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Welcome, Alexandra Koch!

04.09.2017 Wir

Sieben Jahre lang kamen wir ohne das Thema aus, aber jetzt ist es an der Zeit ein neues Kapitel einzuschlagen, und zwar ein Kulinarisches: Alexandra selbst hat uns davon überzeugt: Mit ihrer Mail, mit ihren Vorschlägen und nicht zuletzt mit ihrer visuellen Überzeugungskraft. Fortan soll es hier in kleinen Dosen eben auch ein klein bisschen Inspiration für den Kochtopf und das Dinner gehen: Nahbar, umsetzbar und trotzdem ganz schön spektakulär, um unseren Rezepte-Horizont wiederzubeleben und zu erweitern. 

Was Alexandra hier künftig vor hat, worauf sie besonders viel Wert legt, was sie beim Kochen (und ihr zukünftig beim Lesen) hört und worüber sie bei Wein und Whiskey plaudert, erfahrt ihr hier:

Aufgewachsen in einem kleinen 400-Seelendorf am schönen Bodensee, zwischen Kühen und Apfelbäumen, war mir der Bezug zu lokalen Lebensmitteln grundsätzlich von der Wiege an vertraut. Wie das so ist, wenn man größer wird und wegzieht, sich der Alltag hektischer gestaltet und der nächste Apfelbaum nicht mehr so nah steht, gehen solch elementares Wissen und die Selbstverständlichkeit zu frischen Lebensmitteln schnell verloren.

Glücklicherweise setzte ich mich während meinem Designstudium in Zürich kritisch mit unserem heutigen Essverhalten auseinander und fand zur natürlichen Küche zurück. Für mich heißt das, auf Regionalität und Bioqualität zu achten, raffinierten Zucker wegzulassen und ab und an clevere Alternativen für tierische Produkte zu finden. Chemische Zusatzstoffe lasse ich bewusst weg. Nebenbei beschäftige ich mich zudem mit der Fermentation, eine uralte Form der natürlichen Konservierung von Lebensmitteln. (Tja, ganz richtig, das bewusste Vergammeln von Gemüse zählt tatsächlich zu meinen Hobbys!) Essen verbindet für mich so viele relevante Themen:

Entschleunigung durch den Einklang mit den Jahreszeiten, die kulturelle Identität so vieler Völker in Form von kulinarischen Traditionen und schlußendlich, das Wichtigste; das Zusammenkommen an einem Tisch.

Die Formen, Texturen, Farbe und Geschmack von Nahrungsmitteln faszinieren mich und inspirieren mich immer wieder zu Rezepten. Meine Freizeit verbringe ich, nebst dem Schwingen des Kochlöffels, am liebsten an der frischen Luft, in nordischen Städten, auf dem Sofa mit einem dicken Buch oder in einer Bar mit meinen Herzmenschen. Pferdestehlen kann ich gut, schlechte Wortspiele sind mein Credo und Hundevideos machen mich unglaublich glücklich. So, nun wisst ihr alles.

Dieses Foto beschreibt am besten, wie du bist:

Leap Into The Void – Yves Klein (Der Sprung in’s Ungewisse!)

Wie würden dich andere beschreiben?

Als sehr fürsorglich („Willst du noch eine Decke?“ – „Nein, danke“ – „Ok, ich bring dir eine“) und für jeden Schabbernack zu haben.

Und worauf können sich unserer Leser*innen freuen?

Auf einfache und leckere Rezepte direkt aus meiner Küche, mit ganz viel Herz in jedem Biss!

Wovon träumst du tagsüber?

Von den weiten, grünen Landschaften Schottlands, Ausflügen in den herbstlichen Wald oder von italienischen Bauernmärkten im Spätsommer.

Purchase, The Horace W. Goldsmith Foundation Gift, through Joyce and Robert Menschel, 1992

Was bringt dich manchmal um den Schlaf?

