Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. @nikejane

Buch-Tipp // „Beziehungsweise“
– Ein Erzählband über Liebesvariationen

07.02.2017 um 13.50 – Buch

beziehungsweise manuela reichart

Meistens packt es mich Samstags. Dann stampfe ich gen Lieblingsbuchladen und besorge mehr Lesestoff als ich binnen einer Woche überhaupt bewältigen kann. Was aber gut ist, vor allem als Allheilmittel gegen Seriensucht. Nun liegt er jedenfalls da, gleich neben dem endlich ins Deutsche übersetzten Klassiker „I Love Dick“, der 900 Seiten schwere, heiß diskutierte Roman „Ein wenig Leben“, der mich schon ganz zu Beginn so sehr einnahm, dass ich noch im letzten Moment eine Verabredung sausen lassen musste. Auf solch bewegenden Langzeitstrecken jedenfalls kommt mir ein kleines papierenes Ablenkungsmanöver von der seichten Sorte stets sehr gelegen. Diesmal zum Beispiel in Form von Manuela Reicharts Erzählband „Beziehungsweise“, den man ratzfatz verschlungen hat. Vielleicht auch, weil die Liebe uns alle betrifft. Wie ein roter Faden zieht sie sich durch unser Leben, mal als Glück, mal als Unglück. Immer gibt es einen Anfang und oft ein Ende – übrig bleibt aber stets dasselbe: Erinnerungen. Darum und um noch viel mehr geht es in Manuela Reicharts Texten, die von wohltuenden und kaputten Beziehungen erzählen, von Seitensprüngen und Hoffnung, von Zufällen und Neuanfängen. Von den unergründlichen Variationen der Liebe. weiterlesen

Shopping //
Auf diese Schuhe sparen wir jetzt

07.02.2017 um 12.01 – Schuhe Shopping

fruehlings schuhe shopping top 10

Trotz diverser radikaler Ausmist-Aktionen und obwohl ich drei viertel meines Kleiderschranks durch wunderbare Flohmarkttage längst weg rationalisieren konnte, ersaufe ich gefühlt noch immer im Überfluss. Statt fünzehn fescher Pullover würde ich lieber fünf richtig heiß geliebte besitzen und auch meine Schuhsammlung geht mir auf den Senkel, weil ich im Angesicht dieses Teils meiner Garderobe seit Jahren unter akuter Trennungsangst leide. Mein Plan für den Frühjahrsputz beinhaltet schlussendlich also auch ein rigoroses Verkaufen all jener Schätze, die an anderen Füßen durchaus besser aufgehoben wären als an meinen eigenen. Von den eventuell zukünftig gesammelten Extra-Kröten werde ich einen kleinen Teil auf das allseits bekannte Fuck-Off-Konto verfrachten, der Rest soll reinvestiert werden. Und zwar in das eine Schuh-Paar meiner kühnsten Träume und sei der Gedanke noch so behämmert. Im Laufe der Jahre kann ich nämlich ganz bestimmt sagen: Jede verrückte Belohnung hat bisher Früchte getragen und wurde und wird ausgeführt bis zum Santk Nimmerleinstag. Allerdings, und das sollte ebenfalls gesagt werden, überschreiten ein paar der angeschmachteten Modelle dort oben sogar meine recht dehnbare Schmerzgrenze. Ein bisschen Träumen darf ja aber wohl noch erlaubt sein.

Ein weiterer Gedanke: Der cognacfarbene Lederschuh von Maison Margiela samt Seidentuch schreit ja geradezu nach einem DIY-Versuch. Vielleicht bleibt mein Portemonnaie am Ende also doch noch verschont. Wobei der gerüschte Sneaker von Ganni schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste steht: weiterlesen

Designer*innen setzen Statements // Warum Mode politisch sein darf und sogar sollte.

