Kinder im Internet //
Warum es Tiny Jane nicht mehr gibt.

06.04.2017 um 12.44 – Tiny Jane

Immer wieder bekommen wir Mails und Nachrichten, in denen nach Tiny Jane gefragt wird. Wann denn endlich wieder ein Beitrag online gehen würde, es sei schon so lange so ruhig um unseren Mini-Blog. Und es stimmt, wir sind vielen von euch womöglich eine kleine Erklärung schuldig. Es werden nämlich überhaupt gar keine offiziellen Artikel mehr folgen, bloß ein paar Anekdoten und Lieblingsjacken, -Bücher oder -Schuhe werden wir vielleicht auch künftig noch einbinden, aber hier, zwischen unserem eigenen Alltag, nicht dort drüben. Diese Entscheidung haben wir ganz bewusst getroffen und entgegen jedes wirtschaftlichen Denkens, mit diesem ganzen Babykram lässt sich nämlich eine Menge Geld verdienen. Auch wir haben vor knapp einem Jahr noch oft mit diversen Kooperationspartnern zusammengearbeitet und dabei mitunter vergessen, dass eigentlich kein Sparbuch der Welt das Vermarkten der eigenen Kinder rechtfertigen kann.

Wir können hier selbstverständlich nur für uns sprechen und möchten gleichzeitig betonen, dass wir die klugen Worte vieler Eltern im Internet hoch schätzen und auch jene Neu-Mamas, die zusammen mit ihren Kleinen wachsen, sogar ganz öffentlich. Grundsätzlich gilt ohnehin: Blogs, die sich um das Thema Kinder drehen, sind für Mütter wie Väter oft Gold wert, auch für uns. Aber auch hier bin ich der Meinung: Der Ton macht die Musik. Denn das Schreiben über Tipps, Tricks und die neuesten Produkte auf dem Markt wird auf Ewig eine Gratwanderung zwischen aufrichtig gemeinter emotionaler Stütze, hilfreichen Erfahrungsberichten und Verkaufsargumenten für die Tonne bleiben, genau wie das Ablichten der Kinder für die Sozialen Medien. Manch einer, Blogger*innen ebenso wie all die anderen Internet User, findet die perfekte Balance und schafft es, die Arbeit klug und authentisch (und lukrativ) mit dem Familienzuwachs zu verbinden, das ist wunderbar und beachtenswert, eine ganze Handvoll aber scheinen kaum zu bemerken, welchen Verrat sie an sich und ihren Kindern begehen. Dass es für alles Grenzen gibt und für längst nicht alles eine gelungene Rechtfertigung. Wo meine eigenen Grenzen liegen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal beantworten, deshalb finde ich das Reden über die ganze Problematik so wichtig. Für einen großen Konzern sollen wir demnächst etwa im Video-Format zum Thema „Erwachsenwerden“ portraitiert werden. Ich fände es schön, wenn unsere Kinder auch in diesem Kurzfilm auftauchen würden, ohne Gesichter zwar und auch ohne Extra-Budget, aber weil sie nunmal zu unserem Leben dazu gehören, zu unserem „Erwachsenwerden“. Ist das schon zu viel? Wenn ich schreibe, möchte ich schließlich auch über mein Kind schreiben dürfen. Wenn ich mein Leben zeige, möchte ich, dass mein Kind nicht ausgeklammert wird. Fragen sind da viele, aber manchmal fehlt noch eine Antwort.

Wenn ich von Grenzen spreche, dann rede ich noch nicht einmal per se von gelungenen Kooperationen oder von so etwas wie Portraitaufnahmen der Kleinsten auf Instagram, ob im Privaten oder auf den Profilen von Influencern, das muss jedes Elternteil meines Erachtens selbst entscheiden, und auch nicht von praktischen Sommersandalen-Shopping-Tipps, die mich im letzten Sommer selbst gerettet haben. Sondern von der Art und Weise wie das Kinderkriegen und Kinderhaben oftmals in den digitalen Auftritt eingebunden wird. Berechnend statt liebevoll. Ganz so, als sei das Neugeborene ein Accessoire, das schon vor dem ersten selbstgemachten Schritt passend zur Tasche gekleidet wird, als sei es im schlimmsten Fall sogar ein willkommener Karriere-Boost, eine Cash-Cow. Ich frage mich dann oft: Seid ihr stolz auf das Lächeln eures Babys, oder auf die neuen Sneaker, die am Sitz-Baby noch mit dran hängen? Was ich mir außerdem wünschen würde: Weniger Gejammere und dafür viel mehr konstruktive, mutmachende Ideen, mehr positive Gedanken. Es ist nicht immer leicht, ein Kind zu haben. Aber muss man zum Beispiel das mitunter anstrengende Kind alle zwei Wochen in aller Deutlichkeit und Privatheit an den virtuellen Pranger stellen? Reicht es nicht, die Wahrheit zu sagen, ohne ins Detail zu gehen? Ist es nicht genug einen hilfreichen Artikel zu schreiben, ohne aber nicht nur sich selbst, sondern auch den Rest der Familie gänzlich nackig zu machen? Was, wenn die kleinsten Beteiligten irgendwann einmal selbst lesen können, denke ich dann. Kinder sind zudem auch nicht immer und ausschließlich für jedes Unglück und jede anstrengende Phase ganz allein verantwortlich, aber das lässt sich nunmal so leicht behaupten, genau wie das Gegenteil: Vielleicht dank des ganzen frühen Einsortierens in Schubladen: Wunderkind, High Need Kind, und was es da noch so alles gibt. Möglicherweise fehlt mir auch einfach das gesunde, ehrliche Mittelmaß. Und was ist eigentlich mit OOTDs an Dreijährigen? Als sei unser Konsumpegel nicht ohnehin schon bis in die Unendlichkeit angestiegen, wird uns noch dazu vermittelt, ein Kind fühle sich ausschließlich in teurem Kaschmir und farblich aufeinander abgestimmten Sabbertüchern wohl. Ich bezweifle, dass die Erwachsenen, die dieses Bild vermittelt, es tatsächlich so meinen. Womöglich ist ihnen einfach der Sinn für die realistische Fremdwahrnehmung flöten gegangen, die längst nichts mehr mit der Eigenwahrnehmung  gemein hat. Das passiert bestimmt allen hin und wieder, auch uns. Aber gerade deshalb plädiere ich für mehr Selbstreflexion.

Ich weiß nicht, wie ich meine Gedanken auf den Punkt bringen soll, es geht hier nämlich weniger um Fakten als vielmehr um ein Gefühl des Unbehagens. Man kann ein Kind in schöner Kleidung fotografieren und man kann ein Kind in schöner Kleidung fotografieren. Man kann sich auch zusammen mit seinem Kind ablichten und man kann sich zusammen mit seinem Kind ablichten. Es kommt bloß nicht immer das Gleiche dabei heraus. Oft, weil das Natürliche, das Kindliche gleich gänzlich fehlt. In fellbezogene Gucci-Schlappen etwa, wie neulich im Feed einer internationalen Influencerin entdeckt, lässt sich jedenfalls kein einziger Baum besteigen. Natürlich, dieses Foto zeigte bloß eine Momentaufnahme. Aber eine, die mir seltsam vorkam. Überhaupt frage ich mich, wann das Kinderkriegen zu einem solchen Projekt verkommen ist. Es wirkt langsam aber sicher zunehmend gesteuert, zwanghaft, panisch, stilisiert. Wo ist denn nur die Selbstverständlichkeit geblieben? Kinder gehören doch zu unser aller Leben dazu, sogar wenn wir selbst keine haben. Wozu dann also all das Trara?

Jede Mutter und auch jeder Vater weiß natürlich, wie stolz man auf sein eigenes Kind sein kann. Wie sehr man in regelmäßigen Abständen und entgegen jeder Vernunft dazu hingerissen wird, einen hinreißenden Schnappschuss mit der halben Welt zu teilen. Ich verurteile das nicht, ganz im Gegenteil. Alles andere käme mir persönlich sogar wie das Weglassen eines wunderbaren Teils meines Lebens vor, um mal ganz kurz und überspitzt in ein wenig Pathos abzudriften. Aber es gibt auch diese Extreme, Menschen, die irgendwann einmal sie selbst waren und plötzlich nichts anderes mehr zu sein scheinen als Mama. Ich kann damit nicht umgehen, vielleicht, weil ich in Sorge bin oder verzweifelt ob dieser Entwicklung. Und gleichzeitig muss ich mich zusammenreißen und endlich begreifen, dass Meinungen verschieden sein können und müssen. Meine Meinung steht trotzdem fest: Ich möchte gerade ganz einfach nicht mehr Teil davon sein. Nicht, solange ich meine Skepsis nicht ordentlich sortiert habe und weiterhin vor allem im Dunklen herum tapse. Was ist ok, was ist zu viel? Ich komme kaum auf einen grünen Zweig. All das bedeutet nämlich nicht, dass ich automatisch wüsste, wie man es besser machen kann. Erfrischend und gut machen es aber zum Beispiel Marlene, OkkaMummy-Mag, Gretas FreundeKaiserinnenreich, *** oder auch Boris und Dominique (und noch viele mehr), die vom Leben mit Kind erzählen, wie es wirklich ist. Wild und wunderbar und unvorhersehbar. Mal tun sie das ganz beiläufig, mal in voller Breite, mal gegen Geld, oder einfach aus Freude. Und nie wundere ich mich. Ich freue mich sogar, teilnehmen zu dürfen an dieser Reise.

