Kategorie-Archiv: Leben

Entdeckt: Guerilla-Plakate in Berlin
gegen Billig-Mode

– 23.07.2013 um 16.26 – Allgemein Leben Mode

berlin kurfuerstendamm Entdeckt: Guerilla Plakate in Berlin <br/> gegen Billig Mode
“I had two children before I was widowed when my husband died in a fire at the factory we both worked. I got no maternity leave during my pregnancy, and no compensation for the death of my husband.”

Soeben entdeckt, weil ich gedankenversunken ein paar Bahnstationen zu weit gefahren bin: Plakate an der Ubahnstation Kurfürstenstraße, die auf ziemlich gute Art und Weise Kritik an den herrschenden Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie üben. An den viel zu niedrigen Verkaufs-Preisen und uns, den Konsumenten, die noch immer meinen, man könne ein Shirt für 15 Cent produzieren, ohne dabei über Leichen zu gehen. 

Zur Erinnerung: Ende April war in Bangladesch ein acht-stöckiges Fabrikgebäude zusammen gestürzt. Mehr als 1000 Menschen, hauptsächlich Näherinnen, starben. Knapp 2,5 Tausend überlebten schwer verletzt oder mit Behinderungen, die es ihnen unmöglich machen werden, jemals wieder zu arbeiten. Unter anderem wurde Kleidung von Kik und Benetton in den Trümmern gefunden. Kurz darauf starben weitere Arbeiter bei einem Fabrik-Brand nahe des ersten Unglücksorts. Zeit, aufzuwachen. weiterlesen

Musik: OK KID – “Mehr, Mehr” (und der Soundtrack einer Generation?)

– 12.07.2013 um 16.14 – Allgemein Leben Musik

Bildschirmfoto 2013 07 12 um 16.11.36 800x429 Musik: OK KID   Mehr, Mehr (und der Soundtrack einer Generation?)

Mehr, Mehr” ist überhaupt nicht neu, sondern erschien bereits im April. Damals dachte ich schon “aua”. Weil der Text zum Track so richtig fies passt. Zu vielen von uns. Mal komplett, mal nur teilweise, aber ganz bestimmt immer ein bisschen. Gestern öffnete ich mein Facbook-Postfach und da lagen sie dann schon wieder, diese Zeilen von OK KID. “Ich stolpere immer wieder darüber, gerade eben erst zum dritten Mal in dieser Woche, und jedes mal trifft’s mich irgendwo im Magen. Sind wir denn wirklich so? Oh man“. Meine Freundin klang tatsächlich ein bisschen besorgt. “Ja geht es uns nur in Berlin so, geht es allen Großstädtern so, sind wir echt so hochnäsig, also insgeheim, und was ist mir dir, willst du wirklich immer mehr?”

Ich denke tatsächlich noch immer darüber nach. Es drückt ein bisschen im Magen, aber eigentlich geht es uns gut. Jede Generation hat schließlich ihr Laster zu tragen und eines unserer größten ist wohl die Unersättlichkeit. Solange wir noch darüber reden können, uns in Selbstreflektion üben, solange es uns noch peinlich berührt, wenn jemand die Karten mal ganz offen auf den Tisch legt, ist im Grunde doch alles ok. Eigentlich. Denn am Ende wollen wir trotzdem immer mehr. Von allem. Oder? weiterlesen

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New In: Weekday “Love” Shirts & die Sache mit dem Partnerlook.

– 26.06.2013 um 11.40 – Allgemein Leben Mode Shopping

6860aa04de2f11e2a61522000aaa053e 7 New In: Weekday Love Shirts & die Sache mit dem Partnerlook.

Ich glaube, wir haben hier jetzt schon insgesamt drei Mal diese ewige Partnerlook-Problematik diskutiert. Die einen hegen romantische Gefühle für diese öffentliche Zurschaustellung des Zusammenseins oder Zueinandergehörens, andere empfinden beim Betrachten von Pärchen und allerbesten Freundinnen im gleichen Micky-Maus-Pulli nichts als blanken Hass. Dazwischen gibt’s nicht viel. Eigentlich.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich mittlerweile ein bisschen freue, wenn meine beste Freundin zum Kaffekränzchen im gleichen Outfit aufschlägt. Niedlich könnte man das fast nennen, solange es sich eben um einen Zufall handelt, statt um diese seltsame inszenierte Doppeltes-Lottchen-Attitüde. Das liegt vielleicht am Alter (mit 14 war’s toll, mit 2o wieder unangenehm), oder: An der Liebe. Als ich gestern allerdings mit einer Tüte samt der obigen Shirts nach Hause kam, zweifelte ich wirklich an meiner psychischen Konstitution. Das.Hab.Ich.Jetzt.Nicht.Ernsthaft.Getan. weiterlesen

