Kategorie-Archiv: Kolumne

Bedroom Stories #4 //
J’aime vielleicht L’amour à trois

13.02.2017 um 15.13 – Kolumne Leben

Ein Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Mein Freund und ich sind jetzt seit fast drei Jahren zusammen. Normalerweise fängt es ja jetzt irgendwann an, einzurosten. Im Bett vor allem. Sagt man jedenfalls. Aber was „man“ sagt, stimmt ja wirklich auch nur bedingt. Jedenfalls würde ich unseren momentanen Beziehungsstatus eher als zweiten oder dritten Frühling bezeichnen, auf allen Ebenen. Uns steht sozusagen der Schalk im Nacken, hin und wieder fühlen wir uns zu gleichen Teilen Banane und manchmal haben wir auch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wenn wir zum Beispiel fest entschlossen sind, für immer ganz anders zu sein als der Rest der Welt, viel freier eben und offener und wunderbar wild. Erwachsen zwar, aber längst nicht „wie die großen Leute“. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch in diesem Monat Geburtstag habe, aber vor ein paar Tagen überkam uns zudem auch noch die Sehnsucht nach Jugend, weshalb wir schließlich im Schneidersitz vor alten Mixtapes saßen und unserer Vergangenheit lauschten. „Moi ce que j’aime / c’est faire l’amour / spécialment à trois / Je sais c’est démodé /ça fait hippie complet / mais je le crie sur les to’ts / J’aime l’amour à trois“ sangen Stereo Total. Ein Blick, zwei Gedanken, dann Stille. „Willst du?“ fragte ich und er sagte: „Du denn?“. Gemeinsam gegen das Einrosten, so der Plan. weiterlesen

Kolumne //
I am a Quitter.

09.02.2017 um 12.03 – Kolumne Leben

kolumne i am a quitter fabienne sandIch sag’s, wie es ist: Anstiege, die exponentiell verlaufen, waren noch nie mein Ding und nein – ich rede nicht von meiner voll ausgeprägten Dyskalkulie, sondern von dem Unwort sondergleichen welches sich „Karriereleiter“ nennt. Was soll das überhaupt bedeuten, Karriereleiter? Ein „Steil-nach-oben-und-niemals-verweilen“-Prinzip setzt ja voraus, dass es nicht darum geht, bei etwas Schönem zu verweilen, sondern immer nach der nächsten Sprosse zu streben. Wo es dabei hingehen soll, ist ganz klar und zwar an die Spitze zu den Dagobert Ducks, den hyper erfolgreichen und super Perfekten Zu den Alleskönnern unseres Planeten. Ein Berufswunsch steht da vielleicht schon seit der Wahl der Leistungskurse fest, die Unizeit wird mit einem feschen Auslandsaufenthalt aufgepeppt und der Traumjob nach dem Traumpraktikum folgt natürlich prompt. Und was ist mit mir?

Ich ziehe mit Zwanzig schnurstracks in die Hauptstadt. Da ist es eh viel cooler und ich könnte was mit Kunst studieren, denn da war ich mal ganz gut drin. Kein Ziel vor Augen haben und trotzdem bestrebt auf irgendetwas wie Erfüllt- und Glücklich sein hinarbeiten geht nämlich auch, wenn man seinen Weg nicht so richtig plant. Hier und da mal für ein paar Pausen unterbrechen, sich neu orientieren oder verschnaufen, um fix wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. „Was willst du mal werden, wenn du groß bist?“. Wann muss ich das entscheiden und ab wann bin ich eigentlich groß? Bis heute kann ich keine der drei Fragen beantworten. Aber ich fühle mich ganz fabelhaft dabei. Fast vier ganze Jahre hat es mich gekostet, meine Nase mal hier, mal da hineinzustecken und wieder herauszuziehen, um am Ende vor allem festzustellen, was ich nicht will (was übrigens auch eine wertvolle Erfahrung ist!). Und nun? Nun bin ich im zweiten Monat des Jahres 2017 irgendwo zwischen maximal zufrieden und himmelhoch jauchzend. Und das, obwohl ich eine Aufgeberin bin. weiterlesen

Bedroom Stories #2 //
Sex statt Yoga.

