Kategorie-Archiv: Film

Wonder Woman // Gegen Sexismus ist selbst eine Superheldin machtlos

20.06.2017 um 10.29 – Feminismus Film

Die Erwartungen an Wonder Woman waren hoch: Ein Film über eine Superheldin und dann auch noch gedreht von einer Frau? Verrückt aber wahr: Diese Kombination funktioniert richtig gut!

Ehrlich gesagt: Ich hatte Angst, mir diesen Film anzuschauen. Ich hatte mich zu lange auf ihn gefreut, die Erwartungen waren turmhoch. „Und wenn der jetzt mies ist?“, dachte ich noch, als ich mich im Kinosessel niederließ. Schließlich sollte Wonder Woman beweisen, dass die Menschen sehr wohl über 90 Minuten lang eine Superheldin als Hauptperson auf der Leinwand sehen wollen und dass sie das wollen, obwohl eine Frau – Patty Jenkins – hinter der Kamera stand. Außerdem sollte Wonder Woman irgendwie feministisch, unterhaltsam und klug sein und dem sogenannten cinematic universe von DC Comics zu einem Comeback verhelfen. Sonst noch was? weiterlesen

Video des Tages // Musikerin Alexa Wilding über „Afterbabybody“-Druck, hängende Haut & Selbstliebe

12.06.2017 um 11.45 – Film Tiny Jane

Es kommt nicht oft vor, dass ich das dringende Bedürfnis danach verspüre, mit einem großen Satz durch den Bildschirm zu springen, um High Fives und Umarmungen zu verteilen, aber heute Morgen, als ich Alexa Wilding in einer neuen Folge „Dispelling Beauty Myths“ über ihre Zwillings-Schwangerschaft, hängende Haut und Selbstzweifel, über den omnipräsenten gesellschaftlichen After-Baby-Body-Druck, Mut und Stolz und echtes Glück reden sah und hörte, war ich in Gedanken schon längst dabei, den ersten handgeschriebenen Leserbrief meines Lebens zu verfassen. Nach beinahe 5 Minuten mit der Musikerin und Autorin, über deren ansteckende Energie ich vor gar nicht allzu langer Zeit bereits in einem Lenny Letter gestolpert war, hatte ich literweise Pipi in den Augen und ganz viel Wärme im Herzen.

Vielleicht, weil sie es mit nur wenigen Worten und großer Ehrlichkeit schafft, uns daran zu erinnern, was wirklich zählt. Daran, dass wir nur diesen einen Körper haben und viel zu geben, daran, dass wir endlich lernen müssen, uns zu achten, zu akzeptieren und lieben. Weil Mamas Heldinnen sind und Makel menschlich. Ein wichtiger und liebevoller Beitrag in einer Zeit, die das makellose Muttersein predigt uns glorifiziert als gäbe kein höheres Ziel – Stichwort: #Afterbabybody. Mit genau dem hatte Alexa schwer zu kämpfen: Noch ein langes Jahr nach der Geburt ihrer Söhne sah Alexa Wilding hochschwanger aus. Bis sie sich unters Messer legte und haarscharf an einem kompletten „Mommy Makeover“ vorbei schlidderte. Aber das erzählt sie euch gleich höchstpersönlich:
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Die Serie The Handmaid’s Tale ist verstörend
– und unheimlich gut

18.05.2017 um 8.00 – Feminismus Film Gesellschaft

Ehrlich gesagt: Ich hatte Angst, mir diese Serie anzugucken. Weil das Buch, auf dem die Serie basiert, zu meinen Lieblingsbüchern gehört und darin jedes Wort, jeder Satz perfekt ist. Weil es Anfang der 1990er bereits eine Verfilmung von The Handmaid’s Tale gab und ich die ziemlich misslungen fand. Aber nachdem die Hulu-Serie mit Elisabeth Moss (Peggy aus Mad Men) in der Hauptrolle monatelang angeteasert wurde, konnte ich nicht widerstehen. Ich schaltete ein – und bin froh darüber.