06.02.2017 um 15.17 – Gesellschaft Mode

protestIch war gerade dabei, eine kleine Lobeshymne auf all jene Modehäuser zu verfassen, die in Zeiten wie der jetzigen klar Stellung beziehen. Die sich – im Fall der Fälle – weigern würden, einem Mitglied der Trump Familie je kostenlos feinen Zwirn zur Verfügung zu stellen (Joseph Altuzarra, Tom Ford, Sophie Theallet, Opening Ceremony, Marc Jacobs), die den Protest auf den Laufsteg holen (wie etwa Lala Berlin, die auf ihrem Runway ein Plakat mit dem Schriftzug „I Am An Immigrant“ in den Händen hielt, um gegen „die Attacken auf die Menschenwürde“ zu protestieren), die sich im Kollektiv dazu entscheiden, wenig subtil, aber dafür volle Pulle die Liebe zu propagieren. Wie OC mit dem Launch der Global Varsity Jackets. Oder Ganni mit seiner #Lovesociety zum Beispiel. Oder Demna Gvasalia, dessen Schriftzüge für die Balenciaga-Kollektion nicht nur zufällig an das rot-weiße „Bernie Sanders“-Logo erinnerten. Da stolperte ich in Kommentarspalten, aber auch auf Blogs und in Magazinen schon alsbald auf ein paar wenige Kritiker*innen, die das „Aufstehen“ der Modebranche ganz entgegen meiner eigenen Empfindungen als „cleveres Marketingkalkül“ abfertigten. Oder zumindest danach fragten, wie politisch Mode eigentlich sein darf.

Ich stutzte nur kurz, antwortete mir selbst mit den Worten „sie MUSS sogar“ (wie Journelles übrigens auch), stöberte zunächst weiter und fand in Raf Simons Menswear Show schließlich Gaffa Tape statt Gürtel vor. Der Designer erklärt dazu: „I wanted to go back to how I experienced New York in the beginning and combine it with how I experience it now. So this fresh young direction to the city and everything it stands for—and what is happening now. (…)Ask me do I think that you should stand up against what is happening in this country, then I say yes.” Vermutlich werden während der kommenden Modewochen noch etliche Beispiele folgen. Und obwohl ich der Meinung bin, dass das kritische Hinterfragen kapitalistischer Strukturen ebenso wie das Anprangern cleverer Marketing-Streiche zu jedem Zeitpunkt unabdingbar sind, kann ich in diesem Fall nur weiter auf meinem Standpunkt beharren, der sich ganz deutlich für das Nutzen jeglicher medialen Power „for a good cause“ ausspricht. Ganz gleich, ob oder wie damit zeitgleich das eigene Portemonnaie gefüllt wird. Am liebsten würde ich sogar sagen „eben darum“. Weil ich der Diskussion, die einst mit dem Fame-inismus begann, längst überdrüssig bin. weiterlesen

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Wish List //
Frühlingsboten im Februar

06.02.2017 um 12.07 – Mode Shopping

february wish listMensch Meyer, ich versuche jetzt überhaupt nichts über das Wetter zu sagen, das Gemeckere, auch mein eigenes, geht mir selbst schon gehörig auf die Nerven. Stattdessen übe ich mich in Vorfreude und stelle virtuell die ein oder andere Frühlings-Wunschliste zusammen, um dann, wenn es so weit ist, nicht Gefahr zu laufen, vor lauter Euphorie Geld an den falschen Stellen zu verprassen. An ein wenig Verschwendung komme ich allerdings auch diesmal nicht umher, ich meine, schaut sie euch an, diese Drop Ohrringe von J.W. Anderson. Wie kleine Bonbons könnten sie am Ohrläppchen hin und her baumeln und jedes noch so triste Outfit aufmöbeln. Aber das steht noch in den Sternen – der Preis, urghs. Das Fritten-Shirt hingegen ist so gut wie geritzt, genau wie der Ringel Sweater, der mein persönliches Farb-Traumpaar endlich groß raus bringt. Und so weiter und so fort. Achja, und: Popcorn. Oder doch „You are the Universe?“: weiterlesen

