Kategorie-Archiv: Film

VIDEO //
WARDROBE TALES TEIL II

– 16.12.2015 um 14.17 – Film Wir


In Teil I der Wardrobe Tales für eBay Fashion habe ich mit euch ein bisschen in meinem umgebauten Kleiderschrank-Badezimmer gewühlt, von Lakritz und Filterkaffee geschwärmt, bestickte Kleider ausgeführt und hier und da ein bisschen Unfug über fehlenden Mut geredet. Ähnlich geht es in der zweiten Folge weiter, bloß dass diesmal alles um meine liebste Zeit des Jahres kreist, in der wir ganz genau jetzt Bauchnabel-tief drin stecken. Meine mittlerweile nicht mehr ganz so heimliche Liebe zu Lurex ist in Video #2 zum Beispiel ein großes (Socken-)Thema, ebenso der schmale Grad zwischen unerträglichem Kitsch und festlichen-bananigen Gimmicks, ab und zu fliegt mir auch das Kinn vor Freude weg und nicht nur ein Mal regnet es Konfetti. Es ist wirklich immer wieder die gleiche Leier, kurz vor dem ersten Advent schwöre ich mir, nicht in Lichterketten zu ersaufen und auch beim nächsten Dinnerabend auf dem Teppich und ganz schlicht zu bleiben, sobald es dann aber wirklich so weit, landen doch wieder Tröten und Goldsterne auf dem Tisch. Mehr ist manchmal mehr. Aber nur in der Weihnachtszeit.

Am Körper trage ich derweil zwei heiße Anwärter auf den Tannenbaum-Look, nämlich ein fedriges Kleid von Valentino Red, das ich bereit hier zeigen durfte, und ein Lala-Berlin-Fundstück, das mich schon vor etlichen Saisons zum Jauchzen brachte: weiterlesen

Serien-Tipp // Jessica Jones, Superheldin mit posttraumatischer Belastungsstörung

– 26.11.2015 um 14.15 – Feminismus Film

jessica jones serien tipp

Mit Jessica Jones schickt Marvel die erste Superheldin in Serie. Heldenhaft ist an dieser trinkenden, zynischen und kaputten Frau aber kaum etwas – zum Glück!

„Ich suche nach dem Schlimmsten in Menschen“ sagt die grimmig-gelangweilte Stimme von Jessica Jones (Krysten Ritter) aus dem Off – und damit ist der Ton für Marvels neue Netflix-Serie, benannt nach ihrer Heldin, gesetzt. Jessica, das stellt sich schnell heraus, ist sehr talentiert darin, das Schlimmste in Menschen zu finden: Sie arbeitet als Privatdetektivin und einzige Angestellte ihres Unternehmens Alias Investigations in New York. Den Großteil ihrer Zeit verbringt Jessica damit, Fremdgängern mit der Kamera aufzulauern und sie beim heimlichen Stelldichein abzulichten. Erfüllende Arbeit sieht anders aus.

Allerdings scheint Arbeit Jessica sowieso nicht besonders zu interessieren. Sie schläft bis spät in den Tag hinein, steht auf Flüssignahrung in Form von Whisky und hat offensichtlich Probleme, ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen. Wüsste man nicht, dass es sich um eine Marvel-Serie handelt und Jessica Jones eine Superheldin aus der Reihe Iron Man, Captain America und Co ist, man könnte Jessica Jones genauso gut für ein düsteres Neo-Noir-Drama halten. Eines von der Sorte, wo ein schlechtgelaunter, stets düster blickender und hart trinkender Privatdetektiv durch New Yorks Straßen zieht. Und jetzt: Achtung – Spoiler-Alarm! weiterlesen

