Slow Sunday // Verhütung ohne Hormone oder auch wie du dein Sexleben extrem verkomplizierst

08.10.2017 Kolumne, Slow Sunday

Bei allen wichtigen und rationalen Entscheidungen contra Pille, gibt es durchaus den ein oder anderen Punkt der das Absetzen der hormonellen Verhütung dann eben doch zu einer mittelschweren Herausforderung macht. Acne hier, PMS da und dann zu allem Überfluss auch noch die wohl gravierendste Folge der Pillen-Abstinenz und die Wurzel des ganzen Problems: die eigentlich Verhütung. Entschuldigung, wie bitte? Das ist gar kein Problem, weil man ja noch die ganzen anderen Verhütungsmethoden hat? Ja okay, das stimmt. Nämlich die, die einen regelmäßig – vergebens – dazu bringen, den Sinn von Sex hinterfragen zu wollen, weil sie extrem aufwendig sind, extrem keinen Spaß machen und extrem nerven. Zeit für ein wenig Ehrlichkeit.

Es ist nur fair uns selbst gegenüber, sich einmal mal vor Augen zu führen, wie sehr Sex und Vernunft und Planung einfach kein Stück zusammenpassen. Und ich mache gerne den Anfang. Wenn mich in der Vergangenheit jemand gefragt hat, wie ich denn jetzt ohne Pille verhüte, habe ich einfach gelogen. Ich habe irgendwas Erwachsenes von Kondomen und dem Nachdenken über die Spirale genuschelt und mich dann ganz stark bemüht überzeugt rüberzukommen. Denn auch die Wahrheit ist eben manchmal zu ehrlich. Natürlich benutze ich keine Kondome, wenn ich regelmäßig mit ein und derselben Person Sex habe. Kondome nerven wie Sau, verursachen unendlich viel Müll, sind teuer und kein einziges winziges Stück sexy.

Ich möchte mir auch keine Spirale einsetzen lassen, komplizierte Diaphragmas, für die man besser einen How-To-Kurs belegen sollte, benutzen und nein, ich verhüte auch nicht „natürlich“. Natürlich verhüten, auch bekannt als NFP-Methode sieht am Rande bemerkt nämlich so aus: Jeden (!) morgen nach dem Aufwachen misst man seine Körpertemperatur und trägt diese in ein Zyklusblatt (!) ein. Mehrmals (!) pro Tag kontrolliert man außerdem seinen Zervixschleim und trägt das Ergebnis auch in die Zyklustabelle ein. Durch die Kombination dieser beiden Faktoren, kann man mit Hilfe der NFP-Regeln nachlesen, ob man an einem Tag nicht fruchtbar ist oder ob man verhüten muss. Mal davon abgesehen, dass Temperatur und Schleim auch gerne mal schwanken können: Ich schaffe es nicht mal jeden Morgen zu meditieren, ich verliere andauernd Regenschirme, ich tue mich schwer damit, meinen Menstruationscup an vier Tagen im Monat auf öffentlichen Toiletten zu leeren und ich versuche mein Leben möglichst unkomplizierter zu gestalten. Wie genau, soll ich zwischen Aufstehen, Arbeiten und Sex haben mich entspannen, wenn ich A. den ganzen Tag Daten erheben und mich B. konzentrieren muss, alle Schleim- und Temperaturbefunde richtig in meine Tabelle einzutragen?

Bluse: Paloma Wool

Mein ganzes Leben besteht aus Terminen, aus Dingen, die man nicht vergessen darf, die wichtig sind und die mir den ganzen Tag im Kopf herumgeistern. Sex ist kein To-Do-Punkt, keine Aufgabe, kein Projekt und kein Pitch. Sex entspannt mich und vor allem meinen Kopf. Er bringt mich jemand anderen unheimlich nah und ist die vielleicht beste Sache der Welt. Wo aber bleibt sie, die emanzipierte, frauenfreundliche Verhütungsmethode für Sie oder Ihn? Vielleicht wird sie nie kommen, warum auch?

Mehr als die Hälfte aller Frauen ab 30 und nahezu alle Frauen ab 15 verhüten mit der Pille. Die Pharmaindustrie freut sich und wir schlucken, was uns irgendwann mal eine Ärztin zu Anfang der Pubertät aufgeschrieben hat. Das ist doch absurd. Und ich bin ratlos.

Und zum Thema Ehrlichkeit: Ich möchte hier nicht einfach so tun, als würde ich super verantwortungsvoll mit dem ganzen Thema umgehen, denn ich finde Wahrheit gehört auch zu einer Vorbildfunktion, die man mit so einer großen Leserschaft hat. Was jetzt kommt, empfehle ich ausdrücklich niemanden – es bildet einfach nur die Situation ab, in der ich mich und viele andere, mit denen ich gesprochen habe, befinde. Die Verhütungsmethode, die in der Vergangenheit in meinem und heimlich vermutlich in vielen anderen Betten fabriziert wird heißt schlichtweg „nicht in mir kommen“ und sie ist wahnsinnig dumm (da anscheinend nicht deutlich hier der Nachtrag: und ich empfehle hier keine Nachahmung!) und effektiv gleichzeitig. Ich mache das schon lange so und werde es vielleicht auch weiterhin so handhaben. Aus Bequemlichkeit, aus Trotz, aus Mangel an Alternativen und immer in der stillen Hoffnung, dass ich einfach Glück haben werde mit meinem mittelmäßig kalkulierten Risiko. Ja, ich habe einen Termin bei einer Frauenärztin und werde über die hormonfreie Spirale nachdenken – auch wenn es mir bis ins unendlich widerstrebt und ich nicht weiß, ob ich es am Ende wirklich machen werde. Was ich vor allem zum Ausdruck bringen möchte ist folgendes: Die Thematik ist eine schwierige und mit Aussagen wie „Benutz halt ein Kondom“ finde ich, dass man Fragestellung einfach unter den Teppich kehrt und Bedenken nicht ernst nimmt. Denn es ist eben nicht so einfach.

Mich interessieren natürlich, wie auch die letzten beiden Sonntag, wahnsinnig eure Meinungen, Geschichten und Wahrheiten. Ich freue mich, wenn ihr sie mit uns allen teilt. Bitte ebenfalls nicht vergessen: Bei der Einnahme der Pille spreche ich nicht von den Frauen, die die Pille aus medizinisch notwendigen Gründen nehmen. 

EDIT //

So höchst Banane und unverantwortliche der Akt des russischen Rauszieh-Roulettes auch ist, so unpraktikabel sind heutzutage leider noch all die Verhütungsmethoden, die da draußen zum Löwenanteil der Frau auf die Aufgabenliste gesetzt werden. Kann doch nicht wahr sein, dass die Industrie sich noch immer nicht verstärkt den Verhütungsmöglichkeiten für die Männer dieser Welt widmet. Also, höchste Eisenbahn endlich eine sichere und hormon-schmerz-umstandsfreie Lösung der Verhütung zu finden. Am Ende kommt sonst noch jemand außer mir auf Bananen-Ideen im Bett. 

(Bluse: Paloma Wool)

56 Kommentare

  1. Lisa

    Wow. Danke, Julia. Seit ich die Pille nicht mehr nehme, raus bin aus der Langzeitbeziehung (leider irgendwann nicht mehr viel Sex, also waren die 3-4 Mal im Jahr auch mit Kondom ok, upsi) – und jetzt wieder regelmäßig Sex (mit der gleichen Person!) habe, bin ich auch furchtbar genervt vom „nicht einfach mal eben so schnell und ohne groß drüber nachdenken zu müssen“-Zustand ohne hormonelle Verhütung. Ich handhabe es da ähnlich wie du, allerdings etwas mehr auf „Nummer sicher“, wenn man das bei dieser – wie du schon sagst – „dummen“ Methode überhaupt sagen kann: Das Kondom kommt halt dann am Ende drüber, wenn es quasi fast schon soweit ist. Was aber auch nervig bleibt, weil der Break dann trotzdem da ist und es sich mit Kondom einfach nicht so anfühlt wie ohne. Auch für mich. Dank Menstruationsapp und ziemlich genauem Zyklus habe ich dabei auch immer noch ein Auge auf meine fruchtbaren Tage und da muss dann halt noch mehr aufgepasst werden. Und während ich das schreibe fühle ich mich tatsächlich furchtbar dumm und unvernünftig. Hm. Ändern werde ich es wohl trotzdem nicht… 

