Kategorie-Archiv: Buch

Buch-Tipp //
“Fast ganz die Deine”
von Marcelle Sauvageot

– 24.03.2014 um 11.50 – Buch

Fast ganz die Deine Buch Tipp Buch Tipp // <br/> Fast ganz die Deine <br/> von Marcelle Sauvageot

Ich bin einer dieser Lesetypen, denen auch mal ein Tränchen runterkullern kann, wenn sie etwas lesen, das ihnen einfach nur herzzerreißend schön oder himmeltraurig erscheint. Beim Buch „Fast ganz die Deine“ von Marcelle Sauvageot habe ich wortwörtlich Sturzbäche geheult. Selten bin ich einem Buch begegnet, das mich mehr bewegt und berührt hat als dieses kleine Bändchen, das so präzise, nuanciert und ehrlich die Liebe beschreibt.
zitat Buch Tipp // <br/> Fast ganz die Deine <br/> von Marcelle SauvageotDie 30-Jährige Marcelle Sauvageot ist an Tuberkulose erkrankt und begibt sich in ein Lungensanatorium in Hauteville, wo sie der lapidare Trennungsbrief ihres Verlobten erreicht. Er verlässt sie für eine andere. Schwer krank schreibt Marcelle ihm eine Antwort – ein Versuch die Enttäuschung und den Schmerz zu verarbeiten. Den Brief wird sie niemals abschicken. weiterlesen

Buch Tipp // “How Should A Person Be”
von Sheila Heti

– 18.03.2014 um 10.00 – box2 Buch

how should a person be  Buch Tipp // How Should A Person Be  <br/> von Sheila Heti

Wer mich kennt, kann bestätigen, dass ich Menschen ganz ohne Vorwarnung Bücher aus den Taschen ziehen kann, sobald ich irgendwo einen Schmöker erspähe, von dem ich ganz verzweifelt den Titel nicht entziffern kann. Genau so passiert vor circa 3 Wochen, als ich meiner Freundin Stephanie das Buch „How should a person be?“ von Sheila Heti entwendet habe.

Der Titel geht schon ordentlich zur Sache und auch die Rezensionen auf dem Bucheinband sind nicht ohne, wenn da zum Beispiel Tausendsassa Miranda July von einem „major literary work“ oder Lena Dunham herself von einer „really amazing metafiction-meets-nonfiction-novel“ spricht. Ein bisschen peinlich berührt musste ich mir also eingestehen, dass ich den Namen Sheila Heti noch nie gehört hatte und mir der Roman unter mysteriösen Umständen völlig durch die Latten gerutscht ist. weiterlesen

BUCH // Lena Dunhams “NOT THAT KIND OF GIRL” erscheint im Oktober

– 11.02.2014 um 10.29 – box3 Buch

6533355a927e11e3b08512b3751c95c6 8 BUCH // Lena Dunhams NOT THAT KIND OF GIRL erscheint im Oktober

GIRLS-Star Lena Dunham überrascht uns gefühlt jeden Monat mit einer neuen Schlagzeile – mal war das Kleid zu kurz oder unvorteilhaft, mal schrumpft sie für ein ASOS Shooting um ungefähr zwei Kleidergrößen, dann ziert sie schließlich das Februar-Cover der amerikanischen VOGUE, inklusive Photoshop-Skandal,  und jetzt heißt es auch noch, das Rich Kid bekäme den Hals nicht voll.

3,7 Millionen Dollar soll sie für ihr neuestes Ass im Ärmel kassieren: NOT THAT KIND OF GIRL - Lenas Buch, das voraussichtlich im Oktober diesen Jahres erscheinen wird. Bis heute zweifelte ich daran, dass tatsächlich Menschen existieren könnten, die mit ihren spitzen Zungen nicht einmal vor waschechten Talenten wie Fräulein Dunham halt machen. Wie überaus naiv – wer im Rampenlicht steht und noch dazu Bares verdient, gehört schließlich ab und an mal in die Zange genommen. weiterlesen

