Fair Friday // Kolumne:
Warum nerven Veganer?

18.03.2016 um 8.51 – box3 Fair Fashion

This is Jane Wayne - Julia Jane - Warum nerven Veganer?

Klar, Menschen, die aus ethischen Überlegungen entscheiden, keine Produkte tierischer Herkunft mehr zu konsumieren, haben bei mir einen Stein im Brett – immerhin habe ich ja nicht grundlos dieselbe Entscheidung getroffen.

Doch dann gibt es diese Momente, in denen Veganer einfach nur nerven – und ich frage mich, woran das liegt: 

Es gibt sie nicht gerade selten, diese Momente, in denen ich so genervt bin, dass ich sinnbildlich gesehen am liebsten in ein dickes Stück Gouda beißen möchte, nur, um nicht mehr „dazuzugehören“. Denn es ist ja so: Bei Veganern handelt es sich um eine Gruppe völlig unterschiedlicher Menschen, die vor allem ihre Ernährungsform gemeinsam haben und sonst nicht zwangsläufig wahnsinnig viel. Es scheint aber trotzdem eine weitverbreitete Idee davon zu geben, wie diese Gemeinschaft zu sein und sich zu benehmen hat und mit ihr auch jeder einzelne, der sich ihr zugehörig fühlen möchte. Eine Krankheit, an der wahrscheinlich jede Subkultur auf diesem Planeten leidet.

Was dann dabei herauskommt ist das, was Fleischesser und Vegetarier oft völlig zu Recht als abschreckend und negativ empfinden: eine gefühlte Masse von krawalligen und aggressiven Facebook-Kommentarspalten-Helden, die es sich zur Aufgabe gemacht zu haben scheinen, jeden kleinen Funken Motivation hin zu einem pflanzlichen Lebenswandel zunichte zu machen. Warum nerven wir Veganer manchmal so? Warum scheint es so vielen von uns enorm schwer zu fallen, Neuzugänge in den inneren Kreis aufzunehmen? Und was spricht eigentlich gegen Veganer, die trotz ihrer ethischen Lebensneuausrichtung einen modischen Anspruch haben? Oder gegen die, die nicht sofortig auf Honig verzichten? Oder die nicht einsehen, ihre Ledersachen wegzuwerfen und sie stattdessen ehren und auftragen möchten? Warum zählen 80 oder 90 Prozent so wenig? Warum hauen wir auf die ein, die sich in unsere Richtung bewegen? Ich verstehe es leider nicht.

Wenn ich vor ein paar Wochen meinen Facebook-Feed betrachtet habe, wollte ich mich oft gleich wieder ins Bett legen. Die Negativität nimmt kaum ein Ende, wenn man einem Dutzend veganer Gruppen angehört, ein großer Teil des Freundschaftsnetzwerkes berufsbedingt aus Veganern besteht und man zu allem Überfluss auch noch veganen Infoseiten folgt. Mir erschließt sich das ständige Bashing von veganen Celebrities, Neuveganern oder – ganz offensichtlich am Allerschlimmsten! – erfolgreichen Neuveganern überhaupt nicht. Posts mit der Kernfrage „warum es Veganer eigentlich immer am Schwersten haben“ oder ellenlange Diskussionen darüber, wann Miley Cyrus das letzte Mal mit einem Pelzmantel gesichtet wurde und ob sie das nun als Veganerin disqualifiziert oder nicht, führen bei mir eigentlich nur zu einem: leichter Migräne.

Denn in diesem ganzen Zirkus geht völlig verloren, um was es eigentlich geht. Nämlich nicht um sich selbst, die eigene Stellung in der Subkultur of choice oder das eigene Selbstwertgefühl. Es geht darum, anderen Lebewesen Leid und Schmerz zu ersparen. Es geht darum, etwas von dem Glück und der Dankbarkeit zurückzugeben, die man verspüren sollte, wenn man auf diesem Fleckchen der Erde leben darf. Es geht darum, sich gegen die schleichende Negativität zu entscheiden, die wir uns durch gewisse Konsumentscheidungen ins eigenen Leben holen. Es geht darum, sich zu fragen, was für ein Mensch man sein möchte und welche Konsequenzen man bereit ist, dafür zu tragen. Es geht um Nachsicht, Rücksicht und (Achtung!) Toleranz.

