Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. @nikejane

Bedroom Stories #2 //
Sex statt Yoga.

17.01.2017 um 10.00 – Kolumne Leben

bedroom storiesEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich finde, so ganz grundsätzlich, die Leute sollten viel mehr bumsen. Ich sage jetzt außerdem ganz bewusst bumsen und nicht Liebe machen, denn Liebe zu machen ist zwar schön, aber mitunter auch anstrengend. Einfach, weil es dauert und in gewisser Weise fordert, wenn auch nur Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen. Vorspiel, Aramsamsam, Nachspiel, ihr wisst schon. Manchmal wehrt sich auch in mir alles gegen das Rumfummeln, ich will dann lieber Netflix als nackte Tatsachen. Der Alltag ist schließlich anstrengend genug. Aber – und dieses aber sollte unbedingt sehr groß geschrieben werden – Fakt ist, dass so ein mittelkurzes bis rasant schnelles Rein-Raus Wunder bewirken kann, ob mit oder ohne Orgasmus, ganz egal. Sex statt Yoga quasi, darauf konnten meine Freundinnen und ich uns nach langem Hin und Her und einer großen Familienpizza sogar einigen. Sex als eine Art fortwährender Selbstheilungsprozess. Gut für die Seele, die Beziehung, den Job und die mentale Gesundheit. Weil Sex gleich doppelt Stress abbaut, auf dem geistigen wie dem körperlichen Kanal. Ganz so, als würde man den von Strapazen gespannten Flitzebogen endlich loslassen, als bekäme der innere Vulkan unverhofft das Go zum Spucken und am Ende legt sich die warme Lava wie eine versöhnliche Decke über das Tal der täglichen Reizthemen. Lava, nicht Sperma, ihr Ferkel. Bleibt trotz all der offensichtlichen Wonne von drei, vier, fünf, sechs Vögeleien pro Woche bloß noch ein Feind namens Faulheit. Wir kennen ihn alle.  weiterlesen

Dolce & Gabbana // #DGMillennials
Influencer statt Models – das Ende oder der Anfang?

16.01.2017 um 12.30 – Mode

dolce gabbana millenials menswear influencer

Selten habe ich eine Branche so sehr munkeln, diskutieren und schimpfen hören. Ob hinter vor gehaltener Hand, in kleinem Kreise oder ganz öffentlich, seit Samstag macht sich vor allem eines breit: Ratlosigkeit. Dicht gefolgt von vielen fetten Fragezeichen. Auslöser für das Kopfzerbrechen ist die jüngst gezeigte Menswear Show von Dolce & Gabbana, die vor Jugendlichkeit und Social Media Power nur so strotzte. Statt hochkarätiger Models ließen die beiden Designer ausschließlich „influencer“ über den Catwalk laufen. Neben den beiden Deutschen Stefanie Giesinger (Germany’s Next Topmodel) und Caro Daur (860.000 Instagram-Follower), fanden sich vor allem „Schwestern von“ oder „Söhne von“ zusammen, um das Thema der Kollektion, nämlich „Royalty“, zu zelebrieren – später auch auf der After-Show-Party, samt funkelnder Diademen für alle.

Eine Show als logische Fortsetzung der #DGMillennials Kampagne, die nicht weiter verwundern sollte. Schon 2010 zeigte sich das italienische Luxushaus überraschend aufgeschlossen gegenüber neuen Internet Stars und deren Einfluss. „Blogger demokratisieren das Business“ bemerkte Stefano Gabbana damals gegenüber der FAZ. Zum aktuellen Spektakel erklärt er: „These are the new generation, we liked the idea of adding ordinary people who have become famous thanks to the web.“ Auf der Suche nach einer eigenen Meinung war ebenjener Satz wohl der erste, der mich stutzig machte. Ist mit „ordinary“ etwa „ordinär“ gemeint, oder zählen die Signores Dolce und Gabbana die Brut von Jude Law, Pamela Anderson oder Cindy Crawford tatsächlich zur „gewöhnlichen“ Masse? weiterlesen

Leserbriefe // Kati fragt:
Muss ich meine Prada Tasche zurückgeben?