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  2. Patricia

    Wow, ein toller Beitrag, der gerade wie gerufen kommt. Exakt in diesem Moment habe ich darüber nachgedacht, was ich machen kann/soll, um mein (bzw. unser) Sexleben wieder in die richtige, die schöne, Richtung zu lenken. Denn, das möchte ich hier unbedingt noch besonders betonen, dieses elendige Verhütung-ohne-Hormone-Thema treibt nicht nur uns, die Frauen, um, sondern auch die Partner. Meine Lust auf Sex ist mittlerweile auf eine überschaubare Wenigkeit geschrumpft, was naürlich auch an meinem Freund nagt. Meine unreine fettige Haut und meine Gewichtsschwankungen sind ihm egal, es verunsichert ihn, dass ich Sex mittlerweile nicht mehr mit Leidenschaft verbinde, sondern fast mit einem Pflichtkurs, der nun mal dazugehört. Weil es nicht einfach mehr spontan passieren kann, sondern irgendwie geplant werden muss (ja, nicht immer sind die blöden Kondome zur Hand) und man dem Partner ja auch seine sexuellen Wünsche erfüllen möchte, fühlt es sich (zumindest für mich) manchmal nach Überwindung an. Und das war früher doch nicht so. Früher, als die Pille meiner Beziehung eine Sicherheit gab, die ich freiwillig aufgegeben habe. Um frei zu sein, keine Hormone zu futtern und einfach mehr ich selbst zu sein. Aber dieses ich gefällt mir und vor allem meiner Beziehung nicht. Daher stelle ich nun die Fragen: Ist es okay, wegen Sex wieder mit der Pille anzufangen? Egoistisch den eigenen Körper wieder bewusst zu manipulieren, um einen doch sehr wichtigen Aspekt des Lebens zu fördern? Oder soll ich einfach durchhalten und riskieren, dass es möglicherweise schlimmer wird?

    Ps. Temperatur und Co. wurde lange versucht und verworfen, Kupfer und Ähnliches kommt leider nicht infrage laut FA.

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  3. Alex

    Du hast vollkommen recht. Die Pille nervt, Temperatur messen nervt auch! Aber was solls? Für irgendwas muss man sich ganz einfach entscheiden und ich finde es bringt nichts sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen und leicht trotzig daher zu sagen das ganze Thema sei anstrengend und überhaupt unsexy! Das mag es auch sein aber was ist so dramatisch daran morgen für 2 Minuten das Thermometer in den Mund zu stecken und die aufleuchtende Zahl in eine App zu tippen! Unser Leben ist so erschreckend bequem heutzutage das es einfach nicht ok ist noch mehr Bequemlichkeit zu forden! Ich selbst hab noch nie in meinem Leben die Pille genommen, verhüte schon immer mit der symptothermalen Methode. Und ja auch ich finde es ab und zu nervig zu messen, aber seien wir doch mal ganz ehrlich. Wer natürlich verhütet kennt seinen Körper, kennt seine Macken, weiß wie es sich anfühlt wenn bald die Periode ins Haus steht oder der Eisprung bevor. Gut Ding will eben auch Weile haben und ich kenne meinen Körper, auch wenn ich das messen morgens mal nicht auf die Reihe gebracht habe! „Nicht in einem zu kommen“ ist sicher bis zu einem ganz entscheidenden Punkt effektiv und solange man in einer festen Partnerschaft steckt die ein Kind nicht ins Wanken bringen würde auch mehr als legitim. Hat sie dann allerdings die Pille danach zur Folge steigt mir die Wut im Bauch hoch! Verhütung ist ein sensibles Thema, und ohne Hormone bedarf es mit Sicherheit gerade am Anfang etwas mehr Durchhaltevermögen, aber es ist kein Ding der Unmöglichkeit und auch weder nervig noch unsexy oder anstrebend. Auch hormonelle Verhütung ist keine Schande sondern vielmehr eine bewusste Entscheidung! Das sollte sie zumindest sein und nicht Mittel zum Zweck für noch mehr Bequemlichkeit und noch weniger Hirn! Sex ist wohl die schönste Sache der Welt, aber was ist so schwer daran vorher über die Konsequenzen nachzudenken, und mit vorher meine ich nicht erst dann wenn die kondompackung aufgerissen wird!

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  4. Adina

    Ein guter und ehrlicher Beitrag, merci. Über ein Jahr lang haben mein Freund und ich aus den gleichen Gründen so „verhütet“ und bin bei der Frage nach meiner Verhütungsmethode auch ausgewichen. Alles wunderbar funktioniert, bis auf das eine Mal. Trotz aufpassen, bei den fruchtbaren Tagen besonders gut, bin ich trotzdem schwanger geworden. Es war natürlich unglaublich naiv, zu glauben und zu hoffen, mir passiert genau das nicht. Ich habe abgetrieben und weil ich nie mehr eine solche Entscheidung treffen möchte, nie mehr solche Medikamente nehmen und Schmerzen haben möchte, habe ich mir nach diesem Erlebnis die Kupferspirale einsetzen lassen. Auch wenn ich gerne keine Fremdkörper in meinem Körper hätte, nun stärker meine Periode und bisschen mehr Bauchschmerzen habe, bin ich zufrieden damit. Ich fühle mich beim Sex wieder freier, kann mich gehen lassen und ‚in mir kommen‘ ist bedenkenlos. Für mich ist es im Moment das beste Verhütungsmittel, trotzdem wäre es schön, wenn Frau und auch Mann mehr Alternativen hätten. Jedenfalls hoffe ich, dass du nicht in diese Situation kommst. LiebGruss

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  5. Karo

    Dieser Artikel tut mir grade so gut! Ich musste vor einer ganzen Weile die Pille absetzen und habe mich dann voller Hoffnung über andere Methoden informiert. Als mir meine Ärztin schließlich sagte, dass bei mir aus medizinischen Gründen nix in Frage kommt, das in die Gebärmutter eingelegt werden muss (Spirale, Kupferkette) brach eine kleine große Welt zusammen. Wie zum Teufel verhütet man denn dann bitte? Und wie und warum kann es denn sein, dass das Thema so ausufernd und belastend sein muss? Die Alternativen (Kondom, diaphragma, Temperaturmessen) sind alle so zweit- und drittklassig im Vergleich zum „Luxus“ der Pille, nicht ständig vorbereitet und ausgestattet sein zu müssen. Ja, es ist zum heulen. Und ja, das Sexleben leider arg darunter. Ich verhüte nun mit dem kleinen Computer, der die fruchtbaren Tage berechnet. Aber super ist das auch nicht. Ätzenderweise haben die Alternativen zur Pille tatsächlich auch ein paar sehr nervige Nachteile, die nur niemand so gerne ausspricht.

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  6. franzi

    Liebe Julia,
    ist dieses „nicht in mir kommen“ denn nicht mehr als grob fahrlässig? Wir wissen doch alle spätestens seit „Dr. Sommer“, dass der Mann nicht erst beim Orgasmus Samen ausscheidet, sondern man auch sehr gut von den sogenannten Lusttröpfchen (das Wort habe ich schon immer gehasst) schwanger werden kann.
    Ich habe selbst vorgestern meine entgültig letzte Pille genommen und stürze mich jetzt auch ins Abenteuer meinen Körper ohne Hormone kennen zu lernen.
    Die Verhütungsmethoden bereiten mir dabei eine genauso große Verzweiflung wie dir. Mein Partner und ich werden jetzt wohl oder übel erstmal mit Kondomen verhüten. Über die Kupferspirale habe ich auch nachgedacht, aber ich habe große Angst vor den Schmerzen und einen Fremdkörper in mir zu haben finde ich auch nicht sonderlich prickelnd. Ich hoffe irgendwann auf natürlichem Wege verhüten zu können, aber dazu muss sich mein Körper wahrscheinlich nach dem Hormon-Krieg wieder einpegeln.
    Mein Partner und ich wollen beide niemals Kinder und eine Abtreibung durchmachen zu müssen, wäre ein großer Horror. Ich hoffe sehr, dass es bald eine alternative Methode ohne Hormone und Schmerzen gibt.
    Wenn ich mich allerdings nicht entscheidend besser fühle ohne Pille, werde ich sie wohl wieder anfangen zu nehmen. Aber das bleibt abzuwarten.

