Archiv für den Autor: Nike Jane

Über Nike Jane

Nike van Dinther, 27, Co-Founder & Editor in Chief. Texte über das Leben, die Liebe und Musik. @nikejane

Books that saved & shaped my life //
Mit Designer Tim Labenda

– 01.02.2016 um 10.05 – Allgemein Buch

tim labenda books that saved my lifeFoto: Steffen Roth

Wann immer wir den Namen „Tim Labenda“ in den Mund nehmen, flattert uns das Herz, wir formen Schnuten der Entzückung und laufen über vor Stolz. Diese eisblauen Augen dort oben sollten sich sämtliche Moedekritiker der Welt tunlichst ins Hirn brennen, womöglich werden sie es nämlich sein, welche die eigenen künftig zum leuchten bringen. Oder besser: Weiterhin. Das, was Tim uns während seiner noch jungen Karriere nämlich bisweilen präsentiert hat, sprengt Grenzen, die manch ein deutscher Designer sich nicht einmal anzusehen wagt, er hält die Fahne für Berlin hoch, hat mit Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp nicht nur einen treuen Fan der ersten Stunde, sondern auch eine Mentorin gefunden und übertrifft sich mit seiner Handwerkskunst von Saison zu Saison selbst. Wir warten daher gespannt auf das kommende Lookbook für Frühjahr/Sommer 2016, es kann nämlich nur gut werden, mehr als gut.

Heute geht es aber ausnahmsweise nicht um schönen Fummel, sondern um großartige Bücher. Solche, die Tim, den man im Übrigen nur lieben kann, geprägt, beflügelt oder zum Nachdenken gebracht haben. Mir schwant, da schlummert ein ewig kleiner Junge in dem inzwischen erwachsenen Mann – vielleicht hat er ja gerade deshalb niemals das Träumen verlernt. Eine Gabe, die rar ist in einer Gesellschaft der Übervorsichtigen. Bitte bleib, du Goldstück. Du bist nämlich jetzt schon ziemlich groß. weiterlesen

Editor’s Pick //
Norse Projects Women Rain Coat

– 01.02.2016 um 10.00 – Allgemein

norse projects woman
Seit Jahren schleppe ich mich in meinem gelben, überaus treuen Friesennerz durch den Regen und eigentlich ging ich davon aus, dass es noch eine ganze Weile so weitergehen würde, trotz unpraktischer Übergröße und materialbedingter Steifheit, die sich ungeachtet der wirklich großen Liebe leider nicht schönreden lässt. Nun gibt es natürlich geschmeidigere Alternativen im Überfluss, ich selbst brauche aber ziemlich häufig einen ziemlich großen Wink des Schicksals, um überhaupt irgendwann einmal zur Tat zu schreiten. In diesem Fall kam der Wink aus Richtung „Norse Projects“ – das dänische Label existiert zwar bereits seit 2009, zur Herbst/Winter Kollektion 2015/16 wurde aber endlich auch eine Womenswear Linie gelauncht. Nicht, dass wir nicht ohnehin schon das ein oder andere Teil bei den Männern stibitzt hätten, aber die Freude über eine weitere Portion skandinavischer Zurückhaltung in passenden Größen ist an dieser Stelle tatsächlich groß. Womöglich ist Gucci Schuld, dessen Chefdesigner Alessandro Michele zwar einerseits mords Lust auf Protz macht, bei mir persönlich aber auch dafür sorgt, dass ich plötzlich wieder viel mehr Gefallen an diesem zuweilen etwas langweilig gewordenen Alltags-Minimalismus finde.

Jedenfalls verlor ich beim Durchstöbern des Sortiments mein Herz an die eierschalenfarbenen „Sus Rain Short“ Regenjacke, die in Zusammenarbeit mit dem Traditionshersteller Elka Regntøj enstand: weiterlesen

