Kategorie-Archiv: box3

BEAUTY SPEZIAL // 10+ Fragen an:
Katharina & Nami von Binu

01.12.2016 um 13.13 – Beauty box3

binu

Zwei Frauen, 16 Jahre Freundschaft und ein gemeinsames Ziel: Dafür zu sorgen, dass Kosmetik noch ein Stückchen natürlicher wird. Und wenn wir an dieser Stelle von einem Stückchen sprechen, dann meinen wir das auch genauso: Denn mit einem Stück Naturseife aus Korea fing alles an. Umso intensiver Katharina und Nami sich mit Beauty-Produkten beschäftigten, umso klarer wurde ihnen, dass wir uns leider noch immer ganz schön viel Bedenkliches auf die Haut schmieren. Ihr eigener Anspruch nach 100 Prozent natürlicher Gesichts- und Körperreinigung ohne Spannungsgefühle nach dem Waschen, die schier unendliche Suche nach dem besten Produkt und ernüchternde Testergebnisse bei anderen Produkten, führte schließlich dazu, dass die Zwei einfach ihre eigenes Kosmetiklabel auf den Markt bringen wollten, um das Thema „Gesichtsseifen“ in Deutschland in unsere Badezimmer zu bringen: BINU war geboren. 

Ihre Seifenstücke widmen sich bewährten Mitteln und echter Qualität, zu ihren Zutaten zählen daher beispielsweise feines Bambusblatt Pulver, Bambus Aktivkohle oder hochwertiges, antibakteriell wirkendes Hinoki Wasser. Aber das ist längst nicht alles, denn BINU hat noch viel mehr zu erzählen: Im Hintergrund waltet nämlich ein kleines Familienunternehmen. Die Manufaktur ist die Firma von Namis Eltern, die sich 2007 als Vorreiter in der nachhaltigen Produktion von Bienenwachs-Kerzen in Korea einen Namen gemacht haben und, wie Katharina und Nami, von heute auf morgen loszogen, um Dinge ein klein wenig besser zu machen. Und wer sich so viel mit nachhaltiger Kosmetik beschäftigt, der darf in unserem Beauty-Spezial nicht zu kurz kommen. Katharina und Nami, was finden wir, neben euren eigenen Produkten, denn sonst noch so in euren Badezimmerschränken? weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Katja Schweitzberger

29.11.2016 um 12.03 – box3 Buch

katja schweitzberger

Katja Schweitzberger ist seit diesem Jahr Mode- & Beauty Redakteurin bei Refinery 29 und zwar eine mit Elefantenhirn – grob geschätzt kennt sie sämtliche Laufsteglooks der vergangenen zehn Jahre aus dem Effeff, was den ein oder anderen dazu bringen könnte, anzunehmen, dass für andere Theme nicht mehr allzu viel Platz bleibt. Aber weit gefehlt, man sollte sich an dieser Stelle keinesfalls von falschen Vorurteilen irreleiten lassen. Die gebürtige Arnstädterin hätte meines Erachtens auch ohne Probleme im Musikjournalismus Fuß fassen können – hier könnt ihr den dazugehörigen Musikgeschmack Probe hören. Bevor sie uns außerdem jahrelang mit geistreichen Artikeln auf ihrem eigenen Blog „Bees & Ballons“ beglückte, um 2011 das Zepter bei Les Mads zu übernehmen, widmete sie sich dem Studium der Sprachwissenschaften, als Nebenfächer belegte sie Psychologie und Anglistik. Erst dann folgten diverse Praktika, etwa bei der ELLE, die ihre Liebe zur Mode schließlich zu einem waschechten Beruf heranwachsen ließen, dem sie längst von Berlin aus frönt. Zuhause stellt Katja den Trubel der Stadt auf Mute, wann immer es geht. Inmitten von Büchern, die sich gelegentlich auch auf dem Fußboden stapeln.

