Kategorie-Archiv: Film

Watch it //
Vier Serien-Tipps für Regentage

22.11.2016 um 10.43 – Film

4 serien tipps herbst 2016

Die Tage sind kurz, draußen wird es kälter: Zeit, es sich mit ein paar Serien im Bett oder auf dem Sofa gemütlich zu machen. Hier sind drei Tipps für gute Unterhaltung. 

Gefühlt wöchentlich fluten neue Serien in unser Leben und stets stellt sich die Frage: Was davon lohnt sich denn jetzt wirklich? Und weil es immer (naja, meistens) gut ist, was empfohlen zu bekommen: Diese drei frischen Serien sind den Klick auf „Play“ wert. weiterlesen

Beauty // Erlebt Jackie Kennedys
Bouffant-Frisur ein Revival?

17.11.2016 um 13.29 – Beauty Film

jackie kennedy natalie portman movie

Wer Mode nicht bloß als Konsum-, sondern auch als Kulturgut sieht, dem wird selbstredend nicht fremd sein, dass gesellschaftliche Veränderungen auch immer wieder in der Art wie wir uns kleiden sichtbar werden. Dreht man zur Verdeutlichung ein paar Jahrzehnte an der Zeitmaschine, kommen einem beispielsweise gleich die 50er Jahre in den Sinn, die Nachkriegszeit, in der es an vielem mangelte, auch an Stoff. Als Reaktion auf diese Knappheit manifestierte sich im persönlichen Stil der modischen Dame hingegen das genaue Gegenteil, man kann gar von Verschwendung sprechen, die üppige A-Linie war hoch im Kurs, genau wie schwungvolle Petticoats. Man wollte das Gräuel vergessen und sich stattdessen endlich wieder der Weiblichkeit widmen. Geht man nun also ganz starrsinnig davon aus, dass Mode auch Rebellion verkörpert, natürlich nicht ausschließlich, viele findige Trend-Fische schwimmen schließlich geradewegs mit dem Zeitgeiststrom, aber eben immer wieder, dann ist im Angesicht der frischgebackenen First Lady Melania Trump zumindest im Beautybereich die Frage nach der nächsten It-Frisur möglicherweise gar nicht so weit gefehlt.

Schon jetzt schwappt uns Michelle-Nostalgie entgegen, da werden etwa fleißig Hochzeitsfotos des lässigen Ex-Präsidentenpaars gepostet und über Miss Trumps fehlende Grazie lässt sich derzeit auch prima wettern. Mir persönlich wäre jedwede Hülle recht, wenn nur der Rest ein bisschen geistreicher daher käme, aber darum geht es nicht, denn jetzt kommt auch noch Jacky Kennedy ins optische Spiel, oder besser: Ihre Bouffant-Frisur, die nun durch Natalie Portmans neueste Rolle ein eins A Revival erleben könnte. Möglich wäre es. weiterlesen

Kurzfilme // Miu Miu’s „Women Tales“ & feat. „The Skate Kitchen“

24.10.2016 um 12.07 – Feminismus Film Mode

womens tales miu miu

Nur etwa einer von zehn Filmen, die es auf die Kinoleinwand schaffen, stammt aus der Feder einer weiblichen Regisseurin, man könnte als fast meinen, die Branche unterliege einem deutlichen Männer-Überschuss. Dem ist natürlich nicht so. Bloß ist es für Frauen selbst im Jahr 2016 noch kein leichtes Unterfangen in Hollywood gehört und gesehen, oder zumindest nicht auf Äußerlichkeiten reduziert zu werden. Vielleicht erinnert ihr euch sogar an die jüngst von Olivia Wild angetretene Diskussion, in der es hieß, Sexismus sei in Hollywood ohnehin ein „institutionelles“ Unterfangen.

