Outfit // So tun, als ob heut‘ Urlaub wär.

30.05.2017 um 9.40 – Outfit Wir

Noch während meines Heimatbesuches am langen Wochenende bin ich ein faules Loch gefallen und auch zurück in die Vergangenheit. Damals, dachte ich, da war der Sommer bloß vollgestopft mit Johannisbeeren aus Opas Garten, da hat sich niemand drum geschert, was ich nun mache oder nicht, womit ich mein Taschengeld verdiene und ob ich denn auch brav E-Roller statt Mercedes fahre. Also habe ich hier und da über dies und das und das Heute geflucht und schließlich, womöglich als Karma-Knüppel vom Universum, die erste tiefrote Seitenstrangangina meines Lebens mit nach Hause gebracht. Ich fluche jetzt nicht mehr, sondern freue mich über zwei Arme, zwei Beine, über einen wieder fast gesunden Hals und noch viel mehr.

Über die neue Elefantenhaut, die ich mir nun habe wachsen lassen, habe ich heute Morgen außerdem vor allem Leinen gestülpt: Eine Bluse aus dem vergangenen Jahr, um genau zu sein, und einen 2nd-Hand-Fund, der mich neulich ganze 4 Euronen gekostet hat. Noch immer macht mich kaum etwas (in materieller Hinsicht) so glücklich wie das Zusammenwürfeln alter und neuer Schätze. Es ist zwar leicht, auf einen Bestell-Knopf im Internet zu drücken, aber richtige Freude bereitet doch das Suchen und Finden von Stücken, deren Vergangenheit zwar reine Spekulation bleibt, deren Zukunft in unserem eigenen Kleiderschrank aber umso rosiger ausschauen könnte. Die gestreifte Hose jedenfalls habe ich „Karla“ getauft und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir noch viele Abenteuer zusammen durchleben werden. Bis es tatsächlich so weit ist, hilft sie mir schonmal dabei, so zu tun, als ob heut‘ Urlaub und nicht Büro wär‘. Einfach so vong Gefühl her.

Top: Mango (von 2016, ähnliches hier) // Leinenhose: 2nd Hand (ähnliche hier) // Sandalen: Chloé (von 2016) // Kette: 2nd Hand // Tasche: Mango

6 Kommentare

  1. Kerstin

    Ach, sieht das herrlich nach Sommer aus! Und was Karla betrifft, kann ich nur sagen: dein Gewinn ist unser Verlust, liebend gern hätte ich die auch im Schrank, aber Glückwunsch zu dem tollen Fund! Beim Second-Hand-Shopping fühlt man sich doch immer ein bisschen wie Pippi als Sachensucher, nicht wahr?

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  2. maja

    Ich greife mal die Kritik an der Kritik über eure Werbung mit Mercedes auf, denn das erstaunt mich ehrlich gesagt etwasn. Dieses Blog hat sich ganz klar positioniert, es ist kein leeres Fashionblog, sondern bedient auch wichtige gesellschaftsrelevante Themen (Feminismus, Nachhaltgkeit usw.) und dementsprächned sind auch die Leser reflektiert und (konsum)kritisch. Kritik an einem Werbedeal mit einem Autohersteller, in dem die eigenen Kinder vermarktet werden (obwohl vor kurzem kritisch dazu Stellung bezogen wurde) sollte daher nicht allzu überrschaend sein. Sprich es sind hier die Geister, die ihr gerufen habt, die sich melden, oder? Ich kann verstehen, dass man die Kritik irgendwann nicht mehr hören kann/will, aber dann sollte das Profil des Blogs evtl überdacht werden.

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  3. Ricarda

    Kritik an der Kritik der Kritik: Hast du die Mercedes Werbung schon gesehen? Ich nämlich nicht, nur den Teaser? Und was denken Leute wie du eigentlich, wie die ganzen guten Sachen, die du da oben aufzählst, finanziert werden, häh? Vielleicht als Konsumentin dieses Blogs nicht nur denken, sondern weiterdenken. Wenn ich das richtig sehe, fändest du es besser, wenn gleich alle wichtigen Inhalte wegbleiben würden? Ach Deutschland, du bist ein Scheißhaufen. Wie kann man es sich überhaupt anmaßen, als Leserin über das Tun der Blogbetreiberinnen zu urteilen, die von UNS kein Geld wollen, wohl aber welches verdienen müssen? Ich bin richtig wütend über diese Mentalität, weil ich Angst habe, dass die Janes uns bald einfach den Mittelfinger zeigen. Ich hätte da auch echt keinen Bock drauf. Und wahrscheinlich tippen Leute wie du die Kommentare auf nem iPhone.

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    1. maja

      Eine eigene Meinung zu haben ist zunächst einmal kostenlos und ich denke, Artikel die das Gehirn ansprechen werden hier sehr gut aufgenommen und von den „schmarotzenden“ Lesern belohnt. Natürlich ist Werbung ok, ich gehöre ledeglich zu denen, die Werbung als Werbung gekennzeichnet bevorzugen und auf diese ganze emotionale Werbeschei… verzichten können, habe ich schon öfters hier kritisiert: Wohnungen, Freundschaften, Mütter, Kinder usw. alles wird für Werbezwecke mißbraucht, das finde ich schade. Ich denke dieses Blog ist in der guten Lage sich seine Werbepartner selbst aussuchen zu können, und aufgrund der hier zum Teil propagierten Lebensphilosophie (Nachhaltigkeit, Herz statt Kohle, Denken stat Kaufen) gibt es da manchmal eine Diskrepanz zwischen Inhalt und Werbepartner. Ich finde es übrigens genauso anmaßend den Lesern Dinge andrehen zu wollen, die gefühlt nicht ins Bild passen (aber vielleicht machen die Janes ja auch Werbung für einen E-Mercedes?). Ein Blog ist ein Geben und Nehmen, beidseitig. Und Geldverdienen allein ist keine Rechtfertigung, insbesondere nicht auf einem Blog wie diesem, der sich bewusst von Kommerz und Mainstream abhebt. Integrität, darum geht es. Sollten die Janes uns den Mittelfinger zeigen, so ist das ihr gutes Recht, habe ich kein Problem mit, kann ich sogar verstehen. Ob ich ein iPhone nutze oder nicht geht dich zwar nicht an, aber eigentlich wird es ziemlich deutlich, dass ich kein Teil der Wegwerfgesellschaft bin.

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  4. Sara

    Was hast du denn mit deinen Augenbrauen gemacht?
    Die musst embrachen und nicht künstlich nachziehen lassen :)!

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