Slow Sunday // 3 Monate ungeschminkt
& so viel hat sich verändert

20.08.2017 Slow Sunday

Fast 8 Wochen ist es her, dass ich einen Artikel darüber schrieb, wie sich eine Woche ungeschminkt sein für mich angefühlt hat. Seitdem habe ich keinen einzigen Tag mehr zum Schminkpinsel gegriffen, weder für einen Tag im Büro, noch einen Clubbesuch und auch nicht für mein letztes Beautyevent.

Das Verrückte: Lese ich meinen Text von damals heute nochmal, erkenne ich mich kaum darin wieder. Ich bin erschrocken darüber, wie viel Unsicherheit meiner Beschreibung mitschwingt, wie viel sich in meinem Text ums Verstecken und um Veränderung dreht. Obwohl nur wenige Wochen dazwischenliegen, würde ich keine einzige Zeile heute nochmal so formulieren. Ist es die große Umstellung in meinem Leben, mein Umzug nach Berlin oder einfach die Tatsache, dass mein Verzicht auf Schminke mir tatsächlich etwas ganz wichtiges gezeigt hat?

Manchmal warte ich monatelang auf Veränderungen, die sich doch bitte endlich mal in meinem Kopf einstellen sollen und dann passieren nicht selten die Größten fast über Nacht. Die Entscheidung, Köln hinter mir zu lassen und einen beruflichen und privaten neuen Abschnitt in Berlin zu beginnen, habe ich innerhalb weniger Tage getroffen und auch die Trennung von allem, was mich in irgendeiner Art und Weise emotional belastet oder lähmt, dauerte weniger als 24h. Dieses unbändige Gefühl, sich von allem lösen zu müssen und nicht genug von neu gewonnenem Freiraum zu bekommen, lassen für mich einige in der Vergangenheit fast unüberwindbare Aufgaben jetzt viel leichter erscheinen. So geschehen eben auch mit dem Gefühl, eine Weile ohne Make-Up auskommen zu wollen.

Was ich mir vor einem Jahr noch gar nicht vorstellen konnte, ist für mich heute überhaupt kein Thema mehr. Von Tag 1 an ging es mir jeden Tag ein bisschen besser mit der Entscheidung mein Gesicht nicht mehr anzumalen und anfängliche Unsicherheit verwandelten sich doch tatsächlich in mehr Selbstbewusstsein – was ich ehrlich gesagt selbst schwer finde zu glauben. Ich mag mich ohne Make-Up, Mascara und Farben im Gesicht nun wirklich viel lieber und finde das verrückt – und die Erklärung dafür ist vielleicht total einfach:

Ungeschminkt bedeutet, dass keine Schicht mehr über meinem natürlichen Aussehen liegt; außer meiner selbst ist jetzt nichts mehr sichtbar. Und das heißt auch, dass ich nichts mehr verstecken kann. Man sieht viel schneller, ob ich einen guten oder schlechten Tag habe, ob es mir gut oder weniger gut geht. Mein Umfeld nimmt mich also so wahr, wie ich tatsächlich bin und akzeptiert mich entweder genau so oder eben auch nicht. Zweiteres kommt gefühlt öfter vor, aber auch damit kann ich jetzt viel besser umgehen. Mir bleibt quasi nichts anderes übrig, denn an meinem natürlichen Aussehen kann ich ja nichts mehr verändern oder wegnehmen. Und wem das nicht gefällt, von dem weiß ich dann, absolut neutral gemeint, dass wir eben nicht zusammenpassen. Diese Einstellung hat sich dann von der plakativen Form „geschminkt – ungeschminkt“ auch auf mich als Person übertragen. „Ich mag dich“ und „Ich mag dich nicht“ sind für mich jetzt viel offensichtlicher und besser anzunehmen. Dieser Entwicklung sind bestimmt auch eine gehörige Menge anderer Begleitumstände beigemischt, aber kein Make-Up mehr zu tragen, war für mich auf jeden Fall ein sehr entscheidender Schritt. Und ein wichtiger kommt noch hinzu: Es ist schön zu merken, dass ich mich gefühlt viel mehr zeigen kann als früher.