Miuccia Prada, die intellektuelle Designerin und Frauenrechtlerin, rief wegen Missständen wie diesen jedenfalls bereits im Jahr 2011 die Miu Miu „Women’s Tales“ ins Leben. Hinter dem großartigen Projekt der mittlerweile 67-Jährigen steht bis heute die Idee, weibliche Regisseurinnen in den Fokus zu rücken. In immer neuen Filmen binden großartige Filmemacherinnen so seit fünf Jahren jeweils die neueste Miu Miu Kollektion in ihr filmisches Schaffen ein. Das neueste Werk „That One Day“ stammt von Crystal Moselle (hier im Interview mit der VOGUE), die 2015 mit „The Wolf Pack“ ein grandioses Debüt hingelegt hatte. Diesmal begleitet sie die 17-jährige Rochelle, Mitglied der all-girls Skatecrew „The Skate Kitchen“ durch einen Tag voll Ausgrenzung auf der einen und Zugehörigkeit auf der anderen Seite. weiterlesen

Kolumne //
Wir müssten viel mehr wie Toni Erdmann sein.

27.09.2016 um 18.33 – box1 Film Gesellschaft Leben

die neue kauzigkeit

Neulich saß ich im Kino und musste mich vor Lachen beinahe übergeben, ein Popcornkorn hatte sich beim heftigen Jauchzen zwischen Gaumen und Nase verirrt und klebte nun dort fest, Tränen schossen mir in die Augen, nicht aber vor Verzweiflung, sondern wegen dieser maximalen Wonne, die mir an Situationskomik beschert wurde. Ines Conradi gab auf der Kino-Leinwand als „Whitney Schnuck“ gerade lautstark „The Greatest Love Of All“ zum Besten, irgendwo in einem fremden Wohnzimmer, voller Inbrunst. Die Dame auf dem Platz neben mir versuchte währenddessen ihren Lachanfall durch heißblütiges Trommeln auf den Oberschenkeln ihrer Begleitung in den Griff zu bekommen, ein glückseliges Grunzen erfüllte den Saal.

Die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade hatte die Welt mit ihrem Spielfilm „Toni Erdmann“ zweifelsohne exakt in diesem Moment zu einer besseren gemacht. Eigentlich heißt der pensionierte Protagonist und Musiklehrer übrigens Winfried Conradi und hegt eine Vorliebe für schräge Scherze. Als sein Hund stirbt, macht er sich auf den Weg nach Bukarest, um die spießige Tochter vor der furztrockenen Einöde der Berater-Branche zu retten. Uns rettet er im gleichen Atemzug vor zu viel Heuchelei, zu wenig Freiheit und vergessenem Humor. Jeder von uns Zuschauenden wusste jedenfalls schnell, dass er gut daran täte, endlich mehr Toni in sein Leben einkehren zu lassen. Ein bisschen mehr Fuck Off eben. Und Mut zur Kauzigkeit. In den folgenden Tagen versuchte ich also, meinen inneren Erdmann häufiger nach außen zu kehren, statt ihn weiter zu ersticken. Wenn auch nicht immer erfolgreich. weiterlesen

Serien-Tipp // „Her Story“

15.09.2016 um 11.00 – box2 Feminismus Film

her story serieEndlich eine Serie über Transfrauen, die ohne Männer mit Perücken und in Frauenkleidung auskommt: Her Story erzählt vom Leben und Lieben zweier Transfrauen in L.A. – und macht das so authentisch und gut, dass die Miniserie für einen Emmy nominiert wurde.

Ein Abend in L.A. Zwei Frauen, die einen Boulevard entlang schlendern, Eis essen, reden. „Würde es dir was ausmachen, wenn wir kurz in dieses Café reingehen?“, fragt die eine, Allie. „Ich friere mir die Eier ab.“ Die andere, Violet, guckt sie an, offensichtlich irritiert. Allie schlägt eine Hand vor den Mund. „Oh mein Gott. Tut mir so leid, ich hab das nicht so gemeint.“ Violet versucht noch einen Moment länger, wütend auszusehen – dann bricht sie in Lachen aus: „Der Ausdruck auf deinem Gesicht!“ Violet (Jen Richards) ist eine ganz normale Frau. Und: Sie ist transsexuell. Journalistin Allie (Laura Zak) wird auf die schüchterne Kellnerin aufmerksam und will sie für eine Geschichte über Transfrauen im Magazin Gay L.A. interviewen. Violet zögert erst: Sie sei keine Aktivistin und auch nicht lesbisch. Dann macht sie doch mit. Es bleibt nicht bei dem Interview: Die offen lesbische Allie fühlt sich zu Violet hingezogen. Violet aber datet Männer. „Also, warst du vor deinem Übergang ein schwuler Mann?“, fragt Allie und Violet lacht nervös. „Vor dem Übergang habe ich tatsächlich Frauen gedatet.“ Warum ist das jetzt anders? Violet erklärt, dass es weniger um die Männer geht als um sie selbst: „Wenn ich mit einem Mann zusammen bin, habe ich keine Zweifel an meiner Weiblichkeit. Mein Körper neben ihrem ist so offensichtlich weiblich.“
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Doku-Tipp //
She’s beautiful when she’s angry

