Kategorie-Archiv: Buch

Books that saved & shaped my life //
Mit Teresa Köster

06.10.2015 um 10.16 – box1 Buch
my life in books teresa koesterFoto: Michael Schulz

Teresa Köster ist freie Redakteurin, Kunstgeschichtlerin und waschechte Berlinerin. Ein stilles Wasser, das so tief ist wie der Atlantik, eines, das es vermag, erst stundenlang zuzuhören, ganz aufmerksam, um kurz darauf in endlosen Nächten vollgepackt mit klugen Gedanken zu versinken. Neben einem furchteinflößenden Wissen über die hiesige Kulturszene verfügt Tete, die es hasst, wenn ich sie so nenne, außerdem über einen brillanten Musikgeschmack. Nur eins kann sie noch besser als stimmungsunterstreichende Soundtracks zu erstellen: Bücher finden. Solche, die gelesen werden müssen, darauf ist Verlass.

Unsere neue Serie „Books that saved & shaped my life“ erkläre ich hiermit also für eröffnet – mit Teju Cole, Susan Sontag, Jonathan Franzen, Klaus Kordon, Siegfried Lenz und Milan Kundera im Gepäck: weiterlesen

Ab morgen am Kiosk //
Petra Collins x ZEITmagazin

23.09.2015 um 14.29 – box1 Buch Feminismus

petra f collins zeitmagazinDas ZEITmagazin schlüpft gern in unterschiedliche Gewänder und schmückt sich nicht selten mit großflächigen Bildern aufgenommen von den spannendsten Andersdenker_innen der (Pop-)Kultur. Diesmal ist aus einem Treffen zwischen Petra F. Collins und Chefredakteur Christoph Amend ein Fotoheft entstanden, das die Darstellung junger Mädchen vom Kitsch befreit. Genau das will auch die Künstlerin selbst, der über 175 000 Menschen auf Instagram folgen – trotz, oder gerade wegen mindestens zwei mittelgroßer Skandale, ausgelöst durch zu viel Schamhaar und ein in den Augen vieler „provokant-widerliches“ Perioden-Shirt für American Apparel. Sie möchte, „dass Mädchen wieder besser mit sich zurecht kommen“ und mit ihren analogen Aufnahmen „Facetten des Alltags und der Gefühlswelt (…) zeigen, die normalerweise verdrängt und versteckt werden, die in der Öffentlichkeit einfach nicht stattfinden.“

Wir duften schon vorab einen Blick in die morgen erscheinende Ausgabe werfen und sind nach abgekautem Glitzernagellack und Kugelschreibergekritzel noch größere Fans der Kanadierin, die seit Jahren zum Inner Circle von Rookie-Gründerin Tavi Gevinson zählt und längst zu einer der wichtigsten „Cultural Influencer“ unserer Zeit geworden ist. weiterlesen

Lesen // „Walden“
von Henry David Thoreau

17.09.2015 um 13.29 – Buch

walden henry thoreau„I took a walk in the woods and came out taller than the trees.“

Es kommt vor, dass ich das turbulente Leben liebe, meistens sogar, aber manchmal, da geht es mir wie so vielen anderen, die der Stadt dann und wann überdrüssig sind, die fliehen wollen vor dem Lärm, der Hektik und zu viel Menschheit. Zwischen Stadtflucht und Landfrust versuche ich noch immer heraus zu finden, welcher Ort mit mir zusammen alt werden wird, ein kleiner oder ein großer, ob ich Nachbarn haben werde und wenn ja, wie viele. Ich versuche mich darauf zu besinnen, was richtig für mich ist und was falsch, was mir gut tut, aber immer dann, wenn ich meine, mich gefunden zu haben, verliere ich mich erneut im Wust der Möglichkeiten. Ich stelle mir dann vor, wie es wäre, einfach zu gehen. In die Berge oder zurück in die Heimat, ich frage mich, ob ich wirklich brauche, worauf ich gerade nicht verzichten will, ob Schönes nur Ablenkung oder wahre Freude ist, ob es mehr gibt als das hier. Wie wäre das, nicht arbeiten zu müssen, weil man kein Geld braucht, keine Verpflichtungen zu haben, aber Zeit, für sich selbst zu sorgen, irgendwo weit weg. Himmel oder Hölle?

