Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. @nikejane

Lala Berlin S/S 17 // „I AM JUNGLE“

11.08.2016 um 9.34 – Mode

lala berlin ss17 thisisjanewayneLeyla Piedayesh, die wir gerade erst für ein Interview trafen, ist den meisten ihrer deutschen Kollegen und Kolleginnen einen gewaltigen Schritt voraus, nicht nur wirtschaftlich betrachtet, das interessiert uns hier nur nebenbei, was wir meinen, ist vielmehr das Ausarbeiten immer wieder neuer Visionen, das niemals Stillstehen und Umdenken und Wagen. Vor zwei Saisons etwa hat die Designerin aufgehört, Berlin mit Runway Shows den Bauch zu pinseln, stattdessen gab es Installationen, Akustikkonzerte und Videokunst als Vorboten der kommenden Kollektionen. Das ist anders, das ist mutig, das ist wie Leyla selbst, nämlich auch ein bisschen schräg, aber auf die beste Art und Weise.

Und so kommt es, dass wir neuerdings unseren Blick Richtung Kopenhagen wenden müssen, sofern wir denn das modische Treiben Lala Berlins in voller Blüte zu bestaunen bedenken. Auch hier, vor den schönen Dänen und Däninnen, den mitunter treuesten Kunden des Labels, würde Leyla niemals in Mittelmäßigkeit abdriften, natürlich nicht. Kein geringeres als das pompöse „Elefanttårnet“ aka Elephant Gate diente diesmal als Show Location gleich am ersten Tag der CPH Fashion Week. Und auch im Angesicht der neuen Optik verbeugen wir uns knietief mit Knicks: weiterlesen

Ja, ich bin Teil der „Grazia x H&M New Influencer Award“ Jury.

11.08.2016 um 9.20 – Allgemein

grazia ihm nfluencer awardIch musste heute Morgen tief ein- und wieder ausatmen, einige Male hintereinander sogar, sonst wäre es womöglich bald vorbei gewesen mit meiner Existenz. Vor einigen Wochen stimmte ich nämlich zu, einer Jury beizuwohnen, die schon bald den ersten „New Influencer Award“ gemeinsam mit H&M und der Grazia verleihen sollte. Nicht schlecht, dachte ich schnell, hier geht es nicht um mich, sondern um die Förderung von Nachwuchstalenten, und: Vielleicht wird die Branche durch ein solches Spektakel gestärkt, womöglich bemerkt nun auch die breite Masse, dass solch ein „Beruf“ wahrlich echt ist und Arbeit bedeutet, eventuell findet man dort draußen ja sogar jemanden, der mehr Herzblut und Leidenschaft in sich trägt als viele, die einfach nur mal schnell ein paar über-weißte Instagram-Bilder knipsen oder Tigh Gaps für mehr Follower zeigen. Jemanden, der die Chance bekommt, gesehen und gehört zu werden. Ganz ohne Vitamin B. Jemanden, der für etwas steht, statt einfach nur hübsch auszusehen. Gut könne das werden, nahm ich außerdem an, aber nicht im Geringsten wäre ich auf die Idee gekommen, dass sich ein Regen aus verbalem Hass schon lange vor dem eigentlich Austragungs-Termin über ein Vorhaben wie dieses ergießen könne. Und noch dazu einer, der aus Branchen-internen Gewitterwolken geflogen kommt. weiterlesen

Der Urlaubs-Fragebogen // Mit Cloudy,
Chefredakteurin bei Refinery29

10.08.2016 um 20.21 – Travel

cloudy zakrocki interview thisisjanewayneWeil wir es in diesem Jahr womöglich erneut nicht selbst in den Urlaub schaffen werden, haben wir uns jüngst dazu entschieden, kurzerhand einen Urlaubs-Fragebogen an die spannendsten Frauen in unserem Umfeld auszusenden. Um statt des eigenen Frusts lieber andere sprechen zu lassen, über Sand zwischen den Zehen, Surfstunden und Sonnenschein.