Interior //Die IKEA VIGTIGT Collection
& Bast-Liebe

– 28.01.2016 um 16.08 – Wohnen

ikea vigtigt collection
Ingegerd Raman kann offenbar Gedanken lesen, seit geraumer Zeit schlägt mein Herz nämlich mehr und mehr für Bast und Rattan, ich hatte euch erst neulich von meinem Schaukelstuhl-Crush erzählt. Ein wahr gewordener Traum also, dass Ikea Anfang der Woche nicht mehr dichthalten konnte und der Welt von seiner für den Mai 2016 geplanten Kollaboration mit der schwedischen Produktdesignerin berichtete. In Zusammenarbeit mit Handwerkern aus Vietnam ist eine Kollektion vollgepackt mit Vasen, Keramik, Glas, Tellern, Teppichen und Sitzmöbeln entstanden, die für Raman vor allem eins verkörpert: „Liebe“. Die Zeiten, in denen manch ein Nicht-mehr-Student beim Anblick eines mit Ikea-Möbeln eingerichteten Zimmers die Nase rümpfte, sollten spätestens mit diesem Coup endgültig gezählt sein, spätestens seit der Einführung diverser Designlinien gehört das marode Ego ohnehin schon in die Ecke geschmissen. Bloß ist es, wie es immer ist, mindestens an einem der gezeigten Schmankerl dürften sich Verfechter großer Originale ernsthaft reiben: Ich entdecke da zumindest einen Stuhl, der ganz schön arg an Thonet erinnert. Aber nun. Wer bei H&M und Co kauft, sollte sich zunächst einmal an die eigene Nase fassen, also Schwamm drüber.

Das hier ist schön, sehr schön. Bast(a): weiterlesen

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Spotted // Gucci
vs. Chanel Slingbacks – wer gewinnt?

– 28.01.2016 um 13.10 – Schuhe Trend

gucci slingback chanel slingback

Wer von Außen auf die Modewelt schielt, hat viel Grund mit den Augen zu rollen, das ist klar wie Kloßbrühe und wir sind wirklich die Letzten, die es jedwedem Kritiker versagen würden. Vor allem die unter sogenannten Fashionistas herrschende Klon-Manier bietet in regelmäßigen Abständen, oder eher permanent, Angriffsflächen in der Größe des Mittelmeers. Warum sich Redakteurinnen aller Länder, Stil-Ikonen, Bloggerinen und was weiß ich nicht wer noch alles von Saison zu Saison stets nach ein und demselben Paar Schuhe verzehren, ist mit Gehirn nicht zu erklären, dafür aber mit Gefühl. Nehmen wir als Beispiel die seit geraumer Zeit omnipräsenten Chanel Slingpumps. Ganz abgesehen von deren zeitlos-überwältigenden Optik, befreite Gabrielle Chanel die Frau mit der Erfindung dieses Two-Tone-Schätzchens von „den strengen Regeln antiquierter Eleganz“. Bis dato galt es nämlich, die eine Farbe des Schuhs streng auf jene des Outfits abzustimmen. Wild war das für damalige Verhältnisse und durchaus beeindruckend, weshalb sich schnell eine prominente Fangemeinde um den „Aschenputtel-Schuh“ versammelte. Darunter: Catherine Deneuve, Romy Schneider, Brigitte Bardot, Delphine Seyrig, Jane Fonda oder Jeanne Moreau. Dass besagter Kassenschlager nun ein Comeback feiert, wundert also wenig.

Zeitgleich mit besagter Design-Ikone brachte sich jüngst auch der berühmte Gucci Horsebit Loafer wieder ins Spiel, womöglich ist er sogar omnipräsenter als je zuvor und das seit mehr als einem Jahr. Aber jetzt werden die Tage wieder länger, die Temperaturen steigen, der Frühling rüttelt am Trend-Orakel und die Lust auf Neues wächst. Oder zumindest halbneues. Gucci lässt sich also nicht Lumpen und zieht mit einer eigenen Slingback-Variante nach. weiterlesen

Fashion Tales //
#breastpeace vs. #breastinpeace

– 28.01.2016 um 11.52 – Mode Wir

breast peaceIch war gerade in Begriff, genüsslich eine 20% Extra-Packung Pomm Bären zu verschlingen und nicht zu duschen, als mein Telefon unerwartet und vibrierend von jenem Sofatisch hopste, auf dem nicht nur meine Füße, sondern auch Josef Kirschners Lebensratgeber „Die Kunst ein Egoist zu sein“ herum lagen. Es geht darin unter anderem um das Erlernen und praktische Anwenden des Wortes „Nein“; das beigefügte Lesezeichen klebt seit Wochen auf Seite sieben fest. Jedenfalls hatten meine Freunde in einem Anfall von gut gemeinter Eskapaden-Gier offensichtlich längst andere Pläne für mich geschmiedet, daran wurde ich jetzt per SMS mit einem aussagekräftigen Zwei-Wort-Satz erinnert: HEUTE STEIL. Ich antwortete „JA“ und konnte Kirschner weinen hören.