Buch-Tipp: “Lean In” von Sheryl Sandberg
– Frauen und der Wille zum Erfolg

– 09.01.2014 um 12.58 – Allgemein Buch

sheryl sandberg lean in  Buch Tipp: Lean In von Sheryl Sandberg <br/>   Frauen und der Wille zum ErfolgIrgendwann im vergangenen Jahr schrieb ich einen Artikel, der den “neuen Feminismus” behandelte, den “Feminismus mit Titten“, oder auch das wiederkehrende Bewusstsein für so etwas wie Girl Power. Heute, ein paar Monate und Lektüren später, würde ich aus “Girl Power” “Girl Love” machen, einiges revidieren und vieles hinzufügen. Was aber bleibt, ist die Gewissheit, dass Frauen gut daran täten, weniger den Mann zum Sündenbock zu degradieren, als vielmehr ihr eigenes Handeln zu sanieren. Der Kampf gegen Sexismus gehört zwar weiterhin zum Alltag und jeder frauenverachtende Lehrer, Dozent, Mitarbeiter oder Chef an den Pranger gestellt, dennoch bekommen viele von uns derartige Missstände erst gar nicht zu spüren. Oftmals verschwindet die Thematik der Emanzipation sogar gänzlich von der Agenda. Weil doch im Grunde alles ok ist. Wenn es aber doch mal brennt, ist definitiv der Mensch mit dem Penis das größere Arschloch. Dabei bin ich fest davon überzeugt, dass es meistens Frauen sind, die anderen Frauen im Weg stehen – und ganz besonders wir selbst. 

Darum und um vieles mehr geht es in Sheryl Sandbergs Buch “Lean In – Frauen und der Weg zum Erfolg”.
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Buch-Tipp // Nusum CUTure –
Das DiY-Buch, das Mode erklärt & euch beim Schneidern hilft

– 12.11.2013 um 15.30 – Buch DIY

Nusum CUTure Buch Tipp // Nusum CUTure   <br/> Das DiY Buch, das Mode erklärt & euch beim Schneidern hilft

Wer sich modisch von der Masse abheben möchte und nicht bloß in Ketten einkaufen will, der darf schon mal gern tiefer in die Tasche greifen. Wer dann noch auf faire Produktionen achten möchte und am liebsten auf ökologisch einwandfreie Stücke setzen mag, der darf sich über noch hohe Kosten nicht wundern. Dass das aber für einen Großteil von uns schlicht und ergreifend finanziell nicht machbar ist, dürfte am Ende eines großen Vorhabens die ernüchternde Erkenntnis sein. All die Preise sind vielleicht gerechtfertigt, aber definitiv schwer bezahlbar.

Aber wie erreicht man seine Kunden, wenn auf all die ausgefallene Stücke, die Qualität und die Nachhaltigkeit trotzdem nicht verzichten mag, hmm? Das hat sich Designerin Lotta Meyer auch gefragt und kam auf die Idee ihres ersten DiY-Buchs – Nusum CUTure – ein Buch, das Mode macht und verspricht, dass jeder Designer-Stücke im Kleiderschrank beherbergen kann, der sich mit dem Thema Mode und Schneiderhandwerk ein bisschen genauer auseinander setzen möchte – ohne gleich in den finanziellen Ruin zu geraten. Zwei Entwürfe zum Selbernähen, liebevolle Erklärungen, hübsche Illustrationen und ein paar andere nützliche Tipps und Tricks, die selbst DiY-Muffel wie uns motivieren machen könnten. Zum Anschauen, Lernen, Selbermachen und zum Verschenken – ab sofort hier. weiterlesen

Bild des Tages: Carine Roitfeld für Net-A-Porter

– 05.03.2013 um 16.29 – Allgemein Buch Menschen

c3 Bild des Tages: Carine Roitfeld für Net A Porter

Der Online Store Net-A-Porter ist unlängst zur Allround-Unterhaltungsplattform avanciert ist und vertreibt nicht nur die neuesten und mitunter teuersten Designer-Stücke, er schafft es auch gekonnt, Trendforecasts auszuarbeiten und in regelmäßige Abständen, inspirierende sowie bekannte Persönlichkeiten der Lifestyle-Branche zu portraitieren. Pünktlich zur französischen Modewoche gibt’s im hauseigenen Web-Magazin natürlich eine komplette, digitale Ausgabe rund um Paris, die Modemenschen und die Macher.