Nach Claire Beerman folgt heute: Cloudy Zakrocki, frisch gebackene Chefredakteurin von Refinery 29 Germany, dem deutschen Ableger eines der erfolgreichsten Online Magazine der U.S.A., das wie kein Zweites den Balanceakt zwischen Hirn und heiterer Leichtigkeit beherrscht. Cloudy selbst ist Stilikone, Lachsack, Bücherwurm und noch dazu überaus gute und kluge Freundin der Jane Wayne Familie, die ebenso gut mit Chucks im Schlamm stehen wie auf High Heels Nächte durchtanzen kann – trotz gefühlter 100-Stunden-Arbeitswoche. Ja, das ist zum Neidischwerden, genau wie das ihr in die Wiege gelegte Haar, dessen perfekte Lage inzwischen als „Cloudy Wave“ für Furore sorgt. Ach, wenn das nur alles wäre. Nein, mit dieser jungen Frau, die übrigens gerade ihren 30. Geburtstag gefeiert hat, ist so gut Kirschen essen, dass eine Woche ohne sie wie das fade Wasser ist, das nach dem Hoch für Bauchweh sorgt. Gegen die Vermissung aufgrund akuter Umtriebigkeit hilft manchmal nur noch Instagram-Stalking. Aber genug gejammert, hier kommt das Holiday Q&A mit Raketenclaudia: weiterlesen

Brain Blah // Ein Mal im Monat ist das Leben scheißerer als sonst.

10.08.2016 um 12.32 – Feminismus Leben

PMS thisisjanewayne

Artikel über die scheiß Tage vor den Tagen, kurz PMS, sind in etwa so gewöhnlich wie Taubenkotflecken auf unter Bäumen stehenden Parkbänken. Bei rund 150 potentiellen Symptomen, von denen zumindest eine Handvoll bei immerhin zwei Drittel aller Gebärmutter-Trägerinnen regelmäßig in Erscheinung treten, wundert das nicht einmal mehr jene, die beschwerdefrei durchs Leben flattern. Männer zum Beispiel. Und auch Frauen, die das große Glück haben, von den Nebenwirkungen dieser blutigen Naturgewalt verschont zu bleiben, nicken Zeilen, aus denen der pure Menstruations-Frust spricht, in den meisten Fällen überaus mitfühlend ab. Jedenfalls nahm ich das bisher an.

Neulich, in einem Café, das köstlichen Kaffee brüht, wurde ich allerdings eines Besseren belehrt, oder eher: Eines Schlechteren. Eine wahre Schönheit saß dort, ihr gegenüber ein Bärtiger, Arbeitskollegen höchstwahrscheinlich. Er regte sich auf, sie stimmte ein ins Fluch-Konzert. Was die Chefin eigentlich für ein Problem habe, schimpfte er, und ob sie denn eigentlich permanent ihre verdammte Mens hätte, so unausgeglichen könne ja niemand sein. Da schüttelte es mich ein erstes Mal, denn ja, es gibt PMS tatsächlich, aber das ist noch lange kein Grund, so vorschnell und frech und nebenbei bemerkt auch sexistisch zu urteilen. Naja, es ging natürlich weiter, beide waren sich einig, die Chefin ist ein Arsch, nur die Sache mit diesem Prämenstruellen Syndrom, schnatterte die Schönheit – das solle er sich gefälligst merken – sei eine ganz lahme Ausrede frustrierter Furien, der allergrößte Quatsch, nicht mehr als eine Ausrede „zickiger Weibsbilder, die sich nicht im Griff haben“. Aus unerfindlichen Gründen kroch der köstliche Kaffee mir plötzlich die Speiseröhre rauf und hätte man mir keine Manieren beigebracht, ich hätte die braune Suppe kein zweites Mal herunter geschluckt, sondern mit großem Genuss und Nachdruck auf den Nachbartisch gespuckt. weiterlesen

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Investment Wish List //
Ganz große Herzenwünsche