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  7. Julia

    Ich kann die Gynefix sehr empfehlen. Auch viele meiner Freundinnen haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die ist hormonfrei, man ist genau so spontan wie mit Pille und muss nicht immer an die Einnahme denken. Da sie 5 Jahre an Ort und Stelle bleibt, ist der Preis auch viel günstiger als die Pimlle.

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    1. Jael

      Ich kann mich Julia nur anschließen. Ich hab mir nach anfänglichem mehr oder weniger Verhüten mit Kondom und ewigem Hin&Her-Überlegen, wie man das ganze am stressfreisten gestalten kann auch die Gynefix einsetzen lassen, vor allem weil für mich klar war, dass ich niemals Hormone schlucken werde. Nicht für jede Frau ist diese Art von Verhütung möglich, aber im Falle dessen, dass dem nichts im Weg steht, kann auch ich die Kupferkette nur empfehlen. Ich hatte noch absolut keinerlei Probleme oder Nebenwirkungen und jaaa, das Einsetzen ist kein Spaziergang, aber auch nicht die Hölle.

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  8. Elli

    Ich habe es fast genauso gehalten wie du, Julia, sogar ein bisschen „spießiger“ noch: Nahte der Eisprung, wurde doch noch ein Gummi drüber gezogen. Ein dreiviertel Jahr später war es dann so weit und ich hielt den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. – Mein Sohn ist jetzt fast vier. Es war – obwohl das Thema davor besprochen und geklärt worden war – natürlich trotzdem kein Spaziergang. Deswegen appelliere ich wirklich an die Verantwortung nicht nur dem ungeborenen Kind, sondern auch sich selbst gegenüber. Eine Abtreibung ist etwas, was Frauen (und mitunter auch Männer) ein Leben lang beschäftigt, und zwar negativ. Besonders dann, wenn diese innerhalb einer halbwegs funktionalen Beziehung jenseits der Teenager-Jahre passiert. Zwar positiv, aber genauso gewiss und nicht minder anstrengend ist die Beschäftigung, die ein Kind einfordert. Da ja nach eben jenem immer noch das Thema (hormonfreie) Verhütung im Raum stand, kann ich jetzt sagen: An Kondome kann man sich tatsächlich gewöhnen. Ein bisschen zusammenreißen gehört aber sicher dazu.

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  9. Franzi

    Liebe Julia, ich habe auch vor einigen Monaten die Pille aus den ganzen genannten Gründen abgesetzt. Mich mit Akne etc. herumgeschlagen und einfach per App und körperlichen Anzeichen meinen Zyklus beobachtet. Aber auch nur, weil ich schon lange in einer festen Partnerschaft lebe. Anyway, ich bin jetzt in der 8. Schwangerschaftswoche. Und danach, das steht für mich fest, geht es leider wieder zurück zur Pille.

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  10. Leke

    Liebe Julia, die perfekte Verhütung gibt es leider nicht, jede Methode hat ihre Nachteile und das kann definitiv frustrierend sein. Teuer (Spirale und Pille), Lustkiller (Kondom), täglich dran denken muss (Pille, NFP), Fremdkörper, Hormone, schlecht mit unregelmäßigem Alltag vereinbar (NFP, Pille), Sicherheit („aufpassen“) usw. Was einen davon am wenigsten stört, muss und sollte jede(r) selbst abwägen. Bitte nicht einfach das Thema ignorieren, da kann ich mich den Vorrednerinnen nur anschließen! Zumindest nicht, wenn man aktuell wirklich kein Kind möchte .Weder Abtreibung, noch Pille danach, noch Schwangerschaft sind physisch und psychisch einfach wegzustecken.
    Was ich jedoch nicht verstehe, ist, wieso es immer so dargestellt wird, als würden Frauen die Pille nur zum Spaß nehmen, wenn „nur“ die Verhütung der Grund ist. Denn Kontrazeption ist ja nichts, was man aus Langeweile tut. Und ja die Pille ist ein Medikament und jede Frau, die Nebenwirkungen verspürt oder bei der es Gründe gibt, die gegen die Einnahme sprechen, soll sie bitte absetzen oder gar nicht erst nehmen. Genauso wie man mit jedem anderen Medikament auch umgeht.
    P.S. Ich habe eine Hormonspirale und kann diese persönlich sehr empfehlen, wenn man Hormone verträgt. Die Hormonbelastung ist deutlich geringer als bei der Pille, man hat für mehrere Jahre Ruhe und im Unterschied zur Kupferspirale werden die Blutung und Menstruationsbeschwerden eher geringer. Das Einsetzen selbst ist natürlich nicht der netteste Termin (habe aber auch Bekannte, bei denen es keinerlei Schmerzen gab), aber das ganze war nach spätestens zwei Tagen wieder vergessen.
    Vielleicht hilft es, das Pferd von hinten aufzuzäumen und sich zu überlegen, welche Aspekte einem bei der Verhütung am wichtigsten sind und welche Nachteile man definitiv nicht in Kauf nehmen will und dann zu schauen was übrig bleibt?

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  11. Kitty

    Ich bin 27, habe letztes Jahr geheiratet und erwarte nun in vier Wochen mein erstes Kind. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich den Zeitpunkt dafür (relativ) selbstständig wählen konnte; ich empfinde das als großes Privileg für mich, mein Kind, meine gesamte kleine Familie.
    Ich habe die Pille tatsächlich nur ein Jahr lang genommen, nicht vertragen und seitdem immer fleißig und konsequent mit Kondomen verhütet. Von Geschlechtskrankheiten will ich jetzt gar nicht anfangen, ich hoffe, dass bei Sex mit Fremden wirklich jede*r Kondome nutzt. Aber auch in einer langfristigen Partnerschaft sollte man sich doch gut überlegen, ob man „riskieren“ möchte, schwanger zu werden. Aus Verantwortung dem Kind gegenüber (natürlich gibt es ganz wunderbare Beispiele dafür, dass auch aus einer ungewollten bzw. unverhofften Schwangerschaft glückliche Kinder und Familien hervorgehen können, keine Frage!).
    Oder nimmt man eine Abtreibung in Kauf, nur weil man – Pardon! – zu faul war, ein Kondom zu benutzen? Für mich wirklich undenkbar.
    Ich bin sonst eine völlig stille Leserin, aber das hat mich jetzt (wahrscheinlich aufgrund meiner aktuellen Situation) so aufgeregt, dass ich mich mal kurz dazu äußern musste (hoffentlich ohne jemandem allzu sehr auf die Füße zu treten).

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  12. Beata

    Liebe Julia, ich habe vor genau 10 Jahren die Pille abgesetzt, mit 26. Während der fruchtbaren Tage, benutzen wir IMMER ein Kondom und an den anderen Tagen kann mein Partner in mir kommen. Bisher hat sich diese Methode sehr gut bewährt. Wir haben 2 Kinder bekommen, beide Kinder waren geplant und gewollt ;). Dazu muss ich sagen, dass wir beide auf jeden Fall Kinder wollten und es also nicht so tragisch gewesen wäre, wenn ich ungeplant schwanger geworden wäre. Nun verhüten wir weiter so wie bisher, nur wollen wir definitiv kein drittes Kind mehr und manchmal denke ich schon, dass wir mit dem Feuer spielen und das obwohl mein Zyklus sehr regelmäßig ist und ich noch je 3 Tage vor den fruchtbaren Tagen und 3 Tage danach, als Sicherheit einbaue und in der Zeit nur Sex mit Kondom möglich ist. Das ist ein guter Mittelweg, mit dem wir beide sehr gut leben können. Ich weiß, dass ich nie wieder die Pille nehmen werde, dass ich meinen Körper mittlerweile sehr gut kenne und das ist ein schönes Gefühl, trotz heftigem PMS.
    So wie du es handhabst wäre mir das tatsächlich zu unsicher, denn du kannst doch schwanger werden ohne dass der Mann in dir kommt.

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  13. Lena

    Ein Ovulationstest ist auch noch eine Möglichkeit.
    Ansonsten spar ich mir lieber meine Worte zu diesem Artikel.

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  14. Johanna

    Huch. Bei diesem Thema hagelt es ja nur an Kommentaren. Und ja: es ist einfach ein Top Thema. Auch gerade unter uns 20 Jährigen.

    Ich verstehe die Ablehnung gegen die Kupferspirale nicht. Selbst habe ich sie seit bald 2 Jahren und bin super zufrieden. Ja, am Anfang tat es etwas weh, auch was meine Regel betrifft. Aber der Körper hat sich daran gewöhnt und seitdem muss ich keinen einzigen Tag über Verhütung nachdenken.