Denn The Handmaid’s Tale ist so mit das Beste, was die übergroße Serienlandschaft gerade zu bieten hat. Das liegt vor allem an der Dringlichkeit und Aktualität, die die Serie vermittelt, daran, dass sie die Frage nach dem „Was wäre, wenn…?“ so eindrücklich und schonungslos beantwortet. Die Geschichte selbst spielt in der nahen Zukunft, in der Republik Gilead: Durch nukleare Katastrophen ist ein Großteil der US-Bürger*innen unfruchtbar geworden, die Geburtenrate sinkt dramatisch. Es kommt zu einem Staatsstreich durch die christlich-fundamentalistische Gruppe Sons of Jacob, die den Präsidenten sowie den gesamten Kongress ermordet, die Verfassung außer Kraft setzt und die Republik Gilead auf dem Territorium der ehemaligen USA errichtet. In atemberaubendem Tempo wandeln die Sons of Jacb das Land in eine christliche Militär-Diktatur um, in der Frauen keine Rechte haben. Die neuen Gesellschaftsstrukturen orientieren sich an Stellen aus dem Alten Testament und weisen allen Menschen bestimmte Rollen zu. Die herrschende Klasse hält sich sogenannte Handmaids: fruchtbare Frauen, die den jeweiligen Haushalten – bestehend aus einem Commander und dessen Frau – zugewiesen werden, um ihnen Kinder zu gebären. weiterlesen

3 Serien, die provozieren //
Girlboss, Dear White People & 13 Reasons Why

04.05.2017 um 9.40 – Film

Ich behaupte immer, es sei die reinste Wonne in einem Dachgeschoss zu wohnen. Weil man so nah am Wetter lebe und auch an der Sonne. Heute muss ich meine Meinung allerdings entschieden revidieren, denn wenn überhaupt keine Sonne da ist und man stattdessen bloß mit einem stundenlangen Sirenen-lauten Regenprasseln auf den schrägen Fenstergläsern Vorlieb nehmen muss, obwohl doch eigentlich Frühling sein sollte, dann ist das keine Wonne, sondern scheiße. Um es etwas rosiger zu formulieren: Serien-Wetter im Mai, und überhaupt, Vorfreude ist schließlich die schönste aller Freuden. Das Warten auf wärmere Tage lässt sich derzeit immerhin mit einer Handvoll sehnlichst erwarteter Serien füllen. Und zwar mit solchen, die auf absurde Art und Weise reingehen wie Butter, dabei aber mächtig provokant/verstörend/nervig sind: weiterlesen

Drei politische Dokus für graue Tage

26.04.2017 um 11.00 – Film Gesellschaft

Von eine nervösen Republik bis hin zur Geschichte Europas.

Ostern ist gerade erst vorbei, da steht am 1. Mai schon der nächste Feiertag an. Und da das Wetter in Berlin zu wünschen übrig lässt (ernsthaft, wo ist der Frühling?) ist es nicht schlecht, ein paar gemütliche Aktivitäten zu Hause zu planen. Zum Beispiel Dokus gucken, ein besonderes Hobby von mir. Hier sind drei Dokus über politische Themen, die ich in letzter Zeit geguckt und für gut befunden habe. weiterlesen

Fridamojis – ein Grund mehr, sich mal wieder „Frida“ mit Salma Hayek anzuschauen.

23.03.2017 um 10.00 – Film Menschen Technik

Vor ein paar Jahren war ich gerade dabei, meine Pizza in acht gleich große Stücke zu zerteilen, als mein Blick plötzlich auf ein überdimensional großes Wandgemälde fiel, das vor allem aus einer einzigen großen Augenbraue bestand. „Ach, Frida“, dachte und sagte ich, als die mich umgebende, entfernt bekannte Geburtstagsrunde plötzlich große Augen machte. Frida wer? „Kahlo“, antwortete ich. „Die mexikanische Künstlerin“. Aha. Kein Interesse. Ich wollte erst nicht glauben, was da geschah, aber auch kein besserwisserisches Arschloch sein. Also bemerkte ich bloß, dass es übrigens einen ganz wundervollen Film über diese einnehmende Persönlichkeit gebe und dass sich ein Abend mit ihr durchaus lohnen würde. „Guckt euch den mal an“. Ich bezweifle, dass es je dazu kam. Was überaus schade wäre.