13.01.2017 um 12.15 – Allgemein

leserbriefe thisisjanewayneLiebe Nike,

der Grund weshalb ich Dir schreibe, ist ein echter Mädchengrund und nie hätte ich geglaubt, dass ich wegen so etwas mal einem Menschen schreibe, den ich gar nicht kenne.
Also: ich habe die Prada Pionnière in braunem Samt, auf die ich etwa 3 Monate warten musste und nun, da ich sie habe und auch wirklich liebe, kommt mir das gute Stück dermaßen empfindlich vor, dass ich ernsthaft Zweifel habe, ob ich sie wirklich behalten soll. Sie ist noch ungetragen, hat aber schon von der Lagerung im Staubbeutel Druckstellen. Daher frage ich mich, ob sie schön altert, oder bald einfach nur ramponiert aussieht. Nachdem Du sie ja schon seit einer kleinen Weile hast und ich mir jetzt seit Tagen sinnlos den Kopf darüber zerbreche plus meine Rückgabefrist morgen abläuft, schreibe ich Dir jetzt einfach.

Ich wäre Dir sehr dankbar für eine kurze Antwort, sei es in Steno :)
1000 Dank und liebe Grüße
Kati weiterlesen

Wish List //
Sweater für die Seele

12.01.2017 um 13.48 – Mode Shopping

sweater weather

„Wo bleibt denn eigentlich mal wieder ein neuer Outfitpost?“ fragte mich gestern jemand via Mail. Da erst fiel mir auf, dass ich im aktuellen Jahr noch gar nicht auf die Idee gekommen war, mich überhaupt in irgendeiner Art und Weise so zu kleiden, dass ein Foto tatsächlich Sinn ergeben hätte. Stattdessen schlurfe ich seit Dezember tagein, tagaus in Patagonia-Fleece-Pullis und Dr. Martens durch den Berliner Schnee, alles andere hätte mir bei all der Büro-Kita-Spielplatz-Zuhause-zu-Fuß-Pendelei gerade schlichtweg den Garaus gemacht. Es ist trotzdem nicht so, als hätte ich jeden Spaß am Aufmotzen verloren, bloß befindet sich meine Motivation noch im seligen Winterschlaf. Nächste Woche dürfte es mit dem modischen Faulsein dann aber auch ganz schnell wieder vorbei sein, die Fashion Week steht nämlich quasi vor der Tür. Bis dahin feiere ich trotzdem noch ein bisschen das Sweatshirtleben, das ja nunmal wirklich eines der schönsten ist: weiterlesen

Vorgemerkt //
Die Safari-Karotte von Isabel Marant

11.01.2017 um 15.27 – Mode Trend

isabel maratn carrot pants

Manchmal wundere ich mich auch nur noch über mich selbst, denn eigentlich hatte ich mir jüngst geschworen, keinen müden Cent mehr in Isabel Marant zu investieren, aus unterschiedlichsten Gründen, aber vor allem, weil mir das von der französischen Designerin Kreierte von Saison zu Saison weniger gefiel, weil ich mich mit all dem Drumherum nur noch wenig identifizieren konnte. Dabei ist mir die Macherin selbst stets schrecklich sympathisch geblieben, weshalb ich am Ende dann auch nicht gänzlich aufhörte, zumindest virtuell durch neue Kollektionen zu stöbern. Und da war sie dann, die Runway Show für den Sommer 2017, die mich ganz verliebt in Karottenhosen machte. Schon wieder. Die dazugehörigen Kampagnenbilder machen es nur noch doller.

Schuld daran ist die phantastische Mischung aus spätem 70’s Safari Look und den 80’s. Der Bund rutscht demnach noch ein bisschen höher und dann, ja dann folgt die Eierform. Herrlich. Und überhaupt nicht unvorteilhaft, ganz egal bei welcher Figur, finde ich. Sitzt nämlich genau über Bauch und Hüftgold, ha! weiterlesen

Brain Blah // Selbst Simone de Beauvoir war manchmal eifersüchtig.