Durchzechte Abende mit Freunden, Ungerechtigkeiten oder wenn ich mich mal wieder zu verkopfe. Im nächsten Leben könnte ich auch als Spiegel durchgehen, so viel wie ich jeweils reflektiere…

Wobei vergisst du Zeit?

Beim Kochen oder beim Bummeln durch den Gemüsemarkt. Es kann schon mal passieren, dass ich einen ganzen Tag in der Küche sitze, wie wild Rezepte kreiere und ausprobiere ohne einen Fuss vor die Tür gesetzt zu haben.

Worüber redest du am liebsten bei Wein oder Whiskey?

Ach, da werde ich richtig arg philosophisch und könnte glatt Glückskekstexterin werden. Meistens über die Höhen und Tiefen des Lebens, über die kritische politische Gesamtsituation aber auch darüber, wie wunderschön doch alles ist.

Dein Lieblingswort?

Karma. (Oh Wunder!)

Etwas, das du gern verschenkst?

Hausgemachte Mandelmilch! Ich habe gar nix gegen Laktose, aber frische Mandelmilch mit selber gemachtem Granola und Beeren ist echt leckerschmecker.

Bist du süchtig?

Hm, ich bin sehr gerne unabhängig und lasse mich demnach ungerne von „einer Sucht“ dominieren, deshalb… Nein, bin ich nicht, aber ich bin ein grosser Genussmensch.

Was haben deine Eltern dir mit auf den Weg gegeben?

Work hard and be nice to people.

Welches Buch möchtest du uns ans Herz legen – und warum?

COOKED“ von Michael Pollan. Die Herangehensweise an Lebensmittel und deren Verarbeitung, unterteilt in die vier klassischen Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) macht nicht nur wahnsinnig viel Sinn, sondern ist unglaublich interessant. Vom Grillieren bis hin zur Fermentation geht Pollan den ursprünglichsten Arten von Lebensmittelverarbeitungen auf den Grund und fasst sie so simpel wie intelligent zusammen. Er zeigt eigentlich auf, wie die Magie des Kochens mit Mensch und Natur zusammenhängt, ohne dass jemand zu Schaden kommt.

Dein liebste Playlist, während wir demnächst deine Zeilen lesen:

Warum bist du Feministin?

Weil ich an Gleichberechtigung glaube und zwar in jeder Hinsicht – für jede und jeden! Weil die Frauenquote in vielen Branchen noch viel zu tief ist und weil der Sexismus allgegenwärtig ist. Trotz Debatten, Aufklärungen und Emma Watson. Es gibt noch so viel zu tun!

Was bedeutet für dich Empowerment?

Erstmal für sich selbst; Selbstliebe und Selbständigkeit sehe ich als elementar. Aber weil wir gemeinsam stärker sind: Zusammen einstehen für das, was richtig und wichtig ist. Ich glaube, dass in den letzten Jahren aus gesellschaftlicher Sicht vieles falsch gelaufen ist und falsch läuft und man fast ein wenig zweifeln muss, ob wir das Schiff Erde miteinander schaukeln können, aber dass es immer noch genug kluge Köpfe gibt, die das Gegenteil beweisen.

Was bedeutet für dich Luxus?

Zeit – die liebe, gute Zeit ist für mich das höchste Luxusgut. Mein Alltag kann manchmal richtig hektisch werden und da vergesse ich auch mal, durch zu atmen, stehen zu bleiben mir alles anzugucken und zu sagen: Ist doch alles gut so gerade. Deshalb versuche ich, immer wieder entschleunigende Momente zu generieren. Sei es alleine beim Spazieren oder gemeinsam mit meinen Herzmenschen.

Dein liebstes Kleidungsstück und die Geschichte dazu?

Der camelfarbige Kaschmirmantel, der jahrelang im Keller meiner Eltern hing. Meine Tante wollte ihn nicht mehr oder brauchte ihn nicht, auf jeden Fall habe ich den vor 2,3 Jahren da entdeckt und mich gefragt, was ein solch schöner Mantel in den Tiefen eines verlassenen Schrankes macht. Seit jeher begleitet dieses schmucke Ding mich nun durch die kälteren Jahreszeiten.

