Kategorie-Archiv: Buch

FEMINISMUS // Buchtipp: „Sex Object“
von Jessica Valenti

02.08.2016 um 12.34 – Buch Feminismus

sex object

In ihrer Essay-Sammlung Sex Object erzählt die amerikanische Feministin Jessica Valenti wie es ist, als Frau in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die Frauen verachtet. Und zeigt, welche Macht persönliche Geschichten haben.

Um es gleich klar zu machen: Sex Object ist kein Buch, das man lesen sollte, wenn man sich entspannen will – am Strand, abends vorm Schlafengehen. Sex Object macht stellenweise nämlich ganz schön wütend, fassungslos, traurig. Und genau das macht dieses Buch so gut. weiterlesen

Feminismus // 3 Bücher, die prägen – oder:
Die Macht der Buchstaben

01.06.2016 um 12.04 – box2 Buch Feminismus

feminismus_thisisjanewayne

Es gibt sie: Bücher, die uns so beeindrucken, dass wir nach der Lektüre nicht mehr dieselben sind. Die Aha-Momente auslösen und unsere Hirne in einen wahren Gedanken-Tornado stürzen. Ohne die begeisternde, manchmal auch deprimierende Lektüre von Büchern wäre ich heute – vielleicht – keine Feministin.

Welche Bücher das genau sind? Ich könnte duzende aufzählen, habe mich aber schweren Herzens für drei entschieden, um sie euch an dieser Stelle ganz fest ans Herz zu legen: 1. The Handmaid’s Tale, 2. Ein eigenes Zimmer und 3. Memoiren einer Tochter aus gutem Hause. weiterlesen

Auf meinem Nachttisch im April //
Wunde Punkte von Matt Sumell

04.04.2016 um 11.29 – box3 Buch

matt sumell wunde punkte

Nachdem ich jahrelang davon ausging, dass es in der Literatur nichts wichtigeres als dicke Schinken und Ergüsse einstiger Intellektueller gäbe, musste ich irgendwann feststellen, dass das waghalsige, moderne Buchleben wie ein lauer Wind an mir vorbei pfiff und ich damit nichts weiter als einer dieser lausigen fehlgeleiteten Bücherwürmer war, die stets meinen, man könne das Gehirn nur mit Prestige-trächtigen Autoren aufmöbeln und die dabei das Beste verpassen. Das andere Lesen wenn man so will, das wie ein Faustschlag in den Magen dringt und im nächsten Moment vor Lebendigkeit überquillt. Deshalb landet inzwischen jeden Monat eine Neuerscheinung auf meinem Nachttisch.

Diesmal ist es Matt Sumells „Wunde Punkte“, das Debüt eines unverschämt talentierten Schriftstellers, der eigentlich gar kein Schriftsteller werden, sondern bloß seiner Dozentin imponieren wollte. Hat nicht funktioniert und so schrieb er seinen ersten Roman, der leicht als Sozialstudie über die Existenz eines waschechten Proleten abgetan werden könnte – wäre da nicht die enorme Komik, die unerträgliche Tragik und das ungemein heftige sprachliche Donnerwetter, das uns mit jeder Zeile in ein anderes Extrem der Gemütszustände wirft. weiterlesen

Krumulus‘ Buch-Tipps // Bücher im Frühling

22.03.2016 um 9.59 – Allgemein Buch

Meteorologisch ist er längst da, jetzt fehlt bloß noch ein bisschen Überzeugungskraft: Frühling, wir schmecken dich, mach hinne! Die dritten Ferien (!) und sogar Ostern stehen direkt vor der Tür – und wir bereiten uns hier in der 3-Kerle-Bude natürlich bestens vor, um über die Feiertage auch keine Langeweile aufkommen zu lassen. Grund genug also, vergangene Woche bei Anna vorbei zu schauen und uns mit neuen Büchern einzudecken. Wir haben bloß ehrlicherweise schon ein bisschen geschummelt und schon vergangenen Sonntag mit dem ersten Buch begonnen: Ab unter die Decken und mit einem Stapel neuer Schmöcker das Wochenende verbracht. So kann uns das schlechte Wetter rein gar nicht anhaben. Frühling oder nicht? Ganz gleich: Wir sind vorbereitet:

Vielleicht ist auch was für euch dabei? weiterlesen

Buch-Tipp // Der Mama Styleguide

15.03.2016 um 17.58 – Allgemein Buch

Als Janine Dudenhöfer und Jules Villbrandt vor rund acht Monaten in meiner Wohnung standen und von ihrem Buchprojekt erzählten, hatte ich um ehrlich zu sein, keinen blassen Schimmer davon, worum es in ihrem neuen Mama Styleguide gehen sollte. Ich wusste bloß, dass ich eigentlich ein Problem mit Moderatgeberbüchern und Stylingregeln, mit Do’s und Dont’s mit Must haves und all dem anderen Quatsch hatte und niemandem unter keinen Umständen irgendetwas diktieren wollte. Wie auch? Ich war in meiner 32 Schwangerschaftswoche und fühlte mich selbst ein klein wenig überfordert in meiner damaligen Situation. Und trotzdem machte ich mit, weil mir schwante, dass das hier ganz anders laufen sollte: Während Jules also locker aus der Hüfte heraus Bilder von mir und meiner Wohnung schoss, plauderte ich mit Janine über meine heimlichen Schwangerschaftsretter, Vorfreuden, Minimizer, meine Intuition und erfolgreich betriebene Realitätsverweigerung – und hatte einfach noch immer keine Ahnung, wie dieser Mama Styleguide genau aussehen sollte.

Seit dem Wochenende halte ich mein Exemplar nun endlich in den Händen und wisst ihr was? Seither platze ich vor Stolz: Weil Janines und Jules Herzprojekt so unfassbar großartig geworden ist, weil ich meine eigene kleine Schwangerschaftserinnerung im Buchformat halte UND neben so tollen anderen Mamis und Papis in einem Buch meine Geschichte teilen durfte. Ein Mama Styleguide – oder sagen wir: Ein Geschichten-Buch mit ganz realen Stories, das mehr als bloß irgendein Ratgeber sein will, alles sein darf, aber vor allem rein gar nichts muss <3 weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Lektorin Friederike Schilbach

15.02.2016 um 11.56 – box2 Buch

friederike_schilbach_portrait_v650xxFoto: Mary Scherpe

Über kaum eine Mail habe ich mich in den vergangen Tagen so sehr gefreut, wie über jene von Friederike Schilbach. Die 35-Jährige Lektorin für internationale Literatur beim S. Fischer Verlag ist so  etwas wie eine professionelle Kirschensammlerin, nur, dass in ihrem Körbchen keine Früchte, sondern Buchstaben landen und zwar solche, die von der ganzen Welt gesehen und gelesen gehören. So holte sie etwa Werke von Autoren und Autorinnen wie Leanne Shapton, Lena Dunham, Sheila Heti, Kevin Powers, Elif Batuman und Matt Sumell nach Deutschland; es ist als hinge an jedem einzelnen ihr ganzes Herz. Im vergangenen Jahr zum Beispiel fand ich den Roman „Das Ende von Eddy“ von Edouard Louis in meinem Briefkasten, Friederike hatte einen handgeschriebenen Brief dazu gelegt. Eine Liebeserklärung an den jungen Franzosen, an seine 300 Seiten starke Geschichte darüber,  wie wie man eine Kindheit zwischen Rassismus, Missbrauch und Gewalt überlebt, wenn man schwul ist. Aus meinen beim Lesen vergossenen Tränen hätte man womöglich mehr als eine ganze Kanne Tee aufkochen können.

Friederike ist mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der wenigen Menschen, auf deren Wesen eine der tausendfach zitierten Weisheiten Antoine de Saint-Exupèrys wirklich zutrifft: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das gilt in ihrer Welt offenbar auch für Bücher. Welche acht sie in der Vergangenheit am meisten geprägt haben, verrät sie uns hier: weiterlesen

BOOKS THAT SAVED & SHAPED MY LIFE //
Mit Autorin Elisabeth Rank

08.02.2016 um 15.56 – Buch

elisabeth rank

Elisabeth Rank, oder auch einfach Lisa, ist ein Mensch wie eine Torte. Wo Lisa ist, herrscht Gemütlichkeit, jedenfalls stelle ich es mir genau so vor, und noch dazu ist die 31-Jährige stets auf der Suche nach den wirklich schönen, manchmal leicht verbeulten und saftigsten Kirschen des echten Lebens. Nach solchen, die sich in ehrlichen Geschichten spannender Menschen verbergen, dort, wo die allermeisten vergessen, hinzusehen. Nicht nur auf ihrem eigenen Blog sammelt die Berlinerin treffende Worte – nach ihrem Debütroman „Und im Zweifel für dich selbst“ folgt 2013 „ Bist du noch wach„, seit Anfang des Jahres lesen wir außerdem als Online-Redakteurin beim ZEITmagazin von ihr. Ich selbst möchte Lisa hin und wieder sogar für ihre Status-Updates knutschen:  „„Es ist niemandem zu trauen, der sein Brot komisch schmiert”, sagt D,“ stand dort vor Kurzem geschrieben. Es ist also nur verständlich, dass wir unbedingt wissen wollen, welche Werke anderer Schreibender Lisa selbst am Herzen liegen.

