Kategorie-Archiv: box3

Musik: „The German TLC!“ //
Ace Tee – Bist du down ? (feat. Kwam.e)

18.01.2017 um 12.58 – box3 Musik

ace tee baby bist du down

„The new TLC are German, pass it on“ – ein Tweet, der Anfang Januar als zarte Vorahnung und Bitte von der findigen Userin Yung Rachu abgefeuert wurde und dessen Message heute, nur etwas mehr als einen Monat später, gern als bare Münze gewertet werden darf. Denn wenn sich sogar die USA, die Mutter des R’n’b, erstmals in der Geschichte vor einer deutschen Hip Hop Künstlerin verneigt, wenn sämtliche Hoheiten des Musikjournalismus nichts als Superlative für eine 23-Jährige aus Hamburg übrig haben, dann sind wir gerade womöglich live bei der Geburt eines neuen Stars dabei. Mehr als 750.000 Mal wurde der Track „Bist du down?“ bisweilen aufgerufen. Die Vogue titelt: „Meet the Cool New German R&B Singer Channeling TLC and Aaliyah With Her Style„, „The Internet Is Losing It Over This German Jam“ titelt Highsnobiety und das Papermag schickt „Props für die Entdeckung dieses Juwels an Fader„. Wer jetzt noch immer nicht hinhört und -sieht, ist selbst Schuld.

Ace Tee, die eigentlich Tarin heißt, hat nämlich ganz offenbar alles. Talent, Stimme, Textgefühl und Stil. Mehr noch als das. Sie hat verstanden, woran es den meisten 90s-Verliebten mangelt: An der raren Gabe, keine Kopie von etwas längst Vergangenem zu sein. Sondern ein Zeitreisender, der das Gefühl und die Essenz von damals aufsammelt, um daraus im Jetzt etwas zu erschaffen, das endlich die angestaute Sehsucht stillt. „Future R&B“ nennt Ace Tee ihr Genre also ganz passend. Dem Spiegel erklärte die Musikerin jüngst: „It’s all about Money, Drugs, Girls – alles ist immer nur dasselbe. Wir machen das jetzt einfach anders und bringen Positivität rein.“ Mission geglückt.  weiterlesen

All eyes on // Colourful Tights

16.01.2017 um 13.20 – box3 Trend

bunte strumpfhosen trend

Wenn Balenciaga, Céline, Carven, Valentino und Theory für die Sommersaison 2017 allesamt mit dem gleichen Styling-Ass um die Ecke kommen, dann kann an dieser Stelle eigentlich nur von einer herannahenden Trendwelle gesprochen werden, die wir uns schleunigst genauer ansehen sollten: Bunte Strumpfhosen. 

Ich weiß noch genau, als ich 2010 in Berlin strandete und meine liebste, rostrote Strumpfhose mich durch kalten Winter brachte. Ich trug sie immer und irgendwann schämte ich mich herzlich dafür, denn auch Tannengrün und dunkles Blau mussten sie irgendwann beerben. Noch ein Jahr zuvor durfte es dezenter zugehen: Schwarze Nylons mit Blockstreifen oder zarten Polka Dots zierten unsere Haut und katapultierten uns geradewegs in die Ecke „verspieltes Flohmarktmädchen“. Und genau dort sollte es 2011, nach einer kurzen, aber sehr intensiven Buntphase, auch wieder hingehen: Schwarz, schwarzer, am schwarzesten – oder korrekter: blickdicht, bittesehr. Nun hegen wir seit längerem eine gewisse Hassliebe zu schwarzen Strumpfhosen, zu ihrer Eigenart, jedes Outfit einzudunkel und zu beschweren und voll in Beschlag zu nehmen. Aber nun, man kommt ja doch nicht an ihnen vorbei – zumindest seit 2010 nicht mehr. Ob Demna Gvasalia, Phoebe Philo und Co es schaffen, uns wieder vom Gegenteil zu überzeugen und bunt-bebeint durch den Winter zu stampfen?  weiterlesen

TAGS:

