Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. @nikejane

OUTFIT // Schlafwandeln.

15.09.2016 um 6.00 – Outfit Wir

gvyn thisisjanewayneImmer wenn ich nach New York komme, und wenn ich immer sage, dann meine ich in Wirklichkeit bloß fünf Reisen, komme ich mir erst einmal wie ein Murmeltier vor, das an Hitzestress leidet; wegen der Zeitverschiebung und der Müdigkeit, die sich gleichzeitig nach durchgemachter Nacht, geistiger Kapitulation und irrem Lebendigsein anfühlt. Kurz darauf folgen etwa 12 Stunden des eingebildeten Schlafwandelns, alles hier ist so groß und viel und laut und surreal, ein eklektisches Konstrukt aus allerhand Filmen, die man zwar gesehen hat, aber noch immer nicht richtig begreifen kann. Menschen, die mit ihren Handys reden an jeder Ampel, heulende Sirenen, das beständige Summen alter Klimaanlagen, Gerüche von Taco Trucks und dann plötzlich wieder Seitenstraßenoasen der Ruhe. Es ist ein bisschen, also würde man aus dem Bett geradewegs in Alice‘ superurbanen Kaninchenbau rollen, Verrückte gibt es auch. Zum Beispiel solche, die Kleider lieben, mit denen sich auch im Dunkeln gut munkeln ließe. Ich gehöre dazu, bloß schlage ich der schlüpfrigen Assoziation mit weißem Shirt und Chucks ein Schnippchen – Immerhin schlafwandle ich ja bei schönstem Sonnenschein: weiterlesen

Interior // Bon Voyage
Lieblingsstücke von Anthropologie

15.09.2016 um 4.31 – Wohnen

antropologir interior thisisjanewayneAus der Ferne beäuge ich das Einrichtungs-Treiben von Anthropologie schon seit einer halben Ewigkeit. Daran fühlen konnte ich aber noch nie. Und so kommt es, dass ich weder eine Wal-Schale für das Ansammeln von Badezimmer-Klimbim besitze, noch einen gesprenkelten Keramik-Kerzenhalter oder gar einen Boucheroite-Teppich wie er im Buche steht. Nichts dergleichen. Und obwohl ich gerade in New York quasi schräg gegenüber eines physischen Stores wohne, schon hereinspaziert bin und mich von der Qualität überzeugt habe, wird dem wohl vorerst trotzdem so bleiben. Denn eitel und dämlich wie ich manchmal zweifelsohne bin, ließ ich es mir auch diesmal nicht nehmen, der Welt und mir selbst zu beweisen, dass sich eine Fashion Week problemlos mit nichts als Handgepäck bestreiten lässt. Herzlichen Glückwunsch. In den Koffer passt jetzt nichtmal mehr ein TicTac rein. Geschweige denn ein Käsemesser.

Mama, Oma, Papa, beste Freundin, zukünftiger Ehemann: Sollte ich jemals wieder Geburtstag haben, dann brauche ich nichts außer Liebe. Aber wenn es sein muss, dann nehme ich auch gern etwas von da oben entgegen ♥ weiterlesen

Shop the look // Camille Charrière
Red is Love.

14.09.2016 um 15.41 – Inspiration Mode Shopping

shop the look camille chariere

Ich behaupte ja ohnehin, dass man romantische Gefühle für Kleidung hegen kann, jedenfalls dann, wenn man selbige nicht als bloßes Konsumgut betrachtet, sondern als kleine Freiheit im Alltag, als etwas, für das man sich bewusst entscheidet um am Ende Seite an Seite die Woche, das Fest oder den einen wichtigen Moment zu bestreiten. Und beschreiten. Ihr wisst schon. Wenn man wirklich mit Leidenschaft bei der Sache ist und wegen all der Schönheit und dazugehörigen Geisteshaltung glänzende Augen bekommt. Nicht, weil da schon wieder etwas Neues auf uns wartet. Dann finde ich, kann man durchaus von Liebe zur Mode besprechen. Und dem Verknalltsein in Outfits. Heute etwa hat es mir die Französin Camille Charrière mit ihrem Händchen für die Monochromie angetan. Alles auf rot. Rot wie die Lieben eben: weiterlesen

Off to New York City // 3 Bücher, die ich mitnehme.