Ich kuratiere meinen Facebook-Feed jetzt viel stärker. Ich konzentriere mich noch mehr auf die positiven Dinge, die mir meine Entscheidung, vegan zu leben, gibt. Ich entscheide mich gegen ein Verhalten, das Menschen demotiviert, die sich für einen bewundernswerten Weg entschieden haben. Jeder, der sich mit den drängenden Fragen von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Tierrechten beschäftigt, hat Respekt verdient, egal wo er grade steht. Sich selbst zu hinterfragen und den Willen zu zeigen, die Konsequenzen für das eigene Handeln zu tragen – in Babysteps, im eigenen Tempo und mit Freude – das ist eine große Leistung. Lasst euch nicht entmutigen, ihr seid toll! Darauf einen Soja-Latte.

This is Jane Wayne - Julia Jane - Warum nerven Veganer?

36 Kommentare

  1. Alice

    Ich merke, dass ich mich oft – nicht bewusst – vegan ernähre, esse einfach wenig Fleisch, weil ich das als wichtig empfinde. Könnte jedoch nicht gänzlich darauf verzichten. Mich nerven VeganerInnen nicht, ich finde, dass es schön ist, dass jeder Mensch frei entscheiden kann von was und wie er sich ernährt. (Obwohl eine gesunde und gemässigte Einstellung gegenüber dem Fleischverzehr Grundlage sein sollte.) Was mich nervt, ist, wenn viele VeganerInnen, gerade auf Blogs (ich spreche jetzt nicht über dich liebe Julia) sich als etwas ‚Besseres‘ hinstellen im Sinne von ’seid auch vegan und die Welt wäre besser‘. Das finde ich falsch, denn Goji-Beeren und Chia-Samen und Soja- und Mandel- und und und milch zu importieren ist nicht (!) gut für die Umwelt. Sich saisonal und regional zu ernähren wäre sehr viel Umweltfreundlicher und besser für unseren Planeten und die Lebewesen, die sich darin bewegen. Und Veganismus ist dazu noch ein extremer Luxus. Namibische Kinder sind froh, wenn sie einmal die Woche ein Glas Blut trinken können, um von dessen Nährstoffen zu leben. Meine Meinung also (und deshalb liebe ich Jane Wayne, weil man die teilen darf) ist folgende: Seid Vegan, ihr lieben VeganerInnen, aber stellt euch nicht als extreme Weltretter hin, denn viele viele viele haben einfach keine andere Wahl.

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    1. Katja

      Ach Alice. Was mich nervt, sind Menschen, die aus Bequemlichkeit und Egoismus heraus behaupten, dass viele Menschen einfach keine Wahl hätten, als Fleisch zu essen. Ja klar. Und vegan ist ein derartiger Luxus. Gemüse ist einfach nicht ranzuschaffen in Deutschland, es ist zum Weinen!

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      1. Helene

        Daumen runter für deinen Kommentar Katja! Es geht darum sich gegenseitig zu akzeptieren. Dein Kommentar entspricht der oben beschriebenen Intoleranz und ist ineffizient für eine Diskussion.

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        1. Katja

          Liebe Helene, meine Toleranz ist leider nicht unendlich. Und ich kann nicht guten Gewissens akzeptieren, wenn jemand behauptet, vegane Ernährung sei ein Luxus.

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          1. Miri

            Es ist super, wenn sich Menschen in ihrem eigenen Tempo an Veränderungen trauen. Ich habe es nicht anders gemacht. Selbst ein kleiner Schritt in Richtung der Tierrechte und einer nachhaltigen Lebensweise ist so wichtig!