Und wer kommt für diese Titel-Story der Ausgabe und das Cover am ehesten in Frage? Selbstvertsändlich Carine Roitfeld. Und die ehemalige Vogue-Chefredakteurin, Busenfreundin von Karl und Tom, Mutter und Großmama und Allroundtalent der Branche zeigt uns mit ihren 58 Jahren spielend einfach, wie wir in dem Alter durchaus aussehen können! weiterlesen

“THIS IS JANE WAYNE” IM NEUEN FAQ MAGAZINE

– 17.12.2012 um 16.55 – Allgemein Buch Wir

 “THIS IS JANE WAYNE” IM NEUEN FAQ MAGAZINE

Modebloggerin sein ist für junge Frauen mittlerweile so begehrenswert, wie es in den 90er Jahren ein Traum war, MTV-Moderatorin zu werden.” Dieses Zeit-Magazin-Zitat aus Anne Feldkamps Artikel “Digitale Selfmade Frauen” (erschienen im wunderbaren Magazin FAQ) lasen wir heute morgen mit betont hoher Piepsstimme vor, wir tätschelten dabei mit unseren imaginären pink-farbenden Fingernägeln auf dem Magazinpapier herum und richteten die Nasenspitzen betont galant gen Himmel. “Krkr, bestimmt,” schnaufte Sarah. Dann eine kurze Atempause, ein ernster Blick. “Es ist schon krass, dass wir hier vor unseren Bildschirmen sitzen und sowas überhaupt nicht mitbekommen.” – “Gott sei Dank bekommen wir sowas nicht mit, sonst wären wir vielleicht Arschlöcher.”

“Digitale Selfmade Frauen” erzählt vom Phänomen Modebloggen, von der Metamorphose des Hobbies zum waschechten Beruf und vor allem vom deutschen Markt, der langsam zu begreifen scheint, dass in einigen Fällen ein bisschen mehr hinter der platten Modemädchen-Fassade steckt als zunächst vermutet. Natürlich geht’s hier nicht nur um uns, sondern auch um Journelles, Susie Bubble, Garance Doré und Tavi. Danke, liebe Anne. Für all die Worte, die uns zumindest für einen kurzen Moment realisieren lassen, dass das, was wir hier machen, irgendwie Sinn ergibt. weiterlesen

Buch-Tipp: COOL AUSSEHEN – Das Buch zu Mode & Jugendkulturen

– 05.12.2012 um 15.06 – Allgemein Buch

cool aussehen buch 800x660 Buch Tipp: COOL AUSSEHEN   Das Buch zu Mode & Jugendkulturen

Ich fürchte, wir alle können uns noch an damals erinnern. Damals, als es noch darum ging, möglichst seltsam auszusehen, oder zumindest so, dass unsere Mütter allen Grund zur Beschwerde hatten. Ob das Top nun zu bauchfrei war, die Haare zu ungekämmt oder die Hose zu löchrig – Was wir trugen war ein bisschen mehr als Ausdruck unseres eigenen Geschmacks, Kleidung diente der Rebellion und gleichzeitig stärkte sie auf magische Weise das Band zwischen uns und unseren Freunden, die optisch manchmal kaum von uns zu unterscheiden waren. Natürlich ist das heute ab und an auch noch so und an unserem Stil lässt sich jede Menge ablesen. Bloß verschwimmen Grenzen und Einflüsse inzwischen zu unserem ganz eigenen Stil. Früher, da waren viele von uns radikaler, argloser und vor allem unbekümmert. Wir machten nach, was “die Coolen” uns vormachten und waren uns dabei oftmals nicht im Klaren darüber, wie viel Bedeutung und Macht doch in der Mode steckt.

“Cool Aussehen – Mode & Jugendkulturen” bündelt all unsere Inspirationsquellen, Stil-Vorbilder und Helden von früher und heute in einem Sammelwerk, zusammengefasst aus Bildern und Texten von Diana Weis und ihrer 22-köpfigen Schreiber-Crew, die genau weiß, wovon sie da spricht. Unser lieber David von Dandy Diary ist zum Beispiel auch dabei. weiterlesen

Zum Verschenken oder selber kaufen: “Disappointments Diary 2013″

– 27.11.2012 um 12.11 – Allgemein Buch

 Zum Verschenken oder selber kaufen: Disappointments Diary 2013

Für diesen Fund hätte ich die Jungs und Mädchen von ignant heute Morgen am liebsten geknutscht, und zwar mit Zunge, so richtig. Alle Welt redet ständig nur von Moleskine, und dass es sich ohne den “traditionsreichen schwarzen Kalender, den schon Ernest Hemingway benutzte” nicht sonderlich gut leben ließe. Das ist natürlich richtig. Durchaus denkbar aber, dass das “Disappointments Diary 2013″ (erdacht und gemacht von Nick Asbury, Hat-trick Design und Asbury & Asbury) uns in Zeiten kleiner und großer Enttäuschungen ein ähnlich guter Kumpel sein könnte.