    Mich macht es sauer zu hören, dass so viele (unfähige) FA von der Spirale oder anderen, vom Patienten gewünschten, Methoden abraten. Es ist 2017 und es gibt für jede von uns da draußen eine Alternative zur Pille und ich will sogar behaupten: Auch für jede Frau mit jeder Form Eine passende Spirale.

    Darauf zu warten, dass die Industrie uns eine weitere Alternative präsentiert, die doch bitte auch unschädlich, günstig und keinen persönlichen Aufwand erfordert, finde ich naiv.

    Sex ist und bleibt (auch) ein Mittel zur Fortpflanzung. Und so wenig ich als 21 jährige schwanger werden will, so sehr bin ich mir doch darüber bewusst, dass es das natürlichste und nicht das schlimmste der Welt ist. Wenn man ein „EINFACHES“ Mittel dagegen sucht, kann man sich nicht darüber wundern, dass der Körper manipuliert wird.

    Mein ehrlicher Gedanke dazu: Entscheidet Euch, ob ihr euren Körper mit Hormonen ver*rschen wollt und schlimmstenfalls sogar krankmacht oder ihr Wert auf Natürlichkeit legt. Und dann gehört eben auch ein wenig Arbeit, Geld und die Suche nach einem guten FA dazu.

    Mein Wort zum Sonntag…

    Liebe Grüße
    Johanna von
    https://hannicoco.de

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  15. Claudia

    Dein Artikel ist interessant und gleichzeitig leider auch naiv. Ich spreche aus Erfahrung. Bin jetzt 50 Jahre und bekam mit 19 mein Kind, auf Grund der selben Denkweise. Natürlich ungewollt und Erzeuger drückte sich sofort. Ich habe trotzdem und unter hohem Aufwand mein Leben gut auf die Reihe gebracht und NIE von Vater Staat gelebt. Rückblickend aber musste ich auf vieles verzichten, habe Sachen die andere in diesen Jahren erlebt oder sich geschaffen haben nicht gemacht und wurde zum Looser der Familie. Diese Zeit kann ich nicht mehr nachholen. Erzeuger lehnte das Kind kategorisch ab, kennt es nicht, bis heute und vom finanziellen Nervenkrieg will ich garnicht sprechen. Ich bin jetzt seit 20 Jahren verheiratet, verhüte mit einer hormonfreien Pille, genieße den Sex inzwischen wieder, weil ich diesen Stress nicht mehr brauche. Daher empfinde ich deine Methode als „russische Roulette“. Okay es gibt die Pille danach und zur Not kann man abtreiben. Aber warum muss man sich erst in die Lage bringen?

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  16. Maria

    Guckt euch die Kupferkette an! Ich und viele Frauen meines Freundeskreises sind sehr zufrieden damit! Wird für 3-5 Jahre eingesetzt. Klar das 10 minütige Einsetzen ist unangenehm, aber dafür verhütet man danach für Jahre sicher und zuverlässig u muss sich keinen Kopf mehr machen! und das OHNE Hormone und OHNE Spirale!!! Tipp für alle Interessierten: der Hersteller der Kette, Gynefix, verschickt auf Anfrage Listen mit Ärzten in eurer Stadt die Erfahrung haben mit der Kupferkette! Ich will keine Werbung machen, nur offen darüber reden, da ich vor 5 Jahren genau in Julias Situation war, und kann sagen, dass es mir mit einer Verhütung noch nie so gut ging wie jetzt. Und ich überzeugt bin, dass diese Methode für viele sehr gut geeignet ist!

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    1. Carolin

      Aber auch mal ganz ehrlich: Sind die Schmerzen WÄHREND der Periode nicht der Wahnsinn? Für mich immer Hauptargument für die Pille und gegen die Spirale/Kupferkette gewesen.

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  17. Karolina

    Russisches Roulette trifft es auf den Punkt! Du verdrängst den Umgang mit der Problematik lediglich bis zu dem Punkt an dem es zu spät ist. Jeder wie er mag, aber ich finde es fahrlässig sowas in einem Medium mit dieser Reichweite zu veröffentlichen. Und mal ernsthaft – weder Mann noch Frau können sich beim Sex entspannen, wenn sie darauf achten müssen, dass er nicht in ihr kommt. Ich drücke dir die Daumen, dass du dich solange durchschummeln kannst bis du reif genug für eine ungewollte Schwangerschaft bist.

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    1. maja

      Unfassbar. Da fehlen mir fast die Worte, insbesondere da es an eine Argumentation erinnert, die man sonst nur aus Männermund kennt (Kondome fühlen sich sch… an, ich passe auf…). Ich möchte Karolina darin unterstützen, dass es doch sehr problematisch ist diese Meinung auf einem Medium mit so großer Leserschaft zu verbreiten, vor allem wenn sicherlich eine große Anzahl der Leser U20 ist/keine Schwangerschaft plant. Rausziehen ist keine Verhütungsmethode, genausowenig wie die Pille danach oder Abtreibung. Sorry, aber die beste Verhütungsmethode für Menschen, die Julias Argumentation folgen lautet kein Sex, alles andere ist sich, dem Partner und möglichen Unfallkindern gegnüber unverantwortlich.

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      1. Rebecca

        ja absolute zustimmung!
        Auf diesem Blog wird mit so vielen Themen so verantwortungsvoll und gut umgegangen und dann so was? Rausziehen als Verhütungsmethode… Ich fass es nicht.
        Ihr habt eine riesige Reichweite, auch bei jüngeren Mädels. Das geht einfach nicht.

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    2. Julia Jane Artikelautor

      Liebe Karolina und alle anderen,

      ich war mir schon ziemlich sicher, dass ich ganz sicher nicht bewerbe auf meine Art und Weise zu verhüten, aber vielleicht verkenne ich manchmal, dass man einen Artikel auch nur überfliegen kann und natürlich nicht in meinem Kopf steckt – Danke an der Stelle für die Kritik. Deshalb der Edit und weitere Erklärungen im Text. Ich finde Vorbildfunktion gut, aber eben auch nur, wenn sie ehrlich ist. Etwas zu schreiben, was nicht der Wahrheit entsprich finde ich wiederum fahrlässig und führt nur dazu, dass Fragestellungen unter den Teppich gekehrt werden. Denn wie man an den unterschiedlichen Kommentaren erkennen kann, geht es auch vielen anderen so. Ich hoffe, dass ich nun so einen Mittelweg schaffen konnte, ohne von der Wahrheit abzurücken.

      Liebe Grüße,
      Julia

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      1. Rebecca

        Danke für den Edit, aber leider macht es der eher schlimmer. Vor allem dieser Satz:

        So höchst Banane und unverantwortliche der Akt des russischen Rauszieh-Roulettes auch ist, so unpraktikabel sind heutzutage leider noch all die Verhütungsmethoden, die da draußen zum Löwenanteil der Frau auf die Aufgabenliste gesetzt werden.

        „unpraktikabel“? Wenn dem so wäre, wären wir heute alle ungewollt schwanger oder hätten alle paar Monate eine Abtreibung. Du tust so als gebe es keine Alternative zur Rauszieh-Methode. Das ist einfach völliger Quatsch, von Gynefix bis zur Temepraturmethode mit verschiedensten Computern gibt es sehr wohl sehr PRAKTIKABLE Alternativen.

        Bitte bei so einer Reichweite besonders im Hinblick auf jüngere Leser nicht solche mehr als fragwürdige Thesen in Umlauf bringen!!!