13.09.2016 um 9.45 – Buch

books i like

Ich fliege niemals ohne Bücher, überhaupt bin ich sehr gut darin, mich von der puren Existenz abzulenken. Wenn ich mir das stundenlange Betrachten von Wolkentürmen aber schon freiwillig entgehen lasse, dann zumindest mit Nahrung für den Kopf, denke ich mir bei jedem Gang ins Flugzeug. Manchmal verschlafe ich dieses gut gemeinte Vorhaben allerdings, oder ich esse vor Aufregung tütenweise Pringles und Katzenohren. Kann mir diesmal (es geht jetzt gleich nach New York) ausnahmsweise nicht passieren, zu sehr stecke ich mit der Nase schon seit Tagen in Robert Wringhams „Ich bin raus“. Der britische Querdenker, Sozialist, Autor und Bibliothekar, der außerdem für das Magazin „New Escapologist“ verantwortlich zeichnet, hat mich allein schon mit der Einleitung am Schlafittchen gepackt und abhängig gemacht. Es ist nicht so, als würde ich demnächst nach Patagonien auswandern, aber ein bisschen Selbstreflexion kann nicht schaden. Teju Coles „Open City“ habe ich erst drei Jahre nach Veröffentlichung verschlungen, nämlich 2015. Der junge Autor, der mittlerweile mit Sebald, Camus oder Naipaul verglichen wird, beschreibt die Großstadt New York und ihr Grundgefühl im Laufe seines Romans mit allen Sinnen. Ein intensives Buch, das man nie mehr vergisst und immer wieder lesen will und kann, wie ein guter Film, der in nostalgischen Momenten alles Gedachte noch zusätzlich verstärkt. Und dann ist da noch Sheila Heti, die sich selbst und uns in ihrer Geschichte über zwei Freundinnen die Frage stellt: Wie sollen wir sein? Oder besser: Wollen wir überhaupt so sein? Drei Mal Lese-Glück to go sozusagen. Ich bin dann jetzt mal weg. weiterlesen

OUTFIT // Balance-Akt.

13.09.2016 um 8.00 – Allgemein

gvyn bagsMein letzter Outfit-Post ist ungewöhnlich lange her, und weil ich ohnehin für mehr Aufrichtigkeit und Mut zum Scheitern plädiere, vor allem in der Internetwelt, habe ich an dieser Stelle nichts zu meiner Verteidigung vorzubringen, außer: Ich hatte keine Lust. Keine Energie. Und zu viel Gesamt-Matsch im Kopf als dass ich es für angebracht gehalten hätte, fröhlich hüpfend durch Bildschirme zu springen.

Stattdessen habe ich mich im Spagat zwischen Teilzeit-alleinerziehend und voll-arbeitend-sein geübt, die zweimonatige Tagesmutter-Pause von Lio macht es möglich (jetzt stemmen wir gerade die Kita-Eingewöhnung), darin, mein Herz für neue Abenteuer zu öffnen, zwischendurch zu bangen, aber dennoch eisern zu hoffen, dass es sowas wie „für immer“ noch gibt. Ich habe Momente der Ruhe für Ausbrüche des Wahnsinns genutzt, dafür, einmal kurz alles zu überdenken und Bücher wie „Ich bin raus“ von Robert Wringham zu verschlingen. Was dabei raus kam, war nicht immer eitel Sonnenschein, aber heilsam. Alles ist ein Prozess, ein Wachstumsprozess, wenn man so will. Vor allem, wenn Ideale mit Realitäten kollidieren. Für mich bedeutet das ab sofort: Die Balance finden. Auf allen Ebenen. Und weil ich die Mode dafür kurz beiseite schieben musste, zumindest in meinem Privatleben, trug ich ungelogen sechs Tage hintereinander ein uns dasselbe Kleid. Oder Badeanzug im Home Office: weiterlesen