Ich bin mir nicht sicher, ob es häufiger die Naiven oder die Träumer unter uns trifft, und was, wenn man im schlimmsten Fall ein naiver Träumer ist? Katastrophe. Ganz bestimmt ist der Zustand des “Enttäuschtseins” einer der aller miesesten und außerdem einer, den wir alle kennen, was die Sache wiederum nicht leichter macht. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, aber wenn man mal was wagt, dann ist die Gefahr, es richtig zu versauen, ziemlich groß. Noch übler, wenn’s der andere versaut. Oder irgendwer. Dann gesellt sich zur Enttäuschung auch noch die Machtlosigkeit hinzu und dann wird’s richtig quälend. Lieber sauer sein als gelähmt. Dann hilft zumindest schreien. Oder schreiben. Ins Disappointemnts Diary 2013 zum Beispiel. weiterlesen

Buch-Tipp: “100 Beards, 100 Days”

– 26.11.2012 um 12.55 – Allgemein Buch

 Buch Tipp: 100 Beards, 100 Days

 Die Prinzessinnen vom Kindgom of Style, denen ich auch das obige Bild stibitzte, ließen mich heute ein Mal mehr über das Erscheinungsbild des Mannes im Jahr 2012 sinnieren. Ab sofort ist nämlich “100 Beards, 100 Days“, das neueste Buch von Jonathan, erhältlich, in dem offensichtlich 100 Bart-tragende Männer in Portrait-Form vorgestellt werden. Darüber freue ich mich natürlich zutiefst, es ist schließlich ein offenes Geheimnis, dass ein Mann ohne Bart für mich bloß ein halber Mann ist (Ja, Sexismus funktioniert eben auch umgekehrt). Hier klicken zum Bestellen, es ist schließlich “Movember“.

Vor etwa zwei Jahren beklagte ich mich noch ziemlich unreflektiert über das metrosexuelle Erscheinungsbild unserer männlichen Mitbürger. Dabei hätte ich mich richtigerweise über so viel Toleranz und die Wegentwicklung von strengen Rollenbildern freuen sollen. Political Correctness und der eigene Geschmack sind allerdings zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Und deshalb kommt mir die stetige Maskulinisierung des modebewussten Mannes in Großstädten gerade recht. Verwunderlich erscheint mit dieser Wandel keineswegs, es ist nämlich allgemein bekannt, dass Mann in wirtschaftlich betrachtet eher komplizierten Zeiten wieder voll und ganz zu seiner äußeren und inneren Stärke zurückfindet. Dass war damals während der Weltwirtschaftskrise so (ein adrettes Äußeres wurde wieder wichtiger denn je) und so ist es offensichtlich heute noch. Natürlich geschieht so etwas eher unbewusst und weil irgendwer damit anfängt und viele andere diesem Vorreiter nacheifern, und doch fühlt Mann sich ja nun offensichtlich wohl mit all dem Haar im Gesicht. Das Beschneiden der Natur leuchtet mir in vielen Fällen so oder so nicht ein, weshalb ich gerade darüber nachdenke, ob ich mir das auf 250 Stück limitierte Bärte-Buch nicht schleunigst sichern sollte. Ans Andenken an die späten 00er Jahre, denn wer weiß was als nächstes kommt. Eventuell ja Sea Punk Bärte. weiterlesen

Teil 1: Dürfen wir vorstellen? Das COVER Magazin

– 21.11.2012 um 17.34 – Allgemein Buch Menschen Mode

cover Teil 1: Dürfen wir vorstellen? Das COVER Magazin

Nach meinem Zugdebakel vom Wochenende, durfte gestern nichts schief gehen und so fand ich mich pünktlich am Flughafen Tegel am richtigen Gate zur richtigen Zeit ein. Selbstverständlich hatte der Flug eine Stunde Verspätung, wie sollte es auch anders sein. Grund meines kleinen Ausflugs war die Einladung vom COVER Magazin, jüngstes Printwerk der Burda Familie. Einmal wieder hinter die Kulissen einer “richtigen” Redaktion schauen, ist eine gefühlte Ewigkeit her und umso mehr juckte es uns in den Fingern, flott in den Flieger zu steigen und sich einmal genauer mit dem COVER zu beschäftigen.

