Kategorie-Archiv: Gesellschaft

INTERVIEW // Mit Autorin Laurie Penny
“Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”

– 27.05.2015 um 9.00 – Buch Feminismus Gesellschaft

laurie penny feminismus INTERVIEW // Mit Autorin Laurie Penny  <br/> “Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”“Beim Feminismus gehts nicht nur um Frauen!”

Die britische Autorin Laurie Penny hat mit ihrem neuen Buch Unsagbare Dinge einen inspirierenden und provokanten Leitfaden zum modernen Feminismus geschrieben. Wir haben uns mit der 28-Jährigen, die derzeit übrigens als eine der wichtigsten Feministinnen unserer Zeit gehandelt wird, über Aktivismus und Geschlechterrollen unterhalten – und darüber, wie sich Männer für den Feminismus engagieren können.

Laurie, unter jungen Frauen scheint es heute einen Backlash zu geben: Viele wollen jung heiraten, Kinder bekommen und zuhause bleiben anstatt Karriere zu machen. In deinem Buch beschreibst du diese Frauen als “50ies-Cupcake-Moms” – was ist falsch an dieser Entscheidung?

Es ist wichtig, einen Unterschied zu machen zwischen dem Kritisieren von Trends und dem Beleidgen von individuellen Personen. Es steht mir nicht zu, über das Leben von anderen Menschen zu urteilen – so lange sie mit ihren Entscheidungen ihre Mitmenschen nicht verletzen. Aber ich habe das Gefühl, dass die Entscheidung zwischen Job und Familie viele junge Frauen überfordert. Für viele ist das immer noch ein unmachbares Dilemma, es ist einfach zu ermüdend. Dazu kommt, dass die traditionelle “Arbeit der Frau” – also der Haushalt, die Kinderbetreuung, und so weiter – schon immer nicht genügend anerkannt und geschätzt wurde. Sie wird als einfach angesehen, nur weil sie von Frauen gemacht wird. Dabei ist das Arbeit, die für uns alle, für die Gesellschaft überlebenswichtig ist! Ich finde, Hausarbeit und Kinderbetreuung sollten im gleichen Mass geschätzt und vor allem bezahlt werden wie Erwerbsarbeit. Vielleicht würden sich dann mehr Männer überlegen, der Frau zuhause unter die Arme zu greifen. weiterlesen

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Kommentar //
Die Sache mit den Wohn-Klonen

– 04.05.2015 um 16.30 – Gesellschaft Wohnen

1741844 295651153892089 500199053 n Kommentar // <br/> Die Sache mit den Wohn KlonenManchmal möchte ich mein Handy in ein Glas Weißwein tunken, vor allem dann, wenn es unter einem meiner Instagram-Bilder wieder rund geht, wenn dort vor lauter qualifizierter Meinung und guter Manieren die Funken und Emoticons fliegen. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Xy: Eames Chair Overkill. Leider sieht’s bei sehr vielen genau so aus. Was regt die sich denn so auf, fragt ihr euch jetzt, nicht etwa xy, sondern ich, ist doch halb so wild, fast niedlich nett. Und recht hat sie ja! Nein, das ist nicht nett, wirklich nicht. Das ist zunächst einmal sehr nervig. Weil es nämlich immer wieder passiert. Die Frage ist doch: Was will diese fremde Person uns und mir mit ihrer von digitaler Anonymität produzierten Unverfrorenheit mitteilen? Was wollen uns überhaupt all diese snobistischen Naserümpfer mitteilen, die immer lauter gegen den ultimativen Kassenschlager von Hermann Miller und dem Design-Duo Eames vorgehen? weiterlesen

“Warum mich der Feminismus anekelt”
– ein trauriger Artikel.

