Von morgens bis Mitternacht //
24h durch Wien mit Madeleine Alizadeh

21.11.2017 box2, Travel

Reißaus nehmen und die Welt kennen lernen, neue Kulturen aufsaugen und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen: Unsere neue Travel-Serie „Von morgens bis Mitternacht“ soll mit euch aus dem Alltag ausbrechen, euer Fernweh ankurbeln und euch in 24 Stunden das Schönste und Sehenswerteste einer Stadt mit auf den Weg geben. Und weil wir meist sowieso viel zu wenig Zeit haben, uns im Vorfeld durch Travel Guides zu durchforsten, haben wir Menschen gefragt, die uns dabei helfen, von längst platt getrampelten Pfaden abzukommen, die uns mit an ihren Sehnsuchtsort nehmen, in ihre Stadt, die voller Wunder steckt. Nach Tel AvivMailandParisLondonAmsterdamTokio, Reykjavík und Berlin besuchen wir heute doch mal eine Stadt, die zu schön ist, um wahr zu sein: Wien!

Und genau dafür haben wir uns eine Reiseführerin geschnappt, die wir hier auf Jane Wayne längst keine Unbekannte ist, sich irgendwann entschloss, alles anders zu machen und die getrampelten Pfade links liegen zu lassen: Madeleine Alizadeh. Mit ihr verbringen wir heute 24h Stunden in ihrer Heimatstadt, schlemmen uns durch etliche vegane Restaurants, gehen selbstverständlich ins Museum und in ihre Lieblingsbar. 

In diesem Sommer startete Madeleine außerdem einen beruflichen Neuanfang und lenkte dariadaria in eine neue Richtung. Und so plaudert sie heute regelmäßig in ihrem Podcast über Dinge, die sie bewegen, schreibt eine grüne Lifestyle Kolumne in der Wienerin, tritt als Speakerin bei diversen Veranstaltungen auf und ist in diesem Moment auf Bali, um sich voll und ganz der Yoga-Lehre zu widmen. Jetzt aber genug um den heißen Brei geredet: Von morgens bis Mitternacht durch Wien!

Liebe Maddy, welche Lieder begleiten dich durch die Stadt?

Diese Stadt ist für: Faultiere und Menschen, die gern in vergangenen Zeiten schwelgen. Wien ist gemütlich, ideal um sich stundenlang mit einem Buch in einem der vielen, alten Kaffeehäuser zu verlieren oder in einem Museum, vor allem wenn man Jugendstil mag!

Dein Herz hängt an Wien, weil… es sich provinziell anfühlt, aber eine Millionenstadt ist. Keine Stadt, in der ich bisher war, fühlte sich so dörflich an wie Wien. Wenn man hier lebt trifft man ständig Menschen, die man kennt und plaudert erst ein wenig, bevor man weiterzieht.  

Be prepared: Was sollte im Vorfeld auf jeden Fall in den Koffer wandern? Ein gutes Buch, denn in Wien gibt es unzählige Plätze, eins zu verschlingen. Es kann hier allerdings auch ziemlich windig werden! Wer also empfindlich ist, sollte den warmen Schal in den kühleren Jahreszeiten nicht vergessen.

Welches Buch liest sich hier denn besonders gut? 

Ein Winter in Wien Petra Hartlieb (die Autorin ist auch Inhaberin der Buchhandlung „Hartliebs“, wo ich meine Bücher am liebsten kaufe https://hartliebs.at/

Ich packe meinen Koffer: 
Was wandert aktuell bei euch rein?

Meine Veja Sneakers
Meine faltbare Reiseyogamatte
Und einen alten Schal

24 Stunden Wien fernab von getrampelten Wegen //
Vom Frühstück bis zur schönsten Bar, hin zum schnuckeligsten Hotel: Wo schickst du uns hin?

Aufgewacht im.. Hotel am BrillantengrundDie Wiener*innen sind bekannt für ihren „Grant“ (Übellaunigkeit, Unmut) und den spürt man vor allem in der Früh. Wer also Freundlichkeit erwartet, sollte Gespräche mit Einheimischen vor 9 Uhr morgens tunlichst meiden. 

Aber auch hier ist es schön: Im Magdas! Das Hotel wird von geflüchteten Menschen betrieben -wenn das nicht mal unterstützenswert ist! Und nicht zu vergessen, das Hotel Daniel.

Zum Frühstück schicke ich euch Erich oder ins Frida, wo es meiner Meinung nach die besten veganen Frühstücksangebote der Stadt gibt.

