Kategorie-Archiv: box1

Feminismus und Konsum //
Kann Konsum feministisch sein?

31.10.2016 um 11.53 – box1 Feminismus

feminismus und konsumKann Konsum feministisch sein? Marken wie H&M und Monki wollen uns das glauben machen.

Jahrzehntelang war Feminismus eine soziale Bewegung, ein Kampf für Gleichberechtigung. Feminist*innen galten wahlweise als behaarte Emanzen, lila Latzhosenträger*innen oder frustrierte Furien, die dringend mal flachgelegt werden müssen (weil, wie wir wissen, Sex für alles die Lösung ist). Doch jetzt ist alles anders: Die Zeiten, in denen Feminismus in etwa so attraktiv erschien wie neongrüne Crocks sind vorbei! Feminismus ist offiziell angesagt. Statt soziale Bewegung ist er nun zu einer irgendwie diffusen „Empowerment“-Haltung geworden – und die lässt sich wunderbar für Marketing-Zwecke nutzen. weiterlesen

Top 10 Coffee Table Books //
Gegen Fernweh

25.10.2016 um 9.00 – box1 Buch

fernweg coffee table books

Die Sache mit diesen sogenannten Coffee Table Books habe ich lange Zeit nicht verstanden, oder besser: Missverstanden. Ich vermutete aufgrund meines eigenen Desinteresses, die dicken Foto-Schinken würden ausschließlich aus optischen Gründen, zu Prestige-Zwecken und wegen der Zurschaustellung des eigenen Kunstgeschmacks auf Couchtischen herumliegen. Es sollte tatsächlich noch einige Jahre dauern, bis ich schließlich begriff, dass es auch anders geht. Dass ein Bildband etwa die schönsten Konversationen hervorzaubern kann, dass so ein schweres, großes Buch auch Innehalten bedeutet, und „sich Zeit nehmen“, dass man es im besten Fall immer wieder aus dem Stapel zieht, um sich beim Blättern davon zu träumen und nach neuen Details zu suchen. Mittlerweile verändert sich je nach Stimmung sogar mein Arrangement auf dem Beistelltisch, mal liegt dort wütende Kunst, meist Snapshot Of Dangerous Women und seit neuestem ganz viel Fernweh-Lektüre.

Und wenn ich dann zu lange in „Hide and Seek“ geblättert habe und mein Herz nach einem Bauhaus verlangt, überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Waldspaziergang vielleicht einfach mit Evergreen – Living with plants: weiterlesen

Beauty // Unsere Lieblings-Lippenstifte
im Herbst

20.10.2016 um 12.58 – Beauty box1

lippenstifte

Ich verlasse das Haus beinahe immer ohne Wimperntusche (dazu gleich mehr), bin das Gegenteil eines Beauty-Gurus und schwöre allerhöchstens auf Augenbrauen-Pommade, aber wenn mich der Schalk im Nacken dann doch mal packt, trage ich mit allergrößter Freude Lippenstift in feuerroten Tönen. Kühle Farben lassen mich streng wirken, deshalb achte ich stets auf einen kleinen Orange-Anteil. Und dann wären da noch Nude-Nuancen, die an blassen Tagen für ein wenig optische Lebendigkeit sorgen. Meine eigenen treuesten Alltagsbegleiter stammen von L.O.V., Topshop und Bobby Brown (der Stift!), wegen der satten Farben, wohingegen Sarah Jane auf Labels wie Pixi und Yves Saint Laurent setzt (ungeschlagene Haltbarkeit!), Scalamari und Julia Koch gleichermaßen auf Und Gretel schwören und Franziska Tom Ford am liebsten hat.