Cool Wool // Hades „Some girls are bigger than others“ Collection

12.09.2016 um 14.42 – Mode

hades cashmereCassie Holland lebte und arbeitete seit jeher in London, so wie viele Mittzwanziger eben, und eigentlich hatte sie an ihrem Alltag nicht viel auszusetzen. Bis sie den Trott bemerkte, in dem sie gefangen war und an ihrem 29. Geburtstag schließlich beschloss, sich selbstständig zu machen. Ohne Hilfe von außen, selbst das Logo stammt aus ihrer Feder. Und zwar mit Pullovern aus 100 % bester Wolle, Lambs Wool um genau zu sein, die ausschließlich von einem kleinen Familienbetrieb aus Hawick in Schottland bezogen wird. Vom Material bis hin zur Produktion, alles geht exakt dort und in Großbritannien von statten. Das Konzept, das 2015 geboren wurde, geht auf: Inzwischen zählt sogar Alexa Chung zu Cassies größten Fans, die mit der aktuellen Kollektion ihres Labels „Hades“ ihren musikalischen Helden frönt. The Slits, The Smiths, Patti Smith und Sonic Youth – fette Druckbuchstaben auf Pullovern, die ein Leben lang halten sollen und, wenn man so will, als Band Shirts für Große gedacht sind.

Eine Nachfolger-Kollektion soll es natürlich auch geben, wie selbige aussehen soll, verrät die Britin aber noch nicht. Weil sie aber wieder jede freie Minute in ihr Herzprojekt stecken wird, dürfen wir auf Schönes hoffen, ganz bestimmt: weiterlesen

Doku-Tipp //
She’s beautiful when she’s angry

12.09.2016 um 14.40 – Feminismus Film

shes beautiful when shes angry

Wenn es um Feminismus geht, dann weine ich manchmal laut, jedenfalls innerlich. Entweder vor Verzweiflung über die Borniertheit realitätsverweigernder Gegner dieser elementaren Geisteshaltung, oder aber vor Glück. So wie neulich, als ich zum ersten Mal „She’s Beautiful When She’s Angry“ sah, Mary Dores Werk über die Second Wave Feminists der späten 60er Jahre – ein längst überfälliges Stück Geschichte im Bewegbild, das es auf die großen Kinoleinwände der Welt geschafft hat. Ganz im Gegensatz zu den allermeisten Frauenrechtlerinnen übrigens, dabei gäbe es ausreichend Stoff und Sensationen für mindestens zehn Streifen. Diese inzwischen frei zugängliche Dokumentation über jene Frauen, die in den USA den Gleichberechtigungs-Stein ein zweites Mal zum Rollen brachten, über die verschiedenen Ansätze und Absplitterungen der Bewegung, über Mut und Protest und innere Konflikte, entschädigt uns zumindest ein Stück weit für alles bisher Unverfilmte.

Nach 90 Minuten mit Originalaufnahmen von früher und aktuellen Interviews mit den Protagonistinnen von damals kann ich nicht nur auf unzählige Gänsehaut-Momente, etliche Wut-Knoten und feuchte Augen ob des überschäumenden Kampfgeistes der gezeigten Aktivistinnen zurück blicken, sondern ertappe mich außerdem ungewohnt angesteckt von der inspirierenden Kraft, die Regisseurin Mary Dore mit ihrem Werk auf uns los lässt. Man möchte irgendetwas tun und bewegen, endlich wieder laut werden. Und all jene vor den Bildschirm setzen, die immer noch nicht verstanden haben, was Feminismus bedeutet. Und dass die Welt ausschließlich aus Feminist*innen bestehen sollte. weiterlesen