– 20.04.2015 um 15.25 – Feminismus Gesellschaft

feminismus  Warum mich der Feminismus anekelt <br/>   ein trauriger Artikel.Vergangene Woche las ich einen Artikel, der mich sehr traurig machte, womöglich sogar wütend, aber auf jeden Fall ratlos. Ihr kennt ja bestimmt dieses Gefühl, wenn man auf einen Menschen trifft, dessen Intellekt sich in anderen, etwas seltsamen Sphären bewegt und ich meine damit nicht, dass dieser Jemand blöd wie ein Stück Brotkuchen sein muss, nein, höchstens ein bisschen schwer von Begriff, ganz im Sinne von “ein Wal ist sowas von ein Fisch, der lebt ja schließlich im Wasser.” In solchen Situationen kann man dann eigentlich nur noch nach Hilfe suchen. Was ich zunächst nicht tat, während ich Ronja von Rönnes Worte zum reißerischen Titel “Warum mich der Feminismus anekelt” sogar schon zum zweiten mal durchkaute, auf der Jagd nach Ironie, nach dem letzten Hoffnungsschimmer. Ich saß den Schock vielmehr ein paar Tage lang aus.

“Ich bin keine Feministin, ich bin Egoistin. Ich weiß nicht, ob “man” im Jahr 2015 in Deutschland den Feminismus braucht, ich brauche ihn nicht. Er ekelt mich eher an. Feminismus klingt für mich ähnlich antiquiert wie das Wort Bandsalat”, schreibt Frau von Rönne da nämlich schon im allerersten Satz. Es dauerte also gar nicht lange, bis ich mich (zumindest in Gedanken) heulend auf den Boden schmiss. weiterlesen

SNAPCHAT
– Kann mir das mal wer erklären, bitte?

– 07.04.2015 um 14.23 – box2 Gesellschaft

IMG 6201 SNAPCHAT <br/>    Kann mir das mal wer erklären, bitte?Sarah und ich, wir bezeichnen uns ja selbst ständig als Internetmenschen, Medien schreiben gern von sogenannten “Digital Natives”, andere von digitalen Prokrastinierern. Soll so viel bedeuten wie: Wir wissen normalerweise, wo der Social Media-Hammer hängt und zwar ganz einfach deshalb, weil wir zum rechten Zeitpunkt geboren wurden oder auch zum falschen, je nachdem ob man dem ganzen virtuellen Treiben nun wohlgesonnen ist oder grundsätzlich lieber Morsezeichen, statt Mails schicken würde. Ständig kommt was Neues vom App-Himmel geregnet; Freundin A heiratet bald Typ B, reinverguckt in den jeweils anderen hat man sich vor drei Wochen selbstverständlich bei Tinder, Troll-Kommentare über den tranfunzeligen Arbeitskollegen, der sowieso ständig nur Two Dots zockt, werden via Twitter solange in die Welt verschickt bis der Chef irgendwann zurück zwitschert, Imagepflege betreibt der gebildete Bürger von heute sowieso nicht nur bei Facebook und Linked In, sondern auch bei Google plus, das schöne Leben lebt man mehr auf Instagram als sonstwo und What’s App kann dank Aufnahmefunktion selbst Mutti bedienen. Unser Smartphone-Kosmos schien demnach nahezu perfekt – bis Snapchat kam und an unserem Weltbild rüttelte. 

Selbstredend ist es so, dass wir Snapchat schon lange vor diesem Beitrag nutzten, aber leider nur zwei Wochen lang, erstens der Nerven zuliebe und zweitens, weil all die kleinen Filmchen und Standbilder mit ihren lustigen Unterschriften schnell Überhand nahmen und darüber hinaus an Sinnlosigkeit nur noch von Chat Roulette zu übertreffen waren. Die Vergänglichkeit der gesendet Nachrichten schlug zwar geradezu in die Datensicherungs-Kerbe, auch die Userzahlen, die alle anderen Anwedungen lockerflockig überragen, spachen und sprechen weiterhin für sich, aber irgendwie nicht für uns. Wäre da nicht der Zugzwang. Plötzlich scheint nämlich Gott und deine Mutter ein Snapchat-Profil zu betreiben, allen voran Blog-Masterminds, Magazine und sämtliche “Opinion Leader” der Medienwelt. Müssen wir jetzt etwa auch mitmachen? weiterlesen

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Die Sache mit dem Skinny-Bashing.