Beim Durchlesen der Kommentare, die sich unter beliebten Beiträgen auf großen professionalisierten Eltern-Plattformen oder in Foren sammeln, wird mir hingegen Angst und Bange. Da wird gemeckert, belehrt und vor allem von der Angst gesprochen, irgendetwas potentiell falsch zu machen, bei der Erziehung etwa. Vielleicht sollten wir nur in diesem Fall wirklich weniger lesen und auch weniger schreiben. Denn sollte man denn überhaupt die eigene Intuition hinten anstellen oder sogar taub für die, sagen wir mal „innere Stimme“ werden, bloß weil man ständig vor den Latz geknallt bekommt, wie „man“ das alles so schaukelt? Ich nicht, nein danke. Ich will auch kein schlechtes Gewissen haben, weil mein Kind irgendetwas nicht macht. Nicht nerven zum Beispiel. Und wenn mein Sohn dann doch mal frech ist, dann will ich, dass mein Bauchgefühl mehr Gewicht hat als tausend fremde Gedanken. Die hilfreich sein können, von Freunden zum Beispiel, aber gerade im WWW eben auch erdrückend. Für viele. Gerade für die, die durch das ganze Blabla das Vertrauen in sich selbst verloren haben. Die sich die Nacht neben dem Puls-messenden Babyphon um die Ohren hauen und vor lauter Panik kaum ein Auge zumachen. Wie soll man auch nicht auf dem neuesten Stand der Technologie sein, wenn es plötzlich unausgesprochene Auszeichungen und Codes für Supereltern gibt, die nichts dem Zufall überlassen? Wie soll man gelassen bleiben und das Kind einfach Kind sein lassen, wenn die Welt da draußen sich vor lauter Überförderung geradezu überschlägt? Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Elternblogs sind im Großen und Ganzen Segen und Fluch zugleich. Und deshalb möchten wir persönlich das Füllen derselbigen jenen überlassen, die etwas wirklich Wichtiges zu sagen haben, oder etwas Schönes, oder etwas Hilfreiches. Das haben wir nämlich nicht. Wir finden einfach keine Themen mehr. Weil man unserer Meinung nach aber auch gar nicht aus allem ein Thema machen muss. Weil das Meiste eben einfach zum stinknormalen Leben dazu gehört und und weder eine Katastrophe, noch ein Wunder ist. Ich mache mir zum Beispiel keine Gedanken über die Ernährung meines Sohnes. Er isst einfach. Ausgewogen, so wie seine Eltern. Aber auch kein Superfood. Deshalb lese ich lieber, was andere zu diesem Thema zu sagen haben, weil ich selbst zu wenig Ahnung habe. Das ist vielleicht traurig, aber ehrlich. Auch deshalb gibt es Tiny Jane nicht mehr. Lio trägt natürlich Kleidung, neue und alte, solche, die ich schön finde oder einfach bequem und manchmal auch Kleider und sogar Lippenstift. Darüber könnte ich schreiben. Über kleine Geschichten aus dem Leben, die aufzeigen, dass es keine Anleitung zum Erziehen gibt, nur aufmerksames Beobachten von Bedürfnissen. Darüber, dass es an der Zeit ist, all die verrückt machenden Ratgeber zu verbrennen, nur ausgewählte Lieblingsblogs zu lesen und außerdem zu begreifen, dass wir längst in uns tragen, was es braucht, um Eltern zu sein. Wir müssen bloß zuhören. Und vielleicht auch begreifen, dass Babies keine hilflosen Würmer sind, sondern Personen, denen man etwas beibringen kann. Jeden Tag aufs Neue, ganz ohne Druck von Außen und diesen fruchtbaren selbst gemachten Irrsinn.

***Jessie wurde im Nachgang von der Redaktion entfernt.

75 Kommentare

  1. Laura

    Danke für diesen tollen Post! Ich habe zwar selbst noch keine Kinder, beobachte aber vor allem als Datenschutzrechtlerin und Juristin das Ausschlachten und Zeigen der Kinder im Netz mit anderen Augen.
    Liebe Grüße!

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  2. Hannah

    BÄM!!!
    Danke, für diesen ehrlichen Post. Du schreibst mir aus der Seele und ich finde es ziemlich gut, dass ihr Stellung bezieht und euch gegen das Vermarkten eurer Kinder entschieden habt.
    Liebst, Hannah

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  3. Lou

    Das musste alles genau so mal gesagt werden. Für jedes Wort: Dankeschön.

    Ein weiterer Punkt wäre noch: Wie Mütter sich heutzutage selbst feiern (Instagram ist voll davon). All die Liebe, Energie, Geduld und gefühlt 10 Arme hatten schon unsere Mamas, unsere Omas, deren Mamas.. wie Du sagst: Genau das gehört eben zum Leben dazu.

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  4. Katrin

    Fantastischer Artikel! Du hast so vieles so dermaßen auf den Punkt gebracht, was ich mir beim Lesen entsprechender Blogs und Insta-Accounts regelmäßig durch den Kopf! Vielen Dank. Ich hoffe, dass es vielleicht auch mal die lesen, die es betrifft und der Text vielleicht als kleine Anregung genommen wird, das eigene Netzverhalten zumindest ein wenig zu hinterfragen.

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  5. Claudia

    Ich kann nur sagen: Glückwunsch zu diesem Post und dieser Entscheidung! Ich wundere mich immer wieder, wie viele Blogs es gibt, die nur noch ihre Kinder vermarkten. Werbung am laufenden Meter!

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  6. Sina

    Sehr gute Einstellung. Ich finde das Stilisieren eines Kindes als Accessoire, abgestimmt auf das eigene Outfit befremdlich und traurig.

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  7. Ulrike

    der tiny ableger lief wohl nicht so gut ;)? so wahnsinnig viel worte und dann diese missionierungsattitüde, meine güte…

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    1. Eva

      Dieser Gedanke kam mir auch in den Sinn. Lange Zeit hätte ich meine virtuelle Hand für die Aktionen und das richtige Händchen von Euch Janes ins Feuer gelegt, doch seit einigen Wochen beschleicht mich das Gefühl, dass es mit diesem Blog leider bergab geht. Der euch immanente Spirit ist plötzlich weg! Wie konnte es passieren, dass Euch der andere namhafte Blog (ihr wisst schon) nach und nach das Wasser abgräbt?! Und nein, ich bin kein Fan der Marant-Ladies (klingelt es?). Es fühlt sich nur so an, als hättet ihr euch schon längst verkauft und das Schreiben auf diesem Blog gerade noch eine lästige Pflicht ist für Euch. Sorry für die starken Worte, aber bei diesem Blogpost musste es nun doch raus. Alles Gute!

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      1. Kerstin

        Huch, dieser Kommentar wirkt auf mich aber an den Haaren herbei gezogen. Ich finde Jane Wayne stark wie nie! Und ich mag auch Journelles, aber wie kommst du darauf, hier diesen Vergleich zu ziehen? Auf mich als treue Leserin wirkt es eher so, als würden sich beide mehr und mehr finden und in ihrer Nische positionieren. Jessie und Nike sind doch auch befreundet? Gerade in den letzten Wochen könnte man super viele neue Ideen sehen. Auch die eigene Kollektion, tolle Kooperationen (Chanel!?), überall Presse… Mich interessiert wirklich, was dir fehlt und die Janes, die ja immer offen Kritik waren, bestimmt auch?

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        1. Jo

          Ich sehe das ehrlich gesagt auch genau andersrum. Habe bei Jane Wayne manchmal starke Meinungen vermisst. Nike war da immer etwas vorsichtig 😉 Dieser Text ist ehrlich und trotzdem packt sie sich an die eigene Nase. Wohingegen bei Journelles nur noch Shopping ein Thema ist… finde ich aber auch ok, teile nur nicht deinen Eindruck, Eva.

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        2. dominika

          Ich will nicht gaznz so bösartig klingen wie manch eine Vorrednerin ABER als ihr damals eine Kooperation mit Pampers eingegangen seid, fand ich das ehrlich gesagt ziemlich beschissen und genau das, was man als Mama/Papa-Blogger wohl tunlichst vermeiden sollte. Tun viele bekannte Eltern-Blogs auch, man merkt, dass sie Kooperation bewusst auswählen (ob man das deswegen gut findet ist eine andere Frage). Pampers hingegen ist aus vielerlei Hinsicht Müll. Wurde damals in den Kommentaren auch manigfaltig diskutiert und kritisiert, da wart ihr aber gar nicht so einsichtig. Jetzt einen auf „Vermarktung von Kindern ist böse“ zu machen- da fehlt es auch mir an Glaubwürdigkeit. Sorry.