Fridas Leben, das sie in insgesamt 144 Gemälden (davon 55 Selbstportraits) verarbeitete, war nicht nur ein von Tragödien durchzogenes, sondern vor allem von Stärke geprägt. In der von Männern dominierten Malerei erkämpfte sie sich als eine der ersten lateinamerikanischen Künstlerinnen Respekt und Ansehen. Sie war, nach allem, was wir wissen, vor allem eine tapfere Frau. Aber auch zerbrechlich, wenn es um die Liebe ging. Vielleicht lieben wir den Mythos „Frida“ deshalb so sehr. Weil wir in ihrer Geschichte Motivation, Inspiration, aber auch sehr viel Gefühl finden. Man kann jetzt natürlich darüber streiten, wie die Surrealistin zur Vermarktung ihrer Person wie es heute geschieht, gestanden hätte. Ein kleines Jauchzen ob der gerade im App Store erschienenen Fridamojis kann ich mir aber dennoch nicht verkneifen: weiterlesen

Happy Birthday, Buffy!
Warum die Serie heute genauso modern ist wie 1997

14.03.2017 um 10.38 – box2 Feminismus Film

Buffy – Im Bann der Dämonen ist 20 geworden. Von Falten aber keine Spur: Die Serie ist heute noch genauso modern wie 1997.

In Horrorfilmen sind die blonden, hübschen Frauen meistens die Ersten, die laut kreischend eines gewaltsamen Todes sterben. Nicht so Buffy, die in der gleichnamigen Serie furchtlos Vampire und andere Monster kalt machte. Pflock in der Hand, Entschiedenheit im Blick – mit Buffy ist nicht zu spaßen. weiterlesen

#Berlinale2017 // So war’s:
Auf der ARD Blue Hour mit Mint&Berry

14.02.2017 um 12.59 – Berlin Event Film Wir

Vielleicht haben wir keine Golden Globes und auch keine Oscars und höchstwahrscheinlich sind wir auch längst noch kein Cannes – und trotzdem mausert sich diese wunderbare Berlinale, die sich seit mehreren Jahren immer geschickter aus dem Schatten der Großen schleicht und die ganz großen Filmpremieren der Welt an Land zieht, zu einer der bedeutendsten Filmveranstaltungen überhaupt: Mit insgesamt 400 Filmen, mehr als 335000 verkauften Eintrittskarten und etwa 500000 Kinobesuchen sind die internationalen Filmfestspiele in Berlin das größte Publikumsfestival der Welt. Pah, wer hätte das gedacht! Nun gut, vielleicht haben wir dafür keine international glitzernden Schauspieler*innen, die für großes Raunen auf roten Teppichen sorgen, aber was viel wichtiger ist: Wir haben eine ganze Menge kluger Köpfe und talentierter Menschen, die es mit so manch einem Hollywood-Sternchen auf der Leinwand ziemlich selbstbewusst aufnehmen könnte – internationale Durchbrüche gibt es schließlich zu genüge. Normalerweise halten wir uns ganz bewusst aus dem Filmbusiness raus, auch wenn wir hin und wieder visuelle Perlen mit euch teilen wollen, wenn einer unserer langjährigen Partner allerdings zu der Veranstaltung überhaupt einlädt, können wir allerdings nicht anders, als die Einladung vom Fleck weg annehmen!

Ob wir nicht Lust hätten, mit mint&berry zur ARD Blue Hour zu gehen, mit Luca Vasta tagsüber durch die Zauberkugel von Jacks Beauty Department zu springen und abends ganz entspannt zu dinieren, bevor es über den blauen Teppich zu einer der wichtigsten Veranstaltungen der Berlinale geht? Na logo, an dieser Stelle lassen wir uns doch kein zweites Mal bitten! Gesagt getan: Um 15 Uhr ging’s los und während wir anfangs noch dachten, kein Mensch würde so lange vor dem Schminkspiegel brauchen, um pünktlich ab 20 Uhr auf der ARD Blue Hour aufzukreuzen, wurden wir an dem Abend gleich eines Besseren belehrt. Nun gut, vielleicht haben wir auch ein bisschen getrödelt und zu lange rumgeflachst – jedenfalls kamen wir auf die Minute pünktlich an und das ist schließlich die Hauptsache. Wer uns auf Instagram folgt, der konnte unseren Tag bereits verfolgen, für alle anderen gibt’s unseren Tag noch mal alles der Reihe nach: weiterlesen

Film- & Doku Tipp //
Hidden Figures & Women in Space

03.02.2017 um 13.55 – Feminismus Film

film tipp hidden figuresMein meist angesehener Instagram Account ist nicht etwa der von Streetstyle-Ikone Gilda Ambrosio, sondern @nasa. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören die alte wie auch die neuere Star Wars Saga, funklende Sterne machen mich glücklicher als Pommes Frittes und in die Wüste will ich vor allem, um mir den Himmel bei Nacht anzuschauen. Womöglich ist der kosmonautische Einfluss meines Vaters Schuld daran. Und so kam es, dass ich im vergangenen Jahr viele Stunden vor Youtube verbrachte.