Henry David Thoreau war so alt wie ich, nämlich 27, als er sich 1845 schließlich dazu entschied im Wald zu leben – frei von Konsum und bürgerlicher Etikette. Das aus dieser Erfahrung entstandene Buch „Walden“ gilt bis heute als Inspirationsquelle der 68-Generation, als Musen-Literatur von Tolstoi bis Gandhi und Muss für jeden Freigeist, der ab und zu an Weltflucht denkt. weiterlesen

Buch-Tipp // „Frauen und Kleider“
von Sheila Heti, Leanne Shapton, u.v.m

15.09.2015 um 12.36 – box2 Buch

Frauen und leider
Gibt es ein Outfit, in dem du zu jedem Zeitpunkt deines Lebens glücklich wärst? 
Hast du Träume, in denen Kleider eine Rolle spielen? 
Wenn du all deine Kleider bis auf eins weggeben müsstest, was würdest du behalten?
Hast du je etwas gekauft, das im weitesten Sinn dein Leben verändert hat?

Die drei Autorinnen Sheila Heti, Leanne Sharpton und Heidi Julavite haben gemeinsam ein Buch geschaffen, das durchaus als Liebeserklärung an die Mode zu verstehen ist, nicht aber an die Art von kaufbarem Konsum, den wir tagtäglich in Magazinen, auf Blogs oder Bildschirmen unter die Nase gerieben bekommen, sondern an die emotionale Sprache unserer Kleidung, an kostbare Besitztümer, die nicht mit Preisschildern zu messen sind. Ein alter Anorak zum Beispiel oder rosafarbene viel zu teure Pumps, die Phantasien bündeln, am Ende aber nie getragen werden. Was sagen diese Dinge über uns aus, und: Warum ziehen wir überhaupt an, was wir anziehen? Über 500 Frauen aus sämtlichen Ländern der Welt haben für „Women in Clothes“ („Frauen und Kleider“, S. Fischer Verlag) einen Fragenkatalog beantwortet, der stetig weiterentwickelt wurde –  darunter Lena Dunham, Miranda July, Kim Gordon oder Cindy Sherman.  weiterlesen

Brain-Blah //
Von Stilratgebern & Französinnen

08.09.2015 um 11.43 – box1 Buch Gesellschaft

how to be parisienneIch habe ein Schwäche für Ratgeberbücher, jetzt ist es raus. Solche, in denen Dinge stehen wie „loslassen“, „zur Ruhe kommen“ oder „authentisch sein“. Ein bisschen eso, ich weiß, und auch banane. Was mir aber ganz und gar nicht gefällt, ist die derzeit alles überschwemmende Klugscheißer-Literatur, die uns nichts als oberflächliche Regeln diktiert. Im vergangen Jahr gab es da ein prächtiges Beispiel, den Namen verkneife ich mir, weil viel Mühe darin steckt, das weiß ich. Jedenfalls amüsierte man sich damals noch köstlich über dieses „No-Go“ namens Sandalen, so ein Schuhwerk gehöre sich nicht für eine Frau mit Stil. Das Tragische an Aussagen wie dieser ist nicht nur deren offensichtliche Vergänglichkeit (ein paar Monate später zeigte sich die weltweite Front Row dank Célines „Furkenstocks“ gerappelt voll mit den eben noch verschmähten Latschen), sondern vor allem der Käfig der Fremdbestimmung, der mit ihnen nach und nach erbaut wird, überall da, wo Menschen sich auf das gedruckte Wort und selbsternannte Spezialisten verlassen.