Vorgemerkt // „Janis: Little Girl Blue“
– The Life & Rise of Janis Joplin

– 18.11.2015 um 8.33 – Film

janis 1

She took a flag and made a place in Rock’n Roll for women (…) Janis was fearless with her pain and her truth. Es gibt wohl niemanden der Welt, der nicht irgendetwas mit Janis Joplin verbindet – mit dieser großartigen Künstlerin und ihrer unfassbar rauchigen Stimme, mit ihren Ohrwurm-Hits wie „Mercedes Benz“ und diesem viel zu frühen Tod, der sie ganz makaber in den „Club der 27er“ neben Kurt Cobain und Amy Winehouse brachte. Wer aber war diese Frau eigentlich? Was genau zerriss ihr Herz über all die Jahre und warum starb sie viel zu früh? Nach Janis (1974), der bislang einzigen Doku über die Sängerin, versucht Regisseurin Amy Berg nun Antworten in der im Januar bei uns erscheinenden Dokumentation „Janis: Little Girl Blue“ zu finden und skizziert mit ganz viel Feingefühl das Leben der Musikerin chronologisch von ihrer Kindheit bis zu ihrem Drogentod.

Wir erfahren von Janis‘ Problemen, sich nie weiblich genug gefühlt zu haben und große Schwierigkeiten hatte, unter anderen Menschen zu sein. Aus Aussagen von Wegbegleiter, alten Aufnahmen, bislang unveröffentlichtem Filmmaterial und persönlichen Briefe soll sich unser Gesamtbild formen – von dieser Frau, von der wir doch eigentlich so viel wissen sollten, es am Ende aber irgendwie dennoch gar nicht tun. Der Dokumentarfilm verspricht ein Annäherungsversuch zu werden und wir kringeln das Release-Datum schon jetzt rot im Kalender ein. weiterlesen

Film-Tipp // He named me Malala

– 28.10.2015 um 9.45 – box2 Feminismus Film

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Malala Yousafzai ist die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Welt. Drei Jahre ist es jetzt her, dass ihr ein Taliban-Kämpfer aus nächster Nähe in den Kopf schießt. Er will endlich das Mädchen töten, das für die BBC im Internet Tagebuch über den Krieg in Pakistan schreibt, darüber, dass ihr Männer mit seltsamen Bärten den Schulunterricht verbieten wollen, das Tanzen, das Tragen ihres Lieblingskleides. Zu diesem Zeitpunkt steht Malala längst auf der Todesliste der radikalen Islamisten, die mit aller Gewalt die Scharia durchsetzen wollen, einen Gottesstaat, in dem Frauen nur noch verschleiert die Straße betreten dürfen. Ein Umstand, den die sie nicht akzeptieren will und kann, Hunderttausende lesen ihre Augenzeugenberichte.

Malala überleb das Attentat und zieht mit ihrer Familie nach Großbritannien, in ihrer Heimat, dem Swat-Tal, jagt man sie weiterhin. Angst hat sie selten, vielleicht kommt sie aber auch einfach nicht dazu, denn es gibt Wichtiges zu tun. An ihrem 16. Geburtstag hält die junge Frau, die nur durch ein Wunder überleben konnte, vor den vereinten Nationen eine Rede, die um die Welt geht. „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern“, sagt sie da. Bis heute setzt sich die inzwischen 18-Jährige als Mitbegründerin des Malala Fund für das Recht von Mädchen auf Bildung ein, überall. Ob sie manchmal an Rache denkt? Nie. „Solche Gefühle sind mir fremd,“ erklärt sie Regisseur Davis Guggenheim, der die Heldin seines vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms achtzehn Monate lang begleitete. Dabei lächelt sie schief. Eine Gesichtshälfte ist seit dem Anschlag gelähmt. Ihr Mut ist durch diesen Tag aber nur noch größer geworden. weiterlesen

Doku-Tipp //
„Wir sind Fashion“ auf Arte

– 25.09.2015 um 10.27 – box1 Film

wir sind fashion arte this is jane wayne
Es ist jetzt fast ein Jahr, dass Arte und Lonamedia uns mit der Kamera durch unseren Arbeitsalltag begleiteten und mir stockt ganz ehrlich der Atem bei dem Gedanken an morgen, den Tag, an dem die einstündige Dokumentation „Wir sind Fashion – die neue Macht der Modeblogger“ um 22.35 Uhr Premiere feiert, um anschließend in die +7 Mediathek zu wandern. Mit dabei sind außerdem VOGUE Chefredakteurin Christiane Arp, Scott Schuman, seines Zeichens Vater der Streetstyle-Fotografie, Stilikone Veronika Heilbrunner mit My-Theresa-Chefeinkäufer Justin O’Shea, das Purple Magazine-Urgestein Olivier Zahm und viele mehr.