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          1. Nike Jane Artikelautor

            Liebe Dominika, das kann ich sogar sehr gut nachvollziehen und es war bis hierher auch ein langer Prozess. Ich weiß, dass ich mich sehr schwer damit getan habe, die richtigen Worte zu finden und vielleicht ist es bei der Masse an Worten auch für niemanden einfach, durchzusteigen. Aber ich möchte noch einmal auf den Anfang meines Textes hinweisen. Was ich dort vielleicht nicht ausdrücklich gesagt habe, aber sagen wollte: Ich verurteile Kooperationen nicht, die mit Kindern in Verbindung stehen, ganz im Gegenteil, es gibt viele Eltern-Blogs und auch Kolleginnen, die das alles sogar richtig, richtig gut machen. Sodass das Kindliche und die echte Geschichte dahinter erhalten bleibt und trotzdem ein Mehrwert für die Leserschaft entsteht. Es ist nur eine Frage des WIEs. Heute zum Beispiel würde ich noch viel intensiver über eine Partnerschaft mit Pampers nachdenken – was dabei herauskommen würde, kann ich, wie oben auch in einem anderen Zusammenhang bereits angesprochen, ganz ehrlich gesagt überhaupt nicht sagen. Was aber nicht heißt, dass ich meine Entscheidungen von vor einem Jahr nicht hinterfragen möchte. Mir ist eure Kritik auch wichtig und der Diskurs, denn bis heute stellt sich immer wieder die Frage: Wie weit sollten wir gehen, welche Rolle dürfen unsere Kinder spielen? Ich finde das überhaupt nicht einfach, wenn man ohnehin schon mit einem Fuß in der Öffentlichkeit steht.

      2. Nike Jane Artikelautor

        Liebe Eva, das würde mich wirklich, wirklich auch interessieren, alles. Wir schätzen das Team von Journelles nämlich sehr und hier kommt es mir vor, als würdest du uns unterstellen, ich hätte von Jessie geredet. Gerade eben hat uns eine Bekannte einen Link zu einem Beauty-Beitrag geschickt, indem etwa Jessies Sohn eine Rolle spielt. Vielleicht dachtest du, ich beziehe mich auf diesen relativ aktuellen Artikel? Ich finde die Geschichte dahinter nämlich schön noch dazu sieht man das Gesicht des Babies nicht – es liegt mir also fern über diese Art und Weise mit Kooperationen umzugehen, zu urteilen. Es ist schade, dass wir als Konkurrentinnen gesehen zu werden, davon distanzieren wir uns nämlich, so denke ich, gemeinsam und bestimmt. Der Topf reicht für alle aus und beide Seiten wachsen wie eh und je. Das ist schön anzusehen, genau wie das tagtägliche Füllen unseres Blogs, der für uns das größte Glück und keine Last darstellt.

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        1. Eva

          Danke für Eure Antworten. Meine Kritik ist nur zufällig unter diesem Blogpost gelandet. Ich sehe Jane Wayne auch nicht in einer negativen Konkurrenzsituation mit Journelles, da hab ich mich wohl unklar ausgedrückt (wenngleich mir auffällt, dass bei Journelles in letzter Zeit viel los ist auf dem Blog). Es geht mir um eine subjektive Bestandsaufnahme meiner Beobachtungen, die ich in letzter Zeit auf Eurem Blog gemacht habe. Mir stechen dort in erster Linie Kaufanregungen und das langwierige Ankündigen Eurer Kooperationen ins Auge. Und wenn es mal um was Substantielles geht, dann fühlt es sich für mich beim Lesen immer sehr abgeschliffen an – Eure Ecken und Kanten gehen für meinen Geschmack langsam verloren. Das ist aber anscheinend nur meine Meinung und vielleicht sollte ich diese doch hinterfragen. Die Spitze gegen die Marant-Ladies musste einfach sein, weil ich das einfach zu lustig finde 🙂 Nichts für ungut und liebe Grüße aus Österreich (bin seit vielen Jahren treue Leserin von Jane Wayne und nahm/nehme Euch als sehr besonders wahr)

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        2. Sabina

          Diese Beautygeschichte finde ich grausig. Es gibt die ja auch noch auf anderen Blogs mit anderen Lieblingsmenschen. Schlimmster Zynismus. Klar liebt jeder – hoffentlich sein Kind, Mutter, beste Freundin. Dabei ist dann die Foundation und der Lippenstift. DAS ist für mich wirklich die komplette Prostitution weil Kombination echter intimer Herzensdinge mit schnödem Verkauf. Man sollte immer etwas Distanz zu seinem Job halten. Ist gesünder. Da ist mir die reine Verkauferei verklappt in bekloppten Geschichten, warum ich jetzt tanze oder so echt lieber.
          Habe gleich gecheckt, ob ich von den Marken der Firma was im Schrank habe. Da ist aber nix. Und kommt auch nicht hin.

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  8. Joanna

    Liebe Nike,

    ich habe mich auch schon gefragt, was denn mit Tiny Jane wohl passiert sei und finde gut, dass ihr dazu Stellung bezieht und warum ihr das nicht mehr machen möchtet. Ich finde eure Entscheidung gut! Gerade bei prominenten Bloggern ist es ja schon sehr auffällig, was alles plötzlich gepostet wird, sobald ein Baby da ist. Da müsste eigentlich bei jedem Post auf Instagram der sponsored-hashtag auftauchen…

    Ich finde das schon sehr fragwürdig, aber gestehe gleichzeitig ein, dass viele Sachen davon auch interessant sein können. Wir planen gerade auch Nachwuchs und gerade wenn im Bekanntenkreis noch keiner Kinder hat, finde ich viele Dinge im Netz, die auch einfach nur hilfreich sein können und auf die man vielleicht selbst nicht stößt. Wie du selbst schreibst, der Ton macht die Musik. Sobald ich merke, dass jemand sein Kind komplett vermarktet, bin ich auch weg vom Fenster.

    Liebste Grüße! 🙂

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Danke, liebe Joanna! Falls du noch ein paar schöne Blogs findest oder längst kenst, dann freuen wir uns auch immer über Tipps. Oder wer selbst bloggt, der darf auch immer pieps machen! Vielleicht können wir ja mal eine kleine Liebes-Link-Leiste erstellen, mit genau solchen Perlen, die wirklich amüsant und hilfreich sind.

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  9. Kristiane

    Danke, dass Ihr Eure Entscheidung so offen thematisiert und Eure Leser durch diesen Artikel mit einbezieht. Sich hinzustellen und eine eigene Entscheidung zu revidieren (ohne nach rechts und links zu treten, oder den erhobenen Zeigefinger zu schwingen), dazu gehört schon mehr.

    Und wegen diesem ‚mehr‘ schaue ich hier gern vorbei. <3

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    1. Marie

      seh ich genauso! und ich frage mich immer, leute: ist es nicht okay, seine eigenen entscheidungen zu reflektieren und hinterher zu sagen: mach ich nicht mehr, würde ich nicht wieder machen!? Selbst wenn das bei sarah so wäre und sie die pampers koop. bereuen würde (was ich nicht glaube), wäre es doch okay zu sagen: been there, aber jetzt möchte ich es anders machen. ich möchte alle, die immer so moralisch integer tun, fragen warum sarah und nike nicht entwicklungen machen dürfen und in ihrer rolle als mutter wachsen und vielleicht jetzt so entscheiden, wenn die kinder größer werden.
      Ich jedenfalls kann das total verstehen, allein weil ihr sowieso schon immer bei kritik frage und antwort stehen müsst u. wie ja oben geschrieben halb in der öffentlichkeit steht, kann ich den entschluss eure kinder und den umgang mit ihnen abzuschirmen total verstehen, sonst könnten die janes ja vor lauter kleinen shitstorms ihr leben gar nicht mehr genießen – denn leute, so sieht es doch aus! jeder fucking post wird kritisiert u. auseinander genommen, gerade bei müttern…. da hätte ich auch keinen bock drauf.

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  10. Julia-Maria

    Wieder mal ein toller Beitrag! Ich kann dieses diffuse Gefühl der Ablehnung und Skepsis nachvollziehen. Und dann auch wieder nicht:
    „Als sei unser Konsumpegel nicht ohnehin schon bis in die Unendlichkeit angestiegen, wird uns noch dazu vermittelt, ein Kind fühle sich ausschließlich in teurem Kaschmir und farblich aufeinander abgestimmten Sabbertüchern wohl.“
    Ich persönlich lass mir gern Alternativen vorführen zu dem, was meine Tochter am liebsten tragen und besitzen möchte: Pink, pink und Prinzessinnenprint. Und ich finde auch: Wenn es um die Beurteilung von Nötigen oder Unnötigen Produkten für Kinder geht, kann man seinen Lesenden genauso viel Mündigkeit zuschreiben, wie bei der Frage „Ist das überteuerte Gucci Tshirt im Vintage-DIY-Look ein Must-have?“
    Und tief im Innern lese ich bisweilen nicht ungern diese jammernden, klagenden Beiträge über den Alltag mit Kind. Manchmal, um mich selbst nicht ganz so schlecht zu fühlen („Oh, es geht nicht nur mir so!“), manchmal um mich gut zu fühlen („Oh, das klappt bei uns besser!“). Ich frage mich, ob diese Art von Beiträgen deswegen so häufig gelesen (und dementsprechend geschrieben?) werden, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf(ung) – die hochpropagierte Selbstverwirklichung („Do what you love!“) – für die meisten einfach nicht funktioniert.

