Kliniktasche // Was muss wirklich rein?

„Meine Frau hat Wehen – seit einer Stunde schon und pustet hier durch den Flur. Wir packen noch schnell noch ein paar Sachen und machen uns dann auf den Weg zu Ihnen, ja?“

Eine Stunde später höre ich das laute Geklacker von Rollkoffern auf dem Gang. Durch die Kreißsaaltür schiebt sich ein schwer beladener werdender Vater. An Hals und Schulter baumeln diverse Umhängetaschen, in der rechten Hand ein gigantischer Koffer, dahinter seine Freundin mit rundem Bauch und roten Wangen. Ich begrüsse beide und nehme dem Mann erstmal die Hälfte seines Gepäckes ab – einen Hexenschuss vom schweren Tragen kann hier jetzt wirklich niemand gebrauchen. „Herrjee“, sage ich lachend und auf den riesigen Berg an mitgebrachten Dingen zeigend. “Wie lange wollt ihr denn eigentlich hier bei uns bleiben?“ So ist das oft. Paare packen verunsichert von etlichen (wenig) schlauen Listen ihren gesamten Hausrat ein, der am Ende aber mehr Ballast als wirklich hilfreich ist. 

Aus praktischen Gründen und um der Panik ein bisschen die Luft zu nehmen, hier also eine Liste an Dingen, die man eventuell wirklich braucht – passt auch alles in eine handliche Reisetasche, versprochen:

Für den Kreißsaal:

• Bequeme Kleidung, und zwar nicht nur für die zukünftige Mama, sondern auch den Papa. Wirklich, es muss nicht superschick sein – Hauptsache weich, weit, gemütlich. Alles andere ist am Tag der Tage sowieso egal.

• Für die Frau: weiche Hose mit weichem Bund, z. B. Yogahose, Leggings, etc. Ein bequemes, weites Hemd oder T-Shirt, das den Po bedeckt. Schlappen. Bademantel / Lange Strickjacke & warme Socken.

• Für den Mann: evtl. bequeme Hose. Frische Socken. Zahnbürste.

• Essen: Die Frau wird während des Klinikaufenthaltes mit Essen von dort versorgt, der Mann meist nicht. Deshalb: Stullen schmieren, frisches Obst, Saft, Tee, Schokolade, Kekse oder Energie-Riegel einpacken. 

• Kulturbeutel (Mit dem üblichen Inhalt.)

• Evtl. Buch, Spiel zum Zeitvertreib, wenn die Geburt dauert und dauert … Während der Wehen ist da wirklich nicht dran zu denken, aber in Situationen wie einer Geburtseinleitung oder einem Blasensprung ohne Wehen durchaus eine hilfreiche Zerstreuung. Eventuell auch ein eigenes Kissen /Stillkissen, Musik,Dinge die man braucht, um sich wohl zu fühlen.

• Fotoapparat/ Handy. Akku aufgeladen nicht vergessen!

• Papierkram: Mutterpass (auch den früheren bei Mehrgebärenden), Familienstammbuch (wenn vorhanden), ggf. Vaterschaftsanerkennung/ Sorgeerklärung, Versicherten-Chipkarte.

Für die Wochenbettstation:

• Schlafanzüge oder ein paar T-Shirts und Leggins / Yogahose oder Ähnliches

• Bei Oberteilen ist es sinnvoll, dass diese sich zum Stillen entweder hochschieben (T-Shirt), aufknöpfen oder den Ausschnitt seitlich über die Brust krempeln lassen.

• Still-BH´s kauft man schlauerweise erst etwa zwei bis drei Wochen nach der Geburt, weil die Brust sich bis dahin noch ziemlich verändern wird. Bequem für die erste Zeit sind Bustiers, eine bis zwei Konfektionsgrößen größer als sonst.

• Stilleinlagen – die meisten Krankenhäuser stellen diese zur Verfügung. Eine Uhr (Stillzeiten!). Für das Baby: Kuscheldecke und Mützchen.

Für eine ambulante Geburt:

• Babywäsche und frische Kleidung für den Heimweg

• Baby-Autositz

• Telefonnummer der Wochenbett-Hebamme

Was ihr nicht braucht, (weil vorhanden):

• Handtücher im Kreißsaal

• Einmal-Unterhosen

• Große, dicke Binden

• Babywäsche für die Zeit in der Klinik

Das war’s auch schon!

ILLUSTRATION: TIM BOEHM 

9 Kommentare

  1. Isabel

    Klingt tussig, aber Make-up fand ich total wichtig. Ich sah nach der Geburt so kaputt aus (war ich ja auch) und war dankbar, dass ich Concealer dabei hatte. So ging’s einigermaßen auf den ersten Bildern!

    Antworten
  2. Rebecca

    Ein Lippenpflegestift. Hab ich beim Lesen der Ratgeber noch belächelt, aber schon am zweiten Kliniktag wollte ich nichts sehnlicher.

    Antworten
  3. Michelle

    Wirklich gute Zusammenstellung!
    Ich hatte auch keine Kleidung fürs Baby für die Tage in der Klinik bei. Würde ich beim nächsten Mal aber doch in Maßen einpacken. Wir haben die meiste Zeit eh nackig gekuschelt, wenn sie dann aber mal einen Body angezogen bekommen sollte, bin ich mit den Klinikdingern wahnsinnig geworden , weil die nicht über der Kopf gingen. Wir haben uns dann nen Wickelbody mitbringen lassen.

    Antworten
  4. Steffi

    Etwas zum lutschen danach….Ehrlich!Hab ich im Leben nicht dran gedacht und ich war soooo dankbar welche bekommen zu Haben!Ich war so fies heißer *O*

    Antworten
  5. Wiebke

    Eine wirklich sinnvolle Liste. Mir hat es unter den Wehen sehr geholfen, als mir mein Freund vorgelesen hat. Ansonsten hatte ich noch das Weleda Schwangerschaftsöl dabei – der Geruch hat mich schon in der Schwangerschaft sehr beruhigt.
    Von deiner Liste habe ich auch alles gebraucht. Außer die Uhr, die habe ich nicht gebraucht. Aber ich hatte auch nur einen haben Tag nach der Geburt den Milcheinschuss und mein Mädchen hat ganz fleißig getrunken. Sie war meine Uhr & ich finde, so sollte das auch sein <3
    Oh und ich musste Handtücher mitbringen, aber das sagt einem die Klinik ja vorher.

    Antworten
  6. Michelle

    Kleiner Nachtrag.. Ich hatte Strohhalme im Kreißsaal dabei. Und das war wirklich sehr hilfreich beim Trinken in den kurzen Wehenpausen.

    Antworten
  7. Neleh

    Also ich war heilfroh über unsere mobile speißekammer, denn das essen im Krankenhaus ist einfach ecklig und nachts gibt’s sowieso nichts…

    Antworten
  8. agnes

    hach eine wirklich tolle Liste, mir waren die Badeschlappen und Lipenbalsam am wichtigsten. Irgendwie hatte ich aber trotzdem auch Dinge mit die ich dann kaum gebraucht hatte, aber hinterher ist man ja meistens schlauer 🙂

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr von

Related