Wie es sich anfühlt, sich selbst im Bewegbild zu sehen und, noch schlimmer, zu hören, das muss ich euch bestimmt nicht erzählen, wenn man nämlich nicht gerade überdurchschnittlich arg auf das eigene Antlitz fliegt, dann ist es schlichtweg absurd, verrückt und dann und wann auch wirklich unangenehm, was nicht zuletzt an seltsamen Frisuren und viel durchschimmerndem Sprach-Kaudawelsch (hallo Rheinland!) liegt. Aber wisst ihr was? Alles egal. Vielleicht ist es an der Zeit, endlich aufrichtig stolz zu sein. Auf euch und uns, auf das, was wir hier in fünf Jahren aufgebaut haben, als beste Freundinnen und Partner in Crime, die nunmal lieber stampfen als zu stöckeln. Danke Nicola Graef, Kira Pohl und Lonamedia. von Herzen. Es war ein Fest, mit euch zu drehen. weiterlesen

Film-Tipp // The Diary of a Teenage Girl
Weibliche Pubertät ganz ohne Klischees

– 06.08.2015 um 8.11 – box3 Feminismus Film

the diary of a teenage girl filmWir erinnern uns wahrscheinlich alle nur zu gut, dass es wirklich nicht leicht war, ein Teenager zu sein. Überschäumende Hormone, all die kleinen und großen Veränderungen, die da mit dem eigenen Körper passieren und irgendwie reicht auf einmal auch die kleinste Kleinigkeit aus, um die Emotionen mit einem Schlag hochkochen zu lassen. Vor allem als Mädchen wird es spätestens dann auch noch einmal richtig unangenehm, wenn auf einmal die halbe Welt glaubt, sich in deine Sexualität einmischen zu müssen. Denn während unsere Gesellschaft Jungs seit Jahrzehnten weiß machen will, dass es völlig in Ordnung ist, Sex zu haben, und ein echter Kerl seine Jungfräulichkeit gar nicht schnell genug verlieren kann, wird von Mädchen verlangt enthaltsam zu sein, sich aufzusparen und sich bloß nicht auf den erstbesten Kerl einzulassen. Kurz gesagt, sobald Frauen und Mädchen praktisch dazu in der Lage sind, Kinder in die Welt zu setzen, stehen sie unter permanenter Beobachtung ihrer Mitmenschen. Schließlich muss das hilflose Geschlecht ja beschützt werden.

Der britische Indie-Film The Diary of a Teenage Girlwill damit jetzt endlich aufräumen. Geschrieben und produziert von Frauen wird uns die Pubertät mit all ihren chaotischen Gefühlszuständen aus Sicht eines Mädchen gezeigt. Schade nur, dass gerade das in England jetzt eine Kontroverse ausgelöst hat. weiterlesen

Video des Tages //
What does Feminism mean to you?

– 01.07.2015 um 10.47 – box3 Feminismus Film

one word feminism„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, sich heute Feministin zu nennen,“ sagte jüngst ein schlauer Mensch, „es gibt schließlich kaum einen Begriff, der so schwer zu definieren ist, der so dermaßen mit Vorurteilen und Fehlinterpretationen, ja manchmal sogar mit Hass aufgeblasen wird, wie dieser.“ Ein gutes Beispiel für schräge Gedanken, hervorgerufen durch fehlende Aufklärung ist dieser trauriger Text, der sich kürzlich seinen Weg durch das Internet bahnte. Simone de Beauvoir, die schon früh begriff, dass das gesellschaftliche Konstrukt Frau/Körper/Natur versus Mann/Geist/Kultur nichts weiter als ein hohles Abstrakt uralter Biologismen beschreibt, hätte sicher die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Ihre Essays und Worte stammen zwar aus älteren Jahrzehnten, sind heute, in einer Welt, die streckenweise weiterhin am Patriarchat festhält, aber nicht minder relevant. Das Problem ist bloß: Feminismus ist längt kein absoluter Slogan mehr, keine klar formulierte Forderung an die Gleichberechtigung, vielmehr ein bunter Hund, der mittlerweile in verschiedensten Farben und Formen durch die Gassen der Medien streunert. Da kann man schonmal die Orientierung verlieren und sich von populistisch-provokanten Aussagen, wie sie häufig in Zeitschriften wie der Emma propagiert werden, abschrecken lassen. Ich verstehe das. Umso wichtiger ist es, den eigenen Kopf zum Rattern zu bringen. In was für einer Welt wollen wir leben?

