Kategorie-Archiv: Leben

Karl Lagerfeld: “No one wants to see
curvy women on the catwalk”
– und er hat Recht.

– 05.11.2013 um 11.28 – Allgemein Leben

5c41ee54b41411e19e4a12313813ffc0 7 Karl Lagerfeld:  No one wants to see <br/> curvy women on the catwalk <br/>   und er hat Recht.

König Karl Lagerfeld steht aufgrund seiner spitzzüngigen Aussagen immer wieder im Rampenlicht der Kritik. Sängerin Adele findet er “a little too fat” und außerdem seien “die Dicken” ohnehin nicht sonderlich gesund für unsere Gesellschaft: ”The hole in social security, it’s also [due to] all the diseases caught by people who are too fat.” In seinem gerade veröffentlichten Werk “The World According to Karl” schreibt er schließlich “No one wants to see curvy women on the catwalk” und bringt damit nicht nur Betty Aubriere, Präsidentin von “Belle, Ronde, Sexy et Je M’assume“, zur Weißglut – Über 500 Menschen unterschrieben bereits die von der Frauengruppe eingereichte Petition gegen Lagerfelds Einstellung und öffentliche Äußerungen. “These insults by celebrities must stop. We’re sick of it. (…) There are a lot of young girls who don’t feel comfortable in their skin, and for them to hear comments like that is terrible,” so Aubriere (via).

Das Problem an der Sache: Karl hat Recht. So gut wie niemand will im Jahr 2013 noch “normalgebaute” Frauen auf dem Laufsteg sehen. Sogar Magazine, die es mit Entrismus versuchten, also mit dem Ändern dieser Gegebenheiten von Innen heraus, die in ihren Editorials hoffnungsvoll Durchschnittsgewichtige gegen magere Models austauschten, ernteten dafür nur wenig Applaus, stattdessen aber Augenrollen mit einem darauffolgenden Aufprall auf dem harten Boden der Tatsachen. Zurückspulen, bitte. Und nochmal von vorn anfangen, mit Size Zero. Unsere Augen sind schließlich längst anderes gewöhnt. weiterlesen

Instagram
mag keine Schambehaarung
und Frauen mögen keine Frauen.

– 30.10.2013 um 11.53 – box1 Gesellschaft Leben

TITLE Instagram <br/> mag keine Schambehaarung <br/> und Frauen mögen keine Frauen.

Vermutlich liegt es an dieser Post-Urlaubs-Resozialisierung-Problematik, aber auf mich wirkt es, als befinde sich die Medienlandschaft gerade in einer Hoch-Zeit frauenverachtender Beitragswellen. Nicht zuletzt sind die Autoren, Macher oder Denker von Pipimädchenartikeln selbst Busenträgerinnen.

Mein jüngstes Beispiel: Wäis Kiani, die allseits bekannte Kolumnistin, die ich für ihre scharfe Zunge bisweilen immer auf einem Siegertreppchen positioniert hätte. Sie schwadronierte noch kürzlich darüber, weshalb Mädelsabende “einfach nicht funktionieren” würden. “Weil zu viele Frauen auf einem Haufen entweder zu hysterisch oder total langweilig sind”, zitiert sie dort eine Freundin und macht in etwa genau so weiter: “Mit Frauen wird es nie richtig lustig, weil sie sich für nichts interessieren (…), stattdessen wird darüber geredet, wer sich wann und wo hat botoxen lassen und wer zurzeit was aus seinem Diätplan gestrichen hat”. Wer jetzt meint, das Blatt würde sich zum Ende hin noch wenden, aus Anti-Feminismus würde eventuell doch noch Feminismus werden, der befindet sich auf dem Holzweg. Erstens denke ich, die gute Wäis sucht sich eventuell extrem falsche Freundinnen für falsche Erlebnisse aus, zweitens gratuliere ich an dieser Stelle für diese formidable Stereotypiserung des dümmlichen Weibchens und drittens frage ich mich nun, in welcher Sackgasse der Karren letztendlich wohl vor die Wand gesetzt werden wird. Wie zum Geier uns Frauen (aber bitte im übertragenden Sinne) irgendwann einmal richtig dicke “Cojones” wachsen sollen, wenn wir uns doch ständig selbst degradieren und uns immer wieder gegenseitig oder selbst an besagten Karren pissen. weiterlesen

Warum ich in den Urlaub fahre
& eine imaginäre Antwort auf diverse Kommentare.

