Kategorie-Archiv: Feminismus

It’s official //
Unsere KDG x JANE WAYNE Capsule Kollektion

21.02.2017 um 10.48 – Feminismus Lookbook Mode Wir

Was entsteht, wenn aus einem kleinen Traum plötzlich etwas Greifbares und Großes wird? Eine 13-teilige Kollektion zum Beispiel, die, wenn man so will, die Essenz unseres persönlichen Stils wiederspiegelt, gleichzeitig aber auch die Design-Handschrift von Kauf Dich Glücklich trägt. Eine modische Fusion mit Message quasi, auf die wir kaum stolzer sein könnten. Denn mit Andrea, Christoph und ihrem Team fanden wir im vergangenen Sommer mehr unverhofft als von langer Hand geplant die besten Partner, die wir uns je hätten für unsere erste eigene Capsule Collection wünschen können. Obwohl wir noch nicht einmal gesucht hatten.

Vielleicht war es der unbedingte und geteilte Wille, alles einfach ein bisschen anders zu machen, eigensinnig zu bleiben und noch dazu ein Statement zu setzen, der uns fast wie von selbst zusammengeführt hat. Ich weiß jedenfalls noch ganz genau, wie das erste Meeting vor knapp einem Dreivierteljahr aussah. Ganz unspektakulär nämlich. Zu viert saßen wir damals auf einem gemütlichen Sofa irgendwo im Wedding, im Atelier von Kauf Dich Glücklich, wir tranken Kaffee mit zu viel Milch, aßen Kekse, die größer waren als mein Kopf, verschluckten uns vor lauter Lachen an der Limo und stellten schließlich einstimmig fest, dass jede*r einzelne von uns wohl sehr viel Freude daran hätte, gemeinsam etwas auszuhecken. Nur was? Es dauerte noch ein paar Minuten, da fiel der Groschen, der ab sofort viele Monate lang unseren Arbeitsalltag begleiten würde: „Bonjour, Simone!“ – Die #KDGxJaneWayne Kollektion, die ab dem 1. März online und in allen Kauf Dich Glücklich-Filialen erhältlich sein wird. Made in Europe natürlich. 

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Vorgemerkt // Aufruf zum Generalstreik
Der 8.März – A Day Without A Woman

20.02.2017 um 14.20 – Event Feminismus

Am 21. Januar 2017 gingen weltweit etwa 5 Millionen Menschen auf die Straße, um gegen Donald Trump und das, wofür er steht, zu demonstrieren. Gegen das Patriarchat. Gegen Ungerechtigkeit und salonfähigen Sexismus. Der Hashtag #Womensmarch platzte nicht nur zu Ehren der Organisatorinnen zeitgleich aus allen Nähten, es war, als hätte die halbe Welt Plakate gemalt und sich mit einem Mal solidarisch gegen die Stille und für den lauten Protest entschieden. Dafür, zusammenzuhalten. Und sichtbar zu werden. Schnell war klar, dass die herrschende Umbruchstimmung nur einen weiterer Schritt auf dem Weg zu faktischen Veränderungen markieren würde, womöglich sogar eine kleine Revolution von Washington ausgehend, eine heftige neue Flut in der ohnehin populären vierten Wellte des Feminismus, der seinerseits längst nicht mehr nur für die Rechte von Frauen einsteht, sondern für Menschenrechte im Allgemeinen. Denn „Women’s Rights are human rights“.

Und so kam es schließlich, dass die Women’s March Macherinnen schon zu Beginn des Jahres 2017 „10 Actions for the first 100 days“ veröffentlichten und damit unterstrichen, dass es sich bei ihrem Vorhaben vielmehr um eine nachhaltige globale Bewegung als bloß um eine kurzweilige Protestaktion handeln soll. Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist laut Facebook ein groß angelegter Generalstreik unter dem Motto „A Day Without A Woman“. Als Datum wird der 8. März genannt – der Internationale Frauentag. Ein Weltfrauentag ohne Frauen also. Wie soll das aussehen? weiterlesen

Buch-Tipp //
„Das Problem mit den Frauen“

16.02.2017 um 8.00 – Buch Feminismus

Warum tauchen eigentlich so wenige Frauen in den Geschichtsbüchern auf? Diese Frage diskutiert die Zeichnerin Jacky Fleming ironisch-unterhaltsam in ihrem neuen Buch Das Problem mit den Frauen. Ihre Antwort: Frauen sind Männern biologisch einfach unterlegen.