Meine Lieblingsgerichte im Erich? Die Huevor Rancheor oder das „Rise & Shine“, das man nach eigenen Wünschen adaptieren kann. Im Cafe Frida gibt es die besten veganen baked beans der Stadt, dazu wird French Toast serviert – wow!

Wer was auf sich hält wohnt in Wien im 7. Bezirk – auch Hipstertown oder Bobostan genannt. Rund um die Neubau- oder Lindengasse finden sich zig süße Läden, kleine Cafés und Ateliers.

Perfekt zum Flanieren und Frühstück verdauen. Vorbeischauen empfohlen!

Man darf nicht in Wien gewesen sein, ohne in ein Kaffeehaus gegangen zu sein! Wer also eh im 7. Bezirk unterwegs ist und es modern mag, kehrt bei Wolfgang Coffee ein. Im Conceptstore von Qwstion versteckt sich der kleine Kaffeeladen, der vom sympathischen Gianni betrieben wird. Hier trifft man sich vor, nach und während der Arbeit.

Wer es traditionell mag, kehrt ins Café Hawelka oder ins Kleine Café in der Innenstadt ein, wo man sich vom „Grant“ der Wiener Kellner*innen überzeugen kann (die Unfreundlichkeit gehört tatsächlich dazu, bitte nicht verschrecken lassen!) 

Essen gehört zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen und weil es in Wien wirklic eine gute Asian Fusion Küche gibt, empfehle ich statt dem Schnitzel, Lunch in der Bao Bar oder bei Old Quarter.

Baos sind gedämpfte Brötchen, die asiatischen Burger sozusagen. In der Bao Bar gibt es eine vegane Variante, die zum Hinknien ist. Bei Old Quarter gibt es dafür die besten Banh Mis der Stadt, vor allem die mit Melanzani (so sagt man zu Aubergine bei uns!) ist zu empfehlen.

Was ich an Wien so sehr schätze, ist das unendliche, kulturelle Angebot. Ein Museumsbesuch im Museumsquartier oder MAK sind fast Pflicht.

Wer es gerne klassischer mag, sollte sich die Albertina oder Secession nicht entgehen lassen. Wer die Baos oder Banh Mis verdauern möchte, kann sich auch zum Yoga Stunde bei Retreat Vienna begeben, einem wunderschönen Studio in der Stadt. 

 

Ein Beitrag geteilt von Daria (@d_khabarova) am

Die schönsten und coolsten Menschen der Stadt sitzen im Phil und lesen (oder tun so). Das Büchercafé ist gefährlich, weil man immer mit einem gekauften Buch rausgeht, so gut ist die Auswahl.

PS: Wer eine Tüte braucht bittet um ein „Sackerl“. Ein weiterer Tipp ist die Vollpension, wo Omis (ja, richtige Omas) Kuchen backen.

Zum Abendessen gehe ich total gerne zu TATA (Bun Chay!) oder Mama Lius and Sons (hot pot Liebe!). Beide haben fantastische, vegane Optionen, aber auch genug für Nicht-VeganerInnen.

Wer ein bisschen Japan in Wien fühlen möchte, geht zu Karma Ramen und für die besten Burritos und Wraps gehts ab zu Gorilla Kitchen.

 

Ein Beitrag geteilt von WeLu (@de_lueks) am

Den Abend ausklingen lassen, kann man am besten mit Drinks in der Parfümerie (Raucherlokal) oder If Dogs Run Free.

Wer sich leicht beschwipst noch die Beine vertreten möchte, kann durch die Wiener Innenstadt (1. Bezirk) spazieren und vor allem in der Winterzeit die wunderschönen Lichter bestaunen. Wien ist anders, wundervoll, wie aus einer anderen Zeit!

Dein liebster Urlaubsschnappschuss aus Wien?

5 Instagram-Accounts aus der Stadt,
die den Geist und das Leben hier perfekt einfangen.

 

Ein Beitrag geteilt von J. Scheiber (@minusgold) am

 

Ein Beitrag geteilt von Nina Himmelreich (@nhmml) am

Ein Mitbringsel für die Liebsten,
das man aus Wien besonders gut mitbringen kann.

Einen Egon Schiele oder Gustav Klimt Kunstdruck aus einem der vielen Museumsshops.

Gustav Klimt: Bild „Malcesine am Gardasee“ (1913), gerahmt via ars mundi.
 

Für welche Stadt soll unser Guide
als nächstes beantwortet werden?

 
Ich würde mir eine Stadt in Osteuropa oder am Balkan wünschen:
Serbien, Rumänien oder vielleicht Bulgarien.
 

Und noch mal alle Tipps von Maddy für euch zum Nachsehen:

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