Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. @nikejane

Body Positivity Track //
Miss Eaves – Thunder Thighs

09.06.2017 um 11.30 – Musik

Eigentlich hatte ich mir geschworen, weniger von Body Positivity zu schwafeln und stattdessen für eine Art Body Neutralism einzustehen. Vielleicht ist es aber noch ein bisschen zu früh für diese radikale Form der Akzeptanz durch Ignoranz (oder wie auch immer man ein gut gemeintes Desinteresse an den Körperformen dieser Welt nennen mag). Wir wären ja quasi längst am Ziel angelangt, wenn Bäuchlein und Beine überhaupt keinen Redestoff mehr bieten würden, wenn Formen, Farben und Äußerlichkeiten endlich kein öffentliches Thema mehr wären. In Wahrheit ist der Weg hin zur selbstverständlichen Diversität aber noch ein sehr langer und Body Shaming pünktlich zum Sommer präsenter denn je. Ein wunderbares Beispiel für die Abstinenz von Respekt gegenüber der Vielfalt des menschlichen Körpers lieferte dieser Tage etwa das Klatsch-Magazin „Inside“, das mit dem Titeln „Die Dellen-Queens! Stars im Cellulite-Stress“ lockte. Diese traurige, klickgeile Frechheit bedarf zwar keines weiteren Kommentars, ein bisschen Gegenwind kann aber trotzdem nicht schaden.

Rapperin Miss Eaves kommt uns da mit ihrem neuen Track „Thunder Tighs“ gerade also durchaus gelegen. Ihr Sommer-Mantra lautet nämlich: “Thick thighs, sundress, I’m looking good”! weiterlesen

Editor’s Letter aus der Sonne //
Warum Kommentare mein Kryptonit sind.

08.06.2017 um 14.31 – Editor's Letter Kolumne Wir

Liebe Leser*innen,

manchmal fragen wir uns, wie viel Nähe zu euch gesund ist, welche Gedanken geteilt gehören und wo Privatsphäre unbedingt vonnöten ist. Seit sieben Jahren schon lassen wir euch an Vielem teilhaben, das zu unserem Leben gehört, in Worten und Bildern und nicht immer ist der Drahtseilakt zwischen Nahbarkeit und Seelenstriptease ein leichtes Spiel, es wird sogar stetig komplizierter. Anders würden wir es vermutlich gar nicht wollen, denn wo Herz drin steckt, übermannen Gefühle mitunter jede Professionalität. Man müsste nämlich eigentlich meinen, uns seit mittlerweile eine mächtige Elefantenhaut gewachsen. Weil wir aber ganz normale Menschen sind, funktioniert das Aneignen von Mutanten-Kräften nur sehr bedingt und wenn man so will, sind einige Kommentare für uns sowas wie grünes Kryptonit für Superman, mit dem einzigen Unterschied, dass wir keine Heldinnen sind und damit so gut wie ausgeliefert. Dieser Tage bleiben uns also nur ein paar wenige Möglichkeiten: Wir könnten zum Beispiel auf Durchzug schalten, oder Jane Wayne abschalten oder einfach sämtliche Gedankengänge freischalten. Zunächst war ersteres geplant, aber dann kam die Sonne. Und ein guter Freund, der schon zu Schulzeiten mein persönlicher Wolverine war. Er besitzt offenbar die Kraft, mich zu regenerieren und braucht dafür für gewöhnlich nicht mehr als strenge Worte. weiterlesen

