Wer nicht wählt, ist doof // Briefwahl, TV-Duelle, Demos & mehr

05.09.2017 Politik

Die letzte Bundestagswahl war gefühlt erst gestern, und schon steht die nächste an! Uff. Wiewerwaswowann? Hier sind Antworten auf die wichtigsten Fragen. Muss ich wählen gehen? Ganz ehrlich: Ja. Das Wahlrecht ist ein Bürger*innen-Recht und davon sollte man Gebrauch machen. Je höher die Wahlbeteiligung, desto höher die politische Legitimation des neu gewählten Bundestags. Außerdem: Wer nicht wählen geht, darf sich am Ende auch nicht über die Ergebnisse beschweren und stärkt mit dem Nichtstun im Zweifel die AfD (als kleine Abschreckung dürft ihr euch gern das dazugehörige Wahlvideo weiter unten ansehen). Aber das wisst ihr ja längst. 

 

Am Sonntag, den 24. September 2017. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Welches dein Wahllokal ist, steht auf der Wahlbenachrichtigung, die wahrscheinlich schon in deinem Briefkasten gelandet ist. Übrigens: Im Wahllokal muss die Wahlbenachrichtigung nicht vorgezeigt werden, es reicht auch ein Personalausweis oder Reisepass. Aber wartet mal… Sonntag! Da liege ich aber vielleicht verkatert im Bett rum/besuche Verwandte/bin im Urlaub! – Kein Problem, es gibt ja noch die Briefwahl! Die kann jede*r ohne Angabe von Gründen beantragen, und zwar bei der Gemeinde des eigenen Hauptwohnorts. Das funktioniert so:

  • Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung befindet sich ein Vordruck, den man einfach zurücksenden kann
  • Mittlerweile geht das Antragstellen in vielen Gemeinden aber auch online – einfach auf der Webseite der entsprechenden Gemeinde nachschauen
  • Ansonsten kann der Wahlschein auch persönlich (also vor Ort) beantragt werden
  • Achtung I: Der Wahlschein kann nicht telefonisch bestellt werden!
  • Achtung II: Den Wahlschein besser früher als später beantragen! (letzter Termin für den Antrag ist Freitag, der 22. September, vor 18 Uhr)

 

Mehr Infos gibt es bei Sonntag hab ich was Besseres vor. Da kann auch ganz easy die Briefwahl beantragt werden.

Nun, die Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Nicht mal Recep Tayyip Erdoğan! Wer sein Kreuzchen machen will, kommt nicht drumherum, sich vorher über die politischen Positionen der Parteien zu informieren. Da hilft zunächst mal ein Blick in die Wahlprogramme der Parteien – alle Wahlprogramme (sorry, Regierungsprogramme, wie Parteien das zweckoptimistisch nennen), finden sich hier.

Es hilft, wenn man selbst weiß, was einem wichtig ist: Welche Themen im eigenen Leben eine Rolle spielen, wofür man sich engagiert, was einen beschäftigt. Du wirst nie mit einem Partei-Programm vollkommen d’accord sein – aber zumindest bei den dir wichtigen Themen solltest du Schnittmengen zwischen dir und einer Partei feststellen. Funktioniert natürlich auch in die andere Richtung: Wenn eine Partei bei gewissen Themen eine völlig konträre Position zu deiner eigenen vertritt, solltest du sie nicht wählen.

Sobald du deine Wahlbenachrichtigung hast und weißt, wer in deinem Wahlkreis antritt, kannst du dich auch direkt auf den Webseiten der Kandidat*innen umschauen: Welche Akzente setzen die Kandidat*innen vor Ort? Wie sieht ihre Agenda aus? Was haben sie bisher geleistet? Alternativ kann ein Blick auf die Wahlplakate helfen (oder auch nicht). Vielleicht ja die Wahl-Videos?

Eigentlich nein. Und eigentlich doch. Denn es gibt da dieses kleine nette Tool namens Wahl-O-Mat, entwickelt und betreut von der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Wahl-O-Mat zeigt laut Eigenbeschreibung, „welche zu einer Wahl zugelassene Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht“. 38 Thesen müssen mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ beantwortet werden. Am Ende steht dann fest, mit welcher Partei man die meisten Übereinstimmungen hat. Aber Achtung: Eine Wahlempfehlung ist das Ergebnis nicht! Besser ist es, die eigenen Antworten zu den Thesen nochmal mit den Positionen der Parteien abzugleichen (auch dieses Feature bietet der Wahl-O-Mat). Denn es kann gut sein, dass du mit einer Partei zwar insgesamt die meisten Übereinstimmungen hat, ihr bei dir wichtigen Themen aber voneinander abweicht.

Für alle, die mal etwas anderes als den Wahl-O-Mat ausprobieren wollen, gibt es hier eine Liste mit Alternativen. Und wem nichts wichtiger ist als Musik, kann hier seinen Geschmack mit dem der Parteien abgleichen (auch hier der Hinweis: eine gemeinsame Vorliebe für Daft Punk ist allein noch kein Grund, bei der Partei dein Kreuzchen zu machen).

Natürlich damit, dich auf die Wahl einzustimmen!

Das große TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz fand am Sonntag, den 3. September, um 20.15 Uhr statt. Sehen kann man das Spektakel hier. Es moderierten Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Peter Kloeppel und Klaus Strunz.

Gestern lief außerdem der 5er Treff!

Am 11. und 18. September stellen sich Merkel und Schulz jeweils einzeln in der sogenannten „Wahlarena“ live den Fragen von 150 Bürger*innen (ab 20.15 Uhr, ARD)

Vielleicht hast du ja auch Lust, dich selber politisch einzubringen – zum Beispiel bei DEMO, einer überparteilichen Jugendbewegung.

Und für die stets Top-Informierten: Alle Infos zur Wahl und aktuelle Prognosen gibt es hier.

Happy Wahl 2017!

4 Kommentare

  1. Niz

    Dein Wahlwerbespot zur Linken ist leider nicht der echte, sondern findet sich beispielsweise auf einem rechten Youtube-Kanal (auf denen es etwa Videos mit „Warum rechts wählen“ und anderen Unsinn gibt). Auf der Seite der Linken werdet ihr fündig.

    Antworten
  2. Maggie

    Wer nicht wählt, ist wirklich doof. Und uncool. Wählen ist dieses Jahr nämlich total in! Und wie du selbst schreibst: es sollte keine Ausreden geben, nicht zu wählen.
    Danke für den Beitrag, die ganzen Clips kannte ich noch gar nicht und schaue ich mir gleich mal an 🙂

    Liebe Grüße!
    Maggie

    Antworten

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