– 01.04.2015 um 11.15 – box1 Gesellschaft

skinny bitches Die Sache mit dem Skinny Bashing.In regelmäßigen Abständen passieren selbst in unserem sonst so schönen Jane Wayne Kosmos Dinge, die meine Gurgel kurz fies aufgluckern lassen, in letzter Zeit vor allem aufgrund eines ganz bestimmten Themas: Body-Shaming. Unsere Gast-Autorin Lisa hatte bereits einen saftigen Kommentar zum Thema niedergeschrieben und ließ dabei selbstredend nicht außen vor, dass die Medien wirklich gut daran täten, den weiblichen Körper künftig in all seiner Schönheit abzubilden, was so viel bedeutet wie “in all seinen Formen” (und Farben, aber hierzu an anderer Stelle mehr).

Seit Jahren schimpft die Allgemeinheit über zu dürre Models, über zu viel Stereotyp, über zu wenig “Normalität”, was auch immer das bedeuten soll. Zu Recht, keine Frage, wir machen sogar hin und wieder lautstark mit. Besorgniserregend scheint mit allerdings der Rattenschwanz, der da an den Forderungen noch mit dran hängt, denn mittlerweile beschleicht mich mehr und mehr das Gefühl, wir hätten es hier mit zwei Riegen zu tun: Einerseits sind da die Medien, die schreien “Ihr seid zu dick” und dann kommen wir, die sogenannten “echten Menschen”, die jammern “Die sind doch alle viel zu dünn”. Bis hier scheint dieser Mechanismus noch logisch und womöglich sogar sinnvoll. Hätte sich nicht klammheimlich eine neue Form von Diskriminierung in die eigentlich gut gemeinten Absichten geschlichen: Das Dünnen-Bashing. weiterlesen

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Behind-The-Scenes //
Zu Besuch in der Produktionsstätte von Barbour

– 30.03.2015 um 13.09 – box2 Gesellschaft Mode Travel

barbour1 Behind The Scenes // <br/> Zu Besuch in der Produktionsstätte von Barbour

Um eines Vorweg zu nehmen: Es ist beinahe ein Jammer, dass Pressereisen immer seltener werden – vor allem so ausgiebige Erkundungstouren wie bei Barbour oder Zimmerli (ihr erinnert euch?). Und nein, ich meine an dieser Stelle nicht die Vorzüge um Sterne-Hotels und Heititeiti-Zeit. Ein Blick hinter die Kulissen ist nämlich weitaus wertvoller als eine einfache Kollektionspräsentation im schnieken Showroom. Während Pressetrips bis vor wenigen Jahren noch fest eingeplante Erkundungstouren einer jeden Redaktion waren, werden heute bloß nur noch ganz selten Einladungen rausgeschickt. Der Grund? -Drei Tage lang Recherche statt Tippserei auf dem Rechner sind zu teuer für den Verlag. Wie schade, non? Sind Behind-the-Scenes Eindrücke, Einblicke in die Produktion und Gespräche mit Mitarbeitern doch viel wertvoller als Lookbook-Bilder und Catwalk-Bilder – zumindest in regelmäßigen Abständen.