Ach je, die Frauen. Sie können wirklich nicht besonders viel: zu schwach, um Pinsel zu halten, zu kleine Köpfe, um ordentlich zu denken. Kein Wunder, dass es in den Geschichtsbüchern kaum beeindruckende Frauen gibt. Zumindest lautet so die Erklärung, die die britische Zeichnerin Jacky Fleming in ihrem Buch Das Problem mit den Frauen (Kiepenheuer & Witsch) liefert. Ihre mit Liebe zum Detail gezeichneten Frauen kommen gegen das schiere Genie ihrer männlichen Zeitgenossen einfach nicht an – und landen deshalb im (ebenfalls zeichnerisch dargestellten) „Abfalleimer der Geschichte“. weiterlesen

„Feminismus – mir doch egal!“
– Aber warum? Ein Erklärungsversuch.

07.02.2017 um 10.00 – Feminismus

anti feminismusEs gibt Menschen, denen scheint Gleichberechtigung einfach egal zu sein. Warum? Und wie geht man mit ihnen um? Ein Erklärungsversuch.

Es passiert immer wieder. Auf Veranstaltungen, im Bekanntenkreis, bei Familientreffen. Manchmal unerwartet – so richtig von hinten durch die Brust ins Auge –, öfter jedoch wenig überraschend und mit einem innerlichen Seufzen bereits antizipiert. Da ist zum Beispiel die junge Frau auf der Party, die mich während eines eigentlich sehr netten Gesprächs zum Thema Gleichberechtigung plötzlich herausfordernd fragt: „Du bist Feministin? Heißt das, du willst nicht, dass ein Mann dir die Tür aufhält?“ Oder die Besucherin einer Lesung, die mir erst erklärt „Feminismus? Schon der Begriff ist ja ganz falsch. Es geht doch um Gleichberechtigung, nicht um Frauen“, und dann nachschiebt, sie sei auch ohne Feminismus emanzipiert. Oder die Bekannte, die in geselliger Runde erzählt, sie wolle zwar auf jeden Fall Kinder, das sei gerade für Frauen aber schwierig mit dem Job unter einen Hut zu bringen. Nur, um dann schnell zu verkünden: „Also, ich bin jetzt aber keine Feministin oder so!“.

In solchen Situationen muss ich immer sehr aufpassen, dass aus meinem inneren kein tatsächliches Seufzen wird. Vorurteile oder Missverständnisse lassen sich schließlich nicht einfach wegseufzen. Also lächle ich freundlich und fange an, meinem Gegenüber zu erklären, wie das wirklich ist. Mit dem Feminismus, der Gleichberechtigung und so. Dass jede Menge Leute aus verschiedenen Gründen ein Problem mit Feminismus haben, ist nichts Neues. Und daran werden auch Magazin-Cover wie das der aktuellen Glamour („Girls Club – Warum Feminismus cool ist, wer mitmacht (auch Männer!), wie man ihn trägt, wieso er nicht nervt!“) so schnell nichts ändern. Vorurteile sind aber nur das eine. Schwieriger ist Gleichgültigkeit. weiterlesen

Film- & Doku Tipp //
Hidden Figures & Women in Space

03.02.2017 um 13.55 – Feminismus Film

film tipp hidden figuresMein meist angesehener Instagram Account ist nicht etwa der von Streetstyle-Ikone Gilda Ambrosio, sondern @nasa. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören die alte wie auch die neuere Star Wars Saga, funklende Sterne machen mich glücklicher als Pommes Frittes und in die Wüste will ich vor allem, um mir den Himmel bei Nacht anzuschauen. Womöglich ist der kosmonautische Einfluss meines Vaters Schuld daran. Und so kam es, dass ich im vergangenen Jahr viele Stunden vor Youtube verbrachte.

