Kategorie-Archiv: Buch

Books that shaped & saved my life //
Mit Amelie Kahl vom Amazedmag

05.12.2016 um 15.28 – Buch

amelie kahl books that saved and shaped my live thisisjanewayne

Zusammen mit Milena und Antonia beglückt uns Amelie als eine der drei Gründerinnen des wundervollen AMAZED Mags tagtäglich mit Schönem und Schlauen in Schrift und Bild, für den Bean Store ist sie außerdem als Einkäuferin unterwegs und auch das The Stu, ein Projektraum für Künstler*innen und Entrepreneurs auf dem aufsteigenden Ast, wäre ohne die Münchenerin, die aus Überzeugung niemals Mascara benutzt, höchst wahrscheinlich nur halb so bereichernd. Wofür ich Frau Kahl neben ihrer konstant mindestens dreifachen Umtriebigkeit aber am allermeisten bewundere, ist ihre gnadenlose Offenheit. In ihren Kolumnen schreibt sie etwa darüber, wie es sich anfühlt, immer wieder an sich selbst arbeiten zu müssen, einen Job zu verlieren oder überwältigend häufig missverstanden zu werden, sie stellt Fragen, sucht nach Antworten und spricht über Trennungen und Zweifel mindestens so selbstverständlich wie über das Leben als Frau in einer Gesellschaft, die „Kleine Maus“ noch immer für ein adäquates Kompliment hält.

Nur logisch also, dass ich anlässlich unserer Reihe „Books that saved & shaped my life“ nun endlich wissen wollte, welche Bücher eine fabelhafte Amelie wie diese bisher wohl am meisten genossen und verschlungen hat: weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Katja Schweitzberger

29.11.2016 um 12.03 – Buch

katja schweitzberger

Katja Schweitzberger ist seit diesem Jahr Mode- & Beauty Redakteurin bei Refinery 29 und zwar eine mit Elefantenhirn – grob geschätzt kennt sie sämtliche Laufsteglooks der vergangenen zehn Jahre aus dem Effeff, was den ein oder anderen dazu bringen könnte, anzunehmen, dass für andere Theme nicht mehr allzu viel Platz bleibt. Aber weit gefehlt, man sollte sich an dieser Stelle keinesfalls von falschen Vorurteilen irreleiten lassen. Die gebürtige Arnstädterin hätte meines Erachtens auch ohne Probleme im Musikjournalismus Fuß fassen können – hier könnt ihr den dazugehörigen Musikgeschmack Probe hören. Bevor sie uns außerdem jahrelang mit geistreichen Artikeln auf ihrem eigenen Blog „Bees & Ballons“ beglückte, um 2011 das Zepter bei Les Mads zu übernehmen, widmete sie sich dem Studium der Sprachwissenschaften, als Nebenfächer belegte sie Psychologie und Anglistik. Erst dann folgten diverse Praktika, etwa bei der ELLE, die ihre Liebe zur Mode schließlich zu einem waschechten Beruf heranwachsen ließen, dem sie längst von Berlin aus frönt. Zuhause stellt Katja den Trubel der Stadt auf Mute, wann immer es geht. Inmitten von Büchern, die sich gelegentlich auch auf dem Fußboden stapeln.

Denn ein Leben ohne Lesen wäre für unsere Freundin nämlich ebenso schwer zu ertragen wie eines ohne The Cure. Und das soll was heißen. Wir beginnen also mit einer neuen Runde „Books that saved & shaped my life“ – war ja schon wieder viel zu lange her: weiterlesen