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      2. Karolina

        Hallo liebe Julia,
        egal wie oft und gründlich ich deinen Text und Edit durchlese, das bereitet mir Bauchschmerzen. Das Editieren müsste doch auch vor dem veröffentlichen kommen. Ich meine, das kann sich doch nicht ernsthaft eine andere Frau aus eurem Team durchgelesen haben ohne sich an den Kopf zu fassen. Niemals darf diese Methode als Verhütung bezeichnet werden. Es relativiert das ganze auch nicht, dass du nicht die einzige Frau auf dieser Welt bist, die nicht verhütet. So einen Artikel kann man vielleicht veröffentlichen, wenn man einen Blog hat den nur die drei besten Freundinnen und die eigene Mutter lesen. Das einzig vernünftige was du schreibst ist, dass die Wahrheit manchmal zu ehrlich ist. Man muss wirklich nicht alles öffentlich breit treten was man so treibt. Auch wenn man sich dann besser fühlt, weil man ja für alles Gleichgesinnte finden kann. Ich finde, das ganze muss kein Tabuthema sein. Und man muss auch nicht Journalismus studiert haben um darüber reflektiert zu schreiben und verschiedene Ansichten mit einzubringen. Wenn du mich zum Beispiel fragen würdest – Sex ist nun mal dazu da Nachwuchs zu zeugen. Wenn ich das nicht will, muss ich eben in Kauf nehmen dafür Hormone zu nehmen oder mir einen Fremdkörper einsetzen lassen. Da kann man soviel rumheulen wie man will, aber das ist eben so. Verstehe das Problem auch nicht, wer nicht gepierct ist oder sich Tinte unter die Haut spritzen lässt werfe den ersten Stein. Von Hyaloronsäure, Silikon, etc. braucht man noch nicht mal reden. Ich finde es auch albern und unemanzipiert nach einer Lösung der Verhütung für den Mann zu schreien. Ich werde schwanger, nicht der Mann mit dem ich Sex habe. Das ist irgendwie blöd, bedeutet aber auch, dass es vielleicht klüger ist die Verantwortung da nicht völlig einem Typ zu überlassen, dessen Blut sich gerade nicht in seinem Kopf staut. Also sorry Julia, aber wären wir Freunde oder Arbeitskollegen – ich würde das jetzt so lange mit dir ausdiskutieren bis die Wolke in deinem Kopf sich wieder aufgelöst hat.

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  18. Anna

    Danke für die Ehrlichkeit. Auch wenn ich darauf wette, dass dies viele so machen, trauen es sich die wenigsten zu sagen, weil man ja mit sehr missbilligenden Reaktionen rechnen muss. Ich handhabe es seit Jahren so wie du, Julia, und es ist nie was passiert. Aber man muss natürlich seinen Partner sehr gut kennen und der muss seinen Körper sehr gut kennen. Und trotzdem beriet sein das Risiko zu tragen (beide). Nehmt dies also nicht als Empfehlung! 😉
    Trotzdem: Soweit ich weiß, enthält der Lustropfen nur dann Sperma, wenn man in den Stunden vorher schon mal ejakuiert hat. Falls ich da falsch liege, bitte korrigiert mich!
    Und wo wir beim Thema sind: Kennt jemand eine gute Period-Tracker App, nicht zum Verhüten, sondern um den eigenen Körper besser kennen zu lernen? Regelmäßig Temperatur zu messen ist mir zu aufwendig, aber die Sachen, die mir eh auffallen zu dokumentieren, fände ich gut. Für Empfehlungen bin ich dankbar 🙂

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    1. Leke

      Dann korrigiere ich dich (und hoffentlich noch einige andere) hiermit mal:
      „Eine Studie aus dem Jahre 2011 ergab, dass sich bei einem erheblichen Teil von gesunden geschlechtsreifen Männern auch dann bewegliche Spermien im Präejakulat befinden, wenn zuvor keine Ejakulation zeitnah stattgefunden hat und seit der letzten Ejakulation die Harnröhre oft sogar mehrmals durch Urin durchgespült worden war.“
      Das findet sich inkl. Quellenangabe zur vollständigen Studie bereits im Wikipedia-Eintrag zum Präejakulat.
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21155689
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27266214

      Antworten
  19. Sarah

    Hallo Julia,

    ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen und entschuldige mich hier schon einmal für eventuelle inhaltliche Dopplung. Ich verhüte seit einem halben Jahr mit einem Computer von LadyComp namens pearly. Der ist sehr unkompliziert zu nutzen, da man nicht exakt zur selben Zeit die Temperatur messen muss, sondern einen Spielraum von mehreren Stunden hat. Der Algorithmus erkennt, ob du gerade Temperaturschwankungen aus anderen Gründen hast, wenn er Zeit hatte dich mehrere Monate kennen zu lernen. Hat uns die Freude am Sex zurückgebracht, die bei jahrelanger Verhütung mit Kondomen vielleicht sogar unvermeidbar war. Auf der anderen Seite kann der Computer dir dann auch helfen, wenn du doch einmal Kinder bekommen wolltest, weil er dir eben auch die fruchtbaren Tage sehr gut anzeigt. Kann ich sehr empfehlen. Das Einzige blöde: Er ist leider nicht umsonst.

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  20. Tati

    Ich finde keinen Artikel gut, der es durch „Ehrlichkeit“ zu rechtfertigen versucht, einfach nicht zu verhüten.
    Vor allem im Internet, das nicht vergisst, und das auch jungen Mädchen zugänglich ist.

    Wer OK damit ist, eventuell schwanger zu werden UND sich selbst und seinen Partner VORHER auf Krankheiten getestet hat (!!!), gerne, super, kein Problem.
    Aber aus purer Faulheit einfach den coitus interruptus zu praktizieren ist, mit Verlaub, einfach nur blöd.
    Probleme darf man ja haben, aber die Vermeidungsstrategie bedeutet, die Verantwortung nicht anzunehmen.

    Die Verteufelung des Kondoms halte ich auch für gesellschaftlich geschaffen, denn ich finde Kondome super. Sie schützen mich vor ungewollten Schwangerschaften und Krankheiten, sodass ich sie in meinem Kopf mit der Zeit positiv konnotiert habe, und mittlerweile sogar sehr sexy finde.

    Bei all den „danke für den Artikel“ Kommentaren, wollte ich das mal gesagt haben, weil hier scheinbar niemand den Kopf schüttelt..

    Also, bitte hört auf, diese Art und Weise auch nur irgendwie zu rechtfertigen. Nein, es ist NICHT OK, nicht zu verhüten oder sich nicht vor Krankheiten zu schützen, weil es nicht so convenient ist, wie der coffee to go. Und hier eine Randbemerkung: auch, wenn man schon länger mit jemandem schläft, ist das kein Beweis für einen gesunden Menschen. Bitte testen, bevor man das Gummi weglässt.

    Antworten
    1. Antje

      WORD! Ich finde es auch total erschreckend, wie sehr das Bewusstsein und das Wissen bei heterosexuellen Menschen hinsichtlich dessen, dass Verhütung nicht nur bedeutet, eine Schwangerschaft zu verhindern, sondern auch sich und andere vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Ehrlich. Finde ich auch überhaupt nicht ok. Ich muss die Pille aus medizinischen Gründen nehmen und würde trotzdem NIE auf Kondome verzichten, außer beide Partner sind REGELMÄSSIG getestet (und zwar auch auf so schöne Sachen wie HPV, Chlamydien, Gonorrhoe und co., die teilweise eben schneller übertragbar sind, als zB HIV. Alles wieder weit verbreitet, teilweise sogar schon resistent gegen die gängigen Behandlungsmethoden und oft auch mit Langzeitfolgen für Frauen, da diese Krankheiten oft erst spät entdeckt werden). Ich bitte um mehr Bewusstsein und Verantwortung, dass die Aufklärung darüber, dass die Ansteckungen für STDs GERADE heterosexuelle Frauen immer mehr betrifft und das hat auch damit zu tun, dass die Safer Sex Debatte bei allen Fragen nach ungewollter Schwangerschaft oft ausgeschlossen ist.

      Antworten
    2. Carolin

      [Aussage unter der Prämisse der ernsten Beziehungen und getesteten Krankheiten:]

      Sorry, aber Kondome sind sexy? Zu sagen, dass sie den Sex weniger schön und intensiv machen, ist legitim, ob nun als Mann oder Frau, verdammt noch mal. Auch das ist Feminismus. Wenn ich oder eben auch Julia das so empfinden, ist es unser gutes Recht, das im Kontext (s. oben) zu äußern.

      Danke für den ehrlichen Artikel und die Edits, Julia.

      Antworten
  21. Carina

    Ich finde es richtig, richtig schlimm, dass eine derart unverantwortliche und unreflektierte Einstellung zur Verhütung auf einem Blog mit so großer Reichweite veröffentlicht wird – und als frei und selbstbestimmt verkauft wird. Einfach kein gutes Beispiel.