Etwa, um mir anzusehen, wie Astronautin Sunita Williams der Welt eine 25-minütige Tour durch das „Orbital Laboratory“ und zeitgleich Einblicke in den Alltag in der Schwerelosigkeit gibt. Aber auch die Doku „Women in Space“ ist mir im Gedächtnis geblieben. Weil sie aufzeigt, dass Frauen tatsächlich schon immer einen mächtig großen Anteil zu jedweder Raumfahrt-Errungenschaft beigetragen haben – ganz entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, in der gefühlt stets männliche Mitarbeiter der Nasa bejubelt wurden. Dabei waren die „Rocket Girls“ von damals, die den Astronauten den Weg ins All berechneten, vor allem eins: Mathe-Genies. Nur mithilfe von Stift, Papier und simplen Rechenmaschinen waren sie allein dazu in der Lage, die komplizierten Gleichungen zu lösen. Ohne Margarete Hamilton, aus deren Feder die On-Board-Flugsoftware für das Apollo Projekt stammt, wäre kein Astronaut je auf dem Mond gelandet, geschweige denn zurückgekehrt. Und auch die mittlerweile 98-Jährige und hochbegabte Katherine Johnson war eine jener Frauen, die das Erkunden des Weltalls erst möglich machten. Sie wehrte sich zudem schnell dagegen, nicht die gleichen Rechte wie männliche Team-Mitglieder genießen zu dürfen und bestand etwa darauf, an sämtlichen Ingenieur-Meetings teilzunehmen. Mit Erfolg. Was zunächst allerdings nichts daran änderte, dass sie als Schwarze in einem separaten Büro sitzen und sogar eine andere Toilette als ihre weißen Kolleginnen und Kollegen benutzen musste.

Seit Donnerstag erzählt nun auch der Kinofilm „Hidden Figures“ von ihrem Kampf gegen Vorurteile und um die Anerkennung ihrer fachlichen Qualitäten. weiterlesen

Heroines // Janelle Monáe
„Always remember to pick freedom over fear”

01.02.2017 um 8.00 – Feminismus Menschen

heroines janelle monae womens march speachDie US-Künstlerin Janelle Monáe sieht sich selbst als Geschichtenerzählerin: Dem Narrativ von Hass und Intoleranz setzt sie ihren eigenen entgegen – ob als Sängerin, Schauspielerin, Aktivistin oder Androidin Cindi Mayweather.

Einer von Janelle Monáes bekanntesten Songs heißt Electric Lady – und ja, diese Frau ist in der Tat elektrisierend: Monáe ist nicht nur Sängerin und Songwriterin, sondern auch Schauspielerin sowie Chefin ihres eigenen Musiklabels Wondaland Records. Eine Menge Beschreibungen, die trotzdem nicht angemessen ausdrücken können, wer dieses Multitalent wirklich ist. Denn eigentlich ist Monáe vor allem eine Fürsprecherin der Außenseiter*innen, der Menschen, die irgendwie anders sind oder anders gemacht werden.

So wie Cindi Mayweather, Monaés Alter Ego: Die Androidin ist eine Art messianische Figur für die Androiden-Community in der futuristischen Stadt Metropolis und steht im Mittelpunkt von Monáes Konzeptalben The ArchAndroid (2010) und The Electric Lady (2013). Anders als im Stummfilmklassiker Metropolis ist die Androidin hier nicht die Antagonistin, sie ist die Heldin. Cindi kämpft gegen ungleiche Machtverhältnisse, gegen die Unterdrückung der Android*innen. Die Musik dazu ist mal filmisch-pompös und orchestral, mal funky, mal erinnert sie an Sixties Pop, mal ist sie jazzig. Aber immer ist da Monáes klare Stimme, die in manchen Momentan an Beyoncé erinnert, und der rebellischen Androidin Cindi Ausdruck verleiht. Monáe selbst sagt: „Android is a new form of the other, but you can parallel the other to so many different types of people. Even if you don’t consider yourself to be the other, at one point in time I’m sure you felt like that.” weiterlesen

