Neu im Kulturbeutel // Ein Alluminium-freies Deodorant, Nacht-Öl, Lipgloss, Johnnisbeerduft & eine Pastell-Bürste

04.04.2017 Beauty

Das Thema Beauty ist keineswegs eines meiner Steckenpferde, meistens bin ich sogar relativ meinungslos, weil ich ohnehin seit Jahren dieselben Produkte benutze, der Wimperntusche längst Lebewohl gesagt habe und auch sonst das Gegenteil einer Haut- und Haar-Expertin bin. Nur sehr langsam schleichen sich also neue Lieblinge in mein Herz. Deshalb sind meine Kulturbeutel-Updates auch so schrecklich rar gesät. Heute muss ich mich allerdings zurückmelden, denn für die ein oder andere Neuentdeckung lohnt es sich durchaus, in die Bresche zu springen. Zum Beispiel, wenn es um Deo geht. Um das richtige Bürsten. Um ein Comeback von glänzenden Lippen. Um Sommerdüfte. Und ein Nacht-Öl, das meines Erachtens endlich wahre Wunder bewirkt:

Alluminumfreies Deodorant von Fí-neDie Juristin, Kuratorin, Stadtforscherin und Yogalehrerin Judith Springer hat im Mai vergangenen Jahres ein Unisex-Deo auf den Markt gebracht, das frei ist von Alluminiumsalzen und wenig aufdringlich, aber dennoch herrlich riecht. Ich war lange skeptisch, habe das kleine Glastöpfchen schließlich verschlampt und es dann vor etwa einem Monat wiedergefunden. Genau zur rechten Zeit, denn fragt mich nicht wieso, aber das Deo, das mir zuvor jahrelang treue, wenn auch ungesunde Dienste erwies, gab urplötzlich den Geist auf und wollte partout nicht mehr helfen. Ich fing also damit an, jeden Morgen je eine erbsengroße Menge von Fì-ne unter meinen Achsel zu verreiben. Inzwischen würde ich, trotz des stolzen Preises, nichts anderes mehr an mich heranlassen. Das mag vor allem daran liegen, dass ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe wie Kakaobutter, Kokosnussöl, Sheabutter, Sandelholz, Teebaum oder Lemongrass nicht nur der Haut gut tun, sondern auch der Seele.

Lipgloss von Chanel:

Hätte mir vor ein paar Monaten jemand gezwitschert dass ich jemals wieder zu Lipgloss greifen würde, ich hätte ganz gewiss den Vogelfinger ausgepackt. In meinem Kopf war das klebrige Zeug ausschließlich für Teenies erfunden worden, die im Diskolicht strahlen wollen und ausschließlich Alkopops aus Strohhälmen schlürfen. Denkste. Der Lipgloss war ein Geschenk, weshalb ich dem Gaul tatsächlich nicht ins Maul schaute, sondern eines Abends aus purer Dankbarkeit auf meinem Mund verteilte. Angenehm erfrischend war das, wo ich doch sonst nur in halb ausgetrockneten Welten der matten Lippenstifte herumgeistere. Inzwischen ist der Gloss so etwas wie mein SOS-Kumpel an superverschlafenen Tagen. Einmal aufgetragen wirkt das Gesicht gleich um etliche Schlaftsunden frischer, aber was mir besonders in die Karten spielt: Man muss beim Auftragen kein Feingefühl an den Tag legen, sondern kann wegen der im Vergleich zu tiefdeckender Lippenfarbe recht geringen Deckkraft einfach ein wenig mit dem Pinsel hin und her wedeln ohne Gefahr zu laufen, am Ende wie ein Clown auszusehen.

Nachtöl von Caudalíe:Am Freitag bin ich 29 geworden und kurz zuvor habe ich mich zum vielleicht ersten Mal in meinem Leben mit den allerersten Fältchen und Altersspuren in meinem Gesicht befasst. Ich mag sie. Aber ich mag auch Nachtöle und zwar ganz besonders dieses hier von Caudalíe, das es in den allermeisten Apotheken zu kaufen gibt. Sechs Tropfen des Trockenöls am Abend genügen, um am Morgen gefühlt wie ein junges Reh aufzuwachen. Detox für die Haut sozusagen, denn Vine Active befreit laut Hersteller von Giftstoffen und regt die Regenerierung strapazierter Gesichter an. Noch ein Pluspunkt: 100% der veganen Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs. Und: Cruelty-free.
Duft von DiptyqueAuch hier: Ich habe keine Ahnung von Düften, ich weiß bloß, dass ich seit der Trennung von meinem allerersten Freund nie wieder ein Parfum fand, dem ich tatsächliche Treue schwören konnte. Stetig auf der Suche nach einem neuen Nike-Duft, an dem man mich schon an der Schwelle zur Tür erkennt, bin ich zuletzt also über L’Ombre Dans L’Eau gestoßen, einen Rosenduft, dem ich verfallen bin, obwohl ich überhaupt keine Rosendüfte mag. Die Erklärung für dieses Phänomen liefert vielleicht Diptyque selbst. In der Produktbeschreibung heißt es nämlich: “ Nach dem Saft und den Knospen der Johannisbeere nimmt man zuerst Bergamotte, sehr botanisch, sehr grün, fast kalt – auch tunesische Zitrone genannt – und Mandarine wahr, zwei scharfe, explosive und dennoch zarte Zitrusfrüchte, die die anfängliche Bitterkeit mildern. Dann gesellt sich die bulgarische Rose hinzu, bekannt auch als Damaszener Rose, frisch und errötend, mit der Zeit betörend. Schließlich erkennt man die Basisnote, auf der alles aufgebaut ist: Ambra und Moschus.“ Ich bin also vermutlich Typ „Kalte Rose“.

Bürste von Villa d’assiaEin Geschenk von Sarah Jane an mich, in der Hoffnung, ich könne endlich damit aufhören, mein Haar bis hin zum vierfach-Spliss zu malträtieren. Klappt nur bedingt, aber mit dieser pastellfarbenen Bürste immerhin ein wenig besser. Funktioniert bei meinen Zotteln nur im trockenen Zustand, aber performt dann wie der Teufel. Ein bisschen sieht das Haar nach dem Bürsten aus wie Seide und gibt noch dazu vor, quietsch gesund zu sein.

2 Kommentare

    1. Rike

      Jaaaaa, das Nachtöl ist wirklich absolute megaklasse, riecht für mich aber eher gewöhnungsbedürftig…
      Trotzdem eine fantastische Wahl.

      Antworten

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