5 Piece Wardrobe // Eine Çay-Pause
in der Sonne, bitte.

07.06.2017 um 0.39 – Inspiration Mode Shopping

Sobald die Sonne rauskommt, kommt auch Altan aus seinem kleinen Ladengeschäft heraus, um sich schnurstracks auf die kleine Holzbank am Fenster zu setzen und die Nase gen Himmel zu recken. „Den Süden riechen“ nennt er das. Altan ist etwa dreiundachtzig Jahre alt, so genau weiß er das gar nicht mehr, Zahlen waren ihm schon immer egal. Nicht aber die Bedeutung seines Namens, denn Altan ist türkisch und bedeutet „Gold“. Ich finde es nur logisch und reizend, dass dieser alte Mann genauso heißt, denn tatsächlich hat niemand weit und breit Augen, die so goldbraun sind wie die seinen. Nur der heiße türkische Tee, der niemals nicht in einem bunt bemalten Glas mit noch bunterem Untersetzer vor ihm steht, birgt dieselbe tiefwarme Farbe. Manchmal, wenn ich eine Auszeit und Ruhe und alles außer Internet brauche, dann besuche ich Altan, der mir jedes Mal ein eigenes Glas rüber schiebt, meist wortlos, aber mit lachenden Augen und Kopfschütteln. „Ausruhen“, sagt er dann und versteht ohne zu fragen. Ich nicke dann nur, schlage ein Buch auf und tauche unter bis der Çay leer, Altan zufrieden und ich ein kleines bisschen kraftvoller bin. weiterlesen

Interior // 12 Poster gegen weiße Wände

06.06.2017 um 23.25 – Wohnen

Ich habe zwar keine weißen Wände, aber immerhin Wände. Zartgelbe zum Beispiel, die längst vom Zahn der Zeit geküsst wurden, und auch eine tolle, ganz frische graugrüne Wand, aber keine einzige Wand hat bisher einen Platz in meinem Herzen. Weil die Seele fehlt, das iTüpfelchen sozusagen, oder irgendein Alleinstellungsmerkmal. Seit Jahren stelle ich deshalb schon Poster-Listen zusammen, jedes Mal aus dem dringenden Bedürfnis heraus, endlich zu handeln! Gegen die Tristesse. Von Entscheidungsschwierigkeiten erschlagen blieb ich bisweilen stets regungslos liegen, trotz etlicher Möglichkeiten. Das soll sich jetzt ändern, aber bitteschön recht dalli.

Obwohl ich normalerweise nicht viel mit Statement-Slogan-Schmiererei am Hut habe, gefällt mir die obige mitsamt des zerzausten Haars zum Beispiel sehr gut. Aber auch die getrockneten Blüten, die rote Frühlingsrose und Herr Kaktus gehen mir nicht aus dem Kopf, Stefan Marx sowieso nicht (auch nicht der echte!) und ach, so ein Achtzehn-Atomkraftposter wäre was Feines für den Flur. Ihr seht, es wird nicht besser. Nur schöner: weiterlesen

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Shopping // Statement Shorts

05.06.2017 um 21.26 – Mode Shopping

Ich tanke gerade die letzten Sonnenstrahlen meines verlängerten Wochenendes im Süden. Noch einer meiner Freunde ist jetzt 30 und genau deshalb sitze ich jetzt überhaupt hier, den Laptop auf den Knien und blaues Wasser im Rücken, genau wie sandige Berge und ein paar Palmen. Am liebsten würde ich hier bleiben, dachte ich gestern noch, und am besten für immer, aber dann passierte auch schon, was immer passiert, wenn ich versuche, ein paar Tage lang ohne Arbeit auszukommen. Mit einem Mal vermisste ich das Suchen und Finden und euch und das Tippen und Plappern und Collagen bauen. Ich glaube, ich war noch nie so glücklich über diese Erkenntnis wie diesmal, denn bevor ich hierher kam, hatte ich vor allem großes Bauchweh.

Nicht nur wegen einer verschleppten Krankheit, sondern auch wegen meiner dünnen Haut, wenn es um die Kommentarkultur dieser Seite geht. Manchmal braucht es aber nur einen Schwung neue Energie und eine große Runde alter, bester Freunde, um die Dinge wieder klar zu sehen, um klarzukommen und sich im Klaren darüber zu werden, dass man es nie allen recht machen muss und kann. Dazu aber bald mehr in meinem Editor’s Letter aus dem Süden. Da wirds dann vielleicht auch ein bisschen emotional. Vorab aber noch ein wenig leichte Kost: Ich bin doch ernsthaft ohne Shorts in den Urlaub abgedüst. Und weil ich beinahe nichts lieber dabei gehabt hätte als eine kurze Hose für jeden Anlass, hier eine kleine Hommage an die neuen Landkarten, Streifen und Rüschen des Sommers 2017: weiterlesen

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Do or Don’t //
Bikinis & Badeanzüge statt Sommer-Top?