Das widerstrebt ganz eindeutig dem Glanz und der Größe und dem Demokratiegedanken der Mode, die heute weniger wegen der Witterungsverhältnisse existiert, sondern vielmehr als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit agiert. Der Körper und die Kleidung, mit der wir selbigen umhüllen, sind schließlich zwei der wenigen Kostbarkeiten, über die wir noch selbst entscheiden und bestimmen können und dürfen. Ein Jammer wäre es, diese Freiheit freiwillig gen Mond zu schießen. weiterlesen

Bildband-Tipp //
„Snapshots of dangerous Women“

27.08.2015 um 12.52 – box1 Buch

snapshots of dangerous women„When I’m good, I´m very good, but when I’m bad, I’m better.“ – Mae West 

Männer sind Männer rund Frauen sind Frauen, so war das damals, und damals ist noch gar nicht lange her. Trinken, rauchen, laut und frivol sein, hinter dem Lenkrad sitzen und vielleicht sogar rasen, Sport treiben, Haut zeigen, Abenteuer erleben und sich vergessen – die „dangerous women“ von früher mussten dafür mutig sein. Beim Betrachten der sorgsam kuratierten Fotografien, die zwischen den 30er und 60er Jahren aufgenommen und von dem New Yorker Kunstsammler Peter J. Cohen aus Flohmarktkisten dieser Welt gerettet wurden, ersäuft man entweder in Langweile, weil „alles schon gesehen“, oder aber man denkt sich fort, zum Beispiel ins Jahr 1922, als in der Zeitung noch Schlagzeilen wie a women is arrested for lighting a cigarette in the street zu lesen waren, man sucht nach den Geschichten hinter den Schnappschüssen und versinkt in Fragen, die größer sind als temporärer Leichtsinn. Und dann ist da noch Dankbarkeit. Dafür, dass es sie gab, die wilden Hilden und Dorothy Levitts dieser Welt, die lieber Hosen als Röcke trugen, an Autos schraubten, im Flugzeug den Atlantik überquerten und sich ihre Lippen als Zeichen der eigenen Emanzipation mit feuerroter Farbe bemalten. Manchmal hilft es, sich daran zu erinnern, dass Selbstverständlichkeiten irgendwann einmal Ausnahmen waren – um am Ende festzustellen, dass wir genau da weiter machen sollten, wo wir uns heute in wohliger Bequemlichkeit suhlen. „A dangerous woman doesn’t break the rules – she makes them.“ weiterlesen

INTERVIEW // Mirna Funk über ihr Buch
„Winternähe“ & modernen Antisemitismus

21.08.2015 um 9.48 – box2 Buch

mirna funk winternaeheMirna Funk ist eine deutsche Jüdin, die 1981 in Ostberlin geboren wurde. Sie redet schnell und laut, aber nicht einfach so, sondern weil sie viel zu sagen hat. Nach ihrem Studium der Philosophie und Geschichte schreibt sie für zahlreiche Publikationen wie „Interview“, den „Freitag“ und das „ZEITmagazin“, über Feminismus, Mode und Antisemitismus – Mit Schubladen konnte Mirna noch nie viel anfangen. Im Sommer 2014 geht die Journalistin nach Tel Aviv, um von dort aus über ihr Leben im Ausnahmezustand zu berichten. Was vor knapp einem Jahr noch niemand wusste: Gleichzeitig arbeitet sie ganz still und heimlich an ihrem ersten Roman „Winternähe“, der gerade erschienen ist und prompt mir dem Uwe-Johnson-Förderpreis für das beste deutschsprachige Debüt der vergangenen zwei Jahre ausgezeichnet wurde.