Etwa, um mir anzusehen, wie Astronautin Sunita Williams der Welt eine 25-minütige Tour durch das „Orbital Laboratory“ und zeitgleich Einblicke in den Alltag in der Schwerelosigkeit gibt. Aber auch die Doku „Women in Space“ ist mir im Gedächtnis geblieben. Weil sie aufzeigt, dass Frauen tatsächlich schon immer einen mächtig großen Anteil zu jedweder Raumfahrt-Errungenschaft beigetragen haben – ganz entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, in der gefühlt stets männliche Mitarbeiter der Nasa bejubelt wurden. Dabei waren die „Rocket Girls“ von damals, die den Astronauten den Weg ins All berechneten, vor allem eins: Mathe-Genies. Nur mithilfe von Stift, Papier und simplen Rechenmaschinen waren sie allein dazu in der Lage, die komplizierten Gleichungen zu lösen. Ohne Margarete Hamilton, aus deren Feder die On-Board-Flugsoftware für das Apollo Projekt stammt, wäre kein Astronaut je auf dem Mond gelandet, geschweige denn zurückgekehrt. Und auch die mittlerweile 98-Jährige und hochbegabte Katherine Johnson war eine jener Frauen, die das Erkunden des Weltalls erst möglich machten. Sie wehrte sich zudem schnell dagegen, nicht die gleichen Rechte wie männliche Team-Mitglieder genießen zu dürfen und bestand etwa darauf, an sämtlichen Ingenieur-Meetings teilzunehmen. Mit Erfolg. Was zunächst allerdings nichts daran änderte, dass sie als Schwarze in einem separaten Büro sitzen und sogar eine andere Toilette als ihre weißen Kolleginnen und Kollegen benutzen musste.

Seit Donnerstag erzählt nun auch der Kinofilm „Hidden Figures“ von ihrem Kampf gegen Vorurteile und um die Anerkennung ihrer fachlichen Qualitäten. weiterlesen

Kurzfilm „Alter Ego“ // Und die Frage:
„What would my bra say if it could talk?“

21.12.2016 um 10.00 – Film
shes mercedes titelbild

Der für She’s Mercedes entstandene Kurzfilm „Alter Ego“ aus der Feder der wunderbaren Regisseurin und Drehbuchautorin Alexa Karolinski, ist ein Ausblick ins Morgen, das längst nicht mehr weit weg zu sein scheint. Und vielleicht sogar ein gut gemeinter Rat.

Wenn ich das Hier und Jetzt nämlich in wenigen Worten erklären müsste, das Leben in der westlichen Welt, jemandem von einem anderen Stern etwa, dann kämen mir zwei Begriffe zweifelsohne recht schnell in den Sinn: Technologie und Selbstoptimierung, womöglich sogar deren Fusion und damit unweigerlich auch ziemlich konträre Gefühle.

Eine Mischung aus Neugier und Hoffnung einerseits, aber auch große Skepsis und Unwohlsein. Denn bei allem Bestreben nach Mehr, nach Perfektion und sämtlichen Superlativen, das durch Social Media immerzu befeuert wird, beim Versuch irgendwann einmal irgendein Ziel zu erreichen, verpassen wir inzwischen allzu oft, was wirklich wichtig ist: Das Leben als aktives Verb. Stattdessen setzen wir einen Fuß vor den anderen ohne hinzusehen, weil die Augen meist auf Bildschirmen kleben, wie in einem Hamsterrad, das sich immer schneller dreht ohne anzuhalten, wo längst Schönheit wartet. Wir tragen Smart Phones als Scheuklappen, starren auf Smart Watches, statt die Zeit zu genießen, gehen Problemen mit ebenfalls smarter Ablenkung aus dem Weg, verlagern Kommunikation aufs Digitale und sind dabei nahezu taub geworden für die Signale unseres Körpers. weiterlesen

Warum Paris Geller schon immer das Beste an Gilmore Girls war und ist.