    Davon ab: Ich finde eure Entscheidung von Tiny Jane trotz des wirtschaftlichen Potenzials Abstand zu nehmen toll. Auch wenn ich gerne mehr von euren Erfahrungen mit Kind gelesen hätte.

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  11. Sophia

    Wie immer sehr ehrlich Worte und sicherlich die richtige Entscheidung, wenn ihr euch mit dem „Produkt“ nicht mehr gut fühlt. Ich bin der Meinung, dass es keine separate Schiene für Kinder geben muss, wenn ein vernünftiger Mittelweg gefunden wir. Es würde mich sehr freuen, wenn man hin und wieder etwas von euch als Familie/Mama oder wie auch immer hört und liest. So wie es eben für euch gut ist und ihr es in all den anderen Bereichen schon immer so macht.

    Die Privatsphäre von Kindern scheint seit einigen Jahren immer mehr zu schrumpfen und vieles wird direkt mit einem öffentlichen Publikum geteilt (dabei spreche ich nicht von ekligen Dingen, sondern einfach privaten). Letztendlich entscheidet das jeder für sich selbst, nur können Kinder hier ihre Meinung noch nicht äußern.

    Danke für euer Statement und damit auch Glaubwürdigkeit.

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  12. Aneet

    Das Ding ist: Kinderkriegen und Kinderhaben ist so universell und gleichzeitig so persönlich wie nur irgendwas. Der Reflex, das Persönliche teilen zu wollen und sich damit vom Universellen abzuheben, ist enorm. Irgendwie soll der eigene Geburtsschmerz anders gewesen sein als bei den Milliarden anderen Frauen. Was musste ich mir im vollbesetzten Tram von kaum bekannten Mit-Müttern schon an Dammschnitt-Geschichten anhören… Ich kenne den Reflex – glücklicherweise nimmt er proportional zum Lebensalter der Kinder ab.
    Blogs über Kinder und das Leben mit ihnen können ganz unterhaltsam oder aufschlussreich sein, wenn sie gesellschaftlich relevant sind. Aber wozu soll ich mir Kinder in Kaschmir angucken? Ich frage mich dann jedes Mal, wie die Eltern da die Pastasaucenflecken wieder rausbekommen oder ob sie bei Schokoladenpampe auf dem Spitzenkragen einfach nochmal 50 Euronen in die Ersatzgarnitur investieren – und kaufe dann Baumwoll-Kinderkleider auf dem Flohmarkt. Denn eines viel zu frühen Tages entschied das Kind, dass alle Kleider mit Knöpfen doof sind oder dass es nur Sachen tragen kann, die türkis oder Leggings sind und spätestens dann sind all die Kaufempfehlungen sowieso für den Fuchs. Statt in Statement-Prints und Retro-Fashion-Brands für Kinder zu investieren, kaufe ich lieber Eis und Bilderbücher.
    Und Eure Entscheidung finde ich richtig gut.

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  13. Anna

    Vielen Dank! Das musste endlich mal gesagt werden. Ihr sprecht mir aus der Seele. Danke, dass Ihr bei dem Zirkus nicht macht und Euch treu bleibt und Euch immer selbst wieder neu definiert. Mega sympathisch.

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  14. Katja

    Ich kann eure Entscheidung gut verstehen, finde es aber trotzdem schade, dass es tinyjane nicht mehr gibt. Ich habe die Hoffnung, dass vielleicht der eine oder andere Artikel, der eure Kinder betrifft, dennoch geschrieben wird und es auf diese Seite hier schafft. Ohne natürlich zuviel preiszugeben oder Frontalfotos zeigen zu müssen. Gerade den Einschlafartikel fand ich sehr hilfreich und ich habe auch schöne Marken entdeckt, die ich vorher nicht kannte.

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  15. SB

    Liebe Nike,
    wow! Welch ein Statement. Kinder sind kein Besitz. Ihr Antlitz hat in der Blogöffentlichkeit zur Verkaufsförderung einfach nichts verloren.
    Wahre Worte, die von Kinderliebe zeugen.

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  16. SturmigeZeiten

    Liebe Nike,

    ich schätze deine offenen Worte und kann die Entscheidung gut nachvollziehen. Gleichzeitig war TinyJane letztes Jahr in meiner Schwangerschaft und während der ersten Mamawochen sehr hilfreich. Vor allem deine und Sarahs Erfahrungen aus dem ersten Jahr haben mir so gut gezeigt, dass es geht man selbst zu bleiben auch wenn sich alles ändert. Also Dankeschön!
    Und auf weitere offene Worte hier .

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  17. karo

    „In fellbezogene Gucci-Schlappen lässt sich jedenfalls kein einziger Baum besteigen.“ hahaha, ich sehe das passende instragram-bildchen dazu gerade vor mir.

    guter artikel! den bach runter geht hier meines empfinden nach gar nix.

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  18. katrin

    Ich finde das eine sehr richtige und gut nachvollziehbare Entscheidung und beglückwünsche euch dazu, mutig gegen den Geldbeutel entscheiden zu können – da traut sich nicht jeder/jede.
    Ich mag eure Seite sehr, obwohl ich gar keine wahnsinnig an Mode und Co interessierte Frau bin. Ich lese euch einfach sehr gerne – weiter so!

    P.S. Zum eigentlichen Thema: bin mal beim intagram scrollen bei Lena T. hängengeblieben und trotz lauter Fremdscham musste ich durch die Bilder klicken. Und habe mich auch gefragt, wie das die Kinder in einigen Jahren sehen…

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Danke, liebe Katrin. „Entscheiden zu KÖNNEN“ – das finde ich ganz wichtig. Denn wir sind da natürlich in einer sehr selbstgefälligen Lage, nicht auf all das angewiesen zu sein. Und ich verstehe auch, wie verlocken oder NÖTIG Geld sein kann. Und dennoch möchte ich betonen: Wir sind nicht grundsätzlich gegen Kooperationen. Wir haben bloß seit ein paar Monaten alles auf Eis gelegt und nichts neues angenommen, weil wir uns noch nicht einig sind, wie wir Anfragen in Zukunft behandeln werden. Ich denke da beispielsweise an unsere Zusammenarbeit mit Stokke, hinter der ich bis heute stehe. Gäbe es heute einen Grund, abzusagen? Könnte man nicht über die Kinderbetten schreiben, ohne Fotos von den Kindern zu zeigen? Was in meinem Artikel zu wenig rübergekommen ist: Ich bin wirklich interessiert an Input und Meinungen diesbezüglich, weil ich manchmal selbst keine Lösung parat habe. Und Lena T. schaue ich mir jetzt auch mal an.

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      1. Anni

        Ich liebe, liebe euren Blog! Aber in der Tat sind die Artikel, die nichts mit Kooperation zu tun haben, die aller spannensten 🙂 Nike, dein Artikel darueber, wer man sein kann (ueber Vorsaetze) war so krank gut geschrieben, ich habe ihn mir mehrmals durchgelesen und weiter verschickt. Dass ihr mit den Kooperationen Geld verdient ist klar (und noetig), aber ich wuerde mich freuen, wenn diese nicht die Oberhand nehmen <3
        Euer Blog ist ernsthaft der einzig LESBARE (weil nicht nur Blabla und schoene Fotos!) – ander Blogs schaue ich mir auch manchmal an, finde aber deren Konsum-Fokus grausig und traurig.
        Das ihr die Kinder aus dem Blog raushaltet finde ich eine sehr weise Entscheidung, Beautykooperationen mit Baby finde ich schon sehr hahnebuechen – das glaubt doch eh kein Mensch 😉
        In diesem Sinne, macht so weiter, ihr Supermaeuse 🙂
        Eure Anni

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  19. Jen

    Ich möchte hier nur einmal betonen, wie gern ich euch lese, und es macht richtig Spaß, euch beim „groß werden“ zuzuschauen – erst recht, seit ihr euch traut, Ecken und Kanten einzubetten und einfach mal die Wahrheit zu schreiben. Ich bin z.B. auch gerne Journelles Leserin, verlasse die Seite aber selten, ohne mich irgendwie trauriger zu fühlen, weil ich mir dieses Hochglanzleben einfach nicht leisten kann. Dann komme ich hier her und werde zum Glück daran erinnert, dass es viel wichtigeres gibt: Selbstliebe, Solidarität, gute Bücher, politisches Engagement, oder einfach nur mal sehr unterschiedliche Menschen aus spannenden Bereichen. Sicher, die Mode kommt auch nicht zu kurz – für mich stimmt die Mischung hier einfach am meisten. Ich fühle mich als Leser respektiert und ernst genommen, danke dafür.
    Und ich finde es eine gute Entscheidung mit Tiny Jane. Die (eigenen) Kinder sollten so lange es geht nix mit der digitalen Welt zu tun haben. Das ist nämlich unnatürlich. Kein Kind der Welt interessiert sich für Computer und Bildschirme, würden wir es ihnen nicht vorleben. Die spielen lieber im Matsch oder gucken echte Bücher an. Klingt Waldorf, ist aber wirklich so.