“Ihr seid doch alle Markengeil” – Only NYC Sommer 2013 & die Sache mit dem Labeling

– 21.06.2013 um 11.18 – Allgemein Leben Mode Wir

only nyc ss13 Ihr seid doch alle Markengeil   Only NYC Sommer 2013 & die Sache mit dem Labeling

“Immer ihr dämlichen Modeblogger mit eurem Markenwahn und was soll überhaupt dieses plakative Labeling?” Mit Aussagen wie diesen schlagen wir uns natürlich tagtäglich herum, obwohl wir finden, dass man “Modeblogger” in diesem Fall auch mit “Mensch” austauschen kann. Die meisten von uns sind ein bisschen verseucht und darüber streiten bringt im Grunde gar nichts. Ich finde, es ist an der Zeit, dem Ganzen etwas gelassener entgegenzutreten, sonst befasst man sich am Ende nur noch mit purer Heuchelei. Bei einem Carhartt-Pullover hat schließlich so gut wie niemand etwas zu meckern. Steht “Kenzo” drauf, wird’s schwierig.

“Zu viel Geld für Unfug”, lautet dann das Argument. Ich frage mich nur, wer denn das Recht hat, zu entscheiden, was Quatsch ist und was nicht. Vielleicht gibt der Anti-Marken-Mensch 200 Euronen pro Monat für Tabak aus. Man kann nun darüber diskutieren, welche Art des Geldverprassens unsinniger ist. weiterlesen

“Das macht dich aber breit!” – Nein, das ist mein Körper.

– 18.06.2013 um 14.12 – Allgemein Leben Wir

maerwahn Das macht dich aber breit!   Nein, das ist mein Körper. Rechtes Bild via: Me In My Place

Es ist jetzt schon ein paar Mal vorgekommen, dass diverse Kommentartoren Dinge schrieben wie “Das macht dich aber dick” oder “oh, du stehst unvorteilhaft, das lässt dich pummelig wirken“. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, liest man so etwas nicht gerne, aber wenn’s so ist, dann ist es so. Jedenfalls denke ich, es ist an der Zeit, mal fix etwas klar zu stellen: Meine Kleidung sitzt nicht unvorteilhaft. Das ist mein neuer Körper. Ganze 11 Kilo sind es mehr seit dem vergangenen Jahr. Das ist für mich eine Umstellung, aber ich bin nicht sonderlich traurig darüber, denn ich bin gesund. Was mir das Ganze aber zeigt: Es ist nicht sonderlich einfach, gesund zu sein und sich gut zu fühlen, wenn ständig wer in der Wunde bohrt.

Ich will hier keinen Selbstmitleids-Text vom Zaun brechen, sondern mich schlichtweg über die omnipräsente Doppelmoral wundern. “Scheiß Magerwahn, all diese Gerippe, das ist doch nicht normal, blablabla, kranke Modewelt” – das höre ich ständig. Komisch ist nur, dass es oftmals genau die selben Personen sind, die 365 Tage im Jahr auf Kohlenhydrate verzichten. Oder zu ihren Freundinnen Dinge sagen wie “Das würde ich aber nicht anziehen, das staucht dich irgendwie.” weiterlesen

Neues Gesetz: Minderjährige Models sollen als “Kinderschauspieler” gelten – verändert das die Modewelt?

– 18.06.2013 um 12.10 – Allgemein Leben Menschen

young models 800x667 Neues Gesetz: Minderjährige Models sollen als Kinderschauspieler gelten   verändert das die Modewelt?