Winternähe“ erzählt eine Geschichte zwischen Berlin und Tel Aviv, die Geschichte von Lola. Lola ist aber nicht Mirna, Mirna nicht Lola. Ein paar Gemeinsamkeiten gibt es trotzdem: Den von Fremden aufgemalten Hitlerbart zum Beispiel. Die Suche nach der eigenen Identität als Vaterjüdin, den Versuch, selbstbestimmt zu leben und die Fassungslosigkeit darüber, dass selbst Freunde sich zu antisemitischen Kommentaren in der leichtsinnigen Wonne der Social Media Welt hinreißen lassen. Ein bisschen soll „Winternähe“ auch Aufklärung sein, sprachlich schlau und provokant, eine Art Handbuch, das die Vielfalt der israelischen Gesellschaft aufzeigt und Wissen gegen gefährliche Vorurteile austauscht. Im Interview spricht Mirna Funk über die Angst der Deutschen vor dem Fremden, über die Liebe zu ihrem Mann, den sie als Tochter einer nicht-jüdischen Mutter in Israel nicht heiraten darf und die Zeit im Krieg. weiterlesen

Buch-Tipp // Miranda July
– „The First Bad Man“

12.08.2015 um 11.00 – box2 Buch

the first bad man miranda julyIn meinem Wandschrank stehen zwei Bücher von Miranda July, „No one belongs here more than you„, eine Kurzgeschichtensammlung, und „Learning to love you more„, das im Grunde eine gebundene Zusammenfassung des gleichnamigen Kunstprojekts ist. Beide Werke haben mich fasziniert, keine Frage, aber keines hat mich um den Schlaf gebracht. Ähnlich erging es mir mit den beiden Langfilmen der in Los Angeles lebenden Allround-Künstlerin, weder „The Future“, noch „Me and you and everyone we know“ konnten mich, im Nachhinein betrachtet, so richtig mürbe machen, im positivsten aller Sinne natürlich, was nicht bedeutet, dass ich sie nicht mochte. Es ist nur ein bisschen so, als würden sämtliche Kritiker dieser Welt Miranda July bedingungslos auf Schritt und Tritt folgen, vielleicht weil sie selbst als Person so bunt und schön und bizarr ist, womöglich fehlte mir bisweilen aber auch einfach der Sinn für ihre filmischen und literarischen Ergüsse, gut möglich.

Etwas anders verhält es sich mit ihrem Debüt-Roman „The first bad man„, der jüngst im Englischen erschien. Seit drei Tagen gehe ich zu spät ins Bett, um doch noch eine Seite lesen zu können und noch eine und noch eine, bis die Augen brennen. weiterlesen

INTERVIEW // Mit Autorin Laurie Penny
“Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”

laurie penny feminismus“Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”

Die britische Autorin Laurie Penny hat mit ihrem neuen Buch Unsagbare Dinge einen inspirierenden und provokanten Leitfaden zum modernen Feminismus geschrieben. Wir haben uns mit der 28-Jährigen, die derzeit übrigens als eine der wichtigsten Feministinnen unserer Zeit gehandelt wird, über Aktivismus und Geschlechterrollen unterhalten – und darüber, wie sich Männer für den Feminismus engagieren können.

Laurie, unter jungen Frauen scheint es heute einen Backlash zu geben: Viele wollen jung heiraten, Kinder bekommen und zuhause bleiben anstatt Karriere zu machen. In deinem Buch beschreibst du diese Frauen als “50ies-Cupcake-Moms” – was ist falsch an dieser Entscheidung?

Es ist wichtig, einen Unterschied zu machen zwischen dem Kritisieren von Trends und dem Beleidgen von individuellen Personen. Es steht mir nicht zu, über das Leben von anderen Menschen zu urteilen – so lange sie mit ihren Entscheidungen ihre Mitmenschen nicht verletzen. Aber ich habe das Gefühl, dass die Entscheidung zwischen Job und Familie viele junge Frauen überfordert. Für viele ist das immer noch ein unmachbares Dilemma, es ist einfach zu ermüdend. Dazu kommt, dass die traditionelle “Arbeit der Frau” – also der Haushalt, die Kinderbetreuung, und so weiter – schon immer nicht genügend anerkannt und geschätzt wurde. Sie wird als einfach angesehen, nur weil sie von Frauen gemacht wird. Dabei ist das Arbeit, die für uns alle, für die Gesellschaft überlebenswichtig ist! Ich finde, Hausarbeit und Kinderbetreuung sollten im gleichen Mass geschätzt und vor allem bezahlt werden wie Erwerbsarbeit. Vielleicht würden sich dann mehr Männer überlegen, der Frau zuhause unter die Arme zu greifen. weiterlesen