In meiner ganzen Euphorie möchte ich mich deshalb für so viel mehr Mut aussprechen, was Neuanfänge und umfassende Veränderungen angeht. Es ist meistens nur der erste Schritt, der sich unsicher anfühlt, was aber danach alles kommt, ist so schön, wichtig und wiegt die anfängliche Schwere definitiv auf <3

35 Kommentare

  1. Caro

    Wir waren gerade im Urlaub und weil es einfach zu heiss war „konnte“ ich mich nicht schminken – es waren die ersten 14 Tage ungeschminkt seit… ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte mal einen ganzen Tag ungeschminkt war. Wobei ich mich nicht zukleistere, bisschen BB Cream, Puder, Mascara, Kajal… aber so ganz ohne? Die ersten Tage waren ungewohnt aber dann wars eigentlich ein gutes Gefühl. Meinem Freund ist übrigens gar nicht aufgefallen, dass ich nicht geschminkt war 🙂 Zurück zu Hause war ich trotzdem froh, bei normalen Temperaturen wieder bisschen „Frische“ ins Gesicht zu kriegen… Ich finde es toll, wenn jemand das „durchhält“ so ganz ohne, ich selbst fühle mich mit ein bisschen Unterstützung einfach wohler. Aber es ist gut zu wissen, dass es auch ohne Makeup geht u ausser einem selbst wahrscheinlich niemand ein grosser Unterschied auffällt.

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    1. Julia Jane Artikelautor

      Liebe Caro,
      wie schön, dass du dein Erfahrungen hier teilst und den Punkt mit der Frische kann ich auch absolut nachvollziehen. Im Moment ist es eben auch Sommer und meine Haut ist leicht gebräunt. Wie das dann mit meiner winterlichen Blässe aussieht muss ich auch erstmal schauen 🙂

      <3
      Julia

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  2. Johanna Schulz

    Ich bin auch vor knapp 2 Jahren Make-up frei geworden. Davor habe ich immer viel zu viel Zeit und Mühen zum Überpinseln von Rötungen, Augenringen oder traurigen ü, gestressten Gesichtern verschwendet. Jetzt kommt bei Lust Mascara drauf und ansonsten nur an ganz besonderen anderen Tagen auch mal der ein oder andere Pinsel.

    Und was hast du an Deiner Haut gemerkt? 🙂

    Liebe Grüße
    Johanna von hannicoco.de

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    1. Julia Jane Artikelautor

      Liebe Johanna,

      ehrlich gesagt habe ich an meiner Haut gar keine besondere Veränderung gemerkt. Vielleicht liegt es daran, dass ich vorher sowieso schon eher wenig Make-Up aufgetragen habe und eher meine Augen mehr geschminkt habe. Mir hat auch neulich jemand gesagt, dass ein gutes Make-Up die Haut sogar eher vor Verschmutzungen schützt. Immerhin ist meine Haut nicht schlechter geworden 🙂

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  3. Fortunalista

    Toller Beitrag und schön die positive Energie herauszulesen, mit der dieser Texr geschrieben wurde.
    Ich mag es eigentlich mich zu schminken und fühle mich tatsächlich wohler mit make-up. Letzte Woche war ich allerdings spontan auf einer Gartenparty und habe festgestellt, dass ich die einzige Frau ohne Make-up war. Anfangs fühlte ich mich total unwohl, da um mich herum lauter wunderschöner Frauen waren. Irgendwann habe ich meine Unsicherheit vergessen, weil ich einfach gute Laune und Spaß hatte. Auf der Damentoilette wurde mir nochmals bewusst, wie viel Zeit wir Frauen mit Schminken vergeuden. Anstatt rauszugehen das schöne Wetter und die Musik zu genießen, verbrachten viele ihre Zeit damit sich nochmal nachzuschminken und wirkten furchtbar gestresst. Ich hatte Spaß und habe sogar Komplimente für mein Aussheen bekommen. Denn letztendlich ist es doch nur die Ausstrahlung auf die es ankommt und die uns Frauen schön macht!

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    1. Julia Jane Artikelautor

      Du, dass mit der Ausstrahlung kann ich auch wirklich so unterschreiben. Und genau aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass jeder das für sich selbst entscheidet. Ob nun mit oder ohne Make-Up, hauptsache man fühlt sich maximal wohl.

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  4. Renate

    Ich frage mich warum? Was ist denn so schlimm an ein bisschen Mascara ? Ich rede nicht von vollem Make-up mit Smokey Eyes usw. Man kann sich so natürlich schminken das man es nicht direkt sieht, aber sich ein Stück weit wohl fühlt.