12.09.2016 um 14.40 – box2 Feminismus Film

shes beautiful when shes angry

Wenn es um Feminismus geht, dann weine ich manchmal laut, jedenfalls innerlich. Entweder vor Verzweiflung über die Borniertheit realitätsverweigernder Gegner dieser elementaren Geisteshaltung, oder aber vor Glück. So wie neulich, als ich zum ersten Mal „She’s Beautiful When She’s Angry“ sah, Mary Dores Werk über die Second Wave Feminists der späten 60er Jahre – ein längst überfälliges Stück Geschichte im Bewegbild, das es auf die großen Kinoleinwände der Welt geschafft hat. Ganz im Gegensatz zu den allermeisten Frauenrechtlerinnen übrigens, dabei gäbe es ausreichend Stoff und Sensationen für mindestens zehn Streifen. Diese inzwischen frei zugängliche Dokumentation über jene Frauen, die in den USA den Gleichberechtigungs-Stein ein zweites Mal zum Rollen brachten, über die verschiedenen Ansätze und Absplitterungen der Bewegung, über Mut und Protest und innere Konflikte, entschädigt uns zumindest ein Stück weit für alles bisher Unverfilmte.

Nach 90 Minuten mit Originalaufnahmen von früher und aktuellen Interviews mit den Protagonistinnen von damals kann ich nicht nur auf unzählige Gänsehaut-Momente, etliche Wut-Knoten und feuchte Augen ob des überschäumenden Kampfgeistes der gezeigten Aktivistinnen zurück blicken, sondern ertappe mich außerdem ungewohnt angesteckt von der inspirierenden Kraft, die Regisseurin Mary Dore mit ihrem Werk auf uns los lässt. Man möchte irgendetwas tun und bewegen, endlich wieder laut werden. Und all jene vor den Bildschirm setzen, die immer noch nicht verstanden haben, was Feminismus bedeutet. Und dass die Welt ausschließlich aus Feminist*innen bestehen sollte. weiterlesen

Frauen in Filmen // Gleichen weibliche Ghostbusters einer Apokalypse?

20.06.2016 um 13.32 – Feminismus Film Gesellschaft

frauen im film ghostbusters 3 2016 this is jane wayneDer neue – weibliche – Ghostbusters-Film ist zur Abstimmung darüber geworden, ob Filme von bzw. mit Frauen überhaupt jemand sehen will und ob diese gut sind. Das nervt.

Ein Nachmittag im Kino, voller Erwartung auf den neuen X-Men-Streifen. Während auf der Leinwand der gefühlt hundertste Trailer zu irgendeinem Film läuft, dreht sich mein Bekannter zu mir: „Guckst du dir eigentlich den neuen Ghostbusters-Film an? Mit den Frauen?“ „Klar“, sage ich, woraufhin mein Bekannter das Gesicht verzieht: „Aber der hat auf Youtube total schlechte Kritiken bekommen. Ich glaube, der Film ist echt mies – und das sage ich nicht, weil die Hauptpersonen Frauen sind.“

Ich bin baff: Seit wann gelten Youtube- „Kritiken“ ( = Klicks auf den Daumenhoch/Daumenrunter-Button plus User-Kommentare) als Hinweis darauf, ob ein Film gut oder schlecht ist? Und warum muss extra betont werden, das Problem seien nicht die Frauen – wenn sie es offensichtlich sind? (Letztens las ich einen Artikel, der ernsthaft den Titel trug: I despise Hillary Clinton and it has nothing to do with her gender – genau, schon klar). Ich werde den neuen Ghostbusters-Film mit Kristen Wiig, Leslie Jones, Melissa McCarthy und Kate McKinnon gucken, keine Frage: Jede einzelne dieser Frauen finde ich witzig und unterhaltsam und warum sollte die Kombination aus all diesen Frauen nicht einen lustigen Film ergeben? weiterlesen

Doku-Tipp //
„Miss Representation“ auf Netflix

30.05.2016 um 9.37 – Feminismus Film

miss representation thisisjanewayne

Media can be an instrument of Change. It can maintain the status quo and reflect the views of the society or it can awaken people and change minds.
It depends on who is piloting the plane. 