Buch -Tipp // „UNBEHAUSTE“
– 24 Kurzgeschichten über das Fremdsein

22.11.2016 um 12.28 – Buch

unbehauste 24 Autoren über das fremdsein buch

Ich habe eine Schwäche für Kurzgeschichten und wenn ich ein bisschen mehr Grips und Motivation an den Tag legen würde, dafür aber weniger Zweifel hätte, könnte ich mich wohl längst von sämtlicher Panik im Angesicht fehlender Weihnachtsgeschenke frei machen, weil meine Familie unterm Baum endlich die seit Jahren versprochenen Zeilen aus meiner Feder vollgepackt mit Epos lesen müsste. Dem ist aber natürlich nicht so. Weshalb ich andere, nämlich die, die sich getraut und einfach mal gemacht haben, statt bloß drüber zur reden um Ende alles abzusagen, mehr bewundere denn je. Jule Müller etwa, oder auch Fabian Herriger, der übrigens aus meinem Dorf stammt und ohnehin ein ganz feiner Schreiber ist. Die beiden können sich fortan als zwei von 24 Autor*innen bezeichnen, die gemeinsam die von Alexander Broicher herausgegebene Anthologie „Unbehauste“ geschaffen haben, ein Sammelband, das ich in einer einzigen langen Nacht verschlungen habe. Wegen der Vielschichtigkeit der teils fiktiven, teils schmerzhaft echten Geschichten, wegen des Auf und Abs zwischen Wut und Hoffnung, wegen unverzichtbarer Perspektiven und Denkanstöße, die im Kollektiv noch gewaltiger nachhallen. In 24 Geschichten, Essays und Gedichten geht immer um eins: Das Fremdsein. In einem Land, in der Welt oder sich selbst. Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Womöglich sogar eines der derzeit wichtigsten. Und noch ein Kaufargument: Ein Teil des Erlöses kommt passender Weise der Integrationsförderung zugute. weiterlesen

Top 10 Coffee Table Books //
Gegen Fernweh

25.10.2016 um 9.00 – Buch

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Die Sache mit diesen sogenannten Coffee Table Books habe ich lange Zeit nicht verstanden, oder besser: Missverstanden. Ich vermutete aufgrund meines eigenen Desinteresses, die dicken Foto-Schinken würden ausschließlich aus optischen Gründen, zu Prestige-Zwecken und wegen der Zurschaustellung des eigenen Kunstgeschmacks auf Couchtischen herumliegen. Es sollte tatsächlich noch einige Jahre dauern, bis ich schließlich begriff, dass es auch anders geht. Dass ein Bildband etwa die schönsten Konversationen hervorzaubern kann, dass so ein schweres, großes Buch auch Innehalten bedeutet, und „sich Zeit nehmen“, dass man es im besten Fall immer wieder aus dem Stapel zieht, um sich beim Blättern davon zu träumen und nach neuen Details zu suchen. Mittlerweile verändert sich je nach Stimmung sogar mein Arrangement auf dem Beistelltisch, mal liegt dort wütende Kunst, meist Snapshot Of Dangerous Women und seit neuestem ganz viel Fernweh-Lektüre.

Und wenn ich dann zu lange in „Hide and Seek“ geblättert habe und mein Herz nach einem Bauhaus verlangt, überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Waldspaziergang vielleicht einfach mit Evergreen – Living with plants: weiterlesen