31.05.2017 um 15.28 – Mode Trend

Am langen Wochenende war ich Zuhause bei meiner Mama zu Besuch, dort, wo man nicht im Schlafanzug zum Späti schlurfen, aber dafür in großen Gärten grillen kann. Alles hat, wie ich finde, seine Vor- und Nachteile. Auch Städte und Dörfer, zu gleichen Teilen. Berlin zum Beispiel sagt man ja nach, sehr tolerant hinsichtlich der Kleidung seiner Bürger und Bürgerinnen zu sein. Ganz salopp gesagt ist es sogar kackiarschegal, wie man dort durch den Supermarkt robbt. Es schaut ja eh niemand hin. Das könnte auch als Nachteil gelten, als Alles-Egal-Anonymität ohne Herzenswärme, das sehe ich genauso. Aber nicht bei 30 Grad im Schatten. Als ich mich an besagtem Samstag nämlich gerade auf den Weg gen Grillkäse machen wollte, Badeanzug und Jeansshorts-tragend, meinte meine Mama es natürlich nur gut mit mir, als sie mir mit einem T-Shirt hinterher wedelte: Hast du vergessen!

Abr nein. Ich hatte mich bloß ganz bewusst für eine der logischsten Sommer-Garderoben von allen entschieden, inspiriert von der wunderbaren Mickey Dobbs aus der Über-Serie LOVE. Auch, weil Badeanzüge im besten Fall so clever konstruiert sind, dass der BH (einer der für mich unbequemsten Begleiter durch den Sommer) getrost im Schrank liegen bleiben darf – Je weniger Ballast, desto besser. Noch dazu bleibt der Rücken bei den allermeisten Modellen so schön luftig frei und hübsch anzusehen sind die Bademoden-statt-Tops-Kombis für den Alltag ohnehin, wenn man mich fragt. Die sind frivol und schlüpfrig und unangebracht, finden andere. Na und, denke ich. Als hätten wir noch nie am Strand gelegen und große wie kleine Busen wippen sehen. Oder was denkt ihr? weiterlesen

Buch-Tipp // „Living The Healthy Choice“ von Pauline Bossdorf – 70 supereinfache, schmackhafte & gesunde Rezepte

31.05.2017 um 10.10 – Buch Cooking

Ich besaß bisher insgesamt drei Kochbücher. Jedes einzelne davon hatte ich zum Einzug in meine erste WG von besorgten Familienangehörigen geschenkt bekommen, aber kein einziges kam je zum Einsatz. Ich liebte zwar Essen, aber ich hasste es, zu kochen – Genau wie Pauline Bossdorf, die mich bereits mit dem Vorwort ihres Buch-Debüts am Schlafittchen packte: „Meine größte kulinarische Errungenschaft war bis dato Nudeln mit Käse und wann immer meine Mutter einen Salat zum Abendessen vorbereitete, fragte ich, wo sie denn bitte das richtige Essen versteckt hatte“, schreibt sie da. Living The Healthy Choice liegt seither griffbreit neben Schneidebrett und Kühlschrank in meiner Küche bereit und ist somit ganz offiziell das erste Kochbuch, das ich wirklich benutze. weiterlesen

Outfit // So tun, als ob heut‘ Urlaub wär.

