Kategorie-Archiv: Kopfchaos

Die Sache mit den Neidhammeln.

– 26.08.2013 um 9.33 – Allgemein Kopfchaos Leben

komkurrenz Die Sache mit den Neidhammeln. Als ich klein war, da sagte meine Oma gerne: “Ach, Nikchen, du kannst dich glücklich schätzen, wenn du später mal nicht allzu hübsch wirst und auch nicht sehr erfolgreich. Das macht es nämlich nicht einfacher.” In meinem Kopf kollidierten sämtliche Züge noch bevor sie überhaupt den Bahnhof erreichen konnten. Meine Mutter fand: “Wenn du eine Handvoll guter Freunde hast, dann bist du schon ziemlich reich”. Das verstand ich mindestes genau so wenig. Ich hatte doch 50 Freunde. Oder 60. Oder noch mehr. Über all das dachte ich schließlich nie wieder nach. Ich fand mich niemals allzu hübsch, dachte immer, ich könne noch viel erfolgreicher sein und habe, seit ich denken kann, die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Menschen, die mich erden und lieben, obwohl die meisten von ihnen nicht verstehen, was ich hier überhaupt treibe. “Irgendwas mit Mode und dem Internet eben.” Und ich würde sagen, es sind durchaus mehr als fünf. 

Dann traf ich Lena wieder. Lena ist so alt wie ich, bildschön und sehr, sehr erfolgreich. Nach der Rechnung meiner Oma dürfte sie also ein ziemlich einsames Leben führen. “Wie geht es dir?”, frage ich. “Gut, gut. Wenn Frauen nur nicht solche Biester wären.” weiterlesen

Du Hipster, Ich Hipster, Wir alle Hipster – Warum ich die Diskussion nicht mehr ertrage.

– 19.03.2013 um 13.51 – Allgemein Kopfchaos Menschen

Nike Air Max. Beanies. Bomberjacken. Jutebeutel. Wasauchimmer. “Oah, das ist so hipster.” – Wirklich und wahrhaftig: Ich ertrage diese Diskussion nicht mehr. Der Grund dafür ist einfach: Wer um alles in Welt entscheidet denn gerade, was ein Hipster ist? Und wer ein Hipster ist? Und überhaupt? Ich weiß schon grob, was damit gemeint ist, so groß ist der Nagel in meinem Kopf schließlich auch nicht. Damals, Mitte des 20. Jahrhunderts war das Hipstertum eine in den USA verbreitete Subkultur, quasi die amerikanische Antwort auf die Boheme, ausgelebt von der Beat Generation und Bebop-Anhängern, also vornehmlich schwarzen Musikern, sowie Künstler-Gruppen. Aber der “moderne Hipster” von heute ist ein seltsames Gespenst, das heute kaum mehr definierbar ist. Da hilft auch der 100. ZEIT-Artikel nicht. Langsam könnten wir also vielleicht alle mal mit der Scheiße aufhören. Es wird anstrengend. Und inzwischen weiß ich auch wirklich nicht mehr, ob Hipster oder Hipster-Hasser nun die nervigeren Zeitgenossen sind. weiterlesen

Ein ziemlich subjektiver Bericht über die Fashion Week Berlin.

– 09.07.2012 um 14.51 – Allgemein Berlin Event Kopfchaos Wir

0ea7e9c6c8f211e19b0622000a1e8a4f 7 Ein ziemlich subjektiver Bericht über die Fashion Week Berlin.

Die Fashion Week ist vorbei. Das heißt aber nicht, dass auch wir schon mit ihr abgeschlossen haben. Eine Hand voll Designer warten noch auf ihren verdienten Beitrag, aber in meinem Kopf herrscht ein totaler Overdose an Eindrücken. Seit gestern findet man in jedem großen Magazin, in jeder relevanten Zeitung ein Resümee über die vermeindlich aufregendsten Tage der Saison. Was aber, wenn mich selbst jemand fragt, wie es denn so war, das “bunte Treiben”? Mein Geist befand sich während der gesamten Zeit unter einer dumpfen Glasglocke. Vollgepumpt mit Bildern aus den Schauen, von den Präsentationen und Parties, liegt er jetzt irgendwie zusammengefallen in der Ecke. Nichts funktioniert mehr. Und mit jeglichem Thema, was die MBFWB betrifft, treibt man mir derzeit Schweißperlen auf die Stirn. Natürlich hatte ich Spaß, rosarote Momente und ab und an auch Glückskribbeln im Bauch. Und trotzdem wünsche mir ganz einfach mehr Zeit für die Dinge. Aber diese Vorstellung ist für unsere rasante Gesellschaft schlichtweg zu romantisch. Der Schauen-Kalender war diesmal so vollgepackt wie noch nie.

Alles beginnt, natürlich, mit einem Facebook-Status: “Liebe Nicht-Modefreunde, wir sind dann mal weg. Geistig. Seid nicht böse.” Tatsache. Vier Tage bleibt für nichts Zeit, was etwas mit wahrhaftiger Freizeit zu tun hätte (Gut, da sind noch die wirklich phantatsischen Parties am Abend, aber selbst die werden nach gefühlten hundert getippten Artikeln und Bildschirm-verstrahlten Augen ein klein wenig anstrengend). Das klingt erstmal ziemlich erträglich, denn vier Tage, was ist das schon. Außerdem wartet die große Liebe, die Mode, auf etlichen Laufstegen auf unsere Zuneigung und Bewunderung. Will man aber im Zweier-Team all das einfangen, was interessant für den Leser sein könnte, dann verformt sich die Fashion Week vom lustigen Zirkus zur Härteprobe für die Nerven. Wir Armen, richtig? Ich verstehe jeglischen Zynismus hinsichtlich unserer Jammerei durhaus sehr gut. Aber ich bestehe auf das Recht zu jammern, weil dieser Blog ein persönlicher ist. Ich muss nicht so tun, als fände ich alles, was mit Mode zu tun hat, immer allererste Sahne. Was nicht bedeutet, dass ich ich sie nicht über alles liebe. Aber es gibt Zeiten, in denen muss man sich dazu zwingen, 24 Stunden am Tag euphorisch sein. weiterlesen