Buch-Tipp //
„Ich hasse dieses Internet“ von Jarett Kobek

13.10.2016 um 8.30 – Buch

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Friederike Schilbach ist für mich so etwas wie eine Buchbrieffreundin, nur, dass anstelle von Siegellack meist ein einfaches Post-It am gedruckten Inhalt ihrer Post an mich klebt. Diesmal sprach die vielerorts hoch geschätzte Lektorin des S.Fischer Verlags in einer rosafarbenen Notiz von nicht viel mehr als Liebe und fügte quasi zeitgleich das digitale Versprechen hinzu, ich könne wohl kaum enttäuscht werden. Von „Ich hasse dieses Internet„, dem jüngsten Roman des Amerikaners Jarett Kobek, der einen türkischen Namen trägt und einst an der NYU studierte. Ab sofort ist seine wütende Schrift auch in Deutschland erhältlich. Und weil ich bisweilen gerade einmal 30 Seiten voran gekommen bin, etwa aufgrund des permanenten Wimmerns meines eMail-Postfaches, dürfte im Grunde klar sein, dass ich mich hinsichtlich des heutigen Buch-Tipps auf blindes Vertrauen stütze, wenngleich ich beim Lesen diverser Zeilen bereits ein paar Tränen gelacht habe und mich dem Autor schon jetzt auf sonderbar ambivalente Weise verbunden fühle. Ich hasse dieses Internet nämlich auch, bloß nicht immer und ausschließlich. Umso schmerzlicher trifft mich Kobeks 368 Seiten starke Vermutung, unsere Gesellschaft leide an flächendeckender Vertrottelung, wenn es um das Begreifen sämtlicher Risiken im Umgang mit Technologien geht. Oder zumindest an proaktiver Verdrängung. An dieser Stelle kommt David Hugendick ins Spiel. Wo mein Wissen über jeden weiteren Inhalt der von den beiden Protagonistinnen Adeline und Ellen getragenen Geschichte endet, beginnt sein wortgewandtes Lob an diesen eloquenten Wutanfall, auf den eine ganze Kritikerschar nur so gewartet haben muss. Ich habe mich verliebt. In zwei Männer gleichzeitig, wie es scheint. weiterlesen

Buch-Tipp //
The Notorious RBG (Ruth Bader Ginsburg)

06.10.2016 um 13.33 – Buch Feminismus

the notorious rbg

Ich habe meine Freundin Betty selten so euphorisch erlebt und Betty ist wirklich ein alter Stein in meinem Freundesbrett. Vor zwei Wochen brachte sie ein Buch mit zum Pizzaabend, knallte es auf den Tisch, hob die Hände als würde sie zur Pirouette ansetzen, schaute uns dabei mit ernsthafter Miene an und forderte: Lest dieses Buch. Denn Ruth Bader Ginsburg sei eine Heldin.

Das ist natürlich ohnehin ein längst glasklarer Fakt, aber seit Irin Carmon und Shana Knizhnik, die beiden Urheberinnen des Tumblrs „The Notorious RBG„, die Genialität der mittlerweile 83-Jährigen 2015 im gleichnamigen Buch verewigt und noch dazu verbildlicht haben, ist aus der zweiten amerikanischen Verfassungsrichterin überhaupt eine Ikone der, wenn man so will, intellektuellen Popkultur geworden. Es kommt jedenfalls nicht selten vor, dass auf sämtlichen, zumeist studentischen Kostümierungs-Parties der U.S.A. junge Ruths gesichtet werden, manche tragen sogar Bart und ausnahmslos alle schwarz-geränderte Brillen zu weißen Spitzenkragen. RBGs Markenzeichen. weiterlesen

Off to New York City // 3 Bücher, die ich mitnehme.

13.09.2016 um 9.45 – Buch

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Ich fliege niemals ohne Bücher, überhaupt bin ich sehr gut darin, mich von der puren Existenz abzulenken. Wenn ich mir das stundenlange Betrachten von Wolkentürmen aber schon freiwillig entgehen lasse, dann zumindest mit Nahrung für den Kopf, denke ich mir bei jedem Gang ins Flugzeug. Manchmal verschlafe ich dieses gut gemeinte Vorhaben allerdings, oder ich esse vor Aufregung tütenweise Pringles und Katzenohren. Kann mir diesmal (es geht jetzt gleich nach New York) ausnahmsweise nicht passieren, zu sehr stecke ich mit der Nase schon seit Tagen in Robert Wringhams „Ich bin raus“. Der britische Querdenker, Sozialist, Autor und Bibliothekar, der außerdem für das Magazin „New Escapologist“ verantwortlich zeichnet, hat mich allein schon mit der Einleitung am Schlafittchen gepackt und abhängig gemacht. Es ist nicht so, als würde ich demnächst nach Patagonien auswandern, aber ein bisschen Selbstreflexion kann nicht schaden. Teju Coles „Open City“ habe ich erst drei Jahre nach Veröffentlichung verschlungen, nämlich 2015. Der junge Autor, der mittlerweile mit Sebald, Camus oder Naipaul verglichen wird, beschreibt die Großstadt New York und ihr Grundgefühl im Laufe seines Romans mit allen Sinnen. Ein intensives Buch, das man nie mehr vergisst und immer wieder lesen will und kann, wie ein guter Film, der in nostalgischen Momenten alles Gedachte noch zusätzlich verstärkt. Und dann ist da noch Sheila Heti, die sich selbst und uns in ihrer Geschichte über zwei Freundinnen die Frage stellt: Wie sollen wir sein? Oder besser: Wollen wir überhaupt so sein? Drei Mal Lese-Glück to go sozusagen. Ich bin dann jetzt mal weg. weiterlesen

