Telekom Fashion Fusion //
Der Ideenwettbewerb zur Zukunft der Mode

12.01.2017 Mode, Technik

telekom fashion fusion

Wo geht’s mit der Mode im 21. Jahrhundert hin? Wie sieht ihre Zukunft aus und was kommt als nächstes? Als Li Edelkoort im vergangenen Jahr behauptete, die Mode wie wir sie kennen, sei tot, benannte sie das, was längst viele fürchteten. Die Trendforscherin beklagte sich über gähnende Langeweile und die „sichere Nummer“, vermisste die Innovation, den Knall. Aus lauter Angst vor dem Ungewissen, vor dem Scheitern und der Wirtschaft, hätte die Modebranche einfach irgendwann ihren Mut verloren. Mode sei, „wenn ein Designer in einer bestimmten Epoche es schafft, den Zeitgeist in Form und Allüre einzufangen. Er transformiert den Körper und damit unser Wesen: wie wir flirten, gehen, sitzen, unsere Haare machen.“ Wenn Li Edelkoort die Moralkeule schwingt, dann adressiert sie vornehmlich die Großen, die Maden im Speckmantel, die lieber gewohnt ihre platt getrampelten Pfade pflegen, statt wirklich Neues zu wagen. Dabei vergisst sie aber eine wichtige Gegenströmung: Die Nischen, die genau dazwischen grätschen können, wozu Alteingesessenen offenbar derzeit nicht im Stande sind, die mit Innovation und Leidenschaft Kluges schaffen wollen, nach mehr streben und eine der wichtigsten Begleiter unseres heutigen Lebens nicht länger aussparen wollen: Die Technologie. Um genau diesen Wilden und Verrückten nun endlich auch hier in Deutschland mehr Gehör zu schenken, initiierte die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr die Fashion Fusion gemeinsam mit adidas, INTEL, Wired und der #FashionTech: Fashion Fusion.

Ein Ideenwettbewerb, der sich der Zukunft der Mode widmet und ein kleines Zauberwörtchen aus dem Ärmel schüttelt: Smart Fashion. Die Welt der Technik soll fortan in intelligenten Konzepten mit dem Modeuniversum verschmelzen und endlich den Zeitgeist im 21. Jahrhundert einfangen, statt die x-te Retrowelle unangetastet zu zelebrieren. Die Initiatoren näherten sich bereits ersten Antworten, denn 12 Finalisten sind seit September damit beschäftigt, ihre smarten Ideen umzusetzen und kommende Woche während der Fashion Week zu präsentieren.

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120 Einsendungen aus 25 Ländern durchforstete die Jury, um die Finalist*innen für das Fashion Fusion Lab auszuwählen. Ihr Auftrag: High-Tech und Mode für ein visionäres Konzept zusammen zu bringen. Das Motto der Fashion Fusion Challenge, das die Deutsche Telekom im vergangenen Mai ausrief: “Unfolding the Future of Fashion and Technology” – oder auch: Wie kann Mode und Technologie überhaupt zu einer kleinen Großartigkeit werden und wie kann sie unseren Konsum beeinflussen? Eine Antwort auf diese Frage suchen derzeit 12 Finalist*innen, die genau das zusammen bringen wollen: Wie soll Smart Fashion im Hier und Jetzt aussehen?

Genau dafür zogen die Finalist*innen bereits im September in das Fashion Fusion Lab in Berlin ein, um ihre Ideen mit Hilfe von Experten zu realisieren: Von intelligenten Lösungen für Radfahrer, über smarte Kleidung für Musiker oder visionäre bis skulpturelle Visionen für die High Fashion Branche – im Lab wurden nahezu alle Bereiche in Master Classes und Workshops weiterentwickelt.

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Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Um noch ein klein bisschen besser zu verstehen, wiesoweshalbwarum die Deutsche Telekom sich nun vermeintlich neuen Gefilden widmet, haben wir mit der Initiatorin Antje Hundhausen geplaudert, die uns mehr über den Innovativwettbewerb verraten darf. Antje ist bei der Deutschen Telekom seit über 20 Jahren in unterschiedlichen Führungspositionen im Bereich Marke und Marketingkommunikation verantwortlich – und seit 10 Jahren eben für 3D Brand Experience. Und genau dort sorgt sie dafür, dass Telekommunikation erlebbar und anfassbar wird, also fühlbar und gleichzeitig eben auch emotionaler. Und genau aus diesem Grund kam Antje auch die Idee für die internationale Fashion Fusion Challenge.

Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Du bist die Initiatorin der Telekom Fashion Fusion: Aber was genau können wir uns darunter eigentlich vorstellen?

Fashion Fusion ist ein internationaler Ideenwettbewerb, bei dem junge Talente aus Europa die Chance erhalten, mit Hilfe von Experten aus Industrie, Fashion- Branche und Startup-Szene ihre visionären Konzepte für Hightech-Kleidung, Wearables oder digitale Lifestyleprodukte zu verwirklichen.

Und worin besteht die Intention der Telekom, ebendiese Ideen zu supporten?

Als globales Unternehmen schauen wir auf Marktentwicklungen und Trends. Telekommunikation wird zunehmend eine Eigenschaft von Kleidung. Schon heute sind mit dem Smartphone zahlreiche computergestützte Dienste mobil geworden und nahe an den Körper herangekommen. Diese Entwicklung geht weiter: Virtual Reality Brillen, smarte Kopfhörer, Armbänder und Ringe, ja selbst Tech-Tätowierungen und Chip- Implantate. Digitalisierung ist eine Riesenchance für die Modebranche und auch für die Telekommmunikation. Wir verstehen uns als Entwicklungspartner für innovative und vernetzte Produkte und Services. Mit Fashion Fusion bringen wir wichtige Instanzen und vielversprechende Talente aus Europa zusammen und bieten ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen zu verwirklichen.

Bislang war es mir gar nicht so sehr bewusst, wie sehr Technik und Mode überhaupt zusammen passen. Hast du noch mehr Beispiele?

Klar, Hightech und Fashion verschmelzen seit kurzem zu intelligenter Kleidung. Das nächste große Thema in der Mode sind Accessoires und Kleidung, die smart und vernetzt sind. Es gibt schon heute Mützen mit Lautsprechern, Schals aus farbwechselnder Wolle, Schuhe mit Navigationshilfe, BHs mit Sportsensoren – in Zukunft könnte tragbare Technologie, die mit der Kleidung verschmilzt, sogar Mobiltelefone überflüssig machen.

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Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Die Telekom sucht also gemeinsam mit adidas, INTEL, Wired und Co. die Mode der Zukunft. Wo siehst du das größte Potential?

Im Sportbereich sehe ich viele Chancen: Ich hätte beispielsweise gerne den virtuellen Personaltrainer von Trainwear, einem unserer Finalisten, der mich via Smartglasses und Headphone coacht und auch kontrolliert, ob ich die Übungen richtig mache. Praktisch fände ich auch Schmuck mit Sensoren, etwa einen Ring, mit dem ich die Haustür öffnen und bargeldlos bezahlen könnte. Und da ich gerne reise und mich mit Menschen austausche, fände ich einen Simultanübersetzer per Earphones großartig.

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Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Habt ihr ganz explizite Wünsche und Anforderungen an die Kandidaten?

Ich fand unsere Finalisten und ihre Ideen alle sehr inspirierend. Was ich an der Challenge neben den originellen und einzigartigen Ideen auch toll fand, war der Umgang der Kandidaten miteinander, der Team-Spirit. Die Bereitschaft zu kollaborieren, einander zu helfen und sich auf Neues einzulassen, war sehr ausgeprägt. Das sind für mich wichtige Qualitäten – aber natürlich auch die Power und Ausdauer, mit der die Finalisten in der dreimonatigen Lab-Phase an der Finalisierung ihren Prototypen gearbeitet haben.

Das deckt sich mit Li Edelkoorts These, die behauptet, junge Leute wollten heute vor allem zusammenarbeiten. Im Kollektiv. Individualität existiere längst nicht mehr. Aber was sollte ein Designer heute außerdem unbedingt mitbringen, um gleichzeitig visionär zu sein und sich auf dem Markt zu behaupten?