OUTFIT //
„Zieh dich doch mal wie ein Mädchen an“

06.02.2017 um 10.16 – Outfit Wir

hosenanzug

„Hallo, Herr van Dinther!“ lachte mein Lieblings-Späti-Verkäufer mir entgegen, als ich am Samstag Hosenanzug-tragend eine Packung Kaugummi bezahlten wollte. Es dauerte nicht lang, da fühlte ich mich auch schon wieder vier Jahre zurück versetzt, ich weiß nämlich noch ganz genau wie man damals mehrheitlich auf meinen ganzen Stolz, den braunen Zweiteiler von Wood Wood, reagierte. Mit Unverständnis nämlich. Ich glaube sogar, eine entfernte Kollegin wollte mir irgendwann einmal durch die Blume zu verstehen geben, dass in „solchen Fällen“ ein kleiner Stilbruch angebracht sei, hohe Hacken etwa oder roter Lippenstift, der Weiblichkeit zuliebe. Ich hingegen habe bis heute nicht verstanden, warum Kleidung überhaupt „vorteilhaft“, „sexy“ oder „feminin“ sein muss. Sie darf es sein, keine Frage, aber wichtiger ist doch, dass sie sich gut anfühlt und dem Gemüt entsprechend. Ich glaube zudem kaum, dass man mich aufgrund meiner Kleidung für einen Mann halten könnte und selbst wenn – wie furchtbar? Keineswegs. Damals kommentierte sogar jemand, ich hätte in diesem Aufzug etwas von einer „Lesbe“. Soso.

Ich tobte. Aber einzig und allein, weil nicht fassen könnte, dass es offenbar noch immer Menschen gibt, in deren kleiner Welt es wichtig scheint, von welchem Ufer das Gegenüber stammt, die glauben, man könne aufgrund von Kleidung oder der Nasenspitze per se auf die jeweilige sexuelle Orientierung schließen. Ich schrieb damals: „Wer weiß das schon“. In der Uni war ich schließlich mal kurz in ein Mädchen verguckt gewesen, bis ich schließlich feststellten musste, bis über beide Ohren heterosexuell zu sein. Ich dachte im Angesicht dieser Erkenntnis jedenfalls nur „aha“ und nicht „jippie“. Und lachte mir fortan ins Fäustchen, wann immer mir jemand aufgrund meiner Kleidung, Gestik oder Mimik eine Liaison mit einer meiner besten Freundinnen, die -Wahnsinn- lesbisch ist, nachsagte.  weiterlesen

Film- & Doku Tipp //
Hidden Figures & Women in Space

03.02.2017 um 13.55 – Feminismus Film

film tipp hidden figuresMein meist angesehener Instagram Account ist nicht etwa der von Streetstyle-Ikone Gilda Ambrosio, sondern @nasa. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören die alte wie auch die neuere Star Wars Saga, funklende Sterne machen mich glücklicher als Pommes Frittes und in die Wüste will ich vor allem, um mir den Himmel bei Nacht anzuschauen. Womöglich ist der kosmonautische Einfluss meines Vaters Schuld daran. Und so kam es, dass ich im vergangenen Jahr viele Stunden vor Youtube verbrachte.

Etwa, um mir anzusehen, wie Astronautin Sunita Williams der Welt eine 25-minütige Tour durch das „Orbital Laboratory“ und zeitgleich Einblicke in den Alltag in der Schwerelosigkeit gibt. Aber auch die Doku „Women in Space“ ist mir im Gedächtnis geblieben. Weil sie aufzeigt, dass Frauen tatsächlich schon immer einen mächtig großen Anteil zu jedweder Raumfahrt-Errungenschaft beigetragen haben – ganz entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, in der gefühlt stets männliche Mitarbeiter der Nasa bejubelt wurden. Dabei waren die „Rocket Girls“ von damals, die den Astronauten den Weg ins All berechneten, vor allem eins: Mathe-Genies. Nur mithilfe von Stift, Papier und simplen Rechenmaschinen waren sie allein dazu in der Lage, die komplizierten Gleichungen zu lösen. Ohne Margarete Hamilton, aus deren Feder die On-Board-Flugsoftware für das Apollo Projekt stammt, wäre kein Astronaut je auf dem Mond gelandet, geschweige denn zurückgekehrt. Und auch die mittlerweile 98-Jährige und hochbegabte Katherine Johnson war eine jener Frauen, die das Erkunden des Weltalls erst möglich machten. Sie wehrte sich zudem schnell dagegen, nicht die gleichen Rechte wie männliche Team-Mitglieder genießen zu dürfen und bestand etwa darauf, an sämtlichen Ingenieur-Meetings teilzunehmen. Mit Erfolg. Was zunächst allerdings nichts daran änderte, dass sie als Schwarze in einem separaten Büro sitzen und sogar eine andere Toilette als ihre weißen Kolleginnen und Kollegen benutzen musste.

