Heiraten 2018 // Kaviar Gauche:
Von Rosa, Tüllträumen & Blumenbouquets

02.10.2017 Heiraten, Mode

Dass wir hierzulande noch immer darauf setzen, in weiß vor den Alter zu schreiten, in Creme im Standesamt zu unterzeichnen und in beige unsere Piouretten auf der Tanzfläche zu drehen, ist sicherlich mehr der Tradition geschuldet (und vielleicht auch ein klein bisschen dem „Macht man so“ in unserem Kopf), statt der einstigen Bedeutung der Farbwahl: Weiß galt in der westlichen Welt nämlich als die Farbe für Reinheit und somit sexuelle Unberührtheit, weshalb es Frauen, die es mit der Regel nicht ganz so ernst nahmen, abgestraft wurden und in Schwarz gekleidet vor den Traualtar mussten. Die Zeiten haben wir hierzulande glücklicherweise über Bord geworfen, für die meisten Bräute kommt trotzdem nur ein blütenweißer Traum in Frage, wenngleich ein Knaller in Rot, sanftes Taubenblau oder sogar leuchtendes Gelb doch mindestens genauso viel her machen würden. Non?

Passenderweise verfolgte Kaviar Gauche in Paris zur Fashion Week in der vergangenen Woche wohl offenbar nur ein Ziel: Den Ton Weiß ein Stückchen zur Seite zu stupsen und Rosa endlich wieder Braut-tauglich zu machen: Mal changierend, wieder mit Details gespickt und sogar im Total Look vertreten. Nach anfänglicher Skepsis mischt sich nun immer mehr Toleranz ins Spiel: Es kommt nämlich auf die Machart an – und auf die Materialwahl: In Verbindung mit hauchzarten, transparenten Stoffen wie Chiffon, Organza und Seidentüll macht die Sache nämlich durchaus Sinn.

Mit La Vie en Rose präsentierte Kaviar Gauche seine Bridal Couture Kreationen für 2018 durch die rosarote Brille und damit erstmals nicht ausschließlich in Ivory, sondern auch in pudrigen Rosétönen bis hin zu Pale-Pink. 

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

Spätestens seit Millenial Pink haben wir nun auch unsere rein mädchenhaften Assoziationen ad acta gelegt und unseren Frieden mit der Farbe gefunden – warum nun also nicht auch einen Schritt weiter gehen und in Rosa oder Pink heiraten, hmm?

Wer es klassischer mag, der ist bei Kaviar Gauche im kommenden Jahr aber keinesfalls fehl am Platz: Weiße Roben warten nämlich trotzdem in Hülle und Fülle auf uns – und die sind wieder gespickt mit abertausenden Blüten, ganz viel Tüll und in diesem Jahr sogar mit einem Bouquet an Kornblumen. Wer die Designs von Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl kennt, der weiß außerdem, dass ihre Kreationen erst den richtigen Feinschliff mit ihren güldenen Gürteln bekommen – und auch der wurde für 2018 neu gestaltet und greift das Thema der Linie ganz einfach und ziemlich plakativ auf. In Dior’scher Manier haben die Zwei einfach den Titel der Kollektion in den Reif gestanzt, damit die Botschaft auch ja nicht untergeht: „La Vie en Rose“! Der Clou: Die Roben wirken dadurch um ein vielfaches jünger, cooler und frischer. 

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

Die 24 Looks setzen sich aus den für Kaviar Gauche typischen Bridal Designs, der Bridal Couture Kollektion, Ready to Marry und Couture-Dresses, aber auch aus Occasion und Red-Carpet-Looks zusammen. 

Neu ist neben der Farbe Rosa, dass zusätzlich zu den bereits bekannten, opulenten Tüll-Silhouette sehr körpernahe, lange, schmale Looks das Portfolio ergänzen und durch spannende Schnitte eine neue Signatur-Silhouette entsteht. Diese ist ab der unteren Hüfte wie ein Blütenkelch geschnitten und wird in der Kollektion als Calice-Design (französisch: Blütenkelch) in dreifacher Ausführungen präsentiert.

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

Auch Carrie Bradshaw wäre bei dieser Kollektion ganz sicher ziemlich glücklich gewesen: Egal ob mit Kornblumen im Gepäck oder mit der alltagstauglichen Kombination aus Strick und Tüll!

Im Mittelpunkt der Kollektion: Das Bouquet-Dress, das aus hundert Meter zuckerwattefarbenen Tüll gefertigt und im Oberteil mit Seidenblumen appliziert wurde.

Für die Kreation der Headpieces und des Halsschmucks arbeitete Kaviar Gauche diesmal eng mit der Designerin Huli Khuvilai des Accessoire Labels Kokoro zusammen und entwickelten symbiotisch für diese Kollektion die Dornröschen-Headpieces, welche die Farb- und Formsprache aufgreifen und fortführen:

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

Die dabei entstandenen Schmuckstücke stellen eine moderne „rosige“ Interpretation der Myrtenkronen dar, die um die Jahrhundertwende als edler Brauthaarschmuck getragen und über Generationen weitergegeben wurden. Traditionelle Handwerkstechniken und feinste Materialien, die in der Couture Einsatz finden, sind Grundlage dieser Accessoire-Kollektion. Die entstandenen Kronen sind so aufwendig gearbeitete Schmuckstücke. In minutiöser Feinarbeit wurden feine Seidenstoffe von Hand zu Blütenblättern geschnitten, in Form gepresst und mit großer Sorgfalt kunstvoll zu Rosen und Zweigen zusammengesetzt. Die exklusiven Headpieces mit ihren Kristallenen Dornen verleihen der Trägerin einen anmutigen fast schon royalen Touch.