Du sagst es. Und ja: Es gibt unglaublich beeindruckende Designer und kreative Köpfe und man denkt immer, das seien Individualisten. Aber meine Beobachtung ist auch eher die, dass Erfolg, also der Durchbruch einer Idee am Markt oder das Wachstum eines Start-ups, tatsächlich im Team entsteht. Sie hat Recht: In einem guten Team ergänzen sich die verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten – und greifen im Idealfall wie einzelne Zahnräder ineinander. Insofern denke ich, dass Designer unbedingt kommunikations- und teamfähig sein müssen.

Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

Am 18.01. lüftet ihr die Geheimnisse der Finalisten, die ihre Konzepte auf der Award Show im Rahmen der #FASHIONTECH präsentieren werden. Alles ist noch streng geheim: Kannst du uns trotzdem schon ein klitzekleines bisschen verraten: Wer sind die Talente und wodurch zeichnen sie sich aus?

Die Entwürfe haben wir bewertet auf Basis der Kriterien: Kongruenz, Kreativität, Nutzen, Zukunftspotenzial, Fortschritt im Projekt und Ästhetik. Trotz der breit gefächerten Zusammensetzung unserer Jury-Experten und der kaum miteinander vergleichbaren Konzepte fiel die Entscheidung für die drei Sieger einstimmig. Die drei Gewinner-Konzepte sind sehr unterschiedlich – aber mehr verrate ich noch nicht.

Was erwartet den oder die Gewinner*in und was haben wir, die Endkonsumenten, am Ende des Tages davon?

Das Siegerteam erhält ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten ein Preisgeld von 10.000 bzw. 5.000 Euro. Im Rahmen der internationalen Challenge haben einige Teams außerdem wertvolle Kontakte geknüpft und werden mit den Fashion Fusion Partnern oder Coaches auch über den Wettbewerb hinaus weiter arbeiten. Die Telekom prüft ebenfalls, in welcher Form eine weitere Zusammenarbeit mit einzelnen Teams möglich ist. Manche Produkte unserer Finalisten gibt es bereits zu kaufen, beispielsweise die aktuelle Kollektion von pyrates im STUDIO183 im Bikini Berlin.

Mit von der Partie sind neben der Deutschen Telekom außerdem Intel, WIRED Gemany, adidas und #FASHIONTECH, sowie die Partner S. Oliver, Osram, Fab Lab Berlin, Styleproofed, Trotec Laser, Forster Rohner Textile Innovations, Statex und Sourcebook, die die Talente nicht nur mit Expertise, sondern ebenso mit dem nötigen, technischen Equipment ausstatten.

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Credits: Deutsche Telekom/Florian Reimann

– In freundlicher Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom –

2 Kommentare

  1. Lala

    „Praktisch fände ich auch Schmuck mit Sensoren, etwa einen Ring, mit dem ich die Haustür öffnen und bargeldlos bezahlen könnte.“

    Praktisch fände ich einen Koffer, in dem ich mein Gehirn herumtragen kann.

    Außerdem hätte ich gerne noch einen Apparat an meinem Kopf angeklebt, der für mich das Sprechen übernimmt und zwei Metallstangen mit Sensoren, die von alleine mein Essen kochen und aufräumen. Dazu ein Bad, das sich von alleine putzt und Schuhe, die von alleine hergelaufen kommen. Und am besten fände ich einen Chip in meinem Kopf, der für mich denkt, das wär so super, dann müsste ich gar nicht mehr selber denken – das ist nämlich echt anstrengend – ich müsste einfach gar nichts mehr machen – das ist die überkrasse Zukunftsvision und sie wird unser aller Leben so sehr vereinfachen! Der totale Fortschritt. Eine unanfechtbare Tatsache, meine Damen.

    Gruselig, das Ganze. Wieso kann die gute Frau denn nicht weiterhin einfach einen Schlüssel ins Schloss stecken und einmal rumdrehen – was soll so toll und fortschrittlich und bombe daran sein? I don’t fucking get this nonsense.

    Die Digitalisierung dieser Welt birgt wahrlich unglaublich viel Potential, ob das Negative das Positive überwiegt, muss man jedoch klar erkennen…finanziert und möglich gemacht von den allerfettesten Großkonzernen wie Google und Telekom. Uahh, mir schaudert’s bei diesem Interview mit diesen an den Haaren herbeigezogenen Anglizismen und Begrifflichkeiten und dem Geblubber der Telekom-Dame…

    Trotzdem nichts als Liebe für die Janes <3

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