Brain Blah //
„Wann kommt denn bei euch das nächste Kind?“ – Vielleicht nie.

11.07.2016 um 13.59 – Leben Wir

kinderkriegen baby thisisjanewayne tinyjaneSeit ich Mutter bin, beschleicht mich das Gefühl, dass ein Kind allein nicht ausreicht. Egal, wen ich nach langer Zeit wieder treffe, die zweite Frage nach dem obligatorischen „Wie gehts, wie stehst“ lautet zunehmend: Und, wollt ihr noch ein Geschwisterchen? Ich muss dann erst einmal erklären, dass das „Wir“ inzwischen ein ganz anderes ist – Ups-Moment #1, die Leute scheinen noch immer wie automatisch davon auszugehen, Trennungen seien entgegen jeder Statistik eine Ausnahme in unserem scheinbar perfekten Lebensumfeld. Mit dem Mitleid, dass ich weder brauche noch möchte, komme ich inzwischen klar, man meint es ja nur gut mit mir. Wenn ich irgendwann aber zurück zum eigentlichen Thema gelange und meinen Standpunkt klar mache, nämlich den, dass ich nicht wissen kann, was in drei, vier oder zehn Jahren ist, ich derzeit aber ziemlich sicher bin, ein Einzelkind in die Welt gesetzt zu haben, werden die Augen groß und Mundwinkel fangen an zu hängen. Ganz ehrlich, kein Scherz. Ist auch nicht eingebildet das Ganze, das weiß ich, weil meist Augen- und Ohrenzeugen dabei sind. Die häufigsten Reaktionen lauten wie folgt: Eeeecht jetzt? Aber willst du kein Mädchen haben, wer soll denn all die Taschen erben, als Frau möchte man doch auch eine Tochter? Soll Lio wirklich allein aufwachsen? Träumst du nicht von einer richtig großen Rasselbande? Nein? Krass. Und so weiter und so fort.

Ich finde das, gelinde gesagt, sehr unmodern. Und unsensibel. Und unangebracht. Denn erstens ist mir schnurzpiepegal, welches Geschlecht mein Kind hat, zweitens leben wir in einer Gesellschaft, in der Freundeskreise längt zur selbstgewählten Familie geworden sind, kein Kind muss also einsam und allein mit Einzelkind-Schaufeln im Sand buddeln und drittens liebe ich Großfamilien, ich stamme nämlich aus einer, aber ich selbst sehe mich aus unterschiedlichsten Gründen nunmal nicht als Anführerin einer solchen. Das macht mich weder herzlos und überaus egoistisch, noch traurig. Beides wird einem aber seltsamerweise gern unterstellt. Meine Entscheidung liegt jedoch einer ganz simplen Erkenntnis zugrunde.

Ich kann mir kein größeres Glück vorstellen, als das, was mich gerade jetzt umgibt. Es fühlt sich exakt richtig an, genau so, wie es ist. Und ich wüsste nicht, wie es noch besser werden sollte. So einfach, so schwer zu verstehen. Denn natürlich weiß ich um die Verdoppelung der Liebe beim zweiten Kind. Aber nunmal auch um die persönlichen Einschränkungen, Herausforderungen und um den Mut, der dazu gehört. Darum habe ich ausschließlich den allergrößten Respekt und nur High Fives vollgepackt mit Anerkennung und von tief innen heraus gegönntem Glück übrig für all jene, die sich trauen. Deshalb weiß ich um alles, was mir verwehrt bleiben wird. Aber ich wünsche mir dennoch ein wenig mehr Toleranz gegenüber meines selbstgewählten Lebensmodells. Oder einfach Gleichgültigkeit, einen Umgang, der nicht voraussetzt, man falle mit dieser Entscheidung aus der salonfähigen Norm oder sei schlichtweg komisch drauf. Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass die Rechnung anders herum genauso gut aufgeht. Wie du willst drei Kinder? Ja, bist du denn verrückt.

