Fair Friday // Vegane & glutenfreie Restaurants in Berlin

25.08.2017 Berlin, Food

Ich habe es nun endlich geschafft, gleich zwei anstrengenden Randgruppen anzugehören. Weil das vergangene Jahr 2016 nämlich gefühlt für uns alle nicht schon nervig genug war, habe ich mir aus reiner Freude obendrauf noch ein kleines Souvenir mitgenommen: Und zwar eine waschechte Glutenunverträglichkeit. Oder eine Glutensensibilität. Oder halt eben irgendetwas, was dazu führt, dass es meiner Magengegend monatelang so richtig schlecht ging, bis ich aus völliger Verzweiflung heraus von selbst auf Mehl und Co. verzichtet habe – und plötzlich quietschfidel durch die Gegend springen konnte.

Auf meine kurzfristige Erleichterung folgten dann aber ziemlich schnell Ratlosigkeit, denn „vegan und glutenfrei“ brachte auch mich an die Grenzen des machbaren – zumindest kurzfristig. Und weil es manchmal einfach nur schön sein kann, wenn man über nichts nachdenken muss, habe ich mich in den letzten Wochen durch etliche glutenfreie Angebote in Berlin gefuttert. Und genau hier findet ihr mich jetzt öfter:

Vielleicht noch ein kleiner Zusatz: Nein, ich bin nicht Teil der glutenfreien Trendwelle, die fröhlich durch die Großstadt gespült wird. Ich wünschte, ich wäre es. Denn leider kann ich tatsächlich keine glutenhaltigen Lebensmittel mehr essen. Und zwar nicht nur, wenn ich mit einer Freundin im hippen Szene-Superfoods-Restaurant esse, sondern auch nicht, wenn ich Abends auf der Couch sitze und mir Kekse, Nussnugat-Brot und Co. herbeisehne. Und auch nicht, wenn ich zum Essen eingeladen bin und mich zwischen dem unangenehmen „Ich bringe mir selber was mit“ und „Könnt ihr bitte einen riesigen Aufwand betreiben, alle Pläne umschmeißen und etwas mit überteuertem Kichererbsenmehl nur für mich backen?“ entscheiden muss. Glutenfrei und vegan zu essen ist richtig anstrengend und blöd. Und wenn ich auch nur eine Sekunde das Gefühl hätte, ich würde mir das ganze einbilden oder es würde ausreichen, wenn ich im Großen und Ganzen auf Gluten verzichte, dann würdet ihr mich jetzt gerade in einer Badewanne voller Penne Arrabiata wiederfinden oder kopfüber in einem riesigen Carrotcake. Aber ich geb‘ natürlich nicht auf: Hat jemand von euch sowas auch und habt ihr Tipps & Tricks?

Aber zurück zu meinen neuen,
ziemlich großartigen Alternativen als Neu-Berlinerin:

Klub Kitchen (vegane und glutenfreie Optionen) |
Lieblingsgericht: glutenfreier Süßkartoffelnudelsalat + Wostok Limo

Quelle: Instagram @theklubkitchen

Soy (vegan mit glutenfreien Optionen, wenn man z.B. das Seitan durch Tofu ersetzt) | Lieblingsgericht: Pancakes aus Reismehl mit Seitan anstatt Tofu + Wassermelonenshake

Quelle: Instagram

Pizzeria Simela Finest Food (Pizza & Pasta in „normal“, vegetarisch, vegan oder glutenfrei) | Lieblingsgericht: glutenfreie Pizza Veggie ohne Käse + Pfirsichsaft

Quelle: Instagram

Jute Bäckerei (glutenfrei und fast alles vegan, super zum Frühstücken) |
Lieblingsgericht: glutenfreies Knäckebrot und das vegane Sandwich + Soja Latte

Quelle: Instagram

EVENT-TIPP //
Meine liebe Freundin Jessica Prescott hat sich mit Leanne Masi von Luna & Fennel zusammengetan und veranstaltet am kommenden Freitag den Luna & Fennel + Wholy Goodness Supper Club. Was euch erwartet, könnt ihr euch auf dem Blog von Jessica und auf der Facebookseite von Luna & Fennel ansehen. Zum Facebookevent geht’s hier lang. Vegan und glutenfrei <3 See you there!