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Buch-Tipp //
„Das Ende von Eddy“ von Édouard Louis

23.04.2015 um 11.18 – box2 Buch

SAMSUNG CAMERA PICTURESIch weine selten, während ich lese. „Das Leben von Eddy“ hat mich oft weinen lassen, wegen der Zeilen, Zitate und dem Zittern in der geschriebenen Autoren-Stimme. Wegen der aufkommenden Wut auf die beschränkte Menschheit und auf sämtliche Protagonisten des Debüt-Romans dieses französischen Wunderkindes, das seine eigene Geschichte aufgeschrieben hat, um dem Leben von früher zu entkommen und in ein neues aufzubrechen. Um gehört zu werden, um anderen, die so sind wie er, Édouard Louis, Mut zu machen, vielleicht aber auch, um Exorzismus zu betreiben, um die bösen Geister der Vergangenheit los zu werden. Nicht jede Zeile sei autobiographisch, heißt es. Aber wahr genug, um nachzuhallen wie die Schreie seiner überforderten Mutter. Wie sein eigenes Wimmern, wenn der Bruder ihn wider und wieder tot schlagen wollte, wenn der autoritäre Vater nicht an sich halten konnte. Scheiße nochmal, wieso heult der immer, warum ist der so? Das soll ein Kerl sein? Ich habe ihn nicht erzogen wie ein Mädchen, verfluchte Scheiße. Reg dich ab, muss das sein, dieses tuntige Gefuchtel. 

Der hochbegabte Soziologiestudent schreibt darüber, wie man eine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, zwischen Rassismus, Missbrauch und Gewalt überlebt, wenn man schwul ist. weiterlesen

Lese-Tipps //
Konfetti im Kopf – Buchmessen-Schnipsel

19.03.2015 um 13.37 – box1 Buch

buch tipps muchmesse„Bei dem lieblosen Wort Buchmesse denkt man sofort an überfüllte Hallen, Gedrängel, Klugscheißer und stickige Luft. In Leipzig gab es davon am Wochenende zwar auch genug, aber inmitten all der Aufregung haben Wörter, Blicke und Gedanken von großen und kleinen Autoren es geschafft, dass es innendrin auf einmal ganz ruhig wurde. Mit der Zeit wurden dann die großen Fragen im Kopf mit Konfetti, und die Zweifel mit Beifall befeuert.“

Unsere Gast-Autorin Caroline Schmitt hat für uns mehr als nur eine Handvoll heißer Lese-Tipps auf Lager und nimmt uns mit in ihren Kopf: weiterlesen

Buchtipp // „Früher war ich unentschlossen, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher“ von Jule Müller

02.02.2015 um 10.00 – box1 Buch

jule mueller frueher war ich unentschlossen jetzt bin ich mir da nicht ehr so sicher

Jule Müller ist 32 Jahre jung, Head of Love der wunderbaren Plattform Im Gegenteil, wo sie munter Herzen in ganz Deutschland verkuppelt, genau deshalb wurde sie natürlich auch schon längst Teil unserer #Girlcrush Rubrik und jetzt auch noch das – ein Buch! 

„Früher war ich unentschlossen, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher“ – ein biografische Erzählung. Selbstironisch, konstant witzig, leicht dramatisch und vor allem eines: sehr persönlich.

weiterlesen

Tiny Jane //
Die Sache mit der Bratpfanne auf dem Kopf
und dem Laster im Hirn

16.01.2015 um 15.30 – Baby Jane Buch

tumblr_inline_mvlan4wJN81qm3zxkGestern Morgen bin ich mit einer Bratpfanne auf dem Kopf aufgewacht, im übertragenen Sinne natürlich, was das Ganze aber keineswegs besser macht. Normalerweise gibt man sich ja große Mühe, nach Außen stets frisch und dynamisch zu wirken, aber ich sag’s euch ganz ehrlich, manchmal, da ist nicht nur Holland in Not, sondern alles im Eimer, auch ich. „Du schaffst das alles so prima, die Arbeit, das Kind! Das ist der absolute Wahnsinn“, hallte es in meinem Kopf, bis irgendwann nur doch der „Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn“ übrig blieb.

