Kategorie-Archiv: Buch

Auf meinem Nachttisch im April //
Wunde Punkte von Matt Sumell

– 04.04.2016 um 11.29 – Buch

matt sumell wunde punkte

Nachdem ich jahrelang davon ausging, dass es in der Literatur nichts wichtigeres als dicke Schinken und Ergüsse einstiger Intellektueller gäbe, musste ich irgendwann feststellen, dass das waghalsige, moderne Buchleben wie ein lauer Wind an mir vorbei pfiff und ich damit nichts weiter als einer dieser lausigen fehlgeleiteten Bücherwürmer war, die stets meinen, man könne das Gehirn nur mit Prestige-trächtigen Autoren aufmöbeln und die dabei das Beste verpassen. Das andere Lesen wenn man so will, das wie ein Faustschlag in den Magen dringt und im nächsten Moment vor Lebendigkeit überquillt. Deshalb landet inzwischen jeden Monat eine Neuerscheinung auf meinem Nachttisch.

Diesmal ist es Matt Sumells „Wunde Punkte“, das Debüt eines unverschämt talentierten Schriftstellers, der eigentlich gar kein Schriftsteller werden, sondern bloß seiner Dozentin imponieren wollte. Hat nicht funktioniert und so schrieb er seinen ersten Roman, der leicht als Sozialstudie über die Existenz eines waschechten Proleten abgetan werden könnte – wäre da nicht die enorme Komik, die unerträgliche Tragik und das ungemein heftige sprachliche Donnerwetter, das uns mit jeder Zeile in ein anderes Extrem der Gemütszustände wirft. weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Lektorin Friederike Schilbach

– 15.02.2016 um 11.56 – box2 Buch

friederike_schilbach_portrait_v650xxFoto: Mary Scherpe

Über kaum eine Mail habe ich mich in den vergangen Tagen so sehr gefreut, wie über jene von Friederike Schilbach. Die 35-Jährige Lektorin für internationale Literatur beim S. Fischer Verlag ist so  etwas wie eine professionelle Kirschensammlerin, nur, dass in ihrem Körbchen keine Früchte, sondern Buchstaben landen und zwar solche, die von der ganzen Welt gesehen und gelesen gehören. So holte sie etwa Werke von Autoren und Autorinnen wie Leanne Shapton, Lena Dunham, Sheila Heti, Kevin Powers, Elif Batuman und Matt Sumell nach Deutschland; es ist als hinge an jedem einzelnen ihr ganzes Herz. Im vergangenen Jahr zum Beispiel fand ich den Roman „Das Ende von Eddy“ von Edouard Louis in meinem Briefkasten, Friederike hatte einen handgeschriebenen Brief dazu gelegt. Eine Liebeserklärung an den jungen Franzosen, an seine 300 Seiten starke Geschichte darüber,  wie wie man eine Kindheit zwischen Rassismus, Missbrauch und Gewalt überlebt, wenn man schwul ist. Aus meinen beim Lesen vergossenen Tränen hätte man womöglich mehr als eine ganze Kanne Tee aufkochen können.

Friederike ist mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der wenigen Menschen, auf deren Wesen eine der tausendfach zitierten Weisheiten Antoine de Saint-Exupèrys wirklich zutrifft: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das gilt in ihrer Welt offenbar auch für Bücher. Welche acht sie in der Vergangenheit am meisten geprägt haben, verrät sie uns hier: weiterlesen