– 15.10.2013 um 10.00 – Allgemein box1 Leben Wir

0e187b22356811e3b76f22000ab68524 8 Warum ich in den Urlaub fahre <br/>  & eine imaginäre Antwort auf diverse Kommentare.Ich fahre bald in den Urlaub. Zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren, wenn man von einem Kurz-Trip nach Sizilien samt Laptop absieht. Und wenn ich endlich dort bin, kappe ich meine Internetleitung und werde für niemanden erreichbar sein. Nicht für meine Arbeitskollegen und Chefs, nicht für meine Freunde oder die Omi. Für niemanden. Weil sich mein Gehirn während der letzten Monate so sehr verknotet hat, dass ich mich manchmal wie ein Alien fühle. Wie ein Menschenhasser oder Autist, der nicht nichts mehr an den Leuten da draußen versteht. An ihren Eigenarten, Manieren, Gedanken. Die Elefantenhaut ist abgenutzt und was bleibt, ist ein seltsamer Gräuel, der sich in meinem Bauch festgeklemmt hat und nicht mehr fort gehen mag. 

Mein Ziel ist es also, herauszufinden, ob es sich hierbei nun um das ganz normale “Erwachsenwerden” handelt, um etwas, das man Selbstachtung und Haltung nennt, oder ob ich gerade schlichtweg zu schnell auf die Palme klettere. Ich vermute, zweiteres ist zutreffend – denn (fast) immer bringen mich Menschen zum Meckern, die ich nicht einmal kenne. weiterlesen

Wieso regen sich eigentlich alle über das “Period Tee” von American Apparel auf?

– 09.10.2013 um 18.14 – Allgemein box3 Leben Mode

period tee american apparel 740x800 Wieso regen sich eigentlich alle über das Period Tee von American Apparel auf?Die Gesellschaft, in der ich lebe, wird mir immer suspekter. In vielerlei Hinsicht. Da wird ein Perioden-T-Shirt plötzlich zum Teufel, Männern schießen gigantische Kotzbrocken durch die Speiseröhre und Mädchen geben sich fürchterlich pikiert, empfinden das, was sie dort sehen, als ekelerregend. Erbrechen und Empörung wegen einer der natürlichsten Vorgänge der gottverdammten Erde. Willkommen im Jahr 2013. Ich frage mich jetzt: Haben diese Männer wohl Sex mit richtigen Frauen und richtigen Scheiden, Scheiden, die ein Mal im Monat den ganzen Rotz dort ausbluten müssen? Und stopfen sich besagte Mädchen tagtäglich und ohne Unterbrechung mit Hormon-Pillen voll, um dauerhaft dem Satan der Gebärmutterschleimhautfetzen zu entkommen? Hat denn die Übersexualisierung jeder Pore der Öffentlichkeit wirklich nichts gebracht als schiefe Frauenbilder und Beate Uhse Shops in der Fußgängerzone? 

Gut, ich möchte mir auch keinen Spiegel zwischen die Beine halten, während ich mein OB wechsle. Lieber würde ich mir den Unterleib heraus amputieren und weder sehen noch fühlen, was da vor sich geht. Zweiteres muss ich aber. So wie jede Frau vor der Menopause. Dank des American Apparel Shirts können nun endlich auch alle Penis-Träger sehen wie das so aussieht ohne bei Youporn nach dem passenden Fetisch zu suchen. Vielleicht hilft’s ja was – PMS ist real und sieht in Bildern etwa so aus, bloß meistens ohne so viel Haar dran. weiterlesen

Nicht verpassen // Die Doku “Mode als Religion” über Karl Lagerfeld

– 06.09.2013 um 10.07 – Kultur Leben Mode

Karl Lagerfeld Nicht verpassen // Die Doku Mode als Religion über Karl Lagerfeld

Er wurde über 16 Monate mit der Kamera begleitet, gewährte Zutritt in seine Archive, ließ sich auf Schritt und Tritt filmen und spricht in “Mode als Religion” über seinen Werdegang, sein Leben und seine beispiellose Karriere. Autorin Martina Neuen ist Karl Lagerfeld in der 4-stündigen Dokumentation so nah gekommen, wie es nur selten Kamera-Teams und Redakteure schaffen und versucht, einen 360°-Blick zu skizzieren: Langjährige Freunde wie Claudia Schiffer, Inès de la Fressange, die Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, Linda Evangelista, Suzy Menkes und sein Team plaudern ebenso offen über den Meister, wie Sarah Jessica Parker, Diane Kruger oder Milla Jovovich. 

