Kategorie-Archiv: box1

Kolumne // Beim Thema Make-up machst nicht du die Regeln, sondern die anderen.

schminkeBeim Thema Make-up machen die Regeln die anderen. Immer noch.

Einmal habe ich den Fehler gemacht. Zwei-, dreimal. Und jedes Mal die gleiche Reaktion: „Schlecht siehst du aus! Bist du krank?” Dazu ein angedeutetes Lachen – nimm’s doch nicht so ernst. Ja, ich habe den Fehler ein paar Mal gemacht. Und dann beschlossen: Meine Großeltern besuche ich nicht mehr ungeschminkt. Weil ich keine Lust mehr habe auf blöde Sprüche oder die vorauseilenden Entschuldigungen meiner Mutter: „Nicht, dass ihr euch wundert – Julia hatte keine Zeit, sich zu schminken!“ Das alles klingt genauso bescheuert, wie es sich liest. Als ich mich bei meiner Schwester über diesen familiären Zwang zum Make-up beschwerte, sagte die nur achselzuckend: „Ach, die freuen sich halt, wenn man sich ein bisschen hübsch macht.“ weiterlesen

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Shoe Shopping //
The Break-Up Edit

23.11.2016 um 15.51 – box1 Schuhe Shopping

shoe shopping the breakup edit

You’re single – not dead. Ich erinnere mich noch gut an den Sticker, der an meinem ersten Auto klebte, als die zweite große Liebe meiner wilden Jugend wegen ein paar Bergen in der Ferne eiskalt das Ende unserer Beziehung erklärte. Meine Freundinnen hatten das rosa Klebchen mit viel Zuversicht und Hoffnung auf Besserung ans Heck angebracht, nachdem mein wasserstoffblondes neues Ich sich auf einer Abifete ordentlich mit Tränen besudelt hatte. Inzwischen sind wir wieder ein Paar, glaubt es oder nicht, aber mit Trennungen kenne ich mich dennoch hervorragend aus. Ich weiß zum Beispiel, dass da zunächst nur eins hilft: Leid und Mitleid. Aber auch Humor oder Bridget Jones. Beste Freunde. Und Perspektive.

Ganze elf gute Vorsätze – oder sagen wir: Anregungen – zur schnellen Genesung haben wir kurz und knapp für euch zusammen getragen. Selbstverständlich samt passendem Schuhwerk für erste Schritte in eine schillernde Zukunft. Alle Gebeutelten haben jetzt also die Qual die Wahl. Stay strong. Es wird wirklich alles wieder gut. weiterlesen

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Fair Friday // Von Vintage-Käufen, 10 Vintage Klassikern & kleinen Geschenkideen

18.11.2016 um 14.01 – box1 Fair Fashion Mode Shopping

vestiaire

Die Begriffe „Vintage“ und „Second Hand“ werden im Zusammenhang mit in die Jahre gekommener Mode gerne hin und wieder durcheinander geworfen. Dabei muss Vintage nicht zwingend bedeuten, dass das Kleidungsstück überhaupt jemals getragen wurde, während Second Hand-Stücke ganz klar auf ihre Vorbesitzer verweist. Erst wenn Kleidungsstücke oder Accessoires mindestens 15 Jahre auf dem Buckel haben, darf man sie genau genommen als Vintage bezeichnen. Ein ähnliches Missverständnis herrscht auch bei der Couture: Sobald ein Designer experimentierfreudig wird, konstruierte oder untragbare Mode zeigt, wird seinen Entwürfen sogleich der Stempel der „Haute Couture“ auferlegt. Dabei schmückt man sich auch hier mit einem nicht ganz korrekten Siegelchen: Denn nicht jeder Designer darf Teil dieser „Elite“ sein, nein, er muss zum exquisiten Zirkel der „Chambre Syndicale de la Couture Parisienne“ gehören. Diese Schneiderinnung entscheidet nämlich, wer dabei sein darf und wer nicht – und zwar jedes Jahr auf’s Neue. Um Teil sein zu können, müssen strikte Kriterien erfüllt werden. Aber lassen wir das, bevor wir hier am Ende noch komplett abdriften.

