Kategorie-Archiv: Gesellschaft

Brain Blah //
Wenn Instagram Freundschaften killt

– 07.08.2015 um 15.09 – Gesellschaft

instagram kills friendsVorgestern schlürfte ich gerade gerade noch schlaftrunken und selig einen Eiskaffee, als neben mir plötzlich ein paar Hennen gefundenes Fressen für einen ausgedehnten Lästerklatsch fanden. Das Thema: Instagram, oder besser, dessen verschallterte Benutzer. Im Kern handelte das Gespräch von Narzissmus, was mich wunderte, denn ohne das N-Wort (fast) kein Social Media. Und offensichtlich auch keine Themen für ein entspanntes Frühstück am Mittwochmorgen. Ich tat, was ich eigentlich nie tue, nämlich lauschen, sonst hätte ich womöglich irgendwann nach dem eigentlichen Problem fragen müssen und mich selbst in Teufels Küche begeben. Es kam also wie folgt:

Christina macht am laufenden Band Selfies, die findet sich schon ein bisschen geil. Ich kann Jennifer Instagram-Persönlichkeit nicht leiden, das macht mich echt aggressiv. Seit ich gesehen hab, was Melanie gepostet hat, hab ich gar keinen Bock mehr auf den Brunch am Sonntag. Laura postet sowieso nur noch ihre Beine, seit sie Sport treibt. Und überhaupt, Anne folgt mir nicht mehr, was soll der Scheiß. Ich fragte mich also wieder: Wer hat hier eigentlich wirklich das gottverdammte Problem? weiterlesen

Marques’Almeida Resort ’16 //
Für mehr Wahrheit in der Modewelt?

– 26.06.2015 um 9.18 – box2 Gesellschaft Mode

Marques Almeida Resort 16Marta Marques und Paulo Almeida sind zusammen Marques’Almeida, das Label der Stunde, spätestens seit die womöglich hochkarätigste Jury der Branche (bestehend Delphine Arnault, Nicolas Ghesquière, Karl Lagerfeld, Phoebe Philo, Raf Simons, Riccardo Tisci, Marc Jacobs, Jonathan Anderson, Carol Lim, Humberto Leon, Jean-Paul Claverie und Pierre-Yves Roussel) das Designer-Duo im vergangenen Jahr mit dem begehrten LouisVuittonMoëtHennessy, kurz LVMH-Preis auszeichnete. Gerade einmal zehn Minuten blieb den beiden aus Portugal stammenden Freunden – die sich 2007 nach ihrem Universitätsabschluss gemeinsam in London niederließen, um ihr eigenes Brand zu gründen – um die Mentoren von sich und ihrer Arbeit zu überzeugen. „Jeanswear“ lautete das Schlüsselwort zum 300.000€-Fördergeld-Glück, „(…) and the undone-ness, that rawness, and the whole ’90s aesthetic“. Marques’Almeida will nicht nur gesehen, sondern getragen werden. Ausnahmsweise sogar von echten Menschen.

Vielleicht erkoren Marques und Almeida genau deshalb die 22-Jährige Sofia, Martas „grumpy little sister“, zur Muse für das Lookbook der Resort Kollektion 2016. Mit ein bisschen Glück könnten die folgenden Bilder vielleicht sogar zu Game Changern der Modewelt avancieren. weiterlesen

BRAIN-BLAH // „Belly Button Challenge“
– ein gefährlicher Hype aus China

– 18.06.2015 um 10.24 – box1 Gesellschaft

belly button challengeIch bin zu dick. Das behauptet jedenfalls ein Internet-Trend, der aus China zu uns rüber geschwappt ist. „Belly Button Challenge“ nennt sich der gefährliche Contest, der als neuester Traumkörper-Test gehandelt wird. Wer es schafft, seine Hand hinter dem eigenen Rücken vorbei bis zum Bauchnabel zu schlängeln, hat gewonnen. Für alle anderen gilt: Schade. Ich jedenfalls scheitere kläglich an dieser degradierenden Mission; die Hälfte meines Körpers müsste mir amputiert werden, um nur ansatzweise in Nabel-Nähe zu gelangen. Womöglich sind meine Arme auch einfach zu kurz geraten. So oder so, ich bin ein Verlierer, jedenfalls in der pervertierten Welt der Hashtags.