            Liebe Helena, dass du dich schon oft unbewusst vegan ernährst, freut mich wirklich, da die Tiere und die Umwelt am Ende nicht unterscheiden, ob du es bewusst oder unbewusst machst.
            Aber du solltest auch etwas Kritik vertragen, wenn du Scheinargumente über den „extremen Luxus“ des Veganismus und namibische Kinder, die froh sind “ wenn sie einmal die Woche ein Glas Blut trinken können“ anbringst.
            Der Zusammhang zwischen Welthunger und der Fleischindustrie bzw. dem Klimawandel und der Fleischindustrie ist leider nicht von der Hand zu weisen. Vielleicht hast du ja Interesse an ein wenig mehr Infos dazu, dann hier einige Links. Es wäre doch Schade, wenn Unwissenheit deine freie Meinungsbildung eingrenzt, oder?:
            http://www.peta.de/welthunger
            https://www.albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/welthunger-entwicklungspolitik-fleischfrage
            http://www.peta.de/umwelt
            http://www.cowspiracy.com/

      2. Katharina

        Danke, Katja :) ich liebe dieses Argument auch immer, dass vegan zu leben für Menschen in armen Ländern ein Luxus wäre, und die Schlussfolgerung, dass deshalb wir in reichen Ländern nicht über unsere Verantwortung für den Planeten nachdenken müssen.
        Und zum Soja-Argument, Alice: abgesehen davon, dass meine Soja- und Hafermilch aus Europa kommt, wird der Großteil des Sojaanbaus für „Mastvieh“-Futter verwendet.
        Es gibt bestimmt viele Veganer, die sich über Teilerfolge in ihrer Umgebung nicht freuen. Ich kenne zum Glück eher die anderen, die sich über jeden freuen, der Vegetarier wird oder es auch nur einmal ausprobiert. Wenn jemand ganz ehrlich sagt: „ich schaffe es nicht“, finde ich das ok. Leider sind es meist eher die nicht-Veganer, die der Auffassung sind (und sich geradezu nach „Fehlern“ in meinem Verhalten suchen), dass man es ja nicht 100%ig schafft, richtig zu leben, und es deshalb ja egal ist. Ich weiß, dass ich trotz veganer Ernährung und Einkauf von fair trade oder second hand Kleidung nur zu sagen wir 70% „richtig“ lebe. Da ich alle ein, zwei Jahre mit dem Flugzeug fliege uns beruflich viel im (vollbesetzten) Bus unterwegs bin etc. Aber das ist ok! Und jedes mal, wenn sich ein Fleischesser entscheidet, diesmal das vegetarische Gericht zu bestellen, freue ich mich.

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  2. Bina

    Mit dieser Einstellung werden mehr Leute motiviert, ihren Lebensstil zum Wohle der anderen zu ändern. Ich finde es toll, wenn man nachsichtig ist und Menschen dabei ermuntert, vegan zu essen/leben. Manchmal überkommt mich aber auch ein wenig Frustration, wenn ich immer die gleichen Sätze höre: Toll, was du machst. Aber ich könnte das nicht. Viele wollen es leider nicht mal probieren und irgendwie habe ich das Gefühl, dass unserem Planeten und den Tieren die Zeit davon rennt. Deine Worte werde ich mir deswegen mehr zu Herzen nehmen.
    Übrigens finde ich 80-90% schon sehr ausreichend und es sind immer eher einzelne Schritte als ein ganz großer, der zum Ziel führt. Aber ich möchte schon einen Willen merken bei meinen Mitmenschen und keine Ignoranz.
    Liebst, Bina
    stryleTZ

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    1. Mila

      Warum wird es eigentlich immer als Ignoranz gewertet, wenn man nicht vegan lebt?? Weil man nur durch den Veganismus zum Ausdruck bringen kann, dass einem die Welt und die Menschen am Herzen liegen? Ich lebe nicht vegan. Auch nicht vegatarisch. Weil ich es nicht möchte. Punkt. Meine Ernährung und die meiner vierköpfigen Familie liegt mir sehr am Herzen. Wir essen bewusst, Bio, saisonal … haste nicht gesehen. Und sonst? Ich engagiere mich ehrenamtlich neben meinen Job und Kindern und Alltagsowieso in einem Kiezprojekt für sozial benachteiligte Kinder – mache Schreibworkshops für Jugendliche, gebe Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund Deutsch-Nachhilfe oder lese ihnen einfach nur vor. Ich tue das aus Überzeugung und ohne einen Cent zu verlangen. Das ist mein Beitrag für eine bessere Welt. Aber da ich nicht vegan lebe, bin ich in deinen Augen ignorant?