Permanent erleben wir, dass in der Modebranche ziemlich viel schief läuft.
Auf internationalen Laufstegen werden Kinder als Erwachsene inszeniert, die Mädchen sind häufig nicht einmal 16 Jahre alt. Auch für sämtliche Magazine scheint es keine Altersgrenze nach unten zu geben. Und was tun wir? Außer Hinschauen nicht viel. Kommt das Thema zur Sprache, zeigen wir uns schockiert, beim Durchblättern der Hochglanzseiten scheinen uns die jungen Gesichter allerdings kaum zu stören. Wir sind abgestumpft, haben uns an diesen Umstand gewöhnt und versinken beinahe selbst im Streben nach allzu unrealistischen Schönheitsidealen. Das aber ist nur ein Kritikpunkt von vielen. Denn noch Besorgnis erregender als die immer absurder werdende Vorstellung von Schönheit, sind die Arbeitsbedingungen, denen die jugendlichen Models ausgesetzt sind.

Die Vogue reagierte bereits mit einem Kodex, der besonders junge Mädchen schützen soll. Das bedeutet: Nicht mehr als zehn Stunden Arbeit am Tag, keine Fotostrecken, in denen unter 16-Jährige in die Rolle von Erwachsenen gedrängt werden und freizügige Shootings sind zudem nur noch nach Absprache und eindeutiger Zustimmung von Seiten der Models erlaubt. Dass diese sich nämlich trotz Unbehagen nur selten trauen, “nein” zu sagen, scheint langsam auch ganz oben angekommen zu sein. Der Bundesstaat New York geht jetzt noch einen Schritt weiter: Künftig sollen jungen Models die gleichen Rechte zugesprochen werden wie Kinderschauspielerin. weiterlesen

Lesestoff: “Why The Era Of Personal Style Blogs Must Come To An End”

– 14.06.2013 um 15.57 – Allgemein Leben Wir

blogger Lesestoff: Why The Era Of Personal Style Blogs Must Come To An End

Autorin Amy Odell streut mit ihrem Beitrag “Why the era of personal fashion blogging must come to end”  eine ganz schön große Portion Salz in die klaffende Wunde der Blogosphäre, rüttelt gehörig am Ego-Baum und zerstört außerdem die Träume vieler junger Mädchen. Bloggern, die ausnahmslos sich selbst ins rechte Licht rücken, wird eine düstere Zukunft prophezeit. Denn was, wenn sich irgendwann niemand mehr für dich interessiert? Und wohin mit all den Schönheiten, wenn das Geschäft nicht mehr brummt?

Jemand, der nichts kann außer Schönsein, dessen Anspruch nicht über die Zusammenstellung von Outfits und das Performen der täglichen Blogger-Choreographie vor der Linse des eigenen Freundes hinaus geht, der könnte es in der Arbeitswelt durchaus schwer haben – es sei denn dieser Jemand verfügt über ein nützliches, geheimes Über-Talent. Das ist grob geschätzt aber wohl eher nicht die Regel. In Deutschland hat das Modell der Selbstvermarktung noch nie wirklich Früchte getragen, deshalb wurden Gedanken wie jene von Amy Odell hier schon des Öfteren laut. Eine wahre Geschichte, denn der Deutsche hält nicht viel vom Phänomen des Personenkults. Es gibt sie zwar, die reinen Outfit-Blogger, aber ihre Karrieren liegen meilenweit hinter den Erfolgsgeschichten von Leandra Medine, Chiara Ferragni und co. Ich weiß nicht recht, ob es schade ist, dass es unseren Bloggern im Prinzip wie unseren Promis ergeht. Entweder du bist sowas wie die Alexandra Maria Lara der Blogosphäre, niedlich und beliebt, respektiert, aber keineswegs dauerumjubelt, oder eben du bist die Katzenberger des Systems. Fame ohne Ende, aber nur, weil du so peinlich bist. weiterlesen

Central Saint Martin’s Show: Cassandra Verity Green & die Goldfisch-Problematik

– 29.05.2013 um 11.26 – Allgemein Leben Mode

cassandra verity green Central Saint Martins Show: Cassandra Verity Green & die Goldfisch Problematik

Gegen modische Langeweile hilft kaum etwas so sehr wie das Bestaunen der Central Saint Martin’s Abschluss-Kollektionen. Immer und immer wieder sprengen die Studenten einer der renommiertesten Design-Universitäten sämtliche Grenzen und beweisen, dass selbst die absurdesten Visionen zur Realität werden können, dass Mode Kunst sein kann, darf und muss. Aber wie weit darf man gehen?