Grundlage für diesen bodenlosen Schwachsinn soll eine unauffindbare US-Studie zu sein, die laut Stern besagt, “ dass Frauen, die die Aufgabe lösen können, einen tollen Körper haben.“ Wieder stellt sich mir die Frage, was zuerst kam, das Huhn oder das Ei – ist Social Media zum Nährboden überkranker Wettbewerbe um das makelloseste Antlitz avanciert? Ja. Über 6000 #Bellybuttonchallege Beiträge finden sich derzeit allein auf Instagram, ganz zu schweigen vom asiatischen Twitter-Pendant Weibo, das mit 260.000 Treffern auftrumpft. Männer machen inzwischen übrigens auch mit. Und trotzdem schwarnt mir, dass wir es hier erneut mit einem Körper-Konkurrenz-Problem zu tun haben, das vermehrt bei Frauen auftritt. Als arbeiteten die Medien nicht schon hart genug daran, unser Selbstbewusstsein auf die Größe zerknüddelte Papierstücke zu minimieren. weiterlesen

BRAIN-BLAH // #Afterbabybody – Vom Körper-Krieg & Verantwortung

– 15.06.2015 um 17.25 – Baby Jane box2 Gesellschaft

afterbabybodyMein persönlicher Hashtag des Grauens: #AFTERBABYBODY. Bis wann hat man überhaupt so einen Nach-Dem-Baby-Körper? Zwei Monate lang, sechs, so lange man stillt, erst dann, wenn man abgestillt hat oder sogar für immer? Weiß der Teufel, wer diesen absurden Begriff überhaupt erst etabliert hat. Und was kam zu erst, das Ei oder das Huhn, Instagram oder all diese Mutti-Definitionen, die im Grunde nur eins können: Uns fertig machen. Da wird verglichen, geschimpft und reduziert: Auf Bäuche und Brüste.

Vergangene Woche veröffentlichte ich das obige Bild. Eigentlich ging es um das Bikinioberteil, in Wahrheit aber offensichtlich um meine Figur. Erst ein Kommentar, dann 40, sieben davon habe ich gelöscht. Man munkelte darüber, wie ich acht Monate nach Lios Geburt schon wieder so ein steiler, schlanker Zahn sein könne. „Kann doch gar nicht sein.“  -„Stillen, ist doch klar!“ – „Also in meinem Rückbildingskurs sieht niemand so aus“. Bis hierher alles harmlos, abgesehen davon, dass ich mich fragte, was man mir da eigentlich durch die Blume sagen wolle, nach Tipps hat jedenfalls nur eine findige Leserin gefragt. #plasticsurgery hätte ich am liebsten gepöbelt, damit wäre das Thema vielleicht vom Tisch gewesen. Weil Lügen aber kurze Beine haben, beschloss ich, zu schweigen. Und zu zensieren. Auf die Blacklist haben es Kommentare wie „#morgenskaffeemittagskotzen“ oder „#dünnumjedenpreis – vielleicht besser mal mit dem Kind spielen, statt Diät zu machen“ geschafft. Nichts im Vergleich zu einer Email, die ich in der Nacht darauf erhielt: (…) ich finde dein Verhalten unverantwortlich. Du suggerierst Müttern und Schwangeren, dass es völlig normal ist, sofort wieder seine alte Figur zu haben, aber das ist nicht die Realität. Deine Zurschaustellung kranker Schönheistideale ist nicht nur für dich gefährlich, sondern auch für deine Leser. “ Das ist natürlich erst einmal eine ziemlich kernige Aussage, die übrigens weder höflich, noch fair ist. Zu Herzen genommen habe ich sie mir trotzdem, wer weiß, wer da draußen noch im stillen Kämmerlein vor Wut überschäumt. Eines darf dennoch nicht unerwähnt bleiben: Das Label „afterbabybody“ habe ich weder meinem Foto noch meinem Körper selbst verpasst, was darin begründet liegt, dass ich mich keineswegs als Post-Gebärende, sondern als Frau definiere. weiterlesen