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      1. Jenny

        Ich kann nicht behaupten, dass es IMMER als Ignoranz gewertet wird. So eine Aussage wäre doch auch irgendwie ignorant all denen gegenüber, die das nicht so sehen, oder? 😉

        Gibt es denn hier wirklich ein richtig oder falsch?

        Nachsichtigkeit – wie oben geschrieben – kann man in meinen Augen nicht nur für eine Richtung einfordern. Ansonsten ist das ein Widerspruch. Vegan oder nicht, sobald da eine absolute Regel abgeleitet wird, bin ich genervt.

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        1. Bina

          Naja, wenn man es genau nimmt und einem ist das Wohl eines anderen egal, dann ist das doch schon intolerant, oder? Ich muss nicht gegenüber allem tolerant sein. Ich finde Quälerei, Mord, Missbrauch jedem Lebewesen (Mensch oder Tier) nicht tolerierbar.

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      2. Bina

        Ich weiss, dass es bei diesem Beitrag darum geht, anderen toleranter gegenüber zu sein. Aber ich finde es intolerant, wenn andere dafür ihr Leben lassen müssen und bis zu ihrem Tode unter schlimmsten Bedingungen leben müssen. Das hat nichts damit zu tun, dass du dich anderen Menschen gegenüber sozial engagierst, aber Tieren scheinst du nicht das gleiche Wohl zusprechen zu wollen. Ja, und das ist irgendwie schon intolerant. Oder wir würdest du deine Haltung gegenüber Tiere beschreiben?

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        1. Mila

          Ich konsumiere nur wenig Fleisch, ausschließlich Bio, genauso halte ich es bei Eiern und Milch – beim Käse bin ich nicht ganz so konsequent, da mein Lieblingskäse nun mal nicht bio ist.
          Natürlich möchte ich nicht, dass Tiere unnötig leiden, aber es gibt mich nun mal einen Unterschied zwischen Mensch und Tier.
          Ich finde es schwierig, dass es einige Veganer gibt (sicher nicht alle), die ein Moral- und Ethikmonopol für sich allein aus der Tatsache herleiten, dass sie vegan leben.

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        2. Jenny

          Eigentlich gings hier um Ignoranz, also Missachtung, und nicht Intoleranz. Letztere definiert sich übrigens so: die Haltung, dass man die anderen Meinungen und Lebensweisen anderer Menschen nicht gelten lässt. Das kann schnell zum Bumerang werden (danke google)

          Ich kann damit leben, dass ein Tier getötet wird, damit ich es essen kann. Ich persönlich (!) mache da einen Unterschied zwischen dem Tod eines Menschen und dem eines Tieres. Die Frage geht ins Philosophische…
          Aber wer hier die eine richtige Meinung für sich beansprucht, der ist eben nicht tolerant und macht sich unglaubwürdig, das dann von anderen einzufordern. Ich würde sogar noch weiter gehen: das führt eher zu Trotzreaktionen und zack! sind die Fronten verhärtet.

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          1. Jenny

            Achso: das bedeuted übrigens nicht konsquenterweise, dass ich die Art und Weise wie Fleisch „produziert“ wird – mit Blick auf die Tierhaltung, die Landwirtschaft und die Auswirkung auf Schwellenländern – gut heiße. Im Gegenteil.

      3. Sophie

        Liebe Mila,
        ich teile wohl eine sehr ähnliche Einstellung zu Ernährung wie du. Trotzdem finde ich es immer wieder auffällig und schade, dass sich Nicht-Veganer/-Vegetarier oft für ihren Konsum tierischer Lebensmittel anderweitig „rechtfertigen“ sollen. Super, dass du dich sozial engagierst – aber mMn musst du gar nichts aufwiegen dafür, dass du und deine Familie eben nicht vegan leben :)
        Einstellung zum Essen wird oft als Wertigkeits-Barometer missbraucht und Menschen, die das so machen, können sich ihren Toleranz-Aufkleber auch mal von der Stirn pflücken.

