Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. Texte über das Leben, die Liebe und Musik. @nikejane

Travel // Ein Paris-Guide
für entspannte Reisende, die im Alltag schon genug Termine haben.

31.05.2016 um 11.00 – Travel Wir Wohnen

airbnb paris schoenste apartments

Paris ist die Stadt der Liebe und der schönen Kleider. Paris ist der Himmel für Kunst und Poesie. Paris ist wie ein Gemälde, sagt man. Ich war schon oft da, aber richtig ankommen durfte ich nie, bloß hetzten, von A nach B. Das sollte diesmal anders werden. „Paris is always a good idea“, fand schon Audrey Hepburn. Auch zum Abschalten und Staunen und treiben lassen. Ich habs versucht, drei Tage lang. Und noch nie ist es mir so gut gelungen. Ganz ohne Termine, aber mit einem lieben Menschen an der Hand. Wenn es regnet, dann schlafe ich von früh bis spät, habe ich mir zuvor geschworen, das macht mir gar nichts. Aber die Sonne schien, manchmal brannte sie sogar, zum Beispiel als ich im Jardin des Tuileries zwanzig Minuten lang zwei Enten beim Küssen beobachtete. Deshalb tun mir jetzt ein bisschen die Beine weh. Aber auf die gute Art. Zwar nicht von Abenteuern, aber von guter Musik. Von einem Maccaron-Pfad quer durch Marais, vom Bummeln und Trödeln und Füße übereinander schlagen.

Wenn ich verreise, will ich ganz nah dran sein an meiner Stadt, Hotelzimmer machen mich unglücklich, jedenfalls meistens. Seit meines Ausflugs nach New York bin ich nun also auch dem Airbnb-Tourismus verfallen, eine Erfindung aus dem Himmel, wenn man mich fragt. Da steht der frisch gerpresste Orangensaft im eigenen Kühlschrank, man atmet ein bisschen Alltag der hier Lebenden ein, entdeckt Bildbände, gesammelte Gemälde und versteht ein bisschen mehr, was es heißt, eine Pariserin zu sein. Oder ein Pariser, so wie Colas, dem ich für seine Wohnung am liebsten die Füße küssen würde. Ich weiß nicht, was er den lieben langen Tag lang macht, aber ich ahne es. Überall liegen Magazine über die schönen Künste der Welt verteilt, Ölfarben strahlen von den Wänden, nichts wirkt neu, alles fühlt sich nach alten Seelen an, nach Liebe zum Detail und einem ausgesprochen geschickten Händchen für Flohmarktfunde, die das Früher ins Jetzt katapultieren. Ich hätte noch viel länger bleiben können, aber Märchen gehen nunmal irgendwann vorbei. Das Gute ist aber: Man kann die Seiten immer wieder aufschlagen. Oder einfach wiederkommen, irgendwann. weiterlesen

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Jane Wayne OUTFIT //
Doppelt gestreift mit Marni und Lika Mimika.

31.05.2016 um 7.30 – Outfit Wir

thisisjanewayne chanelViele Jahre meines Lebens konnte ich den ganzen Wind, der um weiße Blusen gemacht wird, weder verstehen, noch spüren, nicht einmal ein bisschen. Eine weiße Bluse ist eine weiße Bluse ist eine weiße Bluse und mehr nicht – Dachte ich. Ist auch so. Aber inzwischen weiß ich, dass es kaum etwas Praktischeres gibt oder Schmeichelnderes oder Schlichtschöneres.Vor allem an Tagen, an denen man den Pragmatismus am liebsten an oberste Prioritäten-Stelle setzen würde, aus unterschiedlichste Gründen aber nicht dazu in der Lage ist, genau so wenig wie zum Kopfzerbrechen vor dem Kleiderschrank. Noch besser, wenn man obendrein eine Freundin hat, die ihrerseits eine der schönsten aller Hosen satt hat, jedenfalls wenn es nach meinem Geschmack geht. Ein Hoch auf diese straßentaugliche Pyjama-Seidenhose samt Farbstreifen-Pracht und außerdem ein riesengroßes Danke an Duweißtschonwen. An den Füßen trage ich übrigens ebenfalls gestreift – mehr ist manchmal vielleicht ja wirklich mehr: weiterlesen

Outfit //
Très romantique!