Cassandra Verity Green trieb es in diesem Jahr auf die Spitze. Dass manch ein Outfit erst durch das geschickte Platzieren von Hingucker-Accessoires zum Hit wird, ist durchaus gängig, bloß hatten wir es bisher selten mit lebendigen Schmuckstücken zu tun. Es sind tatsächlich Goldfische, die da durch ihre schalenförmigen Rucksäcke und Kugel-Aquarien-Handtaschen schwimmen. Ob das überhaupt gut aussieht, darüber lässt sich streiten, keine Frage. Aber darf man auch darüber diskutieren, in wiefern das alles nun moralisch und ethisch vertretbar ist? Ich sage: Nein. Viele andere sagen ‘natürlich’. weiterlesen

5 Tage Auszeit und URLAUB <3 Sarah Jane fliegt nach Mykonos

– 06.05.2013 um 13.12 – Allgemein Leben Wir

san giorgio 5 Tage Auszeit und URLAUB <3 Sarah Jane fliegt nach Mykonos

Im Kopf ist längst Sommer und wie kann man diese Sehnsucht am besten stillen? Genau, man geht ihr nach. 10 Monate ist mein 4 tägiges Tête-à-Tête mit Mallorca bereits schon her und der Hunger nach Sonne, Meer und Strand – oder vielmehr nach Offline-Zeit und und frischen Wind für die angeschlagenen Augen – ist ungehalten. Die Frage nach dem richtigen Kurz-Trip-Ort geisterte eine gefühlte Ewigkeit im Kopf herum und das Flair Magazin lieferte beim virtuellen Durchblättern vor rund einem Monat prompt die Antwort: Mykonos – oder wollen wir vielleicht sagen: Das San Giorgio Design Hotel direkt am Meer.

Ja, tatsächlich, absurderweise ist es mein erster Urlaub, der nach einer Bleibe ausgewählt wird und ich hoffe schwer, dass die griechische Insel die Kirsche auf dem Sahnehäubchen wird (zugegeben, ich bin mir eigentlich ziemlich sicher). Die Beschreibung der Online-Redakteurin konnte mich also vom Fleck weg begeistern, die Bilder taten ihr übriges, der Liebste wurde so lange mit einschlägigen Argumenten überzeugt und nun kann ich es kaum erwarten, bis es endlich Freitag wird <3

Dann nämlich gibt’s fünf Tage Tapetenwechsel! weiterlesen

Designer John Galliano stand wegen antisemitischer Äußerungen vor Gericht, jetzt soll er Professor werden – muss man irgendwann verzeihen können?

– 26.04.2013 um 14.48 – Allgemein Leben

john galliano Designer John Galliano stand wegen antisemitischer Äußerungen vor Gericht, jetzt soll er Professor werden   muss man irgendwann verzeihen können?

John Galliano, das “Enfant Terrible” der Modeszene, hatte es vor knapp zwei Jahren, gelinde gesagt, auf die Spitze getrieben – jetzt wird das Ganze Szenario erneut aufgewiegelt. Die Fakten dazu: Nachdem der Designer wegen antisemitischer Äußerungen zunächst von seinem Posten bei Dior befreit wurde, musste er sich schließlich auch vor Gericht verantworten. Eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro auf Bewährung waren die Folge seiner Pöbeleien gegenüber diverser Restaurant-Gäste an einem Abend in Paris und abgefeuerten Kommentaren wie «Ich liebe Hitler» oder «Leute wie Sie sollten tot sein. Ihre Mütter, Vorfahren sollten alle verdammt vergast sein». Nicht nur die Modewelt, sondern der halbe Erdball gab sich fassungslos – und plötzlich schieden sich die Geister am Verhalten Herrn Gallianos. Scarlett Johansson zum Beispiel, stand hinter ihrem Freund, nahm ihn sogar in Schutz, die jüdische Natalie Portman hingegen kennt bis heute kein Pardon und auch Karl Lagerfeld wetterte öffentlich gegen seinen Kollegen. Auch jetzt gehen die Meinungen über den enormen “Fehltritt” des Helden der Provokation wieder weit auseinander.

Neuester Aufhänger: Die “Parsons New School Of Design” will Galliano als Professor einstellen. Eine Petition soll das verhindern, berichtet Fashionista. weiterlesen

Warum ich gerade gerne langweilig bin und ziemlich Mode-müde.