Spotted // Schmuck von
Knobbly Studio x Laurie Franck

30.01.2017 um 10.51 – Accessoire Feminismus

knobbly studio

Sogenannte One-Line-Drawings sieht man gerade überall. Im Interior-Bereich etwa als Poster für die Wand, hier und da entdeckt man die feine Picasso’esquen Linien aber auch auf Keramik oder Kissenhüllen, am Körper trägt man die Kunst längst in Form von artifiziellen Prints, am beliebtesten scheinen jedoch noch immer Schmuckstücke und sogar Tattoos zu sein, deren Umrisse sich aus einer einzigen Linie zusammensetzen. Malen ohne Absetzen quasi. Die Kollaboration zwischen dem Israelischen Schmucklabel Knobbly Studio und der französischen Tattoo Pionierin Laurie Franckie ist demnach ein Geschenk des Trend-Himmels, wenn man so will, und noch dazu eines, das jeden Hype überdauern wird. Zeitlos schön und ebenso stark wie zerbrechlich kommen die Ohrringe, Ketten und Pins aus 19-4 Karat Gold daher, die sich ganz der abstrahierten Ästhetik des weiblichen Körper hingeben.

Entdeckt haben wir den Schmuck der autodidaktischen Jewellery Designerin Gittit Szwarc aus Jaffa, die sich eigentlich dem Tanz verschrieben hatte, übrigens bei Make Up Artist Stella von Senger – wohlgemerkt ein wahres Trüffelschwein, wenn es um auffälliges Zierde-Material rund ums Ohr geht. Auf meiner Wunschliste befindet sich ab sofort also quasi die gesamte Kollektion, inklusive güldener Nippel: weiterlesen

Leserbriefe // Rebecca fragt:
„Sind Frauen, die Mode mögen, dumm?“

25.01.2017 um 14.37 – Feminismus Leben Mode Wir

giphyLiebe Nike,

ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt richtig erklären soll, ohne irgendwem krumm zu kommen. Aber ich mag Mode so richtig doll, seit ich klein bin. Klein war ich aber in einem noch kleineren Dorf und da bin ich nach dem Studium auch wieder hingegangen, aus tausend Gründen. Meine Freunde hier treiben vor allem Sport in ihrer Freizeit. Du warst ja auch gerade in den Bergen, deshalb weißt du vielleicht, was ich meine. Wir quatschen über dies und das, aber wenn es um Ästhetik geht, bin ich ein einsamer Wolf. Wenn ich rote funkelnde Schuhe trage (meist 2ndHand), denken die alle, ich spinne. Frauen, die sich für Mode und Einrichtung interessieren, sind für die meisten hier schlichtweg oberflächliche Idioten. Eigentlich weiß ich ja, dass Interessen verschieden sind, aber manchmal fühle ich mich so unter Druck gesetzt und falsch, dass ich selbst denke, dass ich irgendwie ein bisschen dämlich sein muss. Aber Schönes habe ich gern um mich. Auf eine relativ gesunde und nicht konsumwahnsinnige Weise, wie ich finde. Alle paar Monate etwas Neues, mehr muss es gar nicht sein. Verstellen will ich mich deshalb nicht. Da musste ich an euch Janes denken. Ihr mögt ja auch Mode, aber ich glaube, ihr seid überhaupt nicht dumm. Was sage ich denen also demnächst, um mich zu verteidigen?

Eine Antwort wäre toll.
Eure Rebecca. 
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#WomensMarch //
Ein überwältigendes Ereignis – und jetzt?

25.01.2017 um 10.15 – Feminismus Gesellschaft

womensmarch2017Am 21. Januar 2017 gingen weltweit Millionen von Menschen auf die Straße, um gegen Donald Trump und das, wofür er steht, zu demonstrieren. Ein überwältigendes Ereignis – und jetzt?

