Berlin Fashion Week // Dorothee Schumachers Liebesbrief an die Welt

12.07.2017 Mode

„Mein Antrieb ist nicht, etwas Neues zu erfinden, sondern Dingen, die existieren, ein Gefühl zu geben“, erklärte Dorothee Schumacher einst. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich womöglich erst just in diesem kleinen Augenblick der Erkenntnis begriff, woher dieses immense Gelingen rührt: 600 Verkaufsstellen, verteilt auf dem halben Erdball! Wie kann das sein, bei all der Konkurrenz? Die Antwort auf die Frage nach dem Erfolgsrezept lautet: Gefühle, überall! Auf dem Runway, in jedem Look und der dazugehörigen Musik, aber auch im Privaten, in ihrer Persönlichkeit, die durch jeden neuen Entwurf ja stets ein Stück weit sichtbar wird. Schau doch einfach hin!, hatte man man mir schon vor etlichen Saisons geraten, als ich noch mit Scheuklappen bestückt versuchte, das Ansehen dieser Berliner Eminenz zu begreifen. Schumacher, damals kam das Label noch ohne den Vornamen der Gründerin aus, erschien mir schlichtweg zu alt. Vielleicht war ich aber auch einfach noch zu jung.

Es sollte noch bis vorletzten Sommer dauern, der Sommer, indem ich das weiße Leinenkleid meiner Träume ganz unverhofft auf Dorothee Schumachers Runway entdeckte, bis ich plötzlich eine leise Ahnung davon bekam, was es bedeutet, Käuferinnen nicht bloß mit ohnehin sehr subjektiver Schönheit zu bezirzen. Sondern obendrein dafür zu sorgen, dass sie bleiben. Eine Königsdisziplin, die heute, zwischen Fast Fashion und Überangebot, von mehr Gewichtung scheint denn je. Dorothee Schumacher beherrscht sie par excellence und benötigt dafür kaum mehr als eine gigantische, ihr ohnehin schon innewohnende Portion Herz. Es war ganz gewiss der Moment, indem ich die Chefdesignerin zum ersten Mal über ihre Arbeit reden hörte, und auch über ihr Leben, der mich echauffiert über meine eigene Ignoranz und gleichzeitig ganz verliebt zurückließ. 

Happy International Women’s Day! #dorotheeschumacher #positivefeminism #supportthegirls #pfw

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Denn Frau Schumacher mag zwar längst erwachsen sein und noch dazu eine erfolgreiche Geschäftsfrau, aber es war ganz eindeutig zu spüren, in jedem Wort, dieses verschmitzte Staunen über die Welt, das ihr bis heute die größte Inspiration zu sein schein. Mit ihrer jüngst gezeigten Kollektion CITIZENS OF THE WORLD etwa möchte sie, laut eigener Aussage, die Welt umarmen, ihr einen stoffgewordenen Liebesbrief schreiben. Sie will, dass wir in ihrer Kleidung offen durch das Leben gehen. Und außerdem daran erinnern, wie leuchtend und wichtig das Zusammenkommen verschiedener Kulturen ist, gerade jetzt. Weltfrieden, denkt ihr jetzt, Das fehlt jetzt noch. Aber ich sage euch, Dorothee Schumacher meint, was sie sagt und zwar von ganz tief innen drin. Vor allem aber hört sie niemals auf zu träumen. Mit ihrer Familie an ihrer Seite, den Kindern, dem Garten und einem Pferd, das hin und wieder sogar in der Küche vorbei schauen darf, um am Sonntagskuchen zu schnuppern. Wer jetzt an Pippi Langstrumpf denkt, liegt tatsächlich gar nicht so sehr daneben. Nur, dass Dorothee viel lieber feminin-lässige Layering Looks trägt als Ringelsocken.

 Meine Lieblingslooks der Frühjahr/Sommer Kollektion 2018:

Die Key Pieces: Double Belts mit Straps, Nadelstreifen-Anzüge mit lateinamerikanisch inspirierten Verzierungen, verkürzte, transparente Rollkragen aus Tüll die kunstvoll mit Embellishments veredelt wurden, übergroßen Kapuzenpullis mit Gaucho-Bändern, Intarsienstrick und Laser Cut Leder-Accessoires.“

Eine Kollektion kreiert für die moderne Weltenbürgerin,
für die feminine Gentlewoman.“

Die gesamte Kollektion:

Und die anwesenden Gäste,
ausgestattet von Dorothee Schumacher:

Sara Nuru, Melanie Kieback & Masha Sedgwick

Lisa Hahnbueck

Bettina Zimmermann

Swantje Soemmer

Olja Ryzevski

Julia Dietze

Sylvia Haghjoo, Tine Andrea und Julia Haghoo

Lisa Banhölzer

Jessica Weiss

Hier lang gehts zum Online Shop.

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