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Brain-Blah //
Minimalismus vs. Makel

– 11.06.2015 um 11.58 – box2 Gesellschaft Trend

10864817_329485037240679_2081182382_nVor ein paar Wochen lud das H&M Starting House zu einer Gesprächsrunde im kleinen Kreis, eigentlich sollte sich alles um die Entwicklung von innovativen Designkonzepten drehen, am Ende zerpflückten Donald Schneider, Global Creative Director von H&M, Hien Le, Berliner Modedesigner und Dirk Staudinger, Gründer der Kreativ-Agentur Cc, die unter anderem Marken wie Nike, Apple oder Chanel zu ihren Kunden zählt, aber das Glatteis-Thema der möglicherweise schwindenden Trends. Gibt es überhaupt noch Trends im Jahr 2015 und wenn ja, wie findet man sie, wie sehen wie aus? Unentschlossenheit. Zum allerersten Mal stand ich selbst so sehr auf dem Schlauch, das mir irgendwann das Hirn rauchte. Erst zustimmendes Nicken, dann verzweifeltes Schielen. Stellt doch meine Welt jetzt nicht auf den Kopf. Ein paar Mal wollte ich widersprechen, was ich dann aus Respekt und Realismus allerdings doch nicht tat, schließlich mischen Donald, Dirk und Hien ganz vorne mit. weiterlesen

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BRAIN BLAH #1 //
Von Motorrädern und Sexistinnen

– 04.06.2015 um 8.58 – box1 Feminismus Gesellschaft Wir

sexismusWeil nicht nur in unseren Mobiltelefonen, sondern auch in unseren Gehirnwindungen gelegentlich zu viel Datenmüll festhängt, führen wir ab sofort eine wöchentliche Rubrik ein, die sich inhaltlich zwischen Kolumne, Anekdotensammlung und vielen Fragezeichen bewegt. Leichte Kost für Zwischendurch, mitten aus dem Kopfsalat:

Für ein Interview mit dem ziemlich unangezogenen Jungsheft saßen wir vor ein paar Wochen mit einer Redakteurin zusammen, die sich nicht davor scheute, uns über nackte Männer und diverse Frivolitäten auszufragen. Ich gestand zum Beispiel, dass mir derzeit kein kultivierteres Sexsymbol als Jackson Teller aus der zuweilen etwas reudigen Serie „Sons Of Anarchy“ einfiele, dass ich gelegentlich sogar ganz gerne diese 60 Minuten andauernde geistige Leere in Kauf nehme, bloß um böse Gauner auf dicken Motorrädern mit starken Armen und schlechten Frisuren anzuschmachten, und dass ich mich, wenn man es ganz genau nimmt, Balz-techinsch zwar nur manchmal, aber sehr eindeutig auf Neanderthaler-Niveau bewege. Irgendwann war die Redakteurin wieder weg, das Thema aber noch auf dem Tisch. Zwei Freundinnen kamen dazu und ließen schallend Beweise regnen: „Wow, ehm, Ciao!“ hätte ich einem Bärtigen erst kürzlich hinterher gepfiffen, als Dankeschön für die nette Schlepphilfe bei Ikea. „Uhlalala“ würde ich sowieso ständig vor mich hin murmeln und dass ich mir den Hals noch nicht verrenkt hätte vom ungenierten Hinterherglotzen sei ohnehin das größte aller Wunder. Wie ein unter Sauerstoffmangel leidender Südseefisch schwieg ich mir am Cola-Strohhalm nuckelnd und nach Luft schnappend die Schmach aus der Seele, alles was ich schließlich doch noch japsend fragen konnte, war: Heißt das jetzt, ich bin die Raketen-Sexistin schlechthin? Einvernehmliches Kopfnicken. weiterlesen

INTERVIEW // Mit Autorin Laurie Penny
“Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”

laurie penny feminismus“Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”

Die britische Autorin Laurie Penny hat mit ihrem neuen Buch Unsagbare Dinge einen inspirierenden und provokanten Leitfaden zum modernen Feminismus geschrieben. Wir haben uns mit der 28-Jährigen, die derzeit übrigens als eine der wichtigsten Feministinnen unserer Zeit gehandelt wird, über Aktivismus und Geschlechterrollen unterhalten – und darüber, wie sich Männer für den Feminismus engagieren können.