17.01.2017 um 10.00 – Kolumne Leben

bedroom storiesEin Gastbeitrag von Ann, protokolliert von Nike Jane. Teil 1 inklusive wiesoweshalbwarum lest ihr hier.

Ich finde, so ganz grundsätzlich, die Leute sollten viel mehr bumsen. Ich sage jetzt außerdem ganz bewusst bumsen und nicht Liebe machen, denn Liebe zu machen ist zwar schön, aber mitunter auch anstrengend. Einfach, weil es dauert und in gewisser Weise fordert, wenn auch nur Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen. Vorspiel, Aramsamsam, Nachspiel, ihr wisst schon. Manchmal wehrt sich auch in mir alles gegen das Rumfummeln, ich will dann lieber Netflix als nackte Tatsachen. Der Alltag ist schließlich anstrengend genug. Aber – und dieses aber sollte unbedingt sehr groß geschrieben werden – Fakt ist, dass so ein mittelkurzes bis rasant schnelles Rein-Raus Wunder bewirken kann, ob mit oder ohne Orgasmus, ganz egal. Sex statt Yoga quasi, darauf konnten meine Freundinnen und ich uns nach langem Hin und Her und einer großen Familienpizza sogar einigen. Sex als eine Art fortwährender Selbstheilungsprozess. Gut für die Seele, die Beziehung, den Job und die mentale Gesundheit. Weil Sex gleich doppelt Stress abbaut, auf dem geistigen wie dem körperlichen Kanal. Ganz so, als würde man den von Strapazen gespannten Flitzebogen endlich loslassen, als bekäme der innere Vulkan unverhofft das Go zum Spucken und am Ende legt sich die warme Lava wie eine versöhnliche Decke über das Tal der täglichen Reizthemen. Lava, nicht Sperma, ihr Ferkel. Bleibt trotz all der offensichtlichen Wonne von drei, vier, fünf, sechs Vögeleien pro Woche bloß noch ein Feind namens Faulheit. Wir kennen ihn alle.  weiterlesen

Kolumne // Jubiläen aus der Hölle oder
– 30, was tun?

13.01.2017 um 10.57 – Kolumne Wir

30 jahre1

Hatte ich mir die letzten Monate noch aus lauter Altersparanoia die Rübe darüber zerbrochen, ob der 30. Geburtstag in andächtiger Trauer verbracht, demütig ignoriert oder unverhältnismäßig üppig zelebriert werden sollte, bin ich nun zu einem Entschluss gekommen:

Jubiläen aus der Hölle

Im Gespräch, anlässlich des nahenden Tages X mit einem Freund der anderen Seite, der grau melierten Seite, jenseits der Drei vor der Null, kristallisiere sich in Anbetracht der „Kosten-Nutzen“ Rechnung, vorerst die Bedeutungslosigkeit dieser Jubiläumsfeier heraus. Die Zahl, das Datum, als kalendarischer Schwachsinn, quasi. Der „Feierakt zum Runden“, so die Quintessenz, sei wie der Silvesterabend aller Jahre. Ist die am 29. Dezember in den Raum geworfene Frage „Und, was hast du so vor?“. Antwort: Niemand weiß es, keiner hat Bock drauf. Feierfreudige Partyraketen ausgeklammert.  weiterlesen

Brain Blah // Selbst Simone de Beauvoir war manchmal eifersüchtig.