© Kristy Sparow/Getty Images For Kaviar Gauche

Das passende Bridal Make-Up von Loni Baur für Catrice

Make-Up Artist Loni Bauer kreierte als Head of Make-up in Zusammenarbeit mit Catrice einen natürlich zarten, leuchtenden Porzellanlook mit besonderem Highlight auf farblich akzentuierte Lippen. Das Schöne? Das Make-Up nimmt sich, im Vergleich zu den hervorstechenden Roben, stark zurück und garantiert, bis zum Morgengrauen zu halten. Das Kaviar-Gauche Team war so lieb, uns eine Step-by-Step Anleitung für euch gleich mitzuschicken:

Step 1: Zunächst die Haut gründlich reinigen, um einen taufrischen Look zu erreichen. Nutze den Highlighter Brush aus der Kaviar Gauche Limited Edition. Als erstes aufgetragen, sorgt der Highlighter von Kaviar Gauche in Kombination mit dem Deluxe Glow Highlighter in 010 The Glowrious Three für ein ebenmäßiges, strahlendes Hautbild.

Step 2: Anschließend wird das Gesicht mithilfe des Blush & Contour Brush aus der Kaviar Gauche Limited Edition mit dem Light And Shadow Contouring Blush in 030 Rose Propose sanft konturiert und mit einem Hauch von Rouge perfektioniert.

Step 3: Die Brauen werden natürlich gehalten und in Form gebürstet.

Step 4: Die Augen werden mit dem mittleren Ton des Deluxe Glow Highlighters in 010 The Glowrious Three schattiert. Anschließend wird ein wenig Gloss darüber getupft.

Step 5: Die Wimpern werden lediglich mit einer Wimpernzange gebogen und ansonsten natürlich gehalten.

Step 6: Das Lippen-Make-up ist ein umgekehrter Ombré Look, der mit Glitzer veredelt wird.

a. Mit dem Ringfinger wird die Grundfarbe des Lipsticks Ultimate Colour in 480 Red Said Black großflächig auf die Lippe getupft. Anschließend wird die Kontur sanft mit einem Wattestäbchen verwischt.

b. Mit dem Liquid Lip Powder – Ultra Matt in 120 Will You Berry Me? wird die Lippenmitte intensiviert und dunkel akzentuiert.

c. Für die hellen Außenkonturen wird der Liquid Lip Powder – Ultra Matt in 070 Café Americano, Please auf die Lippenkonturen aufgetragen und weich nach innen verwischt.

d. Der Velvet Matt Lip Pencil Colour & Contour in 070 I Dream Of Auber- Jeannie verleiht der Lippenmitte noch zusätzliche Tiefe.

e. Mit dem Strobe To Glow Highlighter Stick in 030 Ultra Golden Galaxy wird anschließend das Lippenherz betont.

f. Tupfe zum Schluss mit dem Kaviar Gauche Eyelid Brush roten Glitter auf die Lippenmitte.

Step 7: Mit dem ICONails Gel Lacquer in 29 Donut Worry Be Happy! werden die Nägel in schlichtem Nude gehalten.

Beauty-Bilder: © Toni Passig

7 Kommentare

  1. Luisa

    Das mit den schwarzen Kleidern als Strafe stimmt so nicht ganz. In schwarz zu heiraten hatte auch den praktischen Grund, dass man die Kleider auch später im Alltag tragen konnte und war daher bis in die 20er durchaus üblich. In manchen ländlichen Gegenden auch noch deutlich länger. Ein Kleid nur zum Heiraten war für viele Generationen ein pur unerschwinglicher Luxus.

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    1. Sarah Jane Artikelautor

      Genau, das habe ich auch vielerorts gelesen. Ab den 20ern wurde da aber wohl genauer abgegrenzt – zumindest in katholisch geprägten Regionen. Aber ich recherchier das gern noch mal nach <3

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  2. Kirsten

    Da Nike ja bald heiraten wird bin ich gespannt, welcher Hersteller ihr am meisten Geld für das tragen des Kleides anbieten wird.
    Eigentlich sollte dieser Post auch schon unter „gesponsered“ laufen.

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    1. denise

      da schwingt aber eine leichte gehässigkeit mit… ich schätze mal, dass wird nicht der ausschlaggebende punkt in der wahl des hochzeitskleides sein.

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  3. Mary

    Hey Kirsten, diese Unterstellung kann man doch eigentlich nur bringen, wenn man den Blog entweder nicht wirklich ließt,oder?

    Wenn dir gelegentliche „Geschenke“ an die beiden nicht gefallen, überleg doch mal -wenn du es nicht schon selbst erlebst- was es im Gegenzug bedeutet selbstständig zu arbeiten ohne doppeltes Netz aus geregeltem Einkommen/vom Arbeitgeber übernommener Versicherungen/ Diensttelefon/-wagen /Corporate Benefits und gesicherter Auftragslage zu arbeiten. Für diese Dinge wurde ich aber noch nie angefeindet..

    Eigentlich sollte diese Abwägung aber auch nicht nötig sein um 2 Journalistinnen deren Dienstleistungen du umsonst und ich nehme mal an gerne in Anspruch nimmst, (und die sich von vielen anderen rein kommerziellen Lifestyle Blogs absetzen ) vlt auch ein bisschen gönnen zu können ..?

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