BOOKS THAT SAVED & SHAPED MY LIFE //
Mit Autorin Elisabeth Rank

– 08.02.2016 um 15.56 – Buch

elisabeth rank

Elisabeth Rank, oder auch einfach Lisa, ist ein Mensch wie eine Torte. Wo Lisa ist, herrscht Gemütlichkeit, jedenfalls stelle ich es mir genau so vor, und noch dazu ist die 31-Jährige stets auf der Suche nach den wirklich schönen, manchmal leicht verbeulten und saftigsten Kirschen des echten Lebens. Nach solchen, die sich in ehrlichen Geschichten spannender Menschen verbergen, dort, wo die allermeisten vergessen, hinzusehen. Nicht nur auf ihrem eigenen Blog sammelt die Berlinerin treffende Worte – nach ihrem Debütroman „Und im Zweifel für dich selbst“ folgt 2013 „ Bist du noch wach„, seit Anfang des Jahres lesen wir außerdem als Online-Redakteurin beim ZEITmagazin von ihr. Ich selbst möchte Lisa hin und wieder sogar für ihre Status-Updates knutschen:  „„Es ist niemandem zu trauen, der sein Brot komisch schmiert”, sagt D,“ stand dort vor Kurzem geschrieben. Es ist also nur verständlich, dass wir unbedingt wissen wollen, welche Werke anderer Schreibender Lisa selbst am Herzen liegen.

„I will never be beautiful enough to make us beautiful together“ von Mira Gonzales zum Beispiel: weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Designer Tim Labenda

– 01.02.2016 um 10.05 – Allgemein box3 Buch

tim labenda books that saved my lifeFoto: Steffen Roth

Wann immer wir den Namen „Tim Labenda“ in den Mund nehmen, flattert uns das Herz, wir formen Schnuten der Entzückung und laufen über vor Stolz. Diese eisblauen Augen dort oben sollten sich sämtliche Moedekritiker der Welt tunlichst ins Hirn brennen, womöglich werden sie es nämlich sein, welche die eigenen künftig zum leuchten bringen. Oder besser: Weiterhin. Das, was Tim uns während seiner noch jungen Karriere nämlich bisweilen präsentiert hat, sprengt Grenzen, die manch ein deutscher Designer sich nicht einmal anzusehen wagt, er hält die Fahne für Berlin hoch, hat mit Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp nicht nur einen treuen Fan der ersten Stunde, sondern auch eine Mentorin gefunden und übertrifft sich mit seiner Handwerkskunst von Saison zu Saison selbst. Wir warten daher gespannt auf das kommende Lookbook für Frühjahr/Sommer 2016, es kann nämlich nur gut werden, mehr als gut.

Heute geht es aber ausnahmsweise nicht um schönen Fummel, sondern um großartige Bücher. Solche, die Tim, den man im Übrigen nur lieben kann, geprägt, beflügelt oder zum Nachdenken gebracht haben. Mir schwant, da schlummert ein ewig kleiner Junge in dem inzwischen erwachsenen Mann – vielleicht hat er ja gerade deshalb niemals das Träumen verlernt. Eine Gabe, die rar ist in einer Gesellschaft der Übervorsichtigen. Bitte bleib, du Goldstück. Du bist nämlich jetzt schon ziemlich groß. weiterlesen

Buch-Tipps // Was ich jetzt lesen werde

– 06.01.2016 um 13.37 – box1 Buch

leseliste 2016In der ersten Woche des Jahres kaufe ich mir stets eine Handvoll Bücher, die ich während der nächsten 12 Monate hundertprozentig lesen will. Keine Neuheiten, die werden im Laufe der Zeit einfach dazwischen gefudelt, sondern meist Klassiker, die schon viel zu lange auf meiner Leseliste schlummern. Da denkt man immer, man wäre relativ bewandert und hätte bald sämtliche Werke durch, die nicht nur irgendwie wichtig, sondern vor allem auch großartig sind (alles andere wäre wohl mehr Bauchpinseler des Egos als Vergnügen), aber nein. Es geht immer weiter, wahrscheinlich sogar bis ans Ende der eigenen Lebenszeit, weil die Zeit selbst, vor allem für Ruhe und das geschriebene Wort, so oder so das knappste aller Güter ist. Also ran an den Speck, bevor es zu spät ist. Mein Vorsatz 2016: Mehr als nur ein Buch pro Monat verschlingen, bis die Augen viereckig werden. Den Fernseher habe ich dafür wieder aus der Wohnung verbannt – zu viel Ablenkungsgefahr und was soll ich sagen, ein Hoch auf Netflix, wenn das Hirn doch nicht will.