Seit Donnerstag erzählt nun auch der Kinofilm „Hidden Figures“ von ihrem Kampf gegen Vorurteile und um die Anerkennung ihrer fachlichen Qualitäten. weiterlesen

Thursday Reads //
#NoBanNoWall – Was ist hier eigentlich los?

02.02.2017 um 15.37 – Gesellschaft Leben

this is fucked upDie Amerikanische Demokratie ist gerade nicht nur gefühlt dabei, sich immer eindeutiger einer Diktatur anzunähern, Neu-Präsident Trump selbst träumt, so scheint es zumindest, ohnehin längst von einer Autokratie, in der er allein den Weg bestimmt. Mithilfe seiner Milliardärs-Freunde natürlich. Am Freitag dann, dem 27.Januar, ist die Welt schließlich noch ein bisschen „vertrumpter“ geworden, aber auch lauter. Als Reaktion auf das temporäre Einreiseverbot für Staatsbürger*innen von sieben mehrheitlich muslimischen Ländern gingen und gehen Menschen aus aller Welt auf die Straße. #NoBanNoWall heißt es seitdem auf Plakaten, aber auch im Netz. Protest kommt von überall her. Gegen die Idee des US-Präsidenten, bis auf Weiteres keine Flüchtlinge aus Syrien mehr ins Land zu lassen. Aber eben auch keine anderen Muslime, mindestens 90 Tage lang. Schlimm fühlt sich außerdem die beunruhigenden Gewissheit an, dass die USA durch überstürzt unterzeichnete Dekrete etlichen besorgniserregenden Prozessen folgt, wie wir sie bereits aus Russland, der Türkei oder Ungarn kennen. Und zwar in einem absurd rasanten Tempo. Mithilfe einer Klage der ACLU konnte zwar eine teilweise Aufhebung des Verbots für Besitzer der doppelten Staatsbürgerschaft, einer Greencard oder eines Visums durchgesetzt werden und selbstredend wehrt Mister President sich auch weiterhin gegen die Vorwürfe eines dennoch ziemlich offensichtlichen #MuslimBans. Eine Frage schwebt dennoch deutlicher denn je über dem herrschenden Wahnsinn, der vom Weißen Haus ausgehend weite Wellen schlägt: Wie wird man – mal ganz theoretisch – einen US Präsiedenten los?  Dass unsere Europäische „Flüchtlingspolitik“ Trumps ausgrenzender Politik allerdings gefährlich nahe kommt, wird dieser Tage hingegen fleißig ignoriert. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, endlich umzudenken. Auch hier.

Wir haben aufgrund von eigener Orientierungslosigkeit eine kleine Leseleiste zusammengesucht und freuen uns auf noch mehr Links. weiterlesen

CFW //
Ganni AW 17
Rose Red Details & die #LOVESOCIETY

02.02.2017 um 10.53 – Mode

ganni lovesociety aw 17

(…)Die Welt fühlte sich – und tut es immer noch – wie ein dunkler Ort an. Die Kollektion trägt den Titel Love Society und ist meine Form eines Beitrags zur Lage. Ich halte an dem Ideal einer liebenden, achtsamen Gesellschaft fest. Eine, die den Dialog sucht, uns auffordert zusammenzustehen und aufeinander acht zu geben. Mit Liebe gibt es immer Hoffnung.“ – Ditte Reffstrup, Cretative Director. 

Klimawandel, Konflikte, Kriege, Neuwahlen – das Jahr 2016 war vor allem ein politisches, eines, dann an niemandem von uns spurlos vorüber gezogen ist. Wir gehen wieder auf die Straße, werden laut, diskutieren, suchen nach Erklärungen und Lösungen. Im Kleinen aber vor allem nach Gesprächen. Um besser begreifen zu können. Und zu verarbeiten, was kaum mehr zu erklären ist. Auch in Ditte Reffstrups Team dominierten Konversationen über die Zukunft unserer Welt viele der Gespräche, die sich während der Arbeitszeit mitunter auf das beziehen mussten, was am gestrigen Abend im Rahmen der Copenhagen Fashion Week präsentiert werden würde. Das Ergebnis ebenjener Gespräche war gestern schließlich auf dem Laufsteg zu sehen – als #LOVESOCIETY. Das Thema der Liebe durchzieht die gesamte Ganni Kollektion. In Form von plakativen Herzen und Stickereien, ja, aber auch durch die Stimmung, die mit jedem einzelnen Kleid transportiert wird. Denn es ist vor allem eine wohlige Wärme, die uns von Dänemarks Hauptstadt aus entgegen weht. Und Looks, die so nahbar und tragbar sind, dass man als Betrachtender nicht lange braucht, um zu verstehen, dass grenzenloser Optimismus jetzt angebrachter ist denn je. weiterlesen

