EVENT // The mint&berry Flower Market
& unsere Preview mit der wunderbaren Laura-Ximena von Tausendsuend

14.04.2016 um 15.04 – Berlin box2 Event

flower

Ich mache es kurz: Laura-Ximena Villanueva Guerra hat ganz hochoffiziell den schönsten Job der Welt, lebt ganz selbstverständlich ihren persönlichen Traum, bezirzt tagtäglich unsere Sinne und versorgt uns mit purem Glück. Wie sie das macht? Sie verbindet die leckersten Rezepte mit den hübschesten Blumenbouquets, setzt auf natürliche Dekorationen statt ihre feinen Backwaren mit Fondor, Marzipan und Zuckergarnituren zu erschlagen und kreiert aus den ungewöhnlichsten Zutaten eine wahre Explosion im Mund. Die 4-fache Superfrau backt für Hochzeiten oder Geburtstage, ist seit 1,5 Jahren die Haus-Konditorin im The Store x Soho House und hat uns gestern im Interview im Handumdrehen um ihren Finger gewickelt: Nicht bloß mit ihrer fantastisch, saftigen Rhabarber-Tartin (hier geht’s zum Rezept), sondern vor allem mit ihrer unendlichen Power, ihrem Selbstverständnis von besonderer Qualität und ihrer schier unendlichen Leidenschaft, die Dinge ein Stück weit anders zu anzugehen.

Und mint&berry hat sich diese großartige Frau geschnappt: Am kommenden Sonntag ist sie neben lokalen Blumenspezialisten wie Marsano, Blattgold und Poems & Posies Teil des „mint&berry Flower Markets“, (ihr erinnert euch: der Nachfolger unseres „Ice Cream Markets„) und sorgt dort für die perfekte Symbiose aus Blumen und Kuchen. Worauf wir uns vor Ort außerdem freuen dürfen und was wir von Laura-Ximena aka Tausendsuend am kommenden Samstag beim ersten mint&berry Flower Market in Berlin erwarten dürfen, gibt’s heute in unserer Sneak Peak.

Processed with VSCO with c1 presetLaura in einem Kleid von mint&berry.

Laura, du bist selbsternannte Pastry Artist. Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Ich nenne mich einfach Pastry Artist, weil ich keine gelernte Konditorin bin, genau diese Bezeichnung mein Handwerk aber auf den Punkt bringt. Man findet mich mittlerweile auf den verschiedensten Street Food Markets und natürlich im Store des Soho House. Dort stecke ich all meine Liebe in das Handwerk, kann mich voll und ganz ausleben und bin da ziemlich glücklich drüber. Ich habe schon immer mit Essen gearbeitet, lange Zeit gekocht, in Cafés gearbeitet und gebacken, hab‘ zwischendurch ein paar Pausen gemacht und vier Kinder bekommen. Ich habe mir in recht langer Arbeit und Selbstfindung alles selbst beigebracht und keine klassische Ausbildung absolviert. Ja, und durch meine Liebe zu Blumen habe ich irgendwann angefangen, meine beiden Leidenschaften miteinander zu verbinden. Auch aus ganz praktischen Gründen: ich bin einfach nicht der Typ für zarte Zuckerfummelarbeit, auch weil es geschmacklich zu wenig hergibt. Echte Blumen haben eine ganz eigene Dynamik und eigene Kraft – und ich denke, dass ist es, was mich jedes Mal aufs Neue fasziniert.

Wie bist du denn darauf gekommen, Blumen mit Kuchen zu vermählen?

Ich habe lange Zeit in einem Blumenladen gearbeitet – und ich habe es geliebt. Ich habe immer Blumen zu Hause und gebe unwahrscheinlich viel Geld dafür aus – und als ich mit der ersten Hochzeitstorte, die ich gebacken habe, startete, kam die Idee. Weg mit dem künstlichen Ami-Zeug, her mit rougheren Elementen. Ich liebe frische, saisonale Produkte – und ich liebe es, sie ganz unterschiedlich einzusetzen und mich auch von den unterschiedlichsten Jahreszeiten inspirieren zu lassen. Auf die Kuchen kommen übrigens fast ausschließlich ungespritzte Blumen aus Marzahn – für alle anderen fertige ich Schablonen als Unterlage.