11.01.2017 um 7.30 – Kolumne Leben Wir

collageIch muss mir diesmal feste an die eigene pseudo-selbstbewusst-feministische-Girlpower-Nase fassen und das mache ich nicht gern, und noch viel ungerner, weil der Grund für meine heutigen Stirnfalten im Angesicht kleiner Ungereimtheiten unter Frauen doch tatsächlich Männer sind. Als hätten wir nicht ausreichend eigene Päckchen mit uns herumzutragen und außerdem lang genug für Unabhängigkeit plädiert, fiel mir während eines Telefonats mit einer guten Freundin in der Ferne irgendwann doch tatsächlich auf, dass jede der circa drei weiblichen Personen, über die wir uns binnen zwanzig Minuten tendenziell neutral bis angepisst äußerten, in irgendeiner Verbindung zu unseren Partnern standen und stehen. Was offenbar vornehmlich in unserer subjektiven Annahme begründet liegt, beinahe jede Dame dieser Welt würde sich nach selbigen die Finger lecken. Finde den Fehler. Das darf doch wirklich nicht wahr sein, dass ausgerechnet ich eine permanente Skepsis gegenüber ein, zwei, drölf Frauen hege, die es auf irgendeine Art und Weise auf meine Beziehung abgesehen haben (könnten). Dabei haben sie das womöglich noch nicht einmal. Wobei. Weiß der Kuckuck. Es sollte mich natürlich ohnehin nicht interessieren. Meine ferne Freundin verstand mich trotzdem und sinnierte im gleichen Atemzug über eigene kleine Geschichten.

Da schicken ähnliche Instanzen nicht selten ungefragt Selfies, aus dem Urlaub zum Beispiel, immer dann, wenn sie selbst einem guten Kumpel schlicht und ergreifend das Bild einer Palme statt eines breites Bikinigrinsen rüber gesimst hätte, genau wie ich. Gut möglich, dass man sich jetzt darüber streiten kann, ob es der aktuellen Liebe in diesem Fall an Selbstwertgefühl oder der Reisenden an Respekt mangelt. Was nichts daran ändert, dass meine Freundin und ich hin und wieder eifersüchtig werden und damit als gewöhnlicher Durchschnittsmenschen höchstwahrscheinlich nicht gänzlich allein dastehen, sogar Simone De Beauvoir hatte sich in ihren Briefen an Jean-Paul Sartre nicht lückenlos im Griff. Entgegen meines eigentlich stark manifestierten Credos der Nächstenliebe tendiere ich ebenfalls dazu, gewissen Kandidatinnen schlangenartige Charakterzüge zu unterstellen. Das ist furchtbar. Und vielleicht überhaupt nicht berechtigt. Gut möglich also, dass ich an mir arbeiten muss. Wobei mir schwant, dass das viele von uns müssen, trotz Empowernment-Parolen. weiterlesen

Kolumne // Das Gefühl, nicht dazuzugehören.

25.11.2016 um 13.27 – Allgemein Kolumne

Ich bin jetzt seit über zwei Jahren Mutter und eigentlich könnte man da doch meinen, ich hätte mich längst mit meinem neuen Platz in der Gesellschaft anfreunden müssen. Das Problem ist aber, dass ich, zumindest gefühlt, noch nicht einmal einen richtigen Platz habe. Weil ich nirgendwo richtig reinpasse, jedenfalls in den Köpfen der anderen nicht. Natürlich überspitze ich das Ganze im Folgenden zur Verdeutlichung meines Anliegens und schiebe die Ausnahmen, meine engsten Freunde etwa, für die ich einfach Nike war, bin und bleibe, ganz frech beiseite. Obwohl das so natürlich auch nicht ganz richtig ist. Freitags werde ich in der Abendplanung nämlich hin und wieder vergessen.

Vor allem seit ich, verzeiht mir bitte diesen Terminus, „Single Mom“ bin. Also getrennt lebend vom Vater meines Kindes. Und da wären wir schon beim ersten richtigen Knackpunkt angelangt. Wenn man sich nämlich dazu entscheidet, dass alle drei Beteiligten der Familienkonstellation glücklicher wären, wenn Mama und Papa jeweils ihre eigenen Wege gehen, dann blickt man zunächst einmal in große Augen. Wegen der vermeintlich gigantisch-egoistischen Intentionen, denn für die Allgemeinheit scheint es außer Frage, dass eine Bullerbü-Kindheit trotzdem möglich ist. Ich sage zu meiner Verteidigung dann manchmal überflüssige Dinge wie „Ja, aber ich bin ja nicht alleinerziehend.“ Bloß folgt dann alsbald der nächste Gegenschlag, im Prinzip habe ich ohnehin nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich bin die arme Sau ohne Kindespapa im meinem Bett, oder one lucky bitch, weil ich durch das 50/50-Modell ja so unverschämt viel Zeit für mich alleine habe, hach. weiterlesen