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  5. Nina

    Ich glaube, der Renate ist der Inhalt deines sehr schönen Textes entgangen. Es geht ja hierbei nicht um Make Up als „schlimme“ Sache sondern vielmehr um einen Prozess die Dinge zu sehen und zu wachsen. Mir gefällt deine Art die Dinge zu betrachten. Unverblendet, ehrlich. Das zeugt von Charakter und innerer Stärke! <3

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  6. Mona

    Es geht in dem Text nicht darum, dass Make Up schlimm ist. Es geht darum, dass man in jungen Jahren als Mädchen beginnt sich zu schminken und mit dieser Zeit sein Gesicht im Spiegel häufiger geschminkt als ungeschminkt sieht. Dein Auge gewöhnt sich leider an das geschminkte Bild, findet es ebenmäßiger und hübscher. Dies lässt einen ungeschminkt leider häufig weniger attraktiv fühlen, was für keinereiner Selbstbewusstsein gut ist und auch immer totaler Quatsch ist. In allererster Linie soll man sich schön fühlen wie man ist. Das darf einem nicht verloren gehen, denn das gibt einem
    Stärke, Selbstvertrauen und Zufriedenheit in einem selbst. Damit geht wiederum die Liebe zu Dir selbst einher. Und die Dinge sollten das Fundament eines jeden sein.
    Ich denke darum geht der Artikel. Sofern man das beherrscht, ist Make Up auch nichts schlimmes. Aber sofern Frau sich nur noch mit Make Up wohl fühlt,ist das nicht gut, denn Du bist Du und das auch ohne die Bemalung. Jeder ist wie er ist und jeder ist genau so schön wie er ist und ob du das selbst fühlst für Dich, wird man an Deiner ungeschminkten Ausstrahlung spüren. Sich ungeschminkt wohlfühlen – damit gibst du Dir ein Stück Freiheit zurück.
    Liebe Grüße
    Mona

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  7. Karla

    Beim Lesen, ausschlaggebend war letztendlich der letzte Minimalismus-Beitrag, frage ich mich zunehmend: Ist es fikitiv oder real oder ein soziales Experiment: Was muss passieren bis mal jemand Außenstehendes fragt: „Möchtest Du Hilfe?“

    Es klingt für mich in all diesen zusammenkommenden Extremen nicht mehr bloß nur noch nach „Übertreiben“.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Antworten
    1. Karla

      Hoppla! Ich wollte hier nicht den ersten „kritischeren“ (aber wohlgemeinten) Kommentar schreiben, nur damit Andere sich trauen, derart Bösärtiges hinterher zu schießen.

      Punkt war lediglich:
      Wärst Du (m)eine Freundin und würde ich dies hier nicht (über einen längeren Zeitraum, stückchenweise) lesen, sondern Du es mir erzählen (angefangen beim häufigen, fast täglichen Weinen), würden bei mir viel schneller die Alarmglocken schrillen. Ich würde mich fragen, ob es Dir gut geht. Und ich würde Dir meine Hilfe anbieten, wenn Du sie annehmen möchtest.

      Und ich finde es absurd und erschreckend, wieviele hier mitlesen und scheinbar, zumindest nicht öffentlich in den Kommentaren – vielleicht bekommst Du ja aufbauende, nette persönliche Nachrichten -, niemand mal aufhorcht und vom Inhalt abstrahiert und empathisch ist.

      Denn Boxen, die man nicht gerne öffnet, kann man loswerden, man kann Zelte abbrechen, aber aus den Augen heißt hierbei nicht aus dem Sinn.

      Ich kann mich nur wiederholen: Ich wünsche Dir alles Gute.

      Antworten
      1. Karla

        Und: Minimalismus, asketische Lebensweise, call it as you like, is ja nüscht Neues.
        (Und Ihr seid auch nicht der einzige Blog, den ich, wenn auch schon über Jaaahre, lese.)
        Leider haben genügend derjenigen, die sich radikal dafür entschieden haben, es in einigen Teilen rückblickend bereut.
        Aber das ist ja absolut Deine Entscheidung. Und darüber urteile ich nicht.