        Also Daumen hoch für saisonales Essen und liebe Grüße aus dem Süden,
        Sophie

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    2. Katja

      Das sehe ich sehr ähnlich, Bina, und ich wünschte mir mehr Verständnis und Toleranz für Nicht-Veganer, aber die kann ich nur schwer aufbringen. Ich freue mich natürlich über Interesse von Mitmenschen, aber auch mir entfleucht schon mal ein Seufzer bei genau den Sätzen „Das könnte ich nie/das kann ich mir nicht leisten/das ist mir zu anstrengend“ etc. Und es sind ja die Meisten, die es nicht probieren wollen. Ist ja auch anstrengend und aufwühlend am Anfang.
      Wenn es nicht um das Leben Millionen von Tieren ginge, hätte ich vielleicht mehr Geduld oder Verständnis für meine Mitmenschen….
      (Wann Miley Cirus das letzte Mal im Pelz gesehen wurde oder Clinton im Steak House ist mir ehrlich gesagt auch wumpe, dass sie jetzt die vegane Message in die Welt posaunen, macht mich viel froher!)

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    3. maja

      Ganz extrem nachgefragt, welches Recht hast du denn von anderen „mehr Willen und keine Ignoranz“ zu verlangen? Gar keins, jeder darf essen was er möchte, aus ganz banalen oder auch höchst ethisch motivierten Gründen. Das einzige was mich nervt, ist die häufig erlebte Selbsterhöhung besser zu wissen was andere Menschen tun sollten (egal ob es um Essen, Zwischenmenschliches, Erziehung … geht).

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  3. Jenny

    „Jeder, der sich mit den drängenden Fragen von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Tierrechten beschäftigt, hat Respekt verdient, egal wo er grade steht.“ – so schön gesagt!

    Deswegen ist das auch etwas einseitig zu sagen: „Veganismus ist Luxus – namibische Kinder freuen sich über ein Glas Blut.“ Denn auf der anderen Seite kann man sich genauso fragen, warum ist das denn so? Inwiefern ist das ein Problem der globalisierten Nahrungsmittel-Industrie und inwiefern tragen denn Verbraucherentscheidungen aus den Industrieländern dazu bei?
    Man könnte es auch anders formulieren: einige Vegetarier/Veganer verzichten auf den Luxus von Fleisch :) weil sie – so klein die Stimme auch sein mag – dieses System nicht unterstützen und was daran ändern möchten.

    Und ja, einige finden‘s gesund oder trendy oder wollen nicht, das Tiere sterben. Was die Motivation ist und wie integer man selbst ist, das kann man doch bis zum Erbrechen diskutieren. Dass solche Gruppen nerven, ist nur konsequent, das tut jeder/jede Gruppe, die ihre Wertvorstellungen verbreiten möchten: Zeugen Jehovas, Pazifisten oder Heidi Klum.

    Am Ende kommt es vielleicht gar nicht drauf an, was derjenige mir sagt, sondern was ich daraus mache. Und sich Gedanken zu machen oder es zu ignorieren oder mich darüber aufzuregen, die Entscheidung trifft jeder für sich.

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  4. Steffi

    Ein toller Text, Julia. Sehr gut geschrieben! Was die bisherigen Kommis betrifft… vegan ist nicht luxuriös. Meine Oma war zwangsweise vegan, zur Kriegszeit gab es wirklich nur Kraut und Rüben zu essen. Kartoffeln noch…alles vom Acker halt! Nachdem alles überstanden war kam mit steigendem Wohlstand, sprich: Geld- das Fleisch hinzu. Später mit der Werbung die Milchprodukte.
    Was mich betrifft: ich bin in erster Linie ein Mensch der keinen Bock auf Schubladen hat. Ein Mensch, der alles essen darf, aber nicht will. Ich fühl mich prima ohne tierische Produkte.