Ein Faktor, der zwar nicht in meinen eigenen Entschluss eingespielt hat, mich aber durchaus sensibler im Umgang mit anderen hat werden lassen: Ich kann sehr wahrscheinlich aus gesundheitlichen Gründen überhaupt kein weiteres Leben in die Welt setzen. Noch stört mich das nicht, aber es könnte mich stören, vielleicht irgendwann, wie viele andere auch. Die automatische, sehr persönliche Frage nach weiteren Kindern, oder überhaupt einem Kind, sofern man sich denn nicht im Freundeskreis bewegt, bleibt also ohnehin eine heikle, die einem wahllosen Streuen mit Salz in potentielle Wunden gleich kommt.

Jetzt kann man natürlich behaupten, ich sei über die Maße sensibel und das Butter-bei-die-Fische-Prinzip in anonymen Zeiten wie diesen doch nur förderlich in Hinsicht auf mehr Zwischenmenschlichkeit. Schuldig. Dann machen wir es doch einfach so: Wenn wir demnächst gewillt sind, jemanden zu fragen, wie es um den Kinderwunsch bestellt ist, dann hören wir einfach zu, schieben die Mundwinkel nach oben und erfreuen uns an der Diversität des allgemeinen Daseins, statt von uns auf andere zu schließen. Das wäre ja schonmal ein Anfang.

33 Kommentare

  1. Elli

    Merkwürdig ist ja, dass nur diese spießigen, fast schon typisch-deutschen 2-Kind-Familien angemessen sind. Ab drei findet es der indiskrete Nachfrager nämlich auch schon seltsam. – Bisher haben „wir“ auch nur eins und ehrlich gesagt fühlt es sich gerade ziemlich gut an, dass der mit seinen zwei Jahren aus dem Gröbsten raus ist. Wie mir dieses übergriffige Gefrage auf den Geist geht! Mir wurde wirklich schon des öfteren unterstellt, es beim Einzelkind zu belassen sei eine höchst egoistische Handlung – und würde meinem Sohn sehr schaden. Das Zeitfenster für eben dieses zweite Kind ist, so haben ungefragte Umfragen ergeben, allerdings auch recht kurz. Zwei, maximal drei Jahre sind hier akzeptabel, sonst geht auch da nix mehr.
    Danke Nike, dass du all das einmal wieder so treffend zusammengefasst und mir damit aus der Seele gesprochen hast.

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  2. Leonie

    Alle Daumen hoch für deinen Artikel (am liebsten hätte ich gerade 10!) – du schaukelst das Schiff schon, mit wieviel Mann, Kind Hund oder Katz an Board ist das völlig egal. Do whatever makes you happy :) Man ist ja niemandem irgendwas schuldig und schon gar kein zweites Kind. Ich finde den Aspekt der eventuellen Komplikation übrigens super – darüber wird einfach viel zu selten nachgedacht. Es gibt eben nicht nur das eine oder das andere.

    Liebst,
    Leonie

    http://www.allispretty.net

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  3. Madlén Bohéme

    Gott wie wahre Worte… Leben und Leben lassen. Unser Umfeld und die Gesellschaft hat so komische Ansprüche an einen…Druck dem man sich nicht aussetzen sollte. Jeder macht die Regeln selbst,vor allem bei der Familienplanung. Auch wenn man als Frau keinen Kinderwunsch hat sollte das respektiert werden und auch für gut befunden,…wieviele bekommen Kinder und hätten es eventuell nicht tun sollen oder bereuen es danach. Das darf man als Frau natürlich nicht laut sagen…Furchtbar.

    Liebst,

    Madlén von http://www.madlenboheme.com

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  4. Emmi

    Liebe Nike,

    ich verstehe dich absolut. ich bin Ende 30, Single ohne Kinder und ich werde auch ständig gefragt, warum nicht und wann denn endlich und was eigentlich das Problem sei. Ich finde das wahnsinnig übergriffig, aber ehrlicherweise auch erst, seit ich selbst „betroffen“ bin. die Jahre davor war ich eine der ersten, die Paare und frisch gewordene Eltern fleißig und ws ich jetzt verstehe – total übergriffig gefragt hat. ich habe mir angewöhnt, den Fragenden offen und ehrlich zu antworten: „Dass geht dich eigentlich nichts an, aber ich kann wahrscheinlich keine Kinder bekommen“. Was folgt: peinliche Berührtheit und Sprachlosigkeit beim Gegenüber. und die Gewissheit, dass zumindest diese Person nicht nochmal fragt.
    Ich bin hier sonst eine stille Leserin, aber ich wollte diesen Kommentar nutzen, um euch zu sagen: ihr macht das super. ich finde euch inspirierend, gerade weil ihr Dinge hinterfragt und auch unangenehme Themen ansprecht.
    alles Liebe,