Laurie, unter jungen Frauen scheint es heute einen Backlash zu geben: Viele wollen jung heiraten, Kinder bekommen und zuhause bleiben anstatt Karriere zu machen. In deinem Buch beschreibst du diese Frauen als “50ies-Cupcake-Moms” – was ist falsch an dieser Entscheidung?

Es ist wichtig, einen Unterschied zu machen zwischen dem Kritisieren von Trends und dem Beleidgen von individuellen Personen. Es steht mir nicht zu, über das Leben von anderen Menschen zu urteilen – so lange sie mit ihren Entscheidungen ihre Mitmenschen nicht verletzen. Aber ich habe das Gefühl, dass die Entscheidung zwischen Job und Familie viele junge Frauen überfordert. Für viele ist das immer noch ein unmachbares Dilemma, es ist einfach zu ermüdend. Dazu kommt, dass die traditionelle “Arbeit der Frau” – also der Haushalt, die Kinderbetreuung, und so weiter – schon immer nicht genügend anerkannt und geschätzt wurde. Sie wird als einfach angesehen, nur weil sie von Frauen gemacht wird. Dabei ist das Arbeit, die für uns alle, für die Gesellschaft überlebenswichtig ist! Ich finde, Hausarbeit und Kinderbetreuung sollten im gleichen Mass geschätzt und vor allem bezahlt werden wie Erwerbsarbeit. Vielleicht würden sich dann mehr Männer überlegen, der Frau zuhause unter die Arme zu greifen. weiterlesen

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Kommentar //
Die Sache mit den Wohn-Klonen

– 04.05.2015 um 16.30 – box1 Gesellschaft Wohnen

Eames ChairsManchmal möchte ich mein Handy in ein Glas Weißwein tunken, vor allem dann, wenn es unter einem meiner Instagram-Bilder wieder rund geht, wenn dort vor lauter qualifizierter Meinung und guter Manieren die Funken und Emoticons fliegen. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Xy: Eames Chair Overkill. Leider sieht’s bei sehr vielen genau so aus. Was regt die sich denn so auf, fragt ihr euch jetzt, nicht etwa xy, sondern ich, ist doch halb so wild, fast niedlich nett. Und recht hat sie ja! Nein, das ist nicht nett, wirklich nicht. Das ist zunächst einmal sehr nervig. Weil es nämlich immer wieder passiert. Die Frage ist doch: Was will diese fremde Person uns und mir mit ihrer von digitaler Anonymität produzierten Unverfrorenheit mitteilen? Was wollen uns überhaupt all diese snobistischen Naserümpfer mitteilen, die immer lauter gegen den ultimativen Kassenschlager von Hermann Miller und dem Design-Duo Eames vorgehen? weiterlesen

„Warum mich der Feminismus anekelt“
– ein trauriger Artikel.

– 20.04.2015 um 15.25 – box2 Feminismus Gesellschaft

feminismusVergangene Woche las ich einen Artikel, der mich sehr traurig machte, womöglich sogar wütend, aber auf jeden Fall ratlos. Ihr kennt ja bestimmt dieses Gefühl, wenn man auf einen Menschen trifft, dessen Intellekt sich in anderen, etwas seltsamen Sphären bewegt und ich meine damit nicht, dass dieser Jemand blöd wie ein Stück Brotkuchen sein muss, nein, höchstens ein bisschen schwer von Begriff, ganz im Sinne von „ein Wal ist sowas von ein Fisch, der lebt ja schließlich im Wasser.“ In solchen Situationen kann man dann eigentlich nur noch nach Hilfe suchen. Was ich zunächst nicht tat, während ich Ronja von Rönnes Worte zum reißerischen Titel „Warum mich der Feminismus anekelt“ sogar schon zum zweiten mal durchkaute, auf der Jagd nach Ironie, nach dem letzten Hoffnungsschimmer. Ich saß den Schock vielmehr ein paar Tage lang aus.