Kolumne // Die Frage nach der Familienplanung

15.07.2016 um 11.57 – Allgemein Kolumne

Seit ich Mutter bin, beschleicht mich das Gefühl, dass ein Kind allein nicht ausreicht. Egal, wen ich nach langer Zeit wieder treffe, die zweite Frage nach dem obligatorischen „Wie gehts, wie stehst“ lautet zunehmend: Und, wollt ihr noch ein Geschwisterchen? Ich muss dann erst einmal erklären, dass das „Wir“ inzwischen ein ganz anderes ist – Ups-Moment #1, die Leute scheinen noch immer wie automatisch davon auszugehen, Trennungen seien entgegen jeder Statistik eine Ausnahme in unserem scheinbar perfekten Lebensumfeld. Mit dem Mitleid, dass ich weder brauche noch möchte, komme ich inzwischen klar, man meint es ja nur gut mit mir. Wenn ich irgendwann aber zurück zum eigentlichen Thema gelange und meinen Standpunkt klar mache, nämlich den, dass ich nicht wissen kann, was in drei, vier oder zehn Jahren ist, ich derzeit aber ziemlich sicher bin, ein Einzelkind in die Welt gesetzt zu haben, werden die Augen groß und Mundwinkel fangen an zu hängen. weiterlesen

Tiny Diary // Achtung, die Zahnfee kommt & bringt den Sprung mit.

15.06.2016 um 20.04 – Allgemein Kolumne

Schlechte Launen, undefinierbare Wehwehchen und andere Schlechtwettertage – Eltern wissen, wovon ich spreche. Solche die es werden, noch Lichtjahre davon entfernt sind oder Freunde, die damit nichts am Hut haben, sich das Gejammere der besten Mama-Freundin dennoch ständig anhören müssen, können’s nur erahnen:

Zähne kriegen ist der Teufel, die einen trifft’s härter als die anderen, aber spurlos geht diese Entwicklung wohl an keinem vorbei – ja, das wusste ich. Aber Zähne kommen selten allein: Schlechte Laune, ein anderer Wachstumsschub und unerklärliche andere Schlechtwettertage ziehen meist am selben Strang – das weiß ich jetzt. Jetzt im Nachhinein der ersten Zahnungsphase.  weiterlesen

Zwischen Carrie Bradshaw & Bullerbü

13.06.2016 um 13.33 – Allgemein Kolumne

Meine Freunde bezeichnen mich liebend gern als pedantischen Interieur-Hammel, ständig muss alles aufgeräumt und umgeräumt werden, Unordnung macht mich unausgeglichen und traurig. Seit ein paar Tagen verläuft allerdings eine hölzerne Eisenbahnstrecke aus rund 95 Elementen quer durch das gesamte Wohnzimmer und eine güldene Saint-Laurent-Sandale, bis hin zur Küche, wo eine rote Lokomotive im Minuten-Takt halt macht, um immer wieder neue Trauben einzuladen. Irgendetwas ist also ganz offensichtlich anders als zuvor. weiterlesen

Umziehen, ausmisten, wiederfinden – mit eBay Kleinanzeigen

22.04.2016 um 14.17 – Allgemein Kolumne

In den letzten 2,5 Jahren sind wir 3 mal umgezogen. In Worten: dreimal. Dreimal ausmisten, dreimal Kisten packen, dreimal renovieren, dreimal den Kindern möglichst schnell wieder ein funktionierendes Zuhause schaffen, dreimal ein neuer Wohnungs- und damit wohl auch Lebensabschnitt. Fragt mich nicht, warum es die magischen Zahl drei sein musste, das ist nämlich eine andere Geschichte, voll mit kinderunfreundlichen Nachbarn zum Beispiel.