Dabei blieb mir gar nichts anderes übrig. An Abenden wie diesen verschenkt man entweder kostbare Lebenszeit an Netflix, fordert das langsam ansetzende Fett auf der Kopfhaut mit einer weiteren Ladung Trocken-Shampoo heraus und erstickt an Erinnerungen daran, wie man einst tänzelnden Schrittes den Lebensdurst jagte – oder aber man holt tief Luft und schlägt der von Faulheit umgarnten Wehmut ein Schnäppchen, indem man sich selbst in einen heißen Fummel und sämtliche Hemmungen in irgendeine Fuck-Off-Ecke schmeißt. In jener eiskalten Nacht entschied ich mich für letzteres. Und für ein Outfit, das unbeabsichtigter Weise einer Art natürlichem Verhütungsmittel glich. weiterlesen

Spotted // Tragbare Couture bei Chanel & Dior – Zwei Trends aus Paris

– 26.01.2016 um 20.28 – Mode Trend

trends dior chanel haute couture spring 2016Nachdem der große Raf Simons im vergangenen Jahr seinen Posten als Chefdesigner bei Dior gekündigt hatte, munkelte man Branchen-intern schon über das nahende Aus der Luxusmarke; zu groß seien die Fußstapfen, in denen künftige Nachfolger tendenziell unterzugehen drohten. Mit angespannten Nerven und hohen Erwartungen schaute man gestern Abend also nach Paris, als der Schweizer Head Designer Serge Ruffieux und die 33-jährige Lucie Meier ihre erste gemeinsame Dior-Kollektion präsentierten. Man könnte mich jetzt glatt der Blasphemie bezichtigen, aber ich finde, die beiden haben einen ziemlich frischen Wind durch das Musée Rodin wehen lassen. Natürlich schreien nun all jene auf, denen Veränderungen tendenziell übel aufstoßen – es fehle an wahren Red Carpet-tauglichen Couture Roben. Nicht unwahr, allerdings verbirgt sich genau hinter diesem Umstand eine bewusste Entscheidung: Haute Couture soll endlich tragbarer werden. Und das ist sie allemal – mal ganz abgesehen von den Preisen, die sich hinter aber hunderten von Handarbeitsstunden verbergen. Selbst Karl Lagerfeld scheint sich für Chanel einer neuen Gediegenheit, ja fast schon Schlichtheit verschrieben zu haben, die Handwerkskunst schlummert jetzt im Detail, statt in Protz zu ersaufen.

Für uns heißt das: Inspiration aufsaugen. Verrutschte Träger-Schnitte, (halb)freie Schultern inklusive Muschel-Saum, Spaghetti-Top- und Westen-Layering dürfen in unsere Kleiderschränken ebenso gern Einzug halten wie filigrane Bauchtaschen – und Obacht, die Ärmel sind los: weiterlesen

Budget-Buys //
Step by Step in den Frühling

– 26.01.2016 um 15.15 – Mode Shopping

shopping spring

Vor kurzem wurde ich schräg durchs Handy-Display hindurch dafür angepöbelt, Bukowski-Fan zu sein, der elende Hund sei ein dreckiger Sexist gewesen. War er, jedenfalls streckenweise. Kurz darauf sah ich eine Brötchen-Tüte auf dem vereisten Boden liegen, man hatte ihr einen weisen Druck verpasst: „Wer einen Freund ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freunde“. Womöglich verhält es sich mit den großen Literaten dieser Welt sehr ähnlich, Ernest Hemingway zum Beispiel war auch kein Mann der geschmeidigen Worte. Ich halte also weiter fest an meinen alljährlich auftretenden Bukowksi-Tagen, das sind jene, die grau bist schwarz und furchtbar turbolent und stets mit einem Schuss Wein garniert sind. Der lange Winter ist Schuld und deshalb weigere ich mich jetzt, weiter teilzunehmen.