Vorab gab’s bereits drei Ausgaben, die fix durchgeblättert wurden und tatsächlich fühlte ich mich nicht direkt angesprochen. War ich vielleicht doch die falsche Zielgruppe für das Format? Habe ich mein Herz für Printmagazine an Mini-Verlage verloren oder fehlte mir einfach irgendetwas anderes? Tatsächlich, wollte da irgendwas nicht passen und seit gestern weiß ich die Antwort -Ganz einfach: der Bezug. Mir hatte schlicht und ergreifend noch niemand dieses  Magazin empfohlen, noch habe ich mich in voller Offenheit darauf eingelassen. Und tatsächlich, dieses Mag ist wirklich richtig gut.  weiterlesen

Warum es gut ist, Tagebuch zu schreiben – auch wenn man schon groß ist.

– 08.10.2012 um 17.33 – Allgemein Buch DIY Leben

tagebuch Warum es gut ist, Tagebuch zu schreiben   auch wenn man schon groß ist.

Manchmal sitze ich in der U8 und beobachte traurige Menschen. Oder lustige Menschen, einfache Menschen, Möchtegernmenschen und Menschen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie überhaupt merken, dass sie Menschen sind. Jeder kennt das. Gedanken pumpen durch den Kopf, und zwar so schnell und planlos, dass man alles Gedachte schon nach ein paar Minuten wieder vergessen hat. In solchen Situationen zücke ich mein Tagebuch. Nicht, um Sätze wie “Heute war wieder ein irrer Tag” aufzuschreiben – doch, auch! – aber vor allem, um Einfälle, Geistesblitze und Erkenntnisse zu konservieren. Wenn man groß ist, dann hat man für so etwas in der Regel ein Notizbuch. Auch ich besitze so etwas, musste aber nach Jahren feststellen, dass mich meine eigene “Bibel der Inspiration” im Grunde mehr behindert als fördert, mir am Ende sogar Bretter vor den Denkapparat schiebt.

Weil ich Zwänge entwickle, zum Beispiel diese Sache mit den richtigen Kugelschreiber. Ein Mal mit blauer Farbe gestartet, ist es mir unmöglich plötzlich einen schwarzen Stift zu benutzen. Alles muss irgendwie seine Ordnung oder gewollte Unordnung haben, auch allererste Ideen sollten im besten Fall visuell ansprechend sein, schließlich will man irgendwann einmal dieses Buch aufklappen und denken “Wow, deine Einfälle sind ja der Wahnsinn!”. So läuft das aber nicht. Und jedem, der sich mit ähnlichen Problemen herumschlägt, empfehle ich das Umsatteln auf das konventionelle Tagebuch, bloß im unkonventionellen Sinne. Man fühlt sich dabei ziemlich pubertär und kindisch, keine Frage. Wenn man’s aber zulässt, staunt man Bauklötze, was da alles in den Untiefen des Kopfes schlummert. weiterlesen

Zitat des Tages aus: “Nur wer träumt, ist frei” von E.W. Heine

– 27.09.2012 um 12.43 – Allgemein Buch

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“In allen wirklich wichtigen Augenblicken seines Lebens ist der Mensch nackt, bei der Geburt, im Liebestaumel, am Urlaubsstrand und als Todeskandidat auf der Intensivstation. Uniformen, Pelzmäntel, Sträflingshemden, Meßgewänder und Maßanzüge, sie sind nichts weiter als Zwangsjacken. Sie zwingen ihre Träger in eine unnatürliche Haltung wie Fischbeinkorsetts. Kleider machen Leute, aber keine Kleider, das macht frei. 