30.05.2016 um 10.43 – Outfit Wir

ganni kleid rosen outfit thisisjanewayne

Ich war schon ziemlich oft in Paris, aber leider handelte es sich bisweilen jedes Mal nur um ein kurzes Tête-à-tête, ein, Pardon, schnelles Rein-Raus sozusagen. Der Arbeit wegen, diese ganzen Reisen wirken auf Instagram nämlich durch die Bank viel glamouröser als die Wirklichkeit, in der man quasi schnurstracks zur Location gefahren wird, viel redet und fotografiert und Notizen macht, dann einen Happen zu pappen und anschließend wieder auf dem Hotelzimmer verschwindet, um mit dem Laptop zu flirten. Nur einmal, mit Oma und Opa, da verbrachte ich meine Zeit in allen auch nur erdenklichen Museen – weshalb ich von der Stadt selbst schon wieder nicht allzu viel mitbekam. Das sollte sich am vergangenen Wochenende endlich ändern.

Ohne Plan, aber mit viel Hunger und Vorfreude auf das Nils Frahm x Olafur Arnalds Konzert im Louvre, ließ ich mich in allerbester Begleitung durch die Straßen treiben. Danke auch nochmal für eure Tipps, jeder einzelne hat uns diesen Kurzurlaub versüßen können, wirklich wahr. Und weil ich meine Freizeit ausnahmsweise mal nicht wie Nachbars Lumpi verbringen wollte, kramte ich am ersten Tag sogar tatsächlich noch in der Romantik-Kiste und führte in der Stadt der Liebe meinen neuen Rosentraum von Ganni aus. Kann man ja mal machen: weiterlesen

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Interior // PomPom
Blumenampeln & mehr von Dast

26.05.2016 um 11.00 – Wohnen

dast pompom blumenampel

Sophia Zarindast ist und bleibt meine persönliche Schmuck-Heldin, denn Schmuck ist eigentlich gar nicht so sehr meins, mit ihren Perlmutt-Ohrringen hat der Tausendsassa mich allerdings einst um den Finger gewickelt. Seither bin ich der Hamburgerin treu – und zwar nicht nur hinsichtlich dieser irrwitzig schönen Muschelkunst, sondern auch aufgrund eines nicht mehr ganz so neuen Neuzugangs im Land der tausend Talente der Fräulein Zarindast. Die Mitte 20-Jährige, die einige von euch womöglich längst aufgrund ihres Blogs Kabutar kennen, eröffnete im vergangenen Jahr obendrein einen Online-Shop für Selbstgemachtes und -Gefundenes. Möbel sind dabei, Vasen, Hocker, viel Keramik und nun auch eigens angefertigte Blumenampeln samt Pompom-Gehänge. Zack, da hat sie mich wieder, na klar.

Aber Sophia wäre selbstredend nicht Sophia, wenn nicht außerdem schon allein die Fotos der übrigen Schätze für mehr Inspiration sorgen würden, als mir eigentlich lieb ist. Ich würde doch so gern mal zufrieden sein mit meiner eigenen Wohnung. Aber nein, jetzt dürften es plötzlich schon wieder gern zwei Rattan-Hocker mehr sein: weiterlesen

Brain Blah // Vom Freischwingenlassen & tiefen Einblicken – #freeyourboobs

26.05.2016 um 9.58 – Feminismus

free the boobiesIch hatte mal einen Freund, irgendwann in wilden Jahren, der sagte, ihm sei es ja im Grunde genommen recht egal, welche Größe oder Kleine der Busen seiner Angetrauten habe, aber im Bikini, da sähe so ein bisschen mehr Vorbau schon sehr viel besser aus, man denke ja nur mal an die üppig bestückten Covergirls der Sports Illustrated oder an Victoria Secrets Laufstege, in heißen Gewässern wie diesen würden sich schließlich auch keine Waschbrett-flachen Model-Fische tummeln. Ich hatte auch eine Freundin, die interessierte sich eigentlich überhaupt nicht dafür, wer wo wann wieviel Oberweite mit sich herum zu schleppen hatte, bloß wirkten mondgroße Möpse ihrer Meinung nach leider zweifelsohne primitiv, da nutze weder ein adretter Ausschnitt, noch eine bedeckende Mönchs-Kutte irgendwas. Ich hatte mal einen Gedanken dazu, der da lautete: Warum müssen wir überhaupt noch drüber reden. Über, pardon, Titten.