30.05.2017 um 9.40 – Outfit Wir

Noch während meines Heimatbesuches am langen Wochenende bin ich ein faules Loch gefallen und auch zurück in die Vergangenheit. Damals, dachte ich, da war der Sommer bloß vollgestopft mit Johannisbeeren aus Opas Garten, da hat sich niemand drum geschert, was ich nun mache oder nicht, womit ich mein Taschengeld verdiene und ob ich denn auch brav E-Roller statt Mercedes fahre. Also habe ich hier und da über dies und das und das Heute geflucht und schließlich, womöglich als Karma-Knüppel vom Universum, die erste tiefrote Seitenstrangangina meines Lebens mit nach Hause gebracht. Ich fluche jetzt nicht mehr, sondern freue mich über zwei Arme, zwei Beine, über einen wieder fast gesunden Hals und noch viel mehr.

Über die neue Elefantenhaut, die ich mir nun habe wachsen lassen, habe ich heute Morgen außerdem vor allem Leinen gestülpt: Eine Bluse aus dem vergangenen Jahr, um genau zu sein, und einen 2nd-Hand-Fund, der mich neulich ganze 4 Euronen gekostet hat. Noch immer macht mich kaum etwas (in materieller Hinsicht) so glücklich wie das Zusammenwürfeln alter und neuer Schätze. Es ist zwar leicht, auf einen Bestell-Knopf im Internet zu drücken, aber richtige Freude bereitet doch das Suchen und Finden von Stücken, deren Vergangenheit zwar reine Spekulation bleibt, deren Zukunft in unserem eigenen Kleiderschrank aber umso rosiger ausschauen könnte. Die gestreifte Hose jedenfalls habe ich „Karla“ getauft und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir noch viele Abenteuer zusammen durchleben werden. Bis es tatsächlich so weit ist, hilft sie mir schonmal dabei, so zu tun, als ob heut‘ Urlaub und nicht Büro wär‘. Einfach so vong Gefühl her. weiterlesen

Wish List // Leinenhosen
– weil sie so schön schlabbern und kühlen

29.05.2017 um 14.21 – Mode Shopping

Ich bin dieser Tage ein wenig neidisch auf mein Sohn Lio, im besten aller Sinne natürlich, denn er trägt zuweilen nichts anderes mehr als schlabberige Zweiteiler aus Leinen und wirklich, ich würde sehr viel dafür geben, die Numero 74-Outfits selbst ausführen zu können – gibts aber leider nur für Kinder (jedenfalls die Hosen und nach genau jenen gelüstet es mir am allermeisten). Deshalb und weil Leinen außerdem trotz aller Knitterlaune zu meinen kühnsten Hitze-Rettern zählt (die Naturfaser wirkt kühlend und ist atmungsaktiv), habe ich heute Morgen in diversen Onlineshops Ausschau nach erwachsenen Alternativen gehalten: Ein gerüschtes rotes Modell dürfte es jetzt also gern sein, aber auch der rosa Playsuit von VIX, eine senfgelbe Bananenhose und Streifen im Allgemeinen haben es mir angetan.

Keinesfalls schlecht ist es übrigens, auch auf Leinengemische zu zählen, etwa mit Baumwoll-Anteil – das kommt der Alltagstauglichkeit zugute: weiterlesen