Stattdessen frische ich in Gedanken schon meine Garderobe auf und schlürfe Eistee an der Spree. Ein paar erschwingliche Begleiter für das seichte Hereingleiten in bessere Frühlingszeiten habe ich euch und uns dort oben zusammen gesucht – immer im Hinterkopf: Das muss auch jetzt schon funktionieren, mit dicken Strumpfhosen und hundert Lagen drunter oder drüber. Das Kleid, ist es nicht ein Augenschmaus? weiterlesen

Bilder des Tages //
Uniqlo x Lemaire Teil II

– 26.01.2016 um 10.32 – Mode

uniqlo x lemaireGestern Abend gab UNIQLO den Launch der neuen UNIQLO AND LEMAIRE Kollektion für das Frühjahr 2016 bekannt, am 4. März wird es so weit sein und ich weiß genau, dass Sarah Jane vermutlich schon jetzt auf heißen Kohlen sitzt. Sie hatte die Schönheit der Liaison zwischen dem französischen Label, dessen Kopf niemand geringeres als der einstige Hermès-Designer Christoph Lemaire ist, und der japanischen Basic-Kette schon viel früher kapiert als ich. Selbst Schuld, als ich nämlich endlich auch begriffen hatte, was da Wunderbares vor sich ging, war es bereits zu spät – die gesamte erste Kollektion war binnen eines Tages ausverkauft. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es diesmal anders sein wird, es handelt sich demnächst nämlich um die wirklich allerletzte Chance, in den Besitz einer der funktional-schlicht-schönen Basics zu kommen, danach ist der Kooperations-Zauber vorbei. 

Unser Glück: Der letzte gemeinsame Meisterstreich von Lemaire und Uniqlo wird nicht nur in ausgewählten Flagship Stores, sondern auch online auf UNIQLO.com verfügbar sein. Diesmal würde ich doch glatt versuchen, eines der sandfarbenen Strick-Polo-Shirts abzustauben: weiterlesen

Beauty // Erste Frühlingsboten
– Back to Orange Lips!

– 25.01.2016 um 15.42 – Beauty

orange lips beauty trendIch glaube, Lippenstift ist für erwachsene Frauen genau das, was für Kinder Sprechkäse ist. Beides sammelt sich mit der Zeit in beiden Mundwinkeln und ist dort wirklich nicht hübsch anzusehen. Ganz schlimm wird es bei mir persönlich immer dann, wenn ich zu knall-matter und zugleich tiefroter Farbe greife, deshalb wechselte ich irgendwann zum zarten Lager der Orange-Trägerinnen über – ich bilde mir jedenfalls ein, so ein Hauch vertrocknete Koralle sei etwas erträglicher anzusehen als klumpig leuchtende Feuermelder-Hautlappen. Aus diversen ominösen Gründen, geriet die Farbe „Orange“ dann aber irgendwann wieder in Vergessenheit, man trug jetzt sogar ganz selbstbewusst Pink auf den Lippen. Möglicher Weise lag es am Herbst und dann am Winter, weil ich auf beides aber nur noch sehr wenig Lust verspüre, hält ab sofort wieder der Beauty-Frühling Einzug in mein Badezimmer. Möglicher Weise ist Dorothee Schumacher Schuld daran, die deutsche Designerin jagte nämlich gerade erst etliche Kürbis-Mädchen über den Laufsteg.

Als heute Morgen dann auch noch Uslu Airlines nachzogen und den Launch ihres nach einem neuseeländischen Flughafen benannten Tangerine-Tons ankündigten, war der Drops engültig gelutscht. KAT (Kaitaia) wird demnächst geordert und spätestens dann geht es hoffentlich wieder ein bisschen fröhlicher auf meinem von Heizungsluft zermürbten Lippen zu: weiterlesen

INterior // Der Bloomingville S/S 16 Katalog

– 25.01.2016 um 13.57 – Wohnen

bloomingville Lookbook ss 2016Wer meint, die Modewelt sei die schlimmste Konsumhölle aller Zeiten, hat die Rechnung ganz offensichtlich ohne das Interior-Schlaraffenland gemacht, das mich derzeit wie kein zweites mit immer neuen Schmankerln um den Verstand bringt. Ganz oben auf meiner Wunschliste für das kommende Jahr stehen zum Beispiel güldene Löffel, Gabeln und Messer, ich habe mir nämlich fest vorgenommen, zur Küchenfee zu werden – oder künftig zumindest ganz ohne Spicken die richtigen Kräuter im Supermarkt ausfindig machen zu können, momentan wanke ich nämlich noch wie ein blindes Huhn an hundert Regalen vorbei bis ich schließlich wirklich richtig liege.