Ihr seht, Team Jane Wayne ist nicht immer gleicher Meinung, aber im Grunde sind wir uns einig: Auch wenn der Hype um die permanente Selbstoptimierung langsam bis zum Himmel stinkt, wird uns das Bemalen unserer Lippen immer eine große Wonne sein. Vielleicht, weil diese Art von Herumpinselei im eigenen Gesicht tatsächlich nicht für andere, sondern ganz allein für uns selbst geschieht. Oder vertun wir uns da? Lippenfarbe ist doch, wenn man so will, so etwas wie der Schuhkauf unter den Beautyanschaffungen. Weil es ausnahmsweise nicht darum geht, Makel zu übermalen. Sondern oftmals vielmehr darum, die eigene Laune zu unterstreichen. weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Von ABC-Strick & goldenen Schuhen

19.10.2016 um 11.22 – box1 Mode Shopping

dog days

Ich habe mich Zeit meines Lebens nie am Stricken versucht: Nicht in der Schule, nicht privat und auch nicht aus Neugier einfach mal so. Wahrscheinlich war es mir immer zu mühsam, vielleicht lag es bislang aber auch einfach vor dem schwierigen Start. Jedenfalls kapituliere ich schon bei dem Gedanken, permanent zählen zu müssen, spätestens aber wohl dann, wenn ich die tanzenden Nadeln sehe, wie sie sich ihren Weg durch die Wolle bahnen. Das frisch eingetrudelte Strickjäckchen für Wilma aus den flinken Fingern meiner liebsten Maman hat es heute allerdings gemeinsam mit dem Strickmonstertraum von Joseph geschafft, meine Antihaltung gegenüber der Strickkunst gehörig auf den Kopf zu stellen: Ich muss das auch lernen, verdammt noch mal! Immerhin kann ich keine 1295 Euro für einen ABC-Traum vor mir rechtfertigen, noch irgendjemanden darum bitten, diese Mammutaufgabe für mich zu erledigen. Außerdem wird es wirklich allerhöchste Zeit, sich all die muckeligen Winterbegleiter unserer Träume in liebster Coleur einfach selbst zu machen, non?

Leichter gesagt, als getan: Ich werde beim nächsten Heimatbesuch wohl einfach ein paar Stunden bei meiner Mama nehmen und mich langsam rantasten an dieses Großprojekt DiY. Und irgendwann sehe ich dann vielleicht so aus: weiterlesen

Outfit // Zitronendonnerstag

13.10.2016 um 7.30 – box1 Outfit Wir

outfit

Ich habe mir sehnlichst den Herbst herbei gewünscht – und jetzt habe ich den Salat: Vor die Türe gehen, ist ausschließlich mit einem Muss verbunden und überall schnieft und rotzt es. Urgh. Novemberwetter im Oktober? Herzlichen Dank auch. Um genau diesem grauen Einheitsbrei da draußen irgendwie entgegen zu wirken, die eigene Laune zu heben und schon gar nicht erst zu frösteln, entschied ich mich kurzerhand also für knalliges Zitronengelb, schließlich sah genau das an der schönen Hayett McCarthy so großartig aus, dass ich gleich zum Nachmachen aufgefordert wurde. Und streng genommen hatte ich bislang auch gar keine wattierte Übergangsjacke, die mich vor den ersten Erkältung schützt und on top auch noch quasi die Warnweste ersetzt, wenn ich Wilma demnächst noch vor Anbruch der Helligkeit durch Kreuzbergs Straßen schiebe und es schnurstracks zu ihrem Tagespapa geht.

Ganz so einfach ist das zitronengelbe Wattemonster dann allerdings doch nicht. Ihr könnt’s euch vorstellen: Der richtige Weg zwischen Ghetto-Braut und Helly Hansen Gedächtnis-Look ist ganz schön schmal. Muckelig ist sie trotzdem – und genau das ist mir im Moment eh das Allerwichtigste. weiterlesen

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OUTFIT // „I’ll stop wearing black when they invent a darker colour.“
– Wednesday Addams

10.10.2016 um 11.54 – box1 Outfit Wir

weekday denimMan könnte beinahe meinen, ich hätte irgendwann einmal aufgehört, Schwarz zu tragen, dabei ist das Gegenteil der Fall, Schwarz funktioniert bei mir sozusagen als modischer Fels in der Brandung stürmischer Arbeitstage. In Zeiten großer Modemüdigkeit oder fehlender Zeit. Und immer wieder auch am Wochenende, wenn ungefähr alles wichtiger ist, als das, was in meinem Kleiderschrank liegt. Am liebsten übrigens in Kombination mit Roll- oder Stehkragen, da schlägt mein Sartre-Herz jedes Mal ein bisschen höher.