Interior //
Lieblingsvasen & grüne Pläne.

02.02.2017 um 10.03 – Wohnen

vasen pflanzen interieurEs gelüstet mir derzeit so sehr nach Frühling, dass ich sogar gewillt bin, meinem verwelkt-braungrünen Daumen eine weitere Chance auf Besserung zu gewähren. Weil ich außerdem ausnahmsweise wirklich zufrieden bin mit meinen eigenen vier Wänden und kaum wüsste, welcher Klimbim darin überhaupt noch Platz finden könnte, aber eben trotzdem ein kleine optische Frühjahrs-Auffrischung gebrauchen könnte, werde ich mir womöglich ganz einfach ein Beispiel an meinen Freundinnen nehmen. Die schaffen es nämlich immer wieder, durch Grünzeug und ein paar Wenige Handgriffe frischen Wind in ihre Buden zu bringen. Diese Tisch-Planter dort oben links besitze ich sogar schon, fehlt nur noch eine kleine Sukkulente. Der Korb könnte zudem als neues Zuhause für eine Topfpflanze dienen und außerdem wäre eine besondere Vase keine schlechte Idee, für den Ess- oder den Nachttisch. I go Bananas, oder so. Ihr merkt, es brennt mir unter den Fingern. Denn da ist ja auch noch dieser Baumwoll-Print damt Dschungel, der sich an meiner Wohnzimmerwand recht gut machen könnte: weiterlesen

All Eyes On // Das Adidas Samba Comeback
bei Rodebjer

01.02.2017 um 10.06 – Schuhe Trend

adidas samba rodebjerNoch vor ein paar Tagen stand ich vor meinem Schuhregal und fragte mich, wann genau ich weißen Sneakern eigentlich überdrüssig geworden war und weshalb sich während der vergangenen Monate wirklich alles in mir dagegen sträubte, je wieder in eines dieser überaus praktischen wie schlichtschönen Modellen hineinzuschlüpfen. Ich weiß es genau: Die Übersättigung war Schuld und noch dazu dieser seltsame Gedanke, dass brockige Boots meinem Naturell ohnehin vielmehr entsprechen würden – womöglich ein erstes Anzeichen von frühzeitiger Vergreisung.

Wie es der Zufall aber so will, schaute ich gestern schließlich nach, was dort drüben bei der Fashion Week Stockholm gerade eigentlich so passiert und stolperte dann alsbald über die Runway Bilder von Rodebjer (das Label kennt der ein oder andere von euch sicher aus dem Weekday Repertoire). Meine Augen funkelten, denn da war er plötzlich, der Adidas Samba! Ihr kennt ihn alle, den einstigen Indoor-Fußballschuh, der bereits seit 1950 existiert. Wie herrlich unprätentiös und wunderbar unstylish! Es geht mir ja gar nicht darum, andere Schuhe zu tragen als der Rest der Welt. Was mir aber flöten gegangen war, war jedes Gefühl und jede Emotion im Angesicht dieses minimalistischen Einheitsbreis. Jetzt ist sie plötzlich wieder da, die Nostalgie, die Erinnerung an Butterbrote in der Unibibliothek, an Festivals und Tagebücher. Und mit alldem die große Lust auf den Frühling. Samba, Leute! Nicht mehr lang. weiterlesen

OUTFIT //
Schnipp, Schnapp, Pony ab.