HEROINES // Tania Boler, Erfinderin von Elvie, im Interview: „Learn your body,
love being a Woman“

elvie

Prolapse? Blasenschwäche? Beckenbodenmuskulutatur? Ehrlich gesagt alles Themen, mit denen ich mich bisher niemals auseinandergesetzt hatte. Ist was für Omis, dachte ich. Wenn es beim Pilates dann doch mal hieß „Denkt an das Powerhouse!“, habe ich immerhin geahnt, dass hier wohl auch der Beckenboden mit dazugehört. Mehr aber auch nicht. Das änderte sich allerdings schlagartig, als ich von „Elvie“ hörte. Und von dessen Erfinderin: Tania Boler. Als Co-Gründerin und CEO des Unternehmens Chairo, das sich auf technische Entwicklungen von Frauen für Frauen spezialisiert hat, launchte sie im Herbst 2015 einen possierlichen, türkisfarbenen Personal Trainer für den Unterleib, mit dem Frau sich durch regelmäßiges Training selbstständig zu einem kräftigeren Rumpf, gesünderem Rücken und womöglich sogar besserem Sex verhelfen kann – und der tatsächlich ein bisschen süchtig macht. In etwa so wie damals Snake auf dem Nokia 3210. Es gibt nämlich eine dazugehörige Elvie-App, aber dazu später mehr.

Als ich jedenfalls herausfand, dass wir es hier außerdem mit einer international anerkannten Expertin im Bereich der Frauengesundheit mit Hochschulabschlüssen von Oxford und Stanford sowie einem Doktortitel in sexueller und reproduktiver Gesundheit zu tun haben, die ganz nebenbei auch noch Teamleiterin für HIV Prävention bei der UNESCO war, Frauenrechtlerin und zweifache Mutter ist, stand unsere erste HEROINE des Jahres auch schon fest. Für euch folgte ich also schleunigst einer virtuellen Verabredung mit der fabelhaften Tania und sprach mit ihr über Elvie, innere Stärke und eines der vielleicht emotionalsten Themen für Frauen: Unsere Vaginas und was wir für sie tun können. weiterlesen

Kolumne: Bedroom Stories # 1 //
Jungs, wir haben genauso viel Spaß wie ihr.

09.01.2017 um 13.38 – box3 Feminismus Sex

bedroom stories thisisjanewayneEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane.

Ich kenne Nike jetzt schon ein knappes ganzes Jahr. Meist sehen wir uns bei Wein und Kerzenschein, mit ein paar anderen Freundinnen und nicht selten reden wir in dieser Runde über Privates, das allgemein hin nicht für fremde Ohren bestimmt ist, über Sex zum Beispiel. Warum man sich derart über einen der gängigsten Zeitvertreibe des Planeten echauffieren kann, darüber diskutierten wir erst neulich, was in folgender Erkenntnis gipfelte: Unsere Geschichten, die sich nunmal auch zwischen Laken oder nackend abspielen, sollten gelegentlich sehr wohl erzählt werden. Am besten sogar laut und deutlich. Einfach, weil es da ein paar Dinge gibt, die auch im größeren Kreis diskutiert gehören. Weil das Reden übers Vögeln nichts schmuddeligen ist, sondern höchstens sehr menschlich. Weil die Leute noch immer viel zu verklemmt sind. Finde ich. Und auch die Janes sehen das so, weshalb sie mir ab sofort erlauben, regelmäßig über Tabus und Gefühle und die Normalste Sache der Welt zu schwadronieren. Weil ich aber weiß, dass mein Partner das maximal anders sieht, genau wie andere Sexpartner oder meine Eltern, verrate ich euch zwar meinen echten Namen, aber lasse das dazu passende Foto vorerst weg. Ich hoffe, das ist ok. Auch wenn es meiner oben genannten Erkenntnis zweifelsohne widerspricht. Schuldig. Aber jetzt zu meinem jüngsten Erlebnis. weiterlesen

Meet the Jane Wayne Team //
17 Fragen an Julia Korbik

19.12.2016 um 7.30 – box3 Feminismus Menschen Wir

julia korbikSeit über einem Jahr ist Julia Korbik jetzt schon fester Bestandteil des Jane Wayne Teams und weil wir so langsam aber sicher Gefahr laufen, vor Dankbarkeit und Begeisterung ob all der starken Texte, die Woche um Woche aus der flinken Feder der freien Journalistin und Autorin in unser Feminismus-Ressort fließen, zu platzen, ist es wohl dringend an der Zeit, auch euch noch viel mehr über @fraukorbik zu verraten.