    Emmi

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  5. Viola

    D A N K E!
    Ich frage mich, woher manche Menschen diese Dreistigkeit nehmen oder ob kein Fünkchen Sensibilität in ihnen steckt – solch intime Themen wie das Wetter besprechen zu wollen. Neulich meinte eine Bekannte zu mir, ganz beiläufig, sie hätte mit einer Freundin besprochen , dass bei mir der Zeitpunkt nun ideal wäre, ein Kind zu bekommen. Nebenbei sprach sie mir die Möglichkeit ab, mehr als eines zu bekommen (ich sei schließlich schon 34). Nach diesem tollen Gespräch habe ich erstmal geweint. Denn auch wenn ich gerne ein Baby hätte, ist das momentan absolut nicht der Zeitpunkt. Danke für Deine Offenheit, Deine Worte sprechen mir echt aus der Seele!

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  6. Paula

    Super Artikel! Einzelkinder sind nicht unglücklicher und schon gar nicht einsamer. Wegen solchen ehrlichen und charmanten Beiträgen lese ich weiterhin euren Blog. Weiter so!

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  7. Steffi

    DANKE! Am meisten nerven folgende Sätze: „Du hast ja NUR 1 Kind!“ „Ach, eins ist keins!“
    Ich könnte ko****

    LG Steffi / redseconals.com

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  8. Jessica

    Gut ist auch der Spruch: „ach, du wirst schon sehen, irgendwann willst du sicher ein zweites…“
    Schön, dass andere wissen, was ich irgendwann mal will. Ich finde das anmaßend. Danke für den Text :)

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  9. jen

    Hui, man merkt, dass dieses Thema bei vielen in ein Wespennest greift. Warum so aggressiv?

    Es ist doch heutzutage wirklich absolut kein Thema mehr, wieviele Kinder man bekommt und ob überhaupt. Wer sich mit Leuten umgibt, die einem diesbezüglich ein schlechtes Gewissen auferlegen wollen, sollte seinen Umgang wechseln. Und die Ommas an der Netto-Kasse, mein Gott, who cares?

    Ein Kind ist kein Kind sagen nur solche, die mehr als eins haben, und bitte, bitte habt doch ein bisschen Humor – Leute, die das sagen, gehen gerade auf’m Zahnfleisch, weil sie nunmal mehr als eins haben und schlicht neidvoll (aber nicht missgünstig!) diejenigen betrachten, die „nur“ eins haben…
    ich spreche da aus Erfahrung. Ich habe zwei Kinder, mein jüngstes ist fast 2, und wenn ich mich daran erinnere, dass ich als mein erstes so alt war schon längst wieder schwanger war, gruselt es mich. Ich bin mega froh, Geschwister zu haben, aber ich will’s nicht nochmal machen.

    That being said – Nike, du bist doch noch so jung! Und Lio ist nichtmal 2! Wieso gleich so rabiat ausschließen? So, wie du es beschreibst, ist es gerade perfekt, Glückwunsch! Das heisst aber nicht, dass es in sagen wir 8 Jahren noch perfekter wäre mit dem Mann deiner Träume ein weiteres Kind zu bekommen. Muss natürlich auch nicht sein. Aber zum Glück muss man das doch auch jetzt noch nicht entscheiden?

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    1. Nike Jane Artikelautor

      liebe jen, aber genau das meine ich ja! warum um alles in der welt denken denn so viele, die zwei kinder oder mehr haben, die Lust darauf müsse sich auch bei anderen automatisch einstellen, oder zumindest, dass es nicht ganz klar ein wunsch sein kann, einfach nur ein einziges kind zu haben? „That being said – Nike, du bist doch noch so jung! Und Lio ist nichtmal 2! Wieso gleich so rabiat ausschließen? “ – ich weiß zwar was du meinst, deshalb sage ich ja am anfang des textes, dass ich es NICHT ausschließe, trotzdem implizieren solche mutmaßungen leider immer wieder das gleiche komische bild vom „vollkommen“ oder „glücklich“ sein. mein traummann kann ja auch meint raummann sein, ohne dass ich noch ein traumkind hinterher schieben möchte. also. das klingt jetzt wieder rabiat – versteht man mich? und, ich weiß nicht, ob du das gelesen hast, aber: selbst wenn ich meine meinung ändern sollte, bringt mir mein junges alter zumindest derzeit rein gar nichts.