Wir haben ja schließlich alle welche, sogar Männer. Allerdings sprechen wir im Vergleich nur äußerst selten über die beiden Extreme der Wonne weicher Man Boobs oder steinharter Vierecke mit Adonis-Nippeln dran. Ohnehin scheint es, als sei das Busen-Bewusstsein der meisten männlichen Wesen unantastbar, sogar der dicke Ulrich fährt im Sommer oben ohne durch sein Dorf. Fahre ich hingegen zwar nicht ganz ohne, aber immerhin ohne Büstenhalter mit der U8 gen Berlin Mitte, traut die Menschheit zuweilen ihren eigenen Augen kaum. Aus selbigen lassen sich dann Gedanken wie „Ach du Scheiße, das wippt ja voll, und da, schau, eine Brustwarze, nein sogar zwei, aber wo eigentlich, das hängt ja schon, Pfuiteufel.“ heraus lesen. weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Bonjour Paris, Nils & Olafur!

25.05.2016 um 14.08 – Mode Shopping

Ohne Titel 8

Ich hatte es euch schon vor ein paar Wochen erzählt, jetzt ist es aber endlich so weit, ich schnall ab: Am Wochenende mache ich mich aus dem Staub. Drei Tage Paris warten auf mich und damit auch eines der weltbesten Geburtstagsgeschenke aller Zeiten, nämlich ein gemeinsames Konzert von Nils Frahm und Olafur Arnalds im Louvre. Ab Mitternacht, sechs Stunden lang. Mir ist schon ganz schummrig im Bauch vor lauter Freude.

Und könnte ich es mir aussuchen, ich würde den Samstag zuvor in obigem Outfit verbringen, eine Tonne Maccarons vertilgen, im Parc des Buttes Chaumont auf dem Rücken im Gras liegen, durch Marais flanieren und sonst überhaupt nichts tun. Vielleicht mache ich es genau so. Bloß bleibt dann noch immer genug Zeit für Schabernack und Völlerei – Tipps und Tricks sind also herzlich willkommen ♥ weiterlesen

OUTFIT // Von der Unmöglichkeit, ein rotes Kleid zu tragen.

25.05.2016 um 7.01 – Outfit Wir

gucci slipper

Es ist gar nicht so einfach, als Frau in einem roten Kleid durch die Stadt zu flanieren, ohne dabei angestarrt zu werden. Oder angepfiffen. Als sei man ein Stier oder so etwas, allzeit bereit jedenfalls und überaus willig ungefragt Kommentare unterschiedlichster Art zu empfangen. Das war mir bis gestern nicht klar, ich besaß nämlich noch nie zuvor ein solches Exemplar in Erdbeerfarben. Und Lust auf Ringelpiez hatte ich in Wahrheit wirklich überhaupt nicht, an meiner Aura kann es also nicht gelegen haben, ganz im Gegenteil, ich war ja noch nicht einmal zu kommunizieren in der Lage, als man mir schon Frivolitäten aus einem fahrenden Auto heraus hinterher rief. Dabei hatten Lio und ich gerade erst um ein Haar die Tagesmutter verpasst und zwar nachdem sein Müsli auf dem Boden, die Zahnpasta auf den Füßen und meine Nerven im Keller gelandet waren. Das ist übrigens noch so eine wahre Wonne: Eine Frau im roten Kleid, die einen Kinderwagen schiebt – die Legitimation für quasi alles.

Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass man durchaus auch hätte ein graues Kleid wählen können, wenn man doch ohnehin viel lieber unsichtbar geblieben wäre. Ja, aber nein. Es muss doch möglich sein, einen Springbrunnen der guten Laune gegen den vermasselten Start in den Tag ausführen zu können, ohne dabei Unhöflichkeiten zu erfahren. Es ist ja nicht so, als würde ich mich nicht über ein ernst gemeintes Kompliment oder gar ein Lächeln freuen. Auch Kritik vertrage ich, aber was bitteschön soll ich denn auf „Böh, darf ich deine Beine lecken? „antworten. „Klar, macht dann ein Eis am Stiel, bitte.“? Ja, nun. Ihr würdet es ja eh nicht tun. Dann lasst doch einfach die dumme Quatscherei und schenkt Kleidern, die ihr mögt, ein nettes Lächeln. Danke. weiterlesen

Film-Tipp //
„La Belle Saison“ – eine Sommerliebe

24.05.2016 um 11.00 – Film

film tipp la belle saison

Ich finde ja, Film-Tipps kommen niemals aus dem Wetter. Laue Sommernächte verbringen Turteltäubchen schließlich gern im Freiluftkino, Bahnfahrten raus zum See müssen wohl oder übel ebenfalls überstanden werden und dann gibt es ja noch diesen nicht unwahrscheinlichen Frühlings-Regen. Aber selbst wenn es trocken bleibt, ist so eine kleine eineinhalbstündige Pause auf dem Balkon, samt Wein und Pizza, wirklich nicht die schlechteste Idee. Vor allem, wenn auf dem Bildschirm trotzdem die Sonne scheint. „La Belle Saison“, ihr habt vermutlich schon davon gehört, ist ein französisches Film-Schätzchen. das offenbar dringend angesehen gehört und zwar nicht zuletzt aufgrund von Cécile de France, die in ihrer Rolle als Carole einmal mehr zu strahlen scheint. Es geht, natürlich, um die Liebe. Um eine, die nicht sein darf. Regisseurin Catherine Corsini hat sie selbst erlebt.  weiterlesen

Friday Inspiration//
Der Look von Trine Kjaer

20.05.2016 um 9.30 – Beauty

trines wardrobe

Wir kennen Trine Kjaer jetzt schon einige Jahre lang, vielleicht sind es vier oder fünf, und zwar seit wir während einer Fashion Week in Kopenhagen quasi ineinander gestolpert sind. Weil wir uns aber nur furchtbar selten sehen, folge ich der Stylistin, Bloggerin und Gründerin einer eigenen Haarpflege-Linie immerhin auf Instagram und wie es mit den meisten Skandinavierinnen nunmal so läuft, bin ich nicht selten überaus angetan von dem, was sie uns dort präsentiert. Diesmal ist es die Frisur, die Trine während der Elle Style Awards trug.

Ein Tutorial folgt alsbald auf ihrem Blog Trine’s Wadrobe, bis dahin bleibt uns aber zumindest die mutige Möglichkeit, ganz blind drauf los zu probieren. Ich vermute, mit ein bisschen Geschick und einer Handvoll schwarzer Haargummis könnte es sogar klappen. Es kann so einfach sein, einen Zopf zu zaubern, der in die Kategorie Anti-Langeweile fällt, nur kommen wir in den allerwenigsten Fällen selbst drauf. Deshalb: Danke, Trine. Für die heutige Haar-Inspiration, die uns möglicherweise durch die Nacht begleiten wird: weiterlesen

Wish List //
Red, red wine (am Strand)

19.05.2016 um 15.21 – Shopping

wishlist thisisjanewayneIch mag Jeansjacken schon seit ich drei Jahre alt bin, so wie die allermeisten von uns, und deshalb frage ich mich gerade auch aufrichtig, weshalb ich niemals zuvor auf die Idee gekommen bin, mit farbigen Modellen zu liebäugeln. Blau, Weiß, Schwarz, das wars – bis dieses rote Stück Strand-Sehnsucht da oben gerade eben meinen digitalen Weg kreuzte. Jetzt bin ich ganz aus dem Häuschen. Auch wegen der folgenden guten Nachricht, die mich obendrein ereilte:

Die begehrten Espadrilles von Castañer, welche zweifelsohne Giraffen-Beine ganz ohne Gehbeschwerden zaubern, sind endlich wieder vorrätig. Das spanische Familienunternehmen mauserte sich schon in den 60er Jahren zum Jute-Keilabsatz-Händler der adretten Mode-Meute, Yves Saint Laurent gab die Schuhmodelle nämlich höchst persönlich für eine seiner Schauen in Auftrag. Ja, so war das. Man kann also sagen: Damals wie heute schön und begehrt, diese heißen Sohlen: weiterlesen

Outfit // Mittagspause.