Born and raised im schönen Ruhrgebiet machte sie sich gleich nach dem Abitur nach Frankreich davon, um am Institut d’Études Politiques in Lille mit einem deutsch-französischen Doppeldiplom in Politikwissenschaften (Schwerpunkt European Studies) anzufangen. Dafür pendelte sie jedes Jahr zwischen Lille und dem westfälischen Münster hin und her, wählte als Nebenfach Kommunikationswissenschaften und machte einen französischen Master in Journalismus (wie aus all dem letztendlich ein Doppeldiplom wurde – man weiß es nicht). Aus Lille ging es dann 2012 direkt für ein Praktikum nach Berlin. Bleiben wollte Julia hier nie, fünf Jahre später ist sie immer noch da. 2014 ist schließlich ihr Buch Stand up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene erschienen. Am liebsten schreibt sie über Pop und Politik aus feministischer Sicht, u.a. in ihrer Kolumne für Tagesspiegel Causa. Zu ihren Herzensprojekten gehört das sechssprachige Europa-Online-Magazin cafébabel – dort ist sie für die Rubrik Mind the Gap zuständig, in der sich alles um Feminismus und Gleichberechtigung dreht. Und Julia noch dazu gerne viele Sachen auf einmal macht, bloggt sie auf Oh, Simone außerdem zu Simone de Beauvoir. Wovon Julia träumt, was sie wütend macht und welches das Lied ihrer Jugend ist, verrät sie uns im Interview: weiterlesen

TAGS:

Warum Paris Geller schon immer das Beste an Gilmore Girls war und ist.

08.12.2016 um 13.54 – box3 Feminismus Film

paris geller gilmore girls

Ach, Stars Hollow, ich habe dich vermisst: Luke’s Diner, Miss Patty, die La La Las, all die seltsamen Traditionen und Gepflogenheiten, denen die Bewohner*innen der kleinen Stadt in Connecticut so beharrlich nachgehen. Und natürlich Lorelai und Rory, die schnellsprechenden, kaffeesüchtigen, popkulturaffinen „Gilmore Girls“. Vier neue Gilmore Girls-Folgen in Spielfilmlänge hat Netflix uns beschert, unter Federführung von Amy Sherman-Palladino, die die ersten sechs Staffeln verantwortete (und bei der siebten, bei Fans unbeliebtesten Staffel, nicht mehr dabei war). Der Nostalgiefaktor von Ein neues Jahr – so der Titel der Mini-Staffel – ist dementsprechend hoch. Vielleicht ein bisschen zu hoch: Irgendwie fühlt es sich an, als sei in Stars Hollow die Zeit stehen geblieben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es bei Luke’s jetzt WLAN gibt (theoretisch). Noch immer gilt die Devise: In Stars Hollow wird alles gut. Rory (Alexis Bledel), 32 und als Journalistin nicht einmal annähernd so erfolgreich wie sie stets erwartet hatte, braucht nur in die Heimatstadt zurückzukehren, um alsbald mit neuem Elan ein Projekt anzugehen. Lorelai (Lauren Graham), nun Ende 40, wollte sowieso nie aus der Stadt weg. weiterlesen

OUTFIT // Hair Bow.