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      1. jen

        Hm, ok, ich wollte wirklich gar nicht sagen, dass man mit mehr als einem Kind (oder Kind überhaupt!) erst vollkommen oder gar glücklicher ist. Das ist ja wirklich total vom Individuum abhängig! Selbstverständlich (und ich kann hier nicht genug ! setzen) kann ein Leben reich und vollkommen und glücklich sein unabhängig von einer Anzahl von Nachkommen… Wäre ja schlimm wenn nicht!
        Ich tue mich nur schwer, an den Kindern so Extreme zu statuieren. Kinder sind nicht gut oder schlecht, sie sind einfach. Anders: Menschen sind in der Regel bereichernd, egal, wie der Verwandtschaftsgrad ist. Und mit Mitte 20 schon so klar zu sagen: Keine Kinder mehr, erschrickt mich einfach, weil ich es als eine negative weil ablehnende Aussage empfinde. Und trotzdem heißt das nicht, mehr Kinder gleich mehr Glück! Dafür gibt es wahrlich genug Gegenbeispiele.

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  10. fleurance

    Wie Recht du hast! Ab 30ig bekommt man immer öfter zu hören: «Na, wie siehts mit Kindern aus? Langsam Zeit, na?» oder ganz schlimm «…die Uhr tickt». Ich finde die Frage nach dem Nachwuchs sehr persönlich, und viele gehen sehr unsensibel damit um. Schliesslich kenne ich genügend Personen, die keine Kinder bekommen können, eines verloren haben (darüber wird auch kaum gesprochen!) oder es schon längere Zeit probieren und sich schon selbst unter Druck setzen. Da braucht man keine solchen Kommentare – weder von Freunden, Verwandten oder Bekannten.
    Heute hat mich jemand gefragt: «Wie sieht es bei dir aus, kannst du dir vorstellen Kinder zu haben?», das fand ich ganz in Ordnung, nicht wertend. Und interessiert statt aufdringlich.

    Danke für den schönen Text.

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  11. Marie

    Verstehe dich total. Der gegenteilige Kommentar ist „Vier?!?? Dann bist du selber Schuld“. Es ist das Mama-Thema allgemein, das gegenseitigen Respekt und gegenseitige Toleranz verlangt, aber viel zu oft in schnellen Urteilen endet. Mama-sein heißt nämlich auch nicht automatisch besser zu sein! Sorry, Mamas…

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  12. Stephanie

    Ich gehöre zu den stillen Leserinnen und muss an dieser Stelle ein Kompliment loswerden: Auch weil ihr solche Texte bringt, lese ich euren Blog. Danke für diesen Artikel! Ich bin immer wieder erstaunt, wie unsensibel andere mit dem Thema Kinder/Kinderwunsch umgehen. Erst kommen die Fragen nach dem Kinderwunsch, dann warum man noch keine Kinder hat und schließlich, wann das nächste am Start steht. Das ist sooo ein privates Thema und man weiß ja nie, was bei anderen dahintersteckt – allein wie viele Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden. Warum sich manche Menschen (noch nicht einmal enge Freunde) bemüßigt fühlen, so intime Fragen zu stellen, ist mir ein Rätsel.