Eines haben Vintage- und Second-Hand-Stücke allerdings gemeinsam: Sie sind weitaus nachhaltiger als ihre neuproduzierten Freunde, erzählen uns Geschichten aus feinsten Modeepochen oder von ihren vorherigen Besitzern und sind noch dazu ein gutes Stückchen günstiger als neuerworbene Fundstücke. In Mode aus zweiter Hand steckt oftmals eben ein ganz bestimmter Zauber, der nicht so einfach kopiert werden kann – und wir haben unseren Fair Friday zum Anlass genommen, um gemeinsam mit Vestiaire Collective, der Plattform für Vintage-Mode und Second Hand Funde, ein Plädoyer für mehr Vintage zu halten, die Top 10 Investments aufzulisten und euch eine kleine, feine Auswahl an Geschenkideen, Kleinigkeiten für euch selbst oder sagen wir ganz ehrlich „meine eigene Wunschliste“ zusammen zu stellen: weiterlesen

POSITION STATT POSE // Ein Solidari-T für das Grundrecht auf Gleichheit

16.11.2016 um 12.49 – box1 Gesellschaft Wir

art III solidari t

Ob Mode politisch sein kann, ob sie es sogar sein muss, als Ausdrucksmedium, Statement und stoffgewordene Parabel, die von Solidarität und Verbundenheit erzählt, darüber diskutieren wir immer wieder, gerade jetzt. Weil man nicht nichts tun kann – gegen Homophobie, Rassismus, Sexismus und Weltbilder, die keine Diversität erlauben. Gegen die Angst vor dem Fremden und Neuen, die als Dünger für rechtes Gedankengut, den Aufstieg von AfD und Pegida in Deutschland und den Brexit funktioniert, die Autokratien zulässt, Marine Le Pen hetzen, Viktor Orbán drangsalieren oder Donald Trump siegen lässt. Rückblick.

In der Nacht des 12. Juno stürmt Omar Mir Seddique Mateen gegen 02:00 Uhr den Gay Club „Pulse“ und erschießt 49 Menschen. Aus Hass gegen eine von vielen Minderheiten; das Massaker von Orlando gilt als gezielter Anschlag auf die LGBTQ.-Gemeinde. 25 angehende Modejournalisten/-innen der Akademie für Mode & Design beschließen am darauffolgenden Tag, dass nichts mehr nicht politisch sein kann und darf. Auch Mode nicht. Zusammen mit ihrem Dozenten Fabian Hart entwickeln sie die Idee zum Solidari-T-Shirt ART III, das Artikel 3 GG, also unser Grundrecht auf Gleichheit, als StreetART auf die Straße bringt und sichtbar macht. Der gesamte Erlös kommt dem Hamburger Verein Basis und Woge zugute, der sich um Jugendliche kümmert, die aufgrund ihrer Sexualität, Hautfarbe, Herkunft oder Religion mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert sind. Wir machen mit. Weil Position jetzt wichtiger ist als Pose. weiterlesen

Gesellschaft // Trump ist kein amerikanisches Problem

14.11.2016 um 11.01 – box1 Gesellschaft Leben

populismus 2016Donald Trump mag Amerikaner sein, ein uramerikanisches Problem ist er aber nicht. Auch in Europa verbreiten Menschen wie Le Pen, Petry und Co Hass auf alles, was nicht wie sie ist und denkt. Nun ist es an uns, aktiv zu werden – in der Familie, im Bekannten- und Freundeskreis.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr bin ich mit einem okayen Gefühl ins Bett gegangen, mit einem Gefühl des „Wird schon“. Um dann am nächsten Tag aufzuwachen und festzustellen: Wird eben nicht. Das erste Mal war der Tag nach dem Brexit-Referendum am 23. Juni. Das zweite Mal war der 9. November, für Deutsche sowieso ein historisches Datum – und nun auch für die USA. Love trumps hate hieß es noch nach dem Amoklauf in einem LGBT-Club in Orlando diesen Sommer. Nun hat der Hass gesiegt, die Angst vor Veränderungen, das Misstrauen. Donald Trump wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fragte ich mich, wie ich und so viele andere uns so täuschen konnten. Ich bin Politikwissenschaftlerin und Journalistin, eigentlich eine ganz gute Mischung, um Fakten zu analysieren, einzuordnen und vor allem Umfragen kritisch zu betrachten. Trotzdem habe ich nicht mit dem gerechnet, was nun passiert ist und stehe ratlos da: Wie konnte das passieren? Und was kommt jetzt? Was kann ich tun? weiterlesen