08.12.2016 um 11.36 – box3 Outfit Wir

norse projects coat

Vergangene Woche habe ich mein Badezimmer entrümpelt, das war streckenweise selbstverschuldet eklig, obwohl ich wirklich nicht hätte ahnen können, dass sich das Fußpuder vom Mann wegen eines losen Deckels binnen weniger Sekunden wie eine vorweihnachtliche Schneelawine über mein komplettes Bürsten-Sammelsurium ergießen würde. Mir war ein bisschen, als habe das Universum plötzlich so etwas wie Mitleid mit mir verspürt, denn noch während sich mein Gesicht der Schwerkraft ergab, fiel mein Blick auf eine verloren geglaubte Kiste. Die Kiste. In der sich über die Jahre offensichtlich sämtliche Haarspangen passend zu unterschiedlichsten Lebensabschnitten angesammelt haben. Ganz oben lag eine Ungetüm aus Samt und ich kann nur vermuten, dass sie aus einer Zeit stammt, in der ich heimlich Chuck Bass anhimmelte. Schande über mein Haupt, oder eher: Schleife an mein Haupt. Man wird ja wohl hin und wieder ein bisschen in Nostalgie versinken dürfen.

Passend dazu trage ich eine 15 Jahre alte Samthose von Closed, die ich, man mag es kaum glauben, irgendwann aus dem Schrank meiner Mutter fischte: weiterlesen

BEAUTY SPEZIAL // 10+ Fragen an:
Katharina & Nami von Binu

01.12.2016 um 13.13 – Beauty box3

binu

Zwei Frauen, 16 Jahre Freundschaft und ein gemeinsames Ziel: Dafür zu sorgen, dass Kosmetik noch ein Stückchen natürlicher wird. Und wenn wir an dieser Stelle von einem Stückchen sprechen, dann meinen wir das auch genauso: Denn mit einem Stück Naturseife aus Korea fing alles an. Umso intensiver Katharina und Nami sich mit Beauty-Produkten beschäftigten, umso klarer wurde ihnen, dass wir uns leider noch immer ganz schön viel Bedenkliches auf die Haut schmieren. Ihr eigener Anspruch nach 100 Prozent natürlicher Gesichts- und Körperreinigung ohne Spannungsgefühle nach dem Waschen, die schier unendliche Suche nach dem besten Produkt und ernüchternde Testergebnisse bei anderen Produkten, führte schließlich dazu, dass die Zwei einfach ihre eigenes Kosmetiklabel auf den Markt bringen wollten, um das Thema „Gesichtsseifen“ in Deutschland in unsere Badezimmer zu bringen: BINU war geboren. 

Ihre Seifenstücke widmen sich bewährten Mitteln und echter Qualität, zu ihren Zutaten zählen daher beispielsweise feines Bambusblatt Pulver, Bambus Aktivkohle oder hochwertiges, antibakteriell wirkendes Hinoki Wasser. Aber das ist längst nicht alles, denn BINU hat noch viel mehr zu erzählen: Im Hintergrund waltet nämlich ein kleines Familienunternehmen. Die Manufaktur ist die Firma von Namis Eltern, die sich 2007 als Vorreiter in der nachhaltigen Produktion von Bienenwachs-Kerzen in Korea einen Namen gemacht haben und, wie Katharina und Nami, von heute auf morgen loszogen, um Dinge ein klein wenig besser zu machen. Und wer sich so viel mit nachhaltiger Kosmetik beschäftigt, der darf in unserem Beauty-Spezial nicht zu kurz kommen. Katharina und Nami, was finden wir, neben euren eigenen Produkten, denn sonst noch so in euren Badezimmerschränken? weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Katja Schweitzberger

29.11.2016 um 12.03 – box3 Buch

katja schweitzberger

Katja Schweitzberger ist seit diesem Jahr Mode- & Beauty Redakteurin bei Refinery 29 und zwar eine mit Elefantenhirn – grob geschätzt kennt sie sämtliche Laufsteglooks der vergangenen zehn Jahre aus dem Effeff, was den ein oder anderen dazu bringen könnte, anzunehmen, dass für andere Theme nicht mehr allzu viel Platz bleibt. Aber weit gefehlt, man sollte sich an dieser Stelle keinesfalls von falschen Vorurteilen irreleiten lassen. Die gebürtige Arnstädterin hätte meines Erachtens auch ohne Probleme im Musikjournalismus Fuß fassen können – hier könnt ihr den dazugehörigen Musikgeschmack Probe hören. Bevor sie uns außerdem jahrelang mit geistreichen Artikeln auf ihrem eigenen Blog „Bees & Ballons“ beglückte, um 2011 das Zepter bei Les Mads zu übernehmen, widmete sie sich dem Studium der Sprachwissenschaften, als Nebenfächer belegte sie Psychologie und Anglistik. Erst dann folgten diverse Praktika, etwa bei der ELLE, die ihre Liebe zur Mode schließlich zu einem waschechten Beruf heranwachsen ließen, dem sie längst von Berlin aus frönt. Zuhause stellt Katja den Trubel der Stadt auf Mute, wann immer es geht. Inmitten von Büchern, die sich gelegentlich auch auf dem Fußboden stapeln.