Das Bloomingville Lookbook für das kommende Frühjahr 2016 macht außerdem Lust auf gesprenkeltes Keramik, noch mehr Kakteen und einen schon lange herbei gesehnten Schaukelstuhl aus Rattan. Aber gemach, gemach, man kann schließlich nicht immer alles auf einen Schlag haben – Inspiration im Überfluss ist allerdings schwer erlaubt: weiterlesen

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#VCFashionTour – 4 Ikonen auf Reisen
gewinnt den Koffer im Wert von 10.000€

– 25.01.2016 um 3.30 – Mode

vestiaire collective fashion tourWährend der gerade bestens überstandenen Modewoche klang mein Weckton hin und wieder wie ein aufgeregter Freudenschrei, mehr als ein Mal stand ich jedenfalls binnen weniger Sekunden kerzengerade neben dem Bett, und: vor einem Koffer, der nicht nur schmackhaft und durchaus nach einem Hauch Luxus aussah, sondern selbigen im Wert von rund 10.000€ tatsächlich verschlungen hatte und immer noch hat. Da wird mir ganz schwindelig. Vollgepackt mit vier Ikonen der Modegeschichte, die nicht nur mein eigenes Herz schneller schlagen lassen als Coco Chanel einst das Frauenbild revolutionierte, befindet sich diese Sabber des Giers-erzeugende Bagage gerade im Rahmen der von Vestiaire Collective initiierten #VCFashionTour auf großer Reise quer durch die wichtigsten Fashion Week Destinationen des Erdballs, um irgendwann vielleicht bei einer unserer Leserinnen sesshaft zu werden. Aber dazu später mehr.

Berlin, du Perle, sowas hast du sicher selten gesehen, genau wie ich. Meine Mission, die ihr bereits via Instagram verfolgen konntet, hätte demnach kaum schöner (anzusehen) sein können: Es galt nämlich mithilfe des eigenen Kleiderschranks zu beweisen, dass Klassiker niemals ausgedient haben, dass sie ganz gewiss das Gegenteil von öde und vor allem immer und überall tragbar sind. Blogger-Kolleginnen wie Patricia Mainfiled, Caroline Vreeland oder Lucy Williams werden es mir während der anstehenden Modewochen in Stockholm, Kopenhagen, New York, London und Mailand gleichtun, um nicht nur besagte Ikonen, sondern außerdem den Stil ihrer jeweiligen Heimat in die Welt heraus zu tragen – ein und dasselbe Stück Stoff kann an unterschiedlichen Körpern und Köpfen nämlicher unterschiedlicher aussehen als man womöglich annehmen würde, ich bin also selbst ein bisschen gespannt, welche Art von Outfit-Kreationen wir ab sofort und peu à peu unter dem Hashtag #VCFashionTour bestaunen dürfen. Enden wird die Reise des Koffers schließlich in der Heimat von Vestiaire Collective, nämlich Paris. weiterlesen

Fashion Week Berlin // Louise Friedlaender,
keine ist so schön wie du.

– 25.01.2016 um 2.52 – Mode

louise freidlaneder aw 16Ich hielt LOUISE FRIEDLAENDER zum ersten Mal während der Press Days in den Händen, die offenen Säume des eierschalenden Tops kitzelten meine Finger in etwa so wie das, was ich dort sah, mein Herz. Nachdem ich kurz darauf eines der außerdem ausgestellten Kleider gestreichelt und einen nahezu perfekt verarbeiteten ärmellosen Mantel mit übergroßem Verschluss getätschelt hatte, wurde mir relativ schnell klar, dass die internationale Modewelt bald einen neuen Stern zu Gesicht bekommen würde und Phoebe Philo ernstzunehmende Konkurrenz. Wer Céline liebt, wird das hier mögen. Vielleicht ist es irgendwann sogar genau umgekehrt. Man würde es Louise jedenfalls gönnen, diesem Schneewittchen im Haifischbecken, das nicht nur über ein unanfechtbares Talent, sondern auch über innere Strahlkraft verfügt. Ein rarer Segen im Land der ewig gestressten Unnahbaren – Erobique & Jacques Palminger würden ihr zu Füßen liegen.