Obwohl ich mir für solche Momente erstmals erhobenen Hauptes ein Buch aus der Kategorie „Freche Frauen“ zugelegt habe. Nein, ich schäme mich nicht. Ich werde mich in Badeschaum suhlen und Tränen weinen. weiterlesen

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Books that saved & shaped my life // Mit Nina Faulhaber von ASOS Germany

– 02.12.2015 um 14.38 – Buch

my life in booksNina Faulhaber ist eine der reizendsten Personen, die mir die Modebranche bisher beschert hat, ein Goldstück sondergleichen, das nicht nur den schärfsten Fummel von allen am Körper trägt, sondern auch jede Menge wunderbare Gedanken im Kopf. Als wir eines Tages zeitgleich auf dem fiesen Teppichboden des Berliner Fashion Week Zelts in uns zusammen sanken, vor Erschöpfung und auch Verzweiflung ob des gerade Gesehenen, da war der Drops gelutscht: Gäbe es einen Nina-Fanclub, ich säße definitiv auf dem Platz der obersten Präsidentin.

Wenn die Redaktionsleiterin von ASOS Deutschland gerade mal nicht fleißig ist, ist sie fleißig und manchmal auch fleißig, meist aber fleißig. Das Erstellen von Gifs gehört zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, als kleines Mädchen hätte sie für einen echten Esel ihr letztes Hemd gegebenen, sie kann handgeschriebene Düfte riechen, malt ihr Tagebuch, weil sie Selbstgeschriebenes hinterher immer so schlimm albern findet und ist heimlich verknallt in Horst Evers. Ihr merkt: Nina ist ein Pfundskerl. Deshalb wollen wir auch auf der Stelle von ihr wissen, welche Bücher ihr Leben und Lesen bis heute geprägt haben: weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Julia Knolle von „hey Woman“

– 24.11.2015 um 8.00 – Buch

julia knolle© Vera Comploj

Julia und ich, wir zwei haben es jahrelang geschafft, aneinander vorbei zu rennen und so etwas wie eine Coexistenz in Berlin zu führen, dabei tanzten wir mit Sicherheit mehr als ein Mal auf derselben Hochzeit. Vor ein paar Monaten schaffte Regisseurin Nicola Graef es dann aber doch noch, uns an einen Tisch zu bringen – wir hatten gerade gemeinsam in einem kleinen Charlottenburger Programmkino das Screening zur Arte Doku „We are Fashion“ gesehen, als sämtliche Mägen so laut knurrten, dass es uns zusammen mit einer Handvoll anderer Hungrigen in den großartigen Diener Tattersall mitsamt seiner deftiger Hausmannskost verschlug. Ein kurzer Schnattertantenplausch reichte aus, dann war recht schnell klar: Julia Knolle stapelt auf ihrem Nachttisch etliche Bücher, die dringend auf meiner persönlichen Leseliste landen müssen. Welche das sind, verrät sie und gleich. Erstmal erfahren wir aber kurz und knackig, was in ihrem Leben gerade überhaupt passiert: weiterlesen

Books that shaped & saved my life //
Mit Sara Shakur

– 16.11.2015 um 12.15 – Buch

life in books sara shakurIch weiß nicht mehr genau, seit wann ich Sara kenne, aber es sind viele Jahre vollgestopft mit Erinnerungen an lange Nächte, guten Döner und das, was man das wilde junge Leben nennt. Wir haben zusammen Bagels belegt, in vollgerauchten Kellern nach Luft geschnappt und Freibadsonne getankt, zwischendurch zwei mal New York und wieder zurück, auch an erste Gehversuche auf mittelhohen Hacken erinnere ich mich, wegen Dresscodes, von denen wir nicht viel verstanden. Immer dabei waren Saras Texte, ihr Kopfkino, das ständige Analysieren unserer Zeit und das Talent, jeden komplexen Gedanken in noch komplexere Sätze zu verpacken, aber in solche, die sich bis heute trotz aller Schlagkraft ganz leicht anfühlen. Für mich ist Sara eine der begabtesten Autorinnen/Schreiberinnen/wieauchimmermandasnennensoll der Stadt, vielleicht sogar die beste von allen. Neben ihrem Studium der Kulturwissenschaften, pflegt sie außerdem Finding Berlin, ein visuelles Magazin über Berlin und seine Kultur. Es folgen daher ganz selbstverständlich: Fünf Bücher, die Sara Shakur geprägt haben.