Denn ein Leben ohne Lesen wäre für unsere Freundin nämlich ebenso schwer zu ertragen wie eines ohne The Cure. Und das soll was heißen. Wir beginnen also mit einer neuen Runde „Books that saved & shaped my life“ – war ja schon wieder viel zu lange her: weiterlesen

INTERIOR // Auf der Suche
nach dem perfekten Bett

24.11.2016 um 14.24 – box2 box3 Wohnen

bett

Ich bin ziemlich froh darüber, dass unser Office mittlerweile wieder zur tagtäglichen Pilgerstätte geworden ist, um raus zu kommen und um Arbeit Arbeit sein zu lassen, schieben sich doch die Wände stündlich näher zueinander, während man im Homeoffice auf dem Sofa weilt. Seit ein paar Monaten herrschen hier also wieder ganz geregelte Strukturen und die eigene Wohnung wird peu à peu vom vergangenen Wahnsinn entmüllt. Während ich tagein, tagaus also auf die üblichen Baustellen starrte und mich dem Chaos irgendwann ergab, wurde vor wenigen Wochen Raum für Raum in Angriff genommen und neu strukturiert. Eine kleine Baustelle allerdings gibt’s noch immer: Das Schlafzimmer. Zwar hat meine selbsternannte Pax-Hölle längst dafür gesorgt, dass Kleidung wohl verstaut im weißen Kubus schlummert, das Bett allerdings will sich einfach nicht richtig in den Raum einfügen: Zu groß, zu überladen, zu schwer wirkt der Raum.

Das selbstgezimmerte Schlummerland muss also wohl oder übel abgebaut und sorgfältig verstaut werden, um sich irgendwann in einem anderen Domizil besser entfalten zu können. Für den Übergang (oder doch vielleicht für länger, denn ein Umzug ist nicht in Sicht) darf’s also leichter werden, zarter und weniger Buff. Dass sich dieses Vorhaben allerdings als dermaßen unmöglich herausstellt, ist nicht bloß ernüchternd, sondern fast schon frustrierend. Ein dezenter Rattan-Vintage-Traum, das wär’s. Bloß scheint es die ausschließlich in Miniaturform für Babies oder als Daybed zu geben. Ich bleibe also auf der Suche nach dem perfekten Bett, um mich auf dem Weg dahin immer wieder an irgendwelchen Kreuzungen zu verirren.  weiterlesen

Buch -Tipp // „UNBEHAUSTE“
– 24 Kurzgeschichten über das Fremdsein

22.11.2016 um 12.28 – box3 Buch

unbehauste 24 Autoren über das fremdsein buch

Ich habe eine Schwäche für Kurzgeschichten und wenn ich ein bisschen mehr Grips und Motivation an den Tag legen würde, dafür aber weniger Zweifel hätte, könnte ich mich wohl längst von sämtlicher Panik im Angesicht fehlender Weihnachtsgeschenke frei machen, weil meine Familie unterm Baum endlich die seit Jahren versprochenen Zeilen aus meiner Feder vollgepackt mit Epos lesen müsste. Dem ist aber natürlich nicht so. Weshalb ich andere, nämlich die, die sich getraut und einfach mal gemacht haben, statt bloß drüber zur reden um Ende alles abzusagen, mehr bewundere denn je. Jule Müller etwa, oder auch Fabian Herriger, der übrigens aus meinem Dorf stammt und ohnehin ein ganz feiner Schreiber ist. Die beiden können sich fortan als zwei von 24 Autor*innen bezeichnen, die gemeinsam die von Alexander Broicher herausgegebene Anthologie „Unbehauste“ geschaffen haben, ein Sammelband, das ich in einer einzigen langen Nacht verschlungen habe. Wegen der Vielschichtigkeit der teils fiktiven, teils schmerzhaft echten Geschichten, wegen des Auf und Abs zwischen Wut und Hoffnung, wegen unverzichtbarer Perspektiven und Denkanstöße, die im Kollektiv noch gewaltiger nachhallen. In 24 Geschichten, Essays und Gedichten geht immer um eins: Das Fremdsein. In einem Land, in der Welt oder sich selbst. Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Womöglich sogar eines der derzeit wichtigsten. Und noch ein Kaufargument: Ein Teil des Erlöses kommt passender Weise der Integrationsförderung zugute. weiterlesen