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  20. Flo

    Bäm – ein sehr kluger Beitrag liebe Nike.

    Ich mag es, wie du die Balance wahrst. Denn ja – das Internet kann einen wunderbar unterstuetzen wenn es um Kinder geht, gerade wenn man vielleicht irgendwo wohnt, wo es nicht so viele gleichgesinnte Eltern gibt („waaaas, du ernährst dein Kind vegan? es wird Morgen sterben!!!“). Gleichzeitig haben viele der Kinder Blogs fuer mich aber auch oft einen fahlen Beigeschmack. Speziell auf Instagram sowieso, wo das Kind im perfekt gestylten Wohnzimmer im perfekt gestylten OOTD sitzt mit seiner ueberaus erfuellten (und ebenfalls gestylten) Mutter, die vielleicht zufaellig noch ein ganz tolles Produkt in die Kamera haelt (und oft auch keinen anderen Content praesentiert als speziell auf die Mama-Audience zugeschnitten). Als ihr damals die Pampers Sache gemacht hat habe ich echt gedacht ich verliere meinen Glauben an TIJW. Ich habe trotzdem weitergelesen, weil ich eure Kooperations-freien Betraege zu sehr schaetze, um wegen Kooperationen (mit denen ich manchmal mehr und manchmal halt wirklich gar nichts anfangen kann) weiterzuziehen. Kooperationen generell sind uebrigens – nur nebenbei bemerkt – egal ob KInder-bezogen oder nicht fuer mich immer in Ordnung, wenn sie ganz ganz klar markiert sind. Es ist mir naemlich schnurz ob ein/e Blogger/in mir nun erzaehlen moechte dass er/sie dieses oder jenes Produkt wirklich ganz ganz toll findet und quasi nur deshalb die Kooperation eingegangen ist. Ich moechte einfach die Transparenz haben unterscheiden zu koennen, ob etwas wirklich komplett frei empfohlen wird oder eben in irgendeinerweise unterstuetzt (egal in welcher). Wie gesagt, alles eine Frage der Balance.

    Dennoch (oder gerade deshalb) finde ich es toll, dass du hier so offen reflektierst 🙂 Und natuerlich hoffe ich insgeheim dass das einfach heisst, dass es auf TIJW jetzt ab und an Geschichten aus dem Leben mit Kindern geben wird, nicht irgendwo separate mit Klimbim, sondern halt so wie im richtigen Leben mittendrin.

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  21. Millao

    Aber tiny Jane hätte doch ein Gegenstück zu den Partnerlook-Mamas und ootd und diesen grässlichen Katalog-Kinderzimmer sein können. Ich habe eine kleine Tochter und ich versuche einfach sehr auf mein Bauchgefühl zu hören und ich wohnen aber in Prenzlauer Berg und wenn da studierte Frauen am Boden sitzen und ernsthaft über Beikost reden dann ist das furchtbar und ich sehe auch nicht ein mich nur in Kinderzonen also Spielplatz, Kindertheater/Museum/Café aufzuhalten sondern nehme meine Tochter mit ins Leben und zu Feiern und in Restaurants und zu Eröffnungen und ich finde es immer schön von anderen Müttern zu hören, die auch jenseits von Kita noch leben und sich nicht wundern, dass man nicht mehr ausschläft sondern sich freuen. Und trotzdem tolle sexy Frauen sind. Also was ich sagen will : es gibt ja nicht nur mamablog oder gar nichts. Sondern auch coole Frauen und tatsächlich auch Tipps was so alles geht trotz und mit Kind und Reiseerfahrungen und Schulmodelle und andere Lebensmodelle als „mama Papa gehen arbeiten , Kind ist in der Kita und manchmal dann Zoo und Eis oder Kinderzirkus und das Thema Impfen sprechen wir nicht an“

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  22. Anna

    Das ist mein erster Kommentar überhaupt unter einem Betrag, weil ich ihn so großartig ehrlich und gut geschrieben fand. Danke dafür.

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  23. franni

    Liebe Nike,
    starker Artikel, danke dafür. Ich frage mich auch häufig, wie die Kinder das wohl in ein paar Jahren sehen. Kinder haben Rechte und sie haben wie alle Menschen auch ein Schamgefühl. Beides sehe ich auf vielen Blogs/Instagram etc. einfach zu häufig verletzt.
    Ihr macht das super, alles Liebe!

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    1. Katja

      Das stimmt und ich frage mich auch bei blogs, die ich eigentlich richtig toll finde (little years zum Beispiel) ob die Kinder nicht ihre Eltern irgendwann dafür hassen, dass wirklich jeder Entwicklungschritt, jeder Geburtstag und jede Trotzphase sowohl textlich, als auch mit umfangreichem Fotomaterial über Jahre hinweg dokumentiert wird. Spätestens wenn sie in die Pubertät kommen, dürfte das doch ein Riesenproblem werden. Und es ist meiner Meinung auch gar nicht nötig. Man kann doch auch tolle Artikel schreiben, ohne die eigenen Kinder zu benutzen. Bei Blogs wie Geborgen wachsen oder Von guten Eltern geht es auch um interessante Themen, aber weder die Namen noch die Gesichter der Kinder werden preisgegeben.

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  24. Milla

    Ihr könntet ja auch im Nachhinein die Dinge der Kooperatiospartner spenden. Ich denke jede Mama die Alleinerziehend ist und von Hartz 4 lebt wäre über gratis Pampers oder einen schönen Stokke Stuhl dankbar. Gibt ja auch noch mehr Mütter 🙂

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  25. Mareike

    Prinzipiell würde ich alles so unterschreiben liebe Nike. Und das, obwohl es mich auch etwas traurig stimmt, weil ich eure Seite mochte. Weil sie einem genau das nicht vermittelt hat: dass ihr eure Babys als Accessoire habt. Das tat gut und war authentisch. Auch wenn der Inhalt, wie du selbst auch schon reflektiert hast, nicht immer mit anderen „Elternblogs“ mithalten konnte.
    Ich finde eure Entscheidung sehr klug mit dem Hintergrund, Kinder nicht an den Pranger zu stellen und verdammt nochmal Kinder Kinder sein zu lassen. Wie oft kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn mir bei Instagram lauter aufgeräumte, minimalistische Kinderzimmer begegnen, die noch dazu alle gleich aussehen…oder auch die Sache mit den Baby Designer Klamotten. Wieso muss ein Baby Kaschmir tragen? Sorry, aber da wird mir angesichts der Probleme in der Welt schlecht…es gibt so viele wichtige Projekte, die man unterstützen könnte und das Baby ist ganz sicher auch in einer Hose vom Flohmarkt glücklich.
    Was ich an deinem Artikel dann aber überhaupt nicht verstehe: wieso macht es Jessie mit minijournelles gut bzw. so viel besser als alle anderen, die ihr Kind vermarkten? Das macht Jessie im übrigen auch. Nicht ganz so perfide, wie manch anderer, aber auf dem Boden geblieben wirkt mir das nicht. Eher wie die neue Handtasche….und das in einem Atemzug mit dem Kaiserinnenreich? Bitte, aber das zu vergleichen ist nicht angemessen. Das eine ist pure Vermarktung (wenn auch sicherlich geschickt), das andere geht ins Herz über das echte Leben…. Versteh mich nicht falsch, aber das mit minijournelles passt einfach nicht zu all den klugen und überlegten Worten, die du vorher über den ganzen aktuellen Babyhype geschrieben hast.
    Alles Liebe Maila

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  26. Mila

    Gute Entscheidung. Ich fand es zugegebenermaßen ja ein wenig irritierend, dass Nike damals als frisch gebackene Mama in einem bei edition f zu lesenden Interview noch verkündete, sie würde das Gesicht ihres Kindes niemals auf social media Kanälen zeigen, um dann kurz darauf eben genau dieses zu tun (das ich mich noch so gut daran erinnernn kann, lässt erkennen, wie verwundert ich darüber war). Dass man die eigenen Kinder nicht instrumentalisiert und eben auch nicht vermarktet, sollte eigentlich selbstverständlich sein, wobei ich einsehe, dass sich das für Blogger, deren Geschäftsmodell nun mal ist, dass sie (vermeintlich) authentische Einblicke in ihr Leben geben, als eine zuweilen schwierige Gratwanderung herausstellt.

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  27. Beata

    Meinen vollsten Respekt für diese Entscheidung. Obwohl ich es wirklich schade finde, weil ich vor allem deine Texte immer sehr gerne gelesen habe und ich hoffe auch, dass ihr hier auf dem Blog , ab und zu aus eurem Mamaalltag berichten werdet. Ich finde euch einfach nur großartig und authentisch und so inspirierend. Aber eine Sache wüsste ich gerne Nike: Warum hast du Minijournelles u.a. positiv hervorgehoben? Ich finde, das Gegenteil ist der Fall. Die reinste Shopping- und Konsumschlacht. Der Babysitz- in Kooperation, Stokke- in Kooperation usw. Für mich persönlich null Mehrwert. Vor allem gibt es das doch schon tausendfach auf anderen Blogs. Aber das Geschäft mit Babies und Kindern ist sehr lukrativ und so kann man sich auch die ganze Babyausstattung bezahlen lassen. Ich bereue es, da eben geguckt zu haben, denn jetzt sehe ich Jessie nur noch mit Dollarzeichen in den Augen.