Dabei denken Pessimisten im Angesicht der Abwesenheit von Licht und lauten Knalltönen noch immer an hauptsächlich an großeTrauer, Queen Victoria hatte es schließlich früh vorgemacht und nach dem Tod ihres geliebten Gatten bis an ihr eigenes Lebensende ausschließlich Schwarz ausgeführt. Dank Coco Chanel und der Erfindung des immer adäquaten „kleinen Schwarzens“ aber ist das Trübsalblasen längst passé. Ich halte es deshalb auch künftig wie Wednesday Addams: „“I’ll stop wearing black when they invent a darker colour.“ weiterlesen

Willst du (mich) Heiraten? //
Kaviar Gauche Spring/Summer 2017

04.10.2016 um 17.22 – box1 Mode

kaviar gauche spring:summer 17

Ich werde ziemlich oft gefragt, ob ich wohl vorhätte, irgendwann einmal zu heiraten, aber bloß ganz vorsichtig und eher so, als sei die Frage rhetorisch gemeint, die Allermeisten erwarten nämlich ein klares „Nein“ aus meinem Mund, wegen des Kitsches und der Konventionen, die man mir offenbar nur bedingt zutraut. Keine Panik, es nicht so, als hätte ich vor, mich morgen zu verloben, aber nun denn, das Thema des Ringetauschens kommt aus unerfindlichen Gründen nämlich doch immer mal wieder auf den Frühstückstisch und so eine Hochzeit mit Pommes aus Papiertüten, ohne Kirche und komische Spiele, kann ich mir vor lauter Liebe im Bauch sogar durchaus und ernsthaft vorstellen. Das ist ja schonmal ein erster Schritt. Sollte es tatsächlich irgendwann dazu kommen, sehe ich mich allerdings schon panisch vor Pinterest sitzen, ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass es bei so viel Kleiderauswahl kein Kunststück ist, dem Wahnsinn extrem nahe zu kommen. Vielleicht überlegt es sich der Mann an meiner Seite auch spätestens dann nochmal anders, wenn ich anfange, unter der Dusche Selbstgespräche über mit Polkadots besetzte Schleier zu führen, könnte nämlich vorkommen, ich hab da letztens sowas in der Art gesehen.

Wer weniger Risiko-freudig ist, dem ist zu raten, sich beispielsweise vorab schonmal durch eine weise Wahl der Kleid-Macher_innen zu limitieren. Bei Kaviar Gauche etwa saß ich vor ein paar Monaten zum Händchenhalten bereit und ich sage euch, meine Brautfreundin sah in mindestens drei Kleidern so umwerfend aus, dass wir große Mühe hatten, eine Entscheidung zu treffen. Wären das jetzt 30 Kleider gewesen, mein lieber Herr Gesangsverein. Gerade hat das Berliner Label in den Pariser Räumlickeiten der Fondation Mona Bismarck seine kommende Kollektion für Frühjahr/Sommer 2017 gezeigt. Et voilà: „Sans Souci“! heißt das Gezeigte. Nein, gemeint ist nicht das Schloss, sondern all die kleinen und großen Momente des Glücks, die vor allem von Leichtigkeit leben. weiterlesen

Fair Friday // Auf einen Kaffee mit…
Jenny Mustard

30.09.2016 um 10.33 – box1 Menschen Nachhaltigkeit

fair friday

Inspirierend, weird (in a good way!), sehr nett und respektvoll – so würde ich Jenny Mustard, Bloggerin und Minimalistin, wohl am ehesten beschreiben. Nicht nur mag ich ihren Stil und ihre zum Teil nüchterne Herangehensweise an ganz elementare Themen wahnsinnig gerne, auch ihre stets positive Einstellung zu Veränderungen und vielleicht sogar gemeingesellschaftlich eher unpopulären Entscheidungen, gefällt mir.