11.01.2017 um 7.30 – Kolumne Leben Wir

collageIch muss mir diesmal feste an die eigene pseudo-selbstbewusst-feministische-Girlpower-Nase fassen und das mache ich nicht gern, und noch viel ungerner, weil der Grund für meine heutigen Stirnfalten im Angesicht kleiner Ungereimtheiten unter Frauen doch tatsächlich Männer sind. Als hätten wir nicht ausreichend eigene Päckchen mit uns herumzutragen und außerdem lang genug für Unabhängigkeit plädiert, fiel mir während eines Telefonats mit einer guten Freundin in der Ferne irgendwann doch tatsächlich auf, dass jede der circa drei weiblichen Personen, über die wir uns binnen zwanzig Minuten tendenziell neutral bis angepisst äußerten, in irgendeiner Verbindung zu unseren Partnern standen und stehen. Was offenbar vornehmlich in unserer subjektiven Annahme begründet liegt, beinahe jede Dame dieser Welt würde sich nach selbigen die Finger lecken. Finde den Fehler. Das darf doch wirklich nicht wahr sein, dass ausgerechnet ich eine permanente Skepsis gegenüber ein, zwei, drölf Frauen hege, die es auf irgendeine Art und Weise auf meine Beziehung abgesehen haben (könnten). Dabei haben sie das womöglich noch nicht einmal. Wobei. Weiß der Kuckuck. Es sollte mich natürlich ohnehin nicht interessieren. Meine ferne Freundin verstand mich trotzdem und sinnierte im gleichen Atemzug über eigene kleine Geschichten.

Da schicken ähnliche Instanzen nicht selten ungefragt Selfies, aus dem Urlaub zum Beispiel, immer dann, wenn sie selbst einem guten Kumpel schlicht und ergreifend das Bild einer Palme statt eines breites Bikinigrinsen rüber gesimst hätte, genau wie ich. Gut möglich, dass man sich jetzt darüber streiten kann, ob es der aktuellen Liebe in diesem Fall an Selbstwertgefühl oder der Reisenden an Respekt mangelt. Was nichts daran ändert, dass meine Freundin und ich hin und wieder eifersüchtig werden und damit als gewöhnlicher Durchschnittsmenschen höchstwahrscheinlich nicht gänzlich allein dastehen, sogar Simone De Beauvoir hatte sich in ihren Briefen an Jean-Paul Sartre nicht lückenlos im Griff. Entgegen meines eigentlich stark manifestierten Credos der Nächstenliebe tendiere ich ebenfalls dazu, gewissen Kandidatinnen schlangenartige Charakterzüge zu unterstellen. Das ist furchtbar. Und vielleicht überhaupt nicht berechtigt. Gut möglich also, dass ich an mir arbeiten muss. Wobei mir schwant, dass das viele von uns müssen, trotz Empowernment-Parolen. weiterlesen

Shopping //
The „OMG I STILL NEED A COAT“ Edit

10.01.2017 um 23.15 – Mode Shopping

coat jackets wintermantel winterjacken shopping

Ich habe mir in diesem Jahr keine Winterjacke gekauft, auch keinen Mantel. Weil ich der Meinung war, der Überfluss müsse ein Ende nehmen und überhaupt, ein Camel Coat von vor drei Jahren ist heute doch noch genauso hübsch anzusehen wie gestern. Bloß stehe ich jetzt da, im Modezirkusverstrahlungsland, das mittlerweile von Minusgraden geknechtet wird und blicke auf eine Garderobe, die durch diverse Flohmärkte einer zusätzlichen Diät ausgesetzt war. Was dazu führt, dass ich langsam aber sicher ins Wanken gerate. Ich habe ja nichts dagegen, tagein, tagaus meine grüne Bomberjacke aus dem Jahr 2013 zu tragen, aber – und so viel Ehrlichkeit muss an dieser Stelle erlaubt sein – so ein kleines, neues und warmes Lieblingsstück fehlt mir trotz des kläglichen Versuchs von Konsum-Widerstand plötzlich sehr. Es könnte also sein, dass ich einknicke. Dafür schäme ich mich, aber Lügen haben ohnehin kurze Beine. Was nun? Noch ein paar Tage drüber schlafen zum Beispiel. Und überlegen, was mir wirklich noch fehlt. Ein wollendes Monster samt Taillengürtel etwa, als Gegenpol zur bisherigen Eierform.