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  13. Hannah

    Egal wie und wozu: Jegliches Einmischen geht gar nicht!!! Macht mich auch immer aggressiv… Ich bin aktuell mit meinem zweiten Kind schwanger. Diesmal wird’s wahrscheinlich ein Mädchen. Die Reaktion: „ah, dann habt Ihr ja jetzt ein Pärchen und könnt aufhören.“ Wie bitte?!?! Ist das ein Naturgesetz? Gibt es irgendeinen Masterplan? Was bilden sich die Leute ein, sich einzumischen? Wenn’s noch 10 werden sollen, geht aus auch niemanden was an… Und wenn ich mich nach dem ersten hätte sterilisieren lassen, wäre das auch in Ordnung gewesen! In diesem Sinne: Leben und leben lassen! Wer weiß, wie mein Leben morgen oder übermorgen aussieht. In einer Zeit in der im Jahr im Schnitt 2,7 Menschen pro Sekunde auf die Welt kommen, Männer und Frauen Handtaschen tragen können und Geld verdienen können, sollte das Thema Kinderkriegen Privatangelegenheit bleiben dürfen! Männer müssen sich übrigens nur selten sowas fragen lassen…

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  14. VM

    Das Thema Familie, sei es Zusammenziehen, Verlobung, Hochzeit, Kinder, Taufe usw…, wird von vielen Menschen noch immer soooo konservativ gesehen. Wählt man (wie wir zum Beispiel auch) ein Modell, das nicht in dieses Bild passt, können Viele nichts damit anfangen… Da müssen noch einige von diesen wunderbaren Blogposts kommen, damit sie das endlich mal checken, dass sich jeder sein Leben so gestaltet, wie er möchte! <3
    Und der Punkt, dass manche Menschen vielleicht unfreiwillig kinderlos sind, kann man nicht oft genug anbringen! Daran denken so wenige!!!

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  15. Mila

    He, he. Erst letzte Woche musste ich mir mal wieder die Frage gefallen lassen, was mich denn um alles in der Welt geritten habe, 2 Kinder zu WOLLEN und zu bekommen (und obendrein noch als freiberufliche Kulturschaffende 60 Stunden die Woche zu absolvieren). Wie du siehst: Andersrum funktioniert es ganz genauso. Frau muss die Leute quatschen lassen und so leben, wie sie will. Ich freue mich übrigens jeden Tag über meine beide Mädels, die mit einer Inbrunst aneinander hängen, wie ich sie ehrlich selten sehe. Für die beiden ist es herrlich, dass sie sich haben, ungeachtet der engen Freunde, die sie natürlich trotzdem haben. Aber das gilt für mein Leben und für meine Familie. Dass allerdings 1 Kind zu haben moderner sein soll als zwei Kinder bzw. Zwei Kinder in einer Familie „spießiger“ sind ( wie hier gesagt), entlockt mir nur ein Stirnrunzeln. So ein Quatsch.

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  16. Kat

    Nike sagt doch gar nicht, dass 2 Kinder unmodern sind! Es geht doch nur darum, dass es unmodern ist über andere zu urteilen, die kein Kind, ein Kind oder 5 Kinder haben.
    Soll doch jeder machen. Meine Nichte ist derzeit Einzelkind, ich habe schon als Au-Pair auch schon 2,3 und 4 GeschwisterKinder betreut und denke, dass für mich alles vorstellbar wäre, weil ich es jeweils schön in der jeweiligen Situation, es aber doch auch verschiedene Faktoren gibt Volontariat der Kinderwunsch abhängt und die Kindersache zudem sowie nicht zu 100% geplant werden kann…

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  17. Lena

    Die Liste der übergriffigen Kommentare ist soooo lang. Hier meine zwei „Best ofs“: Beim ersten und zweiten (und sollte es eins geben, bestimmt auch beim dritten Kind): „War das geplant ?!“ und, beim zweiten: „Ist der Vater derselbe wie beim ersten?“. Unglaublich.

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  18. Eva

    Toller Artikel! Danke, Nike! Ich kann vieles leider nur bestätigen. Grad schwanger mit unserem dritten Kind, werde ich auch so oft gefragt “ ob es geplant war“. Je nach Laune reagiere ich mittlerweile auch gern ziemlich ruppig… Hat irgendjemand eine Erklärung für die Übergriffigkeiten anderer beim Thema Kinderwunsch, Kindern, Familien“Planung“? Ich bin ratlos.

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  19. Alex

    Die besten Fragen sind die direkt nach der Geburt: „und, wollt ihr noch mal?“ „und jetzt noch ein drittes, oder?“ … das ist mir extrem negativ aufgefallen. Vor allem kamen sie von Leuten, denen ich nie sowas privates erzählen würde.
    Ich weiß auch keine Erklärung dafür, warum die Leute einfach so Grenzen überschreiten. Wahrscheinlich merken sie es einfach nicht .. oder es ist ihnen egal. Weil es mich selbst so stört, vermeide ich die Fragen bei anderen einfach.