Fair Friday //
8 Tipps für „Zero Waste“

11.11.2016 um 10.42 – box1 Nachhaltigkeit

This is Jane Wayne – Fair Friday – Zero Waste

Vor ein paar Wochen habe ich meine Gedanken und Erfahrung zu Zero Waste aufgeschrieben und ein Versprechen abgegeben, Tipps und Tricks nachzuliefern. Im Bereich Nachhaltigkeit ist „Zero“ das Thema, mit dem ich wohl die meisten Schwierigkeiten habe. Genau genommen stehe ich ein kleines bisschen auf Kriegsfuß mit dem ganzen „Leben ohne Müll“-Mythos. Auch wenn oft etwas anderes suggeriert wird, 100 Prozent müllfrei geht leider einfach nicht. Zumindest noch nicht. Der Verpackungswahnsinn ist einfach überirdisch und auch wenn ich ganz weit in die Zukunft blicke, sehe ich in diesem Punkt so schnell keine Verbesserung auf uns zukommen. Ich finde es daher abträglich, wenn man falsche Erwartungen schafft und salopp behauptet, dass Veränderungen im Alltag total einfach und leicht zu gestalten sind. Denn was wirklich einfach und leicht ist, sind viele kleine Minischritte, schleichende Veränderung in den eigenen Verhaltensweisen, die sich klammheimlich als No-Brainer integrieren lassen.

Mit welchen Tipps und Tricks ich meine Müllproduktion Stück für Stück verändert habe, erzähle ich euch hier:  weiterlesen

Beauty Spezial // 10+ Fragen an:
Luise & Karo von fromberlinto

09.11.2016 um 10.05 – Beauty box1

fromberlinto

Luise und Karo haben ohne wenn und aber einen der wohl schönsten Berufe der Welt. Von heute auf morgen beschlossen die Zwei, ihre alten Jobs hinzuschmeißen und sich voll und ganz dem Reisen zu widmen, ihren Horizont zu erweitern und neue Kulturen kennen zu lernen. Heute sind die beiden Reisejournalistinnen und kreieren Travel Guides, schreiben für verschiedenste Online Publikationen wie Spiegel Online oder Travelettes, für Printausgaben wie dem Flair Magazin oder der Grazia, plaudern gelegentlich auf FluxFM über ihre schönsten Trips und füttern selbstverständlich ihren eigenen Instagram-Kanal, um noch mehr Sehnsüchte zu wecken. Ganz einfach fromberlinto – an die schönsten und sehenswürdigsten Orte dieser Welt. Eine kleine Pause wurde vor wenigen Monaten trotzdem eingeläutet und zwar aus zwei ganz einfachen Gründen: Luise und Karo haben beide fast zeitgleich ihre Babies zur Welt gebracht und widmeten sich in der ersten Zeit natürlich erstmal voll und ganz den Kleinsten, statt gleich wieder durch die Weltgeschichte zu jetten und uns mitzunehmen.

Für uns haben die zwei Mamas jetzt aber trotzdem wieder in die Tasten gehauen und uns verraten, was auf Reisen unbedingt mit dabei sein muss, wie man Luises großartige Mähne im Handumdrehen nachzaubert und wie Karo ihre anspruchsvolle Haut gebändigt bekommt. Das und noch vieles mehr: In einer neuen Ausgabe unseres Beauty Spezials. weiterlesen

BEAUTY-SPEZIAL // 10+ Fragen an
Beauty-Bloggerin Denise Kastull

03.11.2016 um 10.16 – Beauty box1

nisi_teetharejade

Auf meiner fast 29-jährigen Abenteuerreise, habe ich ganz unterschiedliche Beauty-Stadien hinter mich gelassen, ich habe mit Pickeln gekämpft und mir einmal sogar einen Pony schneiden lassen, weil ich die Finger einfach nicht von meiner Stirn lassen konnte – und, ach lassen wir das. Ich übte mich an zart blauem Lidschatten und strich ihn bis zu den hauchdünn gezupften Augenbrauen. Ich benutzte Aufheller-Spray, um noch blonder zu werden und perfektionierte den Lidstrich irgendwann. Dann kam die Abkehr, die Faulenzer-Phase, von der ich euch schon so oft erzählt habe. Die Augenbrauen wucherten (Gottseidank!) wieder, die echte Hautfarbe kam zum Vorschein und auch die Haarfarbe wird sein meinem 16. Lebensjahr nicht mehr verändert.