08.12.2016 um 13.54 – box3 Feminismus Film

paris geller gilmore girls

Ach, Stars Hollow, ich habe dich vermisst: Luke’s Diner, Miss Patty, die La La Las, all die seltsamen Traditionen und Gepflogenheiten, denen die Bewohner*innen der kleinen Stadt in Connecticut so beharrlich nachgehen. Und natürlich Lorelai und Rory, die schnellsprechenden, kaffeesüchtigen, popkulturaffinen „Gilmore Girls“. Vier neue Gilmore Girls-Folgen in Spielfilmlänge hat Netflix uns beschert, unter Federführung von Amy Sherman-Palladino, die die ersten sechs Staffeln verantwortete (und bei der siebten, bei Fans unbeliebtesten Staffel, nicht mehr dabei war). Der Nostalgiefaktor von Ein neues Jahr – so der Titel der Mini-Staffel – ist dementsprechend hoch. Vielleicht ein bisschen zu hoch: Irgendwie fühlt es sich an, als sei in Stars Hollow die Zeit stehen geblieben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es bei Luke’s jetzt WLAN gibt (theoretisch). Noch immer gilt die Devise: In Stars Hollow wird alles gut. Rory (Alexis Bledel), 32 und als Journalistin nicht einmal annähernd so erfolgreich wie sie stets erwartet hatte, braucht nur in die Heimatstadt zurückzukehren, um alsbald mit neuem Elan ein Projekt anzugehen. Lorelai (Lauren Graham), nun Ende 40, wollte sowieso nie aus der Stadt weg. weiterlesen

Watch it //
Vier Serien-Tipps für Regentage

22.11.2016 um 10.43 – box2 Film

4 serien tipps herbst 2016

Die Tage sind kurz, draußen wird es kälter: Zeit, es sich mit ein paar Serien im Bett oder auf dem Sofa gemütlich zu machen. Hier sind drei Tipps für gute Unterhaltung. 

Gefühlt wöchentlich fluten neue Serien in unser Leben und stets stellt sich die Frage: Was davon lohnt sich denn jetzt wirklich? Und weil es immer (naja, meistens) gut ist, was empfohlen zu bekommen: Diese drei frischen Serien sind den Klick auf „Play“ wert. weiterlesen

Beauty // Erlebt Jackie Kennedys
Bouffant-Frisur ein Revival?

17.11.2016 um 13.29 – Beauty Film

jackie kennedy natalie portman movie

Wer Mode nicht bloß als Konsum-, sondern auch als Kulturgut sieht, dem wird selbstredend nicht fremd sein, dass gesellschaftliche Veränderungen auch immer wieder in der Art wie wir uns kleiden sichtbar werden. Dreht man zur Verdeutlichung ein paar Jahrzehnte an der Zeitmaschine, kommen einem beispielsweise gleich die 50er Jahre in den Sinn, die Nachkriegszeit, in der es an vielem mangelte, auch an Stoff. Als Reaktion auf diese Knappheit manifestierte sich im persönlichen Stil der modischen Dame hingegen das genaue Gegenteil, man kann gar von Verschwendung sprechen, die üppige A-Linie war hoch im Kurs, genau wie schwungvolle Petticoats. Man wollte das Gräuel vergessen und sich stattdessen endlich wieder der Weiblichkeit widmen. Geht man nun also ganz starrsinnig davon aus, dass Mode auch Rebellion verkörpert, natürlich nicht ausschließlich, viele findige Trend-Fische schwimmen schließlich geradewegs mit dem Zeitgeiststrom, aber eben immer wieder, dann ist im Angesicht der frischgebackenen First Lady Melania Trump zumindest im Beautybereich die Frage nach der nächsten It-Frisur möglicherweise gar nicht so weit gefehlt.