4 Bücher für den Urlaub, das Schimmbad oder Balkonien

29.05.2017 um 12.05 – Buch

Welches Buch ich kommende Woche mit nach Mallorca nehmen werde, das weiß ich noch gar nicht (Tipps sind wirklich sehr willkommen); ein kleines aber feines muss es jedenfalls sein, mir bleiben nämlich nur drei Tage mit sehr wenig Allein-Zeit zum Verschlingen desselbigen. Würde mich aber gerade jemand anderes nach einer schnellen Lektüre fragen, nach einem Buch, das Flugzeiten überbrückt oder für ein schnelles Feierabend-Gehirnyoga geeignet ist, stünde Abenteuer Freiheit von Carlo Strenger ganz oben auf meiner Liste. Strenger ist etwa der Meinung, Freiheit sei ein lebenslanges Abenteuer: riskant, aber zugleich viel interessanter als die Massenkultur uns weismachen wolle. Wer ein wenig mehr Zeit und Muße mitbringt, könnte sich hingegen dem Club der unverbesserlichen Optimisten von Jean-Michel Guenassia hingeben – eine wonnige Reise durch das Paris der 1960er Jahre ist das, vollgestopft ist mit Rock’n’Roll, Verweisen auf die großen Intellektuellen der Nachkriegszeit, Gitanes-Zigaretten und der ersten großen Liebe. Wie im Rausch lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase außerdem Delphine De Viganes autobiografischer Roman Das Lächeln meiner Mutter lesen. Tragisch, traurig und tonnenschwer ist dieses Buch und dann wieder so sanftmütig und versöhnlich, dass man irgendwann den Drang danach verspürt, laut in die Seiten hinein zu rufen. Um das gerade Geschehende endlich zurechtzurücken. Fehlt noch Joan Juliet Bucks Memoiren The Price Of Illusion – ganz leichte Kost, ein wenig Gossip, ein bisschen Grazie, ein andere Welt, die es sich aber durchaus zu Ergründen lohnt, zum Beispiel Strohhut-tragend und Limo-schlürfend: weiterlesen

Fair Friday Wish List //
Nachhaltig(er) durch den Frühling

26.05.2017 um 22.57 – Mode

Als Sarah neulich den Fair Fashion Online Store Almasanta vorstellte, klappte mir gleich mehrere Male die Kinnlade herunter, erst wegen einer kleinen Korbtasche, die wie ein ausgewachsener Tukan um die Schulter getragen wird, dann aufgrund des obigen Badeanzugs von Mara Hoffmann, in dem ich mich künftig liebend gern durch die Badeseen Berlins räkeln würde und schließlich (und am aller dollsten) wegen eines Paars Raffia-Sandalen, gegen die in meinen Augen kein anderes Modell der Welt anstinken kann. Noch dazu landete jüngst das White Rose Dress des Hamburger Labels Black Velvet Circus im hauseigenen E-Shop, genau wie Vejas vegane Sneakers aus nachhaltigem Kautschuk und Bio-Baumwolle. Und es wird sogar noch schöner: weiterlesen

The Edit // 25 Grad im Schatten
– Outfits für alle Körper

23.05.2017 um 12.08 – Inspiration Mode Shopping

Neulich klagte ich euch noch mein Kleiderschrank-Leid, wegen der Kapitulation im Angesicht der plötzlichen Hitzetage, die mich stets träge und zugleich faul machen, sodass ich am liebsten nackend durch die Straßen flanieren würde. Das aber geht aus vielerlei Gründen (noch) nicht, weshalb ich derzeit permanent auf der Suche nach so wenig Aufwand wie möglich bin. Reinhopsen und fertig, so in etwa sieht das Outfit meiner Träume bei plus 25 Grad aus. Konkret denke ich da etwa an einen leichten Jumpsuit für Melonen, luftige Seidenhosen und Crop Tops für Birnen oder badeanzügige Tops für schmale Böhnchen. Untereinander mischen ist natürlich sowieso erlaubt – Hauptsache wir hören endlich damit auf, ob unserer niedlichen Körper am Sommer zu verzweifeln: weiterlesen

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Brain Blah // Ich habe meinem Freund (k)einen Heiratsantrag gemacht.

23.05.2017 um 8.30 – Kolumne Leben Wir

Als ich ungefähr acht Jahre alt war, machte mir ein Junge aus der Parallelklasse einen Heiratsantrag. Das war ganz leicht. Wir hatten uns in einem Heuhaufen auf der Wiese vor dem Haus versteckt, weil er, nennen wir ihn doch einfach Hansjürgen, bald von seinen Eltern abgeholt werden sollte. Die Ehe schien da nur der nächste logische Schritt zu sein, denn wenn man verheiratet ist, so dachten wir, würde man uns endlich als Erwachsene anerkennen und bis in alle Ewigkeit Gameboy spielen und Cola trinken lassen. Ich kramte also ein Haargummi aus der Hosentasche, das Hansjürgen alsbald um meinen Finger wickelte, der schnell rotblau anlief, aber das machte nichts, schließlich duftete die Ackerluft mit einem Mal verlockend frisch nach Freiheit. Händchenhaltend richteten wir uns auf, um der Mutter von Hansjürgen und meiner eigenen die frohe Botschaft zu überbringen. Am Ende half alles nichts. Eine halbe Stunde später marschiere ich noch immer ledig gen Zähneputzen.