Die gebürtige Kölnerin und Esmod Absolventin gründete bereits 2013 ihr eigenes Label, für 2016 steht der Launch des Online Shops an – ein dringend notwendiges Vorhaben, denn spätestens mit „As Tears Go By“ könnte es am Erfolgs-Baum rappeln. Die Herbst/Winter-Kollektion 2016/17 ertrinkt in Schönheit und Grazie, ohne fremde Lorbeeren zu stehlen. Zwar findet man gewiss die ein oder andere Referenz, aber da ist noch so viel mehr: Patchwork aus Samt, Nadelstreifen, Jeans und Leder zum Beispiel – ihre Oma hatte früher auf ähnliche Art und Weise die löchrigen Hosen der Mutter gestopft. Aufgenähte Taschen aus Lurex, wehende Bänder und Farbharmonien aus Curry, Rostrot, Schwarz und Violett. Tränen in Tropfenform verkörpern den süßen Schmerz unserer Existenz, das, was jeder von uns, der lebendig sein will, irgendwann einmal fühlen muss. Vielleicht liegt genau hier Louise Friedlaenders künftiges Erfolsrezept verborgen. Nur wer eigene Geschichten zu erzählen hat, weiß andere zu berühren. weiterlesen

Berlin ist eine Maus und kein Elefant – aber immerhin eine sehr schöne:

– 23.01.2016 um 0.30 – Mode

berlin fashion week highlights aw 16Kurz und knapp: Berlins Fashion Week ist lebendiger denn je und wenn ich noch ein Wort zum Tod derselbigen höre oder lese, dann verliere ich den Glauben an Presse und Modemeute, seit Jahren ist es nämlich ohnehin die gleiche, olle Leier. Wird schon und wo ist der Glamour? Die Spreu trennt sich jedenfalls allmählich vom Weizen und auch das komplett verlorene Hopfen und Malz zieht langsam von dannen, um Platz zu schaffen für Qualität statt Quantität. Ich plädiere demzufolge für ein bisschen mehr Genuss und Freude am Status Quo, durch die ständige Repetition sämtlicher Makel, um die wir längst wissen, wird die Maus nunmal auch nicht mehr zum Elefanten. Besser wäre es, man würde das Mäuschen endlich lieben wie es ist.

Und zwar für das hier: weiterlesen

OUTFIT // Cord-Days aren’t over

– 22.01.2016 um 9.49 – Outfit Wir

gucciNach einem Tag ganz im Zeichen der bunt beschuhten Schlichtheit, habe ich schließlich in der Motten-Kiste gekramt, einen geblümten Pullover gefunden, der selbst meiner Oma hervorragend stehen würde und noch ein bisschen Kord hinzu gefügt, alles mit ein bisschen Alessandro Michele im Kopf. Um die Kälte-Panik der letzten Tage kurz zurecht zu rücken: Auch während der anderen Fashion Week Tage trug ich einen Mantel sowie Ski-Unterwäsche und Thermo-Strumpfhose, bloß ging es obenrum ausschließlich schwarz zu, deshalb ließ ich das Jacken-Ungetüm auf den Bildern einfach weg, also wirklich Freunde, ich bin doch nicht verrückt. Könnte man spätestens beim Anblick der obigen Zusammenstellung aber durchaus vermuten, schon klar. Gucci ist Schuld, ihr wisst es längst. Dort drüben in Italien sind die Zeiten der skandinavischen Geradlinigkeit nämlich endeutig gezählt, stattdessen wird es wild und wunderbar.

Das Prinzip ist im Grunde ganz einfach: Mische zusammen, was nicht zusammen gehört. Das große Ganze macht am Ende nämlich irgendwie doch wieder Sinn. In meinem Kopf war es jedenfalls so, aber über (meinen) Geschmack lässt sich bekanntlich streiten: weiterlesen

Interior //
Für mehr Kerzenschein (an Wänden)

– 22.01.2016 um 9.02 – Wohnen

kerzenhalterIch hatte mir eigentlich geschworen, wieder viel häufiger auf Flohmärkten nach wahren Schätzen zu stöbern, um dem skandinavischen Minimalismus den Garaus zu machen, aber ich fürchte, das Ganze ist so rein sozialisiert in mich, dass ich spätestens beim Vorbeischlendern am HAY Store regelmäßig schwach werden könnte. Heißester Anwärter auf einen kleinen Ausrutscher ist derzeit jedenfalls der „Lup“ Kerzenhalter, ein güldenes filigranes Scheißerchen, das ich vor meinem inneren Auge schon neben meinem Esstisch hängen sehe. Ich mich mich ohnehin, weshalb ich noch nie auf die Idee gekommen bin, den Kerzenschein ein klein wenig nach oben zu verlagern, macht doch eigentlich viel Sinn. Obwohl so eine kleine Schildkröte natürlich ebenso willkommen wäre wie der schlanke Kaktus: weiterlesen

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