Auf ihrem Blog findet man fast alles, was man fürs Leben braucht: Rezepte, How Tos, Beziehungseinblicke, Anregungen und Tipps zu den Themen Decluttering und Minimalismus, und on top noch wunderbare Essays. Jetzt, wo die Superfrau nach mehr als zwei Jahren mit Berlin auch wieder einen festen Wohnsitz hat, musste ich meine Chance ergreifen und all die Fragen stellen, die schon seit geraumer Zeit in meinem Kopf herum flatterten. Alle Antworten und den Beweis, dass man Catwoman tatsächlich als mädchenhaft bezeichnen kann, findet ihr hier:  weiterlesen

BEAUTY-SPEZIAL // 10+ Fragen an Beauty-Bloggerin Elina Neumann

29.09.2016 um 11.34 – Beauty box1

beauty_elina_neumann

Wie schaffe ich es mit wenigen Handgriffen ein leichtes Make-Up perfekt aufzutragen? Wie kann Nagellack uns noch aus den Socken hauen und mit welchen kleinen DiY-Kniffen mische ich die perfekte Maske selbst zusammen? Unsere liebe Elina hat die Antworten. In ihrem kleinen Beauty-Universum Bare Minds finden wir wöchentlich großartige Tipps, die besten Alternativen, regelmäßige Beauty-News und unerschrockene Selbstversuche, die uns wirklich was bringen und uns dazu animieren, mal wieder häufiger selbst das Pinselchen zu schwingen und die Zutaten daheim zusammen zu mischen.

Für uns hat Elina heute ihre Beauty-Routine zusammen gefasst, verrät, was ihr am allerbesten nach einer durchzechten Nacht hilft und warum sie damals besser auf ihre Mama hätte hören sollen, bevor sie die Pinzette überstrapazierte. In unserem Beauty-Spezial No 8.  weiterlesen

Kolumne //
Wir müssten viel mehr wie Toni Erdmann sein.

27.09.2016 um 18.33 – box1 Film Gesellschaft Leben

die neue kauzigkeit

Neulich saß ich im Kino und musste mich vor Lachen beinahe übergeben, ein Popcornkorn hatte sich beim heftigen Jauchzen zwischen Gaumen und Nase verirrt und klebte nun dort fest, Tränen schossen mir in die Augen, nicht aber vor Verzweiflung, sondern wegen dieser maximalen Wonne, die mir an Situationskomik beschert wurde. Ines Conradi gab auf der Kino-Leinwand als „Whitney Schnuck“ gerade lautstark „The Greatest Love Of All“ zum Besten, irgendwo in einem fremden Wohnzimmer, voller Inbrunst. Die Dame auf dem Platz neben mir versuchte währenddessen ihren Lachanfall durch heißblütiges Trommeln auf den Oberschenkeln ihrer Begleitung in den Griff zu bekommen, ein glückseliges Grunzen erfüllte den Saal.

Die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade hatte die Welt mit ihrem Spielfilm „Toni Erdmann“ zweifelsohne exakt in diesem Moment zu einer besseren gemacht. Eigentlich heißt der pensionierte Protagonist und Musiklehrer übrigens Winfried Conradi und hegt eine Vorliebe für schräge Scherze. Als sein Hund stirbt, macht er sich auf den Weg nach Bukarest, um die spießige Tochter vor der furztrockenen Einöde der Berater-Branche zu retten. Uns rettet er im gleichen Atemzug vor zu viel Heuchelei, zu wenig Freiheit und vergessenem Humor. Jeder von uns Zuschauenden wusste jedenfalls schnell, dass er gut daran täte, endlich mehr Toni in sein Leben einkehren zu lassen. Ein bisschen mehr Fuck Off eben. Und Mut zur Kauzigkeit. In den folgenden Tagen versuchte ich also, meinen inneren Erdmann häufiger nach außen zu kehren, statt ihn weiter zu ersticken. Wenn auch nicht immer erfolgreich. weiterlesen

Brangelina-Trennung & das traurige Frauenbild der Boulevardpresse

26.09.2016 um 12.34 – box1 Feminismus Gesellschaft

brangelina trennungAngelina und Brad haben sich also getrennt und man ist erstaunt, dass die Welt sich trotzdem noch dreht. Die Zeiten sind deprimierend, da kann eine Celebrity-Trennung, so paradox das klingt, doch glatt wie eine gute Nachricht klingen. Endlich mal dramatische Entwicklungen, die wunderschöne, erfolgreiche Menschen betreffen und nicht orangegesichtige amerikanische Populisten, den Syrienkrieg oder die Tatsache, dass irgendwie niemand Joachim Gauck im Amt des Bundespräsidenten beerben möchte!