Shop the Look //
Leoparden forever ❤️

07.09.2016 um 8.00 – Mode Shopping Trend

shop the trend leoparden jacken leopard coats 2016 thisisjanewayne

Ob nun Irina Lakicevic, Pandora SykesMiriam Amro oder Franziska Nellessen, sie alle tragen mit sinkenden Temperaturen endlich wieder Leo, auch auf Instagram, ich kam dieser Tage also kaum um das getupfte Raubtier umher. Möchte ich aber auch gar nicht, denn der Leopard ist mir der liebste aller Animal-Print-Könige, mit großem Abstand. Und zwar alle Jahre wieder. Das Tragen von diesem sagenumwobenen Muster ist offenbar kein schnöder Trend, sondern eine LebensMode-Einstellung. Ein Statement, wenn man so will oder eine Ode an das eigene Selbtsbewusstsein, an innere Raubkatzen-Stärke eben. Kleider mit Leo-Print waren, sind und bleiben Klassiker, die ebenso frivol wie edel wirken können. Das mag ich. Das optische und assoziative Spiel mit nobler Etikette und verruchten Nächten. Den Kontrast zwischen Natur und Großstadt, das Dazwischensein. Einziges Manko: Wer auf Nummer Supersicher gehen will, sollte zumindest beim Jackenkauf ein paar Kröten mehr über die Theke wandern lassen statt auf die preisgünstigste Alternative von allen zu setzen. Es muss natürlich nicht gleich Stella McCartney sein, aber die Erfahrung sagt: Unter 150 Euronen wird’s meist schwierig. Macht aber nichts, denn besser als 2nd Hand lässt sich so ein Fummel ohnehin kaum shoppen. weiterlesen

Brain Blah // Darf man manchmal eine gemeine Mistkuh sein?

06.09.2016 um 7.30 – Gesellschaft Leben Wir

brain blah darf an manchmal gemein sein thisisjanewayne

Ich war jetzt sehr lange sehr verliebt in den Heiligenschein der Harmonie. Immer um Diplomatie bemüht, stets freundlich und bescheiden, manchmal sogar unsichtbar, jemand, der eher schweigt als zu streiten und rot anläuft, sobald andere gemein werden. Also jedenfalls grob zusammengefasst, so als Freundin, Partnerin, Ex, Bekannte oder Unbekannte. Beim motzigen Inder etwa entschuldige ich mich seit mittlerweile drei Jahren dafür, im Dachgeschoss zu wohnen, er bekommt sogar Extra-Trinkgeld zum Sowieso-schon-Trinkgeld, wegen der Bonus-Treppen. Dabei hat er es in Wahrheit noch nie über die Belle Etage hinaus geschafft, wenn es klingelt, renne ich meinem Palak Paneer ohnehin entgegen, als sei der flammende Curry-Spinat mein persönlicher Sonnenuntergang. Herr Lieferservice hingegen schlendert tendenziell und bleibt manchmal sogar heimlich stehen um Stufen zu sparen. Ich merke das, aber schweige. Bloß anderen nicht zur Last fallen. Ist egal, dass der nie danke sagt. Ist auch egal, dass der Nachbar von unten nie grüßt, aber böse guckt und seine Frau ebenfalls schaut, als laste sämtliches Übel der Welt auf ihren Schultern. Vielleicht tut es das ja. Deshalb winke ich an guten Tagen ganz versöhnlich rüber. Es tat mir auch leid, als ich neulich einem Betrunkenem im Park im Weg herum lag, echt. Und richtig, was versuche ich auch mit einem 20 Euro Schein zwei fünfundzwanzig Cent Brötchen zu bezahlen, die es noch dazu überhaupt nicht gibt, weil „dit sind Schrippen!“. Tschuldigung, ich hätte es wirklich verdient gehabt, in meiner Dekadenz zu ersaufen.