„Ich bin keine Feministin, ich bin Egoistin. Ich weiß nicht, ob „man“ im Jahr 2015 in Deutschland den Feminismus braucht, ich brauche ihn nicht. Er ekelt mich eher an. Feminismus klingt für mich ähnlich antiquiert wie das Wort Bandsalat“, schreibt Frau von Rönne da nämlich schon im allerersten Satz. Es dauerte also gar nicht lange, bis ich mich (zumindest in Gedanken) heulend auf den Boden schmiss. weiterlesen

SNAPCHAT
– Kann mir das mal wer erklären, bitte?

– 07.04.2015 um 14.23 – box2 Gesellschaft

SnapshatSarah und ich, wir bezeichnen uns ja selbst ständig als Internetmenschen, Medien schreiben gern von sogenannten „Digital Natives“, andere von digitalen Prokrastinierern. Soll so viel bedeuten wie: Wir wissen normalerweise, wo der Social Media-Hammer hängt und zwar ganz einfach deshalb, weil wir zum rechten Zeitpunkt geboren wurden oder auch zum falschen, je nachdem ob man dem ganzen virtuellen Treiben nun wohlgesonnen ist oder grundsätzlich lieber Morsezeichen, statt Mails schicken würde. Ständig kommt was Neues vom App-Himmel geregnet; Freundin A heiratet bald Typ B, reinverguckt in den jeweils anderen hat man sich vor drei Wochen selbstverständlich bei Tinder, Troll-Kommentare über den tranfunzeligen Arbeitskollegen, der sowieso ständig nur Two Dots zockt, werden via Twitter solange in die Welt verschickt bis der Chef irgendwann zurück zwitschert, Imagepflege betreibt der gebildete Bürger von heute sowieso nicht nur bei Facebook und Linked In, sondern auch bei Google plus, das schöne Leben lebt man mehr auf Instagram als sonstwo und What’s App kann dank Aufnahmefunktion selbst Mutti bedienen. Unser Smartphone-Kosmos schien demnach nahezu perfekt – bis Snapchat kam und an unserem Weltbild rüttelte. 

Selbstredend ist es so, dass wir Snapchat schon lange vor diesem Beitrag nutzten, aber leider nur zwei Wochen lang, erstens der Nerven zuliebe und zweitens, weil all die kleinen Filmchen und Standbilder mit ihren lustigen Unterschriften schnell Überhand nahmen und darüber hinaus an Sinnlosigkeit nur noch von Chat Roulette zu übertreffen waren. Die Vergänglichkeit der gesendet Nachrichten schlug zwar geradezu in die Datensicherungs-Kerbe, auch die Userzahlen, die alle anderen Anwedungen lockerflockig überragen, spachen und sprechen weiterhin für sich, aber irgendwie nicht für uns. Wäre da nicht der Zugzwang. Plötzlich scheint nämlich Gott und deine Mutter ein Snapchat-Profil zu betreiben, allen voran Blog-Masterminds, Magazine und sämtliche „Opinion Leader“ der Medienwelt. Müssen wir jetzt etwa auch mitmachen? weiterlesen

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Die Sache mit dem Skinny-Bashing.

– 01.04.2015 um 11.15 – box1 Gesellschaft

skinny bitchesIn regelmäßigen Abständen passieren selbst in unserem sonst so schönen Jane Wayne Kosmos Dinge, die meine Gurgel kurz fies aufgluckern lassen, in letzter Zeit vor allem aufgrund eines ganz bestimmten Themas: Body-Shaming. Unsere Gast-Autorin Lisa hatte bereits einen saftigen Kommentar zum Thema niedergeschrieben und ließ dabei selbstredend nicht außen vor, dass die Medien wirklich gut daran täten, den weiblichen Körper künftig in all seiner Schönheit abzubilden, was so viel bedeutet wie „in all seinen Formen“ (und Farben, aber hierzu an anderer Stelle mehr).