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    1. Nike Jane Artikelautor

      Ihr alle,
      ich habe „Jessie“ als Positiv-Beispiel wieder aus dem Text entfernt, um ein weiteres Einschießen auf unsere Kollegin zu vermeiden. Zwei Kommentare, die unter die Gürtellinie gingen, mussten schon in den Papierkorb wandern. Bei der Auswahl dieses Beispiels hatte ich Jessie als Menschen im Sinn, deren Hauptseite Journelles ich lese. Mini Journelles hatte ich dabei hingegen außer Acht gelassen, das war mein Fehler. Darüber möchte ich an dieser Stelle aber auch nicht urteilen, weil es hier überhaupt gar nicht um Jessie oder gar konkrete Negativ-Beispiel gehen soll. Das Bashing von Kolleg*innen liegt uns fern, daher bitte ich euch ganz lieb meine Entscheidung, dem Für und Wider an dieser Stelle keinen weiteren Raum zu geben, zu respektieren.

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  28. Lou

    Ich fand den Text wirklich sehr ehrlich – bis ich eben sah, dass zu den zwei positiven Beispielen – es waren eben nur zwei beim ersten Lesen – nun noch weitere hinzugekommen sind, u.a. Minijournelles.

    Wenn man es jemandem im Nachhinein recht machen möchte oder es sich in der „Szene“ nicht verscherzen möchte, sollte man keinen Artikel über so ein Thema verfassen – oder einfach bei der Wahrheit bleiben, wie man sie intuitiv zuerst aufgeschrieben hatte. Und dann nichts im Nachhinein aus Gefallen hinzufügen. Sehr schade.

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    1. Maike

      Haha Word! Da bin ich also nicht die einzige, der minijournelles in dem Aspekt negativ bzw. unpassend aufgefallen ist. Meine Vorgängerinnen hier haben den Punkt ja schon angesprochen…
      Noch unauthentischer finde ich dann aber die Tatsache, dass minijournelles erst beim „überarbeiten“ hinzukam. Wobei es mich irgendwie auch nicht wundert, denn die Zeilen davor sprechen ja andere Bände bzw. kritisieren und hinterfragen ja genau diese Vermarktung des eigenen Kindes.
      Habe mir nun auch noch einmal minijournelles genauer angeschaut und das meiste ist einfach nur Kooperation. Da hilft dann auch ein Artikel übers „Neumama“ sein nichts, der das ganze authentischer wirken lassen soll….tut er nämlich nicht, sondern verschlimmert es eigentlich a la „ich bin jetzt auch auf den Muttizug aufgesprungen und möchte euch noch einmal meine Sichtweise darauf vorstellen“ (gääähn…Erkenntnisgewinn gleich Null). Das ist doch genau das „Problem“, das du ansprichst: wieso lassen wir nicht lieber die was sagen, die wirklich etwas zu sagen haben? Die uns wirklich etwas neues erkenntnisreiches darbieten? Und ja, ich weiß, dass man online natürlich keinem den Mund verbieten darf. Aber aus Mama-Perspektive kann ich deine Worte nur unterstreichen und überlasse denen das Wort, die Ahnung haben. Ich bin nämlich auch kein wahnsinniger Beikostprofi, aber mein Bauch sagt mir, dass ich das auch nicht sein muss, um mein Kind glücklich zu machen….ebenso wenig wie Kaschmirhosen kaufen 😉

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      1. Katja

        Ich finde minijournelles nicht so schlimm. Sie zeigt nie ganz das Gesicht ihres Kindes und schützt somit schon die Privatsphäre.

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    2. Kristiane

      Das irritiert mich nun aber auch. Wohl vor allem da ich Mini-Journelles selbst als ein Negativ-Beispiel wahrnehme. Das ändert sich auch nicht durch den Umstand dass das Gesicht des Kleinen nicht gezeigt wird.

      Deswegen würde es mich interessieren was diesen Mini-Ableger für Dich zum Positiv-Beispiel macht?

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  29. Sarah

    Die Sache ist doch die dass sich die Mädels untereinander verstehen bzw befreundet sind. Jessi ari die Janes. Alle haben sie Kinder alle beschreiben eloquent wie sie die Balance zwischen Verwarktung, und elternliebe wahren wollen. Aber keine einzige schafft es ihr Kind auf Instagram NICHT zu zeigen.
    Ich kenne Wilma lio Levi Alma Luca. Das ist doch total gruselig. Warum macht ihr keinen privaten Family & Friends Account für eure Kinder? Entgegen
    Der Aussagen weiß ich sehr wohl wie die kleinen aussehen (es wird nicht konsequent durchgezogen nie das Kind ganz zu zeigen) und ich weiß viel über die jeweiligen Geburten . Warum?? Ich verstehe es nicht. Ist es so wichtig Zuspruch und Bewunderung von völlig fremden (der Leser) zu erhalten? Denkt mal darüber nach!

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  30. Maila

    Und es geht hier ja nicht nur um das Gesicht des Kindes. Da hat Nike ja auch schon gesagt, dass man aus Stolz natürlich gerne das ein oder andere Bild des Nachwuchses im Internet teilt. Ob nun mit Gesicht oder ohne ist noch einmal ein ganz eigenes Thema finde ich, aber eben auch jedem selbst überlassen. Genauso natürlich wie das Schreiben über das eigene Kind via Blog/Instagram etc.
    Ich sehe hier vielmehr die Vermarktung des Kindes als eigentliches Problem. Das beginnt ja heutzutage bereits in der Schwangerschaft mit „bumpstyle“ und so weiter…Kinder bekommen ist trendy (was an sich natürlich eine schöne Entwicklung ist – Kinder braucht die Welt), aber wieso muss man das dann derart zur Schau stellen und sich dafür so feiern lassen? Ich will das alles auch gar nicht absolut schwarz malen. Ich finde Austausch unter Müttern spannend und auch super wichtig, aber bitte nicht in Form von „mein Outfit passt zum Kinderwagen“. Das finde ich einfach eine traurige Entwicklung und wenn ich das älteren Generationen erzähle, verstehen die nur Bahnhof. Sicherlich war früher nicht alles besser – nein sicherlich nicht – aber das Thema Kinderkriegen und Kindsein war einfach viel selbstverständlicher, natürlich. Es gehörte einfach dazu. Da hat sich keiner Gedanken über die tollsten (und teuersten) Babystores oder die schönste Merinodecke gemacht. Auch hier gilt wieder jedem das seine natürlich, aber als Positivbeispiel würde ich das nun nicht unbedingt anprangern. Und damit ist nun nicht nur minijournelles gemeint. Davon gibt es so viele im Netz. Aber es wurde eben als Positivbeispiel hier benannt und das ist nach den vorangegangen Ausführungen von Nike einfach merkwürdig und passt irgendwie nicht zusammen. Zumindest stößt es mir als Leserin merkwürdig auf…

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  31. Elena

    Liebe Nike,
    zunächst mal danke, für deinen offenen Worte und die Ehrlichkeit. Ich finde es immer wieder schön, dass ihr auch euer eigenes Tun kritisch hinterfragt und Dinge verändert.
    Zum Thema Baby möchte ich sagen (ohne, dass ich selbst eines habe – jedoch mit meinen Eltern darüber diskutiert habe): Eltern sind immer stolz auf ihren Nachwuchs und möchten ihn am liebsten der ganzen Welt zeigen. Ich kenne es noch aus meiner Heimat, dort wurden Babyfotos an die Zeitung geschickt, um die süßesten Babys des Monats zu zeigen. Das Zeigen von Babys war also schon immer da. Natürlich haben Bilder im Internet eine ganz andere Reichweite, aber (und solange es keine unnormalen Ausmaße annimmt oder nur noch Geld damit gemacht wird) auch hier wird einfach der Zuwachs der Familie gezeigt.
    Wenn wir Nike und Co. mal zufällig auf der Straße treffen und sie mit Lio unterwegs ist, sehen wir ihn doch auch und wissen dann wie er aussieht. Ich bin der Meinung, man sollte die Blogger nicht ständig mit erhobenem Zeigefinger zu allem, was sie aus dem Privatleben zur Schau stellen, tadeln. Ich finde es schön, zwischen Outfits und Reisen auch immer wieder mal Kinder zu sehen. Das ist einfach das echte Leben und nur so können wir doch begreifen, dass Nike (und alle anderen) nicht nur im Office sitzt und über Mode schreibt, sondern eben auch am Spielplatz etc. unterwegs ist. Genau diese Präsenz der Kinder zeigt doch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie!

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    1. Mila

      Schon richitg. Aber das Zeigen von Kindern im Internet ist doch eine ganz andere Kiste. Nicht umsonst ruft die Polizei mit entsprechenden Kampagnen immer wieder dazu auf, dass man Bilder seiner Kinder nicht im Netz verbreiten soll. Einmal in die virtuelle Welt gesetzt, hat man einfach null Kontrolle mehr, was mit den Bildern des eigenen Kindes geschieht. Ich selbst bin da radikal. Fotos meiner Kinder landen nicht mal auf der Internetseite ihrer Schule. Muss ja nicht jeder so handhaben. Aber ein bisschen awareness und Vorsicht ist in diesem Zusammenhang sicher nicht verkehrt.