Jetzt ist es aber nunmal so, dass das immanente Höflichkeits-Töpfchen irgendwann auch echt mal voll ist. Es fing also an, in mir zu brodeln. Und wie es brodelte. weiterlesen

Wish List //
Die schönsten Budget Buys

05.09.2016 um 14.35 – Shopping

shopping budget buys

Wenn man schon konsumiert, dann doch bitte in Maßen, das sagen wir uns selbst sehr häufig und natürlich scheitern wir oft an diesem Mantra. Ok, dann eben: Wenn man schon konsumiert, dann doch bitte in Dinge für die Ewigkeit, in besondere Stücke, die vielleicht teuer, aber dafür gut sind, Qualität statt Quantität eben. Auch daran scheitern wir immer wieder, aber zumindest auch immer weniger. Wir sind langsam dabei zu kapieren, dass man vor allem hinsichtlich des eigenen Kleiderschranks Gefahr läuft, irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Dass zu viel Viel zu viel ist. Für jedes neue Stück muss deshalb ein altes gehen. So geht es vorerst ganz gut. Ach, und nochwas: Marken machen Mode nicht schöner. Nicht immer jedenfalls. Wenn man genau hinsieht, dann findet man auch fernab der teuren Fummel Traumteile für die Ewigkeit sehr lange.

Es kann sich also lohnen, auf fünf H&M-Spontanblusen-Käufe zu verzichten und stattdessen auf die Eine aus der Trend-Abteilung zu warten, die ein bisschen nach MiuMiu und zu jeder Jeans fabelhaft aussieht. Wer lieber in den Urlaub fährt, statt Geld für Dries van Noten auszugeben, der könnte sich womöglich über den obigen Jeanshosen-Fund bei Asos freuen. Auch ein Vetements-Shirt muss nicht sein, es gibt ja Topshop. Und & other stories, wo eine Demna Gvasalia-Gedächtnis-Bomberjacke im Oversize-Look auf uns wartet: weiterlesen

Kolumne // Ich will so nicht wohnen,
aber vielleicht auch doch.

01.09.2016 um 10.00 – Leben Wohnen

wg leben thisisjanewayneHeute ist Lios erster Kitatag, ich bin nervös, obwohl ja schon ein ganzes Jahr bei seiner Tagesmutter ins Land gezogen ist, aber jetzt sitzt da morgens endgültig kein Buddha-Baby mehr in seinem Hochstuhl-Thron vor mir, sondern ein süßrotziger Frechdachs mit wachen Augen, eigenem Willen und den Pausbacken voll mit Müsli, jetzt wird der kleine Mann plötzlich wirklich groß und mein Drang nach Veränderung noch dazu. Lio und ich, wir sind uns nämlich sehr ähnlich.

Je mehr Menschen sich in unserer direkter Umlaufbahn befinden, desto tiefer ruhen wir in uns, reden müssen wir dabei nicht, wir können sogar ziemlich lange schweigen, genießen immerzu die Abwesenheit von menschlicher Ebbe, Freunde sind unsere Familie, denn die Blutsverwandten sind allesamt 600 Kilometer weit weg. Zu zweit wird uns daheim außerdem schnell langweilig und auch zu dritt. Das gemütliche Familiendasein, wie wir es sonst so kennen, schläfert uns schon nach wenigen Tagen ein, fragt mich nicht weshalb, aber am glücklichsten sind wir stattdessen irgendwo in der Natur oder zwischen Plappermäulern, Picknickdecken und Pastatellern in fremden Küchen. Ich habe deshalb, nach langem Hin und Her, entschieden, dem klassischen Vater-Mutter-Kind-Wohnungsmodell lebe wohl zu sagen. Genauer gesagt habe ich das ja schon vor vielen Monaten getan, aber nun bin ich eben auch dem Freund-von-Mama-Mama-Kind-Modell entwachsen. Ich möchte zurück in eine WG, aus ganzem Herzen. weiterlesen

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Noch immer Urlaubsreif //
Caps – für und gegen die Sonne.