Denn ein Leben ohne Lesen wäre für unsere Freundin nämlich ebenso schwer zu ertragen wie eines ohne The Cure. Und das soll was heißen. Wir beginnen also mit einer neuen Runde „Books that saved & shaped my life“ – war ja schon wieder viel zu lange her: weiterlesen

INTERIOR // Auf der Suche
nach dem perfekten Bett

24.11.2016 um 14.24 – box2 box3 Wohnen

bett

Ich bin ziemlich froh darüber, dass unser Office mittlerweile wieder zur tagtäglichen Pilgerstätte geworden ist, um raus zu kommen und um Arbeit Arbeit sein zu lassen, schieben sich doch die Wände stündlich näher zueinander, während man im Homeoffice auf dem Sofa weilt. Seit ein paar Monaten herrschen hier also wieder ganz geregelte Strukturen und die eigene Wohnung wird peu à peu vom vergangenen Wahnsinn entmüllt. Während ich tagein, tagaus also auf die üblichen Baustellen starrte und mich dem Chaos irgendwann ergab, wurde vor wenigen Wochen Raum für Raum in Angriff genommen und neu strukturiert. Eine kleine Baustelle allerdings gibt’s noch immer: Das Schlafzimmer. Zwar hat meine selbsternannte Pax-Hölle längst dafür gesorgt, dass Kleidung wohl verstaut im weißen Kubus schlummert, das Bett allerdings will sich einfach nicht richtig in den Raum einfügen: Zu groß, zu überladen, zu schwer wirkt der Raum.

Das selbstgezimmerte Schlummerland muss also wohl oder übel abgebaut und sorgfältig verstaut werden, um sich irgendwann in einem anderen Domizil besser entfalten zu können. Für den Übergang (oder doch vielleicht für länger, denn ein Umzug ist nicht in Sicht) darf’s also leichter werden, zarter und weniger Buff. Dass sich dieses Vorhaben allerdings als dermaßen unmöglich herausstellt, ist nicht bloß ernüchternd, sondern fast schon frustrierend. Ein dezenter Rattan-Vintage-Traum, das wär’s. Bloß scheint es die ausschließlich in Miniaturform für Babies oder als Daybed zu geben. Ich bleibe also auf der Suche nach dem perfekten Bett, um mich auf dem Weg dahin immer wieder an irgendwelchen Kreuzungen zu verirren.  weiterlesen

Buch -Tipp // „UNBEHAUSTE“
– 24 Kurzgeschichten über das Fremdsein

22.11.2016 um 12.28 – box3 Buch

unbehauste 24 Autoren über das fremdsein buch

Ich habe eine Schwäche für Kurzgeschichten und wenn ich ein bisschen mehr Grips und Motivation an den Tag legen würde, dafür aber weniger Zweifel hätte, könnte ich mich wohl längst von sämtlicher Panik im Angesicht fehlender Weihnachtsgeschenke frei machen, weil meine Familie unterm Baum endlich die seit Jahren versprochenen Zeilen aus meiner Feder vollgepackt mit Epos lesen müsste. Dem ist aber natürlich nicht so. Weshalb ich andere, nämlich die, die sich getraut und einfach mal gemacht haben, statt bloß drüber zur reden um Ende alles abzusagen, mehr bewundere denn je. Jule Müller etwa, oder auch Fabian Herriger, der übrigens aus meinem Dorf stammt und ohnehin ein ganz feiner Schreiber ist. Die beiden können sich fortan als zwei von 24 Autor*innen bezeichnen, die gemeinsam die von Alexander Broicher herausgegebene Anthologie „Unbehauste“ geschaffen haben, ein Sammelband, das ich in einer einzigen langen Nacht verschlungen habe. Wegen der Vielschichtigkeit der teils fiktiven, teils schmerzhaft echten Geschichten, wegen des Auf und Abs zwischen Wut und Hoffnung, wegen unverzichtbarer Perspektiven und Denkanstöße, die im Kollektiv noch gewaltiger nachhallen. In 24 Geschichten, Essays und Gedichten geht immer um eins: Das Fremdsein. In einem Land, in der Welt oder sich selbst. Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Womöglich sogar eines der derzeit wichtigsten. Und noch ein Kaufargument: Ein Teil des Erlöses kommt passender Weise der Integrationsförderung zugute. weiterlesen