Es soll allerdings längst nicht bloß nur um Karl Lagerfeld selbst gehen, sondern ebenso um die scheinbar undurchsichtigen Mechanismen in der Modebranche selbst. All das erfahren wir am Samstag, um 20.15 Uhr auf Vox. weiterlesen

Die Sache mit den Neidhammeln.

– 26.08.2013 um 9.33 – Allgemein Kopfchaos Leben

komkurrenz Die Sache mit den Neidhammeln. Als ich klein war, da sagte meine Oma gerne: “Ach, Nikchen, du kannst dich glücklich schätzen, wenn du später mal nicht allzu hübsch wirst und auch nicht sehr erfolgreich. Das macht es nämlich nicht einfacher.” In meinem Kopf kollidierten sämtliche Züge noch bevor sie überhaupt den Bahnhof erreichen konnten. Meine Mutter fand: “Wenn du eine Handvoll guter Freunde hast, dann bist du schon ziemlich reich”. Das verstand ich mindestes genau so wenig. Ich hatte doch 50 Freunde. Oder 60. Oder noch mehr. Über all das dachte ich schließlich nie wieder nach. Ich fand mich niemals allzu hübsch, dachte immer, ich könne noch viel erfolgreicher sein und habe, seit ich denken kann, die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Menschen, die mich erden und lieben, obwohl die meisten von ihnen nicht verstehen, was ich hier überhaupt treibe. “Irgendwas mit Mode und dem Internet eben.” Und ich würde sagen, es sind durchaus mehr als fünf. 

Dann traf ich Lena wieder. Lena ist so alt wie ich, bildschön und sehr, sehr erfolgreich. Nach der Rechnung meiner Oma dürfte sie also ein ziemlich einsames Leben führen. “Wie geht es dir?”, frage ich. “Gut, gut. Wenn Frauen nur nicht solche Biester wären.” weiterlesen

Kolumne: Zu viele Möglichkeiten,
zu wenig Meinung
– Generation Slash

– 29.07.2013 um 10.44 – Allgemein Leben Wir

a72ec43cd91b11e280b322000a1f9c82 7 Kolumne: Zu viele Möglichkeiten,<br/> zu wenig Meinung <br/>   Generation Slash

Ich habe keinen Stil, eher einen Nicht-Stil und wenn man mich fragt, wie ich diesen Nicht-Stil beschreiben würde, dann zeichne ich mindestens drei Schrägstriche in das leere Feld und fülle den Rest mit frei interpretierbaren Termini wie „Rap/Riot Grrrl/Random“. Das bedeutet am Ende zwar so wenig wie ein im Vollrausch gesäuseltes „Ich kann mir eine Beziehung mit dir vorstellen“, aber immerhin gaukelt es mir selbst und anderen Entscheidungsfreude vor, und auch Selbstkenntnis. Dabei besitze ich zumindest von ersterem nicht die Bohne.

Was ich heute mag, verachte ich schon morgen und anders herum ist es das gleiche Spiel, schon seit der Pubertät. Da wurde Fischaugen-Daniela wegen ihrer knallengen Jeans noch von Bootcut-Trägerinnen mit Carpri-Sonne eingesaut – bis die harte Erkenntnis jeden Skeptiker Schachmatt setzte: Ein halbes Jahr später wackelten all die fiesen Gören kollektiv in Röhren-Hosen an den älteren Jungs vorbei und Daniela hielt das Zepter der Girl-Gang in der Hand. Inklusive des heißesten Typen der Stufe. Der ganz normale Lauf der Dinge. Weil wir uns nicht entscheiden können, weil wir nie wirklich wissen, was wir wollen, heute A sagen und morgen B. Und weil tendenziell eher die gewinnen, die dem Rest der Welt ganz unabsichtlich eine Nasenlänge voraus sind, statt jene, die zwanghaft nach Anerkennung buhlen. Eigentlich weiß ich das. Und eigentlich will ich nichts weiter als ich selbst sein. Trotzdem verliere ich mich ständig, damit ich mich immer wieder neu erfinden kann. weiterlesen

Entdeckt: Guerilla-Plakate in Berlin
gegen Billig-Mode

– 23.07.2013 um 16.26 – Allgemein Leben Mode

berlin kurfuerstendamm Entdeckt: Guerilla Plakate in Berlin <br/> gegen Billig Mode
“I had two children before I was widowed when my husband died in a fire at the factory we both worked. I got no maternity leave during my pregnancy, and no compensation for the death of my husband.”