Natürlich wissen wir auch längst, warum Brangelina wieder in seine Einzelteile zerfallen ist: Brad trinkt und kifft zu viel und müsste dringend mal zum anger management. Oder lag es doch daran, dass Angie mit Brads Erziehungsstil nicht zufrieden war? Seien wir ehrlich: Am wahrscheinlichsten ist doch, dass eine andere Frau dahintersteckt. Jennifer Aniston soll sich ja immer noch nach ihrem Ex-Mann sehnen. Die Bunte veröffentlicht Bilder von Jennifer und ihrem Mann Justin Theroux, Titel „Hey Brad! Das hätten wir sein können!“. Oder auch nicht, denn Promiflash wittert schon die nächste Trennung: „Zerbricht Jen Anistons Ehe nun am Brangelina-Aus?“ Also wieder Brennifer statt Brangelina? Da hat Gwyneth Paltrow natürlich auch ein Wort mitzureden. Sie war ebenfalls mal mit Brad zusammen (sogar verlobt), was sie nun automatisch in die Rolle der Angelina-Kontrahentin befördert. Angeblich soll Brad nämlich noch nicht über Gwyneth hinweg sein – fast 20 Jahre nach dem Beziehungsaus. Bryneth klingt ja auch irgendwie nett. Die Dritte im Bunde ist Marion Cotillard: Am Set des Films Allied, den Marion und Brad zusammen drehten, soll es zwischen den beiden heiß hergegangen sein. weiterlesen

H&M Herbst Kampagne – Wann hören wir endlich auf, über Frauenbilder zu reden?

21.09.2016 um 10.45 – box1 Feminismus Gesellschaft Mode

hm autumn campaogn 2016

H&M hat es geschafft, binnen weniger Stunden mehr als 1.000.000 Klicks zu generieren, das gerade erschienene Kampagnenvideo zur Herbstkollektion 2016 scheint demnach ein wahrer Glücksgriff des schwedischen Regisseurs Gustav Johansson geworden zu sein, jedenfalls für die Werbetrommel. Im Netz wird gejubelt, Screenshots des Spots und der dazugehörige Hashtag #Ladylike machen sich auf allen gängigen sozialen Plattformen breit, man dankt dem Moderiesen sogar ganz öffentlich und überaus vielfach. Für das Abstand nehmen vom Propagieren eines immer gleichen Schönheitsideals, für das Zelebrieren der weiblichen Vielfalt und für seinen Mut, es anders zu machen als all die anderen Saftsäcke diverser Megakonzerne, die optisch noch immer fröhlich von einer potentiellen Anorexie zur nächsten stolpern. Auch ich konnte die Füße kaum still halten, als plötzlich das Lion Babe-Remake von „She’s a lady“ samt passendem Lebensgefühl aus dem Lautsprecher dröhnte, während sich die vermeintlichen coolsten Girls des Planeten noch dazu auf meinem Bildschirm tummelten, eine schöner als die andere. Da will man es ihnen alsbald gleichtun, keine Frage. Marketing-Mission geglückt, trotz des berechtigten Vorwurfs des Fame-inismuses, der schon bei Acne Studios auftauchte. Hunger bekomme ich ebenfalls, es gibt da etwa Pommes im Bett, gesunde Körper verschiedenster Coleur und ästhetisches Achselhaar zur Erdbeer-Shake-Tönung. Ich möchte H&M für diese 92 Sekunden küssen, wirklich. Aber nur fast ohne aber. weiterlesen

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Slow Sunday // Wie funktioniert Decluttering + 30 Tage Plan für Anfänger

18.09.2016 um 13.16 – box1 Slow Sunday

This is Jane Wayne - Slow Sunday - Decluttering

Decluttering, liebe Leser*innen, ist das schickere Wort für Ausmisten, Loswerden und Entrümpeln. Ein alter Hut? Nun ja, es gibt eben Themen, die sind so wenig sexy, dass man dafür einen sehr amerikanischen, stilsicheren Begriff samt Trend braucht, um sich endlich mit ihnen sehen zu lassen. Um Decluttering dann aber auch zu verstehen und zu leben, müssen wir jetzt mal ganz kurz knallehrlich mit uns sein:

Es geht um eines der staubigsten Kapitel unserer Leben, nämlich das Horten von Zeug, Plunder, Kram, Ramsch, Firlefanz und eben allen anderen Dingen, die wir wirklich wirklich wirklich in keinster Weise brauchen. Wenn du jetzt an die Kramschublade hinten links in der Kommode denkst, bist du bereits auf dem richtigen Weg. Übrigens geht es beim Ausmisten auch um eine Menge Dinge, die du jetzt vielleicht noch glaubst zu brauchen, ohne die es dir aber viel besser gehen würde. Und genau von diesen ganzen herumliegenden Besitztümern, sollte man sich nachhaltig trennen. Denn nicht nur stauben Cremetübchen, Dekoschalen, kratzige Stickjacken und das siebenundfünzigste Paar Turnschuhe ein, sie belasten uns auch unmerklich und unterbewusst viel mehr, als wir uns eingestehen wollen. Wie das mit dem Loswerden von Dingen geht und wie so ein 30 Tage Plan für Anfänger funktioniert, lest ihr hier:  weiterlesen

Shop the look // Camille Charrière
Red is Love.

14.09.2016 um 15.41 – box1 Inspiration Mode Shopping

shop the look camille chariere

Ich behaupte ja ohnehin, dass man romantische Gefühle für Kleidung hegen kann, jedenfalls dann, wenn man selbige nicht als bloßes Konsumgut betrachtet, sondern als kleine Freiheit im Alltag, als etwas, für das man sich bewusst entscheidet um am Ende Seite an Seite die Woche, das Fest oder den einen wichtigen Moment zu bestreiten. Und beschreiten. Ihr wisst schon. Wenn man wirklich mit Leidenschaft bei der Sache ist und wegen all der Schönheit und dazugehörigen Geisteshaltung glänzende Augen bekommt. Nicht, weil da schon wieder etwas Neues auf uns wartet. Dann finde ich, kann man durchaus von Liebe zur Mode besprechen. Und dem Verknalltsein in Outfits. Heute etwa hat es mir die Französin Camille Charrière mit ihrem Händchen für die Monochromie angetan. Alles auf rot. Rot wie die Lieben eben: weiterlesen

All eyes on // Sessùn
– again & again

09.09.2016 um 10.25 – box1 Lookbook Mode Shopping

sessun

Das Bild dieser knallroten Knautschhose reichte eigentlich schon aus, um mich in weniger als einer Sekunde um den Finger zu wickeln und mich leicht nervös werden zu lassen: Via Tumblr stolperte ich über dieses Kunstleder-Schätzchen und wusste gar nicht, wo ich zuerst schauen sollte. Unzählige Pinterest-Klicks weiter und die verlässliche Google-Bildersuche später, schlug ich zum xten Mal die Hände über den Kopf zusammen: Sessùn, na klar. Weiß Gott, warum ich das französische Brand immer und immer vergesse, treibt es mir beim Anblick der frisch abgedruckten Lookbooks doch wirklich jedes Mal Herzchen in die Augen. So auch heute: Über das Model aus Leinen, Baumwolle und Polyurethan landete ich selbstverständlich bei all den anderen Looks der aktuellen Herbst/Winter Kollektion, bei schönsten Grobcord-Zweiteilern, geschnürten Oberteilen, Tartanstücken und Komplettoutfits, in denen ich mich eigentlich jetzt und ohne Umwege in den Herbst wünschen würde.

Ich schiebe es jedenfalls auf die eigene Übersättigung, die Faulheit, öfter mal über den Tellerrand zu schauen und die sichere, dadurch oft langweilige Auswahl mancher Online Shops, die Sessùn für mich dadurch in ein völlig anderes Licht rücken. Fortan wird also regelmäßig einfach im eigenen Webshop und offline nachgeschaut – dann kann künftig auch nichts mehr schief gehen. In jedem Fall: All eyes on „Sessùn“ – again and again!  weiterlesen