10.08.2016 um 7.00 – Mode Shopping

wish list herbst 2016 thisisjanewayne

Ich habe die komplette vergangene Woche in der rheinländischen Heimat verbracht und natürlich regnete es, weil es nunmal immer regnet, sobald ich auch nur leise daran denke, Urlaubsstimmung aufkeimen zu lassen. Statt also Limo-schlürfend im aufblasbaren Donut meiner mittleren Schwester gen Tiefenentspannung zu plätschern, suchte ich im Flur nach einem Schal gegen Halsweh. Und weil das Fieber, das ich mir obendrein eingeheimst hatte, obendrein dafür sorgte, dass ich erst jegliche innere Wärme und dann auch noch den Verstand verlor, fertigte ich folglich eine vom Übermut beschwipste Wunschliste für den nahenden Herbst an, auf der sich unterschiedliche Ausprägungen der finanziellen Unvernunft die Klinke in die Hand geben.

Noch bleibt immerhin Zeit, sich von alten Schätzen zu trennen, um Platz für Neues zu schaffen. Ich mache das immer so. Zu jedem Saisonwechsel darf ein ganz besonders lieb gewonnenes Schnappatmungs-Teil einziehen – aber nur, wenn vorher auch wirklich kräftig ausgemistet wurde. Ich vermute ja, diesmal wird es das marzipanschweinfarbene Taschen-Scheißerchen werden. Oder doch ein regentauglicher Loafer von Acne Studios? weiterlesen

Interior Update Teil II // Das Wohnzimmer mit Tisch und Licht und Platz zum Schreiben

09.08.2016 um 15.26 – Wir Wohnen

made dot com interior update thisisjanewayneLio und ich, wir wohnen jetzt schon seit ziemlich vielen Monaten zu zweit in unserem sonnigen Dachgeschoss und weil das vorerst auch so bleiben soll, machen wir es uns langsam aber sicher muckelig – ein gar nicht so leichtes Unterfangen, wenn plötzlich nicht nur einer, sondern auch Einiges im Haushalt fehlt. Schritt Nummer eins hin zum neuen alten Zuhause war deshalb dicht gefolgt vom Entrümpeln das komplette Umstellen aller Räume und Nicht-Räume, überhaupt nichts sollte nämlich so bleiben wie zuvor, es musste sozusagen ein frischer (zartgrauer) Anstrich auf allen Ebenen her. Das Schlafzimmer wurde schließlich zum Spielhimmel, die Sofaecke zum Essbereich und der Schreibtisch rutschte anlässlich des Sommers geradewegs unters Fenster. Bis wir uns aber wirklich gefunden haben, wird es noch ein Weilchen dauern. Aber ich glaube und hoffe ganz fest, dass wir inzwischen nur noch ein paar Flohmarktfunde vom richtig heimelig werden entfernt sind.

Erst neulich habe ich euch das güldene Bett präsentiert, heute folgt das Wohnzimmer im neuen Gewandt. Lio und ich, wir lümmeln jetzt jedenfalls die allermeiste Zeit zusammen am ausziehbaren Super-Esstisch rum, auf dem sich außerdem gut basteln, backen und Bimmelbahn spielen lässt. Fehlen demnach nur noch: Lios Zimmer, die Küche und der Balkon. Klingt mehr als schaffbar. Jetzt freuen wir uns aber erstmal über das, was längst geschafft ist: weiterlesen

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All Eyes On //
Der asymmetrische Blockabsatz

09.08.2016 um 11.17 – Schuhe Shopping

blockabsatz schuh trend shopping 2016 thisisjanewayneDie Form der obigen Absätze ist im Grunde überhaupt keine Neuigkeit, vor allem Marni hatte uns mit seinen aufgeblasenen Absätzen in Schräglage längst den Kopf verdreht. Aber jetzt scheinen sie endlich überall angekommen zu sein, sogar im High Street Segment und auf offener Straße. Und wer ist – natürlich – das größte aller Brainwashing-Opfer? Ja! Genau! Ich! Beim Anblick dieser, nennen wir sie einfach mal Balloon Heels (das Fachwort ist mir nämlich gerade entfallen) könnte ich vor Entzückung gerade heller jauchzen als ein Seerobben-Junges. Mein Favorit stammt von Miu Miu und ist schwarz wie die Nacht, allerdings dicht gefolgt vom kantigeren Modell aus der Schmiede Stella McCartneys, das unweigerlich an den gestiefelten Kater und royale Zeiten denken lässt. Obwohl… COS kanns auch.