Bis dahin nehme ich euch mit auf meine Frostbeulenreise, denn vielleicht denkt ihr ja auch: Scheiße, ich brauch doch noch eine Jacke, sonst macht der Winter mir den Garaus: weiterlesen

Dear Diary // 09.01.2017
Von #Teamliebe, T-Shirts und Teetassen

09.01.2017 um 17.45 – Wir

dear diary Selten war ich so glücklich über einen Neuanfang. 2016 war so wild und bunt und furchtbar zugleich wie kein Zweites, wobei letzteres womöglich noch nie zuvor so sehr überwog. Ich selbst musste mein Leben neu sortieren, eine neue Liebe zulassen, hin und wieder bangen, mich im Spagat zwischen Mama- und jung- und Chefin sein üben, immer wieder hart an mir arbeiten und vieles lernen. Zum Beispiel, dass alles, was wir haben, ganz schnell vorbei sein kann. Eine Freundin hat den Kampf gegen Gebärmutterkrebs verloren und ich die Fassung, für einen Moment lang sogar den Boden unter den Füßen, irgendwann aus allerlei Gründen. Aber ich bin auch stärker geworden und freier im Kopf und offener und mutiger. Mit jedem Tag wird mir nun klarer, was ich will und was nicht. Was mich glücklich macht. Und dass ich auf eine ganze Handvoll Dinge, von denen ich stets annahm, sie müssten zum Alltag dazu gehören, getrost verzichten kann. Ich wünsche mir wieder mehr Müßiggang, mehr Abenteuer und Leben. Mehr von mir, wenn man so will. Ich möchte mehr malen, reisen,schreiben, diskutieren. Und endlich die Berge sehen, mit denen ich mir meine große Liebe teilen muss. Vor sieben Jahr schon und jetzt wieder. Nur dass ich diesmal nicht wieder mit der Ferne konkurrieren, sondern endlich Freundschaft mit ihr schließen mag. 2017, ich freue mich auf dich. Sei lieb, zu uns allen. Woche #1 lief schonmal ganz gut: weiterlesen

TAGS:

Kolumne: Bedroom Stories # 1 //
Jungs, wir haben genauso viel Spaß wie ihr.

09.01.2017 um 13.38 – Feminismus Sex

bedroom stories thisisjanewayneEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane.

Ich kenne Nike jetzt schon ein knappes ganzes Jahr. Meist sehen wir uns bei Wein und Kerzenschein, mit ein paar anderen Freundinnen und nicht selten reden wir in dieser Runde über Privates, das allgemein hin nicht für fremde Ohren bestimmt ist, über Sex zum Beispiel. Warum man sich derart über einen der gängigsten Zeitvertreibe des Planeten echauffieren kann, darüber diskutierten wir erst neulich, was in folgender Erkenntnis gipfelte: Unsere Geschichten, die sich nunmal auch zwischen Laken oder nackend abspielen, sollten gelegentlich sehr wohl erzählt werden. Am besten sogar laut und deutlich. Einfach, weil es da ein paar Dinge gibt, die auch im größeren Kreis diskutiert gehören. Weil das Reden übers Vögeln nichts schmuddeligen ist, sondern höchstens sehr menschlich. Weil die Leute noch immer viel zu verklemmt sind. Finde ich. Und auch die Janes sehen das so, weshalb sie mir ab sofort erlauben, regelmäßig über Tabus und Gefühle und die Normalste Sache der Welt zu schwadronieren. Weil ich aber weiß, dass mein Partner das maximal anders sieht, genau wie andere Sexpartner oder meine Eltern, verrate ich euch zwar meinen echten Namen, aber lasse das dazu passende Foto vorerst weg. Ich hoffe, das ist ok. Auch wenn es meiner oben genannten Erkenntnis zweifelsohne widerspricht. Schuldig. Aber jetzt zu meinem jüngsten Erlebnis. weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Jax Teller (Winter) Blues is over