        Antworten
        1. Julia Jane Artikelautor

          Liebe Karla,
          ich bin mir sicher, dass deine Kommentare lieb gemeint sind, aber nachvollziehen kann ich sie ehrlich gesagt nicht. Vielleicht denkst du ein bisschen zu sehr, dass du mich kennen würdest, weil du ein paar meiner Artikel gelesen hast? Ich setze mich mit den meisten Dingen sehr intensiv auseinander und ich bin auch gerne konsequent in meinen Überlegungen und Herangehensweisen, aber ich fühle mich damit absolut wohl. Ich habe auch nicht geschrieben, dass ich täglich weine? Oder ich habe es missverständlich ausgedrückt, kann natürlich auch sein. So oder so, auf Jane Wayne findest du einen kleinen (sehr ehrlichen) Ausschnitt aus meinem Leben, nicht mehr und nicht weniger.
          <3
          Julia

          Antworten
  8. Jessy

    Karla, dem Gedanken konnte ich mich auch nicht entziehen. Im Kern gebe ich dir, liebe Julia in vielen Sachen Recht. Aber in diesen Extremen wirkt es auf mich fast schon lebensfeindlich. Aber ich kenne natürlich nur wenige Sätze. Ich wünsche dir, dass du ab und an das Leben auch ganz kopflos genießt und es nicht die Selbstkasteiung ist, nach der es in der Summe mittlerweile manchmal anklingt.

    Antworten
    1. Julia Jane Artikelautor

      Liebe Jessy,
      ich glaube jeder hat da eine andere Herangehensweise und ich möchte auch hier nochmal sagen, dass meine Artikel auf Jane Wayne nicht mich als komplette Person darstellen, das geht ja auch überhaupt nicht. Ich teile hier sehr ehrlich, was mich beschäftigt und bin durchaus selbstkritisch. Aber ob es mir damit gut geht oder nicht und ob ich mein Leben genieße, das weiß ich glaube ich am allerbesten 🙂
      Trotzdem danke für deinen Kommentar, ich finde neue Sichtweisen immer spannend.
      Liebe Grüße,
      Julia

      Antworten
      1. Jessy

        Liebe Julia,

        ich möchte noch einmal klar stellen, dass mein Kommentar überhaupt nicht anmaßend gemeint war und ich habe ja extra noch einmal geschrieben, dass ich schließlich nur diese paar Sätze hier von dir kenne.

        Alles, was ich getan habe, war meinen Eindruck zu deinen Artikeln zu schildern – ist das nicht auch Sinn, einer solchen Diskussion hier? Übergriffig und unverschämt finde ich nur einen einzigen Kommentar, der ja nun auch zensiert wurde.

        Ich finde es manchmal schade, dass ein Gedankenaustausch so schwer möglich ist. Sofort wird einem unterstellt, dass man dir als Person etwas Böses will. Das Gegenteil ist der Fall – ich erfreue mich an deinem Input und sage einfach meine Gedanken dazu. Wenn einem dann gleich Dinge unterstellt werden wie z.B. von Sybille werde ich mir das in Zukunft allerdings sparen. Alles Gute für dich!

        Antworten
  9. Meja

    Ich stimme meinen Vorrednerinnen zu. Du, liebe Julia, scheinst uns doch alle auf deinen minimalistischen Arm nehmen zu wollen. Zu deinen Erfolg, kein make up mehr zu benutzen gratuliere ich dir, ist doch aber letztendlich wumms.

    * Liebe Meja, wir freuen uns immer über konstruktive Kritik. Aber deine Worte gingen zu weit. Netiquette überschritten! Wenn der Artikel hier nichts für dich ist, haben wir noch über 8000 andere für dich. Und wenn da auch nichts dabei ist, gibt es sicher noch 800000 weitere Seiten, die dir besser gefallen könnten. Gräm‘ dich nicht länger. Liebe Grüße, Sarah

    Antworten
  10. Ann

    Meja, wie unfassbar gemein – vor allem, da du ja die Meinung Jessys & Karlas teilst. Hier ist wenn jemand, der vielleicht Hilfe braucht – und niemand, der nochmal eine Extraportion deines ätzenden, menschenverachtenden Zynismus gebrauchen kann.