19.05.2016 um 13.48 – Outfit Wir

levis outfot thisisjanewayne

Weil viele von euch meine Alltags-Outfits viel lieber mögen als manch ein modisches Experiment, hat sich Sarah in unserer Kaffee-langen Mittagspause ganz fix die Kamera geschnappt, um die obige Büro-Uniform zu dokumentieren. Etwas öde fühle ich mich an solchen Tagen, aber dafür auch schluffig-gemütlich verpackt, mehr muss zum Festkleben auf meinem geliebten Bürostuhl manchmal aber auch wirklich nicht sein. Ausnahmsweise mache ich diesmal übrigens drei Kreuze, wenn die Woche endlich geschafft ist. Mein Hirn ist so gut wie leer gefegt und ich habe nichts, aber auch wirklich absolut gar nichts zu meiner Verteidigung vorzubringen. Ab und zu frage ich mich, was wohl passieren würde, wenn das Brett vorm Kopf einfach bliebe. Mehrere Wochen lang oder gar für immer. Grande catastrophe.

Damit dieser Fall hoffentlich niemals eintritt, werde ich mich am Wochenende zusammen mit Lio bei Oma auf dem Land verstecken, einen ganzen Erdbeerkuchen allein vertilgen und mindestens zwei leere Blätter mit neuen Text-Ideen füllen. Vielleicht klappt ja dann auch wieder mit dem Einhalten von Deadlines. Dem beantworten von Emails. Und Planen von noch mehr Schabernack. weiterlesen

Ears on // Der Anti-Slut-Shaming-Podcast von CORINNE FISHER & KRYSTYNA HUTCHINSON

18.05.2016 um 15.51 – Feminismus Kultur Leben

sorry about last night podcast

Corinne Fisher (30) und Krystyna Hutchinson (27) sind Freundinnen, die gern über Sex reden und Witze machen. Mittlerweile hören ihnen Menschen aus der ganzen Welt dabei zu. Ihr gemeinsamer Podcast „Sorry about last night“ ist während der vergangenen zwei Jahre zu einer Art Comedy-Show gewachsen, die den Untertitel „Anti Slut Shaming“ trägt und derzeit knapp 14.000 Facebook Fans verzeichnet. Anti-Slut-Shaming deshalb, weil Frauen, die über Intimes und Genitalien reden, noch immer kritisch, oder eher: schlampig beäugt werden. Dass sich überhaupt jemand für das interessieren würde, was die beiden New Yorker Schauspielerinnen über Brüste, Blasen, die Liebe und all jene Dinge, die irgendwie dazu gehören, zu erzählen hatten und noch immer haben, kam demnach überraschend. Auch, weil der Erfolg nicht geplant war. Corinnes große Liebe ließ sie sitzen, danach folgten Eiscreme und jede Menge heilende Gespräche mit Krystyna – bis sich irgendwann das Mikrofon dazu gesellte und mit ihm hunderte Fragen und Themen von Seiten der Zuhörer_innen, die manchmal absurd, aber noch häufiger ziemlich ernst ausfallen.

Es geht zum Beispiel darum, was Pornos mit uns und unseren Erwartungen anstellen. Um die Hassliebe zur eigenen Vagina. Es geht um Vergewaltigung. Um das sexuelle Verhalten von Frauen und um Sexismus. Aber auch um Männer, der Podcast ist für alle da. Es geht um das Führen gesunder Beziehungen. Oder das Beenden beschissener. Um den Körperkrieg, den wir mit anderen und gegen uns selbst führen. Um Behinderungen. Um Abtreibung. Und um Gedanken, die sich sonst nur sehr selten jemand auszusprechen wagt. Corinne und Krystyna hören bei all dem zwar niemals auf, Witze zu machen, ihre Ratschläge sind aber alles andere als lustig: „(…) was wir sagen, ist echt und ernst gemeint. Wir überlegen so, wir wir es für beste Freunde tun würden. Und es ist eine Technik, humorvoll über richtig wichtige Dinge zu reden. Ein bisschen so wie früher, wenn du Medizin nehmen musstest und deine Mutter sie in deinem Eis versteckt hat (Quelle: NEON).“ weiterlesen