05.01.2017 um 15.24 – Mode Shopping

wish list 5 piece wardrobe

Wir schaffen das, Freunde. Die Dinge positiver zu sehen und auch den Regen. All den kleinen Rückschlägen zum Trotz. Gestern Abend etwa hatte ich mir fest vorgenommen, kein Trübsal mehr zu blasen und mich stattdessen in heißem Badeschaum geräkelt während auf dem Holzhocker neben der Wanne mein Laptop thronte, um mir die allerletzte Folge „Sons of Anarchy“ vorzuspielen. Nicht wegen der Handlung, sondern einzig und allein, weil dieser Charlie Hunnam als Jax Teller zum Anbeißen ist. Ich plantschte also ,trank dabei kalte Cola und schmachtete und wartete auf ein Happy End – das nicht kam. Achtung, Spoiler – Jax, oh Jax, er starb. Was soll man dazu noch sagen. Ich habe feste versucht, etwas schönes zu tun, etwas, für das es keinen Sonnenschein braucht, und das hat nunmal nicht auf Anhieb geklappt. Also nochmal und nochmal und schwups, kommt sicher schon der Frühling. Bis dahin werde ich T-Shirts mit Freibadpommes auf der Brust tragen und von roten Taschen und Cuba träumen: weiterlesen

Meet the Team //
Welcome, Fabienne Sand!

05.01.2017 um 12.21 – Allgemein

fabienne sand

Auf der langen und steinigen Suche nach einem neuen Teammitglied, das es vermag, endlich unsere Interview-Ressort-Lücke zu füllen und noch dazu für frischen Wind in unserer Jane Wayne Diskussionsrunde zu sorgen, erreichten uns eines Nachmittags ganz unverhofft ein paar wenige, aber bestimmte Zeilen von Fabienne Sand. Zwei Tage später saß die 24-Jährige uns auch schon Gegenüber, es folgten rasch Probetexte und schließlich das gute alte Bauchgefühl, das uns flüsterte: She’s the one! Und an dieser Stelle übergebe ich auch schon den Redestein:

„Ich bin Fabienne, 24 Jahre alt und ein waschechtes Nordlicht. Geboren und aufgewachsen bin ich im hübschen Lübeck an der Ostsee und seit vier Jahren fröhliche Wahlberlinerin. Nachdem gescheiterten Versuch Kunstgeschichte zu studieren, habe ich mich lange in der PR-Welt herumgetrieben. Zuerst als Praktikantin, bis zuletzt als Auszubildende bei Silk Relations, habe ich einige Zeit die Showrooms von Berlin auf den Kopf gestellt und unter anderem für Kunden wie Nike Sportswear gearbeitet. Trotz tollem Team und ganz viel Spaß, hat es mir dann doch irgendwann gelangt und aktuell in den Berliner Westen verschlagen: An der Universität der Künste studiere ich seit Oktober Gesellschaft- und Wirtschaftskommunikation und könnte mir zur Zeit nichts schöneres vorstellen, als nebenbei nun auch ein kleiner Teil der Janes zu sein – bei so einer Möglichkeit sagt man ja nicht nein! Ich freue mich tierisch darauf, für euch tolle Frauen mit Fragen zu löchern, eine Stimme zu haben und künftig meinen ganz persönlichen Senf zu aktuellen Themen dazu geben zu können. Aufregend ist das!“ weiterlesen