Seit Jahren schimpft die Allgemeinheit über zu dürre Models, über zu viel Stereotyp, über zu wenig „Normalität“, was auch immer das bedeuten soll. Zu Recht, keine Frage, wir machen sogar hin und wieder lautstark mit. Besorgniserregend scheint mit allerdings der Rattenschwanz, der da an den Forderungen noch mit dran hängt, denn mittlerweile beschleicht mich mehr und mehr das Gefühl, wir hätten es hier mit zwei Riegen zu tun: Einerseits sind da die Medien, die schreien „Ihr seid zu dick“ und dann kommen wir, die sogenannten „echten Menschen“, die jammern „Die sind doch alle viel zu dünn“. Bis hier scheint dieser Mechanismus noch logisch und womöglich sogar sinnvoll. Hätte sich nicht klammheimlich eine neue Form von Diskriminierung in die eigentlich gut gemeinten Absichten geschlichen: Das Dünnen-Bashing. weiterlesen

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Behind-The-Scenes //
Zu Besuch in der Produktionsstätte von Barbour

– 30.03.2015 um 13.09 – box2 Gesellschaft Mode Travel

barbour

Um eines Vorweg zu nehmen: Es ist beinahe ein Jammer, dass Pressereisen immer seltener werden – vor allem so ausgiebige Erkundungstouren wie bei Barbour oder Zimmerli (ihr erinnert euch?). Und nein, ich meine an dieser Stelle nicht die Vorzüge um Sterne-Hotels und Heititeiti-Zeit. Ein Blick hinter die Kulissen ist nämlich weitaus wertvoller als eine einfache Kollektionspräsentation im schnieken Showroom. Während Pressetrips bis vor wenigen Jahren noch fest eingeplante Erkundungstouren einer jeden Redaktion waren, werden heute bloß nur noch ganz selten Einladungen rausgeschickt. Der Grund? -Drei Tage lang Recherche statt Tippserei auf dem Rechner sind zu teuer für den Verlag. Wie schade, non? Sind Behind-the-Scenes Eindrücke, Einblicke in die Produktion und Gespräche mit Mitarbeitern doch viel wertvoller als Lookbook-Bilder und Catwalk-Bilder – zumindest in regelmäßigen Abständen.

Grund genug, die Einladung von Barbour und die Produktion „Made in England“ selbstverständlich und ohne Zweifel anzunehmen: Wie wird in Nord-Ost-England gefertigt? Woher kommt diese ikonische Wachsjacke Überhaupt? Und welche Geschichte steht überhaupt dahinter? Lauter Fragen im Kopf, ganz viele Antworten im Gepäck und ein Step-by-Step Fotobuch obendrauf. Drei Tage Barbour-Pressetrip – Teil 3: weiterlesen

Diskussion //
Ein Magazin von Männern für und über Frauen: „Weiberkram“

– 25.03.2015 um 11.33 – box1 Feminismus Gesellschaft Magazin

weiberkram magazinFoto: Puppe_meschugge

Ich hatte mir fest vorgenommen, keinen Pieps über „Weiberkram“ zu verlieren – bloß keine Werbung machen, schon allein wegen des Covers, auf dem die Frau als solche nicht einmal auf eigenen Beinen stehen darf. Und konnten wir hinter all den strammen Astronauten-Kram nicht eigentlich spätestens seit der omnipräsenten Axe Kampagnen-Offensive einen dicken Haken machen? Aber nein, Chefredakteur Michael Köckritz gibt sich weiterhin begeistert. Sein neues „Baby“ soll schließlich überhaupt nicht bierernst genommen werden, man dürfe sein Werk vielmehr als „Flirt mit Augenzwinkern“ verstehen (W&V). Als hätten wir nicht schon genug unerwünschte Zwinkerer auf offener Straße zu verzeichnen. Neuerdings liegen sie also auch schon in Papierform am Kiosk bereit.

