnen in erster Linie darum geht, Kohle mit ihren Produkten zu machen, ist ja kein Wunder – da sind sie doch in der „breiten Masse“ bestens aufgehoben.

    Und den Katzenkalender von Karl finde ich ehrlich gesagt ja schon beinah genial! Denn wie sinnig sind denn eigentlich halb nackte Mädels, die sich auf Motorhaben räkeln? Genau so unsinnig wie weiße Perserkatzen, die eben genau das gleiche tun. Die Weiterführung des Absurden gefällt mir. Auch wenn das vermutlich gar nicht die Intention von Lagerfeld war. Der ist nur total choupetteverstrahlt 😀

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr von

Related