Grund genug, die Einladung von Barbour und die Produktion “Made in England” selbstverständlich und ohne Zweifel anzunehmen: Wie wird in Nord-Ost-England gefertigt? Woher kommt diese ikonische Wachsjacke Überhaupt? Und welche Geschichte steht überhaupt dahinter? Lauter Fragen im Kopf, ganz viele Antworten im Gepäck und ein Step-by-Step Fotobuch obendrauf. Drei Tage Barbour-Pressetrip – Teil 3: weiterlesen

Diskussion //
Ein Magazin von Männern für und über Frauen: “Weiberkram”

– 25.03.2015 um 11.33 – box1 Feminismus Gesellschaft Magazin

11055947 1375182356140452 774622172 n Diskussion // <br/> Ein Magazin von Männern für und über Frauen: Weiberkram Foto: Puppe_meschugge

Ich hatte mir fest vorgenommen, keinen Pieps über “Weiberkram” zu verlieren – bloß keine Werbung machen, schon allein wegen des Covers, auf dem die Frau als solche nicht einmal auf eigenen Beinen stehen darf. Und konnten wir hinter all den strammen Astronauten-Kram nicht eigentlich spätestens seit der omnipräsenten Axe Kampagnen-Offensive einen dicken Haken machen? Aber nein, Chefredakteur Michael Köckritz gibt sich weiterhin begeistert. Sein neues “Baby” soll schließlich überhaupt nicht bierernst genommen werden, man dürfe sein Werk vielmehr als “Flirt mit Augenzwinkern” verstehen (W&V). Als hätten wir nicht schon genug unerwünschte Zwinkerer auf offener Straße zu verzeichnen. Neuerdings liegen sie also auch schon in Papierform am Kiosk bereit.

Seit des Launchs am vergangenen Donnerstag vernimmt man von überall her – Überraschung – fast ausschließlich Schmach und Empörung über ein Magazin, das ausschließlich von Männern gemacht wird und von Frauen gelesen werden soll. Man könnte fast behaupten, dem Verlag Red Indians Publishing sei es gelungen, eine Frechheit in bares Geld zu verwandeln. weiterlesen

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Welt.de hat einen Artikel über meinen Instagram Account geschrieben

– 18.03.2015 um 11.04 – box1 Gesellschaft

11008004 619002618201241 1143163672 n Welt.de hat einen Artikel über meinen Instagram Account geschriebenNatürlich gehe ich nicht wirklich davon aus, dass mein Account namens @nikejane der Welt Online Autorin Laura Ewert tatsächlich als Vorlage für ihren brillanten Kommentar “Instagram macht uns alle zu Psychopathen” diente, möglich wäre es aber durchaus, vielleicht sogar wahrscheinlich, mindestens aber denkbar. Vollkommen sicher bin ich mir ehrlich gesagt noch immer nicht, denn wenn an so will, dann bin ich das ultimative Paradebeispiel eines bloggenden Users der “kaputtesten App der Welt”. Womöglich bin ich aber auch bloß ein Klon, denn das, was ich da tagtäglich betreibe, zieht sich durch die Instagram-Landschaft wie ein lang gezogenes Kaugummi. Was heute Morgen wiederum dazu führte, dass ich beim mobilen Lesen jeder einzelnen Laura-Zeile so schallend lachen musste, dass sich mein weißes iPhone beinahe in das ordentlich drapierte Egg Benedict Eigelb vor blauem Wandhintergrund verabschiedet hätte. Dabei hätte ich ebenso gut heulen können (oder sollen) während dieser Achterbahnfahrt der erfüllten Klischees. 

“(…)bis man sich über einen Kommentar einer weiteren Person in ein anderes fremdes Leben klickt. In eine andere fremde Wohnung, in einer anderen Stadt, wo ein hübscher Kelim unter einem Sofa von Bolia liegt, neben dem ein Couchtisch von Hay steht.”, heißt es zum Beispiel. Volltreffer. weiterlesen

Lese-Tipp //
“Warum wir heimlich die Pille absetzen”