Brain Blah // Warum Lena Dunhams Cellulite auf dem Cover so wichtig ist

04.01.2017 um 14.11 – Feminismus Gesellschaft

girls lena dunham cover cellulite glamour magazine

Das amerikanische Glamour Magazine hat sich dazu entschieden, die vier „GIRLS“ Stars auf das Cover der Februar-Ausgabe zu bringen. Und zwar ungeachtet kleiner Makel. Zum allerersten Mal in der Geschichte der Frauenzeitschriftenlandschaft ist auf dem Deckblatt einer Hochglanzproduktion also waschechte Cellulite zu erkennen – ein wichtiges Statement und noch viel mehr als das. Nur logisch etwa. Vor allem in Hinsicht darauf, dass besagte Issue ausschließlich von Frauen für Frauen produziert wurde und 90% von uns nunmal genau wie Regisseurin und Protagonistin Lena Dunham liebenswerte Beulen an Po oder Beinen mit sich herum tragen. Die darf normalerweise bloß niemand sehen. Eine Meinung, die in Anbetracht der Realität seltsam erscheinen mag, aber durchaus salonfähig ist.

Ich erinnere mich noch genau an ein Gespräch in New York, das ich mit einer Redakteurin der Grazia führte. Man fragte mich nach meiner Meinung über dieses und jenes und nachdem ich viel Positives anzumerken hatte, erinnerte ich mich in letzter Sekunde doch noch an die Pro- und Kontra Kategorie des Magazins, in der Mitarbeiterinnen ihren Senf zu aktuellen Themen beisteuern dürften. Ein Beitrag, der mir besonders übel aufstieß und in schlechter Erinnerung blieb, war jener über die Lingerie Kampagne, in der Lena und Jemima Kirke sich in voller Pracht und Unterwäsche am Rande einer Badewanne räkelten. Während ich selbst ausschließlich Applaus für die daraus entstandenen Bilder übrig hatte, schwadronierte die Kontra-Stimme doch tatsächlich darüber, dass „so etwas“ nun wirklich niemand sehen wolle. So etwas dickes. So etwas Unästhetisches. Noch beim Durchlesen dieser Zeilen fiel mir die Kinnlade herunter. Bis dato hatte ich schlichtweg nicht darüber nachgedacht, dass außer der Brands selbst überhaupt jemand etwas gegen sympathischen und selbstbewussten Realismus in Bildform einzuwenden haben könnte. Gegen den allgemeinen Tenor des positiven Körpergefühls, der vor allem von einem natürlichen Umgang mit Diversität zehrt. Gegen Menschen, die sich so zeigen, wie Mutter Natur sie geschaffen hatte. weiterlesen

Lookbook-Liebe aus Hamburg //
Black Velvet Circus S/S 17 –

04.01.2017 um 13.09 – Lookbook Mode

black velvet circus ss 2017 lookbook

Nur überaus ungern begebe ich mich in die Rolle der trotzigen Winter-Apokalyptikerin, man soll ja schließlich den Moment genießen und das Beste aus allem heraus holen, vor allem so kurz nach dem Jahreswechsel, wo doch alles stets rosiger werden soll, ganz besonders die eigene Einstellung. Gerade allerdings kann ich einfach nicht anders, als mir sehnlichst einen Vorspul-Knopf herbei zu wünschen – Berlin im Winter, das ist einfach nichts für mich. Und dann kommt auch noch Black Velvet Circus mit neuem Lookbook um die Ecke und schmiert mir die Schönheit der sommerlichen Wärme ganz ungeniert aufs Regen-Depri-Brot. Mir bleibt also nur noch das Schwelgen in Vorfreude, die ja ohnehin die erheiterndste von allen sein soll. Versuchen wir es also mit ein bisschen „Mother Earth“ fürs Gemüt, so nennt sich nämlich die Frühjahr/Sommer Kollektion 2017 der Hamburgerin Tanja Glissmann, die nach einer lehrreichen Zeit bei Alexander McQueen  zunächst mit einem Vintage Shop startete, bis sie sich 2013 schließlich sehr zu unserem Wohlgefallen dazu entschloss, endlich ein eigenes Label zu gründen. Eines, das man gut und gerne als eines der vielversprechendsten und wunderbarsten des Landes betiteln darf.