Das werte Kind wollte stundenlang nämlich weder schlafen, noch kuscheln, noch spielen, noch Füßekitzeln, noch baden, sogar der Knisterapfel war plötzlich scheiße, genau wie Mami, jeder Aufmunterungs-Versuch meinerseits löste auf der anderen Seite wirklich und wahrhaftig nichts weiter als noch mehr Tränen aus. Irgendwann fragte ich mich ernsthaft, wer von uns beiden gerade eigentlich vom Teufel besessen war. Nach dem 30. „Gackgackgackgack“ aus meinem Mund entschied mich zwangsläufig für „beide“, alles andere wäre auch wirklich unfair gewesen, die Nase voll hatten wir nämlich auch beide. Von uns und dem Tag und diesem furchtbar anstrengenden Akt des Existierens. weiterlesen

BUCH / PETITION / STALKING //
Mary Scherpe: An jedem einzelnen Tag

08.12.2014 um 17.06 – box1 Buch Gesellschaft

mary scherpe

Mary Scherpe hat einen Stalker. Einen ziemlich Hartnäckigen, der sie tagtäglich penetriert, ihr Nachrichten schreibt und ihr dabei den Alltag zur Qual machen will – via Twitter, SMS und per Post. Während manch einer von uns am liebsten sofort abtauchen und sich vor der Belästigung verstecken würde, geht Mary nach reifer Überlegung einen anderen Weg, nachdem sie vergeblich an anderer Stelle Hilfe sucht: Sie macht ihre Geschichte öffentlich. Zuerst teilt sie auf ihrem Tumblr Eigentlich jeden Tag regelmäßig Neues von Mister X, updatet ihre Leser über aktuelle Sendungen und veröffentlicht unkommentiert die absurdesten Geschichten, die leider ihrer Realität entsprechen – bis, ja bis der Lübbe-Verlag auf ihre Stalking-Geschichte aufmerksam wird und Mary davon überzeugt, ihre Geschichte nieder zu schreiben: An jedem einzelnen Tag erzählt die persönliche Story der Stil in Berlin-Autorin und ihre Versuche, Support zu finden und den Stalker loszuwerden. Das Ergebnis trägt eine Botschaft: Sich Luft zu machen, Aufmerksamkeit zu schaffen, Stalking-Opfer endlich ernst zu nehmen und die Gesetzeslage endlich für ebenjene zu verbessern.

Seither ruft Mary auf, ihre Petition zur Änderung des Stalking-Paragrafen §238 vom Erfolgs- zum Eignungsdelikt zu unterzeichnen UND:  weiterlesen

Buchtipp //
Schmöker für verregnete Sofatage

19.11.2014 um 15.33 – Buch

DSC01169Schmuddelwetter ist Bücherwetter, da werdet ihr lieben Janes und Johns wohl alle mit mir d’accord gehen, non? Ein Wälzer in der Hand, der Kater auf dem Bauch und auf dem Stubentisch ein heißer Kakao. Genau so und nicht anders werde ich jedenfalls meinen Bücherherbst verbringen. Und weil es dann so schön muckelig ist, darf auch die Lektüre endlich mal wieder ein bisschen dicker und süffiger werden. Nicht, dass man etwa noch auf die blöde Idee kommen könnte, die warme Stube wieder zu verlassen!

Damit ihr euch gerade noch rechtzeitig vor der anstehenden Zitter- und Schlotterperiode mit Lesestoff eindecken könnt, habe ich für euch eine kleine, feine Wälzer-Auslese nach dem klickklack zusammengestellt. weiterlesen