Beauty Spezial // 10+ Fragen an:
Mit Madeleine Alizadeh von DariaDaria

17.11.2016 um 14.34 – Beauty box3

dariadaria_beautyspezial

Vor rund zwei Jahren beschloss die Fotografin und Bloggerin Madeleine Alizadeh, ihr Leben umzukrempeln, dem geistlosen Konsum abzuschwören und Fragen zu stellen: Wo kommt die Kleidung her, die ich tragen will und was ist drin? Wie kann ich aufhören, mit meinem Konsum anderen zu schaden und wo finde ich Alternativen? Seither achtet sie deshalb genau darauf, wo die von ihr gekaufte Kleidung produziert wird, sie berichtet auf Dariadaria über nachhaltige Labels, recherchiert und klärt auf, sie zeigt uns nachhaltige Substitute, knallharte Fakten und einen Weg, wie wir es besser machen können: Im vollen Bewusstsein darüber, dass sie aber schon allein aus beruflichen Gründen niemals zur heiligen Alles-Verachterin hätte werden können, entschied sie sich für einen Weg im Rahmen ihrer Möglichkeiten und, so ehrlich muss man sein, auch im Rahmen ihrer eigenen Ambitionen, einen Mittelweg also, der ihre und unsere Welt ein bisschen besser machen sollte. Madeleine fuchst sich seither immer wieder in neue Themen rein, engagiert sich für Flüchtlinge und für den Tierschutz, und wächst täglich an ihrer selbstbestimmten Herausforderung, nicht den vorgetrampelten Weg mitzustampfen, sondern Umwege zu gehen und Neues auszuprobieren.

Einen weiteren Schlusstrich zog sie erst kürzlich zu ihrem 6jährigen Blogjubiläum, um gleich einen Neuanfang einzuläuten. Ganz nach ihrem Motto: „Sobald du merkst, dass du dich im Kreis drehst, ist es Zeit, aus der Reihe zu tanzen.“ Für uns hat sie nun ihre Beauty-Rituale und alternativen Kosmetikprodukte aufgeschrieben, die sie vorab bereits hier mit ihren Leser*innen geteilt hat. Und damit ihr genau diese auch nicht verpasst, haben wir sie für euch heute nochmal festgehalten: weiterlesen

Brain Blah // Jeder soll schön sein, aber niemand darf es.

15.11.2016 um 17.40 – Allgemein box3 Gesellschaft Leben

body positiveIch habe eine Freundin, die nicht nur blitzgescheit ist, sondern zweifelsohne auch bildschön. Die Diamantin meines Bekanntenkreises sozusagen, vor Selbstbewusstsein strotzend und sogar objektiv betrachtet makellos, von innen und außen. Bloß strahlt sie genau das auch aus, seit der Grundschule schon, weshalb sie wahre Frauenfreundschaften laut eigener Aussage bis heute an etwa einer Hand abzählen kann. Das ist keine Ausrede, jedenfalls musste ich meine eigene Vermutung, nämlich jene eines möglichen Lecks in Sachen Sozialkompetenz ihrerseits, schnell über Bord werfen; schon mehrere Male konnte ich nämlich live dabei zusehen, wie männliche Mitmenschen sich den Hals nach ihr verdrehten, während die anwesenden Damen nichts als abwertende, von Angst geplagte Blicke für die sauschlaue Schönheitskönigin übrig hatten. Das klingt jetzt hoch gestochen, aber ich meine das so, denn wer ausschließlich hübsch daher kommt, wird nur selten als Bedrohung wahrgenommen, stimmt aber das Gesamtpaket: Panik, big time.