Im Kulturbeutel //
Nike Janes Beauty Routine

18.05.2016 um 13.08 – Beauty

beauty nike van dinther

Ich bin jahrelang davon ausgegangen, ich sei das Gegenteil eines Beauty-Narrs, eher so etwas wie ein grober Schmink-Amateur, der hier und da versucht, nicht allzu sehr auszusehen wie Oscar aus der Tonne. Mehr Drogeriemarkt als Parfümerie eben. Nivea-Creme stand da auf meinem Nachttisch, im Bad herrschte bis auf ein paar wenige Mascara-Aussahmen gähnende Leere, in jeder Handtasche schlummerte immerhin eine Handcreme, für mehr Firlefanz fehlte mir jedoch lange nicht nur das Geschick, sondern auch die Muße.

Jetzt bin ich plötzlich 28 und viel mehr Ahnung als zuvor habe ich noch immer nicht. Dafür empfinde das abendliche Einschmieren mit Ölen inzwischen als reinste Wonne. Genau wie die morgendliche Mandarinen-Creme im Gesicht. An schlechten Tagen vor meinen Tagen benutze ich sogar Foundation unter dem Make Up, ich hätte es selbst ja nie für möglich gehalten. Bei den Augenbrauen pfusche ich übrigens nach wie vor: Die Brow Pomade ist mir heilig, was allerdings nichts daran ändert, dass ich am Ende noch eine Schicht braunen Lidschatten drüber tupfe, denn auch wenn es eigentlich mehr ist, sieht es irgendwie nach weniger aus. Was sonst noch so in meinem Kulturbeutel schlummern würde, fragte mich neulich unsere Beauty-Fee Scalamari Jane. Das sind meine liebsten Produkte: weiterlesen

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OUTFIT //
Aus dem Wochenende gefallen.

17.05.2016 um 11.57 – Mode Outfit Wir

closed jeans thisisjanewayneWenn Dienstage sich wie Montage anfühlen, ist man in den allermeisten Fällen wohl selbst Schuld. Ein bisschen Faulenzen hätte mir an diesem verlängerten Wochenende nämlich im Prinzip ganz wunderbar in die Karten gespielt, bloß hätte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso irgendwann ein kleiner eineinhalb-jähriger Löwenjunge ob all des Däumchendrehens beschwert. Deshalb habe ich meinem Feind, dem stundenlangen Fahrradfahren bei wohlig kühlem Nieselregen, gleich von Anfang an die Stirn geboten und zwar samt Butterbroten und Frisennerzen für alle im Gepäck. Ich habe im Berliner Zoo Pelikane bestaunt, immer wieder, und zwischendurch Flamingos. Weil Lio gerade nur Augen für Flügel und Reifen hat. Ich habe im Wind über Berlins Dächern gesessen und der schönsten Live-Musik gelauscht, während über allem der Duft von knusprigen Bratwürstchen hing. Ich habe das Internet Internet sein lassen und stattdessen nur Augen für meinen Sohn gehabt. Für deftiges Essen. Kerzen gegen die Kälte. Und Funktionskleidung.

Ob das nicht komisch sei, ständig zwischen Mamasein und Berliner Bloggertum hin und her zu hüpfen, zwischen zwei so verschiedenen Welten, fragte mich neulich eine Freundin. Überhaupt nicht, sage ich dann immer. Ich glaube sogar, ich kann mir gerade kaum etwas Schöneres vorstellen.  Man darf es ja kaum laut aussprechen, aber: Wenn ich nach einem langen Familienwochenende fluchend aus dem Bett falle, weil ich nicht will, dass es vorbei geht, stelle ich mir kurz vor, jeder einzelne Tag meines Lebens wäre vollgestopft mit Tupperdosen. Das ist dann der Moment, in dem ich mich plötzlich wieder ehrlich und aufrichtig auf meine Emails freue. Auf das Büro. Und ein bisschen Ruhe. Bis ich spätestens am Nachmittag wieder voller Sehnsucht bin und es kaum erwarten kann, die längste Eisenbahnstrecke Neuköllns durchs Wohnzimmer zu bauen, in alten Pantoffeln, statt in roten Stöckelschuhen. Das Outfit von heute steckt allerdings irgendwo zwischen beiden Welten fest: weiterlesen