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  5. Sara

    Mich nervt diese Kolumne wenn ich ehrlich bin. Nachhaltigkeit auf diesem Blog ist leider nix anderes als wertloses mitgerede. Nike und Sarah tragen dermaßen viel Must von H/M, besitzen so unglaublich viele Klamotten die sie 2,3 mal tragen und dann verkaufen. Das verdiente Geld wird dann wieder in Klamotten investiert… Ein Teufelskreis der hier bemängelt wird. Langsam find ich nimmt der Konsum hier überhand. Diese dummen 7,8,9 tiny Little things-warum denn mal nicht Little things kaufen. Macht einen bestimmt glücklicher als unglücklich. Kaufen kaufen kaufen schreit mir jeder Beitrag entgegen. Und das tun die janes auch: kaufen und den Leser zum kaufen bringen. Nachhaltigkeit sieht anders aus

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      1. mia

        naja, dazu muss man ja sagen, dass julia für sich selbst steht und schreibt und ihre kolumne und einstellung finde ich super. die kombination mutet in letzter zeit aber manchmal schon ein wenig skurril an, das stimmt.
        allerdings kann man das auf sovielen blogs beobachten, im moment besonders gern gesehen beim „magic cleaning“. alle sprechen davon, ihren schrank gründlich auszusortieren, mit capsule wardrobe und nachhaltig leben zu wollen, investieren im nächsten moment aber wieder in das eine (oder die fünf) sündhaft teuren designerteile, die sie nun ihr leben lang tragen werden. ist leider auch nicht besonders glaubwürdig und ich wäre froh, wenn die autoren dann einfach offen dazu stehen, dass sie sich nicht festlegen möchten/können, sondern lieber experimentieren, als idealistische reden über ihren hauls zu platzieren. aussortieren kann man ja trotzdem.

        ansonsten mal wieder ein toller artikel, danke julia!

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  6. Karo

    Ich kann dir nur 100%ig zustimmen und auch mich haben eine vegane Mitbewohnerin, die meine Lebensmittel durchsucht hat und meinen Freunden verboten hat nicht-pflanzliche Lebensmittel in die Wohnung zu bringen fast zum Nichtveganer getrieben. Auch habe ich alle Facebook Gruppen, die sich um das Veganertum drehen, verlassen, denn ich kann diesen negativen, intoleranten Diskurs um das Thema nicht mehr aushalten. Aber auch drei Monate Praktikum in einem Umfeld ohne jegliches Verständnis mit Fragen rund um meine Ernährung in jeder f*ing Mittagspause haben mich fast in das sprichwörtliche Stück Käse beißen lassen. Und ich stimme mit dir überein: Toleranz und Respekt für die Entscheidungen eines jeden Menschen sollten doch eigentlich die Grundlagen unserer Gesellschaft sein!?

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  7. Liselotte

    Eigentlich wurde es ja schon ganz richtig beschrieben: VeganerInnen sind, genau wie FleischesserInnen, Christen oder TürkInnen keine homogene Gruppe. Dafür aber eine relativ kleine. Schade also, dass dann selbst aus den eigenen Reihen ein solcher Beitrag kommt. Ich verstehe zwar den Hintergrund, finde aber die Diskussionen um Beweggründe von VeganerInnen (die in den allermeisten Fällen im Bullshit-Bingo enden) um einiges zahlreicher als solche, in denen die hier verteufelten ÜberveganerInnen ihr Gutmenschentum raushängen lassen.
    Kleiner Beitrag hin oder her, aber kann man es nicht beim Namen nennen, wenn sich jenand als VegetarierIn bezeichnet, dann aber trotzdem en masse Lederartikel einkauft? Und auch in anderen Bereichen, die nicht vordergründig mit Veganismus zu tun haben, finde ich es schade, dass zunächst konsequent Ketten wie beispielsweise Zara gemieden wurden, sie jetzt aber auf einmal wieder interessant sind, weil sie so nette Sachen verkaufen.
    Ich freue mich sehr, wenn sich Menschen für einen veganen und nachhaltigen Lebensstil interessieren. Dafür gebauchpinselt zu werden zu wollen finde ich allerdings fragwürdig in Zeiten, in denen der Zusammenhang zwischen Armut, Hunger und Umwelt in Verbindung mit Nachhaltigkeit und Ernährung immer offensichtlicher werden.

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  8. CHRISTINA KEY

    Durch die Medien und diverse „Trends“ probieren viel mehr Menschen verschiedene Essgewohnheiten aus, finde ich an sich ne gute Sache! :)

    Dennoch müssen sich manche wohl fragen, ob sie aus Überzeugung Veganer sind oder aus „Trend“.