    Antworten
    1. Julia Jane Artikelautor

      Liebe alle,
      wie oben bei Karolina geschrieben: Ich habe eure Kritik gehört und nochmal deutlich gemacht, dass ich das ganze so natürlich nicht bewerbe. Trotzdem sei an dieser Stelle nochmal gesagt: Einfach nicht die Wahrheit zu schreiben ist weitaus fahrlässiger, denn wie man an anderen Kommentaren sieht, bin ich nicht die einzige, der es so geht. Eine öffentlich Diskussion zu dem Thema ist deshalb nicht nur hilfreich, sondern auch nötig. Und noch eine kleine Anmerkung: Ich habe nicht geschrieben, dass ich mich oder meinen Partner nicht auf Krankheiten testen lasse.
      Viele Grüße,

      Julia

      Antworten
      1. Rebecca

        Ich hab oben schon zu deinem Edit kommentiert, aber hier vielleicht noch mal zum Thema Wahrheit: Man kann gerne eine Diskussion starten (und dabei auch sagen: Ich habe Probleme eine Alternative zu Hormon-Verhütungsmethoden zu finden), aber es so hinzustellen, dass es keine Alternative zu Hormonen gibt, weil alles andere „unpraktikabel“ ist, das hat mit Wahrheit nichts zu tun, das ist fahrlässig.

        Das ist hier nicht dein persönliches Tagebuch, bei einem Medium mit so einer Reichweite trägt man Verantwortung. Das heißt nicht, dass Probleme unter den Teppich gekehrt werden, aber du tust so, als gäbe es keine Alternative und das ist einfach eine satte Falschinformation.

        Antworten
      2. maja

        Ehrlichkeit ist ja schön und gut, aber eine, sorry, dumme Ehrlichkeit kann man sich evtl auch verkneifen, und auch wenn anscheinend viele (!?!?) hier deine „Verhütungsart“ teilen, so macht es diese nicht besser. Allein ein Hinweis darauf, wie wichtig das Testen auf GK auch innerhalb von Beziehungen ist, hätte dem Text deutlich gut getan. Es ist traurig, wie unverantwortlich mit dem eigenen Leben umgegangen wird und noch trauriger, wenn man nur an sich denkt, denn der jetztige Partener ist der Ex und evtl der neue Partner von jemand anders. Wenn niemand Kondome benutzt, weil sie ja so unpraktisch und unbequem sind, dann Gute Nacht.
        Und nochmal hier lesen Menschen U20/U30 mit, denen evtl. Lebenserfahrung, Selbstbewustsein und eine gewisse Reife fehlen. Dieser Text auf diesem Blog hat Vorbildcharakter und der Autor eine gewisse Verantwortung.

        Antworten
  22. Anne

    Aber was gibt es denn da zu diskutieren? Diese „Methode“ ist absolut unverantwortlich. Außer, man möchte schwanger werden und es darauf ankommen lassen. Zum Sex gehört Verhütung. Und ja, hormonfrei ist eben nicht so „angenehm“ wie mit der Pille (wenn man Nebenwirkungen etc. als angenehm bezeichnen möchte). Dann muss man das mit dem Sex einfach bleiben lassen, wenn es einem zu lästig ist, ein Kondom zu benutzen (und ja, ich habe einen festen Partner und wir verhüten auch seit Jahren mit Kondom. Natürlich fänden wir es ohne auch schöner, aber die Pille nehmen möchte ich nicht und für Kinder bin ich noch nicht bereit).

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  23. Mila

    Also, ich verhüte seit 20 Jahren mit Persona und bin damit extrem zufrieden – Sicherheit von 94%, wenn man einen einigermaßen regelmäßigen Zyklus hat. Bei mir keine ungewollten Schwangerschaften (nur 3 gewollte, und dabei hat mir die Ermittlung der fruchtbaren Tage dann auch sehr geholfen). Die Methode ist simpel: Morgens auf den Teststreifen pinkeln – zeigt das Gerät die rote Lampe, no sex oder Kondom. Bei grün – freie Bahn. Klappt für mich super.
    Mich wundert’s allerdings ein bisschen, dass dir das Verhüten nach natürlichen Methoden zu viel Gesumms ist. Irgendwie scheust du doch auch sonst keinen extra Aufwand z.B. in puncto veganes Leben oder zero waste.

    Antworten
  24. Lara

    Hier empfehlen ja doch einige die Kupferkette/Gynefix, deshalb: Ich dachte auch, dass das – neben der Kupferspirale – ne gute Möglichkeit wäre. Aber leider gibt es generell nicht sehr viele Frauenärzte, die diese einsetzen. Und auch viele, die wieder damit aufhören. Weil das Einsetzen nicht ganz unkompliziert ist und es auch oftmals zu Entzündungen kommt. Und auch die Kupferspirale wird irgendwie generell nicht so unbedingt promotet. Und das finde ich schon irgendwie problematisch. Man wird halt doch mit dem Thema alleine gelassen. Entweder Pille oder halt dann nicht mehr, weil man ja sicher demnächst dann Babys bekommen möchte. Ich wünschte, es gäbe da mehr Informationen und Aufklärung dazu. Alleine deshalb finde ich es super, dass du das Thema angesprochen hast. Egal, wie man jetzt zu deiner Methode steht.

    Antworten
  25. Milla

    Eine Freundin von mir ist gerade ungewollt schwanger geworden weil sie noch während ihrer Menstruation einen verfrühten Eisprung hatte aber wegen der Blutung nicht verhütet hat. „Aufpassen“ ist tatsächlich keine Methode, wenn man kein Kind und keine hormonelle Verhütung möchte, dann muss man wohl „Aufwand“ betreiben. Sicherlich aber besser als eine Abtreibung durchzumachen, das ist nämlich noch unbequemer als Kondome

    Antworten
  26. Susi

    Also so naiv Julias Methode auch ist – mit der Ehrlichkeit in ihrem Artiekl hat sie einen genauso ehrlichen und offenen Diskurs in den Kommentaren ausgelöst. Ich habe jeden Kommentar aufmerksam und wissensdurstig gelesen und habe erst jetzt das Gefühl, wirklich mal Antworten auf die große Frage „Wie verhüten ohne die Pille?“ zu bekommen. Vorher wurde in allen Artikeln immer nur um den heißen Brei herumgeredet. Endlich mal ehrliche Antworten. Ich fände eine ganze Reihe zu diesem Themenbereich super. Vielleicht Erfahrungsberichte von Frauen zu den verschiedenen Verhütungsmethoden. Ganz ehrlich und offen. Mit allen Misgeschicken und Wehwehchen. Oder vielleicht auch zum Thema Endometriose (damit hatten in meinem Freundeskreis auch so viele Frauen Probleme, nachdem sie die Pille abgesetzt haben). Oder zu HPV, auch das ist ein spannedes Thema, über das so wenig geredet wird… Man denkt ja, dass diese ganzen „Dr. Sommer- Sachen“ ab einem gewissen Alter langweilig werden, aber die Diskussion in den Kommentaren beweist doch das Gegenteil, oder?

    Antworten
  27. lia

    Ich finde es tatsächlich auch echt erschreckend hier zu lesen, es wäre alles außer Pille, sehr viel Aufwand. Ich habe jetzt 2 Jahre sehr erfolgreich mit NFP verhütet, wenn man sich eine gewisse Zeit damit beschäftigt muss man mitnichten jeden Tag messen, noch braucht man dafür irgendwelche Zettel – App!. Ich kann die Seite von Maggie wirklich nur empfehlen http://wearetheladies.de/ Sie erklärt und gibt super Tipps, mit allen möglichen Apps, Tools etc. Komisch – wurde schon gesagt – in anderen Bereichen legst du Extreme vor und hier, bei Verhütung „ist mir zu unbequem?“ hmmmmm.

    Antworten
  28. Ana

    Wer sich wie ich von der NFP-Methode aus verschiedensten Gründen abgeschreckt fühlt, der empfehle ich den Verhütungs-Computer DAYSY (wenn ohne zusätzliche App ausgekommen werden möchte: PEARLY)…
    – super simpel
    – sieht gut aus
    – sicher
    – es dauert genau 60 Sekunden am Tag und
    – braucht nicht einmal eine feste Uhrzeit für die Temperaturmessung.

    (siehe auch die gern zitierte Maggie http://wearetheladies.de/daysy-im-test/)
    Zugegeben, der Anschaffungspreis ist hoch, aber das Gerät bedeutet für mich tatsächlich seit Tag 1 eine große Erleichterung. Keine verschwendete Zeit, keine sorgenvollen Gedanken, keine Nebenwirkungen. Damit kommen auch Verhütungs-Faule wie die Autorin dieses Artikels klar. Versprochen!