01.02.2017 um 8.50 – Outfit Wir

Asos Reclaimed vintageIch hab‘ noch gesagt „Sarah Jane, Freundinnen, Mama! Haltet mich davon ab, mir jemals wieder einen Pony zu schneiden!“ Und zwar in weiser Voraussicht. Denn jedes Mal, wenn sich mal wieder ein Mikropony über meine relativ kurz geratene Stirn legte oder Jane Birkins Antlitz mich dazu inspirierte ganz parisienne ein paar Fransen über den Augenbrauen baumeln zu lassen, ertrank ich früher oder später in der Erkenntnis, dass für mich persönlich bloß ein Mittelscheitel funktioniert – schon allein wegen der mir von Opa Edmung mitgegeben Superwirbel, die sich quer über den gesamten Kopf legen. Jetzt ist es trotzdem passiert. Die optische Langeweile hat mich gewohnt unerwartet und in einem plötzlichen Anflug von Veränderungswahn in die Hände meiner Küchenschere getrieben, etwa fünf Minuten bevor ich das Haus verlassen musste, um pünktlich „Lala Land“ zu sehen. Wenig später saß ich also samt Mütze im Kino und verstand weder mich noch den Hype um Ryan und Emma. Ein schrecklicher Abend.

Zum Glück sah die Welt am darauffolgenden Morgen schon wieder ganz anders aus. Meine neue Frisur half mir nämlich immerhin über die vor kurzem attestierte Modemüdigkeit hinweg und so machte ich den gestrigen Dienstag schließlich zu meinem persönlichen „endlich-wieder-Overdressed-im-Alltag“-Debüt 2017. Inklusive selbstbewusst getragenem Vorhang vor der Birne. Ich weiß zwar nicht, wie es jetzt weiter gehen soll, mit einem Besuch beim Profi etwa oder Monaten voller Klämmerchen und Spangen, aber ich werde das schaffen. Und frohen Mutes sein. Darüber, dass ich mit 28 Jahren immer noch in der Lage bin, mich wie 16 zu fühlen und auch genau so zu handeln. Macht ja auch irgendwie Spaß: weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
„The Good Life“

31.01.2017 um 15.55 – Allgemein

5 piece wardrobe frenchWas war ich in letzter Zeit modemüde und saumäßig ankleidefaul. Ich glaube sogar, dass es noch nicht einmal gelogen wäre zu behaupten, ich hätte während der vergangenen vier Wochen bloß drei verschiedene Pullover und zwei Jeanshosen im Wechsel getragen; der Winter macht mich einfach fertig. Und dann diese Langeweile überall. Die Gleichschaltung. Und ich ja auch mittendrin. Womöglich brauchte ich einfach mal eine kurze Pause. Seit gestern tut sich da nämlich wieder was in meinem Herzen, es fängt jedenfalls ganz zaghaft an zu kitzeln wenn ich an die immerhin nahenden ersten Frühlingstage denke und gleichzeitig an mit Rüschen-verzierte Turnschuhe. An immer-wieder-Ringel mit Regenbogen-Botschaften und superhoch geschnittene Karotten. Hopfen und Fashionmalz scheint also doch nicht ganz verloren, mir ist vielleicht bloß ein bisschen egaler, was der Rest der Modewelt so treibt. Stattdessen möchte ich einfach tun und tragen, wonach mit der Sinn steht. Hier ein erstes Beispiel – The Good Life eben: weiterlesen

Kolumne //Warum ich Vorsätze nicht mag und trotzdem welche habe.

31.01.2017 um 10.40 – Allgemein

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Ich schlafe zu wenig, meine Ernährung setzt sich vor allem aus Kohlenhydraten und „mit Käse überbacken“ zusammen, weil ich selten Brille trage, kneife ich beide Augen permanent wie ein kleines Schweinchen zusammen, was sich wiederum unübersehbar negativ auf meine tiefer werdenden Stirnfalten auswirkt. Die Nagellackreste auf beiden dicken Zehen stammen aus dem vergangenen Sommer, mein Emailfach spuckt aktuell die ungeheure Zahl von 10176 ungelesenen Nachrichten aus, ich habe nichts zum Anziehen und wenig Lust, auszugehen. Manchmal rauche ich auch, obwohl ich längst Nichtraucherin sein wollte und sollte, anonyme Anrufe beantworte ich nur aus Versehen und obwohl ich 50 Euro im Monat für die Mitgliedschaft in einer sportlichen Vereinigung bleche, habe ich längst vergessen, wie meine Yogalehrerin überhaupt nochmal heißt. Ganz abgesehen davon, dass meine Laufschuhe seit einem guten Monat hinterm Staubsaugern in der Abstellkammer von Spinnweben gesäumt werden.