Quelle: wholygoodness.com

Ein paar großartige, glutenfreie und vegane Rezepte
finden wir übrigens bei Our Food Stories

Habt ihr noch mehr Tipps für Restaurants (gerne auch außerhalb Berlins) oder Rezepte? Bitte unbedingt in den Kommentaren teilen, ich freue mich riesig <3

17 Kommentare

  1. Ina

    Willkommen im Club! 🙂 Bei mir ist es genauso und ich habe letztes Jahr endlich den Grund für meinen „Reizdarm“ ausfindig machen können: Weder vertrage ich Kuhmilchprodukte (werde also in meiner veganen Ernährung bestärkt) noch weizenhaltige Produkte. Das ist zwar noch weit entfernt von Zöliakie oder einer richtigen Glutenunverträglichkeit, aber meine Blutwerte zeigen, dass ich drauf verzichten muss, wenn ich einen gesunden Darm haben möchte. Und wenn man erst einmal merkt, wie viel besser es einem damit geht, verzichtet man auch gerne. Schwierig wird es für mich nur im Urlaub, da werden dann schon hin und wieder mal Ausnahmen gemacht! Die zahlen leider aber auch direkt auf mein Hautbild und meinen Darm ein – immerhin kenne ich aber mittlerweile den Grund!

    Für Berlin kann ich zwar keine Tipps geben, dafür für das Kochen zuhause: Ich finde in den Kochbüchern von Deliciously Ella wahnsinnig viele Rezepte, da sie auch glutenfrei kocht und auf tierische Produkte (Ausnahme Honig) verzichtet. Super tolle und schnelle Rezepte, die easypeasy zuzubereiten sind. Dazu schaue ich gerne Online bei Minimalistbaker, der Albert Schweitzer Stiftung oder eatthisorg, da kann man in den Rezepten toll nach vegan und glutenfrei filtern.

    Und wenn du mal in Stuttgart bist: Im Café DA gibt es die tollsten Kuchen und Quiche, vegan + glutenfrei!

    Liebe Grüße
    Ina

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  2. anne

    Minimalist Baker ist ein toller Blog mit vielen glutenfreien und veganen (und funktionierenden) Rezepten! Sehr empfehlenswert!

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  3. Sarah

    Neben deliciously Ella sind auch die Rezepte auf greenkitchenstories.com und mynewroots.org super mit vielen vegan-glutenfreie Optionen. Essen in Berlin zB: chutnify, con tho, bestes banana-bread: dots, burger& crepes: let it be, daluma, holy flat, kaffeebar für Frühstück…
    Tipps zum überleben und für mehr als Salat: nach Kartoffeln statt Brot als Beilage fragen, beim Italiener Risotto essen, thai/vietnamesisch/Indisch geht immer gut, Falafel- und Humus-Angebot in Berlin nutzen, Notfall-Fruchtriegel und Nüsse in der Tasche haben wenn es in kleinere Städte geht, schöne to-go Becher kaufen und vorkochen…

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  4. Winona

    Nur 1% der Bevölkerung leidet an einer echten Zöliakie, die Exitenz einer nicht-zöliakischen Glutensensitivität ist umstritten. Eine Zöliake kann mittels einer Antikörperdiagnostik wahrscheinlicher gemacht werden und wird am Ende mit einer Dünndarmbiopsie gesichert. Ich finde es schade, dass dies so selten in Blogs erwähnt wird, sondern dass gerade in Blogger-Kreisen verhältnismäßig viele an einer Zöliakie zu leiden scheinen. Unwohlsein, ein geblähter Bauch oder auch abdominelle Schmerzen können viele Ursachen haben – eine falsche Ernährung kann sicher dazu gehören, es muss aber nicht immer Gluten oder Weizen daran Schuld sein. Und wenn es bei Verzicht auf eben diesen besser wird, dann freut mich das wirklich, ich finde nur eine undifferenzierte und einseitige Berichterstattung schade, man könnte durchaus erwähnen, dass eben nur 1% der Bevölkerung wirklich an einer Zöliakie leiden und die sind eben wirklich krank.