    XX,
    Photography & Fashion Blog

    CHRISTINA KEY
    http://www.CHRISTINAKEY.com

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  9. Pingback: VEGANER, GUTMENSCHEN, MORALAPOSTEL - ALLES NERVENSÄGEN - stryleTZ

  10. Juli

    Veganer sind zwar eine heterogene Gruppe, dennoch lassen sie sich in zwei ‚Haupt’gruppen einteilen:

    Veganer, die aus ethischen Gründen auf Lebensmittel und Produkte tierischen Ursprungs verzichten. Sie wissen meistens auch, dass Veganismus eine Mangelernährung für omnivore Lebewesen ist und wirken dem mittels Zusatzpräparate (Vitamin B12 z.B.) und bewussterer Lebensmittelwahl entgegen. Vor diesen Menschen habe ich Respekt!

    Die andere Gruppe von Veganern (und ich würde rein subjektiv behaupten, dass es die größrere Gruppe ist) entscheidet sich aufgrund von Fehl-und/oder Falschinformationen für diese Ernährungsform. Sie leugnen, dass der Mensch zu der Gattung der allesfressenden Tiere gehört. Sie behaupten, vegane Ernährung sei die einzig gesunde und beugen den Mangelerscheinungen weder bei sich, noch bei ihren Kindern vor. Es gibt Leute, die sogar ihre Hunde und Katzen vegan ernähren. Bei Hunden mag es ja noch funktionieren, aber für Katzen ist es schädlich. (Für mich persönlich ist das Halten von Haustieren mit dem Veganismus nicht vereinbar. Wenn man es jedoch nicht so eng sieht, dann bitte artgerecht halten!) Und gerade diese letzte Gruppe nervt…

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  11. Bérénice

    Ich finde das folgender Witz das Problem auf den Punkt bringt:

    WORAN ERKENNT DU EINEN VEGANER?
    ER WIRD ES DIR SCHON SAGEN…

    Mich überzeugen Menschen, die fröhlich, glücklich und konstruktiv ihr Leben leben. Wenn sie anfangen darüber zu reden, werd ich manchmal eher skeptisch. Was nicht heißt, dass man die Klappe halten muss. Aber es gibt einen klaren Unterschied zwischen verkrampfter Mission und gelebter Begeisterung. Ich mag Zweiteres.

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  12. Sarah

    Liebe Julia,

    ein wichtiges Thema, das Du da ansprichst. Ich hätte mir aber ein bisschen mehr Differenzierung gewünscht. Warum nicht schreiben: „Warum nerven manche Veganer?“?
    Du schreibst im Text mal „wir“, mal distanzierst Du Dich von der ’nervigen Crouwd‘ (überspitzt formuliert). Das wirkte beim Lesen auf mich merkwürdig. Als wärest Du eben die, die nicht nervt im Kontrast zu den anderen, die eben ob ihres Vegan-seins nicht anders können. 😉
    Du hast es sicherlich nicht so gemeint aber beim Lesen ist mir das aufgestoßen. Wäre es nicht außerdem schön, wir könnten uns von den Labeln nach und nach mehr verabschieden? Nike macht es mit den Genderthemen ja schon lange vor. Weshalb also das Label „vegan“, was ja noch viel loser ist als unsere Genderlabel, so überstrapazieren und nicht einfach über die Sache selbst schreiben: (möglichst) tierleidfrei und nachhaltig. Hier in Köln gibt es beispielsweise ein Restaurant, dass an keiner Stelle das Wort vegan verwendet aber ausschließlich pflanzliche Zutaten verwendet. Ist doch eine schöne Idee und wirkt, wie ich finde, wesentlich unaufgeregter.

    Viele Grüße
    Sarah

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  13. Sabina @OceanblueStyle at Manderley

    Och die nerven wie alle Fundamentalisten. Da renne ich gleich zu Mac Donalds. Ich bin seit 30 Jahren Vegetarierin. Ich gehöre weder einer Gruppe an noch sonst etwas. Was ich esse, geht niemanden etwas an. Umgekehrt bin ich keine Missionarin. LG SABINA

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