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    2. Stefanie

      ja, elena, da geht’s mir ganz genau so! blogger sind doch auch menschen wie wir und da ich mich hin und wieder selbst dabei ertappe kann ich sagen wie schnell wir dazu tendieren, blogger zu verurteilen, sollten sie einmal nicht unser bild von der perfekt umgesetzten ethik verkörpern oder vertreten. es mag zwar auf den ersten blick so scheinen, aber moralisch ist es weder verwerflich seine kinder zu zeigen noch sie zu verstecken. ach herrje, wie viele jahrhunderte braucht es noch bis wir endlich verstehen, dass wir alle nur menschen sind, fehlerhaft wenn man so will, aber allesamt mit herz <3

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  32. Lou

    Das Nachbearbeiten hat wirklich jegliche Glaubwürdigkeit genommen. Und das größte Problem daran ist: Dieser Artikel will sich kritisch mit einem der sensibelsten Themen überhaupt befassen. Dafür muss man auch stark genug sein, Freunden eben keinen Gefallen zu tun, sondern ehrlich zu sein und sie rauszulassen, wenn sie eben genau das Gegenteil davon tun, was man vorher lang und breit schildert.
    Ich fand deinen Artikel damals zum Thema Alleinerziehende (die Blicke, die Fragen) sehr ehrlich und mutig – das totale Gegenteil von einem Artikel einer anderen Mama, die ihre Liste zusammenstellt für nötige Dinge und da Artikel auflistet, die kein mensch braucht, sie aber Geld dafür bekommt (ich denke, jede Mama weiß, dass man Fieber auch mit einem herkömmlichen Thermometer im Po messen kann und dafür kein Ohrenmessgerät von Philipps benötigt, das an eine App angeschlossen ist).
    Und ja, Petit Bateau und Mini Rodini sind niedliche Marken – aber eine Geschichte wie deine über das Mamasein ohne Partner an der Seite (damals zumindest) tangiert emotional jeden, ob mitgemacht oder nicht. Süße Klamotten aus finanziellen Gründen wohl aber nicht jede. Den Mehrwert kann jeder selbst ansehen….

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  33. Caro

    Ach ihr Lieben, ihr habt das mal wieder sehr passend in den Raum gestellt und damit wohl einen wunden Nerv getroffen. Es ist schlimm, wenn jedes Kinder- und vermeintliche Familienfoto mit mehreren Marken-Hashtag versehen ist. Aber heutzutage ist ja auch jeder gleich ein Ikea-Blogger, der ein Expedit im Wohnzimmer zu stehen hat… Schön für die Marken, schlecht für die Unversehrtheit des privaten Raumes.
    Es ist eine katastrophale Entwicklung und ich denke, da wird später mal einiges an Vorwürfen auf die Eltern einprallen. Oder vielleicht sind ja dann die Kinder, die ‚Looser‘, deren Eltern nicht ein eigenes Blog ins Leben gerufen haben..? Da man diese Entwicklung kaum vorhersehen kann, ist es umso wichtiger hier auf das Bauchgefühl zu hören. Und das sagt: fühlt sich nicht gut an, also lasse ich die Finger davon. Richtig so. (Hiermit verzeihe ich euch auch die Pampers-Werbung ;))

    Tolle Blogs, die ich persönlich sehr gerne lese sind http://dasnuf.de/, http://okkarohd.blogspot.de/, https://kiddothekid.com/, denn hier gibt es Geschichten und Themen aus dem echten Leben.

    Alles Liebe euch
    Caro

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  34. Franzi

    Jessi und Ari verstehe ich. Die leben davon und zumindest Jessi zeigt ja das Gesicht ihres Kindes nicht.

    Bei littleyears aber finde ich es höchstbedenklich, wie über Entwicklungsschritte/-verzögerungen berichtet wird, die wirklich NIEMANDEN etwas angehen, außer etwa einen Arzt. Dabei bin ich, obwohl ich selbst kinderlos bin, jedes Mal ganz unangenehm berührt und sicher, dass das nicht im Sinne des Kindes wäre.

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    1. Maike

      Das finde ich ganz schwierig! Klar werden bei littleyears Sachen angesprochen, die echt sind und pauschal erst einmal nur die Familie etwas angehen. Aber das ist doch eben der Knackpunkt bei Blogs: dass man etwas öffentlich macht und andere virtuell daran teilhaben lässt. Dass hier jetzt über den Kopf der Kinder Entscheidungnen getroffen werden bzw. härter ausgedrückt, dass die Kinder bloßgestellt werden aufgrund ihrer Entwicklung – schwierige Aussage. Es ist ja gar nicht alles negativ, sondern es werden dort auch sehr schöne Sachen berichtet. Aber klar, das okay dafür geben die Kinder (noch) nicht.
      Fakt ist aber, dass littleyears es schafft, echte Hilfestellungen zu geben und einen Austausch zu gewährleisten. Abgesehen davon habe ich selten so authentische Geschichten gelesen. Klar, da gibt’s auch Kooperationen (aber das gehört nunmal zu dem Job dazu – von nichts kommt nichts). Aber die Geschichten, Tipps, Kolumnen etc sind einfach absolut lesenswert. Ich habe als Mama schon oft gedacht, wie toll Isabel zum Beispiel einem mit ihren Erfahrungen Mut machen kann. Und wenn das ein Blog schafft, Mütter aus ihrer (temporären) Verzweiflung zu holen, dann wurde da ganz schön viel richtig gemacht!
      Das Thema „Kinder im Internet zeigen/bloßstellen“ geht alle von den „Betroffenen“ hier etwas an und ist einfach auf einem anderen Blatt geschrieben. Als Mutter übernimmt man die Verantwortung für sein Kind und kann ergo solche Sachen erst einmal selbst entscheiden. Natürlich sollten solche Entscheidungen wohl bedacht und reflektiert werden… Aber wenn man hier zB minijournelles und littleyears vergleicht (beide stellen ihre Kinder ins Internet), dann ist littleyears eindeutig der sympathischere und vor allem authentischere Part – das ist aber nur meine Meinung.

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      1. Kerstin

        Ich bin auch für littleyears extrem dankbar – einige Posts von Isabel haben mich schon oft aus dunklen Momenten geholt..sie schreibt ganz wunderbar. Gut, sie zeigt viel von Xaver und Quinn, aber das ist ja ihre Enscheidung. Und grade WEIL sie auch Xavers und Quinn „Schwächen“ porträtiert, und zugibt, dass es schwere Tage und Nächte gibt, fühlt man sich von ihr verstanden und „abgeholt“.

        Ich werde Nikes Artikel zum Mamasein vermissen – auch sie hat mir schon oft geholfen und nach dem Lesen von einigen ihrer Artikel hatte sich bei mir ein „alles nicht so dramatisch, einfach nehmen wies kommt“ Gefühl eingestellt – DANKE DAFÜR LIEBE NIKE!

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  35. Lena

    Liebe Jane, danke für diese offenen Worte! Ein Mütterblog, den ich sehr gerne lese, ist Stadt Land Mama. Hier kommen verschiedene Perspektiven zu Wort, auch Themen, die Schulkinder betreffen oder Pubertierende werden ausgewogen diskutiert. Gesponserte Beiträge gib es kaum, da die beiden Betreiberinnen dies nicht wollen und aufgrund ihrer Einkünfte aus ihren Berufen darauf auch nicht angewiesen sind. Der Blog wirkt reif, intelligent, unverstellt, divers. Auch schön: hauptstadtmutti, da geht es zwar auch um Mode und Outfits, jedoch ohne auf bestimmte Marken fixiert zu sein oder die Kinder gar zu Werbeflächen zu degradieren. Auch ganz gut: frau mutter. Auch hier kommen größere Kinder, die sich dann als Accessoire nämlich nicht mehr so gut eignen, weil sie mehr eigenen Willen haben als ein Baby, die ich in bestimmten feeds leider eher wie ein Schoßhündchen behandelt sehe, öfter mal vor und die Teenager-Babysitterin darf mal ihre Perspektive darstellen. Vielleicht gefällt Euch ja was davon.

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    1. Sophie

      Entschuldigung liebe Lena, aber hier muss ich vehement widersprechen. Hauptstadtmüttchen wäre ohne Advertorials eine leere Seite. Das war mal anders….

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  36. Lena

    Bei frau mutter und stadt land mama kommen öfter auch mal die Väter zu Wort, was ich auch viel schöner finde, als wenn väter und mütterblogs getrennt laufen!Schließlich sitzen wir in einem Boot, zumindest sollte es so sein, und durch diese getrennten Blogsphären oder wie das heißt wird das Bewußtsein eher auf die Unterschiede gelenkt. Wenn beide auf einer Plattform schreiben, ergibt das für mich ein viel runderes Bild.

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  37. Sophie

    Liebe Nike,

    ich schließe mich der Mehrzahl der Kommentatorinnen an, die bereits gute und wichtige Dinge zu dem Thema gesagt haben und die dir/ euch zu der Entscheidung gratuliert haben. Ich sage ebenfalls: Gut gemacht! Kinder haben laut UN-Kinderrechtskonvention ein Mitspracherecht und sie bedürfen unserem besonderen Schutz! Tun wir etwas dafür.