Wir sind jetzt aber Gott sei Dank Profis und es gibt mittlerweile tatsächlich jede Menge Dinge, die wir in Zeiten des (fast) freiwilligen Nomadentums ganz routiniert neben unserem Alltag mit den Kerlen schaffen: dank eines beinahe minutiös geplanten Renovierungs- und Bauplans, in den die ganze Bande integriert ist: Wer streicht wann den Boden weiß, wer kümmert sich um die neuen Fliesen im Bad, was muss noch besorgt werden und wann geht der eine arbeiten, wann der andere. Achso, und was landet eigentlich auf dem Abendbrot-Tisch, wenn die Küche schon längst in Kisten steckt? Es ist ein einziges Jonglieren mit wilden Kerlen und großen wie kleinen Aufgaben, aber eines, das zu schaffen und obendrein auch ein kleines wunderbares Abenteuer ist. Inklusive ausmisten, weitergeben und wiederfinden. weiterlesen

Kolumne // Das Kind weiß, was es will.

12.04.2016 um 18.11 – Allgemein Kolumne

Lio hat von Oma einen Bademantel geschenkt bekommen, das ist jetzt fünf Wochen und dreiunddreißig Waschgänge her. Es handelt sich dabei selbstredend um keinen herkömmlicher Bademantel, denn wenn es so wäre, dann hätten wir am Morgen, und zwar an jedem einzelnen, vielleicht eine Zu-Spät-Komm-Sorge weniger. Nein, es ist ein ganz besonderer, ein blauer mit weißen Sternen drauf und magischen Kräften drin. Einer, den man einmal übergestülpt aus unerfindlichen Gründen nicht mehr ausziehen kann, komme was wolle, er muss immer mit, ganz gleich ob Monsieur gerade nackend aus der Wanne steigt oder längst Daunenjacken-behangen zum Abmarsch auf den Spielplatz steckt. Mit mütterlichem Protest kommt man da selbst in Erklärbär-Sprache nicht weiter (Lio schaut bloß angewidert aus der Wäsche, wenn ich ihn mit fiepsiger Stimme zu bezirzen versuche, ist ja schließlich kein Baby mehr) – das Kind hat jetzt einen eigenen Willen und ist sturer als jeder Bock auf dem Berg. weiterlesen

Diary // 6 Monate Mama – & ein kleines Dankeschön von Pampers für euch

23.03.2016 um 10.07 – Allgemein Kolumne

Es ist schon ein klein wenig unheimlich, wie schnell die Zeit verfliegt, wirklich wahr. Da warnt dich jeder vor, wie ratzfatz die Kleinen groß werden und wie intensiv man die Tage und Wochen nutzen soll – und schwupsdiwups ist das erste halbe Jahr auch schon rum. 6 Monate Mini-Familie sind’s heute auf den Tag genau, 6 Monate schlaflose Nächte, 6 Monate glucksende Mama-Gefühle und 6 Monate Wahnsinn.

„Überhaupt nichts hat sich verändert,“ versuche ich oft zu wiederholen und immer dann, wenn alles wie am Schnürchen läuft, pflichte ich mir selbst entschieden bei, sehe mein Spiegelbild und denke „Nee, wirklich nicht.“ Ist allerdings alles wieder einmal zu viel, und glaubt mir, von zu viel hatte ich 2016 bereits genug, dann hängen die Schultern, der Kopf und das Gemüt natürlich gleich doppelt tief. Alles, aber auch wirklich alles hat sich verändert, wie soll’s auch anders sein: Schließlich wohnt hier jetzt eben noch jemand, ein Mini mit ordentlich Durchsetzungkraft, guten und schlechten Launen und ganz viel Aufmerksamkeitsbedürfnis.  weiterlesen

Rückblick 2015 // Ein Jahr mit Baby (im Kopf)