– 16.03.2015 um 11.24 – box2 Feminismus Gesellschaft

pille absetzen Lese Tipp // <br/> Warum wir heimlich die Pille absetzenWenn man 16 ist, dann nimmt man womöglich wie ganz selbstverständlich die Anti-Baby-Bille. Weil eine Schwangerschaft der ultimativen Apokalypse gleich käme, weil die Pille praktisch ist, die Haut schöner, die Schmerzen erträglicher und die Brüste größer macht. Weil sich das regelmäßige Einnehmen des kleinen rosafarbenen Scheißerchens irgendwie auch verrückt erwachsen anfühlt und so gar nicht nach Medikament, weil sie obendrein für Freiheit steht, für Emanzipation und Selbstbestimmung. Aber auch, weil es eben alle tun (an dieser Stelle ist es hoffentlich überflüssig zu erwähnen, dass Kondome als Schutz gegen sämtliche Krankheiten trotzdem unabdingbar sind). Dass die Empfängnisverhütung aber auch im Jahr 2015 noch keine lächerlich kleine Angelegenheit ist, fällt vielen erst später auf. Wenn das Hirn sich irgendwann bemerkbar macht, wenn plötzlich unerwartete Fragezeichen aufploppen. Oder eben die schlechte Laune – nur eine der Nebenwirkungen, die tendenziell sehr bereitwillig unterschätzt werden.

Irgendwann sinniert man also vielleicht bei Wein und Käsechips mit einer Handvoll Freundinnen darüber, ob das permanente Futtern von Hormonen überhaupt gesund sein kann und ob der Körper die durch Östrogen und Gestagen inszenierte Dauerschwangerschaft wirklich so leicht weg steckt, wie man uns ganz grob betrachtet glauben lässt. Und hier wird’s jetzt persönlich. weiterlesen

Der künstliche Körperkrieg:
Schluss mit der Kilo-Diskussion

– 10.03.2015 um 14.03 – Feminismus Gesellschaft

body shaming Der künstliche Körperkrieg: <br/> Schluss mit der Kilo DiskussionWer findet noch, dass Schubladen doof sind? Genau. Size-Zero ist doof. Und Plus-Size ist doof. Am allerdoofsten ist der Terminus “Inbetweenies” (Kleidergröße 42 bis 48). Täglich springen uns neue absurde Hashtag-Kampagnen (Hallo #CurvesInBikinis!) und latent bekloppte Fotoprojekte (Hallo David Lopera!) ins Gesicht, die das Schönheitsideal des 21. Jahrhunderts unter irrwitzigen Anstrengungen verhandeln. Wir leben in einer Welt, in der eine Anzeige(!) in der Sports Illustrated mit einem Model, das Größe 44 trägt, für einen vollkommen unangebrachten Medienwirbel sorgt (ja, auch ich wurde angehalten, auf einem anderen Kanal zu berichten). Und wir leben in einer Welt der gertenschlanken Victoria Beckhams und Marissa Mayers, die uns regelmäßig auf sämtlichen Kanälen mit ihren Körpern ihre Stärke demonstrieren.

Die Grundstimmung ist: Jede Frau muss sich für ihre Kilos rechtfertigen und jede Frau steht für ihre Kilos unter Generalverdacht. Die normale Bohnenstange von nebenan muss versichern, dass sie die Spaghetti-Bolo wirklich nicht rückwärts gegessen, sondern einfach einen bombenmäßigen Stoffwechsel hat. Die Kurven-Fraktion wird per se als Sportmuffel abgestempelt und hat sowieso ihr Leben nicht unter Kontrolle. Beide sehen sich nicht selten entweder Blicken voller Mitleid oder Blicken voller Neid ausgesetzt. Und nun? weiterlesen

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DOVE Kampagne // Sag “JA”
zu deiner Schönheit #IchSagJa

– 09.03.2015 um 15.37 – Beauty Gesellschaft Kampagne Wir

ich sag ja dove DOVE Kampagne // Sag JA <br/> zu deiner Schönheit #IchSagJaDie Sache mit der eigenen Zufriedenheit ist eine verfahrene Kiste: Ständig nörgeln wir, mäkeln an uns selbst herum oder zeigen mit leicht verachtendem Blick auf andere – nur um ruhigen Gewissens festzustellen, dass bei denen auch nicht alles richtig sitzt. Es fängt doch schon so an: Mit verknitterter Stirn stehen wir in gebeugter Haltung vor dem Spiegel, zupfen an unseren Haaren herum und finden alles doof: Vor allem uns. Nur die wenigsten Frauen würden sich nach ihrem eigenen Empfinden als „schön“ bezeichnen – ist das nicht unfassbar traurig? 