Ich schlage vor: In einer, die Frauen, Männer und alles Wunderbare, was dazwischen liegt, schlichtweg als „Menschen“ betrachtet. In einer, die uns erlaubt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ob am Herd, im Büro oder an beiden Orten gleichzeitig, ohne Gender Pay Gap, ohne Unverständnis gegenüber Vätern, die in Elternzeit gehen, ohne Alltagssexismus. In einer, in der Kinderkleidung nicht nach „Rosa für die Mädchen“ und „Hellblau für die Jungs“ unterteilt wird. Die Liste der Beispiele ist endlos, die Forderung ist gar nicht so schwer: Gleichberechtigung, bittesehr. weiterlesen

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Doku-Tipp // „Chef’s Table“
– wieso ich neuerdings Möhrchen respektiere

– 25.06.2015 um 15.10 – box1 Film

chefs table doku

Ich bin kein Fan von Food Trends, aber von gutem Essen. Ich verstehe die hohe Kunst der Selbstgeißelung durch freiwilligen Verzicht (auf kesse Kohlenhydrate, geile Gluten oder zauberhaften Zucker) nicht, den Appetit auf Experimente aber umso mehr. Ich habe keine Ahnung von Fisch und Fleisch, dafür koche ich bombenmäßige Chili Sin Carne. Kurzum: Ich kenne mich nicht aus, in keinster Weise, bloß mit Tischmanieren, aber auf meine Zunge ist ausnahmslos Verlass. Vor ein paar Monaten hätte ich mir beim Anblick einer Miniatur-Möhre samt millimeterdünner Möhrenhaube plus Möhrenschaum vor lauter Unwissenheit vermutlich also noch hämisch ins Fäustchen gelacht, ähnlich wie es Clairette an dieser Stelle tat. Was soll beim Herrichten dieses köstlichen Naturgewächses schon großartig schief gehen, richtig?

Heute weiß ich: Jede Menge. Auch, dass Polemik, wann immer Köche und Köchinnen involviert sind, die ihre Seele für jedes noch so zarte Möhrchen hergeben, fehl am Platze ist. Wollte man nun pöbeln, könnte man auch fordern: Wenn man keine Ahnung hat, ihr wisst schon. An diese Regel halte ich mich spätestens seit über sechs Stunden kulinarischem Genuss der Extraklasse, der mir kürzlich dank Chef’s Table beschert wurden – einer Netflix Original Serie, die zwar in Weltklasse-Küchen schaut, aber vor allem die vor Leidenschaft und Hingabe glühenden Persönlichkeiten, die Künstler und Kreuzundquerdenker dahinter portraitiert. weiterlesen

Video des Tages // „Vogue Video“ Launch
– Die „Minions“ auf dem Vogue Cover?

– 23.06.2015 um 9.30 – Film

minions to grace cover of british vogue

Youtuber werden immer mächtiger, da lässt sich Condé Nast natürlich nicht lumpen und zieht vielleicht gerade noch rechtzeitig mit einem eigenen Vogue Channel nach. Das Zauberwort lautet: „Video Content Creation“, schließlich will der findige Konsument von heute unterhalten werden, am liebsten via Bewegbild. Für Kurzfilm Nummer Eins hat man sich neben Suzy Menkes als Host außerdem Domenico Dolce und Stefano Gabbana, Rupert Sanderson, Giles Deacon, Stephen Webster, Alber Elbaz, Stephen Jones und Alexandra Shulman, Chefredakteurin der britischen Vogue, mit an den Tisch geholt. Und hier gelangen wir auch schon zur Krux des ganzen Spektakels:

Die Modewelt ist nämlich gar nicht so hochnäsig und humorlos, wie allzu gern behauptet wird. Ganz sicher dient ein kurzer Clip, der die „Minions“ – ihr wisst schon, diese kleinen gelben frechen Hollywood-Racker – zur Stil-Instanz kürt, nur bedingt als Beweismittel. Ich bin dennoch ein bisschen entzückt, vor allem von Suzy, der spitzzüngigsten Kritikerin unter der Sonne. weiterlesen

Film-Tipp // „Seht mich verschwinden“
– Die berührende Geschichte der Isabelle Caro

– 16.06.2015 um 13.46 – box2 Feminismus Film

seht mich verschwinden

„Wir leben in einer anorektischen Gesellschaft“, behauptet der italienische Fotograf Oliviereo Toscini. Vor allem die Modewelt habe mit Magersucht und Bulimie zu kämpfen, sie sei krank, sehr krank. Wie recht er hat, beweist nicht nur eine vor Kurzem öffentlich gewordene Studie, in der 70 von 241 essgestörten Patientinnen angaben, Heidi Klums Germany’s Next Topmodel habe „einen sehr starken Einfluss auf ihre Erkrankung gehabt“. Das jüngste Beispiel einer Saint Laurent Kampagne, die aufgrund der zu dünnen 18-Jährigen Kiki Willems schon kurz nach Veröffentlichung von der Advertising Standards Authority verboten und verbannt wurde, lässt tiefe Einblicke in das zunehmend unverantwortliche Treiben der Global Player der Branche zu. Wie aber macht man am besten auf eine Krankheit aufmerksam, die nur haarscharf am geltenden Schönheitsideal vorbei schrammt? Für die einen ist Anorexie zu abstrakt, zu weit weg, zu unwirklich. Andere stecken selbst schon viel zu tief drin.

Magersucht als omnipräsentes Thema kommt trotz der beiwohnenden Tragik häufig ohne anteilnehmende Emotionen aus. Statt Empathie erzeugen Bilder wie jene von Isabelle Caro, die 2007 gerade einmal 32 Kilo wog und vor Toscinis Linse nackt für eine No-Anorexia-Kampagne posierte, tendenziell eher Ekel und Entrüstung. Manchmal werden sie aber auch übersehen. Vielleicht weil wir abgestumpft sind, womöglich wegen der Gewöhnung. Der jüngst in den Kinos angelaufene Dokumentarfilm „SEHT MICH VERSCHWINDEN“ fordert seine Zuschauer auf, unsere mediatisierte Welt durch die Augen von Isabelle Caro und Kiki Allgeiger zu betrachten. Er macht uns bewusst, dass man gegen Essstörungen, gegen den Magerwahn in der Modeindustrie und der damit verbundenen schweren Erkrankung Magersucht, kämpfen muss, immer wieder. weiterlesen

DOKU-TIPP // „The True Cost“ ab heute online
– über die Folgen der Billig-Mode-Industrie

– 01.06.2015 um 13.44 – box2 Film

truecostmovie

“ Einige Menschen haben alle Möglichkeiten, weil andere Menschen gar keine haben.“

Über Billigmode und deren Folgen, über unser Handeln und Nicht-Handeln, über gute Vorsätze, schlechte Umsetzungen, kleine Fortschritte, persönliche Gradwanderungen und große Ethik-Fragen haben wir auf Jane Wayne schon häufig diskutiert. Mit kritischen Texten über grausame Gegebenheiten macht man sich nicht immer Freunde, vor allem dann nicht, wenn man man selbst im Hexenkessel rührt, das ist wenig verwunderlich und unumgänglich. Trotzdem werden wir keinesfalls damit aufhören, uns selbst und euch und das, was in dieser Welt passiert, zu hinterfragen, wir werden trotz Gegenwind nicht müde, auf Projekte zu verweisen, die dazu da sind, der westlichen Welt die Augen zu öffnen. Und auch uns.