Am letzten Samstag stieg ich in Paderborn in ein Taxi zum Bahnhof. Ich hatte einen Vortrag zu Feminismus heute gehalten, eine langstielige Dankeschön-Rose klemmte unpraktisch unter meinem Arm. Der Taxifahrer warf einen Blick auf die Rose. „Was gab’s denn da?“, fragte er „Einen frauenpolitischen Themennachmittag.“ „Na“, sagte er, „heute ist doch auch diese große Demonstration! Dieser Women’s March.“ Innerlich stellte ich mich auf eine dieser üblich Diskussionen ein: Wie, warum und überhaupt, Frauen geht’s doch super, dieses ständige Gemaule, nervige Feministinnen, und so weiter und so fort. Stattdessen: „Gute Sache“, sprach der Taxifahrer, „diesen Trump, den kann man ja nicht so stehen lassen. Furchtbarer Mann.“ Und obwohl ich selbst in Paderborn war und nicht auf dem Women’s March in Berlin sein konnte: In diesem Moment fühlte ich etwas Warmes in mir hochsteigen. weiterlesen

Buch-Tipp //
Maxie Wander: Guten Morgen, du Schöne

16.01.2017 um 10.13 – Buch Feminismus

maxi wander guten morgen du schoeneFast 40 Jahre alt ist Maxie Wanders Guten Morgen, du Schöne – ein Klassiker der DDR-Literatur. Authentisch erzählen Frauen darin von sich selbst, von ihren Träumen und Problemen. Das ist auch heute noch unbedingt lesenswert und überraschend aktuell

Ich bin in Westdeutschland aufgewachsen, wo man in der Schule sehr viel über den Holocaust lernte (zu Recht) und sehr wenig über die DDR (zu Unrecht). Die Scorpions hatten den „Wind of change“ herbeigesungen, die deutsch-deutsche Teilung war überwunden und wir alle Teil eines großen, glücklichen Volkes. Bei meinem ersten Trip in die ehemalige DDR hing ich in Dresden dermaßen fasziniert vor diversen „Ostalgie“-Produkten, dass meine in Ostdeutschland aufgewachsene Freundin Marie nur ungläubig den Kopf schüttelte.

Mittlerweile bilde ich mir ein, doch ein bisschen mehr über die DDR und Ostdeutschland zu wissen – alles andere wäre nach fünf Jahren Erstwohnsitz Berlin auch mehr als traurig. Und trotzdem habe ich Maxie Wanders wunderbares Buch Guten Morgen, du Schöne erst jetzt gelesen. Eine Freundin hat mir diesen 40 Jahre alten Klassiker der DDR-Literatur zum Geburtstag geschenkt und ehrlich gesagt war ich skeptisch, wie aktuell und interessant das heute noch sein kann: 19 Frauen im Alter von 16 bis 92 Jahren aus der DDR, die von ihren Sorgen und Hoffnungen, von Träumen und Liebe erzählen. weiterlesen

HEROINES // Tania Boler, Erfinderin von Elvie, im Interview: „Learn your body,
love being a Woman“

10.01.2017 um 12.39 – Feminismus Healthy Living Sex

elvie

Prolapse? Blasenschwäche? Beckenbodenmuskulutatur? Ehrlich gesagt alles Themen, mit denen ich mich bisher niemals auseinandergesetzt hatte. Ist was für Omis, dachte ich. Wenn es beim Pilates dann doch mal hieß „Denkt an das Powerhouse!“, habe ich immerhin geahnt, dass hier wohl auch der Beckenboden mit dazugehört. Mehr aber auch nicht. Das änderte sich allerdings schlagartig, als ich von „Elvie“ hörte. Und von dessen Erfinderin: Tania Boler. Als Co-Gründerin und CEO des Unternehmens Chairo, das sich auf technische Entwicklungen von Frauen für Frauen spezialisiert hat, launchte sie im Herbst 2015 einen possierlichen, türkisfarbenen Personal Trainer für den Unterleib, mit dem Frau sich durch regelmäßiges Training selbstständig zu einem kräftigeren Rumpf, gesünderem Rücken und womöglich sogar besserem Sex verhelfen kann – und der tatsächlich ein bisschen süchtig macht. In etwa so wie damals Snake auf dem Nokia 3210. Es gibt nämlich eine dazugehörige Elvie-App, aber dazu später mehr.