Dabei ist Schönheit doch so unfassbar subjektiv und fängt bloß in unserem eigenen Kopf an: Wenn wir uns also selber schön finden und fortan selbstbewusster durchs Leben schreiten würden, dann können wir andere doch eigentlich nur in unseren Bann ziehen, oder? Die krumme Nase, zum Beispiel, gerade die macht dich aus. Genauso wie die leicht schiefen Zähne. Und Gott sei Dank hast du manchmal Pickel, wie furchtbar unnormal wäre deine Haut auch, wenn sie trotz natürlicher Irritationen immer völlig regungslos bliebe= Lasst uns unsere markanten Eigenschaften doch einmal wieder ins Positive verkehren, unsere Mollies in weibliches Gold umwandeln, aus unseren Segelohren Schlupföhrchen zaubern oder unsere hohe Stirn durch einen strengen Zopf besonders betonen. Lasst uns zu unserem Körper stehen und laut “JA” sagen – und das ab sofort lauthals im Chor mit allen anderen Mädels da draußen. weiterlesen

Kann eine offene Beziehung funktionieren?
– Ein ungeplantes Interview

– 05.03.2015 um 20.20 – box2 Gesellschaft

anigif optimized 26640 1421890359 6 Kann eine offene Beziehung funktionieren? <br/> – Ein ungeplantes Interview„Aha, ihr führt also ne offene Beziehung?! Und das funktioniert?“

Hachja, die ewige Frage und der Beginn eines Partygesprächs. Bis eben lahmte es hier im Nichtraucher-Bereich noch gehörig. Lange Gesichter starrten im Raum rum. Halbleere Weingläser wurden hin und her geschwenkt. Der ewig gleiche Small Talk zwischen Couch und Plattensammlung, nur kurz unterbrochen durch gelegentliches Gähnen. Und am Ende wehten sogar noch zwei Heubüschel begleitet von Westerntönen durch den Raum. Kein Witz! Achja, aber dann folgte meine ehrliche Antwort auf die Frage nach dem Beziehungsstatus: offene Beziehung – und selbst die Gähnenden wurden wieder hellhörig. weiterlesen

Kolumne: Girls with Curls //
Mein Haar – ein Politikum, auch in Deutschland

– 19.02.2015 um 9.36 – box1 Feminismus Gesellschaft

solange knowles Kolumne: Girls with Curls // <br/> Mein Haar   ein Politikum, auch in Deutschland

„Oh, kann ich mal deine Haare anfassen?“ – Ähm, warte, lass mich kurz überlegen: NEE!

Wenigstens hatte sie vorher gefragt. Das ist nicht immer der Fall. Letztens im Café bekam ich von Fremden am Tisch hinter mir ganz unerwartet, aber nicht zum ersten Mal, einen Griff ins Haar. Die typischen ‚Oh’, ‚Ah’, ‚Interessant!’ Ausrufe ließen auch nicht weiter auf sich warten. Und schon gar nicht ihre beleidigten Gesichter, die meine Humorlosigkeit strafen sollten. Wie kann ich auch nur diese Aktion weder witzig noch angemessen finden?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Ereignis nicht böse gemeint war. Ebenso wenig sind es neugierige und beiweilen distanzlose Kommentare beim Friseur, von Bekannten und Fremden auf der Straße, die mein Haar wie ein seltenes Insekt anstarren, es als wild, lustig oder urig beschreiben und dabei komisch das Gesicht verziehen. Bei Vergleichen mit Mogli, dem Dschungel-Kind, bin ich mir mit dem guten Willen dann aber nicht mehr so sicher. weiterlesen