Das lassen wir jetzt einfach mal so im Raum stehen, weitere Beobachtung führen uns nämlich geradewegs in eine viel interessantere Einbahnstraße. Wer das mediale Zeitgeschehen derzeit aufmerksam verfolgt, wird wohl kaum an all den lauten Parolen für mehr Selbstbestimmung, Selbstliebe und Selbstsein vorbei gekommen sein, der weiß um den aktuellen, mitunter bis über die Grenzen hinaus vermarkteten Body-Positive-Chor, in den sämtliche Meinungsmacher gerade eifrig einstimmen. Wir begrüßen diese Entwicklung, sehr sogar, bloß frage ich mich zunehmend, ob besagter Appell überhaupt verstanden wurde. Alle sollen schön sein, aber (so gut wie niemand) darf es? weiterlesen

DIY // Kirsch-Pumps à la Gucci

10.11.2016 um 11.55 – box3 DIY Schuhe

gucci cherry pumps

Heute morgen erreichte mich ein Mailing aus dem Hause Gucci, zwei Fußpaare baumelten da plötzlich auf meinem Bildschirm hin und her und es dauerte nicht lange, bis ich den Kopf reflexartig schräg legte, um mit den Augen klimpern und währenddessen in Jauchzgeräuschen aufgehen zu können. Schuld an meinem kleinen morgendlichen Anfall der Verzückung waren zwei sattrote Kirschen, die auf den schwarzen und swimmingpooltürkisen Schuhspitzen thronten. Wenn die beiden Attribute „ein bisschen kitschig“ und „irgendwie süß“ aufeinander treffen, bin ich wirklich sowas von leicht um den Finger zu wickeln, es ist kaum auszuhalten. Jedenfalls fand ich mich zwei Klicks weiter selbstredend im Online Shop wieder, machte dann aber schnell wieder kehrt, weil: Das kann man doch auch selbermachen. Es muss ja nicht unbedingt ein neues Paar Schuhe sein, das mit mit künstlichem Deko-Obst beglückt, aber welche bessere Methode gäbe es schon, einem alten stiefmütterlich behandelten Exemplar auf diese Weise ein neues Leben zu schenken. Vielleicht ja sogar für unter den Weihnachtsbaum. Weihnachtskirschen. Herrlich! weiterlesen

TAGS:

, ,

„Hengstin“ – warum ein Song über Sexismus & Diskriminierung kein kalter Kaffee ist.

07.11.2016 um 12.24 – box3 Feminismus Musik

jennifer rostock hengstinDie Band Jennifer Rostock hat vergangene Woche das Video zum Song Hengstin veröffentlicht. Im Song selbst geht es um Sexismus, um Diskriminierung – und die Reaktionen einiger Medien zeigen beispielhaft, warum das Thema eben kein „kalter Kaffee“ ist.

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von Jennifer Rostock – irgendwie nicht meine Musik. Aber Hengstin, den neuen Song der Band, mag ich. Sehr sogar. Noch mehr mag ich das dazugehörige Video, das letzten Freitag veröffentlicht wurde. Darin bouncen Tänzer*innen auf verstörende Art ziemlich cool herum, verschiedene Frauen schauen herausfordernd in die Kamera und Sängerin Jennifer Weist ist manchmal nackt und am Ende eine Zentaurin, also eine Pferdefrau. Hengstin eben. Der eigentliche Knaller ist aber natürlich der Text: „Erzähl mir nicht, dass das Thema kalter Kaffee ist / man muss nicht alles schwarz anmalen, um zu erkennen was Sache ist. Wir leben in ’nem Herrenwitz, der nicht zum Lachen ist / doch wenn man ihn nur gut erzählt, merkt keine Sau, wie flach er ist“, rappt Weist an einer Stelle. weiterlesen

Kolumne // Entweder ich spinne,
oder meine Wohnung hat Ohren.