Als ich jedenfalls herausfand, dass wir es hier außerdem mit einer international anerkannten Expertin im Bereich der Frauengesundheit mit Hochschulabschlüssen von Oxford und Stanford sowie einem Doktortitel in sexueller und reproduktiver Gesundheit zu tun haben, die ganz nebenbei auch noch Teamleiterin für HIV Prävention bei der UNESCO war, Frauenrechtlerin und zweifache Mutter ist, stand unsere erste HEROINE des Jahres auch schon fest. Für euch folgte ich also schleunigst einer virtuellen Verabredung mit der fabelhaften Tania und sprach mit ihr über Elvie, innere Stärke und eines der vielleicht emotionalsten Themen für Frauen: Unsere Vaginas und was wir für sie tun können. weiterlesen

Kolumne: Bedroom Stories # 1 //
Jungs, wir haben genauso viel Spaß wie ihr.

09.01.2017 um 13.38 – Feminismus Sex

bedroom stories thisisjanewayneEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane.

Ich kenne Nike jetzt schon ein knappes ganzes Jahr. Meist sehen wir uns bei Wein und Kerzenschein, mit ein paar anderen Freundinnen und nicht selten reden wir in dieser Runde über Privates, das allgemein hin nicht für fremde Ohren bestimmt ist, über Sex zum Beispiel. Warum man sich derart über einen der gängigsten Zeitvertreibe des Planeten echauffieren kann, darüber diskutierten wir erst neulich, was in folgender Erkenntnis gipfelte: Unsere Geschichten, die sich nunmal auch zwischen Laken oder nackend abspielen, sollten gelegentlich sehr wohl erzählt werden. Am besten sogar laut und deutlich. Einfach, weil es da ein paar Dinge gibt, die auch im größeren Kreis diskutiert gehören. Weil das Reden übers Vögeln nichts schmuddeligen ist, sondern höchstens sehr menschlich. Weil die Leute noch immer viel zu verklemmt sind. Finde ich. Und auch die Janes sehen das so, weshalb sie mir ab sofort erlauben, regelmäßig über Tabus und Gefühle und die Normalste Sache der Welt zu schwadronieren. Weil ich aber weiß, dass mein Partner das maximal anders sieht, genau wie andere Sexpartner oder meine Eltern, verrate ich euch zwar meinen echten Namen, aber lasse das dazu passende Foto vorerst weg. Ich hoffe, das ist ok. Auch wenn es meiner oben genannten Erkenntnis zweifelsohne widerspricht. Schuldig. Aber jetzt zu meinem jüngsten Erlebnis. weiterlesen

6 Ideen für
mehr feministischen Alltagsaktionismus

09.01.2017 um 11.03 – Feminismus Gesellschaft

feminismus im alltagEine gleichberechtigte Gesellschaft ist möglich! Aber wie? Vor allem durch viele kleine feministische Alltagsaktionen.

Tataaa, das neue Jahr ist da und mit ihm – natürlich – die altbekannten guten Vorsätze. 2017 liegt wie ein unbeschriebenes, nagelneues Notizbuch vor uns und die Möglichkeiten scheinen endlos. Höher, schneller, besser, weiter, ein anderes, runderneuertes Ich ist möglich! Zumindest, bist das gerade noch so verheißungsvolle neue Jahr schon wieder zur Hälfte rum ist (Stop, war nicht gestern erst Januar?) und man verlegen feststellen muss, dass von den zahlreichen Vorsätzen lediglich dreizweiviertel umgesetzt wurden. Ungefähr. Eigentlich wissen wir es ja schon längst: Große Veränderungen lassen sich oft nur durch viele kleine Veränderungen verwirklichen. Kleine Dinge, die erstmal keinen großen Effekt zu haben scheinen, am Ende aber eben in ihrer Gesamtheit dafür sorgen, dass sich was ändert. Nicht umsonst heißt es in jedem Ratgeber, man solle große Ziele in kleinere Etappen einteilen. Und das gilt auch für das Ziel einer besseren, gleichberechtigten Gesellschaft.