„Love the past – wear the future“, das Credo der aus London Wiedergekehrten zieht sich nun schon eine ganze Weile durch ihr modisches Schaffen, was wichtig ist und gut und clever, denn damit packt Black Velvet Circus den Zeitgeist auch diesmal wieder am Schlafittchen. Man nehme also unser aller Sehnsucht nach ein bisschen mehr Echtheit, nach Momenten der Ruhe und des Blumenpflückens und kombiniere sie mit der bodenständigen und doch revoltierenden Attitüde derzeit überaus beliebter Brands wie etwa Vetements, garniere das Ganze mit einer Portion Tragbarkeit, die niemals in Gewöhnliche abrutscht und lege einen imaginären Soundtrack darüber, der nach nicht weniger Freiheit klingt, fertig. Für mich dann bitte einmal alles. Mit dem Sweatshirt können wir vorerst jedenfalls gern starten, ebenjenes ist nämlich schon erhältlich, um erste Gelüste zu stillen: weiterlesen

Wish List //
Schenk’s Dir selbst.

22.12.2016 um 7.00 – Mode Shopping

nike wunschliste weihnachtenIch habe mir in diesem Jahr von niemandem etwas gewünscht, aus sehr unterschiedlichen Gründen. Was ich mir aber dennoch nicht nehmen lassen werde, ist mein ganz persönliches Christkind. Einen Wunsch habe ich dank dieser Fudelei also doch noch frei und das Gute ist: Er darf richtig bescheuert sein. So bescheuert wie eine Buchtasche etwa, wie ein Milkshake-farbener Glitzerpullover, wie Samtslipper mit zu großen Schleifen oder wie ein Kleid, das eigentlich ausschließlich einer Blair gebührt.

Hirn aus und los? Ganz so schlimm steht es dann doch noch nicht um mich. Um meine Entscheidungsfreudigkeit hingegen schon. Ich würde ja fast auf den Pulli tippen. Und das Buch mit Henkel. Aber pssst: weiterlesen

TAGS:

Kurzfilm „Alter Ego“ // Und die Frage:
„What would my bra say if it could talk?“

21.12.2016 um 10.00 – Film
shes mercedes titelbild

Der für She’s Mercedes entstandene Kurzfilm „Alter Ego“ aus der Feder der wunderbaren Regisseurin und Drehbuchautorin Alexa Karolinski, ist ein Ausblick ins Morgen, das längst nicht mehr weit weg zu sein scheint. Und vielleicht sogar ein gut gemeinter Rat.

Wenn ich das Hier und Jetzt nämlich in wenigen Worten erklären müsste, das Leben in der westlichen Welt, jemandem von einem anderen Stern etwa, dann kämen mir zwei Begriffe zweifelsohne recht schnell in den Sinn: Technologie und Selbstoptimierung, womöglich sogar deren Fusion und damit unweigerlich auch ziemlich konträre Gefühle.

Eine Mischung aus Neugier und Hoffnung einerseits, aber auch große Skepsis und Unwohlsein. Denn bei allem Bestreben nach Mehr, nach Perfektion und sämtlichen Superlativen, das durch Social Media immerzu befeuert wird, beim Versuch irgendwann einmal irgendein Ziel zu erreichen, verpassen wir inzwischen allzu oft, was wirklich wichtig ist: Das Leben als aktives Verb. Stattdessen setzen wir einen Fuß vor den anderen ohne hinzusehen, weil die Augen meist auf Bildschirmen kleben, wie in einem Hamsterrad, das sich immer schneller dreht ohne anzuhalten, wo längst Schönheit wartet. Wir tragen Smart Phones als Scheuklappen, starren auf Smart Watches, statt die Zeit zu genießen, gehen Problemen mit ebenfalls smarter Ablenkung aus dem Weg, verlagern Kommunikation aufs Digitale und sind dabei nahezu taub geworden für die Signale unseres Körpers. weiterlesen