So langsam aber sicher ist sie allerdings wieder geweckt, die Passion für Crèmes und Tiegelchen, für verrückte Styling-Experimente und neue, noch unerforschte Beauty-Produkte aus der Welt der natürlichen Kosmetik. Schuld daran sind nicht zuletzt unsere Beauty-Experten unseres kleinen, aber feinen Spezials. Und diese Woche holen wir uns gleich dreifach Power mit an Bord – und zwar mit einer waschechten Beauty-Expertin, Bloggerin und Beauty-Vloggerin: Die Rede ist natürlich von Denise Kastull aka Nisi von Teetharejade, die mit ihrer Schwester Desiree seit Jahren gemeinsame Sache macht. Für uns hat sie heute ihre persönliche Best-Of-Beauty-Liste zusammen gestellt, ihr liebstes Urlaubsbild mitgeschickt und ihren persönlichen Tutorial-Tipp aka die Meeting The Ex-Therapie herausgekramt: weiterlesen

Feminismus und Konsum //
Kann Konsum feministisch sein?

31.10.2016 um 11.53 – box1 Feminismus

feminismus und konsumKann Konsum feministisch sein? Marken wie H&M und Monki wollen uns das glauben machen.

Jahrzehntelang war Feminismus eine soziale Bewegung, ein Kampf für Gleichberechtigung. Feminist*innen galten wahlweise als behaarte Emanzen, lila Latzhosenträger*innen oder frustrierte Furien, die dringend mal flachgelegt werden müssen (weil, wie wir wissen, Sex für alles die Lösung ist). Doch jetzt ist alles anders: Die Zeiten, in denen Feminismus in etwa so attraktiv erschien wie neongrüne Crocks sind vorbei! Feminismus ist offiziell angesagt. Statt soziale Bewegung ist er nun zu einer irgendwie diffusen „Empowerment“-Haltung geworden – und die lässt sich wunderbar für Marketing-Zwecke nutzen. weiterlesen

Top 10 Coffee Table Books //
Gegen Fernweh

25.10.2016 um 9.00 – box1 Buch

fernweg coffee table books

Die Sache mit diesen sogenannten Coffee Table Books habe ich lange Zeit nicht verstanden, oder besser: Missverstanden. Ich vermutete aufgrund meines eigenen Desinteresses, die dicken Foto-Schinken würden ausschließlich aus optischen Gründen, zu Prestige-Zwecken und wegen der Zurschaustellung des eigenen Kunstgeschmacks auf Couchtischen herumliegen. Es sollte tatsächlich noch einige Jahre dauern, bis ich schließlich begriff, dass es auch anders geht. Dass ein Bildband etwa die schönsten Konversationen hervorzaubern kann, dass so ein schweres, großes Buch auch Innehalten bedeutet, und „sich Zeit nehmen“, dass man es im besten Fall immer wieder aus dem Stapel zieht, um sich beim Blättern davon zu träumen und nach neuen Details zu suchen. Mittlerweile verändert sich je nach Stimmung sogar mein Arrangement auf dem Beistelltisch, mal liegt dort wütende Kunst, meist Snapshot Of Dangerous Women und seit neuestem ganz viel Fernweh-Lektüre.

Und wenn ich dann zu lange in „Hide and Seek“ geblättert habe und mein Herz nach einem Bauhaus verlangt, überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Waldspaziergang vielleicht einfach mit Evergreen – Living with plants: weiterlesen

Beauty // Unsere Lieblings-Lippenstifte
im Herbst

20.10.2016 um 12.58 – Beauty box1

lippenstifte

Ich verlasse das Haus beinahe immer ohne Wimperntusche (dazu gleich mehr), bin das Gegenteil eines Beauty-Gurus und schwöre allerhöchstens auf Augenbrauen-Pommade, aber wenn mich der Schalk im Nacken dann doch mal packt, trage ich mit allergrößter Freude Lippenstift in feuerroten Tönen. Kühle Farben lassen mich streng wirken, deshalb achte ich stets auf einen kleinen Orange-Anteil. Und dann wären da noch Nude-Nuancen, die an blassen Tagen für ein wenig optische Lebendigkeit sorgen. Meine eigenen treuesten Alltagsbegleiter stammen von L.O.V., Topshop und Bobby Brown (der Stift!), wegen der satten Farben, wohingegen Sarah Jane auf Labels wie Pixi und Yves Saint Laurent setzt (ungeschlagene Haltbarkeit!), Scalamari und Julia Koch gleichermaßen auf Und Gretel schwören und Franziska Tom Ford am liebsten hat.