Darunter Sören Kierkegaard, John Niven, Orson Scott Card, Ben Lerner und Yann Martel: weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Lisa van Houtem

– 13.10.2015 um 9.30 – box3 Buch

lisa van houtem my life in booksFoto: Pelle Buys

Lisa van Houtem ist  32, Journalistin und Co-Gründerin von Femtastics, dem in diesem Jahr ganz frisch geschlüpften Online Magazin für Girlpower. Unsere gemeinsame Geschichte beginnt in New York, genauer gesagt in einer Hotel Lobby, es war Liebe auf den ersten Blick. Man hatte uns damals zusammen mit einer Handvoll anderer Redakteurinnen auf ein paar Sessel drapiert, bloß waren wir die einzigen beiden ohne hochhackige Geschosse an den Füßen, mit Zigarettenpackungen in den Hosentaschen und Schalk im Nacken. Am nächsten Tag fanden wir uns in der hinterletzten Ecke des Broadways wieder, Lisa hielt meine Hand, als mir eine Schwarzhaarige im Yankees-Trikot den Oberschenkel tätowierte. Neben der Musik und ihrem Ehemann Pelle liebt sie vor allem gute Literatur. Es folgen also: Sechs Bücher, die Lisa geprägt haben.

Darunter Hermann Hesse, Patti Smith, T.C. Boyle, Gary Shteyngart, Simone De Beauvoir und Nick Cave eine Leseliste wie aus meinem eigenen Hirn entsprungen. Danke, du Rabauke. weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Teresa Köster

– 06.10.2015 um 10.16 – box1 Buch

my life in books teresa koesterFoto: Michael Schulz

Teresa Köster ist freie Redakteurin, Kunstgeschichtlerin und waschechte Berlinerin. Ein stilles Wasser, das so tief ist wie der Atlantik, eines, das es vermag, erst stundenlang zuzuhören, ganz aufmerksam, um kurz darauf in endlosen Nächten vollgepackt mit klugen Gedanken zu versinken. Neben einem furchteinflößenden Wissen über die hiesige Kulturszene verfügt Tete, die es hasst, wenn ich sie so nenne, außerdem über einen brillanten Musikgeschmack. Nur eins kann sie noch besser als stimmungsunterstreichende Soundtracks zu erstellen: Bücher finden. Solche, die gelesen werden müssen, darauf ist Verlass.

Unsere neue Serie „Books that saved & shaped my life“ erkläre ich hiermit also für eröffnet – mit Teju Cole, Susan Sontag, Jonathan Franzen, Klaus Kordon, Siegfried Lenz und Milan Kundera im Gepäck: weiterlesen

Ab morgen am Kiosk //
Petra Collins x ZEITmagazin

– 23.09.2015 um 14.29 – box1 Buch Feminismus

petra f collins zeitmagazinDas ZEITmagazin schlüpft gern in unterschiedliche Gewänder und schmückt sich nicht selten mit großflächigen Bildern aufgenommen von den spannendsten Andersdenker_innen der (Pop-)Kultur. Diesmal ist aus einem Treffen zwischen Petra F. Collins und Chefredakteur Christoph Amend ein Fotoheft entstanden, das die Darstellung junger Mädchen vom Kitsch befreit. Genau das will auch die Künstlerin selbst, der über 175 000 Menschen auf Instagram folgen – trotz, oder gerade wegen mindestens zwei mittelgroßer Skandale, ausgelöst durch zu viel Schamhaar und ein in den Augen vieler „provokant-widerliches“ Perioden-Shirt für American Apparel. Sie möchte, „dass Mädchen wieder besser mit sich zurecht kommen“ und mit ihren analogen Aufnahmen „Facetten des Alltags und der Gefühlswelt (…) zeigen, die normalerweise verdrängt und versteckt werden, die in der Öffentlichkeit einfach nicht stattfinden.“