„I will never be beautiful enough to make us beautiful together“ von Mira Gonzales zum Beispiel: weiterlesen

Books that saved & shaped my life //
Mit Designer Tim Labenda

01.02.2016 um 10.05 – Allgemein box3 Buch
tim labenda books that saved my lifeFoto: Steffen Roth

Wann immer wir den Namen „Tim Labenda“ in den Mund nehmen, flattert uns das Herz, wir formen Schnuten der Entzückung und laufen über vor Stolz. Diese eisblauen Augen dort oben sollten sich sämtliche Moedekritiker der Welt tunlichst ins Hirn brennen, womöglich werden sie es nämlich sein, welche die eigenen künftig zum leuchten bringen. Oder besser: Weiterhin. Das, was Tim uns während seiner noch jungen Karriere nämlich bisweilen präsentiert hat, sprengt Grenzen, die manch ein deutscher Designer sich nicht einmal anzusehen wagt, er hält die Fahne für Berlin hoch, hat mit Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp nicht nur einen treuen Fan der ersten Stunde, sondern auch eine Mentorin gefunden und übertrifft sich mit seiner Handwerkskunst von Saison zu Saison selbst. Wir warten daher gespannt auf das kommende Lookbook für Frühjahr/Sommer 2016, es kann nämlich nur gut werden, mehr als gut.

Heute geht es aber ausnahmsweise nicht um schönen Fummel, sondern um großartige Bücher. Solche, die Tim, den man im Übrigen nur lieben kann, geprägt, beflügelt oder zum Nachdenken gebracht haben. Mir schwant, da schlummert ein ewig kleiner Junge in dem inzwischen erwachsenen Mann – vielleicht hat er ja gerade deshalb niemals das Träumen verlernt. Eine Gabe, die rar ist in einer Gesellschaft der Übervorsichtigen. Bitte bleib, du Goldstück. Du bist nämlich jetzt schon ziemlich groß. weiterlesen

Buch-Tipps // Was ich jetzt lesen werde

06.01.2016 um 13.37 – box1 Buch

leseliste 2016In der ersten Woche des Jahres kaufe ich mir stets eine Handvoll Bücher, die ich während der nächsten 12 Monate hundertprozentig lesen will. Keine Neuheiten, die werden im Laufe der Zeit einfach dazwischen gefudelt, sondern meist Klassiker, die schon viel zu lange auf meiner Leseliste schlummern. Da denkt man immer, man wäre relativ bewandert und hätte bald sämtliche Werke durch, die nicht nur irgendwie wichtig, sondern vor allem auch großartig sind (alles andere wäre wohl mehr Bauchpinseler des Egos als Vergnügen), aber nein. Es geht immer weiter, wahrscheinlich sogar bis ans Ende der eigenen Lebenszeit, weil die Zeit selbst, vor allem für Ruhe und das geschriebene Wort, so oder so das knappste aller Güter ist. Also ran an den Speck, bevor es zu spät ist. Mein Vorsatz 2016: Mehr als nur ein Buch pro Monat verschlingen, bis die Augen viereckig werden. Den Fernseher habe ich dafür wieder aus der Wohnung verbannt – zu viel Ablenkungsgefahr und was soll ich sagen, ein Hoch auf Netflix, wenn das Hirn doch nicht will.

Obwohl ich mir für solche Momente erstmals erhobenen Hauptes ein Buch aus der Kategorie „Freche Frauen“ zugelegt habe. Nein, ich schäme mich nicht. Ich werde mich in Badeschaum suhlen und Tränen weinen. weiterlesen

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Books that saved & shaped my life // Mit Nina Faulhaber von ASOS Germany

02.12.2015 um 14.38 – Buch

my life in booksNina Faulhaber ist eine der reizendsten Personen, die mir die Modebranche bisher beschert hat, ein Goldstück sondergleichen, das nicht nur den schärfsten Fummel von allen am Körper trägt, sondern auch jede Menge wunderbare Gedanken im Kopf. Als wir eines Tages zeitgleich auf dem fiesen Teppichboden des Berliner Fashion Week Zelts in uns zusammen sanken, vor Erschöpfung und auch Verzweiflung ob des gerade Gesehenen, da war der Drops gelutscht: Gäbe es einen Nina-Fanclub, ich säße definitiv auf dem Platz der obersten Präsidentin.

Wenn die Redaktionsleiterin von ASOS Deutschland gerade mal nicht fleißig ist, ist sie fleißig und manchmal auch fleißig, meist aber fleißig. Das Erstellen von Gifs gehört zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, als kleines Mädchen hätte sie für einen echten Esel ihr letztes Hemd gegebenen, sie kann handgeschriebene Düfte riechen, malt ihr Tagebuch, weil sie Selbstgeschriebenes hinterher immer so schlimm albern findet und ist heimlich verknallt in Horst Evers. Ihr merkt: Nina ist ein Pfundskerl. Deshalb wollen wir auch auf der Stelle von ihr wissen, welche Bücher ihr Leben und Lesen bis heute geprägt haben: weiterlesen