Beauty Spezial // 10+ Fragen an:
Mit Madeleine Alizadeh von DariaDaria

17.11.2016 um 14.34 – Beauty box3

dariadaria_beautyspezial

Vor rund zwei Jahren beschloss die Fotografin und Bloggerin Madeleine Alizadeh, ihr Leben umzukrempeln, dem geistlosen Konsum abzuschwören und Fragen zu stellen: Wo kommt die Kleidung her, die ich tragen will und was ist drin? Wie kann ich aufhören, mit meinem Konsum anderen zu schaden und wo finde ich Alternativen? Seither achtet sie deshalb genau darauf, wo die von ihr gekaufte Kleidung produziert wird, sie berichtet auf Dariadaria über nachhaltige Labels, recherchiert und klärt auf, sie zeigt uns nachhaltige Substitute, knallharte Fakten und einen Weg, wie wir es besser machen können: Im vollen Bewusstsein darüber, dass sie aber schon allein aus beruflichen Gründen niemals zur heiligen Alles-Verachterin hätte werden können, entschied sie sich für einen Weg im Rahmen ihrer Möglichkeiten und, so ehrlich muss man sein, auch im Rahmen ihrer eigenen Ambitionen, einen Mittelweg also, der ihre und unsere Welt ein bisschen besser machen sollte. Madeleine fuchst sich seither immer wieder in neue Themen rein, engagiert sich für Flüchtlinge und für den Tierschutz, und wächst täglich an ihrer selbstbestimmten Herausforderung, nicht den vorgetrampelten Weg mitzustampfen, sondern Umwege zu gehen und Neues auszuprobieren.

Einen weiteren Schlusstrich zog sie erst kürzlich zu ihrem 6jährigen Blogjubiläum, um gleich einen Neuanfang einzuläuten. Ganz nach ihrem Motto: „Sobald du merkst, dass du dich im Kreis drehst, ist es Zeit, aus der Reihe zu tanzen.“ Für uns hat sie nun ihre Beauty-Rituale und alternativen Kosmetikprodukte aufgeschrieben, die sie vorab bereits hier mit ihren Leser*innen geteilt hat. Und damit ihr genau diese auch nicht verpasst, haben wir sie für euch heute nochmal festgehalten: weiterlesen

Brain Blah // Jeder soll schön sein, aber niemand darf es.

15.11.2016 um 17.40 – Allgemein box3 Gesellschaft Leben

body positiveIch habe eine Freundin, die nicht nur blitzgescheit ist, sondern zweifelsohne auch bildschön. Die Diamantin meines Bekanntenkreises sozusagen, vor Selbstbewusstsein strotzend und sogar objektiv betrachtet makellos, von innen und außen. Bloß strahlt sie genau das auch aus, seit der Grundschule schon, weshalb sie wahre Frauenfreundschaften laut eigener Aussage bis heute an etwa einer Hand abzählen kann. Das ist keine Ausrede, jedenfalls musste ich meine eigene Vermutung, nämlich jene eines möglichen Lecks in Sachen Sozialkompetenz ihrerseits, schnell über Bord werfen; schon mehrere Male konnte ich nämlich live dabei zusehen, wie männliche Mitmenschen sich den Hals nach ihr verdrehten, während die anwesenden Damen nichts als abwertende, von Angst geplagte Blicke für die sauschlaue Schönheitskönigin übrig hatten. Das klingt jetzt hoch gestochen, aber ich meine das so, denn wer ausschließlich hübsch daher kommt, wird nur selten als Bedrohung wahrgenommen, stimmt aber das Gesamtpaket: Panik, big time.

