Tiny Diary // Achtung, die Zahnfee kommt & bringt den Sprung mit.

15.06.2016 um 20.04 – Allgemein Kolumne

Schlechte Launen, undefinierbare Wehwehchen und andere Schlechtwettertage – Eltern wissen, wovon ich spreche. Solche die es werden, noch Lichtjahre davon entfernt sind oder Freunde, die damit nichts am Hut haben, sich das Gejammere der besten Mama-Freundin dennoch ständig anhören müssen, können’s nur erahnen:

Zähne kriegen ist der Teufel, die einen trifft’s härter als die anderen, aber spurlos geht diese Entwicklung wohl an keinem vorbei – ja, das wusste ich. Aber Zähne kommen selten allein: Schlechte Laune, ein anderer Wachstumsschub und unerklärliche andere Schlechtwettertage ziehen meist am selben Strang – das weiß ich jetzt. Jetzt im Nachhinein der ersten Zahnungsphase. 

Vier weiße Spitzen an der Zahl haben Wilmas und unser Leben jetzt auf den Kopf gestellt – und wenn ich rückblickend daran denke, dann war jeder einzelne meist die Hölle auf Erden. Das war bei uns so, das ist aber längst nicht bei jedem gleich. Machtlos daneben stehen, trösten, kleine Helferchen besorgen, Händchen halten und daran verzweifeln, dass der Appetit einfach nicht zurückkommt. Da bleibt der Breiteller unangerührt, das Butterbrot wird auf den Boden gefeuert und das Fläschchen verwehrt. Schlaflose Nächte gibt’s all inklusive. Terrortage on top.

Es sind aber nicht bloß die Zähne, die für schlechte Laune sorgen, es ist eben auch dieser ominöse Sprung, der Gewitterwolken nicht vorbei ziehen lässt. Was auch immer dort im kleinen Kopf passiert: Es muss furchtbar für Turbulenzen sorgen. Und so bewege ich mich zwischen „Was hat sie nur?“ und „Ach das ist es diesmal vielleicht?“ hin und her, greife zum Hörer, um die eigene Mama-Zentrale zu erreichen oder sitze bedröppelt auf Nikes Couch.

„Das ist alles nur der Sprung, das geht vorbei“,
und ich kann nur hoffen, dass sie recht behält, die beste Freundin.

Und ja, aus Wochen werden im Kopf Monate. Aus ein paar Stunden werden Jahre. Denn rückblickend betrachtet befinden wir uns vielleicht noch gar nicht so lange im Sturm, gefühlt allerdings schon. Es ist wohl diese Machtlosigkeit, die uns verrückt macht. Diese Suche nach Lösungen, die im Nirvana endet. Und so bleibt uns am Ende des Tages nichts anderes übrig, als zuversichtlich zu sein, die Sache mit dem akuten Dreitagefieber einfach als weiteren Meilenstein des Kennenlernen zu betrachten und einen immer größeren Pool aus Gelassenheit und Erlerntem zu befüllen.

Wir schaffen das Wilma, ganz sicher. Und so sitze ich hier mit meinem Tee in der Hand und gehe heute vielleicht einfach ein bisschen früher ins Bett, um vorbereiteter zu sein, wenn du diese Nacht wieder dreimal rufst und Hunger hast, bleib‘ optimistisch und sage mir auf „dass andere Eltern das vor uns auch schon geschafft haben“. Klaro, wir schaffen wir das!

Noch einen Schluck Optimismus geschlürft und im Handumdrehen ist der Sprung vorbei, die Zähnchen da und die Sonne scheint wieder ohne auch nur ein einziges Schleierwölkchen. Ich träum‘ vom Durchschlafen. Kiddo, machst du mit?

3 Kommentare

  1. Elli

    Ha das Gute ist, dass man indiskreten Omas die in der Trambahn der Unzufriedenheit des Kindes auf den Grund gehen wollen nur das Wort „Zähne“ hinschmeißen muss und ein verständnisvolles Lächeln erntet. Mache ich immer so. Stimmt ja irgendwie: Irgendein Zahn wird s schon sein.

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  2. Jen

    Ohh das kenne ich nur zu gut… wenn man schon so fertig ist, dass man sich auch noch mit dem Partner nur noch ankeift, von der ganzen Welt unendlich genervt ist, dem Kind ein was ist jetzt schon wieder?? entgegen zickt und sich dabei ertappt zu denken, ohne Kinder war es auch ganz schön…
    DAS GEHT VORBEI! 🙂
    Kann dauern, kommt wieder, ist alles nur ne Phase… ne?
    Gutes Durchhalten, ihr schafft das schon!!

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