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    1. Maxi

      ich habe mich ebenfalls während des Lesens deines Textes gefragt, ob du sicher eine echte Zöliakie hast? Hast du das mal testen lassen?

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      1. Anna

        Ja aber es gibt neben einer „echten“ Zölliakie auch eine Glutenunverträglichkeit, die ich leider auch habe. Das sucht man sich in der Tat leider nicht aus oder „schwimmt“ mit dem Strom. Der Unterschied ist, dass eine Zölliakie nicht heilbar ist und einen ein ganzes Leben begleitet. Eine Unverträglichkeit kann verschwinden bzw. weniger werden. Ich habe mind. 18 Monate komplett drauf verzichtet und durfte danach, langsam wieder Gluten in den Speiseplan integrieren, merke aber leider, dass ich es immer noch nicht so gut vertrage und lasse es daher nach wie vor weg.

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        1. Anne

          Für 1% der Bevölkerung lassen die großen Marken bestimmt nicht ihre Produkte umlabeln – dass es sich hierbei wie bei der Laktoseintoleranz um einen Trend handelt – nämlich den Wahn zur Selbstoptimierung (scheiße, ich muss oft furzen, ich hab bestimmt mit die Krankheit, die 1% der Bevölkerung hat) – kann wohl keiner mehr abstreiten. Dass die Menschen bewusster essen ist toll und ein Gewinn, aber diese Extremen haben oft für mich einen psychsomatischen Touch und hört sich nach übertriebener Strenge an. Ich spreche niemanden seine Bauchschmerzen und das Völlegefühl ab, aber vielleicht sollte man bei der Diagnostik öfters mal im Kopf und der Seele anfangen als bei den offensichtlichen Dingen.

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  5. Anna

    Schau mal bei My goodness in der Brunnenstrasse vorbei. Mein Büro liegt nebenan und ich gehe da mittlerweile fast jeden Mittag hin. Die haben immer zwei Mittagsangebote (bowls), die sind immer vegan und glutenfrei und ich habe noch nie so etwas köstliches gegessen. Geschmacksexplosion!!!

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  6. Anne

    Schau dir mal den „Krautkopf“-Blog an, es gibt auch eine Kochapp in der man filtern kann und ein Kochbuch von „Krautkopf“! Wirklich wirklich HIMMLISCH. Die beiden kochen vorzugsweise Saisonal und vegetarisch. Viele Rezepte sind aber auch vegan und/oder glutenfrei und wenn nicht, dann steht meist eine Alternative dabei. 🙂

    Ich liebe den Blog, die App und das Kochbuch, weil es wunderbare Fotos und Rezepte zu durchstöbern gibt. Ich bin weder vegan noch glutenfrei, versuche aber diese beiden Varianten oft einzubauen oder verzichte auf Weizenmehl, da mein Bäuchi das nicht so richtig supi findet manchmal ..:D
    Eine Freundin von mir ist auch vegan und glutenfrei und zu dem noch Diabetikerin und liebt das Kochbuch auch 🙂

    Liebst, Anne 🙂
    https://einfachanne.wordpress.com

    PS. ist es nicht egal ob man Zöliakli hat, Glutenintolerant ist oder einfach von ganz alleine darauf verzichten mag? Soll doch jeder so machen wie er oder sie kann oder möchte. Es bringt doch nichts, sich über Menschen aufzuregen oder herzuziehen, nur weil sie jenes nicht essen wollen, können oder sich einbilden es nicht zu können.. Leben und leben lassen. Heutzutage gibt es richtig klasse Alternativen, nicht auszudenken was man vor 20 Jahren gegessen hätte, wenn man jenes einfach nicht essen „darf“ weil sonst der Bäuchi explodiert. #SPREADLOVE