Buch-Tipp // „Vom Ende der Einsamkeit“ Von Benedict Wells

24.08.2016 um 22.03 – box1 Buch

benedeict wells vom ende der einsamkeit

Es passiert mir ja selten, dass ich Autor*innen nachstelle, also eigentlich natürlich nie, bloß für Harald Martenstein hatte ich zuweilen mal die Bilder-Suchmaschine angeschmissen, weil ich dringend wissen wollte, wer mir da in der Zeit Magazin Kolumne eigentlich seit Jahren aus der Seele schreibt und schimpft und schwitzt. Im Fall Benedict Wells hingegen tippten meine Finger nach den ersten gefressenen sechzig Seiten des neuen Romans quasi wie von selbst die Buchstaben seines Namens in mein Gesichtsbuch ein; ich brauchte ein Profil und ein paar Augen zu dieser ebenso klassischen wie genialen Erzählweise, die immer sagt, was sie meint, ohne große Kreise um das Eigentliche zu drehen. „Vom Ende der Einsamkeit“ wird vom Feuilleton nicht zu Unrecht so hoch gehandelt wie ein seltener Edelstein, wobei Benedict selbst eigentlich der größte deutsche Literaten-Rohdiamant von allen ist, bescheiden, klug und viel zu weise für sein Alter, nicht protzig oder bloßer Pop, sondern schlichtweg mehr als gut. Sieben Jahre lang schrieb der 30-jährige Münchener an seinem vierten Werk, das in diesem Frühjahr auf „Becks letzter Sommer“ folgte. Es ist ein Familienroman geworden, der vor allem von einer großen Liebesgeschichte lebt. weiterlesen

FEMINISMUS // Buchtipp: „Sex Object“
von Jessica Valenti

02.08.2016 um 12.34 – Buch Feminismus

sex object

In ihrer Essay-Sammlung Sex Object erzählt die amerikanische Feministin Jessica Valenti wie es ist, als Frau in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die Frauen verachtet. Und zeigt, welche Macht persönliche Geschichten haben.

Um es gleich klar zu machen: Sex Object ist kein Buch, das man lesen sollte, wenn man sich entspannen will – am Strand, abends vorm Schlafengehen. Sex Object macht stellenweise nämlich ganz schön wütend, fassungslos, traurig. Und genau das macht dieses Buch so gut. weiterlesen

Feminismus // 3 Bücher, die prägen – oder:
Die Macht der Buchstaben

01.06.2016 um 12.04 – box2 Buch Feminismus

feminismus_thisisjanewayne

Es gibt sie: Bücher, die uns so beeindrucken, dass wir nach der Lektüre nicht mehr dieselben sind. Die Aha-Momente auslösen und unsere Hirne in einen wahren Gedanken-Tornado stürzen. Ohne die begeisternde, manchmal auch deprimierende Lektüre von Büchern wäre ich heute – vielleicht – keine Feministin.

Welche Bücher das genau sind? Ich könnte duzende aufzählen, habe mich aber schweren Herzens für drei entschieden, um sie euch an dieser Stelle ganz fest ans Herz zu legen: 1. The Handmaid’s Tale, 2. Ein eigenes Zimmer und 3. Memoiren einer Tochter aus gutem Hause. weiterlesen