    Antworten
  29. Anne

    Ach Mensch! Da streust du ja mal richtig nen Eimer Salz in die Wunde..
    Ich nehme seit März die Pille nicht mehr und verhüte seit dem mit Kondom. Geil ist anders..!
    Es ist für meinen Freund kein Problem, aber irgendwie für mich.. Es fühlt sich einfach nicht genauso an wie ohne!
    Da ich noch bis Februar mit meinem Freund zusammen im Auslandssemester in Mexiko bin habe ich noch einige Zeit mir Gedanken über Alternativen zu machen. Aber ich muss auch sagen, dass ich die Vorstellung, über Jahre hinweg eine Spirale in mir zu tragen, irgendwie scary und doof finde.
    Die „nicht-in-mir-kommen“-Variante kommt mir nicht in die Tüte.
    Also liebe Industrie, kannst du jetzt bitte mal was geileres entwickeln…??

    Liebst, Anne 🙂
    http://www.einfachanne.wordpress.com

    Antworten
  30. Jana

    Auf die Gefahr, dass ich jetzt irgendetwas wiederhole: Ich selbst habe lange Zeit die Pille genommen, unter anderem aus Mangel an Alternativen. Spirale schied aus, weil Gebärmutter zu klein und mein Frauenarzt war grundsätzlich gegen die Kupferkette, da diese die Gebärmutter ja verletzt und er davon sehr wenig hielt. Nun hatte ich allerdings wirklich irgendwann die Schnauze voll von den Hormonen und stolperte durch Zufall über den Kupferperlenball – ist in Deutschland seit etwa 2 Jahren auf dem Markt, gleiches Prinzip allerdings keine Kanten (Spirale) und keine Verankerung nötig. Klar, ist nicht ganz günstig, das Einsetzten macht so gar keinen Spaß, aber dafür ist jetzt 5 Jahre Ruhe. Ziemlich nice eigentlich und bisher macht dieses kleine UFO in meinem Uterus auch keinerlei Probleme.

    Antworten
    1. Carolin

      Das interessiert mich jetzt wirklich – wie teuer war es denn und ist deine Periode jetzt döller/schmerzhafter? Spürst du den Kupferperlenball oder spürt ihn deine Partner beim Sex?

      Antworten
  31. CH

    Ich glaube ihr solltet euch echt mal eine Frau suchen, die erfolgreich NFP macht und darüber berichten lassen. Es ist ein bisschen gruselig, wie in fast jedem Artikel über Verhüten das natürliche Verhüten zumindest in einem Nebensatz abgewatscht wird – und das oft auch noch basierend auf Fehlinformationen. „Jeden (!) morgen nach dem Aufwachen misst man seine Körpertemperatur und trägt diese in ein Zyklusblatt (!) ein. Mehrmals (!) pro Tag kontrolliert man außerdem seinen Zervixschleim und trägt das Ergebnis auch in die Zyklustabelle ein.“ Es ist einfach nicht korrekt, dass man jeden morgen messen MUSS. Dass es neben Zyklusblättern auch Apps etc. gibt, hat ja schon eine andere Kommentatorin angemerkt. Eure Beurteilung von NFP hört sich immer so an, als ob das nur Frauen machen würden oder können, die sonst nichts zu tun haben, weil ja viiiiel zu aufwendig. Es ist mit Sicherheit richtig, dass diese Methode nicht zu jedem passt – aber ohne es ausprobiert zu haben, verurteilen?

    Antworten
  32. Lena

    Hallo,

    ich habe NFP und Persona über längeren Zeitraum ausprobiert und finde,dass es jetzt nicht so kompliziert ist, wie von Julia beschrieben. Aber es funktioniert einfach wirklich nicht für jeden und unter allen Umständen. Wenn man zB. keinen sehr regelmäßigen Zyklus hat, und damit meine ich wirklich regelmäßig, oder einfach einen kurzen, wie ich, dann hat man auf einmal sehr viele „rote“ Tage im Monat, an denen man sowieso zusätzlich verhüten muss. Wenn man einen Lebensstil hat, in dem man viel auf Reisen ist, beruflich oder wieso auch immer, wird es schwer, die Messroutine einzuhalten, auch wenn der Zeitraum zB. bei Persona recht weit gesteckt ist und man tatsächlich nicht jeden Tag messen muss (auch braucht man keine Schleimkontrolle). Ich hatte, als ich mit Persona angefangen habe, bereits ein Baby und das machte es mir fast unmöglich, diese Routine einzuhalten, denn man muss den ersten Morgenurin messen, und ich konnte einfach das alles nicht timen, oft wachte ich früher auf und musste dringend, und dann war zur entsprechenden Uhrzeit das Ergebnis nicht mehr eindeutig, daher wieder „rot“. Zudem sehr schwer für mich, an den wenigen grünen Tagen automatisch in erotischer Stimmung zu sein. Da brauchte nur mal Müdigkeit, krankes Kind, oder Reise des Mannes dazwischen zu kommen, und schon waren die grünen wieder vorbei….also ich suche auch immer noch nach der perfekten Lösung!

    Antworten
  33. katrin

    Ich finde es interessant, wie einige hier sich so entschieden gegen einen Fremdkörper äußern. Ich selber trage die Gynefix und genau wir bei Hormon- oder Kupferspirale merkt man davon: nichts. Ich würde sagen, dass Fremdkörpergefühl ist so groß wie bei einer Zahnfüllung – also nicht vorhanden.
    Ich habe auch lange Zeit die Pille genommen (ohne Probleme), wie bei vielen hatte ich darauf irgendwann einfach keine Lust mehr und wollte eh in absehbarer Zeit Kinder bekommen. Nun, nach abgeschlossener Kinderplanung finde ich die Kupferkette eine gute Lösung.

    Antworten
  34. Katrin

    Liebe Janes, eigentlich bin ich immer nur eine stille Leserin eures Blogs, da mir einfach die Zeit fehlt, um hier in den Kommentaren aktiv zu sein. Ihr sprecht mir mit euren Artikeln so oft aus der Seele. Seit es euren Podcast gibt, bin ich von euch noch mehr begeistert, da ihr das ausprecht, was in meinem Kopf so umherschwirrt. Wenn man in einem kleinstädtischen Umfeld groß geworden ist, dann in die Großstadt zieht, um zu studieren, Freund und Familie aber zu Hause bleiben, ist man doch oft nur die ‚Studierte‘ mit ihren verrückten Gedanken, wenn man mal ein Thema tiefer diskutieren möchte. Ihr habt mir gezeigt, dass es da draußen so viele verschiedene Meinungen geben kann und es wichtig ist seine eigene Meinung auch zu vertreten. Danke dafür!
    Dieser Artikel jedoch macht mich sprachlos. Ich finde es wirklich fragwürdig und unverantwortlich, dass Julia eine solche ‚Verhütungsmethode‘ als akzeptabel findet und das Ganze auch okay findet. Ja, Verhütung ist kompliziert und nicht einfach. Aber das denn Männern überlassen? Niemals! Ich denke, es wird immer Frauensache bleiben, denn wir müssen ja das Kind zur Welt bringen. Was wir tun können: Die Männer in die Pflicht nehmen. Ihnen zeigen, dass es auch Alternativen zu der Pille gibt. Und diese auch okay sind. Ich darf aus gesundheitlichen Gründen keine Hormone nehmen. Seit dem Absetzen der Pille habe ich wirklich Probleme meinem Partner zu vermitteln, dass man auch anders verhüten kann. Das Thema bewegt, das sieht man auch an den zahlreichen Kommentaren dazu. Wie wäre es in einer Serie alternative Verhütungsmethoden vorzustellen und die Erfahrung von Frauen darin einfließen zu lassen? Das klingt zunächst nach Dr. Sommer für Erwachsene. Aber ich denke es ist wichtig!

    Antworten
  35. Fabienne

    Mal abgesehen davon, dass ich mich nur anschließen kann, dass es mir ein Rätsel ist, wie man so gebildet sein kann und dann so verantwortungslos mit einem so wichtigen Thema umgehen kann, verstehe ich folgendes nicht: dein Argument ist, dass die Verhütungsmittel zu kompliziert sind und du zumindest beim Sex mal entspannen willst – aber dann jedes Mal darauf achten, wann genau der Partner kommt und immer wieder unsicher sein, ob alles „gut“ gegangen ist? Klingt nach einem Widerspruch ins sich.