Soeben entdeckt, weil ich gedankenversunken ein paar Bahnstationen zu weit gefahren bin: Plakate an der Ubahnstation Kurfürstenstraße, die auf ziemlich gute Art und Weise Kritik an den herrschenden Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie üben. An den viel zu niedrigen Verkaufs-Preisen und uns, den Konsumenten, die noch immer meinen, man könne ein Shirt für 15 Cent produzieren, ohne dabei über Leichen zu gehen. 

Zur Erinnerung: Ende April war in Bangladesch ein acht-stöckiges Fabrikgebäude zusammen gestürzt. Mehr als 1000 Menschen, hauptsächlich Näherinnen, starben. Knapp 2,5 Tausend überlebten schwer verletzt oder mit Behinderungen, die es ihnen unmöglich machen werden, jemals wieder zu arbeiten. Unter anderem wurde Kleidung von Kik und Benetton in den Trümmern gefunden. Kurz darauf starben weitere Arbeiter bei einem Fabrik-Brand nahe des ersten Unglücksorts. Zeit, aufzuwachen. weiterlesen

Musik: OK KID – “Mehr, Mehr” (und der Soundtrack einer Generation?)

– 12.07.2013 um 16.14 – Allgemein Leben Musik

Bildschirmfoto 2013 07 12 um 16.11.36 800x429 Musik: OK KID   Mehr, Mehr (und der Soundtrack einer Generation?)

Mehr, Mehr” ist überhaupt nicht neu, sondern erschien bereits im April. Damals dachte ich schon “aua”. Weil der Text zum Track so richtig fies passt. Zu vielen von uns. Mal komplett, mal nur teilweise, aber ganz bestimmt immer ein bisschen. Gestern öffnete ich mein Facbook-Postfach und da lagen sie dann schon wieder, diese Zeilen von OK KID. “Ich stolpere immer wieder darüber, gerade eben erst zum dritten Mal in dieser Woche, und jedes mal trifft’s mich irgendwo im Magen. Sind wir denn wirklich so? Oh man“. Meine Freundin klang tatsächlich ein bisschen besorgt. “Ja geht es uns nur in Berlin so, geht es allen Großstädtern so, sind wir echt so hochnäsig, also insgeheim, und was ist mir dir, willst du wirklich immer mehr?”

Ich denke tatsächlich noch immer darüber nach. Es drückt ein bisschen im Magen, aber eigentlich geht es uns gut. Jede Generation hat schließlich ihr Laster zu tragen und eines unserer größten ist wohl die Unersättlichkeit. Solange wir noch darüber reden können, uns in Selbstreflektion üben, solange es uns noch peinlich berührt, wenn jemand die Karten mal ganz offen auf den Tisch legt, ist im Grunde doch alles ok. Eigentlich. Denn am Ende wollen wir trotzdem immer mehr. Von allem. Oder? weiterlesen

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New In: Weekday “Love” Shirts & die Sache mit dem Partnerlook.

– 26.06.2013 um 11.40 – Allgemein Leben Mode Shopping

6860aa04de2f11e2a61522000aaa053e 7 New In: Weekday Love Shirts & die Sache mit dem Partnerlook.

Ich glaube, wir haben hier jetzt schon insgesamt drei Mal diese ewige Partnerlook-Problematik diskutiert. Die einen hegen romantische Gefühle für diese öffentliche Zurschaustellung des Zusammenseins oder Zueinandergehörens, andere empfinden beim Betrachten von Pärchen und allerbesten Freundinnen im gleichen Micky-Maus-Pulli nichts als blanken Hass. Dazwischen gibt’s nicht viel. Eigentlich.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich mittlerweile ein bisschen freue, wenn meine beste Freundin zum Kaffekränzchen im gleichen Outfit aufschlägt. Niedlich könnte man das fast nennen, solange es sich eben um einen Zufall handelt, statt um diese seltsame inszenierte Doppeltes-Lottchen-Attitüde. Das liegt vielleicht am Alter (mit 14 war’s toll, mit 2o wieder unangenehm), oder: An der Liebe. Als ich gestern allerdings mit einer Tüte samt der obigen Shirts nach Hause kam, zweifelte ich wirklich an meiner psychischen Konstitution. Das.Hab.Ich.Jetzt.Nicht.Ernsthaft.Getan. weiterlesen