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    1. Winona

      Ich finde, dass bisher alle Kommentare sehr sachlich waren und niemand über irgendjemanden hergezogen hat (ein #spreadlove ist meiner Meinung nach also völlig übertrieben). Es ist offensichtlich, dass glutenfrei aktuell mehr Trend ist als einer wirklichen Erkrankung geschuldet und ich bin nur dafür, dass man das dann auch offen so benennt. Und ja, es gibt eine sog. „Glutenunverträglichkeit“, welche allerdings wissenschaftlich sehr umstritten und nicht objektivierbar ist, sondern nur subjektivierbar – und das ist auch völlig okay. Ich würde mir aber eine differenzierte Darstellung wünschen und die habe ich leider in diesem Post nicht gefunden – also benennen, dass möglicherweise nicht Gluten, sondern ein anderes Getreideeiweiß schuld ist etc. Ich bin ansonsten bei der Nahrungszufuhr sehr liberal, nur wenn es um medizinische Belange geht, finde ich es wichtig, dass man die Dinge beim Namen nennt.

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  7. Bea

    Ich finde es erstaunlich wie jetzt sämtliche Frauen (wo bleiben eigentlich die Männer bei diesem Thema, da scheint sich noch jeder problemlos ein Wurstbrot reinschieben zu können?!) so um die Ende 20 darauf kommen auf einmal glutenunverträglich zu sein. Und die knapp 30 Jahre davor habt ihr einfach eure Symptome ignoriert?! Kamt nicht drauf mal zum Arzt zu gehen wenn es euch doch so schlecht ging, da ja nun ohne Weizen auf einmal so wahnsinnig viel besser? Ich wünschte mir wirklich ihr würdet so einen Schwachsinn auf eurem Blog abstellen. Für die mentale Gesundheit aller.

    Antworten
    1. Bea

      Ich bins nochmal, vielleicht sind da die Pferde bei mir leicht durchgegangen aber das Thema macht mich irrsinnig emotional. Ich sehe noch bildlich vor mir wie vergangenen Sonntag meine 14-jährige (!!!) Nichte und meine kleine (32-jährige!) Schwester beide vor Panik erstarrten als meine Mutter den selbstgebackenen Kuchen aus der Küche brachte. Ihr stolzes Lächeln war rasch dahin als keine der beiden auch nur ein Stück anrührten „weil da doch Gluten drin ist“. Beide sind kerngesund.
      #spreadlove absolut aber#spreaddochbittekeinemassenpanik vor allem beim sowieso schon sensiblen Thema essen.

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      1. Anne

        Ich verstehe was du meinst. Ich finde es auch absolut übertrieben, wenn man so Massenpanikmäßig an die Sache ran geht, was sicherlich einige tun. Am anfang dachte ich mir auch „wat fürn gelaber“, aber mittlerweile denke ich mir „macht doch jeder wie er will“.
        Bei deinem Beispiel ist es natürlich super enttäuschend für deine Mutter und das finde ich richtig daneben, dass die beiden vorher keinen Anschein machten oder sich sogar vielleicht selbst mal ans backen machen, wenn sie darauf verzichten wollen. 🙂

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        1. Bea

          Es kann einfach niemand mehr behaupten dass es nicht trendy ist, so wie diese Allergien und Unverträglichkeiten aus dem Boden spriessen, die vorher keiner hatte. Und der kleine Teufel auf meiner linken Schulter flüstert mir immer wieder ins Ohr: wie praktisch, dass man jetzt „stinknormale“ Essstörungen unter dem Deckmantel der Unverträglichkeit voll ausleben kann. Food for thought?

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          1. Bea

            Deswegen finde ich dieses „jeder wie er will“ auch nur bedingt machbar, vor allem wenn man beobachtet was schon bei ganz jungen Mädels in den Köpfen und auf den Tellern los ist.

  8. Barbara

    Bin ich die einzige, der auch den Text gelesen hat? Wie differenziert muss es denn noch werden, damit sich nicht alle durch Reizworte provoziert fühlen und losschimpfen? Im ersten Absatz steht’s doch total klar und deutlich für euch auseinanderklamüsert.

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