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  11. Katja

    Ich kann dem ungeschminkt-Trend nichts abgewinnen. Überall graue Gesichter, was soll daran bitte schön sein? Ich habe schon als kleines Kind meine Großmutter bewundert, wenn sie sich etwas aufgebrezelt und ihren roten Lippenstift aufgetragen hat, ebenso meine Mutter, wenn sie zur Kosmetikerin gegangen ist oder sich abends vor dem Ausgehen geschminkt hat. Für mich beides Frauen mit Persönlichkeit, die sich bestimmt nicht hinter Make-up-Schichten verstecken wollten und dadurch unfrei waren. Völlig absurd finde ich diesen gedanklichen Überbau, der um den neuen Ungeschminkt-Trend konstruiert wird. Ich gehe jetzt gleich mal meine Lippenstifte sortieren.

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    1. Julia Jane Artikelautor

      Liebe Katja,
      bitte erfreue dich an deinem Lippenstift und an sonst all deinen Make-Up Sachen. Ich bin mir sicher, dass deine Großmutter wunderbar aussah und sie sich nicht hinter irgendwas verstecken wollte. Fühlst dich dich eventuell ein bisschen angegriffen? Das war keinesfalls meine Absicht. Das hier ist mein Artikel zu meinen Gedanken und zu meiner Herangehensweise an Make-Up, nicht mehr und nicht weniger. Ich glaube, wenn du den Text nochmal liest, wirst du dort keinerlei Kritik an Frauen finden, die sich schminken.
      Liebe Grüße,
      Julia

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  12. Elena

    Hm, ich finde ja, dass Make-up auch ein Stück Selbstwertschätzung sein kann. Sich zu schminken muss nicht bedeuten, aus sich mehr rauszuholen um der anderen willen – was hier ja als Hauptgrund aufgeführt wird. Sondern kann auch bedeuten, sich zu pflegen, sich Zeit zu nehmen für sich selbst, das Beste aus sich raus zu holen. Ich bin zum Beispiel ein blasser, irischer Typ und seh immer schnell müde aus – auch wenn ich tierisch gute Laune hab und topfit bin. Mit ein bisschen Rouge Coco sieht man mir das aber nun mal mehr an und das macht mehr Spaß. Außerdem gibt’s doch auch noch nen Mittelweg: Mal mit, mal ohne. Wenn sich jemand so nen Kopf machen muss um Schminke, dann ist das Problem sicher nicht in Farbtöpfen zu finden.

    Antworten
    1. Julia Jane Artikelautor

      Puh, hier scheint sich aber wirklich der ein oder andere angegriffen zu fühlen. Liebste Superwomen, niemand hat davon gesprochen, dass Make-Up auf Schwäche, Probleme oder sonst etwas ähnlichem schließen lässt. Bitte schminkt euch was das Zeug hält, seid glücklich und zufrieden und ich mache es genauso <3

      Antworten
  13. Anne

    Lebensfeindlich? Ich empfinde das alles eher als sehr befreiend. Muss man nicht manchmal die „extremen“ Schritte anfangs machen, um sich von Gewohnheiten zu lösen? Und ja, morgens Wimperntusche, Concealer und Puder ist definitiv eine Gewohnheit, die ich auch oft als eher belastend und unfrei empfinde und nicht als ein Ruf aus dem Tal der Traurigkeit. Die Wohnung radikal ausmisten, erstmal kein Make-Up tragen, das durchziehen und darüber stolz zu schreiben, finde ich ehrlich und konsequent. Nur dann kann man sich vielleicht irgendwie wieder in der Mitte einpendeln, wenn man das will. Aber vielleicht tut es ja unserer Autorin wirklich gut? Weil sie ganz alleine entscheiden darf, was sich wie anzufühlen hat? Ich trage momentan auch wenig bis kein Make-Up, aus purer Bequemlichkeit, ja, dann seh ich manchmal müde aus, und? Ein Weltuntergang, den man wegschminken muss? Bewerte ich mein Inneres durch mein Äußeres? Schrecklicher Gedanke. Das ganze, was ich oben lese, hat für mich wenig mit Depression als mehr mit Ja-zur-Entscheidung zu tun. Ich versteh die Negativität hier nicht …

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    1. Jael

      Ich muss mich Anne anschließen und finde die Kommentare teilweise absolut anmaßend und zudem wenig differenziert formuliert.
      Für mich klingt es außerdem vielmehr so, liebe Julia, dass du in ganz vielerlei Hinsicht gesundest und zu dem, was du eigentlich (in deinem Leben haben) möchtest und vor allem zu dir zurückfindest – auch wenn das sich jetzt etwas esoterisch liest. Und weiter finde ich, wenn ich für meinen Teil „vom Inhalt abstrahiere und emphatisch bin“, dass du diese Schritte ziemlich reflektiert mit uns teilst.