Nunja, ihr habt ab sofort also die Qual der Wahl – ich selbst allerdings gerade sparen. Warum, das seht ihr schon gleich in meiner fulminant überteuerten Wunschliste der mittelgroßen Mode-Investitionen. Ohoh. weiterlesen

Outfit // Zurück in Berlin.

08.08.2016 um 14.17 – Outfit Wir

hm celine lookalike dress thisisjanewayneKitaferien sind was feines, dachte ich. Da wird man schließlich einfach so zum Urlaub gezwungen, zum Eisenbahnschienen verlegen, Sandburgen bauen und Hasengeschichten lesen. In der Sonne natürlich, irgendwo auf dem Land – so in etwa jedenfalls sah meine romantische Vorstellungen vom gemeinsamen Nichtstun zwischen Traktoren und Johannisbeerfeldern aus. Hätte ich nur nicht den Fehler gemacht, meine eigene Heimat als Kurstädte missbrauchen zu wollen. Mein Korschenbroich-Karma ist nämlich zweifelsohne schon mies seit ich Berlin „Zuhause“ nenne und fragt mich jetzt nicht, weshalb ich diesen Umstand immer wieder gedanklich beiseite schiebe. Setze ich auch nur einen Fuß in dieses Dorf am Niederrhein, fängt es für gewöhnlich an zu regnen. Es wird kalt. Und auch nicht wieder warm. Ich werde krank. Dann wird Lio krank. Und andersherum. Meine Familie hat außerdem meist zu tun, das ganz normale Leben geht nunmal weiter und bleibt nicht stehen, nur weil die Ausreißerin aus der Ferne sich nach langer Zeit mal wieder dazu bequemt, vorbei zu schauen. Logisch. Aber wie gesagt, die Verdrängung. Jedenfalls bin ich seit gestern zurück und ich fühle mich ein bisschen wie Janoschs Bär. „Oh wie schön ist Panama“, haben Lio und ich unter Gewitterwolken gelesen und dabei schnell gemerkt: Es mag ja wunderbar sein dort im Grünen, aber Zuhause ist nunmal wo die Freunde sind und das eigene Bett. Der Lieblingsbäcker. Der Spielplatz mit dem Piratenschiff. Und das Herz. Ich meckere zwar viel über Berlin, aber selten war ich so froh, wieder zurück sein, wirklich wahr.

Wären bloß die Omas und Opas und meine Schwestern nicht so furchtbar weit weg. Und da haben wir schon wieder den Salat, da fängt sie bereits an, besagte Verdrängung und ich weiß schon jetzt, dass ich bald wieder 600 Kilometer gen Südwesten fahre werde, fluchend und schimpfen und liebend, weil das Landei in mir ein Leben lang mit meinem inneren Stadtkind zanken wird. weiterlesen

Budget Buy //
Das Kleid à la Céline von H&M Trend

01.08.2016 um 11.00 – Mode Shopping

celine lookalike budget buy hm thisisjanewayne

Was Phoebe Philo da über die Jahre als Chefdesignerin von Céline erschaffen hat, lässt sich kaum erklären und schwer in Worte fassen. Nennen wir dieses sagenhafte Phänomen rund um ein neues, starkes Frauenbild, um Makel, die Schönheit bedeuten und edle Stoffe vielleicht einfach „modische Hypnose.“ Keine Ahnung nämlich, ob das, was die in Paris geborene Britin anpackt, wirklich ausnahmslos so magisch und schön sein kann, wie es mir und ganz offensichtlich auch dem Rest der Welt vorkommt. Beim Betrachten des obigen Kleides aus der aktuellen Saison schwant mir jedoch einmal mehr, dass dem tatsächlich so ist.