Wir leben im Jahr 2016 und trotzdem scheint die Medienlandschaft immer noch fast ausschließlich zwei Schubladen für stereotype Männer- und Frauenbilder zu öffnen. „Wenn Firmen ihre Produkte mit nackten Frauen bewerben, halte ich das für gerechtfertigt, offensichtlich gibt es ja den Markt dazu“, fauchte uns Ronja von Rönne einst in ihrem Artikel „Warum mich der Feminismus anekelt“ zu. Das ist traurig und wir hoffen, die Verfasserin weiß das eigentlich auch. Denn unser Rollen-Bild wird eben sehr stark von medialen Formaten geprägt. Dabei scheint die Medienlandschaft meistens noch so tief in der Vergangenheit zu stecken, dass es beim Zusehen wirklich schmerzt. Das wundert uns im ersten Moment natürlich nicht, ein paar Zahlen und Fakten dazu sind allerdings erschreckend:

In „Miss Representation“ geht’s nämlich genau darum. Die Doku thematisiert fehlende Role Models, antiquierte Rollenmodelle und die Konsequenzen der einseitigen Frauen-Darstellungen, die diese Mainstream-Medien mit sich bringen. Zwar hat sich seit der Erstaustrahlung dieser Doku im Jahr 2011 tatsächlich ein wenig getan (Well hello, Lena Dunham, Emma Watson, Jennifer Lawrence und jawohl, Disney), wer in letzter Zeit aber mal wieder den Fernseher eingeschaltet hat und auch die Werbung nicht ausgespart hat, der weiß, wovon hier die Rede ist. Miss Representation von Jennifer Siebel – ab jetzt auf Netflix. Und hier gibt’s den 8minütigen Trailer dazu:  weiterlesen

Film-Tipp //
„La Belle Saison“ – eine Sommerliebe

24.05.2016 um 11.00 – Film

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Ich finde ja, Film-Tipps kommen niemals aus dem Wetter. Laue Sommernächte verbringen Turteltäubchen schließlich gern im Freiluftkino, Bahnfahrten raus zum See müssen wohl oder übel ebenfalls überstanden werden und dann gibt es ja noch diesen nicht unwahrscheinlichen Frühlings-Regen. Aber selbst wenn es trocken bleibt, ist so eine kleine eineinhalbstündige Pause auf dem Balkon, samt Wein und Pizza, wirklich nicht die schlechteste Idee. Vor allem, wenn auf dem Bildschirm trotzdem die Sonne scheint. „La Belle Saison“, ihr habt vermutlich schon davon gehört, ist ein französisches Film-Schätzchen. das offenbar dringend angesehen gehört und zwar nicht zuletzt aufgrund von Cécile de France, die in ihrer Rolle als Carole einmal mehr zu strahlen scheint. Es geht, natürlich, um die Liebe. Um eine, die nicht sein darf. Regisseurin Catherine Corsini hat sie selbst erlebt.  weiterlesen

FILM-TIPP // „DIE KOMMUNE“
von Thomas Vinterberg

27.04.2016 um 7.05 – Film

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„Das ist kein Film über eine wahre Geschichte, sondern ein Film über ein wahres Gefühl.“ (Quelle: Süddeutsche)

Thomas Vinterberg lebte bis zu seinem 19. Lebensjahr in einer Kommune. In seinem Film „Kollektivet“ verarbeitet der dänische Regisseur das Erlebte. Obwohl er noch heute an vielen der herrlichen Erinnerungen festhält, verheimlicht er seinen Zuschauern nicht, dass das bedingungslose Miteinander vor allem eins zerstört: Das eigene Ich. In seiner von echten Erlebnissen inspirierten und doch fiktiven Geschichten ist es Anna, die aus Liebe zur Gemeinschaft irgendwann nicht nur ihren Mann verliert, sondern auch den Verstand. Am Anfang steht also wie sooft eine wunderbare Idee voller Ideale, die am Ende an Naivität zerbricht. Und doch bleibt mit dem Abspann der Gedanke an ein besseres Miteinander zurück, eine kleine Hoffnung darauf, dass es mehr gibt als nur das eine klassische Bild der Vater-Mutter-Kind-Familie. weiterlesen