02.11.2016 um 11.33 – box3 Gesellschaft Leben Technik

facebook spionageWeil wir kein Technikblog sind, wollte ich die nun folgenden Gedanken zunächst beiseite schieben und weil ich mich außerdem nicht mehr für Technik interessiere als für Royals, war ich mir schnell sicher, mir würde außerdem die nötige Expertise für ebendieses Vorhaben fehlen. Jetzt wird es mir aber langsam zu bunt. Oder besser: Verrückt. Denn entweder mein Hirn hat sich jetzt endgültig dem Wahnsinn verschrieben und sich von kritischen Stimmen, Verschwörungstheoretikern und diversen U.S.-amerikanischen Politserien infiltrieren lassen, oder mein Handy hört, was ich sage. Obwohl, vielleicht ist es auch der Laptop. Oder das Tablet. Jedenfalls muss irgendetwas in meiner Wohnung Ohren haben, etwas, ohne Beine und Arme. Etwas, das eigentlich stets zu meinen Diensten sein sollte, statt mich auszuspionieren. Schon klar, man könnte sich in diesem Moment natürlich fragen, ob die werte Modebloggerin wohl eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen habe, besser wäre das wohl; so ein bisschen Irrsinn ist bei so viel Internet im Alltag immerhin nicht auszuschließen. Das war ehrlich gesagt auch mein erster Gedanke. Aber es scheint mittlerweile tatsächlich so, als habe sogar das, worüber ich schlafanzugtragend am Frühstückstisch spreche, Einfluss auf den Werbe-Algorythmus meiner ganz persönlichen Facebook Timeline. Ich habe das Treiben, nachdem ich skeptisch wurde, etwas genauer unter die Lupe genommen. Eine ganze Woche lang. Und die sah, grob zusammengefasst, so aus: weiterlesen

Interior //
Couch Potatoe Paradise.

31.10.2016 um 14.36 – box3 Wohnen

wohnzimmer deko 2016Anfang Herbst mutiere ich meist zum temporären Couch Potatoe. Mein Sofa wird zum Lebensmittelpunkt des Geschehens, allein, in Zweisamkeit und auch mit Freunden, die stets eingeladen sind, sich ebenfalls in Decken zu wickeln um stundenlang Tee zu schlürfen, über das Wetter zu schimpfen oder das Grau gar als Legitimation zum Nichtstun zu nutzen. Außer, zu später Stunde funken die Gilmore Girls dazwischen, das Berieselnlassen gehört nämlich ebenso wie das Vertilgen von zu vielen Zimtsternen zu einer meiner liebsten Feierabendbeschäftigungen an anti-sozialen Tagen. Vielleicht wird die heimische Sofaecke gerade deshalb so häufig Opfer meines Umräumwahns, zu dem sich seit etwa drei Lebensjahren sogar noch ein Deko-Tick gesellt hat. ich hätte das ja selbst nie gedacht, aber Vasen zum Beispiel lassen nun also wirklich mein Herz hüpfen, genau wie hübsche Zeitungsständer. Und müsste ich just in diesem Augenblick die Lümmelecke meiner Träume skizzieren, sie sähe in etwa so aus wie die obige. weiterlesen

Kolumne // Liebe ist wie Süßkram
aus der Papiertüte

26.10.2016 um 12.30 – box3 Feminismus Leben

IMG_8981Ich hatte schon ein paar feste Freunde, etwa vier richtige waren es, und manchmal überkam mich die seltsame Panik, ich könne dennoch so etwas wie ein leichtes Mädchen sein, weil zwischen ebendiesen Partnern auch immer wieder Nicht-Partner für gelegentliches DVD-Schauen auftauchten, meist dann, wenn ich lieber Single als zweisam war, aber eben doch nicht auf sämtliche Vorzüge des menschlichen Miteinanders verzichten wollte. Erstaunlich auch, dass ich das lose Anbändeln irgendwann nicht nur als etwas exotisches betrachtete, das man lieber nicht an die große Glocke hängt, die Leute hätten ja tuscheln können, sondern das In-Einer-Beziehung-Sein im gleichen Atemzug als etwas empfand, das gesellschaftlich irgendwie akzeptierter schien. Jedenfalls fiel es nicht immer leicht, zu erklären, dass XY vermutlich nicht mein Zukünftiger werden würde und zwar einfach darum.