Die britisch-libanesische Menschenrechtsanwältin Amal Clooney forderte Frauen Ende 2016 beispielsweise zu „täglichen feministischen Handlungen“ auf. Wenig überraschend war der Anlass für diese Aufforderung die anstehende Präsidentschaft von Mr. „Grab them by the pussy“ Trump – aber die Idee von feministischen Handlungen im Alltag funktioniert auch hier, in Deutschland. Natürlich lässt sich ein persönliches Ziel wie „Fit werden“ nicht mit einem gesellschaftlichen Ziel wie „mehr Gerechtigkeit“ vergleichen. Und die Etappenziele für zweiteres passen vermutlich auch nicht schön säuberlich auf einen einzigen Zettel. Aber irgendwo muss man ja mal anfangen: Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt? Von alleine ändert sich nämlich nichts, das müssen wir schon selbst in die Hand nehmen. Und wie genau? Hier sind ein paar Ideen: weiterlesen

Brain Blah // Warum Lena Dunhams Cellulite auf dem Cover so wichtig ist

04.01.2017 um 14.11 – Feminismus Gesellschaft

girls lena dunham cover cellulite glamour magazine

Das amerikanische Glamour Magazine hat sich dazu entschieden, die vier „GIRLS“ Stars auf das Cover der Februar-Ausgabe zu bringen. Und zwar ungeachtet kleiner Makel. Zum allerersten Mal in der Geschichte der Frauenzeitschriftenlandschaft ist auf dem Deckblatt einer Hochglanzproduktion also waschechte Cellulite zu erkennen – ein wichtiges Statement und noch viel mehr als das. Nur logisch etwa. Vor allem in Hinsicht darauf, dass besagte Issue ausschließlich von Frauen für Frauen produziert wurde und 90% von uns nunmal genau wie Regisseurin und Protagonistin Lena Dunham liebenswerte Beulen an Po oder Beinen mit sich herum tragen. Die darf normalerweise bloß niemand sehen. Eine Meinung, die in Anbetracht der Realität seltsam erscheinen mag, aber durchaus salonfähig ist.

Ich erinnere mich noch genau an ein Gespräch in New York, das ich mit einer Redakteurin der Grazia führte. Man fragte mich nach meiner Meinung über dieses und jenes und nachdem ich viel Positives anzumerken hatte, erinnerte ich mich in letzter Sekunde doch noch an die Pro- und Kontra Kategorie des Magazins, in der Mitarbeiterinnen ihren Senf zu aktuellen Themen beisteuern dürften. Ein Beitrag, der mir besonders übel aufstieß und in schlechter Erinnerung blieb, war jener über die Lingerie Kampagne, in der Lena und Jemima Kirke sich in voller Pracht und Unterwäsche am Rande einer Badewanne räkelten. Während ich selbst ausschließlich Applaus für die daraus entstandenen Bilder übrig hatte, schwadronierte die Kontra-Stimme doch tatsächlich darüber, dass „so etwas“ nun wirklich niemand sehen wolle. So etwas dickes. So etwas Unästhetisches. Noch beim Durchlesen dieser Zeilen fiel mir die Kinnlade herunter. Bis dato hatte ich schlichtweg nicht darüber nachgedacht, dass außer der Brands selbst überhaupt jemand etwas gegen sympathischen und selbstbewussten Realismus in Bildform einzuwenden haben könnte. Gegen den allgemeinen Tenor des positiven Körpergefühls, der vor allem von einem natürlichen Umgang mit Diversität zehrt. Gegen Menschen, die sich so zeigen, wie Mutter Natur sie geschaffen hatte. weiterlesen

Feminismus 2016 – Ein Jahresrückblick

21.12.2016 um 11.32 – Feminismus

feminismus 2016 rueckblickVon der Silvesternacht 2015/2016 bis zu Trumps Triumph: Das Jahr 2016 – feministisch betrachtet.

Was für ein Jahr – kaum ein Tag, an dem sich beim Blick auf die Nachrichten nicht kurz der Bauch verknotete, an dem nichts Dramatisches passierte. 2016 ist viel passiert, national und international, im Kleinen und im Großen. Es gab definitiv mehr Downs als Ups, mehr Fassungslosigkeit als Freude: Der Anschlag in Berlin dürfte für viele in Deutschland nur der traurige „Höhepunkt“ eines ohnehin schon miesen Jahres gewesen sein. Aber ein paar Dinge gab es eben trotzdem – Dinge, die einen doch nicht den Glauben an die Menschheit verlieren ließen. Gilt das auch beim Thema Gleichberechtigung? Hier sind sieben markante Ereignisse aus zwölf Monaten. weiterlesen