Outfit // Ein Eiswürfel mit Sombrero-Hut

13.12.2017 Outfit, Wir

Ich bin, das ist mir neulich schon aufgefallen, ein Zwischenmensch und zwar in gleich mehreren Bereichen. Das bedeutet zum Beispiel, dass ich ziemlich häufig zwischen den Stühlen stehe, statt mich klar positioniert wiederzufinden, was manchmal wirklich anstrengend ist und außerdem die ein oder andere Entscheidungsfindung zum Erliegen bringt. Vielleicht bekomme ich deshalb ja auch Spontan-Ausschlag, wann immer mich jemand nach meinem 5-Jahresplan fragt. Eine ätzende Erfindung, dieser Zukunftsdruck, wenn man mich fragt. Schließlich kann ich nicht einmal wissen, ob in einer Woche noch alles genau so ist wie heute, aber was solls, darum geht es jetzt überhaupt nicht. Sondern um das Wetter! Ich hasse den Winter. Und ich liebe ihn! Ihr versteht. Der gemütliche kerzenlicht-getränkte Alltag etwa geht mir sogar erstaunlich gut rein, die morgendliche Garderobenwahl im Angesicht des Schnneeregens hingegen, kostet mich etliche Nerven. Wenn es also darum geht, wie man sich, um kurz mal dem InStyle-Jargon zu frönen, „stylish“ gegen die Kälte wappnet, bin ich die absolut schlechteste Ansprechpartnerin der Welt. Für überaus talentiert halte ich mich allerdings immer dann, wenn Hässliches das Herz küsst. Ich meine, Freunde, jetzt mal ehrlich, vor lauter Anti-Frost-Pragmatismus sehe ich manchmal den guten Stil nicht mehr, das wissen wir alle, aber wenn man nur genug Zutaten in einen Top wirft, kommt am Ende ja quasi doch wieder Köstliches raus, jedenfalls mit viel Glück. Heute zum Beispiel bezeichne ich mich selbst als Eiswürfel mit Hut, den man entweder zum Ausspucken oder Weglutschen finden kann, 

Der grüne Pullover aus Fleece etwa ist solo betrachtet eine kleine Herausforderung fürs Auge, aber mit kleinem Karotuch verziert geht es, wenn man mich fragt, gleich ein bisschen besser. Und die gigantische Jacke macht aus wirklich jeder Person ein Michelinmännchen von gigantischem Ausmaß, ganz zu schweigen vom rosa Reißverschluss-Detail, der mit anfangs wie eine geschmackliche Verirrung vorkam, im Zusammenspiel mit einer babyblauen(!) Tasche samt Kakteen und Sombrero-Hüten (geschossen im aktuellen 50% Prada Sale, weil Liebe) aber doch wieder lustigen Sinn ergibt. Aber: Nichts gegen meine (fast) hundertjährigen Dr. Martens, an denen lasse ich kein schlechtes Haar! Was ich aber eigentlich sagen möchte: Es lohnt sich manchmal, an Schönheit auf den zweiten Blick zu glauben. Das ist riskant, aber spannend. Manchmal prima und manchmal daneben. Aber fast nie langweilig. Und damit gar nicht mal so verkehrt.

Jacke: Ganni 
Pullover: Patagonia
Tasche: Prada (aus dem KaDeWe)
Hose: Ganni 
Schuhe: Dr. Martens 
Ohrringe: Après Ski

5 Kommentare

  1. Lena

    Der Pulli in Kombi mit der Jacke (dieser Reißverschluss passt perfekt dazu!): genial! Ich habe mich jüngst verknallt in die Patagonia Retro Pile Jacke (hat die nicht mal dein Sohn in klein auf nem Bild getragen? Ich bin bekennendes Patagonia Opfer mit nem Blick für dieses Logo ;)). Auch eine Herausforderung fürs Auge. Ich arbeite in einer Schule, bei den Grundschulkids bin ich damit Shaun das Schaf, bei den großen Kids dagegen habe ich keinen Geschmack. Aber wie du sagst: Sei´s drum, mir egal.

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  2. Linda

    Nach meinem Geschmack einer der allerschönsten Looks an dir! Der Gesichtsausdruck hilft aber auch dabei die Bilder und das Outfit so wahnsinnig liebenswert und spannend zu finden.

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  3. Hanna

    Ich finde dein Outfit gerade wegen dem wilden Mix passend für das Wetter. Grau in grau- Einheitsbrei sieht man schon genug wenn man aus dem Fenster schaut. Find ich richtig gut!!!! Vor allem die Tasche ist super!

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