Wer uns regelmäßig liest, der weiß, dass wir in den letzten Jahren Konsequenzen gezogen haben, die längst nicht ausreichen. Dass wir mehr falsch machen als richtig. Aber wir sind auf einem Weg, der auch durch Dokumentationen wie „True Cost“ immer weiter gepflastert wird. Seit heute ist das Werk des kalifornischen Regisseur Andrew Morgan online verfügbar. weiterlesen

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Sneak Peak & Bilder des Tages // Lena Dunham für Co-lab Rachel Antonoff & Other Stories

– 02.04.2015 um 10.00 – box3 Film Kampagne Mode

stories

#VoteAudrey! Vorgestern haben wir euch hier bereits das erste, knackige Teaser Video zur allerneuesten & Other Stories Co-Lab mit Designerin Rachel Antonoff gezeigt, schon folgt ein weiterer Hint auf das, was ab dem 12. Mai diesen Jahres in den Stores eintrudeln wird: “Pretty and funny prints; easy, comfortable dresses and separates; and one mint leather jacket and pencil skirt that I am particularly fond of.” -OK, so viel von der Designerin selbst, aber was hat Lena Dunham nun damit zu tun? Unser derzeitiger Serienliebling produzierte das dazugehörige Kampagnenvideo und lieferte die Idee zu dieser ziemlich vielversprechenden Kollab. 

Eine Kampagne für die Kampagne – selbstverständlich mit Lena Dunhams Lieblingsthema: Powerfrauen, Feminismus, Frauenrechte und ganz viel Öffentlichkeit. Mädels wie ihr und wir in unterschiedlichen Konfektionsgrößen und Hautfarben, verschiedensten Stilen und Geschmäckern – aber alle mit derselben Botschaft im Gepäck: We can and we will – und wir werden uns Gehör‘ verschaffen. Oh, wir sind ja so gespannt auf das Endergebnis! Sollte es News geben, wir werden selbstverständlich davon berichten

 

“I love the idea of a driven, smart girl running for an unknown office and created a collection around the different aspects of her day to day life on the trail. Imagined it could be as large as a presidential or congress campaign and as small as secretary of her local stamp enthusiast society. Loving the vision of our girl strategizing while still in her tennis clothes,” so Rachel Antonoff.

 

Ein von Lena Dunham (@lenadunham) gepostetes Foto am

 

Trailer & Doku-Tipp //
„IRIS“ über Mode-Ikone Iris Apfel

– 17.03.2015 um 15.38 – box3 Film Menschen

iris apfel dokumentation tis„I never judge. It’s better to be happy than well dressed.(..) and I don’t have any rules, cause I would only be breaking them so it’s a waste of time.“ Eigentlich möchte ich Iris Apfel jedes Mal durch den Bildschirm die Füße küssen, sobald sie ihren inzwischen charmant verschrumpelten, aber immer noch äußerst spitzzüngigen, 93-jährigen Mund aufmacht. Die New Yorkerin ist seit jeher der schrillste Vogel der Upper Class, aber spätestens seit 2005, als das Metropolitan Museum of Art eine Ausstellung mit Namen „The Irreverent Iris Apfelzeigte, ist die Grande Dame auf der ganzen Welt bekannt wie ein bunter Hund. Dabei kann sie deutlich mehr Talente als das irrwitzige Stapeln und Kombinieren etlicher Muster und großer Klunker ihr Eigen nennen. Nachdem sie Kunstgeschichte studiert hatte, begann sie mit 20 für “Women’s Wear Daily” zu schreiben und schnupperte erstmals Inneneinrichtungs-Luft. Anfang der 50er Jahre gründete sie schließlich die Designfirma „Old Weavers“ und bereiste gemeinsam mit ihrem Mann den halben Erdball. Aus Indien, Asien oder dem Orient brachte sie fortan immer neue Ideen mit nach Hause, von denen unter anderem Persönlichkeiten wie Greta Garbo oder Estée Lauder profitierten. Nicht einmal das Weiße Haus blieb vor dem scharfem Auge des Paares und all ihren exotisch-stilsicheren Wohnideen verschont. Noch heute noch berät Frau Apfel höchst persönlich die Creme de la Creme, wenn es um deren äußere Erscheinung oder jene ihrer eigenen vier Wände geht. Ganz zu schweigen von sämtlichen Modehäusern wie beispielsweise & other stories, die die bebrillte Dame hin und wieder sogar als Model buchen.

