Mittwochs-Mixtape // Mit Christoph Amend
– ZEITmagazin Chefredakteur –

08.04.2015 Musik, box1

mixtape-christoph-amendWer Christoph Amend (seines Zeichens Chefredakteur beim ZEITmagazin) kennt, der weiß, dass wir es hier mit einem blitzgescheiten Burschen zu tun haben, mit einem – pardon – saulieben Menschen, der für Tee-Gespräche schonmal am Terminkalender dreht, mit einem Fels in der Brandung, der aus unerfindlichen Gründen niemals aufgeregt, sondern komplett in sich zu ruhen scheint, mit einem Elefantenhirn samt fluffigem Scheitel, Streberbrille und Herz aus Gold, das in etwa zwischen 31 und 41 Jahren jung sein müsste, mit einem Konzert-Raudi, Rebell und Revoluzzer der angenehmsten aller Sorten, mit einem, der auszog, die ZEIT’sche Printlandschaft ein bisschen tiefer, einen Hauch neckischer, aber vor allem auch allumfassend-schön zu machen. Christoph, du bist richtig dufte.

Genau wie die neueste aller internationalen ZEITmagazin-Ausgaben namens „The Berlin State of Mind„, welche ihr euch natürlich umgehen beim Zeitschriften-Dealer eures Vertrauens unter den Nagel reißen solltet, denn Gutes ist stets rar und fürchterlich begehrt, also rennt Leute, rennt. Bevor ihr jetzt aber überstürzt die Beine in die Hand nehmt, plant doch gern noch ein gutes Stündchen Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im hektischen Groß- und Kleinstadtleben ein: Musik und Seelenbalsam, straight from Christophs heart to your (soon very happy) hearts: 

Christoph Amend

Bild Credit: Hannah Newbery

Das Mixtape:

Endlich Frühling! Zeit, wieder mein Lieblingfrühlingslied zu spielen: „Spring again“ von Biz Markie, dem höchstwahrscheinlich einzigen Rapper, der sich je nach einem deutschen Politiker benannt hat. Wenn Bismarck das gewusst hätte… Biz Markies „Goin of“ war eines der ersten Alben, das ich gekauft habe, mit 14 Jahren bei Boy Records in Frankfurt. Ich werde nie vergessen, wie mich ein G.I. am Plattenfach beiseite nahm, als er sah, dass ich unter „HipHop“ nachguckte: „Biz Markie is dope, you should buy this one.“ Habe ich gemacht. Und nie bereut.

Gleich danach das Lied, das ich zurzeit täglich höre.


Hot Chip – Need You Now (Official Video) von VeVo-Official

Hot Chip ist eine merkwürdige Lieblingsband: Wahrscheinlich habe ich von keiner Band in den letzten Jahren mehr Alben gekauft und gehört. Aber den Sänger würde ich auf der Straße nicht erkennen.

Das ist ihre neue Single, „Need you now“. Ich habe ewig keine House Music mehr gehört, und jetzt machen das Hot Chip einfach so. Zwei meiner Lieblings-Housetracks gleich hinterher, „Good Life“ von Inner City:

Und natürlich „Promised Land“ von Joe Smooth, einer der Songs, die mich immer glücklich machen:

 Vor ein paar Tagen habe ich in der (übrigens sehr offenen und deshalb sehr empfehlenswerten) Autobiografie von Westbam gelesen, woher die Melodie von „Rhythm is a dancer“ kommt. Michael Münzing, später einer der beiden Köpfe hinter Snap!, hat das Original in den achtziger Jahren immer in der Frankfurter Flughafendisco Dorian Gray gespielt, als er dort DJ war: „Automan“ von Newcleus. Ist das nicht toll?

So, jetzt reicht’s aber mit den Achtzigern. Obwohl, noch nicht ganz: „Der Kommissar“ von Falco war meine allererste Platte, eine 7inch Single, die mir meine Großmutter erst nach einigem Quengeln im Supermarkt gekauft hat (dementsprechend schockiert war sie über den Text, als ich ihr das Lied später vorgespielt habe). Falco war ja so cool, dass er das nicht mal selbst richtig verstanden hat. Ich habe mich immer gefragt, warum sie in Österreich nicht mehr aus diesem Erbe gemacht haben – bis ich „Bilderbuch“ aus Wien gehört habe.

Alleine die Zeilen… „Klemens und Andi haben Stress /

Ich sage nichts. Ich mache less /

Mit Lamborghini und dem richtigen Qi /

Quit living on dreams, mein kleines Genie“

 …sind Falco pur. „Quit living on dreams“ ist ein direktes Zitat aus seinem Hit „Jeannie“. Ich habe vor kurzem bei einem Abendessen in München zufällig die echten „Klemens und Andi“ aus Wien kennengelernt, die erstens super sind und zweitens gar keinen Stress haben.

Die beste Version von „Der Kommissar“ kommt übrigens aus Italien, ist ein Mashup aus der Zeit, als es noch keine Mashups gab: „Der Kommissar“ und „Da Da Da“ in der Italodisco-Version:

Ich liebe Italodisco und warte seit Jahren auf ein Revival. Kann das nicht mal jemand übernehmen? Vielleicht Mathias „Munk“ Modica? Sein Label Gomma feiert jetzt 15. Geburtstag mit der Compilation „Futuro Pop“, herrlich unbescheidener Titel, herrlicher Rückblick. Mein Liebling:

 Junior & Baumon „Don’t listen much“. Die beste Version ist auf der Compilation.

Ganz zum Schluss der Song, dem ich wünsche, dass er in diesem Frühjahr auf allen Mixtapes der Welt landet: „I’m waiting for you“ von Joy Wellboy:

 

Happy Spring everybody!

4 Kommentare

  1. blixa

    was ist denn das für ein schnuggl? großartiges mixtape und bilderbuch (live!) oder auch wanda (live!) kann ich nur empfehlen <3 also sollte der liebe christoph sich mal nach österreich verirren – ich gehe sehr gerne mit ihm einen kaffe trinken 🙂

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