Es grenzt nun zwar an Blasphemie, ein weißes Stück Stoff aus der Schmiede des Fast Fashion Riesen H&M als ebenbürtig zu bezeichnen, aber immerhin lässt sich doch erahnen, bei wem da abgeschaut wurde. Fest steht außerdem: So ein Sommerkleid zu schwarzen Boots und knallrotem Lippenstift ist ohnehin eine Wahnsinns-Idee. Ich schwöre derzeit übrigens auf Lippenfarbe von Topshop: weiterlesen

What keeps you running? //
Manche Dinge ändern sich… plötzlich.

31.07.2016 um 6.30 – Healthy Living Leben Wir

nike #whatkeepsmerunning

Das hier ist kein Text über übertriebene Fitness, keine Ode an das Knechten des Körpers für ein makelloses Antlitz, keine Bauchpinselei der eigenen flinken Fähigkeiten, die besitze ich nämlich kaum. Um Bewegung geht es trotzdem, präzise gesagt um die bedeutungsschwangere Frage #WhatKeepsYouRunning? Nicht nur auf dem Laufband, sondern im Leben. Zunächst einmal: Warum renne ich überhaupt? Das ist logisch und leicht erklärt: Weil es nicht anders geht. Läppische drei Kilometer am Abend trennen mich seit Jahren vom totalen Wahnsinn. Obwohl ich noch nie ein besonders körperbewusster Mensch war, weder von innen noch von außen. Oder gerade deshalb.

Meine Leibspeise ist Pommes Schranke, von Salat werde ich nur satt, wenn entweder ein halbes Baguette oder ein ganzer Klotz Feta dazu gereicht wird und beim Sport funktioniere ich grundsätzlich nicht von allein, sondern eher wie ein faules Pony, dem man Zuckerstückchen als Entschädigung für Bewegung versprechen muss. Wann immer es anstrengend wird, schießt mich meine gebeutelte Lunge ohnehin schon seit Jahren auf den Mond. Was immer in Ordnung war, wilde Nächte tragen nunmal ihre verlebten Früchte, sagte ich mir dann, und wer wie ein Schornstein qualmt, sobald die Sonne verschwindet, der hat sich nunmal für eine friedliche ab und zu hustende Koexistenz mit den Jane Fondas dieser Welt entschieden. Wäre da inzwischen nicht dieses richtige scheiß Gefühl, die Gewissheit, sich da gerade selbst den physischen Bach runter gehen zu sehen. Besonders beim Laufen, das ich ja brauche, um nicht verrückt zu werden. Zum Durchlüften des komplett reizüberfluteten Gehirns.  weiterlesen

OUTFIT // Flower Dress.

28.07.2016 um 15.48 – Outfit Wir

outfit nike van dintherIch behaupte ja immer, ich sei kein Turnschuh-Typ, dabei trage ich ständig welche. Allerdings verhält es sich mit Sneakern ähnlich wie mit fast allen anderen Schuhpaaren in meinem Schrank, ich habe mir da irgendwann einen Tick eingefangen, ein bisschen so, als müsse ich all meine seltsamen Geschmacksanwandlungen unterhalb der Wade ausleben. Und so kommt es, dass ich derzeit Schuhe trage, die eigentlich Socken sind, oder vielleicht auch anders herum. Sockenschuhe eben. Am liebsten zu Kleidern, die nüchtern betrachtet kein Stück zum Stil der sogenannten „Sock Darts“ passen. Aber sie sind so gemütlich. Und die Farbe, naja, ihr wisst wie es ist, wenn man sein Herz an hässliche Entlein verliert.