#GIRLCRUSH & SERIEN-TIPP //
JESSIE KAHNWEILERS „THE SKINNY“

19.04.2016 um 16.53 – box1 Film

series the skinnyJessie Kahnweiler lebt zusammen mit ihren Pflanzen in Los Angeles, ist Künstlerin auf ziemlich vielen Ebenen, noch dazu Drehbuchautorin, Feministin und womöglich auf dem besten Weg dahin, in die Fußstapfen von Lena Dunham zu treten. Weil sie sich keine Therapie leisten kann, dreht sie stattdessen Youtube-Videos und macht Kurzfilme. Auch, um sich auf der Welt zuhause zu fühlen, aber vor allem, um Themen auf den Tisch zu bringen, die von der Gesellschaft und manchmal auch von uns selbst nur allzu gern unter den Teppich gekehrt werden. Die eigene Vergewaltigung zum Beispiel („Meet my rapist“ wurde 2014 beim Sundance Festival gezeigt), rassistische Privilegien oder Bulimie.

Und dann ist da noch „The Skinny„, Kahnweilers neueste Dark-Comedy-Webserie, in der sich die Regisseurin und zugleich Protagonistin offenbar hin und wieder selbst spielt. Die 10-minütigen Episoden erzählen vom Krieg führen gegen den eigenen Körper, vom Wahnsinn, Freundschaft, und dem Drama als Millenial mit all seinen Zweifeln und Möglichkeiten geboren worden zu sein – nicht selten möchte man durch den Bildschirm springen, um Jessie am Schlafittchen aus der sichtbaren Zone des Internets zu ziehen. weiterlesen

TV-TIPP // „Mode und Individualität“
feat. the Janes

08.03.2016 um 17.29 – box2 Film Wir

this is jane wayne

Wieder ein kleiner Clip aus der Reihe Augen (und Ohren) zu und Durch, oder: Meine Güte, wie schnell vergeht denn bitte die Zeit und wie viel kann sich denn bloß binnen so weniger Monate ändern?. In der ARD Alpha Serie „Unsere zweite Haut“ treten wir erstmals in Folge 4 auf und genau jene könnt ihr euch derzeit in der Mediathek zu Gemüte führen. Es gibt nicht nur einiges von der Fashion Week vor gut acht Monaten zu sehen, sondern auch eine hochschwangere Sarah Jane, die beiden Supergirls Pola und Thekla von der Kleiderei, viel Mode und Behind the Scenes Material aus den eigenen vier Wänden (wir hatten damals noch kein neues Büro), sondern auch eine Handvoll Rückblicke in vergangene Zeiten und sogar ein kleiner Schwank über Justin Bieber. „Mode und Individualität“ ist das Oberthema der Sendung, alles dreht sich demnach also um Social Media, Identitäten und Kleider-Inszenierungen, um das Geldverdienen und den Wandel der Zeit.

Irgendwann werden wir telegen sein, ich weiß es. Zumindest in unserer Träumen. Viel Spaß! weiterlesen

SERIEN-TIPP //
Netflix Originals „Love“

23.02.2016 um 12.07 – box1 Film

netflix serie love

Ich bin noch nicht lange ein Serienmensch, was nicht etwa daran liegt, dass ich selbige nicht sonderlich mögen würde, ganz im Gegenteil, ich weiß bloß um mein enormes Suchtpotenzial. Die brandneue Netflix-Produktion „Love“ jagt mir allerdings nur mittelviel Angst ein – wenn Breaking Bad das Heroin krasser Serien Junkies ist, wirkt Love eher wie ein seichtes Marihuanapflänzchen. Das ist keinesfalls schlecht, womöglich sogar besser, in jedem Fall aber sehr angenehm. Genau wie Mickey und Gus.