Ah, Apropos! Ran an die mit Abstand unbeliebteste Frage: Woher holst du deine Inspiration?

Es hört sich total doof an, aber es sprudelt einfach aus mir raus. Ich lasse einfach alles auf mich zukommen, besuche gerne schöne Märkte wie den Kollwitzplatz und treffe dort furchtbar liebe Bauern, die die abgefahrensten Dinge dabei haben, beispielsweise Gemüse in allen Formen und Farben oder essbare Blumen. Zur größten Inspirationsquelle überhaupt gehören aber die Menschen selbst: Immer wenn ich Torten backe, treffe ich mich vorab mit den Menschen, um sie kennen zu lernen und um in Erfahrung zu bringen, was sie mögen. Und schon geht die Kiste an und die Ideen plumpsen raus.

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Du machst ganz viel vegan und warst selbst 16 Jahre lange Veganerin. Jetzt muss ich als Nicht-Veganerin allerdings gestehen, dass ich die meisten vegangen Backwaren oft nicht so wow finde, obwohl ich mich sehr über Alternativen freue. Irgendwas fehlt – vor allem der Zucker. Warum?

Bei mir nicht, haha. Ich glaube, es geht mit dem Trend einher, dass es zum einen hip ist, vegan zu leben – und: dass auch Produkte ohne Zucker hip sind. Raw, vegan und zuckerfrei: Essen und doch schlank bleiben. Süß ist bei vielen out, was an dieser Stelle nicht bedeuten soll, dass ich gegen Unverträglichkeiten wettern möchte. Aber es ist eben in vielen Fällen Trend. Und danach backen eben auch viele Kollegen. Vegan hatte lange ein ziemlich altbackenes Image und ich habe schon damals versucht, Vorurteile aus dem Weg zu räumen und zu zeigen, dass vegan eben ganz genauso großartig sein kann wie Backwaren mit Eiern und Milch aka die altbekannten Kuchen von Oma mit ganz viel Butter und noch mehr Schmalz.

Als Mama von einer Tochter frage ich mich gerade die ganze Zeit, wie du das mit vier Kids machst. WIE MACHST DU DAS? Du bist ja nicht nur im Store Chefin der Kuchen, sondern…

Genau neben dem Daily Business im Laden versorge ich Veranstaltungen, Street Food Markets und private Feste und Caterings – ein ziemlich ausgefüllter Eine-Frau-Betrieb. Ich muss gestehen, dass ich ziemlich viel Energie habe, aber natürlich auch oft an meine Grenzen komme. Ich habe mir über die letzten Jahre eine ganz gut funktionierende Infrastruktur aufgebaut und das große Glück, eine unfassbar tolle Schwiegermutter zu haben, die wirklich immer da ist, wenn wir sie brauchen. Aber klar: Wir haben eine ziemlich straffe Logistik, die gern mal ins Wanken kommt, wenn ein Schräubchen sich rausdreht. Dann heißt’s jonglieren! Das Schöne ist aber auch, dass mein Mann ebenfalls selbstständig ist und wir beide recht flexible auf das Wanken reagieren können. Aber klaro: Es ist super viel Arbeit. Ich muss allerdings gestehen, dass ich der Meinung bin, dass es mit vielen Kindern fast besser funktioniert, weil die Kinder sich untereinander einfach auch super beschäftigen, eine Einheit bilden und ich schon mal überflüssig werde.

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Jetzt treffen wir dich am Wochenende ja auf dem mint&berry Flower Market. Kannst du uns schon verraten, was es an deinem Stand geben wird?

Ich bin noch nicht ganz festgelegt, aber es wird mit Sicherheit Sauerteigwaffeln geben, die zu meinen Bestsellern gehören. Dann gibt’s aber natürlich noch ein, zwei, drei Show off Torten, um euch zu zeigen, was ich eigentlich mache. Weil’s handlicher ist, bereite ich aber vor allem kleine Häppchen vor, damit ich sie komplett rausgeben kann. Freitag und Samstag werde ich in der Küche verbringen und höchstwahrscheinlich noch mal ganz flexibel alles über den Haufen werfen. Vielleicht gibt’s am Sonntag neben meinen klassischen Sachen wie Brownies, Buiscuit oder Traditionelles auch Vegan oder Raw. Natürlich komplett dekoriert mit Blumen und Früchten.

tausendsuend

Kurz und Knapp.