– 23.04.2013 um 16.40 – Allgemein Leben Wir

fashion victim Warum ich gerade gerne langweilig bin und ziemlich Mode müde.

Gestern Abend saß ich noch ein wenig schlaflos in meinem Bett herum, während ich träge durch das Internet klickte. Irgendwann landete ich schließlich auf Style.de und wurde an folgenden Satz erinnert: “Wenn man Nike von This is Jane Wayne kennt, weiß man, dass es Garderoben-technisch nie langweilig wird bei ihr.” Ich sehe mich also dort stehen, kunterbunt, mit Bindi auf der Stirn und frage mich, wo ich eigentlich geblieben bin, oder eher: Diese Person dort auf den Bildern. Jetzt gerade bin ich nämlich nichts lieber als das: Mega Langweilig.

Im ersten Moment lag der Grund für den momentanen Wandel ziemlich nahe: Ich bin jetzt 25 Jahre alt, versuche vernünftiger zu werden und auch ein bisschen ruhiger. Weniger Party, mehr Schlaf, weniger rauchen, mehr rennen. Aber das ist natürlich Quatsch. 25 Jahre, das ist kein Alter. Erwachsen ist man schließlich noch lange genug.trans Warum ich gerade gerne langweilig bin und ziemlich Mode müde. weiterlesen

Lese-Tipp: “Der Kaiser der neuen Kleider – Mohammed Abdul Jabbar sogt dafür, dass ein T-Shirt bei uns nur 8 Euro kostet”

– 16.04.2013 um 17.07 – Allgemein Kultur Leben Mode

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Wir wissen ganz genau, dass wir gern allen Dreck beiseite schieben, was nicht direkt vor unserer Haustür liegt, dass die meisten von uns lieber wegschauen als hinzusehen und die Verdrängung der Konfrontation vorziehen. Wir wissen außerdem, dass ein T-Shirt mehr als acht Euro wert sein muss und dass wir beinahe immer auf Kosten anderer Menschen sparen. Billige Kleidung tut einzig und allein dem eigenen Geldbeutel gut – für den Großteil der Konsumenten Grund genug weiterhin fröhlich in der europäischen Blubberblase zu planschen, massenhaft zu spachteln und getreu dem Motto “da muss sich wer anderes drum kümmern” zu leben.

Was soll man auch ändern als kleiner Mann, wenn die ganz großen Bosse, zum Beispiel Mohammed Abdul Jabbar, die Maschine so oder am Laufen halten. weiterlesen

Die Sache mit dem verlorenen Freund.

– 10.03.2013 um 15.00 – Allgemein Leben Wir

freunde Die Sache mit dem verlorenen Freund.

Das Teewasser kocht über, rinnt links und rechts am Topf entlang, wie mein Gehirn an den Ohren. Ich will nicht mehr denken, nur noch atmen und existieren. Unsichtbar werden in Menschenassen, wo der Lärm die Bilder aus meinem Kopf radiert. Atemlos sitze ich am Küchentisch und starre auf das verblasste Foto, das neben all dem dreckigen Geschirr wie eine Oase wirkt. Er hält mich im Arm und ich einen Joint in der Hand, es ist Sommer, zwei Caprisonnen lehnen aneinander als könnte sie nichts jemals trennen. Noch mal 14 sein. Ich stehe auf, zupfe die Heftzwecke aus unseren Körpern und steche sie mitten in sein Herz. Verreck doch endlich, denke ich, aber ich sage nur „hör auf.

Vor drei Jahren hat es angefangen. Erst eine Mail, dann zehn, dann hundert. SMS, jeden Tag. Wir sind A-Menschen, auserwählt, und du meine Frau. Ich bleibe, um dich zu beschützen und ich werde nie wieder gehen. Ignorieren, alles, bloß nicht antworten. Bis heute. Ich bringe dich um. Vier Worte im kalten Licht des Displays, die wie Abrissbirnen durch mein Leben schwingen und alles zertrümmern, was man Ruhe nennt. Heißes Blut pumpt durch meine Venen, jeder Muskel brennt, die Brust vollgepackt mit Steinen. Das Teewasser verdampft am Boden des Topfes und durch den weißen Nebel sehe ich dunkle Scherenschnitte von den Menschen, die wir waren. Irgendwann sind aus Blumenkindern Zombies geworden. weiterlesen

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