Die beiden Mittdreißiger sind zweifelsohne schräg, ein bisschen kaputt und trotzt üppig gepflückter Neurosen-Sträuße in etwa so nahbar und sympathisch wie der Lieblings-Nachbar, der uns gelegentlich mit Salz, Kerzen oder Butter aushilft. Man wundert sich womöglich über die ein oder andere Überreaktion und Kauzigkeit, ohne beides würde aber ganz gewiss etwas fehlen. Gus ist ein Bilderbuch-Nerd mit gebrochenem Herzen, Mickey frustriert, schlagfertig und frisch gebackener Single. Die zwei gebeutelten Anti-Hero-Protagonisten treffen zum ersten Mal an einer Tankstelle aufeinander. Weil Mickey dingend Kaffee und Zigaretten braucht, keine Mäuse dabei hat und deshalb kurz davor ist eine Straftat zu begehen, gibt Gus sich heldenhaft höflich wie immer und übernimmt die Rechnung der bis dato Fremden, die einen roten Badeanzug zur Jeans und rosa Söckchen in Adiletten trägt – vielleicht der Anfang einer Geschichte über echte, wahre Liebe? weiterlesen

Berlinale 2016 // „Mustang“ –
Über Freiheit, Hoffnung & Emanzipation

22.02.2016 um 9.12 – box2 Film

mustang

Fast spurlos zog sie in diesem Jahr an mir vorbei, die Berlinale 2016, die Sieger der Bären, die Filmparties und all die Premieren. Und wenn mein liebster Freund Flo mir am Wochenende nicht noch einen knackigen Rundumschlag seiner Highlights und Empfehlungen bei einem Glas Rotwein mit auf den Weg gegeben hätte, ich könnte beim Thema Berlinale wohlmöglich bloß stumpf mit den Achseln zucken. Über 20 Filme hat er sich im Rennen um den goldenen Bären angeschaut, kümmerte sich um die Presse für Jonathan und legte mir einen Beitrag besonders ans Herz: Mustang, die türkisch-französisch-deutsche Co-Produktion von Regiedebütantin Deniz Gamze Ergüven, die mit so viel Lebensfreude und Freiheit gefüllt ist, mit so viel Mut aufwartet und vor allem eines in den Vordergrund stellt: Girlpower.

Es ist dieses eingebrannte Bild, das uns hierzulande immer wieder erschaudern lässt: Es geht um Unterdrückung, Fremdbestimmung und traditionelle Frauenbilder und gleichzeitig eben auch um Hoffnung, Rebellion, Zusammenhalt und Lebensfreude in einer Welt, die von Traditionen, Vorschriften und Männern geprägt ist. Es geht um den Wunsch nach Freiheit, der hierzulande oft so selbstverständlich ist, in Mustang allerdings schmerzlich erkämpft werden muss. weiterlesen

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WARDROBE TALES TEIL II

16.12.2015 um 14.17 – Film Wir


In Teil I der Wardrobe Tales für eBay Fashion habe ich mit euch ein bisschen in meinem umgebauten Kleiderschrank-Badezimmer gewühlt, von Lakritz und Filterkaffee geschwärmt, bestickte Kleider ausgeführt und hier und da ein bisschen Unfug über fehlenden Mut geredet. Ähnlich geht es in der zweiten Folge weiter, bloß dass diesmal alles um meine liebste Zeit des Jahres kreist, in der wir ganz genau jetzt Bauchnabel-tief drin stecken. Meine mittlerweile nicht mehr ganz so heimliche Liebe zu Lurex ist in Video #2 zum Beispiel ein großes (Socken-)Thema, ebenso der schmale Grad zwischen unerträglichem Kitsch und festlichen-bananigen Gimmicks, ab und zu fliegt mir auch das Kinn vor Freude weg und nicht nur ein Mal regnet es Konfetti. Es ist wirklich immer wieder die gleiche Leier, kurz vor dem ersten Advent schwöre ich mir, nicht in Lichterketten zu ersaufen und auch beim nächsten Dinnerabend auf dem Teppich und ganz schlicht zu bleiben, sobald es dann aber wirklich so weit, landen doch wieder Tröten und Goldsterne auf dem Tisch. Mehr ist manchmal mehr. Aber nur in der Weihnachtszeit.

Am Körper trage ich derweil zwei heiße Anwärter auf den Tannenbaum-Look, nämlich ein fedriges Kleid von Valentino Red, das ich bereit hier zeigen durfte, und ein Lala-Berlin-Fundstück, das mich schon vor etlichen Saisons zum Jauchzen brachte: weiterlesen