      Antworten
  14. Sybille

    Liebe Julia,
    ich bin etwas schockiert, über einige Kommentare hier. Ich spare mir die Adjektive dazu. Ich möchte mit meinem Kommentar auch nicht auf andere Kommentare eingehen, sondern auf dich. Du wirkst nicht wie jemand, der völlig hilflos oder hilfsbedürfig ist, sondern wie jemand, der sich verändert. Deine äußeren Veränderungen sind lediglich Ausdruck deiner inneren Veränderungen. Wie und wohin du dich persönlich entwickelst, sollte nicht nur deine Sache sein, sondern auch emphatisch und voller Mitgefühl mitverfolgt werden, denn du teilst mit uns diesen Prozess und öffnest dich uns Lesern dafür. Das macht verletzlich, weshalb es umso wichtiger ist, emphathisch darauf zu reagieren. Es ist schade und traurig, dass nicht jeder die tieferen Beweggründe hinter deinen Entscheidungen und Veränderungen ahnt bzw. versteht. Ich persönlich finde deine Einstellung toll und bewundere deinen Mut zur Veränderung und den Schritten, die du dafür gehst. Letztendlich geht es weder um Make Up noch um Minimalismus, sondern um eine Lebenseinstellung. No Make Up, Decluttering und Umzug sind lediglich äußere Schritte, die zeigen, dass du dich innerlich veränderst. Dass du dich in eine Richtung bewegst, die dir entspricht, weil du mit dem, wie es war, nicht mehr glücklich warst. Dafür muss man sich meistens von Dingen, Menschen und Einstellungen trennen. Wohin dich deine Reise letzendlich führt ist überhaupt nicht relevant, denn eines ist sicher: Die Umstände werden sich irgendwann wieder verändern. So funktiuoniert das Leben. In Rhythmen und Zyklen. Und im besten Fall geben wir uns diesen inneren und äußeren Veränderungen einfach hin. Dahinter steckt immer die Motivation sagen zu können: Ja, das Leben, das ich führe, entspricht mir und meiner Einstellung zum Leben. Alles Liebe für dich und danke fürs Teilen <3

    Antworten
    1. Julia Jane Artikelautor

      Liebe Sybille,
      oh mann, ich schicke dir ein riesiges DANKE und viel Liebe für deinen tollen Kommentar. Du sprichst mir aus dem Herzen <3

      Julia

      Antworten
  15. Sophie

    Puh… wie grenzüberschreitend und gewaltvoll hier im Gewand von Empathie kommentiert wird, das ist ja wirklich erschreckend 🙁 Vielleicht sollte man das moderieren und grenzüberschreitende Pathologisierungen lieber löschen, da sie die Würde verletzen.

    Antworten
    1. Julia Jane Artikelautor

      Hi Sophie,
      danke für deinen Kommentar. Ich glaube persönliche Artikel führen immer dazu, dass andere sich angegriffen fühlen, den Text nicht richtig lesen und völlig unüberlegt Kommentare schreiben. Das ist zwar nicht schön, aber jeder soll hier seine (angemessene!) Meinung sagen dürfen und wenn daraus eine Diskussion entsteht, dann freue ich mich darüber und hoffe immer ein Stück, dass letztendlich alle mehr zusammenrücken und zueinander stehen. Alles was wirklich zu weit geht wird aber auch moderiert -> siehe oben.
      Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag <3
      Julia

      Antworten
  16. Anna

    Liebe Julia,
    erstmal alles Gute für Deinen Neuanfang in Berlin! Deinen ersten Artikel zum Thema Makeup-frei fand ich auch etwas unsicher und bin froh, dass Du Dich nun wohler fühlst.
    Dein Zimmer ohne Clutter sieht toll aus, da bekomme ich direkt Lust, bei mir ordentlich auszumisten!
    Alles Liebe
    Anna

    Antworten
  17. Jen

    Ich möchte nur noch ganz leise hinzufügen, dass es vielleicht auch leichter ist, make up free zu leben, wenn man so eine natürliche Schönheit ist wie du…
    In jedem Fall siehst du sehr zufrieden aus, das ist toll!

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