“Ihr seid doch alle Markengeil” – Only NYC Sommer 2013 & die Sache mit dem Labeling

– 21.06.2013 um 11.18 – Allgemein Leben Mode Wir

only nyc ss13 Ihr seid doch alle Markengeil   Only NYC Sommer 2013 & die Sache mit dem Labeling

“Immer ihr dämlichen Modeblogger mit eurem Markenwahn und was soll überhaupt dieses plakative Labeling?” Mit Aussagen wie diesen schlagen wir uns natürlich tagtäglich herum, obwohl wir finden, dass man “Modeblogger” in diesem Fall auch mit “Mensch” austauschen kann. Die meisten von uns sind ein bisschen verseucht und darüber streiten bringt im Grunde gar nichts. Ich finde, es ist an der Zeit, dem Ganzen etwas gelassener entgegenzutreten, sonst befasst man sich am Ende nur noch mit purer Heuchelei. Bei einem Carhartt-Pullover hat schließlich so gut wie niemand etwas zu meckern. Steht “Kenzo” drauf, wird’s schwierig.

“Zu viel Geld für Unfug”, lautet dann das Argument. Ich frage mich nur, wer denn das Recht hat, zu entscheiden, was Quatsch ist und was nicht. Vielleicht gibt der Anti-Marken-Mensch 200 Euronen pro Monat für Tabak aus. Man kann nun darüber diskutieren, welche Art des Geldverprassens unsinniger ist. weiterlesen

“Das macht dich aber breit!” – Nein, das ist mein Körper.

– 18.06.2013 um 14.12 – Allgemein Leben Wir

maerwahn Das macht dich aber breit!   Nein, das ist mein Körper. Rechtes Bild via: Me In My Place

Es ist jetzt schon ein paar Mal vorgekommen, dass diverse Kommentartoren Dinge schrieben wie “Das macht dich aber dick” oder “oh, du stehst unvorteilhaft, das lässt dich pummelig wirken“. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, liest man so etwas nicht gerne, aber wenn’s so ist, dann ist es so. Jedenfalls denke ich, es ist an der Zeit, mal fix etwas klar zu stellen: Meine Kleidung sitzt nicht unvorteilhaft. Das ist mein neuer Körper. Ganze 11 Kilo sind es mehr seit dem vergangenen Jahr. Das ist für mich eine Umstellung, aber ich bin nicht sonderlich traurig darüber, denn ich bin gesund. Was mir das Ganze aber zeigt: Es ist nicht sonderlich einfach, gesund zu sein und sich gut zu fühlen, wenn ständig wer in der Wunde bohrt.

Ich will hier keinen Selbstmitleids-Text vom Zaun brechen, sondern mich schlichtweg über die omnipräsente Doppelmoral wundern. “Scheiß Magerwahn, all diese Gerippe, das ist doch nicht normal, blablabla, kranke Modewelt” – das höre ich ständig. Komisch ist nur, dass es oftmals genau die selben Personen sind, die 365 Tage im Jahr auf Kohlenhydrate verzichten. Oder zu ihren Freundinnen Dinge sagen wie “Das würde ich aber nicht anziehen, das staucht dich irgendwie.” weiterlesen

Neues Gesetz: Minderjährige Models sollen als “Kinderschauspieler” gelten – verändert das die Modewelt?

– 18.06.2013 um 12.10 – Allgemein Leben Menschen

young models 800x667 Neues Gesetz: Minderjährige Models sollen als Kinderschauspieler gelten   verändert das die Modewelt?

Permanent erleben wir, dass in der Modebranche ziemlich viel schief läuft.
Auf internationalen Laufstegen werden Kinder als Erwachsene inszeniert, die Mädchen sind häufig nicht einmal 16 Jahre alt. Auch für sämtliche Magazine scheint es keine Altersgrenze nach unten zu geben. Und was tun wir? Außer Hinschauen nicht viel. Kommt das Thema zur Sprache, zeigen wir uns schockiert, beim Durchblättern der Hochglanzseiten scheinen uns die jungen Gesichter allerdings kaum zu stören. Wir sind abgestumpft, haben uns an diesen Umstand gewöhnt und versinken beinahe selbst im Streben nach allzu unrealistischen Schönheitsidealen. Das aber ist nur ein Kritikpunkt von vielen. Denn noch Besorgnis erregender als die immer absurder werdende Vorstellung von Schönheit, sind die Arbeitsbedingungen, denen die jugendlichen Models ausgesetzt sind.