Seit des Launchs am vergangenen Donnerstag vernimmt man von überall her – Überraschung – fast ausschließlich Schmach und Empörung über ein Magazin, das ausschließlich von Männern gemacht wird und von Frauen gelesen werden soll. Man könnte fast behaupten, dem Verlag Red Indians Publishing sei es gelungen, eine Frechheit in bares Geld zu verwandeln. weiterlesen

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Welt.de hat einen Artikel über meinen Instagram Account geschrieben

– 18.03.2015 um 11.04 – box1 Gesellschaft

11008004_619002618201241_1143163672_nNatürlich gehe ich nicht wirklich davon aus, dass mein Account namens @nikejane der Welt Online Autorin Laura Ewert tatsächlich als Vorlage für ihren brillanten Kommentar „Instagram macht uns alle zu Psychopathen“ diente, möglich wäre es aber durchaus, vielleicht sogar wahrscheinlich, mindestens aber denkbar. Vollkommen sicher bin ich mir ehrlich gesagt noch immer nicht, denn wenn an so will, dann bin ich das ultimative Paradebeispiel eines bloggenden Users der „kaputtesten App der Welt“. Womöglich bin ich aber auch bloß ein Klon, denn das, was ich da tagtäglich betreibe, zieht sich durch die Instagram-Landschaft wie ein lang gezogenes Kaugummi. Was heute Morgen wiederum dazu führte, dass ich beim mobilen Lesen jeder einzelnen Laura-Zeile so schallend lachen musste, dass sich mein weißes iPhone beinahe in das ordentlich drapierte Egg Benedict Eigelb vor blauem Wandhintergrund verabschiedet hätte. Dabei hätte ich ebenso gut heulen können (oder sollen) während dieser Achterbahnfahrt der erfüllten Klischees. 

„(…)bis man sich über einen Kommentar einer weiteren Person in ein anderes fremdes Leben klickt. In eine andere fremde Wohnung, in einer anderen Stadt, wo ein hübscher Kelim unter einem Sofa von Bolia liegt, neben dem ein Couchtisch von Hay steht.“, heißt es zum Beispiel. Volltreffer. weiterlesen

Lese-Tipp //
„Warum wir heimlich die Pille absetzen“

– 16.03.2015 um 11.24 – box2 Feminismus Gesellschaft

pille absetzenWenn man 16 ist, dann nimmt man womöglich wie ganz selbstverständlich die Anti-Baby-Bille. Weil eine Schwangerschaft der ultimativen Apokalypse gleich käme, weil die Pille praktisch ist, die Haut schöner, die Schmerzen erträglicher und die Brüste größer macht. Weil sich das regelmäßige Einnehmen des kleinen rosafarbenen Scheißerchens irgendwie auch verrückt erwachsen anfühlt und so gar nicht nach Medikament, weil sie obendrein für Freiheit steht, für Emanzipation und Selbstbestimmung. Aber auch, weil es eben alle tun (an dieser Stelle ist es hoffentlich überflüssig zu erwähnen, dass Kondome als Schutz gegen sämtliche Krankheiten trotzdem unabdingbar sind). Dass die Empfängnisverhütung aber auch im Jahr 2015 noch keine lächerlich kleine Angelegenheit ist, fällt vielen erst später auf. Wenn das Hirn sich irgendwann bemerkbar macht, wenn plötzlich unerwartete Fragezeichen aufploppen. Oder eben die schlechte Laune – nur eine der Nebenwirkungen, die tendenziell sehr bereitwillig unterschätzt werden.

Irgendwann sinniert man also vielleicht bei Wein und Käsechips mit einer Handvoll Freundinnen darüber, ob das permanente Futtern von Hormonen überhaupt gesund sein kann und ob der Körper die durch Östrogen und Gestagen inszenierte Dauerschwangerschaft wirklich so leicht weg steckt, wie man uns ganz grob betrachtet glauben lässt. Und hier wird’s jetzt persönlich. weiterlesen