Das alles fiel mir aber erst neulich auf, einen ganzen Monat später als den meisten anderen Menschen also, die sich vornehmlich um die Jahreswende herum in Selbstreflexion üben. Und zwar als ich mutterseelenallein auf einer Hütte in den Tiroler Bergen saß. Aus Trotz. Ich wollte lieber zum fünften Mal hintereinander die sichere Abfahrt nehmen als mit dem Rest der über die Maße motivierten Gesellschaft über Buckelpisten der blauen Stunde entgegen zu brettern und außerdem war ich gerade dabei, noch ein wenig in Selbstmitleid ersaufen. Und Leute zu hassen. Und mich selbst. Weil sich die Existenz auf diesem Erdball samt all ihrer physischen wie psychischen Begrenzungen plötzlich wie mein persönliches Alcatraz anfühlte. Was allerdings alle Gefängnisse gemein haben: Wir sind selbst schuld daran, wenn wir drin sitzen. weiterlesen

Shopping //
The Ski Jumper

30.01.2017 um 13.07 – Mode Shopping Trend

ski pullover sweater 60sImmer, wenn ich Omis alte Fotos durchschaue, ärgere mich darüber, dass ich nicht viel früher auf den Trichter gekommen bin, sie vom Entsorgen alter Kleidung abzuhalten, aber wer hätte mit 16 jungen Jahren auch ahnen können, dass das Rad der Mode tatsächlich kaum mehr neu erfunden werden würde. Stattdessen findet seit Jahren ein eklektisches Interpretieren von längst Vergangenem statt. Was ja nicht falsch ist, keineswegs, wenn auch in den Augen früher Geborener ein wenig öde. Ein Comeback jagt jedenfalls das nächste. Seit nicht wenigen Saisons ist beispielsweise die Skimode der 60er zurück, sogar auf den Laufsteg von Miu Miu haben die Blockstreifen und Spitzmuster es längst geschafft. Nun stehen alle Zeichen zudem auf Reißverschlussdetails in Kombination mit Roll- und Stehkragen auch diesmal habe ich nichts dagegen. Ist ja auch schon wieder nicht ganz frisch dieser Trend, aber zunehmend hübsch anzusehen und noch dazu erschwinglich. Der Glitzerpullover von & other stories etwa dürfte sofort Einzug in meinen Kleiderschrank halten. Die Auswahl von Urban Outfits ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern: weiterlesen

Spotted // Schmuck von
Knobbly Studio x Laurie Franck

30.01.2017 um 10.51 – Accessoire Feminismus

knobbly studio

Sogenannte One-Line-Drawings sieht man gerade überall. Im Interior-Bereich etwa als Poster für die Wand, hier und da entdeckt man die feine Picasso’esquen Linien aber auch auf Keramik oder Kissenhüllen, am Körper trägt man die Kunst längst in Form von artifiziellen Prints, am beliebtesten scheinen jedoch noch immer Schmuckstücke und sogar Tattoos zu sein, deren Umrisse sich aus einer einzigen Linie zusammensetzen. Malen ohne Absetzen quasi. Die Kollaboration zwischen dem Israelischen Schmucklabel Knobbly Studio und der französischen Tattoo Pionierin Laurie Franckie ist demnach ein Geschenk des Trend-Himmels, wenn man so will, und noch dazu eines, das jeden Hype überdauern wird. Zeitlos schön und ebenso stark wie zerbrechlich kommen die Ohrringe, Ketten und Pins aus 19-4 Karat Gold daher, die sich ganz der abstrahierten Ästhetik des weiblichen Körper hingeben.

Entdeckt haben wir den Schmuck der autodidaktischen Jewellery Designerin Gittit Szwarc aus Jaffa, die sich eigentlich dem Tanz verschrieben hatte, übrigens bei Make Up Artist Stella von Senger – wohlgemerkt ein wahres Trüffelschwein, wenn es um auffälliges Zierde-Material rund ums Ohr geht. Auf meiner Wunschliste befindet sich ab sofort also quasi die gesamte Kollektion, inklusive güldener Nippel: weiterlesen