Es soll trotzdem noch immer Menschen geben, die bei einem solchen Anblick feste mit dem Kopf schütteln, so nach dem Motto „ja kann die sich denn keine Ballerinas um die Zehen schnallen“. Ja, nein. Steht mir nicht. Und Stilbrüche jeglicher Art sind ja nun wirklich inzwischen ein uralter Hut – wenig diskussionswürdig also. Es ist trotzdem nicht so, als könnte ich das Augenrollen nicht verstehen, ganz im Gegenteil. Aber was soll man denn tun, wenn man geschmacklich hin und wieder schief gewickelt ist. Einfach machen, genau. Man muss sich schließlich in erster Linie selbst ertragen. Und das fällt mir mit meinem Vakuum im Hirn am heutigen Donnerstag ohnehin schon schwer genug. Lasst mir doch also bitte zumindest die liebliche Freude an diesen zartgrünen Socken: weiterlesen

All eyes on // The Slip Dress again

28.07.2016 um 14.42 – Mode Shopping Trend

shopping the slip dressAch Pandora, du flottes Bienchen. Müsste ich meinen Kleiderschrankinhalt zum Tausch anbieten, ich würde versuchen, mir die Britin mit dem außergewöhnlichen Sinn für optimistische Modefreuden als Partnerin zu schnappen. Sogar im pinken Slip Dress aus Satin schaut die Sunday Times Kolumnistin zum Anknabbern aus, kaum zu fassen. Jedenfalls schwafle ich euch schon seit geraumer Zeit wegen meiner Schwäche für Spaghettiträger zu und auch der ewigen Plädoyers für das weiße Shirt darunter seid ihr sicherlich überdrüssig, aber genau jetzt wäre wirklich nochmal ein guter Moment, die bisherigen Zweifel über Bord zu werden, um sich einfach mal zu wagen. Das Angebot ist berauschend, genau wie das güldene Modell dort oben links, und für Partybienen hat Urban Outfitters sogar ein Kleeblatt-grünes Lurex-Modell in petto. Und nicht vergessen, dass dieses zarte Stück Stoff auch ganz hervorragend zur Jeans funktioniert. Hier hatten wir euch bereits ein wenig Anregung geliefert. Ich meine ja nur. Versuchen kann mans ja mal: weiterlesen

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First Look // H&M x Kenzo

26.07.2016 um 18.28 – Allgemein

kenzo hm lookbookAb dem 3. November wird das Ergebnis der Liaison zwischen Kenzo und H&M in 250 ausgewählten Stores und online erhältlich sein. Bis dahin fragen wir uns: Was kommt da bloß auf uns zu? Die Veröffentlichung erster Lookbook-Bilder lässt jedenfalls darauf schließen, dass das Pariser Brand seinen zuletzt 2011 wiedergefunden japanischen Wurzeln treu bleibt. Vor gut fünf Jahren waren es die beiden Kreativköpfe Carol Lim und Humberto Leon hinter Opening Ceremony, die das Design-Zepter der beinahe in Vergessenheit geratenen Marke in die Hand nahmen und mit Tigerkopf-Sweatshirts für einen unerwarteten Hype und frischen Wind im Unternehmen sorgten. Für H&M brüllt die Raubkatze jetzt weiter, aber offensichtlich als Allover-Print.

Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass die gerade veröffentlichten Fotos aus dem von Oliver Hadlee Perch geschossenen Lookbook meinen persönlichen Geschmack treffen, allzu pessimistisch möchte ich der neuesten Kollaboration trotzdem nicht entgegen stehen, ich halte nämlich an meinem Vertrauen in Carol und Humberto und außerdem an dieser blumigen Grafik fest, die gewiss nicht von ungefähr kommt: weiterlesen

Wohnungs-Update Teil I //
Mein neues güldenes Bett.