Das lassen wir jetzt einfach mal so im Raum stehen, weitere Beobachtung führen uns nämlich geradewegs in eine viel interessantere Einbahnstraße. Wer das mediale Zeitgeschehen derzeit aufmerksam verfolgt, wird wohl kaum an all den lauten Parolen für mehr Selbstbestimmung, Selbstliebe und Selbstsein vorbei gekommen sein, der weiß um den aktuellen, mitunter bis über die Grenzen hinaus vermarkteten Body-Positive-Chor, in den sämtliche Meinungsmacher gerade eifrig einstimmen. Wir begrüßen diese Entwicklung, sehr sogar, bloß frage ich mich zunehmend, ob besagter Appell überhaupt verstanden wurde. Alle sollen schön sein, aber (so gut wie niemand) darf es? weiterlesen

DIY // Kirsch-Pumps à la Gucci

10.11.2016 um 11.55 – box3 DIY Schuhe

gucci cherry pumps

Heute morgen erreichte mich ein Mailing aus dem Hause Gucci, zwei Fußpaare baumelten da plötzlich auf meinem Bildschirm hin und her und es dauerte nicht lange, bis ich den Kopf reflexartig schräg legte, um mit den Augen klimpern und währenddessen in Jauchzgeräuschen aufgehen zu können. Schuld an meinem kleinen morgendlichen Anfall der Verzückung waren zwei sattrote Kirschen, die auf den schwarzen und swimmingpooltürkisen Schuhspitzen thronten. Wenn die beiden Attribute „ein bisschen kitschig“ und „irgendwie süß“ aufeinander treffen, bin ich wirklich sowas von leicht um den Finger zu wickeln, es ist kaum auszuhalten. Jedenfalls fand ich mich zwei Klicks weiter selbstredend im Online Shop wieder, machte dann aber schnell wieder kehrt, weil: Das kann man doch auch selbermachen. Es muss ja nicht unbedingt ein neues Paar Schuhe sein, das mit mit künstlichem Deko-Obst beglückt, aber welche bessere Methode gäbe es schon, einem alten stiefmütterlich behandelten Exemplar auf diese Weise ein neues Leben zu schenken. Vielleicht ja sogar für unter den Weihnachtsbaum. Weihnachtskirschen. Herrlich! weiterlesen

TAGS:

, ,

„Hengstin“ – warum ein Song über Sexismus & Diskriminierung kein kalter Kaffee ist.

07.11.2016 um 12.24 – box3 Feminismus Musik

jennifer rostock hengstinDie Band Jennifer Rostock hat vergangene Woche das Video zum Song Hengstin veröffentlicht. Im Song selbst geht es um Sexismus, um Diskriminierung – und die Reaktionen einiger Medien zeigen beispielhaft, warum das Thema eben kein „kalter Kaffee“ ist.

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von Jennifer Rostock – irgendwie nicht meine Musik. Aber Hengstin, den neuen Song der Band, mag ich. Sehr sogar. Noch mehr mag ich das dazugehörige Video, das letzten Freitag veröffentlicht wurde. Darin bouncen Tänzer*innen auf verstörende Art ziemlich cool herum, verschiedene Frauen schauen herausfordernd in die Kamera und Sängerin Jennifer Weist ist manchmal nackt und am Ende eine Zentaurin, also eine Pferdefrau. Hengstin eben. Der eigentliche Knaller ist aber natürlich der Text: „Erzähl mir nicht, dass das Thema kalter Kaffee ist / man muss nicht alles schwarz anmalen, um zu erkennen was Sache ist. Wir leben in ’nem Herrenwitz, der nicht zum Lachen ist / doch wenn man ihn nur gut erzählt, merkt keine Sau, wie flach er ist“, rappt Weist an einer Stelle. weiterlesen