-18°C, Nackte Beine, keine Socken
– ein Wunsch an die Designer dieser Welt

– 17.02.2015 um 10.28 – Gesellschaft Mode

10903463 1529337337315991 336968987 n  18°C, Nackte Beine, keine Socken <br/>   ein Wunsch an die Designer dieser Welt Am Wochenende wollte ich nach einem kurzen Anfall von Kleiderschrankfrust gepaart mit bitterer Sehnsucht nach dem Frühling einen kleinen Einkaufsbummel zustande bringen, inklusive Beute, die das Herz langfristig erwärmt. Das Problem: Draußen war es kalt, arschkalt.

Schmachtend und auch ein bisschen sabbernd vor Glück fand ich mich jedenfalls irgendwann vor Button-Up-Röcken im Stil der Swinging 60′s stehend wieder, ich grabschte nach hippiesken Kleidern, nach Siebenachtelhosen und Culottes, die gerade einmal bis zum Knöchel reichten und immer noch reichen. Kurz vor der Kasse, ich war schon ganz wibbelig, entgleiste mir mein debiles Kaufrauschginsen allerdings zu einer Grimasse gefüllt mit lauter großer Fragezeichen. Moment mal, das ist jetzt eigentlich großer Quatsch, dachte ich just in der Sekunde als mich eine geballte Ladung Winterfrust übermannte. Keines, aber wirklich kein einziges dieser schnieken Teile aka Frühlingsboten, die heutzutage ja aber aus unerfindlichen Gründen ganz a-periodisch an den Stangen hängen, hätte ich während der kommenden Wochen, geschweige denn Tage überhaupt ausführen können. Und weshalb? Weil das, was wir auf dem Laufsteg sehen, nur selten in die echte wahre Welt hinein passt, zumindest wenn man die Komplett-Looks quasi wörtlich nimmt. An Strumpfhosen denkt nämlich so gut wie kein Designer und auch keine Designerin dieses Erdballs, höchstens an dicke Socken, die, natürlich, am besten zu nackten Beinen aussehen.  weiterlesen

SKYPE Duett //
Madeleine Alizadeh über die Schwierigkeit,
Gutes zu tun

– 03.02.2015 um 11.11 – box2 Gesellschaft Menschen

skype duett madeleine SKYPE Duett //  <br/> Madeleine Alizadeh über die Schwierigkeit, <br/>Gutes zu tunDie Fotografin und Bloggerin Madeleine Alizadeh hatte irgendwann die Nase voll von all dem geistlosen und vor allem ungebremsten Konsum, wie er uns tagtäglich um die Bildschirme geschleudert wird. Im vollen Bewusstsein darüber, dass sie aber schon allein aus beruflichen Gründen niemals zur heiligen Alles-Verachterin hätte werden können, entschied sie sich für einen Weg im Rahmen ihrer Möglichkeiten und, so ehrlich muss man sein, auch im Rahmen ihrer eigenen Ambitionen, einen Mittelweg also, der ihre Welt ein bisschen besser machen sollte. Seit über einem Jahr achtet sie deshalb genau darauf, wo die von ihr gekaufte Kleidung produziert wird, sie berichtet auf Dariadaria über nachhaltige Labels, recherchiert, und klärt auf, sie zeigt uns Alternativen zu H&M & Co, aber auch knallharte Fakten, die jedem Betrachter den Magen herum drehen. Bis ihr vergangene Woche der Kragen platzte. In einem Blogpost gab Madeleine bekannt, dass sie zwar weiterhin Gutes tun wolle, bloß das Sprechen darüber ließe sie künftig lieber sein. 

Das Problem: Vielen ihrer Leser war Madeleines Idee, ein bisschen nachhaltiger leben zu wollen, zu inkonsequent. In einem kurzen Skype Duett haben wir mit der vielleicht sympathischsten Österreicherin des Planeten über fiese Kommentare und das Laster der Scheinheiligkeit gesprochen: weiterlesen