Deine liebste Serie?

CHEF’S TABLE von Netflix. Mein Gott, diese Aufnahmen! Diese Geschichten! Diese Gerichte! Ich kann mich gar nicht entscheiden ob ich Hunger kriege oder diese Künstler von Köchen kennen lernen möchte und zwar sofort!

Wenn ich „groß“ bin, dann…

…habe ich ein kleines Haus am Stadtrand, mit einer riesigen Küche und Hühnern im Garten. Klingt kitschig, wäre aber ganz schön schön so.

Was hat dich in den vergangenen Wochen wütend gemacht?

Schwarzweissdenken. Extreme. Warum muss so schnell so oft mit Gewalt kommuniziert werden? Das macht mich traurig und nachdenklich, vielleicht sollten wir uns einfach mehr zuhören.

Und was hoffnungsvoll oder glücklich?

All die Menschen, die (auch nach tragischen Erlebnissen) kühlen Kopf bewahren und mit viel positiver Energie für ihre Werte und Überzeugungen einstehen.

Wie sieht es bei dir Zuhause aus?

Nach Vintage, selbstgebastelten Möbeln, Ikea und ganz viel Pflanzen. Klingt nach Pinterest, gell? Tja, guilty. Aber hübsch und budgetfreundlich waren schon immer zwei Begriffe, die ich schätzte.

 

Hey, those apples told me Mr Autumn was here. #vscocam

Ein Beitrag geteilt von Alexandra Koch (@karma_meals) am

Was müssen wir alle uns hinter die Ohren schreiben?

Zuhören. Nachdenken. Selbst Handeln. Reden. In dieser Reihenfolge!

Was willst du nie wieder über dich hören müssen?

Dass ich zu viel will. Es geht immer. Alles. Jederzeit!

Worauf kannst du nicht verzichten?

Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen. So wichtig!

 

Ein Beitrag geteilt von Alex K (@alex_was_it) am

Auf welche Art und Weise entdeckst du am liebsten die Welt?

Wenn ich irgendwo bin, in einer neuen Stadt zum Beispiel, liebe ich es einfach mal los zu schlendern und mich treiben zu lassen. Dann sitze ich auf einer Bank, trinke Kaffee und schau einfach zu. Oder laufe stundenlang ohne Plan durch die Gegend. Mit einem verträumten Grinsen im Gesicht.

Was fehlt unserer Gesellschaft?

Ach, es ist ein grosses Wort, das sehr weit greift und doch glaube ich, können wir gar nie genug davon haben: Toleranz – und natürlich Respekt voreinander. Egal woher wir kommen, was wir tun und welche Geschichte wir mit uns tragen. Zusammen ist doch sowieso alles schöner, nicht?

 

Was sollten wir dich noch Fragen?

Welches Wort würdest du gerne aus dem Wortschatz verbannen? 

8 Kommentare

  1. Kristin

    Wie toll, ihr denkt an alles! Ich brauch bald nirgendwo anders mehr hinzugehen. hihi. Supergespannt!

    Antworten
    1. Esra

      Hihi, oh bitte geh trotzdem auch noch woanders hin ab und zu, sonst können alle Blogs bald schliessen 😀
      lg
      Esra

      Antworten
  2. Pauline

    Oh wie schön! Und wie wichtig! Ich freue mich riesig auf die Beiträge und Rezepte von Alexandra. Danke, dass ihr weiter denkt;)

    Antworten
  3. Jasmin

    Juhuuu, tolle Rubrik und eine echte Bereicherung für den Blog! Und dazu noch eine sehr sympathische Vorstellung von Alexandra – freue mich jetzt schon auf ihre Artikel!

    Antworten
  4. Lara

    Freue mich riesig über die neue Rubrik!! Und die liebe Alexandra hört sich nach einer taffen und inspirierenden Frau an, auf deren Beiträge ich gespannt warte!!

    Antworten

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