Die Vogue reagierte bereits mit einem Kodex, der besonders junge Mädchen schützen soll. Das bedeutet: Nicht mehr als zehn Stunden Arbeit am Tag, keine Fotostrecken, in denen unter 16-Jährige in die Rolle von Erwachsenen gedrängt werden und freizügige Shootings sind zudem nur noch nach Absprache und eindeutiger Zustimmung von Seiten der Models erlaubt. Dass diese sich nämlich trotz Unbehagen nur selten trauen, “nein” zu sagen, scheint langsam auch ganz oben angekommen zu sein. Der Bundesstaat New York geht jetzt noch einen Schritt weiter: Künftig sollen jungen Models die gleichen Rechte zugesprochen werden wie Kinderschauspielerin. weiterlesen

Lesestoff: “Why The Era Of Personal Style Blogs Must Come To An End”

– 14.06.2013 um 15.57 – Allgemein Leben Wir

blogger Lesestoff: Why The Era Of Personal Style Blogs Must Come To An End

Autorin Amy Odell streut mit ihrem Beitrag “Why the era of personal fashion blogging must come to end”  eine ganz schön große Portion Salz in die klaffende Wunde der Blogosphäre, rüttelt gehörig am Ego-Baum und zerstört außerdem die Träume vieler junger Mädchen. Bloggern, die ausnahmslos sich selbst ins rechte Licht rücken, wird eine düstere Zukunft prophezeit. Denn was, wenn sich irgendwann niemand mehr für dich interessiert? Und wohin mit all den Schönheiten, wenn das Geschäft nicht mehr brummt?

Jemand, der nichts kann außer Schönsein, dessen Anspruch nicht über die Zusammenstellung von Outfits und das Performen der täglichen Blogger-Choreographie vor der Linse des eigenen Freundes hinaus geht, der könnte es in der Arbeitswelt durchaus schwer haben – es sei denn dieser Jemand verfügt über ein nützliches, geheimes Über-Talent. Das ist grob geschätzt aber wohl eher nicht die Regel. In Deutschland hat das Modell der Selbstvermarktung noch nie wirklich Früchte getragen, deshalb wurden Gedanken wie jene von Amy Odell hier schon des Öfteren laut. Eine wahre Geschichte, denn der Deutsche hält nicht viel vom Phänomen des Personenkults. Es gibt sie zwar, die reinen Outfit-Blogger, aber ihre Karrieren liegen meilenweit hinter den Erfolgsgeschichten von Leandra Medine, Chiara Ferragni und co. Ich weiß nicht recht, ob es schade ist, dass es unseren Bloggern im Prinzip wie unseren Promis ergeht. Entweder du bist sowas wie die Alexandra Maria Lara der Blogosphäre, niedlich und beliebt, respektiert, aber keineswegs dauerumjubelt, oder eben du bist die Katzenberger des Systems. Fame ohne Ende, aber nur, weil du so peinlich bist. weiterlesen

Central Saint Martin’s Show: Cassandra Verity Green & die Goldfisch-Problematik

– 29.05.2013 um 11.26 – Allgemein Leben Mode

cassandra verity green Central Saint Martins Show: Cassandra Verity Green & die Goldfisch Problematik

Gegen modische Langeweile hilft kaum etwas so sehr wie das Bestaunen der Central Saint Martin’s Abschluss-Kollektionen. Immer und immer wieder sprengen die Studenten einer der renommiertesten Design-Universitäten sämtliche Grenzen und beweisen, dass selbst die absurdesten Visionen zur Realität werden können, dass Mode Kunst sein kann, darf und muss. Aber wie weit darf man gehen?

Cassandra Verity Green trieb es in diesem Jahr auf die Spitze. Dass manch ein Outfit erst durch das geschickte Platzieren von Hingucker-Accessoires zum Hit wird, ist durchaus gängig, bloß hatten wir es bisher selten mit lebendigen Schmuckstücken zu tun. Es sind tatsächlich Goldfische, die da durch ihre schalenförmigen Rucksäcke und Kugel-Aquarien-Handtaschen schwimmen. Ob das überhaupt gut aussieht, darüber lässt sich streiten, keine Frage. Aber darf man auch darüber diskutieren, in wiefern das alles nun moralisch und ethisch vertretbar ist? Ich sage: Nein. Viele andere sagen ‘natürlich’. weiterlesen