01.09.2016 um 8.00 – Accessoire Trend

shopping kappen trend thisisjanewayneIch bin überhaupt niemals ein Fan von Caps gewesen, jedenfalls nicht im schmückenden Sinne, denn was dabei heraus kommt, ist meines Erachtens meist eine Attitüde wie sie uns etwa vom obigen Autobahnrasthof-Schnappschuss entgegen springt. Kappen auf Frauenköpfen, so viel Sexismus muss ich mir selbst an dieser Stelle tragischerweise eingestehen, das war mir bisher nichts und vor allem wenig sympathisch – Bis eines schönen Sommertages plötzlich unsere Sales-Chefin Franziska ins Büro geschlendert kam, ein hellblaues mit Eis am Stiel verziertes Exemplar auf ihrem blonden Haupt tragend, und mich mir binnen Sekunden eines Besseren zu belehren: Man muss nicht Banane sein, um Kappe zu tragen. Nur schlau und gewitzt. Denn so eine Stoffbedeckung mit Schirm sieht in Wahrheit nicht nur nicht schlecht aus, sie hilft außerdem bei prallen Gehirnbrutzlersonnenstrahlen und schrecklichen Haar-Tagen, an denen wir ab sofort ganz einfach Kappe tragen. Es muss ja nicht gleich das Trucker-Modell sein… weiterlesen

The New Cool // Balenciaga by Demna Gvasalia vs. Off White

31.08.2016 um 14.50 – Mode

off white balenciaga new cool thisisjanewayneIch bin kein sonderlich großer Fan von Vetements als solches, dem Hype-Label der Stunde, obwohl, was rede ich da, vielleicht ist das ganz große Buhlen um das Kollektiv auch bald schon wieder vorbei. Mit meiner mittelgroßen Antipathie sitze ich zumindest Branchen-intern recht einsam auf der Zuschauerbank, ich bin sozusagen draußen, während die anderen sich drinnen vor Begeisterung überschlagen. Ich überschlage mich auch, aber einzig und allein ob der Genialität eines Demna Gvasalias, Head Designer bei Vetements, wegen seines Gespürs für das, wonach sich die Stil-Elite verzehrt, nämlich unter anderem Exklusion durch absurde Preise, für seine Gabe, aus uncool cool zu machen, für sein Pokerface – er weiß, genau, was er da tut und hält die Fäden in der Hand, es ist, als würde er mit uns spielen. Er versteht die Essenz der Mode und pfeift gleichzeitig auf sie, er propagiert Anti-Mode, nein, besser, Kleidung statt Mode, er feiert die Dreistigkeit, er bricht Regeln für die jungen Wilden, die sich seine Kleider in den wenigsten Fällen leisten können, er fängt den Zeitgeist ein, um ihn durch seinen Filter wieder raus in die Welt zu lassen, er kreiert ein einzigartiges mit Unantastbarkeit aufgeladenes Image, das dennoch auf den Straßen und beim Rave geboren wurde und sieht ganz ruhig dabei zu, wie seine Jünger ihm folgen. Das muss Ironie sein, alles. Genial eben. So etwas wie ein Kosumenten-Experiment: Wie weit kann man gehen? Vielleicht ist es auch ganz anders, vielleicht ist all das exakt so gemeint wie gesagt und gezeigt – Manch einer vermutet jedenfalls, der 35-Jährige Designer sei auf der tiefen Suche nach einer neuen Form vom Schönheit. Immer wenn ich diesen Satz von Alessandro Michele über seinen Kollegen lese, dämmert mir, dass ich noch immer vieles nicht verstanden habe. Was mir bleibt, ist aber immerhin die Gewissheit, dass Demna Gvasalia ein ganz Großer ist, so oder so. Jetzt auch noch drüben als Creative Director bei Balenciaga: weiterlesen