Die Jahre vergingen und mit ihnen mindestens drei missglücke Versuche meinerseits, um jemands Hand zu bitten. Weder Otto, noch Erik oder Rasputin wollten mich zur Frau nehmen. Nur einer begründete seine Entscheidung mit meiner einnehmenden Zahnspange, die anderen beiden fühlten sich laut eigener Aussage in ihrer durch Disneyfilme geprägten Ehre gekränkt. weiterlesen

Praktische Taschen, die im Park genauso gut aussehen wie am Strand

22.05.2017 um 14.09 – Accessoire

Kleine Taschen können überaus praktisch sein, sofern man sich denn in Sachen Minimalismus übt und keine Lust auf viel Ballast hat, beim Radfahren etwa oder Bummeln. Ist ja auch schön gut, an Frühlingstagen aber auch ein wenig am echten Leben vorbei gelebt. Da braucht man nämlich Decken für den Park, Limo und womöglich sogar Grillanzünder, aber auf jeden Fall viel Platz. Und weil Zeit nunmal Geld ist und wir ohnehin viel zu viele Stunden unseres Lebens am Bürotisch verbringen, gilt es dieser Tage eben ganz besonders, zumindest ein paar Wege einzusparen. Den nach Hause zum Beispiel, wenn der Sonnenuntergang im Grünen doch so viel verlockender riecht als das Heimbringen von Laptop, Akten und Co. Alles muss deshalb mit, schon morgens. Die Tasche unsers Vertrauens muss demnach in der Stadt eine ebenso gute Figur abgeben wie im Freibad, dem Strand oder dem Park ums Eck. Solche wie dort oben zum Beispiel: weiterlesen

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OUTFITS // Wie ich erneut herausfand, dass ich keinen Stil habe.

22.05.2017 um 12.37 – Outfit Wir

Ich poste in letzter Zeit nur noch sehr selten Einzeloutfits und zwar vornehmlich, weil ich mich frage, wann so ein Outfit überhaupt die Berechtigung hat, ganz allein im Fokus zu stehen, da müsste es ja eigentlich nahezu atemberaubend zugehen, aber das geht es derzeit nunmal nicht. Also habe ich mich für eine weitere Ausgabe „Outfits aus dem Alltag entschieden“ und erneut feststellen müssen: So einen richtigen Stil konnte ich mich auch mit 29 Jahren nicht aneignen. Vor ein paar Wochen versuchte ich mich bereits an einer Erklärung, weshalb das alles im Grunde gar kein Problem ist und plädierte noch dazu für die muntere Freiheit der Unentschlossenen. Jeder Tag ist für Leute wie uns ja ein gänzlich neuer! Wir können in Rollen schlüpfen oder auch nicht und sind vielleicht nicht immer „gut angezogen“, aber zumindest auch nicht festgefahren. Das ist ja schonmal was. Und am Ende, wenn man sich denn niemals so richtig findet, dann hat man sich ja doch irgendwie gefunden. Mir schwant jedenfalls, dass kein roter Faden auch ein roter Faden sein kann. Da oben etwa sehe ich sechs Mal mich selbst, was so viel bedeute soll wie: Wenn man sich wohl fühlt, ist das nicht nur die halbe, sondern eventuell bereits die ganze Miete, ganz egal, ob die stilistische Schublade stets dieselbe oder immer weniger eine andere ist: weiterlesen

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