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  38. Lena

    Liebe Sophie,
    da ist was dran, ich gebe zu, dass ich da aus dem Grund auch schon nicht mehr so gerne reinschaue habe…..hatte das ein wenig verdrängt.

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  39. Ole Blomhues

    Liebe Nike,

    sorry, aber deine Aussagen, das alles hier, ich finde das extrem unangenehm.

    Dein Kind findet schon lange im Internet statt, ob nun im Rahmen von Werbung auf Tinyjane oder auf ganz normalen privaten Fotos. Ob du nun seine Klamotten verlinkst oder nicht. Du hast einige Zeit lang ständig Fotos von deinem Sohn auf Instagram gepostet, keine Ahnung ob du es noch machst. Du hast ihn dabei oft genug wie ein Accessoire präsentiert. Du hast ihn in Situationen gezeigt, von denen du niemals wissen kannst, ob er sich eines Tages denkt: Oh mein Gott, Hilfe, das will ich ja gar nicht, dass Mama mich so zeigt. Oder, noch viel schlimmer: Oh mein Gott, Mama, ich habe die Kommentare von all den Leuten gefunden, die sich darüber unterhalten, dass du damals entschieden hast, mein Gesicht im Internet zu zeigen.

    Seinen Kinderwagen hast du vertagged. Weiß ich noch. Es gibt Fotos, die deinen Sohn nur ein paar Tage nach der Geburt zeigen. Findest du das OK? Nein: Hättest du dich nicht vorher fragen können, ob das alles so OK ist? Gehört es für dich zum Mamawerden und -sein nicht dazu, von Anfang an zu überlegen, ob es okay ist, sein Kind (überhaupt, generell) zu zeigen? Und NICHT den in diesem Falle unglaublich unangenehmen Satz zu treffen: „Wo meine eigenen Grenzen liegen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal beantworten“?

    Denn klar, es ist ok, manchmal nicht zu wissen, wo eigene Grenzen liegen. Aber hier, wenns um die Familie geht, solltest du Bescheid wissen müssen über sie, die Grenzen.

    Ob jetzt Kooperationen, OOTD oder irgendwelche ganz normalen Fotos ohne irgendwelche Tags: Wieso? Für wen? Wer soll sehen, denken, fühlen, wenn er das sieht?

    Und wie wäre es mit einem privaten Fotoalbum, mit all den schönen Bildern von euch? Warum teilt ihr das nicht mit den engen Liebsten, mit denen, die diese Zeit wirklich was angeht?

    Ich kenne das: „Kinder müssen auch im Internet stattfinden.“

    Nein. Sie müssen nicht im Internet stattfinden. Sie müssen nirgends stattfinden, nirgends auf Plattformen und sozialen Netzwerken, bis zu dem Tag, an dem sie selbstbestimmt sagen können: Ich will das.

    Oder: Ich will das nicht.

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    1. Mila

      Dazu eine kleine Anekdote, die sich erst vor wenigen Tagen zugetragen hat: Meine große Tochter ist schon 10 Jahre alt – die meisten Leserinnen hier werden noch etwas jüngere Kinder haben. Ich traf mich mit einer Freundin, deren Tochter 4 ist. Sie erzählte mir etwas über die Eigenarten ihres Kindes und ich berichtete in diesem Zusammenhang, wie es damals mit meiner Tochter im Alter von 4 war. Dabei handelte es sich um nichts „Schlimmes“ oder Entblößendes. Von daher gesehen hatte ich mir gar nicht groß weiter Gedanken darüber gemacht. Umso erstaunter war ich also, als meine Tochter plötzlich richtig sauer wurde und regelrecht empört war. Der Grund: Sie fand es unmöglich von mir, dass ich meiner Freundin etwas über ihre Kleinkindzeit berichtet hatte. Sie hat sich wirklich richtig darüber aufgeregt – sie wolle nicht, dass andere Leute einfach solche Details über sie erführen. Auch keine Freundinnen von mir … Überspitzt gesagt: Sie fühlte sich in ohnmächtig und „entmachtet“. Jetzt stelle man sich bitte mal vor, wie sie sich fühlen würde, wenn sie irgendwann feststellen müsste, dass Bilder und Geschichten über sie im Internet kursieren …

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  40. Elli

    Dieses mommy-Bashing hier ist von einzelnen Kommentatorinnen einfach nur peinlich und kleingeistig – darüber hinaus auch in keinster Weise feministisch erstrebenswert. Das haben die Janes so nicht provoziert. Aber beweist nur, dass die Entscheidung richtig war.

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  41. Milla

    Ja da bleibt dann eigentlich nur noch die Frage : wo sind die Väter ???
    Und schön natürlich wie Frauen gegen Frauen sind.
    Und ich finde es nachvollziehbar dass man beim ersten Kind „Fehler“ macht. Aber es geht hier auch nur um Kleinkinder. Ich glaube nicht dass sich Söhne von hier genannten Müttern noch im Alter von 10 Jahren in ootd oder unterm Weihnachtsbaum ablichten lassen.
    Aber ja, seltsamer Artikel. Steht ihr jetzt zu allen Frauen oder findet ihr andere Mütter jetzt blöd ?

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  42. Pingback: Cherry Picks #13 - amazed

  43. Lola

    „Ich weiß nicht, wie ich meine Gedanken auf den Punkt bringen soll“ – das merkt man leider.
    Außer der Aussage, dass es Tiny Janes nicht mehr geben wird, gibt Dein Artikel inhaltlich nämlich nichts her. Null Mehrwert.

    Du wirfst ein paar Argumente in den Raum, bleibst aber so vage und relativierst ständig, dass Du am Ende gar nichts aussagst und Dich keiner kritisieren kann. Also manche Elternblogs sind schon ok (Kriterien gibt es aber keine), aber eigentlich ist es auch doof sein Kind zu kommerzialisieren. Aber wirklich Stellung beziehst Du nicht. Stattdessen: Zeilenlanges Gelaber.

    „Man kann ein Kind in schöner Kleidung fotografieren und man kann ein Kind in schöner Kleidung fotografieren. Man kann sich auch zusammen mit seinem Kind ablichten und man kann sich zusammen mit seinem Kind ablichten. Es kommt bloß nicht immer das Gleiche dabei heraus.“ –> Und Ihr entscheidet darüber, wann es ok ist und wann nicht? Grandios!

    Dass mini Journelles hier als positives Beispiel genannt wird, macht Deinen Artikel noch absurder. Ich mag beide Blogs von Jessie, ich lese dort sehr gerne, jedoch (ohne Wertung) ist mini Journelles der Inbegriff der Kommerzialisierung, weil dort null „vom Leben mit Kind erzähl[t wird], wie es wirklich ist“ und statt dessen eine Kooperation nach der anderen stattfindet.

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  44. Pingback: Girlpower News | KW 14 | Femtastics

  45. Anna - Salon Stories

    Menno, ein paar Tage weg und schon eine superspannende Diskussion verpasst!!! Dieses Thema brennt mir nämlich als „digital native“ auch total auf der Seele.

    Mir fällt das Herzeigen von Kindern seit langer Zeit auf. Habe es neulich auch „gewagt“ bei dem in den oberen Kommentaren viel diskutierten Blog dazu etwas zu schreiben und danach zu fragen, warum man sich entschieden hat so viel preiszugeben, aber man bekommt dann ja immer bei jedem Kommentar, der nicht „uiii ist das toll“-mäßig ist eine virtuelle Klatsche von allen Seiten. Aber das ist ein anderes Thema!

    Deswegen sage ich mittlerweile trotzig: Macht man! Soll doch jeder selbst machen wie er meint und dann ggf. selbst mit eventuell negativen Konsequenzen, die womöglich erst in ferner Zukunft stattfinden, klar kommen.

    Ich kann nur für mich sagen, dass ich mich von anbeginn dafür entschieden habe, nichts von meinen Kindern zu zeigen und preiszugeben. Ich möchte die Kontrolle über alles behalten! Meine Kinder sollen später selbst entscheiden, was man über sie im Netz findet (das Netz vergisst nicht, ihr wisst ja).

    Klaro bin ich mega mega meeeega stolz auf die kleinen süßen schlauen Kiddies, aber ehrlich: Ich brauche das nicht für mein Ego oder Geldbeutel, fremden Menschen auf Insta oder Facebook Baby- und Lifestyle-Fotos von meiner Familie unter die Nase zu reiben und mich in den „oooh so süüüß“-Kommentaren zu ölen. Diese Freude teile ich nur gerne mit meinen realen Lieblingsmenschen in der realen Welt.

    Ganz liebe Grüße aus Frankfurt und weiter so mit diesen spannenden Thema! Ich wühle mich immer gerne durch euren Blog!
    Anna

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  46. Inga

    Die Familie sollte doch ein „Schutzraum“ sein, in dem das Kind sich frei entwickeln darf.
    Hier sollte es so sein dürfen, wie es ist, ohne dass die ganze Welt daran Anteil nimmt.

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