06.01.2016 um 15.25 – Allgemein Kolumne

Wie schnell die Zeit verfliegt, merkt man erst so richtig, wenn man Kinder hat, sagen die anderen immer. Und ich kann an dieser Stelle wohl ausnahmsweise nicht vehement mit dem Kopf schütteln, wenn die anderen etwas sagen. Es stimmt. Vor fast genau einem Jahr fiel ich knapp aus den Wolken, als der Schwangerschaftstest mir meine Vermutung im Bauch ziemlich deutlich bestätigte: SCHWANGER. Oh Gott, so schnell? Ja, es passierte wirklich ungeahnt flott, so halb geplant, halb waghalsig, mitten im Jane Wayne Chaos, in der neuen Wohnung, die doch eigentlich ein Kleiderzimmer beherbergen sollte, statt eines Kinderzimmers, zwischen Teenie-Erinnerungen und Erwachsensein-Verdrängung. Was dann folgte? Riesige Vorfreude und doch: Die Ernüchterung. Schwangersein war einfach nicht mein Ding. Dass mir Verzichten einmal so schwer fallen würde, dass mich die volle Ladung Wasser in Beinen, Füßen und Kopf mit einer solchen Gewalt treffen könnte und dass Sodbrennen zu meinem täglichen Begleiter werden sollte, stand doch nirgendwo. Oder habe ich mal wieder nicht richtig zugehört?

Eigentlich dachte ich beim Thema Schwangerschaft immer an Schwangerschafts-Glow, überglückliche Posen vorm Spiegel und intensive Bauchstreicheleinheiten. Nein, nichts da: Schwangersein war doof, unbequem, voller „Neins“ und irgendwie spaßbefreit – zumindest für mich. Und das, obwohl ich mich in den Augen manch anderer Schwangeren wohlmöglich niemals beschweren dürfte. Genieß es, sagte man mir – und ich verstand nicht, was. Wann gehen diese 40 Wochen um, fragte ich mich. Ich fand mich selten in solch einer Meckerlaune wieder, jammerte, was das Zeug hielt und konnte mich am Ende des Tages schon selbst gar nicht mehr hören: Bis, ja bis mit einer zweiwöchigen Verspätung endlich das kleine Bonbon auf die Welt kommen sollte, das dann eben doch alles entschädigte und mein Leben seither mir nichts dir nichts auf den Kopf stellt – und dann eben doch wieder nicht. weiterlesen

Film-Tipp & Politisches // Wie geht es mit den Hebammen weiter?

30.11.2015 um 15.50 – Allgemein Kolumne

Heute Abend läuft ein Film im ZDF „Nacht der Angst“ ein Film mit der großartigen Nina Kunzendorf – ein Drama und ein Hochaktuelles noch dazu. Sie verkörpert in diesem Film eine freiberufliche Hebamme und die Geschichte, die dort erzählt wird, beruht auf einer wahren Begebenheit. Aber nicht nur das: Der Film zeigt vor allem, wie es um die Hebammen in Deutschland bestellt ist – und ist gerade vor diesem Hintergrund unser TV-Tipp des Tages:  weiterlesen

Back in the days // Nike Janes erste Wochen als Mama

06.10.2015 um 1.09 – Allgemein Kolumne

Logbuch vom 18.11. 2014. Ein Baby zu haben ist schön und nervig, überwältigend, strapaziös und total krass, krass toll, krass einschränkend, krasser Wahnsinn, pures Glück. Fragen, die man gestellt bekommt, wenn man ein Baby hat: Merkst du schon den Schlafentzug, wie ist das so, wie machst du das alles, wann wurde er noch gleich geboren und wie ist er denn so drauf? Weil ich meist wenig Lust habe, bis ins letzte Detail über Babykotze und Babykacka zu reden, antworte ich meist nur: Zwischen sechs und sieben Wochen alt, es ist nicht so schlimm wie alle sagen, das mit der Müdigkeit regeln auch irgendwie die Hormone und keine Ahnung was für ein Typ er ist, wir kennen uns noch nicht so lange und es lag auch keine Gebrauchsanweisung dabei.“ Meist kommt dann nur noch ein „hihihi, ok“ hinterher. weiterlesen