26.07.2016 um 12.00 – Wohnen

made com interior thisisjanewayneIch bin nicht nur erschlagen von den Möglichkeiten der Mode, sondern auch von all den Stilrichtungen, die sich so in einer modernen Wohnung tummeln können. Deshalb habe ich während des vergangenen Jahrs auch aufgehört, auf irgendwelche spezifischen Einrichtungs-Züge aufzuspringen, alles ist Kraut und Rüben und vielleicht macht genau das ja sogar meine vier Wände aus. Mit der Anschaffung eines neuen Bettes war das zum Beispiel so eine Sache. Ich suhlte mich lange in der Vorstellung, eine dieser minimalistischen Loft-Bewohnerinnen zu werden, die auf nichts als einer rohen Matratze nächtigen, oder allerhöchstens auf einem weißen Kubus, der nur harte Kanten und selbstredend überhaupt keinen Kitsch zulässt. Nun bin ich so aber leider überhaupt nicht, nein.

Ich trockne erste selbstgepflückte Blumenstraußgeschenke, brauche gigantische Kuschel-Lese-Kissen, Überdecken und Teppichvorleger für das gemütliche Aussteigen aus der Schlafkoje. Am Ende fiel die Wahl also tatsächlich auf das Gegenteil all meiner zuvor gesammelten All-White-Pinterest-Träume – nämlich auf ein güldenes Modell, aus dem ich vor lauter Schönheit am liebsten gar nicht mehr aufstehen würde: weiterlesen

OUTFIT // 2 x Zwischendurch
bei Tag & bei Nacht

26.07.2016 um 9.30 – Outfit Wir

outfits nike van dinther thisisjanewayne

Man könnte in Anbetracht meiner Outfit-Chronik durchaus meinen, ich stecke in einer handfesten Identitätskrise fest. Kein roter Faden lässt sich da finden, überhaupt herrscht optisch seit Monaten oder vielleicht auch schon seit immer Kraut und Rüben. Ich weiß das. Auch, dass ich den guten Stil nicht mit Löffeln gefressen habe. Bloß macht mir das nichts, ganz im Gegenteil, ab und zu überkommt mich sogar das Gefühl, ich würde hin und wieder angenehme Narrenfreiheit genießen. Es erwartet ja niemand, dass ich stets die elegante Amazone abgebe oder dem eleganten Pariser Prototypen gerecht werde oder gar dem Luxus einer Chiara fröne. Das ist wunderbar. So kann ich nämlich hin und her probieren, daneben greifen und Schlabberhosen tragen, ohne dabei in Selbstzweifeln oder Hasstiraden zu ersaufen. Mir bereitet Mode und das Herumexperimentieren mit selbiger nämlich ganz ehrlich richtig große Freude. Sogar dann, wenn ich nicht danach aussehe.

Aber manchmal, wenn ich mich am Morgen vor meinem Kleiderschrank ein wenig zu doll gefreut habe, schauen die Menschen später komisch. Früher habe ich mich in solchen Situationen rasch verkriechen wollen, heut starre ich einfach etwas frech zurück. In der Hoffnung, mein Gegenüber möge doch bitte per Telekinese oder sowas ein paar meiner Gedanken empfangen. „Mach dich locker“ zum Beispiel. Oder „Gönn dir endlich mal selbst eine Portion Mut.“ Wenn wir uns selbst nicht so ernst nehmen und ab und zu mehr trauen würden, könnten wir andere und ihre Schrullen vielleicht auch leichter feiern oder mindestens akzeptieren und in Frieden lassen. Möglich wäre es jedenfalls. Ich jedenfalls wünsche mir, ich würde nie wieder Sätze hören wie „Boah Junge, die trägt echt Socken in Sandalen.“ Oder „Ist das ein Nachthemd oder ein Kleid?“ Ja, es gibt Menschen, die anders aussehen als der durchschnittsdeutsche Spießbürger. Und auch eine Spießbürgerin hat ein Recht auf ihre Longchamp-Tasche. Mehr Toleranz auf beiden Seiten, das wäre fast schöner als ein Sternenhimmel. Wie auch immer, das hier sind meine beiden Lieblings-Outfits der vergangenen Woche. Herzdame und Nachthemd-Schlawinchen: weiterlesen