Weil es Phasen in meinem Leben gab, in denen ich lieber Chips im Bett aß, während meine beste Freundin sich auf dem Sessel gegenüber die Fußnägel lackierte, als einem Mann Auskunft darüber zu erteilen, weshalb ich die nächsten zwei Wochen lieber für mich allein buchen würde. Was war ich also froh, als ich endlich mein vermeintliches Deckelchen fand, den Vater meines Kindes nämlich, und dass ich fortan an Pärchen-Tischen sitzen konnte, ohne eine Verkuppelungs-Angst im Nacken zu spüren. Zuvor hatte ich hin und wieder einen Julius kennenlernen oder meinen Nachtisch mit Torben teilen müssen. Alles paletti also, puh. Bis zur Trennung, die Topf und Deckelchen einvernehmlich entschieden, weil aus einer Papiertüte voll bunter Liebe eine leere Tüte geworden war, eine, in der es immerhin noch nach tiefer Freundschaft roch. Da ging die Farce von vorne los. Und Achtung, jetzt kommen wir nämlich zum Knackpunkt, denn wie man es macht, macht man es offenbar falsch oder zumindest entgegen jeder Logik. weiterlesen

Beauty-Spezial //
10+ Fragen an Sarah Jane

24.10.2016 um 13.59 – Beauty box3

sarah beauty

Ich behaupte zwar immer, in mir würde kein kleiner Beauty-Muffel stecken, allerdings fiel mir am Wochenende beim Ausmisten erst auf, wie viele kleine Helfer ich sehr wohl, sehr gern zu Rate ziehe. Im Durchschnitt besitzen wir 50 Beauty-Produkte im Badezimmer, verriet uns Kaya von „Stop the Water while Using me“ einst, und ich gehöre ganz offensichtlich zu denjenigen, die den Schnitt nach oben treiben – und das, obwohl ich tagtäglich eigentlich gar nicht so viel benutze. Halbleere Packungen, Pröbchen und einmalig verwendete, farbige Kajalstifte stehen sich die Beine in den Bauch – und werden partout nicht benutzt. Glück im Unglück: Ich habe endlich eine Kommode im Badezimmer, die alles versteckt, aus mir allerdings auch im Handumdrehen einen kleinen Messy machte. Ausmisten gehörte Samstag also zum Pflichtprogramm!

Bevor unser Beauty-Spezial in der kommenden Woche mit wahren Profis weiter geht, mache ich heute im Team den Anfang und beantworte meine 10+ Fragen und zeige euch, was mir wieso am allerbesten hilft.  weiterlesen

INTERIOR // Vorgemerkt:
Die schönsten Wandkalender 2017

17.10.2016 um 14.49 – box3 Wohnen

interior

Es gab eine Zeit, da kam ich getrost ohne Kalender aus, weil mein Kopf zu einem Daten-Super-Brain mutierte, das rein gar nichts verpasste: Keinen Geburtstag, keine Klausur, keine Verabredungen und auch keine Deadlines. Wenn mich jemand fragte, wann welches Event anstand oder wann wir wo verabredet waren, hatte ich die Antwort parat.

Das änderte sich allerdings schlagartig in meiner Schwangerschaft: Mein Kopf-Kalender wurde lückenhaft und meine Behauptungen so fehlerhaft, sodass Nike und ich schon mal an Türen klopften, in der festen Annahme, fest verabredet zu sein, dabei hatten wir uns nicht nur beim Tag und bei der Uhrzeit vertan, sondern auch beim Ort. Und es wuchs auf meinen Mist. Wäre Nike also nicht irgendwann zu einem ordnungsliebenden Menschen mutierte, hätte die organisatorische Reißleine gezogen und auf einen gemeinsamen JW Kalendar bestanden, ich würde wahrscheinlich noch immer denken, heute sei Dienstag und unser Mädchenabend stünde gleich an.  weiterlesen

Fair Friday // Wie ich mich an Zero Waste versuchte & kläglich scheiterte.