Schon jetzt schwappt uns Michelle-Nostalgie entgegen, da werden etwa fleißig Hochzeitsfotos des lässigen Ex-Präsidentenpaars gepostet und über Miss Trumps fehlende Grazie lässt sich derzeit auch prima wettern. Mir persönlich wäre jedwede Hülle recht, wenn nur der Rest ein bisschen geistreicher daher käme, aber darum geht es nicht, denn jetzt kommt auch noch Jacky Kennedy ins optische Spiel, oder besser: Ihre Bouffant-Frisur, die nun durch Natalie Portmans neueste Rolle ein eins A Revival erleben könnte. Möglich wäre es. weiterlesen

Kurzfilme // Miu Miu’s „Women Tales“ & feat. „The Skate Kitchen“

24.10.2016 um 12.07 – Feminismus Film Mode

womens tales miu miu

Nur etwa einer von zehn Filmen, die es auf die Kinoleinwand schaffen, stammt aus der Feder einer weiblichen Regisseurin, man könnte als fast meinen, die Branche unterliege einem deutlichen Männer-Überschuss. Dem ist natürlich nicht so. Bloß ist es für Frauen selbst im Jahr 2016 noch kein leichtes Unterfangen in Hollywood gehört und gesehen, oder zumindest nicht auf Äußerlichkeiten reduziert zu werden. Vielleicht erinnert ihr euch sogar an die jüngst von Olivia Wild angetretene Diskussion, in der es hieß, Sexismus sei in Hollywood ohnehin ein „institutionelles“ Unterfangen.

Miuccia Prada, die intellektuelle Designerin und Frauenrechtlerin, rief wegen Missständen wie diesen jedenfalls bereits im Jahr 2011 die Miu Miu „Women’s Tales“ ins Leben. Hinter dem großartigen Projekt der mittlerweile 67-Jährigen steht bis heute die Idee, weibliche Regisseurinnen in den Fokus zu rücken. In immer neuen Filmen binden großartige Filmemacherinnen so seit fünf Jahren jeweils die neueste Miu Miu Kollektion in ihr filmisches Schaffen ein. Das neueste Werk „That One Day“ stammt von Crystal Moselle (hier im Interview mit der VOGUE), die 2015 mit „The Wolf Pack“ ein grandioses Debüt hingelegt hatte. Diesmal begleitet sie die 17-jährige Rochelle, Mitglied der all-girls Skatecrew „The Skate Kitchen“ durch einen Tag voll Ausgrenzung auf der einen und Zugehörigkeit auf der anderen Seite. weiterlesen

Kolumne //
Wir müssten viel mehr wie Toni Erdmann sein.

27.09.2016 um 18.33 – box1 Film Gesellschaft Leben

die neue kauzigkeit

Neulich saß ich im Kino und musste mich vor Lachen beinahe übergeben, ein Popcornkorn hatte sich beim heftigen Jauchzen zwischen Gaumen und Nase verirrt und klebte nun dort fest, Tränen schossen mir in die Augen, nicht aber vor Verzweiflung, sondern wegen dieser maximalen Wonne, die mir an Situationskomik beschert wurde. Ines Conradi gab auf der Kino-Leinwand als „Whitney Schnuck“ gerade lautstark „The Greatest Love Of All“ zum Besten, irgendwo in einem fremden Wohnzimmer, voller Inbrunst. Die Dame auf dem Platz neben mir versuchte währenddessen ihren Lachanfall durch heißblütiges Trommeln auf den Oberschenkeln ihrer Begleitung in den Griff zu bekommen, ein glückseliges Grunzen erfüllte den Saal.

Die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade hatte die Welt mit ihrem Spielfilm „Toni Erdmann“ zweifelsohne exakt in diesem Moment zu einer besseren gemacht. Eigentlich heißt der pensionierte Protagonist und Musiklehrer übrigens Winfried Conradi und hegt eine Vorliebe für schräge Scherze. Als sein Hund stirbt, macht er sich auf den Weg nach Bukarest, um die spießige Tochter vor der furztrockenen Einöde der Berater-Branche zu retten. Uns rettet er im gleichen Atemzug vor zu viel Heuchelei, zu wenig Freiheit und vergessenem Humor. Jeder von uns Zuschauenden wusste jedenfalls schnell, dass er gut daran täte, endlich mehr Toni in sein Leben einkehren zu lassen. Ein bisschen mehr Fuck Off eben. Und Mut zur Kauzigkeit. In den folgenden Tagen versuchte ich also, meinen inneren Erdmann häufiger nach außen zu kehren, statt ihn weiter zu ersticken. Wenn auch nicht immer erfolgreich. weiterlesen