Ihr seht, Team Jane Wayne ist nicht immer gleicher Meinung, aber im Grunde sind wir uns einig: Auch wenn der Hype um die permanente Selbstoptimierung langsam bis zum Himmel stinkt, wird uns das Bemalen unserer Lippen immer eine große Wonne sein. Vielleicht, weil diese Art von Herumpinselei im eigenen Gesicht tatsächlich nicht für andere, sondern ganz allein für uns selbst geschieht. Oder vertun wir uns da? Lippenfarbe ist doch, wenn man so will, so etwas wie der Schuhkauf unter den Beautyanschaffungen. Weil es ausnahmsweise nicht darum geht, Makel zu übermalen. Sondern oftmals vielmehr darum, die eigene Laune zu unterstreichen. weiterlesen

5 Piece Wardrobe //
Von ABC-Strick & goldenen Schuhen

19.10.2016 um 11.22 – box1 Mode Shopping

dog days

Ich habe mich Zeit meines Lebens nie am Stricken versucht: Nicht in der Schule, nicht privat und auch nicht aus Neugier einfach mal so. Wahrscheinlich war es mir immer zu mühsam, vielleicht lag es bislang aber auch einfach vor dem schwierigen Start. Jedenfalls kapituliere ich schon bei dem Gedanken, permanent zählen zu müssen, spätestens aber wohl dann, wenn ich die tanzenden Nadeln sehe, wie sie sich ihren Weg durch die Wolle bahnen. Das frisch eingetrudelte Strickjäckchen für Wilma aus den flinken Fingern meiner liebsten Maman hat es heute allerdings gemeinsam mit dem Strickmonstertraum von Joseph geschafft, meine Antihaltung gegenüber der Strickkunst gehörig auf den Kopf zu stellen: Ich muss das auch lernen, verdammt noch mal! Immerhin kann ich keine 1295 Euro für einen ABC-Traum vor mir rechtfertigen, noch irgendjemanden darum bitten, diese Mammutaufgabe für mich zu erledigen. Außerdem wird es wirklich allerhöchste Zeit, sich all die muckeligen Winterbegleiter unserer Träume in liebster Coleur einfach selbst zu machen, non?

Leichter gesagt, als getan: Ich werde beim nächsten Heimatbesuch wohl einfach ein paar Stunden bei meiner Mama nehmen und mich langsam rantasten an dieses Großprojekt DiY. Und irgendwann sehe ich dann vielleicht so aus: weiterlesen

Outfit // Zitronendonnerstag

13.10.2016 um 7.30 – box1 Outfit Wir

outfit

Ich habe mir sehnlichst den Herbst herbei gewünscht – und jetzt habe ich den Salat: Vor die Türe gehen, ist ausschließlich mit einem Muss verbunden und überall schnieft und rotzt es. Urgh. Novemberwetter im Oktober? Herzlichen Dank auch. Um genau diesem grauen Einheitsbrei da draußen irgendwie entgegen zu wirken, die eigene Laune zu heben und schon gar nicht erst zu frösteln, entschied ich mich kurzerhand also für knalliges Zitronengelb, schließlich sah genau das an der schönen Hayett McCarthy so großartig aus, dass ich gleich zum Nachmachen aufgefordert wurde. Und streng genommen hatte ich bislang auch gar keine wattierte Übergangsjacke, die mich vor den ersten Erkältung schützt und on top auch noch quasi die Warnweste ersetzt, wenn ich Wilma demnächst noch vor Anbruch der Helligkeit durch Kreuzbergs Straßen schiebe und es schnurstracks zu ihrem Tagespapa geht.