Eine Dokumentation namens „IRIS“ war also längst überflüssig. Wer allerdings denkt, das Werk von Albert Maysles drehe sich nur um Äußerlichkeiten, der irrt. Iris Apfel würde nämlich niemals den Blick für das Wesentliche verlieren. In Modefragen vertrauen ihrem Wort aber weiterhin: “The greatest fashion-faux-pas is looking in the mirror and seeing someone else – relax.” weiterlesen

TRAILER // Kurt Cobain-Dokumenation
„Montage of Heck“

– 13.03.2015 um 12.57 – box3 Film

kurt cobain documentary

Man kann nah am Wasser gebaut sein, oder eben nicht, aber der Trailer zur Kurt Cobain-Doku „Montage of Heck“ ist zweifelsohne dazu in der Lage, aus Männern Mäuse zu machen, inklusive dicker Krokodilstränen. Denn obwohl wir die Geschichte der Grunge-Legende vermeintlich in und auswendig kennen, womöglich sogar seine längst veröffentlichten Tagebucheinträge lasen und Nirvanas „Nevermind“ im Schlaf mitsingen können, bekommen wir diesmal (neues) Film- und Tonmaterial von der hinreißendsten und zugleich schonungslosesten Sorte serviert.

Insgesamt acht Jahre lang arbeitete der Oscar-nominierte Regisseur Brett Morgan mit Cobains Familie zusammen, um im Mai diesen Jahres endlich das erste voll autorisierte Werk über den 1994 verstorbenen Gitarristen und Sänger veröffentlichen zu können. Als Produzentinnen wirkten Courtney Love und ihre Tochter Frances Bean diesmal höchst persönlich mit – Und das merkt man. Selten wurden Cobains seelische Qualen so deutlich, intensiv und ehrlich transportiert. „Ich weiß nicht, wie irgendjemand damit klarkommen soll, wenn ihn die gesamte Familie zurückweist“, hört man eine Stimme aus dem Off. „Ich bin Kurt Cobain“, sagt daraufhin ein kleiner blonder Junge. Spätestens hier fällt der Vorhang und Curt wird vom Mysterium zum Menschen: weiterlesen

Modefilm-Tipp // DIOR and I –
über die Anfänge Raf Simons bei DIOR

– 26.02.2015 um 14.23 – Film

Och, nicht schon wieder so ein Modefilm, dachte ich erst, als ich über „Dior and I“, ein Film über die Anfänge Raf Simons im Pariser Traditionshaus aufmerksam stolperte. Nach den eher mäßigen Kritiken zu den zahlreichen Yves Saint Laurent Biopics im vergangenen Jahr, war mein Bedarf an Mode im Kino also eher gedeckt – bis nicht vorhanden. Dior and I allerdings soll anders sein, verspricht, zu überraschen und statt langweiliger Mythen das tägliche Business mit all seinen Emotionen abzubilden – zumindest, wenn wir den namenhaften Magazinen glauben dürfen, die „Dior and I“ bereits in der Preview sehen konnten: „Stunning.“, „Honest, authentic and powerful“, „Simply the best movie about fashion“, oder „One of the most realistic fashion films we’ve ever seen“ – wenn wir an dieser Stelle das Tank Magazine, Dazed, die Elle und Fashionista zitieren dürfen.

Wir starten im Jahr 2012, Raf Simons wechselt nach seinem ziemlich emotionalen Abgang von Jil Sander zu Dior und hat ganze acht Wochen Zeit, eine komplette Haute Couture Kollektion aus dem Boden zu stampfen. Ein Minimalist bei Dior? Noch werden intern die Nasen gerümpft – doch dann folgt die Überraschung: Radikale Veränderungen, neue Visionen, die die Botschaft Diors ins Hier und Jetzt transportieren und Handwerkskunst, die selten so gefunkelt und gestrahlt hat. Dior and I verspricht einen ganz besonders emotionalen und nahen Einblick hinter die Kulissen zu liefern – und wir können uns hoffentlich schon ganz bald selbst davon überzeugen. weiterlesen