Black Girl Confessions // 3 Youtube Formate für mehr Akzeptanz und Toleranz

28.11.2017 Film, Leben, Gesellschaft

Wie fängt man eigentlich an, mit dem anders Denken und kritischen Hinterfragen? Allzu oft habe ich schon gehört, dass meine Texte, hier auf This Is Jane Wayne, aufschlussreich, interessant und wichtig seien, auf der anderen Seite aber bislang der Zugang gefehlt hat oder schlichtweg das Bewusstsein dafür, dass Gleichstellung, Inklusion und Akzeptanz noch längst nicht in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sind. Und ja, ich verstehe es. Während ich regelmäßig mit gesellschaftlichen Missverhältnissen und Alltagsrassismus zu tun habe, ist es für viele Menschen trotz hoher Bildung und großem Interesse immer wieder erschreckend, was es bedeuten kann, als nicht weißer Mensch in einem als weiß verstandenem Land zu leben. Deshalb mache ich hier liebend gerne den ersten Schritt. Ob mit kritischem Text oder meiner eigenen Geschichte. Doch es geht natürlich auch anders: Danke Youtube, für dein reichhaltiges Angebot! Zwischen Schmink-Tutorials und Ikea-Hauls finden sich viele durchaus sehenswerte und interessante Webserien, die die Zuschauerschaft mitnehmen in ein etwas roheres Deutschland, oder besser: In ein Deutschland, das sie bisher vielleicht noch gar nicht kannten.

Wer sich also für dokumentarische Serienformate interessiert und gleichzeitig ein bisschen über den Tellerrand hinausschauen mag, kann sich also neben vielem Lesen nun auch auch einfach mal entspannt zurücklehnen und den Vollbildmodus anknipsen. Sollte man seine Liebsten außerdem an die Thematik heranführen wollen, halte ich das Videoformat für besonders geeignet zum Herzeigen und Weiterempfehlen. Das Beste: Kostet nichts und ist für alle zugänglich. Bühne frei für drei Formate, die für mehr Akzeptanz, Aufklärung und Toleranz plädieren:

Berliner Farben

Bei der Porträtierenden Webserie steht die deutsche Hauptstadt mit ihren vielen Facetten im Mittelpunkt. Bunt? Vielfältig? Frei? Wie fühlen sich eigentlich Menschen die hier leben und tagtäglich mit Ausgrenzung und Diskriminierung zutun haben? Porträtiert wird ein Potpourri aus Persönlichkeiten, von Buchautorin und Coach Tupoka Ogette bis hin zur Sängerin Leila Akinyi. Polina Baumgarten, die an der Humboldt Universität Afrikawissenschaften im Master studiert, hat bisweilen acht wunderbare Episoden produziert, welche wichtiger und aufschlussreicher nicht sein könnten. Zudem begleitet von feinen visuellen Eindrücken und einem tollen Soundtrack. Was es den Zuschauern gibt? Mir vor allem das Gefühl nicht alleine zu sein. Mit meinen Problemen vor allem, meinen Ängsten und Sorgen aber auch meinen Träumen und Wünschen für die Zukunft.

Schwarz Rot Gold

Vor zwei Jahren ist Jermaine Raffington durch Deutschland gereist und hat mit denen gesprochen, die als schwarze deutsche in ihrem Leben direkt von Rassismus und Ausgrenzung betroffen waren oder noch heute sind. Für das Webpublikum spricht er mit Politikern, Musikern und Holocaustüberlebenden und schafft dabei unheimliche Nähe zu den Interviewten. Die Serie umfasst neun Folgen und porträtiert ein interkulturelles Deutschland, was für die Zukunft noch einiges zu lernen hat. Ohne dabei anzuklagen und schuldige zu suchen, reflektieren betroffene Deutsche ihre Erfahrungen mit Rassismus und ihren Weg mit diesem umzugehen. Das Format ist vertiefend für diejenigen, die sich für spezielle Geschichten aber besonders unterschiedliche Lebensentwürfe und Formate von schwarzen Menschen interessieren. Es werden Klischees besprochen aber vor allem durch Protagonisten gebrochen, die heute im Bereich der klassischen Musik, der Politik oder dem Bildungswesen arbeiten.

Afro.Deutschland

Weniger einer Serie als eine Dokumentation ist Afro.Deutsch, eine Produktion der Deutschen Welle. Über die Wichtigkeit von schwarzen Vorbildern und den Zwiespalt, in dem Menschen mit multiplen Nationalitäten stecken, spricht Moderatorin Jana Pareigis mit deutschen, denen ihre Nationalität nicht nur einmal aberkannt wurde. Samy Deluxe, Esther Donkor und Tahir Della erzählen, warum sie sich als Kinder manchmal wünschten weiß zu sein und lüften so ganz nebenbei auch noch das Geheimnis von Beyonces Wallemähne. „Ich wär so gern dein Superheld mit brauner Haut“, schrieb der Hamburger Rapper Samy Deluxe vor Jahren für seinen Sohn und verarbeitete damit sein eigenes Trauma, zeit seiner frühen Kindheit ausschließlich mit nicht schwarzen Vorbildern konfrontiert worden zu sein. Was macht das mit einem? Wie können wir al Gesellschaft daran arbeiten? Eine gute Einführung der deutschen Welle in der auch Neulinge behutsam und dennoch direkt an das Thema herangeführt werden.

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