Ganz so einfach ist das zitronengelbe Wattemonster dann allerdings doch nicht. Ihr könnt’s euch vorstellen: Der richtige Weg zwischen Ghetto-Braut und Helly Hansen Gedächtnis-Look ist ganz schön schmal. Muckelig ist sie trotzdem – und genau das ist mir im Moment eh das Allerwichtigste. weiterlesen

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OUTFIT // „I’ll stop wearing black when they invent a darker colour.“
– Wednesday Addams

10.10.2016 um 11.54 – box1 Outfit Wir

weekday denimMan könnte beinahe meinen, ich hätte irgendwann einmal aufgehört, Schwarz zu tragen, dabei ist das Gegenteil der Fall, Schwarz funktioniert bei mir sozusagen als modischer Fels in der Brandung stürmischer Arbeitstage. In Zeiten großer Modemüdigkeit oder fehlender Zeit. Und immer wieder auch am Wochenende, wenn ungefähr alles wichtiger ist, als das, was in meinem Kleiderschrank liegt. Am liebsten übrigens in Kombination mit Roll- oder Stehkragen, da schlägt mein Sartre-Herz jedes Mal ein bisschen höher.

Dabei denken Pessimisten im Angesicht der Abwesenheit von Licht und lauten Knalltönen noch immer an hauptsächlich an großeTrauer, Queen Victoria hatte es schließlich früh vorgemacht und nach dem Tod ihres geliebten Gatten bis an ihr eigenes Lebensende ausschließlich Schwarz ausgeführt. Dank Coco Chanel und der Erfindung des immer adäquaten „kleinen Schwarzens“ aber ist das Trübsalblasen längst passé. Ich halte es deshalb auch künftig wie Wednesday Addams: „“I’ll stop wearing black when they invent a darker colour.“ weiterlesen

Willst du (mich) Heiraten? //
Kaviar Gauche Spring/Summer 2017

04.10.2016 um 17.22 – box1 Mode

kaviar gauche spring:summer 17

Ich werde ziemlich oft gefragt, ob ich wohl vorhätte, irgendwann einmal zu heiraten, aber bloß ganz vorsichtig und eher so, als sei die Frage rhetorisch gemeint, die Allermeisten erwarten nämlich ein klares „Nein“ aus meinem Mund, wegen des Kitsches und der Konventionen, die man mir offenbar nur bedingt zutraut. Keine Panik, es nicht so, als hätte ich vor, mich morgen zu verloben, aber nun denn, das Thema des Ringetauschens kommt aus unerfindlichen Gründen nämlich doch immer mal wieder auf den Frühstückstisch und so eine Hochzeit mit Pommes aus Papiertüten, ohne Kirche und komische Spiele, kann ich mir vor lauter Liebe im Bauch sogar durchaus und ernsthaft vorstellen. Das ist ja schonmal ein erster Schritt. Sollte es tatsächlich irgendwann dazu kommen, sehe ich mich allerdings schon panisch vor Pinterest sitzen, ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass es bei so viel Kleiderauswahl kein Kunststück ist, dem Wahnsinn extrem nahe zu kommen. Vielleicht überlegt es sich der Mann an meiner Seite auch spätestens dann nochmal anders, wenn ich anfange, unter der Dusche Selbstgespräche über mit Polkadots besetzte Schleier zu führen, könnte nämlich vorkommen, ich hab da letztens sowas in der Art gesehen.

Wer weniger Risiko-freudig ist, dem ist zu raten, sich beispielsweise vorab schonmal durch eine weise Wahl der Kleid-Macher_innen zu limitieren. Bei Kaviar Gauche etwa saß ich vor ein paar Monaten zum Händchenhalten bereit und ich sage euch, meine Brautfreundin sah in mindestens drei Kleidern so umwerfend aus, dass wir große Mühe hatten, eine Entscheidung zu treffen. Wären das jetzt 30 Kleider gewesen, mein lieber Herr Gesangsverein. Gerade hat das Berliner Label in den Pariser Räumlickeiten der Fondation Mona Bismarck seine kommende Kollektion für Frühjahr/Sommer 2017 gezeigt. Et voilà: „Sans Souci“! heißt das Gezeigte. Nein, gemeint ist nicht das Schloss, sondern all die kleinen und großen Momente des Glücks, die vor allem von Leichtigkeit leben. weiterlesen