Wir duften schon vorab einen Blick in die morgen erscheinende Ausgabe werfen und sind nach abgekautem Glitzernagellack und Kugelschreibergekritzel noch größere Fans der Kanadierin, die seit Jahren zum Inner Circle von Rookie-Gründerin Tavi Gevinson zählt und längst zu einer der wichtigsten „Cultural Influencer“ unserer Zeit geworden ist. weiterlesen

Lesen // „Walden“
von Henry David Thoreau

– 17.09.2015 um 13.29 – Buch

walden henry thoreau„I took a walk in the woods and came out taller than the trees.“

Es kommt vor, dass ich das turbulente Leben liebe, meistens sogar, aber manchmal, da geht es mir wie so vielen anderen, die der Stadt dann und wann überdrüssig sind, die fliehen wollen vor dem Lärm, der Hektik und zu viel Menschheit. Zwischen Stadtflucht und Landfrust versuche ich noch immer heraus zu finden, welcher Ort mit mir zusammen alt werden wird, ein kleiner oder ein großer, ob ich Nachbarn haben werde und wenn ja, wie viele. Ich versuche mich darauf zu besinnen, was richtig für mich ist und was falsch, was mir gut tut, aber immer dann, wenn ich meine, mich gefunden zu haben, verliere ich mich erneut im Wust der Möglichkeiten. Ich stelle mir dann vor, wie es wäre, einfach zu gehen. In die Berge oder zurück in die Heimat, ich frage mich, ob ich wirklich brauche, worauf ich gerade nicht verzichten will, ob Schönes nur Ablenkung oder wahre Freude ist, ob es mehr gibt als das hier. Wie wäre das, nicht arbeiten zu müssen, weil man kein Geld braucht, keine Verpflichtungen zu haben, aber Zeit, für sich selbst zu sorgen, irgendwo weit weg. Himmel oder Hölle?

Henry David Thoreau war so alt wie ich, nämlich 27, als er sich 1845 schließlich dazu entschied im Wald zu leben – frei von Konsum und bürgerlicher Etikette. Das aus dieser Erfahrung entstandene Buch „Walden“ gilt bis heute als Inspirationsquelle der 68-Generation, als Musen-Literatur von Tolstoi bis Gandhi und Muss für jeden Freigeist, der ab und zu an Weltflucht denkt. weiterlesen

Buch-Tipp // „Frauen und Kleider“
von Sheila Heti, Leanne Shapton, u.v.m

– 15.09.2015 um 12.36 – box2 Buch

Frauen und leider
Gibt es ein Outfit, in dem du zu jedem Zeitpunkt deines Lebens glücklich wärst? 
Hast du Träume, in denen Kleider eine Rolle spielen? 
Wenn du all deine Kleider bis auf eins weggeben müsstest, was würdest du behalten?
Hast du je etwas gekauft, das im weitesten Sinn dein Leben verändert hat?

Die drei Autorinnen Sheila Heti, Leanne Sharpton und Heidi Julavite haben gemeinsam ein Buch geschaffen, das durchaus als Liebeserklärung an die Mode zu verstehen ist, nicht aber an die Art von kaufbarem Konsum, den wir tagtäglich in Magazinen, auf Blogs oder Bildschirmen unter die Nase gerieben bekommen, sondern an die emotionale Sprache unserer Kleidung, an kostbare Besitztümer, die nicht mit Preisschildern zu messen sind. Ein alter Anorak zum Beispiel oder rosafarbene viel zu teure Pumps, die Phantasien bündeln, am Ende aber nie getragen werden. Was sagen diese Dinge über uns aus, und: Warum ziehen wir überhaupt an, was wir anziehen? Über 500 Frauen aus sämtlichen Ländern der Welt haben für „Women in Clothes“ („Frauen und Kleider“, S. Fischer Verlag) einen Fragenkatalog beantwortet, der stetig weiterentwickelt wurde –  darunter Lena Dunham, Miranda July, Kim Gordon oder Cindy Sherman.  weiterlesen