Wir haben uns so an unsere Hosen gewöhnt, dass die meisten von uns selbst dann nicht mehr nackt sein können, wenn sie wirklich nackt sind. Wir verbergen unsere Gefühle hinter Feigenblättern. Wer vermag sich schon wirklich zu entblößen, mit ganzem Wesen nackt und hemmungslos unverhüllt zu sein. Das wäre ein Striptease! Keine Königin zeigt ihren Zobenmantel mit der gleichen Würde wie ein Affe sein nacktes Hinterteil. Alle Kleidung ist so lächerlich wie der Mensch und seine unfreiheitliche Ordnung. Alles wirklich Schöne und Natürliche ist nackt. Eine griechische Skulptur mit Hose ist so lächerlich wie ein Reh im Londemantel.”

Aus: “Nur wer träumt, ist frei” von E.W. Heine. Kann man hier bestellen, ist gut.

Buch-Tipp: ROOKIE YEARBOOK ONE – könnte sowas wie meine neue Bibel werden.

– 20.09.2012 um 13.23 – Allgemein Buch

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Vor etwa drei Monaten hatten wir es bereits angekündigt, das Rookie Yearbook One, das wir tatsächlich ziemlich sehnlichts erwarteten. Gestern landete das erste Printwerk der talentierten Miss Tavi Gevinson dann endlich in meinem Briefkasten – und raubte mir schließlich den Schlaf. Weglegen klappt nicht, wegschauen erst recht nicht. Wer nach dem Durchblättern und -lesen unbeeindruckt zurück bleibt, der muss ein Herz aus Stein haben. Ernsthaft.

Alle Erwartungen, die ich an das wundersame Jahrbuch hegte, wurden gefühlt um das Zehnfache übertroffen und zu Späßen bin ich heute wirklich nicht aufgelegt. Ihr könnt mir also gern glauben. Vor allem, weil ich mich ein klein wenig dafür schäme, höchstwahrscheinlich einer der größten Bewunderer der gerade einmal 16-jährigen Amerikanerin zu sein. Ich meine, wie könnte ich auch nicht in die Hände klatschen, wenn da auf einmal ein Persönchen am Modeblogger-Horizont erscheint, das eben nicht nur Mode im Kopf hat. Sondern der Ąsthetik und dem Klang der Riot Grrrl Bewegung obendrein in etwa so verfallen ist, wie ich selbst. Und dem, wie ich ihn nenne, “Feminismus mit Titten“. So häufig stößt man da nämlich nicht auf Gleichgesinnte. Und clever ist Tavi auch noch, ziemlich sogar. Ich Fangirl, ich. Jedenfalls liegt es nun hier, das Yearbook One. Und ich empfehle jedem von euch dringendst bei Amazon vorbeizuschauen. Und zwar ob nun Teenage Girl, oder nicht – hier steckt viel jugendliche Weisheit drin und die kann man auch als Erwachsener noch gebrauchen. weiterlesen

Behind-The-Scenes-Video: SZ-Magazin – Ein sagenhaftes Modeheft über Grimmes Märchen

– 12.09.2012 um 13.49 – Allgemein Buch

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“Und wenn sie nicht gestorben sind. Ein sagenhaftes Modeheft über Grimmes Märchen” – Mit der Ausgabe vom vergangenen Freitag entführt uns das Süddeutsche Zeitung Magazin in ferne Welten voll wunderbarer Phantastereien und Stoff-Träume. Vor 200 Jahren nämlich erschienen die ersten Märchen der Gebrüder Grimm. Zeit, den beiden Helden der schaurig schönen Fiktion Tribut zu zollen.

Neben Texten über Froschkönige und das “Hänsel-klaut-neuerings-auch-aus-Gretels-Kleiderschrank – Prinzip“, einem Gespräch mit Sophie Marceau über Eitelkeit, Neid und Schneewittchen, reichlich Sternatler-Klimbim für’s Schmuckkästchen und Kurzvorstellungen der großartigen Designer unserer Zeit, erfreut sich vor allem unser pingeliges Auge an dieser liebevoll aufbereiteten Ausgabe. Für die märchenhafte Modestrecke holte man sich niemand geringeren als Fotograf Tim Barber ins Boot, der unter anderem verantwortlich zeichnet für die Lookbooks der legendären Duos hinter Opening Ceremony oder Urban Outfitters. Wer also noch nicht im Besitz des dieses Schmankerls ist, sollte zumindest online noch fix zuschlagen. Bis dahin werfen wir aber noch einen Blick auf das Behind-The-Scenes-Video, das uns ein klein wenig neidisch macht – der nächste Wochenen-Trip könnte uns durchaus in den nächsten Märchenwald führen. weiterlesen