14.10.2016 um 9.01 – box3 Nachhaltigkeit

This is Jane Wayne - Fair Friday - Zero Waste

Ich schaue mir die Überschrift an und frage mich, wie man ein brüllend langweiliges Thema wie Hausmüll sexy machen soll. Und interessant. Und lesbar. Das hier ist der zweite Anlauf an diesem Artikel. Der erste war 40 Kilometer lang und selbst die Verfasserin hat es am Ende nicht geschafft, den ganzen Salat voll konzentriert einmal von vorne bis hinten zu lesen. Ich empfand das als kein gutes Zeichen und starte jetzt also nochmal neu. Habe ich schon gesagt worum es eigentlich geht?

Nun, ich versuche euch heute vorsichtig das Phänomen Zero Waste näherzubringen, Selbstversuch inklusive. Zero Waste, das ist das ökologisch angehauchte Phänomen, das durch Lifestyle Blogs wandert und am Ende doch nur keinen Müll mehr produzieren bedeutet. Danke Amerika. Damit wird das Thema vielleicht nicht sexier, dafür in diesem Fall hier aber durch und durch ehrlich und mit einer Prise Humor behandelt. Abgesehen davon, sehe ich auch nicht, wie wir sonst anders hier durchkommen sollen. Also los: als ich vor ungefähr einem Jahr anfing, mich mit der „Zero Waste“-Bewegung zu beschäftigen und sukzessive meine Hausabfälle zu reduzieren, war es mehr Pflichtaufgabe als bahnbrechender Freudentaumel. Aber der immer an Intensität zulegende Selbstversuch hat sich gelohnt. Ich habe so viel über mich selbst gelernt. Zum Beispiel, wo meine ganz persönliche Schmerzgrenze verläuft – bei Roggenmehl als Shampoo-Ersatz zum Beispiel. weiterlesen

Buch-Tipp //
„Ich hasse dieses Internet“ von Jarett Kobek

13.10.2016 um 8.30 – box3 Buch

buch tipp ich hasse dieses internet jarett kobek

Friederike Schilbach ist für mich so etwas wie eine Buchbrieffreundin, nur, dass anstelle von Siegellack meist ein einfaches Post-It am gedruckten Inhalt ihrer Post an mich klebt. Diesmal sprach die vielerorts hoch geschätzte Lektorin des S.Fischer Verlags in einer rosafarbenen Notiz von nicht viel mehr als Liebe und fügte quasi zeitgleich das digitale Versprechen hinzu, ich könne wohl kaum enttäuscht werden. Von „Ich hasse dieses Internet„, dem jüngsten Roman des Amerikaners Jarett Kobek, der einen türkischen Namen trägt und einst an der NYU studierte. Ab sofort ist seine wütende Schrift auch in Deutschland erhältlich. Und weil ich bisweilen gerade einmal 30 Seiten voran gekommen bin, etwa aufgrund des permanenten Wimmerns meines eMail-Postfaches, dürfte im Grunde klar sein, dass ich mich hinsichtlich des heutigen Buch-Tipps auf blindes Vertrauen stütze, wenngleich ich beim Lesen diverser Zeilen bereits ein paar Tränen gelacht habe und mich dem Autor schon jetzt auf sonderbar ambivalente Weise verbunden fühle. Ich hasse dieses Internet nämlich auch, bloß nicht immer und ausschließlich. Umso schmerzlicher trifft mich Kobeks 368 Seiten starke Vermutung, unsere Gesellschaft leide an flächendeckender Vertrottelung, wenn es um das Begreifen sämtlicher Risiken im Umgang mit Technologien geht. Oder zumindest an proaktiver Verdrängung. An dieser Stelle kommt David Hugendick ins Spiel. Wo mein Wissen über jeden weiteren Inhalt der von den beiden Protagonistinnen Adeline und Ellen getragenen Geschichte endet, beginnt sein wortgewandtes Lob an diesen eloquenten Wutanfall, auf den eine ganze Kritikerschar nur so gewartet haben muss. Ich habe mich verliebt. In zwei Männer gleichzeitig, wie es scheint. weiterlesen