Marina Hoermanseder S/S 17
– Schmetterlingskinder.

02.07.2016 um 3.31 – Mode

marina hoermanseder ss17 thisisjanewayne

Im Gegensatz zu Sarah habe ich Marina Hoermanseder bisher wie ein Stiefkind behandelt, zu sehr wichen ihre Visionen von meinem persönlichem Geschmack ab, zu geblendet war ich von der Opulenz ihrer Kleider in einem Berlin, das doch vor allem der Tragbarkeit frönt. Schämen sollte ich mich. Und das sage ich aus der Tiefe meines Herzens. Denn das, was uns jüngst im Garten des Kronprinzenpalais präsentiert wurde, gehörte mindestens nach Berlin, viel eher aber nach New York. International mithalten können – ein Traum vieler, der von Marina längst gelebt wird.

Es begann mit der Location und einem Laufsteg, der sich wie ein blütenweißes Labyrinth durch den Garten des Palais legte, vorbei an verspiegelten Wänden und saftig bewachsenen Linden, unter denen eine Frontrow wie aus dem Bilderbuch Platz genommen hatte. Dazu Stereo Totals „I love you ono“ und ausgelassene Noblesse bis ins Detail, getragen von pausbäckigen Models, die im Takt ihr Côte d’Azur-Haar wippen ließen. Marina Hoermannseder weiß um ihre Stärken: Handwerk, Dreidimensionalität und die Fragilität des Menschen überträgt die gebürtige Österreicherin auf Mode, die zu großen Teilen auch Kunst sein könnte, jederzeit bereit für das ganze große Rampenlicht. Lady Gaga ist übrigens längst Fan. Die junge Frau ist eine der wenigen jungen Talente, für die Wirtschaftlichkeit kein Fremdwort ist. Das Team wächst ebenso wie das kauffreudige Hoermanseder- Publikum, das ihre Heldin vor allem für die deutliche Handschrift und den damit einher gehenden Wiedererkennunsgwert einer jeden Kollektionen liebt. Auch diesmal tauchen Schnallen auf und lackiertes, handgeformtes Leder, ein weiteres Markenzeichen, fusioniert mit der gewohnt morbiden Inspirationsquelle der Designerin. Diesmal: Schmetterlingskinder, deren Haut so verletzlich ist wie der Flügel eines Schmetterlings, gepaart mit kindlich-leichtfüßigen Erinnerungen an Urlaubstage an der französischen Riviera. Was schwer zu greifen sein mag, macht beim Betrachten der Entwürfe plötzlich Sinn. Genau das ist Marina Hoermanseder: Schwer zu greifen, aber unübersehbar.

Location: 

Der Garten des Kronprinzenpalais.

Musik:
Stereo Total – „I love you ono“

Lieblings-Look: 

2016-06_FW_Marina-Hoermanseder0223_300dpi

Die Highlights der Kollektion:

Hier lang gehts zu aktuellen Kollektion.

 

4 Kommentare

  1. Barbara

    WOW! Ich habe häufig Probleme mit Laufsteg-Kollektionen, weil ich diese für komplett albern halte. ABER diese Designerin begeistert mich echt! Die Stücke sprühen voll Lebensenergie und sind echt mit Köpfchen gemacht. Ich würde einige Teile davon direkt anziehen. LG. Barbara

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