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  20. Anna

    Merci, Du sprichst mir aus der Seele!!! Wir fühlen uns zu dritt absolut vollständig und es fühlt sich richtig und gut so an! Aber bei uns häufen sich nach zwei Jahren Elternschaft auch die Fragen nach der nächsten Schwangerschaft, gerne verbunden mit dem gut gemeinten Lob, wir hätten es doch beim ersten Mal so gut hinbekommen – stimmt, wir haben unser (!) perfektes Kind und sind überglücklich, stolz und zufrieden. Der Wunsch nach einem weiteren Kind ist deshalb aber nicht automatisch vorhanden! Beste Grüße und alles Gute, Anna

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  21. blixa

    liebe nike,
    vielleicht liegt dem ganzen einfach nur eine riesengrosse verunsicherung zugrunde? wir leben in einer gesellschaft in der 20-45 jährige zumindest beim thema familiengründung alles und nichts haben könnnen. jeder kann (vermeintlich) frei entscheiden wie er es denn gerne hätte. single, ehe, hausfrau, karriere, großfamilie, einzelkind, adoption, patchwork, gleichgeschlechtlich, kommune oder am liebsten alles zusammen? es gibt keine klaren vorgaben oder enge korsetts wie früher.
    schlussendlich will aber jeder dasselbe: GLÜCKLICH sein und dass am liebsten jeden tag, 465 mal im jahr. und mir kommt es so vor dass viele für ihre entscheidung eine bestätigung brauchen. vielleicht möchte man mit diesen fragen einfach nur herausfinden wie das gegenüber mit der situation klar kommt und findet somit indirekt eine antwort auf die eigene? jedenfalls ist kinder kriegen die größte unbekannte überhaupt. wer weiß schon ob das kind gesund, fröhlich, pflegeleicht sein wird? und wenn ja ob das zweite auch so sein wird? ob ich überhaupt schwanger werden kann? wir wollen einfach alles und das am liebsten mit garantie.
    deshalb finde ich es umso schöner wenn frauen ihren weg (immer wieder) finden auch wenn er nicht immer nur gerdaaus geht, auf ihr herz hören und mutig ihren weg gehen. love!

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  22. Ninia

    Toller Artikel! Meine Mutter hat mal zu mir gesagt, dass die Leute erst aufhören, zu fragen, wenn man endlich „alles“ abgehakt hat: zwei Kinder, Verlobung, Heirat, Haus. Ich dachte lange, na, das war vielleicht früher so. Dann bin ich 30 geworden, hab meinen Freund immer noch nicht geheiratet nach über acht Jahren (es auch nicht vor) und kriege jetzt „erst“ (mit 33) das erste Kind. Es hört nicht auf. Ich hab mir inzwischen angewöhnt, bei übergriffigen Fragen zurückzufragen: „Und bei euch so, läuft noch gut im Bett?“ oder ähnliches. Damit klar wird, wie unangebracht die Frage ist.

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  23. Dorothea

    Super Artikel! Und stelll Dir mal vor du bekommst (wie ich) dann auch noch einen zweiten Jungen!! Oh Schreck, dann fängt das Mitleid an. „Dann müsst ihr eben noch ein drittes bekommen“ ist da noch der harmlosere Kommentar. Gerne wird auch die Geschichte von der armen, armen Mutter im Bekanntenkreis erzählt die dich tatsächlich 3, 4 oder gar 5 Jungs hat. Die ist ja schließlich noch ärmer dran.
    Davon abgesehen, dass man es sich eben tatsächlich nicht aussuchen kann, finde ich persönlich Jungs ziemlich super. Das glauben einem aber die wenigsten.
    Hätte nicht gedacht, dass das 50er Jahre Familienbild mit Mutter, Vater, Junge und Mädchen noch derart verbreitet ist. Aber vielleicht ist es ja auch nur gerecht nachdem lange Zeit die Familien ohne „Stammhalter“ gedisst wurden.. 😉

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