Dein Lieblingskuchen: Diese Rhabarber-Tartin
Deine Lieblingsblume: Pfingstrosen
Dein Traumprojekt: Ich wünsche mir einen Laden, in dem ich Blumen und Kuchen vereine. Eine alte Fabrikhalle, eine alte Holztheke, Kuchen und überall Blumen. Am liebsten in 5 Jahren.
Das Schönste an deinem Beruf: Alle Leute, die zu mir kommen, wollen sich selbst oder anderen was Gutes tun. Reines Glück. Ich hab‘ also ganz klar die besten Kundinnen und Kunden – mit der allerbesten Laune. Und: Dass das Handwerk wieder mehr geschätzt wird.
Kuchen No-Go: Convenience Produkte, Gelatine und Tortenguss (sieht doof aus und schmeckt nicht), und künstliche Farbstoffe.
Kuchen-Trend: Höchstwahrscheinlich vegan. Allerdings halten sich Brownies und Cockies hartnäckig, auch wenn langsam mal was Neues kommen könnte. Ach und natürlich Blumen auf Kuchen zu setzen. Klaro.
Deine Kuchen sind: Genuss, Geselligkeit und die Möglichkeit, den Moment zu zelebrieren. Sie sind nicht bloß schön, sondern eben auch sehr sinnlich.

Mehr von Tausendsuend gibt’s auf Facebook, Tumblr & natürlich auf Instagram.

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Neben Laura und den oben genannten Floristen findet ihr auf dem „mint&berry Flower Market“ außerdem natürlich einen exklusiven Pop­Up Store mit der aktuel­len mint&berry Sommerkollektion, Kreativ­Workshops mit der Blumenkünstlerin Ruby Barber von Mary Lennox Bloomon sowie Poems & Posies und natürlich Musik. On Top wird es geflochtene Makramee Plant Hangers von California Dreaming geben, sowie Keramik, Blumenprints und ­-kränze oder die mint&berry Flower Popsicles von Paletas. Die Plätze für die Workshops sind übrigens teilnehmerbegrenzt und werden vorab über www.mint-­and-berry.com vergeben.

The mint&berry Flower Market findet von 12.00 bis 20.00 Uhr an folgenden Terminen statt:
Wir sehen uns <3

The mintberry Flower Market_

Berlin – Sonntag, 17. April, Heeresbäckerei (hier lang zum Facebook-Event)
Hamburg – Sonntag, 22. Mai, Altes Mädchen (hier lang zum Facebook-Event)

– In freundlicher Zusammenarbeit mit mint&berry –

5 Kommentare

  1. Tati

    Oh wie wundervoll. Eine ganz zauberhafte Idee. Super schade aber, dass es keinen Flower Market in München gibt.

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  2. Pi

    was für eine super sympathische pa-pa-powerfrau!
    diese herzliche nonchalance in kombi mit einem solchen augen- und gaumenschmaus
    macht ein richtig warmes gefühl im bauch.
    ich brauche jetzt kuchen. und blumen!

    Antworten
  3. Sarah

    Sorry, aber mich nervt dieser ganze Blumen Hype extrem.
    Bin gespannt, wann die ersten Töpfer Beiträge ihren Weg auf die Modeblogs finden.

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  4. christina

    Frage: sind diese Blumen überhaupt essbar?
    Oder muss man die alle erst runterklauben, bevor man einen Happen vom Kuchen essen kann? Weil dann würde die Schönheit die Praktikabilität und Essbarkeit doch ein wenig beeinflussen

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    1. Sarah Jane Artikelautor

      Liebe Christina,
      die meisten Blumen sind essbar, genau. Es gibt aber natürlich auch Blumenwünsche, da sollten die Blumen runter vom Kuchen (:

      Antworten

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