    Antworten
  36. Anna

    Ich verwende seit über einem halben Jahr einen teuren Computer zur Verhütung und messe jeden einzelnen Tag ganz gewissenhaft meine Temperatur. Mit dem Ergebnis, dass ich genau 3-4 Tage im Monat unfruchtbar bin. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich ganz stark meine Tage habe. Ganz ehrlich, ich fühle mich total verarscht von dem Teil. Klar bin ich da unfruchtbar! Bzw klar werde ich da nicht schwanger weil ich währenddessen niemals sex haben würde.
    Aber an allen anderen Tagen des zyklusses zeigt mir das Ding an ich wäre fruchtbar.
    Ich war so hoch motiviert, hatte zig Blogs vorher gelesen und mich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Dann 300€ berappt und jetzt? Doch immer noch Sex mit Kondom.
    Da vergeht einem doch echt die Lust, wenn man schon sehr lange mit seinem Partner zusammen ist und jahrelang dank Pille kein Kondom verwendet hat.
    Geht es anderen vll auch so? Gibt es eine Lösung? Denn zurück zur Pille kommt für mich nicht in frage.
    Und Kulferspirale und Co auch nicht, ich hatte schon mal eine die wieder entfernt werden musste weil es zu Komplikationen kam 🙁

    Antworten
  37. Wiebke

    Oje, Julia!

    danke für Deinen Text, der als Deine persönliche „Wahrheit“ offenbar ganz dringend mal raus wollte. Einerseits mutig, ja.

    Andererseits. Schade, wie offenkundig fehlinformiert Du alles pauschal unpraktikabel nennst was eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper erfordert und nicht so „bequem“ (?) wie die Pille ist. Und die doch viel zu leicht zu haben war!

    Ich verstehe es nicht, einerseits aus nachvollziehbaren Gründen sich konsequent von Hormonen zu verabschieden und dann andererseits, obwohl es moderne sichere hormonfreie und praktikable Alternativen gibt, ausgerechnet auf total aus der Zeit gefallene (Nicht)-Methoden der Vorpillen-Ära auszuweichen.

    Deine Entscheidung. Oder vielleicht auch Nicht-Entscheidung. Okay.

    Willkommen zurück in den 50ern des letzten Jahrhunderts!

    Oder wie andere mit einer Menstruations-Kalender-App das Schicksal bereitwillig einem algorithmusbasierten Eisprung-Orakel zu überlassen. Das ist nicht smart. Das ist das gruselige Comeback von „Knaus-Ogino“ in Digital.

    (Die Abtreibungszahlen sind im 2. Quartal 2017 um 2,7% gestiegen.

    http://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Schwangerschaftsabbrueche.html)

    Ich denke, mit Wut und Ablehnung von Allem kommt Niemand zu einer mündigen Entscheidung. Sex ohne Verantwortung ist eine (schöne) Illusion der Pillen-Werbung.

    Der Arzt, der Dir als Teenie wohlmeinend viel zu leicht die Pille verschrieben hat, was kritisch hinterfragt werden darf, auch wenn es damals vielleicht die einzige Möglichkeit war, kann Dir die Entscheidung für Deinen Weg als erwachsene Frau nicht abnehmen.

    Ich denke, jede muss irgendwann eine bewusste und informierte Entscheidung über den Umgang mit der eigenen Fruchtbarkeit treffen.

    Stimmt leider auch, dass viele Ärzte sich mit hormonfreien Alternativen nicht gut auskennen – vor allem mit „Sensiplan“/NFP nicht, obwohl die Methode auf modernem Zykluswissen beruht und letztlich reine „Schulmedizin“ ist. Völlig absurd!

    (www.klinikum.uni-heidelberg.de/Natuerliche-Familienplanung.105835.0.html)

    Da haben so einige Ärzte die Entwicklung offenbar verschlafen. Mit modernen Spiralen kennen sich auch nicht alle Ärzte gleich gut aus. Es gibt so viele Vorurteile. Sicher ist auch die eine oder andere Ärztin irritiert über den überraschenden Trend zu hormonfreier Verhütung.

    Das, was aktuell so einige „Femtech“-Startups mit hochprofessioneller PR via Social Media, Blogs und Frauenzeitschriften mit coolen“Fertility Tools“ und mit (kostenlosen) Apps, die Dir mit schlauen Algorithmen das Denken abnehmen, als smarte cloud-basierte „Revolution“ der „NFP“ ankündigen, ist alles leider nicht zum Verhüten zu empfehlen. Da es keine Studien zur Anwendungssicherheit (Effektivität) der einzelnen Gadgets gibt. (Ist Rahmen einer Zertifizierung zum Medizinprodukt nicht vorgeschrieben). Ohne Mitdenken geht da also gar nichts!

    Die Sache selber in die Hand nehmen muss aber letztlich jede für sich.

    Das kann auch ein Diaphragma oder „Caya“ (individuelle Anpassung z. B. bei „profamilia“ oder „ffgz“) sein. Kein Wegwerf-Artikel! Die damit kombinierbaren Milchsäure- und Zitronensäure-Gele sind biologisch!

    Komisch, dass sich das angesichts des Menstruationstassen-Trends noch nicht wirklich herumgesprochen zu haben scheint. Wer das mit der Tasse gut hinbekommt, schafft vielleicht auch das.

    Die symptothermale Methode (ohne Zettelwirtschaft mit z.B. mit http://www.mynfp.de als Hilfsmittel) ist ganz klar nicht für jede was. Aber es schadet auch nicht, den Zyklus mal drei Monate zu beobachten und herauszufinden, wie der eigene Körper so tickt. Kann sogar richtig Spaß machen! (Beobachten geht auch parallel zur Spirale, Gynefix, Kupferperlenball).

    Klar, die Umstellung „Post-Pill“ ist riesengroß und kann frustrierend sein, wenn der Zyklus sich nicht sofort einpendelt.
    Ein echter Lernprozess.

    Mein Zeitaufwand: 4 Minuten an 10 bis 14 Zyklustagen – bis zur Auswertung, dann 18 Tage frei davon. Für mich ist das entspannt in dieser minimalistischen Achtsamkeitsroutine.

    Fachlich kompetente Aufklärung gibt es sonst in „Verhüten ohne Hormone“ (2015) von der Kieler Frauenärztin Dorothee Struck. Ein gut geschriebenes, völlig undogmatisches und praxisnahes Buch. Darin ein sehr ausführliches Kapitel über moderne Kupfer-Spiralen, -Ketten, -Bälle, wo mit einigen Mythen aufgeräumt wird.

    (Ich hab es in Berlin schon in einer ganz normalen Bezirksbibliothek gesehen).

    Auf der „DocDodo“-Website gibt es mehrere kostenfreie Webinar-Aufzeichnungen.
    (NFP; Verschiedene Spiralen; Libidoverlust unter der Pille).

    Auf „YouTube“ ist ein sehr ausführliches Interview mit vielen Informationen und Denkanstössen zu finden.

    Spätestens bei der Warnung vor smartphone-basierten „Hightech“-Lösungen (Minute 52 etwa) sollte es klick machen.

    Fruchtbares Nachdenken 😉

    http://www.youtube.com/watch?v=ZBTMBlAnbVo

    Antworten
  38. Yvonne

    Hallo,
    ein interessanter Artikel.
    NFP ist bei weitem nicht so kompliziert wie es klingt, nach einer Weile kann man sich das tägliche Messen locker sparen.

    Aber was mir vorallem bei diesem Artikel durch den Kopf geht: So ist Sex doch nicht geil?! Es sei denn, man mag den Nervenkitzel…aber den kann ich mir ja auch anders in die Laken holen?!
    An den fruchtbaren Tagen gibt es noch sooo viele andere Möglichkeiten, sich zu liebkosen oder es sich gegenseitig zu besorgen (je nachdem, welche Sprache man jetzt mag), als das Rein-Raus-Spiel…mir ist nicht ganz klar, warum es so kompliziert sein muss.

    Aber beim Nörgeln über die Pharmaindustrie mache ich natürlich mit! Es ist ja so bequem, Mädchen ab ca. 15 auf die Pille zu konditionieren; und anstatt Sinnvolles in die Welt zu setzen erfindet man lieber die „Lustpille“ für die Frau.
    Da gibts noch viel zu tun und zu nörgeln Mädels.
    Schönen Sonntag 🙂

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